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Lebensraum Hecke: Sträucher und Bäume

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Hecken sind wichtige Rückzugsräume. Sie grenzen meist an landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Wege. Deswegen stellen sich in diesem Bereich Vögel der Feldflur, aber auch reine Heckenbewohner ein. Sind die Heckenstreifen lang und breit genug, stellen sie echte Schutzräume für die verschiedensten Tiere dar. Aber auch die Sträucher und Bäume in der Hecke bieten zahlreichen Tieren mit ihren Beeren  und anderen Früchten ein breites Nahrungsangebot. Vor allem in den vegetationsarmen Jahreszeiten ist dies besonders von Bedeutung. Die folgende Bildergalerie umfasst die wichtigsten Sträucher einer Hecke, wie sie bei uns im Kraichtal vorzufinden ist.

Schwarzdorn

Blühende Schwarzdornhecken gehören bei uns schon Ende März bis in den Mai hinein zum Landschaftsbild. In der sonst noch kahlen Landschaft sehen sie wie Wattetupfer aus. Die Blüten und Früchte des Schwarzdorns oder der Schlehe zeigen die enge Verwandtschaft zu anderen Rosengewächsen: Kirsche, Zwetschge, Mirabelle haben ähnliche Blüten. Die Früchte sind für die Tiere der Hecke sehr wichtig.

Schwarzer Holunder

Der Schwarze Holunder ist auch kaum aus den Hecken wegzudenken. Auch er bietet mit seinen Blüten und Früchten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Zudem dient er vielen Vögeln als Nist- und Brutplatz. Während der Schwarzdorn zu den Frühblühern gehört, blüht der schwarze Holunder meist erst im Juni. Schon seit der frühen Menschheitsgeschichte hatte der Holunder als wichtige Heilpflanze einen hohen Stellenwert. In der letzten Zeit haben auch wir wieder einmal die Vorzüge des Holunders entdeckt: neben therapeutischen Zwecken werden zum Beispiel  die Blüten und Früchte  zu Süßspeisen oder zu Getränken verarbeitet.

Das Judasohr (meist auf Holunder)

Diesen Pilz kann man manchmal an alten Holunderstämmen entdecken: Das Judasohr, das oft als Ersatz asiatischer Pilze („Mu Err“) bei uns als Speisepilz verwendet wird. Dabei ist er eher geschmacksneutral.  Man sieht auch hier an der aufgesprungenen Rinde, dass er  auf bereits abgestorbenen Holz lebt und  dort die „Weißfäule“ erzeugt. Das Juadasohr gehört zur Familie der Ohrlappenpilze. Das obere Bild zeigt einen intakten Stamm des Schwarzen Holunders.

Heckenrosen

In den Hecken bei uns gibt es zahlreiche Arten der Heckenrose. Dies kommt daher, dass zur Begrünung oder zur Befestigung von Wegen und Rainen Hecken mit kultivierten Heckenrosen-Arten bepflanzt werden. Die meisten haben aber gemeinsam, dass sie schöne weiße, rosafarbene oder rote Blüten – und Hagebutten erzeugen, die wiederum vielen Tieren als Nahrung dienen. Zudem bieten die stachelbewehrten Heckenrosen einen Schutz vor Eindringlingen, was vor allem für Rebhühner, den Jagdfasan, aber auch für viele Kleinsäuger wichtig ist.

Rote Heckenkirsche

Die Rote Heckenkirsche gehört zu den Geißblattgewächsen. Man findet sie in den Feldhecken, aber auch am Waldrand und entlang von Lichtungen uund Waldwegen. Die Früchte sind bei vielen Vogelarten sehr beliebt.

Gemeiner Schneeball

Ein auffällig blühender Strauch, der ebenfalls für viele Tiere mit seinen Beeren ein großes Nahrungsangebot hat. Die Blüten des Schneeballs gehören zu den schönsten Blüten in einer Hecke. Auch die Früchte, die im Herbst reif sind, werden von vielen Tieren erwartet.

Roter Hartriegel

Auch der Rote Hartriegel produziert viele Beeren. Seinen Namen hat er von der herbstlichen Rotfärbung seiner Zweige.

Eberesche oder Vogelbeere

Die Eberesche oder Vogelbeere ist ein Baum aus der Familie der Rosengewächs, und dass er den Namen „Vogelbeere“ oder „Vogelbeerbaum“ hat, liegt an seinem großen herbstlichen Angebot an „Vogelbeeren“, das die Vögel auch sehr schätzen.

Haselstrauch

Der Haselstrauch oder die Hasel gehört zu den Birkengewächsen. Sein Angebot an Früchten wendet sich sowohl an Vögel (Spechte, Kleiber, Eichelhäher) wie den  als auch an die verschiedensten Kleinsäuger wie Eichhörnchen und Mäuse. Er ist auch dadurch interessant, dass er eine Symbiose mit besonderen Speisepilzen eingeht, wie den Trüffelarten oder dem Steinpilz. Auch einige Käfer und Wanzen, sowie Blattläuse leben auf – und vor allem von ihm. Die Haselnüsse, die wir verzehren, stammen von einer anderen Haselart aus dem vorderen Orient.

Feldahorn

Ihn findet man bei uns in den Feldhecken sehr häufig. Man erkennt ihn an den kleinen Blättern und an den Früchten, die einen gestreckten Winkel bilden. Er ist eigentlich der typische Heckenbaum.

Eingriffeliger Weißdorn

Der eingriffelige Weißdorn ist ebenfalls ein Strauch, der zu den Rosengewächsen gehört. Er kann mehrere Meter hoch werden und bildet rote Früchte aus. Seine Blüten riechen leicht unangenehm. Er hat seinen Namen, weil  die zwittrigen Blüten  aber jeweils  nur einen Fruchtknoten – und damit auch nur einen Griffel haben. Die Fruch hat deswegen auch nur einen Kern.

Zweigriffeliger Weißdorn

Dieser hat – im Gegensatz zum eingriffeligen Weißdorn eine andere Blattform, vor allem aber mehrere Fruchtknoten (2-3) in einer Blüte – und damit auch mehrere Kerne in der Frucht. Da die ursprünglichen Wildformen nach dem 2. Weltkrieg bei uns durch Beseitigung von Hecken zugunsten von Ackerland verschwanden,  wurden im Zuge der Renaturierung oder Neupflanzung von Hecken meist kultivierte Formen angepflanzt. Darum findet man heute viele Mischformen. Beide Arten haben aber für Vögel, Säuger und Insekten eine große Bedeutung.

Waldrebe

Die Waldrebe hat im Kampf ums Licht, das ja in der Hecke oder im Wald eine ganz besondere Rolle spielt, eine ganz besondere Strategie entwickelt. Anfangs ist sie krautig und schlingt sich an Sträuchern und Bäumen empor. Danach bildet sie strickartige Triebe aus, die mehrere Zentimeter Durchmesser haben können. Durch ihre Struktur sind die Triebe elastisch und sehr belastbar. So kann die Pflanze innerhalb weniger Jahre bis an die Spitze der Hecke oder des Waldrandes kommen, ohne dass sie einen stabilen Stamm entwickeln muss, wie dies bei den Bäumen der Fall ist. So kann sie die Oberfläche einer Hecke mit ihren Trieben überwuchern und befindet sich so in der „ersten Reihe“ beim Kampf um das lebensnotwendige Licht. Eine ähnliche Strategie hat auch das Efeu entwickelt.

Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen gehört zu den Spindelbaumgewächsen. Aus seinem zähen Holz wurden früher unter anderem Spindeln hergestellt (Spindelbaumgewächse). Der Strauch ist bei uns im Kraichtal eine sehr häufige Heckenpflanze, die sehr dicht wuchert. Den Namen Pfaffenhütchen hat er von der Ähnlichkeit seiner kantigen Früchte mit der traditionellen Kopfbedeckung von Priestern (Birett). Ein wichtiges Merkmal des Pfaffenhütchens ist sein grünes Holz.

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Liguster

Der Liguster gehört zu den Ölbaumgewächsen. Er ist giftig. Weltweit gibt es viele Arten, bei uns findet man aber nur den Gewöhnlichen Liguster. Er findet sich in vielen Hecken und Waldrändern. In Gärten wird er oft als Schnitthecke verwendet. Dann handelt es sich aber meist um kultivierte Formen des Ligusters, der überwiegend aus Asien stammt. Für die Insekten sind seine Blüten ein beliebtes Ziel (hier Rosenkäfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rolle der Pilze im Wald

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Pilze kennt eigentlich jeder. Man kann einige Arten essen; manche Arten sind hoch giftig, aber einige von ihnen haben schon viele Leben gerettet (Penicillin). Aber auch  bei unserer Ernährung spielen Pilze eine bedeutende Rolle, zum Beispiel die Schimmel- und Hefepilze. Die meisten Pilze sind jedoch ungenießbar. Es gibt sie nicht nur im Wald. Vielmehr kann man sie überall finden.  Viele Pilze sind mit bestimmten Pflanzen eine enge Beziehung eingegangen. Dabei erhalten sie einen Teil der Nährstoffe, welche die Pflanzen produziert haben. Dafür geben sie den Pflanzen wichtige Nährstoffe zurück, die bei der Zersetzung von organischem Material entstanden sind.

Pilze spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Weil sie organisches Material zersetzen können und diese Nährstoffe wieder an andere Organismen abgeben, findet durch die Pilze eine hoch effektive Abfallbeseitigung mit anschließendem „Nährstoff-Recycling“ statt. So sind sie  auch  im Wald sehr wichtig. Sie zersetzen totes Material und setzen die Nährstoffe frei, die von anderen Pflanzen wieder aufgenommen werden. Begleitet wird diese Aktion von einer großen Anzahl von Kleinlebewesen, welche ebenfalls am Abbauprozess beteiligt sind.

So wirken Weißfäule und Braunfäule im Holz:

Bäume können sich normalerweise gegen Pilze wehren. Werden sie jedoch durch Wind oder Witterung oder Tiere (Vögel, Insekten) beschädigt, können Pilze durch die offenen „Wunden“ in den Baum eindringen. Ist der Baum durch zusätzliche Faktoren wie Trockenheit, Staunässe oder ähnliches geschwächt, haben Pilze oft ein leichtes Spiel. Je nach Pilzart schädigen sie den Baum auf unterschiedliche Weise. Bei Weißfäule hervorrufenden Pilzarten wird vor allem das harte Lignin im Stamm abgebaut; das Holz wird weich und faserig – und kann dann sogar mit der Hand zerteilt werden.

So sieht ein Baumstamm aus, wenn ein Schwarzspecht in einer von der Weißfäule befallenen Weide nach Larven sucht. Auch die benachbarten Stämme sind von Pilzen befallen, wo sich zahlreiche Fruchtkörper am Stamm zeigen.

Bei der Braunfäule wird die Zellulose abgebaut; das Lignin bleibt und der Stamm wird bröselig. Das Holz bricht in Blöcken ab.

Stammholz, das über eine lange Zeit im Wald gelagert – und nicht abgeholt wird, zeigt, wie rasch die Besiedelung durch Pilze erfolgen kann. Auch hier haben Weißfäule hervorrufende Pilzarten gewirkt. Rinden sprengende Pilze und andere Pflanzen wie Moose  stellen sich ein und beschleunigen so den Effekt.

Der Baumstamm unten ist schon ganz mit Pilzgeflecht überzogen; auf der anderen Seite wachsen Porlinge – und auf dem Stamm hat sich schon eine Pflanze angesiedelt, welche die Nährstoffe verarbeiten kann….

 

 

 

Amphibien brauchen unsere Hilfe

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Die Amphibien haben sich auf Feuchtgebiete spezialisiert, und das ist ihr Problem:  Für ihre Entwicklung brauchen sie unbedingt Wasser. Was viele nicht wissen: Außerhalb der Entwicklungszeit verbringen die meisten Lurche ihre Zeit an Land. Frösche, Kröten und Unken, aber auch verschiedene Molcharten gehörten vor einigen Jahrzehnten noch zur Kraichgaulandschaft. Das hat sich leider dramatisch verändert. Einige Amphibienarten sind inzwischen aus unserer Landschaft verschwunden oder sie sind extrem selten geworden. Dies hat neben der geringer werdenden Zahl der Feuchtgebiete auch damit zu tun, dass schon seit einigen Jahren der Grundwasserspiegel stetig fällt. So liegen auch im Kraichtal in diesem Jahr einige Laichgewässer, die für die Entwicklung der Amphibien-Larven lebenswichtig sind, schon seit Monaten trocken.

Und ohne die vorbildliche Arbeit zahlreicher Helfer, die während der Laichzeit Tag für Tag an den „Krötenzäunen“ die wandernden Lurche absammeln und vor dem Straßenverkehr in Sicherheit bringen, wäre deren Lage noch viel schlimmer. Dabei spielen doch die Amphibien eine wichtige Rolle. Außerhalb der Laichperiode gehen sie in den Feldern, im Wald, aber auch in den Siedlungen auf die Jagd nach Schädlingen.

Ein Blick in den Sammeleimer am Morgen …..

 

 

Reptilien bei uns im Kraichtal

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Reptilien sind die Wärmespezialisten im Gebiet. Sie werden durch die Außentemperaturen aufgeheizt und tanken im Sonnenlicht Bewegungsenergie. Deswegen findet man sie oft an Trockenmauern oder sonnenbeschienenen Stellen, wo sie sich auf „Betriebstemperatur“ bringen lassen. Diese Tiergruppe ist bei uns vor allem durch die Zauneidechse vertreten; zur Tiergruppe gehören bei uns noch Schlangen und Schildkröten. Diese sind aber bei uns sehr selten geworden; lediglich die Ringelnatter und ganz vereinzelt die Schlingnatter sind hier mit viel Glück zu entdecken. Giftige Schlangen gibt es im Kraichtal nicht, dafür aber in manchen Teichen und kleinen Seen ausgesetzte Exemplare der Amerikanischen Schmuckschildkröte (siehe Bild!).  Die heimischen Reptilien sind bei uns gefährdet. Aber jeder kann etwas zum Schutz der Reptilien tun: Trockenmauern oder kleine Anhäufungen von Steinen in sonniger Lage können in jedem Garten Rückzugsräume für die Eidechsen bieten.

 

Nutria

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Die Nutria (oder Biberratte) ist ein Neuankömmling aus Südamerika und inzwischen bei uns eingebürgert. Im Gegensatz zu der aus Nordamerika eingeführten Bisamratte ist sie wesentlich größer und hat einen runden Schwanz. Der Schwanz der Bisamratte ist seitlich abeflacht. Das Vorkommen der Nutrias in Deutschland geht auf entflohene Tiere aus Pelztierfarmen oder bewusste Auswilderung einzelner Tiere zurück. Nutrias können Schäden in der Landwirtschaft und im Wasserbau verursachen; allerdings scheinen sie die noch gefährlicheren Bisamratten zu verdrängen. Nutrias gelten als invasive Art. Deswegen ist die Einfuhr und die Zucht verboten. In der Nähe von Ortschaften zeigen sie sich sehr zutraulich, vor allem, wenn sie gefüttert werden. Die Bilder entstanden am Kraichbach.

Die gelben Zähne sind ein weiteres Merkmal der Nutrias. Diese kommt von Eisenablagerungen, welche die Zähne härter machen. Nutrias sind Nagetiere.

 

Ihre Vorderbeine können sie wie Hände einsetzen.

Auch der runde Schwanz ist ein Merkmal der Nutrias. Bisamratten haben einen seitlich abgeflachten Schwanz, der Schwanz der Biber ist total flach.

Blütenpflanzen und Insekten

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Es ist kein Zufall, dass auf dem Bild der Blütenstand des Wiesensalbeis und eine Wildbiene zu sehen sind. Blütenpflanzen haben sich erst entwickelt, seit es Insekten gibt. Im Laufe der Entwicklung haben sich hochspezialisierte Beziehungen zwischen Pflanzen und den Insekten entwickelt; gerade der Wiesensalbei ist ein Paradebeispiel dafür. Im Kraichtal kann man viele Pflanzenarten entdecken, die alle eine wichtige Rolle im jeweiligen Öko-System haben. Es gibt nicht nur Pflanzen, die zur Fortpflanzung Insekten brauchen. Viele Pflanzen nutzen den Wind als Bestäuber. So kann jeder, der sich mit den Pflanzen beschäftigt, spannende Entdeckungen machen. Wegen der strukturierten Landschaft des Kraichgaus gibt es bei uns auch Pflanzenarten, die anderswo nicht mehr zu finden sind, darunter einige botanische Kostbarkeiten.

Schöne Aussichten

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Das Kraichtal ist Teil einer Landschaft, die manchmal als “ die Toskana Badens  “ bezeichnet wird. Wegen des fruchtbaren Lößbodens wird hier  intensiv Landwirtschaft betrieben; auch wächst hier ein sehr guter Wein. Daneben gibt es aber auch viele Bereiche, die nur extensiv genutzt werden. Viele sanfte Hügel mit zahlreichen Terrassen, Hohlwegen, Hecken, Streuobstwiesen, Weinbergen und Wäldern prägen das Gebiet. In den Bach- und Flussniederungen trifft man auf zahlreiche Feuchtgebiete, Auwälder, Teiche und kleine Seen mit einer ganz speziellen Tier- und Pflanzenwelt. Weil diese Landschaft so reich strukturiert ist, finden sich hier auch Tier- und Pflanzenarten, die man sonst nur selten entdecken kann. Und dann trägt auch noch das milde Klima dazu bei, daß hier eine großartige Landschaft voller Leben entstanden ist.

Nicht nur bei schönem Wetter und blauem Himmel bietet das Kraichtal atemberaubende Ausblicke ….

 

 

 

Blauflügelige Ödlandschrecke

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Die Blauflügelige Ödlandschrecke kommt auf warmen, kargen Vegetationsflächen  vor. In Deutschland gilt sie als bedrohte Art und steht deswegen auf der Roten Liste. Die Ödlandschrecke meidet geschlossene Pflanzendecken. Deswegen findet man sie auf dem Boden in Kies- und Sandgruben, aber auch auf steinigen Böden mit wenig Pflanzenbewuchs. Sie klettern selten auf Pflanzen. Ihren Namen hat sie, weil sie beim Auffliegen auf der Flucht ihre blauen Flügel zeigt. Das Weibchen ist größer als das Männchen. Beide sind jedoch durch ihre Färbung ideal an die verschiedensten Böden angepasst. Besonders auffallend ist ihr Fluchtverhalten. Die Fluchtdistanz ist äußerst gering; erst in „letzter Sekunde“ springt sie auf und kann mit Hilfe ihrer Flügel bis zu 10 m weit fliegen. Dann landet sie wieder auf einer freien Bodenfläche. Im Laufe ihrer Entwicklung kann sie auch noch ihre Farbe ändern; selbst erwachsene Tiere können dies noch tun. Deswegen treten viele verschiedene Farbmuster auf. Meist sind aber einzelne Teile des Körpers und der Gliedmaßen blau oder bläulich.

Ödlandschrecken bei der Paarung

Weibchen vorne, Männchen hinten

 

Mittelspecht

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Der Mittelspecht brütet meist  in alten Laubwäldern. Er ist kleiner als der Buntspecht. Männchen und Weibchen sind ähnlich gefärbt. Beim Männchen reicht der rote Scheitel etwas weiter nach hinten als beim Weibchen. Der Mittelspecht hat eine weiße Stirn und weiße Kopfseiten, der schwarze Wangenstreif fehlt. Der Hinterleib ist nicht rot sondern rosa gefärbt, der Bauch ist gestrichelt. In den letzten Jahren hat der Bestand des Mittelspechts bei uns wieder etwas zugenommen. Bei uns im Kraichtal kamen in den letzten Jahren vermehrt Bruten in den Streuobstwiesen vor.

Die Bilder zeigen Mittelspechte in einem alten Apfelbaum am Rande einer Streuobstwiese. Dass der Baum schon seit mehreren Jahren von Vögeln als Brutstätte genutzt wird, zeigen zahlreiche Nisthöhlen im Stamm und in den Ästen des Baums. Die jungen Mittelspechte sind fast flügge. Zwischen den Fütterungen durch die Altvögel schauen sie immer wieder aus der Nishöhle heraus. Die Brut verlief in diesem Fall erfolgreich. Schon eine Woche später war die Nisthöhle durch Stare belegt, die dort ebenfalls Junge aufzogen.