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Auch Buntspechte müssen immer auf der Hut sein

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Im Erlenbruchwald hat sich ein Buntspecht-Pärchen hinter zahlreichen Büschen auf die ausladenden Äste einer alten, teilweise morschen Weide zurückgezogen. In der Nähe befindet sich ihre Nisthöhle, an der sie gerade gearbeitet haben. Jetzt, Mitte März, bereiten sie sich schon intensiv auf die Brutzeit vor. Der Frühling naht, obwohl der Winter ab und zu noch seine Muskeln spielen lässt. Der Schwarze Holunder im Vordergrund treibt schon zaghaft die ersten Blättchen aus. Und die beiden Altvögel scheinen sich gerade auszuruhen. Auf dem oberen Ast sitzt das Männchen, erkennbar an dem roten Streifen im Genick. Ein Stockwerk tiefer befindet sich das Weibchen. Man kann es daran erkennen, dass der rote Streifen am Kopf fehlt.So geht das eine ganze Weile. Die Beiden scheinen völlig entspannt auf der alten Weide die Ruhe in ihrem Versteck zu genießen.Das Weibchen schmiegt sich an den mit Moos bedeckten Ast. Auch das Männchen scheint völlig ruhig zu sein.Dann läuft das Weibchen auf dem Ast nach oben. Wie bei den Buntspechten üblich erfolgt die Fortbewegung „ruckweise“, immer unterbrochen von prüfenden Blicken in die Umgebung.Oben angekommen, schaut sich das Weibchen um. Hier hat sie ein größeres Blickfeld in die Umgebung.Und dann geschieht es: Plötzlich duckt sich das Weibchen und drückt sich an den Ast.In dieser Stellung verharrt sie einige Sekunden völlig regungslos.Aber sie bleibt fluchtbereit. Die Beinstellung verrät, dass sie jederzeit aufspringen und flüchten könnte. Noch verharrt sie in dieser Stellung. Dann springt sie nach links dem Ast entlang, hüpft auf einen anderen Ast und versteckt sich dort. Und bevor sie sich endgültig hinter dem Ast versteckt, schaut sie sich nocheinmal um.Jetzt scheint sie in Sicherheit und außer Sicht.  Sie behält aber die Umgebung im Auge. Und das Männchen? Es hat natürlich die Reaktion des Weibchens registriert. Noch fühlt es sich auf seinem Ast sicher. Doch ein prüfender Blick nach oben zeigt ihm, dass auch er aufpassen muss. Über dem Wäldchen kreist ein Rotmilan. Also geht auch er in Deckung. Wie das Weibchen zuvor duckt er sich an den Ast und bewegt sich nicht.Nach einer Weile schaut er sich wieder um. Die Gefahr scheint vorbei. Der Rotmilan ist mittlerweile abgezogen.

Glück gehabt! Der Rotmilan zog jetzt an anderer Stelle seine Kreise in der Luft. Tatsächlich müsssen die Buntspechte vor allem auf Feinde in der Luft achten (Habicht, Sperber), aber auch Marder können während der Brutzeit für das Gelege oder die Nestlinge zur Gefahr werden.

Schon „Ötzi“ kannte den Birkenporling

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Der Birkenporling gehört innerhalb der Pilze zur Familie der Stielporlinge. Wie sein Name schon andeutet, ist er nur auf Birken anzutreffen. Dort verursacht er die „Braunfäule“, was dazu führt, dass das Holz brüchig wird. Bei entsprechenden Wetterlagen kann es deswegen auch zum Windbruch kommen, wie es im dargestellten Beispiel  bei dieser noch recht jungen Birke der Fall war. Im Kraichtal ist er nicht sehr häufig, weil es größere Birkenbestände bei uns im Kraichtal kaum gibt. Der Birkenporling gelangt meist durch Verletzungen in den Baum; aber er befällt auch Totholz.Die junge Birke in einem Erlen-Bruchwald im Kraichtal wurde vom Birkenporling befallen und brach als Folge davon bei einem Sturm im vergangenen Herbst ab.Hier zeigt sich das typische Schadbild der „Braunfäule“: Die Zellulose im Holz wird zersetzt; das braune Lignin bleibt erhalten. Das Holz verfärbt sich dunkelbraun und bricht in plattenartige Blöcke oder in würfelartige Strukturen.  Bei fortgeschrittener Braunfäule lassen sich die einzelnen Holzbruchstücke zwischen den Fingern zerreiben. Einen Tag später, nach weiteren Windböen. Der Stamm kann nun dem Wind nichts mehr entgegensetzen. Der Baum ist jetzt bis zum Fruchtkörper des Birkenporlings gespalten. Die Stammbruchstücke haben sich blockartig gelöst.Der Bruch hat sich verstärkt; der Stamm hat sich in einzelne Blöcke aufgelöst. Die künftigen Bruchstücke sind schon deutlich zu erkennen. Es ist eine Frage der Zeit, wann der gesamte Stamm zusammengebrochen sein wird.Der Fruchtkörper des Birkenporlings  ist flach und sieht wie ein nierenförmiges Kissen aus. Daneben gibt es eine weitere Gruppe von Baumpilzen. Diese bewirken bei den befallenen Bäumen die „Weißfäule“. Der Zunderschwamm“ ist zum Beispiel ein typischer Vertreter dieser Gruppe. Das nächste Bild zeigt einen Zunderschwamm, der ebenfalls eine  Birke befallen hat. Im Gegensatz zum Birkenporling sieht der Zunderschwamm von der Seite gesehen aber eher aus wie eine „Zwergenmütze“Bei der „Weißfäule“ färbt sich das Holz nicht braun sondern weißlich. Der Lignin-Bestandteil im Holz wird zersetzt, die Zellulose bleibt erhalten. Dadurch wird das Holz faserig, wie auf dem Bild zu sehen ist. Bei fortgeschrittener Weißfäule kann man das Holz leicht mit den Händen zerteilen. Aber auch bei der Weißfäule verliert der Stamm an Stabilität und bricht dann zusammen.

Zurück zum Birkenporling:Bei jungen Birkenporlingen ist die Sporenschicht wie der gesamte Hut anfangs weiß, später verfärbt sich die Oberseite bräunlich und die Sporenschicht wird braungrau. Wenn der Stamm gefallen ist, dreht sich der Fruchtkörper so, dass die Sporenschicht nach unten zeigt – und die Sporen auch dann leicht verbreitet werden können. Der eigentliche Pilz, das Pilzmyzel,  bleibt aktiv, bis die vom Pilz benötigten Nährstoffe im Stamm vorhanden sind.Bei älteren Fruchtkörpern wird die Haut rissig. Abgestorbene Fruchkörper werden oft von speziellen Insekten und anderen Kleinlebewesen selbst recycelt – und so auch wieder dem Nährstoffkreislauf zugeführt.Wie man hier erkennen kann, ist der junge Baum an der Stelle seines Pilzbefalles abgebrochen, weil dort das Holz durch die Braunfäule abgebaut wurde – und so die Stabilität des Stammes verloren ging. Im unteren Bild sieht man, dass sich der Fruchtkörper des Pilzes  so gedreht hat, dass die Pilzsporen ungehindert nach unten austreten und so leicht ausgestreut werden können.Offenbar kannte man schon in der Jungsteinzeit die antibiotische und entzündungshemmende Wirkung des Birkenporlings. Das wird dadurch belegt, dass  beim „Ötzi“, der Gletschermumie aus der Steinzeit, zwei Birkenporlinge gefunden wurden. Dieser führte sie wahrscheinlich wegen dieser Eigenschaften mit.  Bis fast in die heutige Zeit hinein wurden die in dünne Scheiben geschnittenen Fruchtkörper des Birkenporlings  wegen ihrer antibiotischen Wirkung als Wundauflage verwendet. Als Speisepilz spielt er – obwohl er als junger Pilz essbar ist – kaum noch eine Rolle. Dagegen wird er heute mancherorts als wertvoller Vitalpilz geschätzt.

Auch im Storchennest wird es Frühling

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Schon seit einigen Wochen kann man das Kraichtaler Storchenpaar wieder im  Nest beim Bahnhof in Gochsheim beobachten. Dort hat das damalige Storchenpaar auf einem Stahlmast im Jahr 2015 ihr Nest gebaut. Da es damals nicht gelang, die beiden Altvögel sicher zu identifizieren, kann man erst ab 2016 nachweisen, dass das „aktuelle“  Paar seit dieser Zeit in Gochsheim brütet. Dies lässt sich anhand der  Nummern auf den Ringen, mit denen die Jungstörche als Nestlinge versehen wurden, belegen. Seit 2016 hat das Paar jedes Jahr zwischen 2 und 3 Jungvögel aufgezogen. Und wie schon in den letzten Jahren traf das Männchen auch in diesem Jahr einige Tage früher am Nest ein und begann sofort mit der Ausbesserung des Nestes. Das Weibchen kam in diesem Jahr zwei Tage später an und wurde mit ausgiebigem Schnabelklappern begrüßt.Sie sind auch in diesem Jahr wieder da: Links das Weibchen, rechts das Männchen.Und hier – auf der großen Talwiese entlang der Kraich – befindet sich eines der zahlreichen Gebiete, wo die beiden Störche auch in diesem Jahr nach Nahrung suchen werden.Und schon wenige Tage nach ihrer Ankunft zeigen die Altvögel, dass sie auch in diesem Jahr wieder Junge aufziehen wollen …In dieser Phase der Brutperiode finden zahlreiche Paarugen statt.Und nach der Paarung geht es gleich wieder auf die Wiese zur Nahrungssuche. Das Männchen links, das Weibchen rechts. Auf dem Rücken des Weibchens kann man noch die „Fußabdrücke“ erkennen, welche das Männchen bei der Paarung hinterlassen hat.Derweil sammelt das Männchen Regenwürmer. Hier hat es einen besonders großen Regenwurm erwischt.Nach einer Weile ist sein Kehlsack deutlich mit Regenwürmern gefüllt. Störche ernähren sich von Würmern, Heuschrecken und anderen Insekten, Kleinsäugern, Amphibien und anderen Kleintieren. Dabei nutzen sie jede Gelegenheit. Wenn zum Beispiel Traktoren auf der Wiese erscheinen um diese zu mähen, sind meist auch die Störche zur Stelle. Dann laufen sie ohne Scheu hinter den Traktoren her und erbeuten dabei alles, was durch die Mäharbeiten aufgeschreckt wurde. Dieses Verhalten kann man auch auf den umliegenden Feldern beobachten, wenn dort gearbeitet wird.Wieder im Nest angekommen, kommt es in dieser Phase der Brutperiode zu weiteren Paarungen. Meist beginnt diese mit vorsichtigen, fast „zärtlich anmutendem“ Verhalten. In wieweit sie erfolgreich waren,  wird sich demnächst zeigen.

Bergmolch

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Bei uns im Kraichtal ist der Bergmolch noch recht häufig anzutreffen. Die bestehende Landschaftsstruktur mit ihren lichten, gewässerreichen Wäldern, Feldern und Hecken kommt ihm entgegen. Hier finden sich zahlreiche Möglichkeiten zum Ablaichen in den Teichen, Tümpeln und kleinen Seen. Manchmal begnügen sich Bergmolche aber auch mit den wassergefüllten Fahrzeugspuren in den Waldwegen.  Außerhalb der Laichzeit bekommt man ihn nur selten zu sehen. Dies gilt auch für die anderen Molcharten bei uns im Kraichtal.Nach der Laichzeit verlassen die erwachsenen Tiere im Mai wieder das Gewässer und leben den Rest des Jahres an Land. Im Unterschied zu den anderen Molcharten ist die Bauchseite orange bis rot gefärbt und hat keine Flecken.Die drei Bergmolche fielen bei ihrer Wanderung zum Laichgewässer in die Sammeleimer. Noch sind sie in der „Landtracht“. Wenn sie im Laichgewässer ankommen und die Fortpflanzungsperiode beginnt,  verändert sich ihr Aussehen zur „Wassertracht“.  Dabei färbt sich beim Männchen der Rücken blau. Zudem bildet sich ein Kamm auf dem Rücken aus. Mit dem Verlassen der Laichgewässer im Mai nehmen sie wieder die typische Landfärbung, die „Landtracht“ an. Für die Molche bedeuten die Sammelaktionen am „Krötenzaun“ sehr viel; ist doch der Straßenverkehr mit die häufigste Todesursache bei den Bergmolchen.  So tragen die überall stattfindenden Aktionen an den „Krötenzäunen“ während der Laichzeit wesentlich zur Erhaltung dieser besonders geschützten Art bei.Ein männlicher Bergmolch.

Achtung: Sie sind wieder unterwegs!

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Mit den ersten wärmeren Regen-Nächten des Jahres beginnt die alljährliche Wanderung der Amphibien. Diese sind für ihre Entwicklung dringend auf Wasser angewiesen. Denn bei dieser Tiergruppe werden die Eier ins Wasser abgelegt, wo sie sich im Laufe mehrerer Wochen aus dem Laich zu fertigen Froschlurchen (Frösche, Kröten,  Unken) oder Schwanzlurchen (Molche, Feuersalamander) entwickeln. Danach verlassen die meisten Arten die Gewässer, in denen sie sich entwickelt haben und verbringen den größten Teil des Jahres an Land. Auch die Alttiere verlassen nach dem Ablaichen das Laichgewässer und verteilen sich auf die umliegenden Felder und Wälder. Wenn sie im nächsten Jahr ablaichen wollen, kehren sie wieder zum gleichen Gewässer zurück. Mit den ersten warmen Regennächte starten sie den Weg zu „ihrem“ Gewässer. Und da beginnt das Problem. In unserer dichtbesiedelten Landschaft, die von zahlreichen Verkehrswegen durchschnitten ist, fordert dieser Weg jährlich unzählige Opfer. Deswegen werden an den gefährdeten Stellen von Naturfreunden „Krötenzäune“aufgestellt, welche die wandernden Tiere am Weiterkommen hindern. Diese „Krötenzäune“ sind Fangvorrichtungen für alle Tiere, welche den Zaun überwinden wollen. Bei  ihrer Suche nach einem Weg zu ihrem Laichgewässer fallen die Lurche in Sammeleimer, die in regelmäßigem Abstand  vor dem Zaun vergraben sind. Jeden Morgen kommen dann freiwillige Helfer, welche die Eimer leeren und die eingesammelten Lurche und anderen Tiere in Sicherheit bringen.  Dies muss zuverlässig täglich geschehen, um die in den Sammeleimern befindlichen Tiere nicht zu gefährden.Hier ist es ein Bergmolch, der in einem der Sammeleimer gefangen war. Im Kraichtal werden die Lurche jeweils in dem Gewässer, welches die Tiere aufsuchen wollten, ausgesetzt. Dort können sie sich dann verpaaren und ablaichen. Übrigens sind die Helfer im Kraichtal gut vernetzt; auch aus den Nachbargemeinden haben sich Naturfreunde gefunden, welche diese Aktion schon seit Jahren ehrenamtlich unterstützen.Entlang der stark befahrenen Strecke Bretten-Kraichtal befindet sich der beschriebene Krötenzaun. Er erstreckt sich im Bereich des angrenzenden Waldes bis zur Schnellbahntrasse. Gegenüber – auf der anderen Seite der Schnellstraße und Bahnstrecke befindet sich in ein paar Hundert Meter Entfernung in einem Naturschutzgebiet das angestrebte Ziel der Lurche.Solange der Zaun aufgebaut ist, müssen die vergrabenen Eimer täglich kontolliert und die darin gefangenen Tiere herausgenommen und in Sicherheit gebracht werden. Dies muss bei jedem Wetter geschehen, damit die gefangenen Tiere nicht verhungern oder durch sonstige Umwelteinflüsse geschädigt werden. Zum Glück gibt es noch Menschen, die diese wichtige Aufgabe ehrenamtlich erfüllen.Jeder Eimer wird kontrolliert und die darin entdeckten Tiere in Sammeleimer verbracht, da sie sich aus den im Boden vergrabenen Plastikeimern nicht selbständig befreien können.Dies ist ein Teil der Ausbeute der ersten Sammeleimer. Er enthält mehrere Erdkröten; erkennbar an der „warzigen Haut“.  Die Mehrzahl dieser Kröten sind die schlanken Männchen; im Vordergrund befindet sich ein lachbereites Weibchen (braun), das offensichtlich viele Eier ablegen wird, wenn es in das Gewässer kommt.Auch in diesem Eimer befinden sich einige Erdkröten. Die Färbung der Tiere ist unterschiedlich; sie reicht von olivgrün über gelbliche bis ockerfarbige und erdbraune Färbungen.Aber auch Laufkäfer, die im Nahrungskreislauf eine wichtige Rolle als Bekämpfer von Schädlingen spielen, finden sich immer wieder in den Sammeleimern. Daneben gelangen auch Spinnen und gelegentlich auch Spitzmäuse und andere Kleinsäuger in die Sammeleimer.Auch dieses Bergmolch-Weibchen befand sich in einem Sammeleimer.Hier sind drei Bergmolche zu sehen: ein Männchen (links) mit einem Kamm auf dem Rücken  und 2 Bergmolch-Weibchen (Mitte/rechts) Jetzt geht es mit den gefüllten Sammeleimern zum Laichgewässer. Ein ablaichbereites Erdkröten-Weibchen wird gleich im Laichgewässer ausgesetzt. Man sieht ihm an, dass es jede Menge Eier ablegen wird.Hier im See sind sie jedenfall vor dem Straßenverkehr in Sicherheit. Die Chance, dass sie hier erfolgreich ablaichen können ist groß.Die Anzahl der hier im See ausgesetzten Amphibien dürfte auch  in diesem Jahr mehrere Hundert Tiere umfassen. Denn in diesem Jahr wurden in den ersten Tagen schon über 200 Tiere umgesiedelt. Den größten Anteil werden die Erdkröten ausmachen, dazu kommen mit großer Sicherheit Springfrösche und Grasfrösche und verschiedene Molcharten. Als „Beifänge“ sind jedenfalls wieder eine Unmenge Laufkäfer, Spinnentiere, aber auch Spitzmäuse, die sich von Insekten ernähren, zu erwarten. Je nach Wetterlage und der Zahl der eingesammelten Lurche endet die Sammelaktion Ende März/Mitte April.

Wer sich nun fragt: Warum dieser gesamte Aufwand? Darauf gibt es mehrere Antworten. Hier aber der wichtigste Grund: Weil gerade Amphibien in der Kulturlandschaft, auf Äckern und Feldern, auf Wiesen und sogar in unseren Hausgärten einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Forst- und Agrarschädlingen leisten, sind sie eigentlich für uns alle unverzichtbar. Deswegen  sind auch all diese Arten bei uns in Deutschland geschützt. Zudem sollten wir es uns nicht weiterhin leisten, dass Jahr für Jahr unzählige dieser Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Übrigens: Wer ganzjährig Frösche und Kröten schützen will, kann dies ohne großen Aufwand tun. Arbeiten Sie zum Beispiel in ihrem Hausgarten mit möglichst wenig Pflanzenschutzmitteln. Räumen Sie Ihren Garten nicht akribisch auf und bieten damit Kleintieren Versteckmöglichkeiten wie Laub oder Reisig. Und wer mit dem Auto unterwegs ist,  sollte von Februar bis Ende März in Regennächten auf Wirtschaftswegen oder Nebenstrecken in Gewässernähe auf Lurche achten, welche beim Überqueren der Straße eine Pause eingelegt haben, weil sie sich auf dem Asphalt etwas aufwärmen wollen: Also, wenn Sie dieses Hinweisschild sehen, wissen Sie, worum es hier geht … Und es gibt glücklicherweise einige Helfer, welche dieses Projekt ehrenamtlich unterstützen. Und während der Winterferien sind daran auch manchmal junge „Krötensammler“  beteiligt.Im Sammeleimer befindet sich neben den Erdkröten auch wieder ein Bergmolch – und eine Spinne. Und die Helfer wissen: mit jedem geretteten Tier bleibt ein Stück der Natur bei uns im Kraichtal erhalten. So leistet diese freiwillige – leider immer noch oft belächelte Arbeit – einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung vieler Arten, die für unser Kraichtal eine bedeutende Rolle spielen.

*alle in diesem Beitrag abgebildeten Personen haben ihr Einverständnis zur Veröffentlichung der Bilder in meinem Blog gegeben.

Auch die Rötelmaus ist schon aktiv

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Die Rötelmaus gehört zu den kleineren einheimischen Mäusearten aus der Familie der Wühlmäuse. Ihren Namen hat sie wegen ihres rotbraunen Fells. Das Fell auf der Bauchseite ist aber nicht rötlich sondern weiß oder grau. Innerhalb der Art gibt es große Unterschiede in der Körpergröße (7 cm bis 13 cm) und dem jeweiligen Gewicht (12 g bis 35 g). Da sie hauptsächlich in Wäldern, Hecken und Gehölzen lebt, wird sie auch als Wald-Wühlmaus bezeichnet. Sie ist das ganze Jahr über aktiv; allerdings braucht man schon etwas Glück, wenn man sie in ihrem Revier beobachten will. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Samen und Früchten. Das jahreszeitliche Nahrungsangebot bestimmt ihren Speiseplan. Insekten, Spinnen und andere Kleintiere gehören ebenfalls dazu, aber auch Vogeleier. Sie hat zahlreiche Feinde wie den Fuchs, Marder, Wiesel, Eulen, Falken, Habichte, Sperber, aber auch Katzen.  Durch ihr Fell sind Rötelmäuse sehr gut an den Untergrund angepasst. Zudem bewegen sie sich äußerst geschickt und sehr flink. Meist entdeckt man sie nur, wenn sie sich auf dem Waldboden oder auf Ästen und Zweigen bewegen. Wie gut sie sich an den Untergrund anpassen, kann man auf den beiden Bildern erkennen. Auf beiden Bildern ist jeweils eine Rötelmaus zu sehen. Man muss schon genau hinschauen, damit man sie entdeckt.Haben sie die Rötelmaus auf beiden Bildern entdeckt?Momente der Ruhe sind äußerst selten – und dauern dann auch nur einige Sekunden. Aber nur, wenn sich die Rötelmaus absolut sicher fühlt.Leider gilt die Rötelmaus aber auch als Überträger von gefährlichen Krankheiten, die zum Beispiel durch den Fuchsbandwurm  oder das Hanta-Virus verursacht werden. Bei Massenvorkommen in einem Gebiet können sie auch große wirtschaftliche Schäden im Wald anrichten, da sie sich im Winter auch von Baumrinde ernähren. Normalerweise kommt es wegen der zahlreichen Feinde der Rötelmäuse – die übrigens alle im Kraichtal vorkommen – kaum zur Massenverbreitung bei uns.  Risikogebiete für Infektionen mit dem Hanta-Virus sind in Süddeutschland vor allem die Schwäbische Alb, Unterfranken und Niederbayern.

Mit der Stille im Wald ist es vorbei

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Es ist Mitte Februar. Ein paar schöne und sonnige Tage liegen hinter uns. Und schon merkt man, dass der Frühling mit großen Schritten naht.  Man hört wieder Vögel singen: Amseln, Meisen, trommelnde Spechte und dazwischen den hohen und feinen Gesang des Zaunkönigs. Obwohl er zu den kleinsten einheimischen Singvögeln gehört – überhören kann man ihn nicht. Für seine Größe hat er einen erstaunlich lauten und trillernden Gesang.  Und schon sieht man ihn im Unterholz gewässerbegleitender Gehölze umherfliegen. Und wenn er einen Rivalen wahrnimmt, eilt er sofort herbei und trägt auf allen möglichen Singwarten seinen Gesang vor. Damit grenzt er sein Revier ab, das er während der Brutzeit auch lautstark verteidigt.Ein Zaunkönig-Männchen hat auf einem umgestürzten Baumstamm seine Singwarte bezogen.So nahe bekommt man ihn allerdings nicht oft zu sehen. In diesem Fall war aber ein in der Nähe singender Rivale die Ursache für seinen Standort.Ein kleiner, flinker Vogel, der oft übersehen  – aber kaum überhört werden kann.Nur knapp 10 cm lang und  9 g schwer schmettert der Zaunkönig seinen Gesang mit einer ungeahnten Lautstärke. Sein Gesang ist auch fast immer  herauszuhören, wenn viele andere und viel größere Singvögel ihren Gesang ertönen lassen.

Eichhörnchen auf Nahrungssuche

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Seit einigen Tagen lässt sich die Sonne wieder im Kraichtal blicken. Und schon werden die Zeiträume größer, in denen sich die Eichhörnchen tagsüber auf Nahrungssuche begeben. In einem Erlen-Bruchwald entlang der Kraich ist auch der Tisch für sie reich gedeckt. Denn dort gibt es genügend samentragende Bäume und Sträucher. Auf dem Bild ist ein Eichhörnchen zu sehen, das gerade auf eine Schwarzerle geklettert ist und sich dort über die jungen Triebe und Knospen hermacht.Es gibt kaum ruhige Momente; rastlos eilt das Hörnchen auf den Ästen umher.Jetzt hat es ein paar Knospen in Reichweite und lässt sich am Stamm zum Fressen nieder.Und schon geht es wieder abwärts, dem Boden entgegen. Deutlich ist der buschige Schwanz und die weiße Körperunterseite des Eichhörnchens zu sehen. Dabei ermöglicht der Schwanz  dem Eichhörnchen beim Klettern und Springen – ähnlich wie eine Balancierstange – das Gleichgewicht zu halten. Beim Springen übernimmt er die Rolle einer Steuerhilfe. Während der Winterruhe im Kobel dient er als „Bettdecke“ mit der sich das Hörnchen komplett zudecken kann. Die Färbung der Eichhörnchen ist sehr variabel und reicht bei uns im Kraichtal von hell bis dunkelrot.In einem Gebüsch in Bodennähe hat es wieder etwas Fressbares entdeckt. Trotzdem huscht es gleich wieder an eine andere Stelle. Am Boden und in Bodennähe sind die Eichhörnchen immer in Gefahr. Deswegen ist der Aufenthalt dort so kurz wie möglich.Jetzt klettert es den nächsten Baum hinauf. Es ist erstaunlich, wie geschickt und wie flink sich das Eichhörnchen beim Klettern bewegt.Gleich springt es auf den benachbarten Baum hinüber. Dort hat es wieder etwas Fressbares entdeckt: Die Früchte eines Bergahorns sind es, die jetzt vom Hörnchen verzehrt werden.Eichhörnchen sind Allesfresser. Dabei richten sie sich in erster Linie nach dem jahreszeitlichen Angebot in ihrem Revier. Sie ernähren sich von Nüssen und Samen (Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern, Samen der verschiedenen Ahornarten), aber auch von Knospen und frischen Trieben  von Bäumen und Sträuchern. In Parks und Siedlungen besuchen sie auch winterliche Futterstellen, wo sie vor allem Sonnenblumenkerne fressen. Und im Herbst stehen Beeren, Pilze aber auch Obst auf ihrem Speiseplan. Leider gilt dies  im Frühjahr auch für Jungvögel und die Gelege von Singvögeln. Hier im Kraichtal finden Eichhörnchen noch die Vegetation, die sie brauchen. Die zahlreichen Hecken und kleinen Wäldchen mit vielen beerentragenden Sträuchern,  Haselnusshecken und Walnussbäumen stellen für die Eichhörnchen einen idealen Lebensraum dar. Eichhörnchen machen keinen Winterschlaf, sie halten Winterruhe. Damit sie diese Zeit überleben, legen sie an verschiedenen geeigneten Stellen Futtervorräte an. Mehr Infos zu den Eichhörnchen finden sie unter dem Schlagwort „Eichhörnchen“ in weiteren Beiträgen in diesem Blog.

Weidenmeisen zimmern ihre Nisthöhle selbst

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In einem Gehölz am Rande der Kraich steht dieser alte Kirschbaum, der schon einige „Besiedelungs-Spuren“ aufweist. So finden sich in seinem Stamm und an den Ästen zahlreiche verlassene Bruthöhlen, aber auch deutliche Hinweise, dass Braunfäule verursachende Pilze dem Baum schon schwer zugesetzt haben. Einige Äste drohen abzubrechen – und auch das obere Ende des Stammes liegt bereits am Boden. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – haben sich Weidenmeisen für diesen alten Kirschbaum als Brutplatz entschieden. Ein Astloch, von Moosen und Flechten umwachsen, wird jetzt so bearbeitet, dass es als Bruthöhle für die Weidenmeisen geeignet ist. Weidenmeisen leben meist  in feuchten bis sumpfigen Wäldern oder Gehölzen in der Nähe von Gewässern mit einem hohen Anteil morscher Bäume.Denn Weidenmeisen sind – neben den meisten einheimischen Spechtarten – die einzigen Singvögel, die ihre Höhlen weitgehend selbst zimmern.  Sie bauen ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz; sie bevorzugen morsches und weiches Holz. Ab Ende Januar/Anfang Februar durchstreifen die Weidenmeisen ihr Revier und suchen nach einem geeigneten Baum, in den sie ihre Bruthöhle zimmern können. Ausnahmsweise ziehen sie ihre Jungen aber auch in Nistkästen oder verlassenen Spechthöhlen auf.Es ist jetzt Anfang April: Man sieht, dass an diesem Astloch das von Pilzen befallene  Material des morschen Stammes weggehackt wurde. Anschließend wurde der gesamte Einflugbereich sorgsam geglättet – und man kann erkennen, dass hier ein feineres Werkzeug verwendet wurde als ein Spechtschnabel. Zudem ist das Einflugloch nicht kreisrund, wie es ein Specht gezimmert hätte.Ein feines, relativ leises Klopfen lässt erkennen, dass sich da jemand in dem Astloch zu schaffen macht. Und tatsächlich erscheint eine Weidenmeise, deren schwarze Kopfplatte vom Holzstaub bepudert ist. Offenbar ist der Gr0ßteil der Bruthöhle schon gezimmert, lediglich der Einflugbereich wird noch nachgeglättet.Beide Altvögel sind am Bau der Nisthöhle beteiligt. Dies dauert etwa 11 – 13 Tage. Die Nisthöhle hat dann eine Tiefe von bis zu 16 cm erreicht.Es folgen immer wieder kleine Pausen; die Altvögel fliegen weg und setzen die Arbeit kurze Zeit später wieder fort. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Das folgende Video zeigt, wie ein Altvogel den Eingangsbereich der Höhle bearbeitet. Das Video kann auch im Vollbild-Modus betrachtet werden. Dazu das Symbol am rechten unteren Ende anklicken. Der Vollbildmodus wird mit der ESC-Taste oder dem nochmaligen Anklicken des Bildsymbols beendet.

Und schon wird Nistmaterial eingetragen. Allerdings fühlte sich der Altvogel gestört und flog mit dem Material wieder ab. Kurze Zeit später kehrte er dann zurück und brachte das  Material in die Nisthöhle. Die Brut konnte beginnen .. und sie war erfolgreich. (Bilder und Videos von 04/16; die Anzahl der ausgeschlüpften Jungvögel wurde nicht ermittelt)  Das eigentliche Nest wird vom Weibchen alleine gebaut. Ab Mitte April/Anfang Mai werden die ersten der 7-9 Eier gelegt und vom Weibchen alleine (bis 15 Tage) bebrütet. Die geschlüpften Jungvögel werden dann von beiden Eltern gefüttert.

 

 

Sie wird oft übersehen: Weidenmeise

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Die Weidenmeise gehört zur Familie der Meisen und ist im Kraichtal gewöhnlich in gewässerbegleitenden Hecken und Gehölzen anzutreffen; die Aufnahmen entstanden entlang der Kraich. Weidenmeisen sind meist flink und unstet unterwegs – und daher schwer zu beobachten. Jetzt im Februar beginnen schon die ersten Vögel mit der Paarbildung und der Suche nach einem geeigneten Baum für den Bau der Bruthöhle. Die Bruthöhle befindet sich  in dünnen Laubbäumen, die auch schon etwas von Baumpilzen geschädigt sein müssen. Weidenmeisen hacken ihre Nesthöhle selbst in die Stämme. Dabei zimmern sie ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz. Sie sind allerdings leicht mit der Sumpfmeise zu verwechseln. Beide Arten kann man vor allem an ihrem Gesang unterscheiden. Aber auch in der Wahl des Lebensraumes gibt es deutliche Unterschiede: Weidenmeisen bevorzugen feuchte, sumpfige Gehölze mit einem hohen Anteil morscher Bäume. In trockenen Wäldern sind sie im Gegensatz zur Sumpfmeise kaum zu finden.  Sumpfmeisen kann man im Winter viel eher an Futterstellen beobachten als Weidenmeisen. Zudem dominieren Sumpfmeisen die Weidenmeisen und verdrängen sie oft aus ihrem Gebiet. Aber es gibt auch einige körperliche Merkmale, durch die man die „Zwillingsarten“ unterscheiden kann: Die Weidenmeise hat einen großen Kopf und einen kräftigen Nacken. Das Gefieder ist graubraun und schmutzigbeige. Die Kopfplatte ist mattschwarz (und nicht glänzend wie bei der Sumpfmeise) – und reicht bis weit in den Nacken hinein. Die Kopfseiten sind meist reinweiß. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das helle Armschwingenfeld, das bei den zusammengelegten Flügeln sichtbar wird.Der schwarze Kinnfleck ist größer als bei der Sumpfmeise, obwohl es auch Sumpfmeisen gibt, die einen größeren Kinnfleck aufweisen als die Weidenmeise.Wie alle Meisen ernährt sich die Weidenmeise im Sommer vor allem von tierischer Kost; im Winter greift sie notgedrungen auf fettreiche pflanzliche Nahrung zurück. Dazu legt sie sich an geeigneten Stellen in ihrem Revier unter lockerer Baumrinde, Moospolstern und Flechten Nahrungsvorräte an, von denen sie sich im Verlauf des Winters ernährt. Sobald aber wieder Insekten, Spinnen und andere Kleintiere zur Verfügung stehen, greift sie darauf zurück.  Wenn Weidenmeisen oft zu einem bestimmten Baum oder Ast zurückkehren, ist zu vermuten, dass sich dort ein solches Nahrungsdepot befindet. Ab dem Spätsommer stellt sie ihre Ernährung auf Samen um; lediglich Spinnen werden ganzjährig gefressen.