natur-erleben-online

Sie ist in der „Vergiftungs-Rangliste“ weit oben: Die Schwarze Tollkirsche

Mehr lesen

Die Schwarze Tollkirsche gehört  zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Sie liebt kalkhaltige Böden und kommt deswegen auch  im Kraichtal  vor. Man findet sie in Kahlschlägen, entlang von Waldwegen oder auf Lichtungen. Die Tollkirsche ist ein sommergrünes Kraut mit großen Blättern und vielen Verzweigungen. Sie kann bei guten Standortbedingungen Höhen von bis zu 2 m erreichen.  Um sie ranken sich viele Mythen: Sie galt als alte Zauberpflanze, da mit ihr „Erregungszustände“ („Raserei“, „Tollwut“) ausgelöst werden konnten. Daher auch ihr Name „Tollkirsche“. Vor allem ihre Beeren sind hochgiftig.  Auch heute noch findet sie in der Medizin Verwendung.Die Aufnahme von Mitte Juni (14.06.2019)  zeigt eine blühende Tollkirsche im Wald. Jeder Zweig trägt mehrere glockenförmige Blüten, die vor allem von Hummeln und Bienen besucht werden.Wenn eine Blüte bestäubt ist, beginnt sie schnell zu welken und fällt ab. Dann zeigt sich im sternförmigen  Kelch bereits die grüne Beere der Tollkirsche.  In der oberen Hälfte des Bildes sieht man eine unbestäubte Blüte und daneben schon eine grüne  – noch unreife – Beere im sternförmigen Kelch. Ab Juli sind an der gesamten Pflanze Blüten, unreife Beeren und reife Beeren zu sehen.  Typisch ist der sternförmige Kelch, der sichtbar wird, wenn die glockenförmige Blüte abgefallen ist. Bei der Reife färben sich die Beeren schwarz. Auf diesem Bild vom Juli 2016 sind eine reife Beere und einige unreife Beeren der Tollkirsche zu sehen. Die schwarz glänzenden Beeren ähneln von der Form und Farbe her einer Kirsche. Deswegen ist sie vor allem für Kinder – aber auch für manche Erwachsene verlockend. Bedrohlich wird die Sache vor allem aber dadurch, dass an einer Pflanze meist sehr viele reife Früchte vorhanden sind.  Und deren Giftwirkung ist enorm: Sie enthalten tatsächlich einen Gift-Cocktail mit einigen hochgiftigen Substanzen. Man denkt, dass bei Kindern der Verzehr von 3-4 Beeren zu einer Vergiftung führt, die, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich enden kann. Für Erwachsene beträgt diese Dosis 10-12 Beeren. In den Gift-Notruf-Zentralen nehmen Meldungen von Vergiftungen mit den Beeren der Schwarzen Tollkirsche tatsächlich einen Spitzenplatz ein.

Woher die Schwarze Tollkirsche ihren wissenschaftlichen Namen hat:

Auch ihr wissenschaftlicher Name Atropa belladonnagibt einen deutlichen Hinweis auf ihre Gefährlichkeit :   „Atropin“   ist eines der Gifte, welches in den Beeren der Schwarzen Tollkirsche enthalten ist.  „Atropos“ ist in der griechischen Mythologie eine der drei „Schicksalsgöttinen“, welche die Aufgabe haben, den Lauf des Lebens zu bestimmen. Während eine davon den Lebensfaden spinnt und die zweite die Länge des Lebensfadens bemisst, fällt der Göttin „Atropos“ die Aufgabe zu, den Lebensfaden zu zerschneiden. Das giechische Wort „artropos“ bedeutet „unabwendbar“.

Der Zusatz „Bella donna“ heißt eigentlich „Schöne Frau“. Vor einiger Zeit entsprach es dem Schönheits-Ideal, wenn Frauen große Pupillen hatten. Durch den Genuss einiger Beeren der Schwarzen Tollkirsche konnte man diesen Effekt erreichen.

Also Vorsicht: Schon in wenigen Tagen kann man in unseren Wäldern wieder reife Beeren der Schwarzen Tollkirsche antreffen. Da es im Kraichtal aber mehrere Giftpflanzen gibt, sollte in der Gegenwart von Kindern generell darauf verzichtet werden, Früchte und Beeren – also auch essbare wie Himbeeren, Wald-Erdbeeren oder Brombeeren –  im Wald zu essen. Wenn man dies tun will, kann man sie ja sammeln und mitnehmen. Und wie immer gilt: Was man nicht genau kennt, sollte man stehen lassen!

Die Weinbergschnecke – unsere größte Land-Gehäuseschnecke

Mehr lesen

Die Weinbergschnecke gehört innerhalb der Weichtiere zur Gruppe der Landlungen-Schnecken und zur Familie der Schnirkelschnecken. Jeder hat sie sicher schon einmal gesehen, wenn sie mit ihrem  „Haus“ auf dem Rücken über „Stock und Stein“ kriecht. Man begegnet ihr in Wäldern und Wegrändern, Hecken und Gebüschen und überall dort, wo es offene Landschaften gibt, die nicht zu intensiv bewirtschaftet werden. Und trotzdem wissen viele von uns kaum etwas von ihr: Sie kann mehrere Jahre alt, bis zu 10 cm lang und ungefähr 30 g schwer werden. Der Name „Weinbergschnecke“ sagt es schon: Sie liebt die Wärme. Deswegen ist sie bei uns im Kraichtal  besonders häufig anzutreffen, denn neben dem Klima gibt es für sie bei uns auch noch im Überfluss, was sie unbedingt braucht: Kalk. Diesen findet sie in unseren kalkhaltigen Böden oder in kalkhaltigem Gestein. So kann sie auch ein stabiles Schneckenhaus aufbauen und Kälte- und Trockenphasen überstehen. Es ist Ende März. So kann man jetzt in Hecken oder entlang von heckenreichen Wegrändern Weinbergschnecken entdecken, die sich noch in Kältestarre befinden. Im Spätherbst hat sie sich eingegraben und ihr Gehäuse mit einem stabilen Kalkdeckel verschlossen. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren und der Kalkdeckel schützt sie dabei vor Frost und Austrocknung. Im Frühjahr kann man dann auch leere Schneckenhäuser und die Kalkdeckel finden. Die Kalkdeckel stammen von Schnecken, welche die Kältestarre beendet haben. Nach dem Ende des Winters und der Trockenzeiten wird der Deckel abgestoßen. In kalkarmen Gebieten wird er teilweise verspeist.  Bei gutem Kalkvorkommen bleibt der Deckel dagegen liegen. Nach Beendigung der Kälte- und Trockenstarre ist dann zunächst Fressen angesagt, damit die Energiereserven wieder aufgefüllt werden können.Das Bild zeigt Gehäuse der Weinbergschnecke und zwei Kalkdeckel, mit denen sie im Winter – und im Sommer während der Trockenphasen – ihr Gehäuse verschließt. An der Dicke der Deckel kann man erkennen, dass diese Schnecken genügend Kalk zum Bau zur Verfügung hatten. Übrigens: Die meisten Schneckenhäuser sind rechts gedreht. Nur ein Schneckenhaus unter mehreren Tausend Gehäusen ist nach links gedreht. Schnecken mit einem solchen „linksgedrehten“ Gehäuse nennt man „Schneckenkönig“.Schon seit frühen Zeiten wird sie  – nicht nur in Frankreich und anderen Ländern – sondern auch bei uns verspeist. In manchen Gegenden  wird sie deswegen auch als „Schwäbische Auster“ bezeichnet.  Obwohl sie bei uns im Kraichtal noch häufig zu sehen ist, geht ihre Anzahl deutlich zurück. Deswegen – und auch das wissen nur wenige – steht sie in Deutschland unter Naturschutz und gilt als „besonders geschützte Art“.  Die meisten Schnecken, welche heute in den verschiedensten Ländern tonnenweise auf den Tellern landen, werden nicht der Natur entnommen – sondern sie stammen aus professionellen Schneckenfarmen. Die Weinbergschnecke leidet unter dem Ruf der Nacktschnecken und wird oft rigoros aus unseren Gärten entfernt. Das ist eigentlich nicht nötig: Im Gegensatz zu manchen Nacktschnecken  richten sie in unseren Gärten keinen nennenswerten Schaden an. Sie bevorzugen welkes und trockenes Pflanzenmaterial und Algen, die sie mit ihrer Raspelzunge – die ca. 40 000 Zähnchen aufweist – abweidet.Der Körper der Schnecke besteht aus dem Kopf, dem Fuß, dem Mantel und dem Eingeweidesack , der sich im Inneren des Gehäuses befindet. Zur Verringerung des Wasserverlustes produziert die Schnecke Schleim, den sie auch zur Abwehr von Fressfeinden einsetzt. Der Schleim dient auch zur Fortbewegung: Auf ihm bewegt sich die Schnecke und hinterlässt eine deutliche Schleimspur.Der Kopf der Schnecke trägt die auffallenden Fühler. Mit den oberen Fühlern kann sie sehen. Auf jedem der oberen Fühler befindet sich ein Auge. Sie kann mit den obern Fühlern aber auch riechen. Mit den unteren Fühlern kann sie tasten und schmecken. Schnecken können nicht hören. Hier sieht man deutlich die Augen als schwarze Punkte in den oberen Fühlern. Mit ihnen kann sie Hell-Dunkel wahrnehmen und die Richtung des einfallenden Lichts bestimmen. Die Augen der Weinbergschnecke liefern aber nur ein unscharfes Bild, da das Auge keine Linse hat. Trotzdem kann sie Hindernissen ausweichen. Hier bearbeitet die Schnecke gerade ein dünnes, trockenes Rindenstück mit ihrer Raspelzunge. So findet man sie auch oft an Wegrändern, wo sie Algenbeläge vom Untergrund abweidet.Im Bereich des unteren Randes des Schneckenhauses befindet sich die Öffnung der Atemhöhle. Durch die zahlhreichen kleinen Blutgefäße, die sich in der Atemhöhle befinden, kann Sauerstoff aus der Luft aufgenommen werden. Leichte Beschädigungen am Haus kann die Schnecke selbst reparieren.

Bei Störungen zieht sich die Weinbergschnecke schnell in ihr Haus zurück. Je nach Situation verlässt sie dann ein paar Minuten später wieder ihr Gehäuse.

Wer behauptet, dass Schnecken „kriechen“, der hat noch nie eine Schnecke in der Bewegung beobachtet. Das ist kein „Kriechen“ sondern ein „ruckelfreies“ Gleiten. Bewirkt wird dies durch die zahlreichen Muskeln in ihrem kräftigen Fuß. Hier kann man sehen, wie gleichmäßig sich eine Weinbergschnecke im „Schneckentempo“ langsam, aber stetig fortbewegt. Dies wird vor allem durch die von ihr gelegte Schleimspur möglich, die sie vor Verletzungen durch scharfe und scharfkantige Gegenstände bewahrt. Im Schneckentempo schafft sie etwa 7 cm pro Minute. In einer Stunde kann sie also bis 4,2 m zurücklegen. Die Geschwindigkeit hängt von der Lufttemperatur ab. Zudem können die Schnecken sehr gut klettern. Dies gilt auch für glatte Steine und Mauern. Auch hier ist ihr Schleim als Haftmittel sehr nützlich.An trockenen und heißen Tagen kann man sie auch an Mauern oder auf Steinen beobachten, wo sie geschützt vor der Sonneneinstrahlung rastet. Manchmal bildet sie dann auch eine pergamentartige Haut aus, die das Austrocknen verhindern soll. Bei länger anhaltender Trockenheit wird diese Haut allerdings durch eine Kalkplatte ersetzt, mit der sie das Gehäuse verschließt. Dann fällt sie in Trockenstarre.

 

 

Die „Bahnhof-Störche“ haben in diesem Jahr drei Junge

Mehr lesen

Seit einigen Tagen kann es jeder sehen: Im Storchennest befinden sich drei Jungvögel.  Mitte April saß keiner der Altvögel mehr brütend auf dem Nest. Offenbar waren gerade die Jungvögel geschlüpft – das konnte man am Verhalten der Altvögel sehen, die abwechselnd das Nest verließen um Nahrung zu suchen.  Anfangs war von den Jungvögeln noch nichts zu sehen. Ab und zu konnte man die Köpfchen der Jungstörche aus dem Nest auftauchen sehen. Hier füttert gerade einer der Altvögel ein (?) Junges.  Es dauerte ein paar Tage, bis klar war, dass es mindestens zwei Jungvögel waren, die sich im Nest befanden. Auch einige Tage später war noch nicht zu erkennen, wie viele Jungstörche geschlüpft waren.Und dann kamen ein paar heftige Regentage mit teilweise schauerartigem Starkregen. Zudem war es in den Nächten relativ kalt. Zwar sah man immer einen der Altvögel schützend im Nest stehen, doch eine solche Wetterlage  kann für die jungen Störche extrem gefährlich werden.Doch glücklicherweise änderte sich die Wetterlage und es blieb zumindest trocken, obwohl es nachts noch recht kalt war. Aber offenbar hatten die Jungen die Regentage gut überlebt.  Hier kümmert sich gerade das Weibchen um einen der Jungvögel im Nest. Wie man sieht, ist es noch Anfang Mai – und die Bäume waren zu dieser Zeit noch nicht belaubt.Es ist der 31. Mai 2019.  Bis jetzt haben es die Jungen geschafft. Man sieht ihnen an, dass sie sich prächtig entwickelt haben – und den Eltern bei der Futtersuche sicher alles abverlangen. Auf dem Bild ist übrigens ein typisches Merkmal der jungen Störche zu erkennen: der Schnabel ist schwarz. Auf dem Bild warten alle – das Männchen und die drei Nestlinge – auf das Weibchen, das hoffentlich bald mit Futter am Nest erscheinen wird ….

 

Natürlich wird es weitere Beiträge zur Situation im Storchennest in diesem Jahr geben ….. Bis dahin viel Glück für die Drei!

Eine besondere Schönheit im Kraichtal: Der Große Ehrenpreis

Mehr lesen

Der Große Ehrenpreis gehört zur artenreichen Pflanzenfamilie der Braunwurzgewächse und ist im Kraichtal überall dort anzutreffen, wo es trockene, warme Lehmböden gibt. Man kann ihn entlang von Wegrainen, auf Halbtrockenrasen und in sonnigen Hecken finden. Er kann recht groß werden. Seine vielblütigen Blütenstände tragen Blüten, die ein intensives Azur- oder Himmelblau aufweisen. Die Nerven der Blütenblätter sind dunkel gefärbt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Ehrenpreis-Arten.Wie bei vielen Blütenpflanzen blühen auch hier die Blütenstände von unten nach oben auf.Den Großen Ehrenpreis kann man auch in einer Wiese kaum übersehen, da er bis zu 1 m groß werden kann.Die Blätter sitzen direkt am Stängel und haben keinen oder nur einen sehr kurzen Stiel. Der Blattrand ist „gesägt“. Der Große Ehrenpreis blüht bei uns im Kraichtal von Mai bis Ende Juli.

Das Kraichtal im Mai

Mehr lesen

Eigentlich eilt dem Mai der Ruf eines sonnigen, warmen und „farbigen“ Monats voraus. Doch in diesem Jahr ist manches anders. Es ist bisher recht kühl – und die Nächte sind immer noch kalt. Doch im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren hat es im Mai bei uns schon mehrfach geregnet. Und das Wasser wurde auch dringend benötigt. Obwohl es so kühl ist, hat der Regen in diesem Jahr die Farben auf die Wiesen und Felder gebracht. Überall blüht es- und auch im Gegensatz zu den letzten Jahren brummen wieder Bienen und Hummeln über die Fluren.  Erste Schmetterlinge lassen sich in den blühenden Wiesen finden. Und im Gegensatz zu anderen Gegenden kann man im Kraichtal in diesen Tagen hoch in der Luft wieder den „Sound des Frühlings und Sommers“,  den Gesang der Lerchen hören.Noch beherrscht das Gelb des Löwenzahns viele Wiesen  und Weiden:  Hier wartet schon alles auf den Wind. Tausende „Flieger“ stehen bereit.Aber auch die anderen Farben sind wieder da: Rot, Blau und saftiges Grün gibt hier den Ton an.Und jetzt ist er da: Ein kühler Wind streicht über die Felder und Wiesen. Auch die zarten Karthäuser-Nelken biegen sich im Wind Karthäuser-Nelken: Seltene und wunderschöne rote Blütensterne im Kraichtal Doch auch die Futter-Esparsette kann da mit ihrem vornehm gestreiften Muster mithalten … Der Wiesensalbei bringt Blau ins Grün. Toll, dass es solche Wiesen und Weiden mit dieser Blütenpracht noch gibt. Wo sonst sollen Schmetterlinge, Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten ihre Nahrung finden?

„Bodenschätze“ des Kraichtals: Lösskindel

Mehr lesen

Im gesamten Kraichgau – und damit auch im Kraichtal findet man sehr fruchtbare Böden vor. Denn diese bestehen aus Löss. Der Löss im Kraichtal wurde in den Eiszeiten abgelagert, als der tiefgefrorene Schlamm des Rheins von heftigen Winden als Staub in den Kraichgau verblasen wurde. Dort lagerte er sich in meterhohen Schichten als Sediment ab. Der Regen wusch mit der Zeit die kalkhaltigen Bestandteile aus den oberen Schichten des Bodens aus. Der gelöste Kalkanteil sickerte dann mit dem Wasser in tiefere Lössschichten. Dort verdunstete dann das Wasser und hinterließ Gesteinsknollen, die teilweise fremdartig oder lustig aussehende Kalkzapfen oder Knollen bildeten. Zum Wachsen der Lösskindel werden organische Materialien (wie Wurzeln oder Zweige) oder auch kleine Steinchen (oder kleine Schneckenhäuser)  benötigt. Der Wachstumsprozess dauert sehr lange. Da einige dieser Knollen und Zapfen puppenartige, menschen- oder tierähnliche Formen ausbildeten, bezeichnet man sie auch als „Lösskindel“. Die Lösskindel im Kraichtal sind oft sehr groß (im mittleren Dezimeterbereich) und sind dann auch recht schwer.Auch im Kraichtal gibt es meterhohe Löss-Ablagerungen. Und natürlich gibt es im Kraichtal auch Lösskindel.  Wenn man weiß, wo man suchen muss, dann findet man sie auch. Hier eine (ganz) kleine Auswahl von „örtlichen“ Lösskindeln.  Ein Tipp: Im Frühjahr lohnt es sich besonders!Übrigens: Jedes Lösskindel ist ein Unikat! Wie bei der „realen Kunst“ auch bleibt es auch hier vom Betrachter abhängig, was er in den Figuren sehen will …. Was man in diesen Formen sehen will, bleibt jedem selbst überlassen: Zwei sich umarmende Kinder mit Kuscheltieren im Arm? – Oder doch zwei Boxer ? Ein „Königspudel“, frisch vom Hundefrisör. Mit dem rechten Auge schaut er ziemlich gelangweilt ….Ein Herz aus Stein … oder doch etwas anderes? Wer oder was es auch immer ist:  Sie haben sich gefunden – und sind jetzt EINS … Im Rumpf der Figur sieht man ein kleines Schneckenhaus, um welches herum sich das „Lösskindel“ gebildet hat. Wahrscheinlich befinden sich im Inneren der Figur mehrere solche Schneckenhäuser …Bloß ein Kalkbrocken? – Oder doch der Kopf eines Bären?Jedenfalls kann es spannend sein, sich einmal selbst auf die Suche nach solchen Lösskindeln zu begeben – und dann herauszufinden, was Sie in diesen Fundstücken für sich entdecken können. Halten Sie also die Augen offen, wenn Sie  wieder mal im Kraichtal unterwegs sind ……

 

Die Klapper-Grasmücke heißt bei uns auch „das Müllerchen“

Mehr lesen

Die Klappergrasmücke ist im Kraichtal Brutvogel. Sie ist von Ende April bis Oktober bei uns. Ihr Überwinterungsgebiet befindet sich in Ostafrika. Ihren Namen hat sie wegen ihres Gesangs erhalten. Früher, als es noch keine Wasserturbinen und moderne Mühlentechnik gab, konnte man an den Wassermühlen laute, klappernde Geräusche hören, welche durch das Wasserrad und das Mahlwerk verursacht wurden.  Ähnlich wie dieses „Mühlen-Klappern“ klingt auch der Gesang der Klappergrasmücke, die deswegen auch manchmal „Müllerchen“  genannt wird. Die Klappergrasmücke ist die kleinste Grasmückenart bei uns.Der Kopf ist grau und der Rücken ist graubraun gefärbt; die Unterseite ist hell, und die Kehle ist weiß.Ein sicheres Erkennungsmerkmal sind auch die grau abgegrenzten Ohrdecken. Das Auge ist dunkel, aber das untere Augenlid ist weiß. Der Schwanz ist relativ kurz.  Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Bei uns im Kraichtal kann man die Klappergrasmücke in Gärten, Parks und entlang von Hecken beobachten. Klappergrasmücken ernähren sich von Spinnen, kleinen Schnecken, Insekten und deren Larven, aber auch von Beeren. Das napfförmige Nest wird in Bodennähe angelegt. Meist in dichten Hecken und Gebüsch versteckt, besteht es aus Haaren, Gräsern und Halmen. Das Gelege besteht aus bis zu 5 Eiern. Beide Altvögel beteiligen sich am Ausbrüten der Eier. Nach 11 bis 13 Tagen schlüpfen dann die Jungvögel. Nach 11 bis 14 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Das Füttern der Jungen erfolgt durch beide Partner.  Die Klappergrasmücke lebt sehr heimlich. Meist kann man nur ihren Gesang hören. Zu Gesicht bekommt man sie ganz selten; sie huscht ständig im Gebüsch und in den Hecken hin und her.

Und so hört sich die Klappergrasmücke an …..

Käppchen-Morchel

Mehr lesen

Die Käppchen-Morchel ist im Kraichtal sehr selten und meist nur in Auwäldern und entlang von Gewässern zu finden. Diese Morchel-Art, die bis zu 20 cm groß werden kann,  findet man im Kraichtal – je nach Witterung – von Mitte April bis Anfang Mai.  Die abgebildete Morchel ist etwa 10 cm lang. Wie alle Morchel-Arten ist auch die Käppchen-Morchel giftig und nur bei ausreichender Erhitzung oder langer Trocknung genießbar. Obwohl sie essbar ist, wird sie vom Geschmack her nicht so hoch eingeschätzt wie die Spitz-Morchel oder die Speise-Morchel. Der Stiel hat einen Durchmesser von 1 cm bis 3 cm. Der spitz zulaufende Hut zeigt durch seine wabenartigen Strukturen mit den schwärzlichen Längsrippen ein deutliches Unterscheidungsmerkmal. Die Farbe des Hutes kann von hell- bis dunkelbraun variieren. Wie alle Morchel-Arten steht auch die Käppchen-Morchel in Deutschland unter Naturschutz. Sie ist sehr selten – und man sollte sie deswegen auch schonen.Nur weil dieses Exemplar schon am Boden lag – der Pilz hatte etwa die Größe einer Zigarette – wurde er aufgeschnitten, um ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu zeigen: Der gesamte Fruchtkörper ist hohl;   im Gegensatz zur sehr giftigen  Frühjahrs-Lorchel, die einen lappenartigen Hut ohne wabenartige Strukturen hat- und bei der weder der Hut noch der Stiel hohl sind. Auf einem Trampelpfad in einem Erlen-Bruchwald im Kraichtal befanden sich einige Exemplare der Käppchen-Morchel.Allerdings kann man sie leicht übersehen: Auf diesem Bild sind 3 Exemplare der Käppchen-Morchel abgebildet. Können Sie alle  entdecken?Wie viele Käppchen-Morcheln haben sie auf diesem Bild finden können?  Um Ihnen bei der Suche zu helfen, finden Sie zu beiden Bildern entsprechende Vergrößerungen:

Such-Hilfe Bild 1:

Such-Hilfe Bild 2:

 

 

Es ist immer wieder verblüffend: Die Bestäubung des Wiesensalbeis

Mehr lesen

Es ist Ende April. An Wegrändern und Magerwiesen taucht jetzt die Farbe blau-lila auf. Es ist der Wiesensalbei, der zur Familie der Lippenblütengewächse gehört. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal dieser Pflanzenfamilie ist der Bau der Blüte. Die Blütenblätter, die aus dem Kelch hervorragen, sind miteinander verwachsen. Dabei bilden sie eine Ober- und Unterlippe aus. Die Blütenkronröhre sieht also von der Seite wie ein geöffneter Mund aus. Deswegen hat die Familie den Namen „Lippenblütler“ erhalten. Weitere Merkmale dieser Familie sind die kreuzweise gegenständigen Blätter und der vierkantige Stängel.  Bis weit in den Hochsommer hinein bildet der Wiesensalbei auf geeigneten Flächen große Bestände aus.Die Blüten sind rings um den kantigen Stängel herum angeordnet. Die Blüten öffnen sich nicht gleichzeitig. Während einige der Blüten noch geschlossen sind, kann man erkennen, dass andere Blüten schon welken. Die Blüten des Wiesensalbeis sind sehr begehrt, denn sie enthalten viel Nektar, aber nicht sehr viel Pollen. Es gibt aber ein Problem: Der Nektar befindet sich ganz am Grunde der Blütenkronröhre und kann von Insekten, die keinen langen Rüssel haben, nicht erreicht werden. Deswegen sieht man beim Wiesensalbei in erster Linie Hummeln, aber auch Schmetterlinge, die mit ihrem langen Rüssel an die Nektar-Vorräte herankommen können. Die fadenartigen Gebilde, welche aus den Oberlippen der einzelnen Blüten herausragen, sind die Narben, also ein Teil der weiblichen Blütenorgane. Wenn die Narben mit Pollen in Berührung kommen, dann ist die Blüte bestäubt. Um das auch möglichst gut zu erreichen, hat sich die Natur etwas einfallen lassen: Viele Lippenblütler  haben 4 Staubblätter die jeweils die Staubbeutel tragen. In ihnen reifen die männlichen Geschlechtszellen, die Pollenkörner heran. Normalerweise befinden sich alle Staubblätter in der löffelartig gewölbten Oberlippe. Beim Wiesensalbei ist dies etwas anders: In der Oberlippe jeder Blüte befinden sich nur noch 2 Staubblätter mit den Staubbeuteln, die den reifen Pollen ausstreuen. Die anderen beiden Staubbeutel wurden zu beweglichen „Klappen“ umgewandelt und verschließen den Eingang zur Blütenkronröhre. In ihnen reift kein Pollen mehr heran. Trotzdem tragen sie einen wichtigen Teil zur erfolgreichen Bestäubung der Blüte bei. Sie sind mit den beiden Staubblättern in der Oberlippe verbunden – und bilden so eine Art „Klapp-Mechanismus“ wie bei einer Schranke. Auf der  Blüte rechts oben und den Blüten auf der linken Seite kann man jweils die beiden weißlich-hellblauen Klappen am Eingang der Blütenkronröhre sehen.

Die folgenden Bilder zeigen, was geschieht, wenn eine Hummel an die Nektar-Vorräte des Wiesensalbeis kommen will: Nachdem sie auf der Blüte gelandet ist, schiebt die „Dunkle Erdhummel“ ihren Rüssel soweit wie es geht in den  Eingang der Blütenkronröhre hinein …Dadurch werden die beiden Klappen nach hinten gedrückt – und schon bewegen sich die beiden Staubblätter wie eine Schranke aus der Oberlippe nach unten. Rechts oben werden die beiden Staubblätter sichtbar, wie sie aus der Oberlippe auftauchen. Am Ende der Staubblätter befinden sich die Staubbeutel, in denen die reifen Pollenkörner lagern. Je weiter sie mit ihrem Rüssel eindringt, desto tiefer klappen die beiden Staubblätter nach unten. Jetzt ist sie mit ihrem Rüssel am Grund der Blütenkronröhre angekommen. Die beiden Staubbeutel liegen jetzt auf ihrem Rücken und laden bei jeder Bewegung der Hummel den Blütenstaub  auf ihrem Rücken ab. Sobald sie den Rüssel aus der Blüte zieht, klappen die Staubblätter wieder nach oben. Auf den Beinen kann man übrigens die weißlich-gelben Pollenkörner sehen, die es beim Wiesensalbei gibt. Der Wiesensalbei gibt seinen Pollenvorrat aber in Portionen ab – und ermöglicht dadurch mehrere erfolgreiche Blütenbesuche, wie dies bei der „Dunklen Erdhummel“  der Fall war. Sowohl beim Wegfliegen als auch beim Anflug auf der nächsten Blüte streift sie mit ihrem Rücken an der Narbe vorbei, an welcher die mitgebrachten Pollenkörner kleben bleiben. Diese Blüte des Wiesensalbeis ist bestäubt. Allerdings schaffen es auch Honigbienen, an die Nektar-Vorräte heranzukommen. Sie beißen sich durch den Kelch direkt zu den Nektarvorräten und tragen diese fort, ohne, dass die Bestäubung erfolgt.

Ein Jagdfasan auf „Brautschau“

Mehr lesen

Es gehört zum jährlich wiederkehrenden Schauspiel im Kraichtal, wenn Fasanen-Hähne ihre Hennen um sich versammeln. Ende April -Anfang Mai kann man beobachten, wie Fasanen-Hähne versuchen, möglichst viele Hennen um sich zu scharen – und diese auch bei sich zu behalten. In diesem Falle sind gerade drei „seiner“ Fasanen-Hennen in das Getreidefeld gelaufen – und der Hahn hat den Kontakt zu ihnen verloren. Zudem scheint auch noch ein weiterer Hahn in der Nähe Interesse zu zeigen. Aufgeregt eilt er im Feld hin und her und versucht, seine Hennen ausfindig zu machen.

Ab und zu richtet er sich auf und schaut um sich, ob der die Hennen entdecken kann. Offenbar hat er etwas entdeckt. Jetzt geht es tiefer ins Feld hinein.Doch das junge Getreide ist schon zu hoch gewachsen. Er kann nichts entdecken. Jetzt ist nur noch der obere Teil des Kopfes und die „Federohren“ zu sehen. Gleich ist er im Feld verschwunden. Der erste Akt des Schauspiels ist vorbei, zumal am Himmel ein Rotmilan aufgetaucht ist. Wenn die Gefahr vorbei ist, wird die Suche sicher weitergehen.