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Die ersten Amseln singen schon ….

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Es ist Mitte Januar. Heute (16.01.2019) war zum ersten Mal in diesem Jahr im Kraichtal eine Amsel zu hören, die zwar noch recht zaghaft – aber immerhin deutlich hörbar sang. Das ist recht früh, denn normalerweise hört man die Amseln bei uns erst ab Februar. Wie bei den meisten Vogelarten singen auch bei den Amseln nur die erwachsenen Männchen. Es gibt eine Erklärung dafür: Zur Zeit macht der Winter im Kraichtal eine kleine Pause, und die Luft fühlt sich manchmal schon recht frühlingshaft an.   Jetzt, da die Tage allmählich etwas länger werden (Der Sonnenaufgang findet schon 6 min früher statt als am 21. Dezember) – und  es bei nur teilweise bedecktem Himmel deutlich über Null Grad Celsius hatte, waren die Bedingungen für diesen frühen Gesang günstig. Dieser beginnt bei der Amsel meist ungefähr eine Dreiviertelstunde vor  Sonnenaufgang. Deswegen auch  der frühe Gesang, denn der  richtet sich vor allem nach dem Licht und den vorherrschenden Temperaturen.   Jetzt – Ende Januar/Anfang Februar –  dient er vor allem dazu, Weibchen anzulocken. Je näher aber die Brutzeit rückt, desto intensiver, länger und variantenreicher fällt der Gesang aus, der dann bei der Amsel bis in den späten Abend hinein zu hören ist.  Denn während der Brutzeit dient der Gesang vor allem zur Markierung und Verteidigung des Reviers.Amselmännchen; erkennbar am schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel.Amselweibchen; Weibchen haben keinen gelben Schnabel und ein schwarzbraunes Gefieder. Sie singen nicht, aber  sie können trotzdem rufen, wenn sie zum Beispiel bei Gefahr ihre Warnrufe ertönen lassen. Dann hört man ihre lauten, spitzen Schreie oft minutenlang, die erst dann enden, wenn mögliche Feinde (Katzen, Elstern, usw.) vergrämt sind. Zudem kann man auch die Lockrufe der Weibchen hören, wenn sie mit den ausgeflogenen Jungvögeln, die sich in Nestnähe versteckt haben, in Kontakt treten.Ein singendes Amselmännchen während der Brutzeit im April in einem Walnussbaum. Leider ist die Zahl der Amseln durch das „Amselsterben“ auch bei uns etwas zurückgegangen. Bleibt zu hoffen, dass die eingetretenen Verluste in diesem Jahr wieder durch die Bruten ausgeglichen werden können.

Die Nilgänse sind wieder im Kraichtal

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In den letzten Tagen hat es kräftig geregnet. Und schon zeigen sich in einzelnen Wiesen in der Nähe von Bächen, Gräben und anderen Kleingewässern einige überschwemmte Stellen. Und wie schon oft in den vergangenen Jahren sind die Nilgänse bei uns im Winter – meist ab Januar bis Ende April –  zu Gast. So auch die beiden Nilgänse, die in den Überschwemmungsflächen einer Wiese gerade nach Nahrung suchen. Die besteht überwiegend aus pflanzlicher Nahrung, aber auch Würmer und Schnecken werden gerne verzehrt.Leider haben Nilgänse einen schlechten Ruf. Man sagt ihnen aggressives Verhalten anderen Tieren und auch dem Menschen gegenüber nach. Das mag in dicht besiedelten Lebensräumen in Stadt- oder Siedlungsnähe der Fall sein (Parkanlagen, Schwimmbäder, etc.) – hier im Kraichtal zeigen sich Nilgänse eher scheu und weichen Begegnungen aus. Während der Brutzeit reagieren sie allerdings heftig, wenn man dem Nestbereich zu nahe kommt. Gleiches gilt auch für Elterntiere, die Junge führen.  Dieses Verhalten nützt aber Vogelarten wie Enten oder auch Kiebitzen, deren Brut auch durch das Revierverhalten der Nilgänse geschützt wird, weil sie deren Lebensraum teilen. Neuere Forschungen lassen derzeit vermuten, dass Nilgänse für andere Arten nicht schädlich sind. Und aggressives Verhalten ist auch bei vielen anderen Wasservogel-Arten zu beobachten.  Ich freue mich jedenfalls über die Nilgänse im Kraichtal, die meiner Meinung nach die Vogelwelt im Kraichtal um eine sehenswerte Art bereichern.  Ähnlich sehen dies inzwischen auch viele Umweltverbände. So bestätigt auch der NABU Deutschland auf seiner Info-Seite im Internet diese Sicht der Dinge. Bei diesen beiden handelt es sich wahrscheinlich um ein Paar. Dies zeigt vor allem die Art und Weise, wie sie sich gemeinsam bewegen und immerin der Nähe des Partners bleiben. Vom Gefieder her sind sie allerdings nur sehr schwer zu unterscheiden.Dass es sich hier um erwachsene Gänse handelt, sieht man an den dunklen Augenflecken und dem „Schmutzfleck“ auf der Brust. Diese Merkmale fehlen bei Jungvögeln noch. Auf diesem Feld suchen sie gerade nach Regenwürmern. Ein Erkennungsmerkmal der Nilgans ist der dunkle Fleck, der „Schmutzfleck“  auf der Brust … … und die weißen Oberflügel, die beim Flug deutlich sichtbar werden.

Und wenn sie auffliegen, bietet sich ein tolles Bild. Im Flugbild werden die schwarz-weißen Flügel deutlich sichtbar.

Weitere Infos zu diesen schönen und bemerkenswerten Vögeln finden Sie auch in einem weiteren Beitrag in diesem BLOG unter https://natur-erleben-online.de/nilgans

Es ist wieder Winter im Kraichtal

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Auch in diesem Jahr ist der Winter wieder einmal mit etwas Schnee bei uns zu Gast.  Schon hat es  einige „Schneetage“ gegeben. Doch wie lange diese „weiße Pracht“ zu sehen sein wird, ist ungewiß.  Deswegen lohnt es sich, an solchen Tagen die „winterlichen Momente“ in der Landschaft des Kraichtals einzufangen …

Die zahlreichen Hecken bieten immer noch viele Früchte für die Vögel und andere Kleintiere an.Auch in diesem Jahr sind viele Äpfel auf den Böden der Streuobstwiesen zu finden. Das ist ein tolles Futterangebot für viele Tierarten.Zahlreiche Wacholderdrosseln holen  sich ihren Anteil am Fallobst ….Saatkrähen bedienen sich am immer noch reichhaltigen Angebot an Walnüssen …Vereinzelt sind auch noch Pferde auf ihrer Weide zu sehen.und auch die Rehe finden sich auf den Zwischenfrucht-Feldern ein, wo sie Nahrung geeignete Ruheplätze finden können. Im Winter bilden die Rehe eines Gebietes größere Gesellschaften. Mit Beginn der Fortpflanzungszeit zerfallen diese Gesellschaften dann aber.So haben sich hier mehrere Rehe auf ihrem Lagerplatz zur Ruhe gelegt. Diese Lagerplätze liegen erhöht an Hängen und werden oft aufgesucht. Von dort aus können die Rehe schon von weitem mögliche Gefahren  hören, sehen und riechen –  und sich dann in den Feldhecken oder nahen Gehölzen in Sicherheit bringen.Und kaum hat der Schneefall nachgelassen, zeigen sich schon bald wieder die ersten grünen Flecken in der Landschaft.Auch dieser mächtige Walnussbaum ist eine Landmarke in der FeldflurIm Winter wird die Einzigartigkeit jedes Baums in einer Streuobstwiese deutlich: Alle unterscheiden sich – vom Menschen so gemacht.Selbst die schon vertrocknet aussehenden Blütenstände der Sonnenblumen in einem Zwischenfrucht-Feld  enthalten noch genügend Samen – und bieten gemeinsam mit den anderen Pflanzen des Feldes darüber hinaus für viele Kleintiere vielfältige Nahrung und Schutz. Ein Beispiel für früchtetragende Heckensträucher der Kraichgauhecken im Winter: Auch die Früchte des Weißdorns stehen noch als Nahrung bereit.

Wenn Bäume „Gesichter machen“ …

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Bäume haben im Verständnis vieler Menschen von jeher etwas Mystisches. Tatsächlich gibt es viele Märchen, Sagen – und andere  literarische Vorlagen,  in denen Bäume als zauberhafte Wesen oder als Sitz von Gottheiten und Geistern eine wichtige Rolle spielen. So verehren viele Naturreligionen Bäume als Sitz der Götter. Sie spenden uns Schatten, liefern Früchte – aber vor allen Dingen: Sie werden alt, viel älter als wir. Wenn nun ältere oder alte Bäume aufgrund von Verletzungen, Krankheiten oder Wachstumserscheinungen dann auch noch körperähnliche Strukturen ausbilden, die uns an Menschen oder uns bekannten Lebewesen ähneln, dann sind  wir bereit, in diesen Gebilden Gesichter, Augen oder Körperteile zu sehen; der Baum wird zu einem lebendigen Wesen (was er ja eigentlich ohnehin schon ist) und sogar zu einer „Person“. Vielleicht liegt es aber  auch daran, dass in neuerer Zeit  Filme wie der Zyklus „Der Herr der Ringe“, wo „Ents“ als bewegliche und sprachbegabte Baumgeister für den Schutz der Natur kämpfen, uns auf eine andere Sicht der Natur um uns herum gebracht haben – und wir plötzlich Dinge entdecken, die wir zuvor übersehen haben.

Ein Walnussbaum am Wegrand hat ein „Gesicht“ ausgebildet.

Die flechtenbedeckten Augen folgen scheinbar jeder Bewegung; der „Gesichtsausdruck“ wirkt irgendwie ängstlich und vorsichtig …

Ein anderes Baumgesicht in einem anderen Walnussbaum wirkt leicht belustigt und freundlich …,

… während sein Partner, der an eine Figur aus „Star Wars“ erinnert,  wenige Zentimeter oberhalb konzentriert und aufmerksam zu sein scheint.

Und so sehen die beiden „Baumgesichter“, welche der Stamm ausgebildet hat, gemeinsam aus …

Das Wesen mit dem großen reptilienartigen „Auge“ beobachtet aufmerksam die Umgebung. Das Maul ist geschlossen, scheint aber jederzeit zum Zuschnappen bereit.

Und dieser alte Baum ist mit Flechten und Moosen überzogen. Doch – wie viele Gestalten zeigen sich hier?

….   das bleibt der Fantasie des jeweiligen Betrachters überlassen ……….

Und hier haben Schatten von Blättern und Zweigen auf einer Buche ein  etwas unheimliches „Schattengesicht gebildet, das im leichten Wind sogar ein „Mienenspiel“ zeigt. Es ist nur natürlich, wenn wir angesichts solcher Bilder anfangen zu träumen und Fantassiegestalten entwickeln.

Doch: Abgesehen von Esoterik und Fantasy: Tatsächlich haben Bäume für uns und unsere Umwelt eine enorme Bedeutung. Es wäre manchmal gut, wenn wir dies anerkennen würden – und bereit wären, Bäume einmal nicht nur als Wirtschaftsfaktor oder Nutzpflanzen zu sehen.  Vielleicht begeben Sie sich jetzt auch einmal auf die Suche nach den „Baumgesichtern“. Möglicherweise entdecken auch Sie dann auf diese Weise ihren „Lieblings-Baum“.

So eine Esche

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Am Ortsrand von Kraichtal-Oberacker steht in einem kleinen Auwäldchen eine gewaltige Esche. Sie überragt alle Bäume in der Umgebung. Das ist keine Besonderheit, denn Eschen können über 40 m hoch werden. Was an diesem Baum so besonders ist, sind seine Ausmaße. Dies ist für mich die beeindruckendste Esche im Kraichtal. Ihre gewaltigen Äste überragen den Wirtschaftsweg – und die Esche bildet mit mehreren Stämmen  ein „Baumsystem“ mit zahlreichen Verzweigungen und senkrecht nach oben wachsenden Trieben, die sich zu massiven Ästen entwickelt haben.

Eschen sind wertvolle Bäume, deren Holz dann Verwendung findet, wenn besondere Festigkeit und Biegsamkeit gefordert sind.

Zahlreiche Nisthöhlen weisen darauf hin, dass hier zahlreiche Vogelarten Nistmöglichkeiten gefunden haben und auch noch finden werden.  Buntspecht, Kleiber, Kohl- und Blaumeise, aber auch Feld- und Haussperlinge haben hier einen Unterschlupf gefunden. Andere Vogelarten wie der Gartenbaumläufer, oder der  Buchfink finden hier ein reiches Nahrungsangebot.

Allerding sind die Eschenbestände bei uns sehr gefährdet. Seit einigen Jahren gibt es auch bei uns ein regelrechtes „Eschentriebsterben“, welches durch einen Pilz verursacht wird. Vor allem  bei jungen Bäumen verläuft die Krankheit sehr schnell und endet mit dem Absterben des Baumes. Bei älteren Bäumen deagegen verzögert sich meist  der Krankheitsverlauf, weil diese mit verstärktem Wachstum zunächst auf den Pilzbefall reagieren können. Es gibt aber einige Eschen, die gegen den Pilz restistent sind. Trotzdem gehen viele Experten davon aus, dass die Eschenbestände bei uns dramatisch zurückgehen werden. Dies würde auch eine deutlich sichtbare Veränderung in der Zusammensetzung unserer Wälder und Gehölze bedeuten. Derzeit sucht man noch nach geeigneten Maßnahmen zur Bekämpfung des Pilzes.

Um sie ranken sich viele Mythen: Misteln

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Um die Misteln ranken sich viele Sagen, Mythen und Bräuche. So ist zum Beispiel das Küssen unter  in den Wohnungen aufgehängten Mistelzweigen ein Weihnachtsbrauch in England und in den USA. Der Mistel werden Heil- und Zauberkräfte zugeschrieben, wie dies bei dem wahrscheinlich bekanntesten Zaubertrank in den „Asterix-Comics“ der Fall ist, wo Misteln – von einem Druiden mit einer goldenen Sichel geschnitten – ein wesentlicher Bestandteil des „magische Kräfte verleihenden Zaubertranks“  darstellen. Zudem werden der Mistel auch viele Heilwirkungen in der Behandlung von Krankheiten zugeschrieben. Allerdings bleibt auch hier manches umstritten.

Misteln in einem Apfelbaum Ende November

Jetzt sind die Mistelbeeren reif.

Auch in den Kronen von Pappeln siedeln sich oft große Mistelbestände an.

Tatsächlich sind die Misteln, von denen es viele Arten gibt, sehr interessante Pflanzen, deren Lebensweise einige Besonderheiten aufweist. So sind Misteln meist Halbschmarotzer, die auf anderen Pflanzen, vor allem Bäumen aufsitzen – und dadurch beim Kampf um das Licht Vorteile haben. Zudem beziehen sie aus den Wirtsbäumen das zum Wachsen und Stoffwechsel nötige Wasser. Fotosynthese können sie mit ihren grünen Blättern selbst betreiben. Durch den Wasserentzug können sie allerdings die von ihnen besiedelten Bäume beeinträchtigen.  Allerdings legen es Misteln nicht darauf an, ihren Wirt zu zerstören. Damit würden sie ja selbst ihre Lebensgrundlage vernichten, denn sie sind  auf den Wirtsbaum angewiesen. Bei uns gibt es drei Mistelarten: die Laubholzmistel, die Tannenmistel und die Kiefernmistel.

Im Kraichtal kommt vor allem die Weißbeerige Mistel vor. Sie gehört zu den Laubholzmisteln und besiedelt vor allem Pappeln, Weiden, Apfelbäume und viele andere Laubholzarten. Die weißbeerige Mistel blüht im Frühjahr –  und  rechtzeitig zum Advent erscheinen die weißen Beeren, die viele Samen enthalten. Die Beeren sind willkommene Nahrung für viele Vogelarten, die bei uns überwintern.

So hat die Misteldrossel ihren Namen erhalten, weil sie sich in den Wintermonaten überwiegend von den Mistelbeeren ernährt. Aber auch andere Drosselarten verschmähen das Angebot nicht. Dabei tragen diese Vögel wesentlich zur Verbreitung der Mistel bei. Da die Beeren sehr klebrig sind und sie diese Eigenschaft auch durch die Verdauung nicht verlieren, bleibt der Vogelkot auf Ästen und Zweigen dauerhaft kleben – und so können die im Kot enthaltenen Samen auskeimen und in die Wirtspflanze eindringen. Auch durch das Abstreifen der klebrigen Nahrungsreste vom Schnabel gelangen die Samen auf Zweige.  Denn die Samen benötigen keine Darmpassage zum Auskeimen.

Misteldrosseln mögen Misteln …

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Bei uns im Kraichtal ist die Misteldrossel häufig zu beobachten. Sie ist bei uns in der Regel das ganze Jahr über anzutreffen, weil sie  nämlich offene Landschaften mit Hecken und lichten Wäldern liebt, wie dies bei uns im Kraichtal der Fall ist. Zudem findet sie in den zahlreichen Streuobstwiesen auch in den Wintermonaten ausreichend Nahrung.

Diese Misteldrossel hat sich auf einer hohen Pappel in der Nähe einer großen Mistel niedergelassen. Denn im Winterhalbjahr ernähren sich die Misteldrosseln neben Obst und Regenwürmern vor allem von den Mistelbeeren. Deswegen hat sie auch den Namen „Misteldrossel“ erhalten.

… und schon macht sie sich über die Früchte der Mistel her. Diese sind süß, aber klebrig. Nach dem Fressen streift  die Misteldrossel ihren Schnabel an Ästen und Zweigen ab. Dabei bleiben die in den Beeren enthaltenen Samen auf dem Zweig oder Ast kleben und können auskeimen. Aber auch die über den Kot augeschiedenen Reste der Mistelbeeren bleiben klebrig und keimfähig. Somit tragen die Misteldrosseln zur Verbreitung der Misteln bei.

Hier kann man deutlich die helle Brust und die typische Färbung der Misteldrossel erkennen. Auch ihre aufrechte Haltung ist typisch. Zudem ist im Spätherbst und im Winter (Dezember bis Ende Februar) die sichere Bestimmung einfach, denn die Singdrosseln sind  – es ist Ende November –  nicht mehr im Kraichtal zu beobachten, weil sie sich in ihre Winterquartiere in Südeuropa zurückgezogen haben.

Auf dieser Pappel konnten sich mehrere Misteln ansiedeln.

Die Misteldrossel kann man an folgenden Merkmalen erkennen: Die Misteldrossel ist die größte der drei im Kraichtal regelmäßig vorkommenden großen Drosselarten. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke im Bereich der Brust und  des Bauches sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Ihre weiß gefärbten Flügel-Unterseiten sind ebenfalls ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von der Singdrossel.  Aber auch im Gesang gibt es deutliche Unterschiede zur Singdrossel. Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in waldnahen Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. In den letzten Jahren hat sich ihr Bestand bei uns deutlich vergrößert. Im Spätherbst und Winter kommen noch Misteldrosseln aus kälteren Gebieten dazu.

Sperber im Anflug

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Es ist Ende November. Auf den Feldern zeigt sich schon die Saat des Wintergetreides. Dazu kommen zahlreiche Zwischenfrucht-Kulturen, welche die Landschaft im Kraichtal in einen weitgehend grünen Teppich verwandeln. Und dann sind da noch die Blühstreifen mit den Sonnenblumen und den vielen anderen Pflanzen, die jetzt im Spätherbst  ihre Früchte und Samen bereithalten.  Und diese Blühstreifen und Zwischenfrucht-Kulturen sind jetzt sehr begehrt: Große Schwärme von Distelfinken, Buchfinken und Bergfinken, aber auch Schwärme von Grünfinken und Bluthänflingen stellen sich dort ein, wo sie in den nächsten Wochen und Monaten ihr Futter finden wollen.  Wenn man sich einem solchen Feld nähert, steigen oft ganze Wolken von Vögeln in die Luft – um sich dann im nächsten Moment an einer anderen Stelle des Ackers wieder niederzulassen.

Bergfinken sind bei uns Wintergäste und kommen seit einigen Jahren in großen Schwärmen aus Nordeuropa ins Kraichtal. Auch viele Buchfinken und Distelfinken kommen aus kälteren Gebieten zum Überwintern zu uns.

Die Flugbewegungen auf dem großen Zwischenfrucht-Feld bleiben nicht unbeobachtet:  Die Greifvögel sind ebenfalls in der Nähe. Turmfalke, Mäusebussard und Sperber gehen dort auf Jagd. Vor allem der Sperber ist ein pfeilschneller und geschickter Jäger, der sich auf die Vogeljagd spezialisiert hat. Und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich dort einstellt, wo es solche Schwärme oder Ansammlungen von Vögeln gibt. In den letzten Jahren lassen sich die Sperber zunehmend in den menschlichen Siedlungen und den ortsnahen Feldern sehen. In den Städten lauern Sperber oft auch an den winterlichenFutterstellen.  Zudem scheinen einige Sperber aus den kalten Gebieten den Schwärmen auf ihrem Weg in den Süden zu folgen.  Wie Funde aus einigen Teilen Deutschlands belegen, überwintern sogar einige Sperber aus dem hohen Norden bei uns.

Hier hat ein Sperber-Männchen in einem sehr großen „Zwischenfrucht-Feld“ auf einer verblühten Sonnenblume seine Sitzwarte bezogen. Die gesamte Umgebung wird scharf beobachtet.

Aber auch einige Türkentauben haben sich in der Nähe des Sperbermännchens niedergelassen. Wie man sieht, ernten sie gerade die Kerne der Sonnenblumen. Sie zeigen keinerlei Anzeichen von Unruhe. Denn von einem Sperber-Männchen haben sie kaum etwas zu befürchten. Wäre allerdings ein Sperber-Weibchen in der Nähe, läge der Fall anders. Die Sperberweibchen sind nämlich doppelt so groß wie die Männchen und sind durchaus in der Lage, Tauben zu erbeuten.

Unablässig beobachtet der Sperber  das Feld.

Und wenn er ein lohnendes Ziel sieht, dann bedeutet es für alle Vögel in der Umgebung höchste Gefahr.

Und schon startet er zu seinem Jagdflug …

Die Wahrscheinlichkeit, dass er Erfolg hat, ist sehr groß.

 

 

 

Gartenbaumläufer

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Der Gartenbaumläufer ist bei uns im Kraichtal ein noch relativ häufig anzutreffender Brutvogel. Als „Ganzjahres-Vogel“ kann man ihn auch im Winter im Kraichtal antreffen. Ihn zu beobachten ist etwas schwierig, weil er wegen der Färbung seines Gefieders sehr gut getarnt – und daher nur schwer zu entdecken ist. Er ist mit dem Waldbaumläufer verwandt, von dem man ihn aber kaum unterscheiden kann. Sicher kann man die beiden Arten nur durch ihren Gesang unterscheiden. Allerdings unterscheidet sich ihr Lebensraum: So trifft man den Waldbaumläufer selten außerhalb eines Waldes an. Sieht man also einen Baumläufer weit entfernt von einem Wald im Feld, auf Streuobstwiesen oder Hecken, dann handelt es sich wahrscheinlich um den Gartenbaumläufer. Beide Arten haben gemeinsam, dass sie recht klein sind und einen nach unten gebogenen spitzen Schnabel besitzen, der darauf hinweist, dass sie sich vor allem von Insekten und anderen Kleintieren ernähren.

Meist entdeckt man den Gartenbaumläufer erst dann, wenn er sich bewegt.  Man findet ihn vor allem auf Bäumen, die eine Rinde mit vielen Rissen und Furchen aufweisen, wie dies bei dieser Esche, einer Eiche oder auch bei einer Pappel der Fall ist. Auch auf Streuobstwiesen mit alten Baumbeständen zeigt er sich oft auf den Apfel-, Birn- oder anderen Obstbäumen.

Der Gartenbaumläufer sucht die fraglichen Baumstämme systematisch ab. Dabei beginnt er am Fuß des Stammes und sucht diesen spiralförmig nach oben ab. Im Gegensatz zum Kleiber kann er nicht am Baumstamm nach unten laufen. Er bewegt sich in kleinen Sprüngen aufwärts. Die Federn am Schwanz sind recht steif. So kann sich der Gartenbaumläufer damit abstützen.

Die Nahrung des Gartenbaumläufers besteht vor allem aus Insekten und deren Larven, Spinnen und anderen Kleintieren. Im Winterhalbjahr werden von ihm auch Samen verzehrt. Baumläufer haben pro Jahr 2 Bruten. Die Brutzeit reicht von März bis in den Juli hinein. Das Gelege umfasst dabei 5-7 Eier.

Das Nest wird in Stammlücken oder unter lockerer Rinde angelegt.

Die mächtige Esche ist fast gänzlich von Flechten und verschiedenen Moosen überzogen und bietet ein reiches Futterangebot für den Gartenbaumläufer.

Hier kann man erkennen, wie sich der Gartenbaumläufer mit dem Schwanz abstützt. In Parks, aber auch in Streuobstwiesen nimmt er gerne künstliche Nisthilfen an. Diese sind an die speziellen Anforderungen der Baumläufer angepasst. So befindet sich bei diesen Nisthilfen der Zugang zum Nistkasten auf der dem Baum zugewandten Seite.

Novembertag im Kraichtal

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Nicht nur die Flora und Fauna im Kraichtal sind bemerkenswert; auch die Landschaft hat – wie einige Beiträge im Blog aufzeigen – einiges zu bieten. Von vielen Punkten aus kann man die Natur in dieser tollen Landschaft genießen. Es lohnt sich, innezuhalten und sich auch einmal die Zeit zu nehmen, um genauer hinzuschauen. In diesem Jahr bietet auch der November bisher – nach einem „Goldenen Oktober“  – weitere  „sonnige und spätherbstliche Momente“   im Kraichtal: