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Auch die Rötelmaus ist schon im Kraichtal unterwegs …

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Die Rötelmaus gehört zu den kleineren einheimischen Mäusearten aus der Familie der Wühlmäuse. Ihren Namen hat sie wegen ihres rotbraunen Fells. Das Fell auf der Bauchseite ist aber nicht rötlich sondern weiß oder grau. Innerhalb der Art gibt es große Unterschiede in der Körpergröße (7 cm bis 13 cm) und dem jeweiligen Gewicht (12 g bis 35 g). Da sie hauptsächlich in Wäldern, Hecken und Gehölzen lebt, wird sie auch als Wald-Wühlmaus bezeichnet. Sie ist das ganze Jahr über aktiv; allerdings braucht man schon etwas Glück, wenn man sie in ihrem Revier beobachten will. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Samen und Früchten. Das jahreszeitliche Nahrungsangebot bestimmt ihren Speiseplan. Insekten, Spinnen und andere Kleintiere gehören ebenfalls dazu, aber auch Vogeleier. Sie hat zahlreiche Feinde wie den Fuchs, Marder, Wiesel, Eulen, Falken, Habichte, Sperber, aber auch Katzen.  Durch ihr Fell sind Rötelmäuse sehr gut an den Untergrund angepasst. Zudem bewegen sie sich äußerst geschickt und sehr flink. Meist entdeckt man sie nur, wenn sie sich auf dem Waldboden oder auf Ästen und Zweigen bewegen. Wie gut sie sich an den Untergrund anpassen, kann man auf den beiden Bildern erkennen. Auf beiden Bildern ist jeweils eine Rötelmaus zu sehen. Man muss schon genau hinschauen, damit man sie entdeckt.Haben sie die Rötelmaus auf beiden Bildern entdeckt?Momente der Ruhe sind äußerst selten – und dauern dann auch nur einige Sekunden. Aber nur, wenn sich die Rötelmaus absolut sicher fühlt.Leider gilt die Rötelmaus aber auch als Überträger von gefährlichen Krankheiten, die zum Beispiel durch den Fuchsbandwurm  oder das Hanta-Virus verursacht werden. Bei Massenvorkommen in einem Gebiet können sie auch große wirtschaftliche Schäden im Wald anrichten, da sie sich im Winter auch von Baumrinde ernähren. Normalerweise kommt es wegen der zahlreichen Feinde der Rötelmäuse – die übrigens alle im Kraichtal vorkommen – kaum zur Massenverbreitung bei uns.  Risikogebiete für Infektionen mit dem Hanta-Virus sind in Süddeutschland vor allem die Schwäbische Alb, Unterfranken und Niederbayern.

Mit der Stille im Wald ist es vorbei

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Es ist Mitte Februar. Ein paar schöne und sonnige Tage liegen hinter uns. Und schon merkt man, dass der Frühling mit großen Schritten naht.  Man hört wieder Vögel singen: Amseln, Meisen, trommelnde Spechte und dazwischen den hohen und feinen Gesang des Zaunkönigs. Obwohl er zu den kleinsten einheimischen Singvögeln gehört – überhören kann man ihn nicht. Für seine Größe hat er einen erstaunlich lauten und trillernden Gesang.  Und schon sieht man ihn im Unterholz gewässerbegleitender Gehölze umherfliegen. Und wenn er einen Rivalen wahrnimmt, eilt er sofort herbei und trägt auf allen möglichen Singwarten seinen Gesang vor. Damit grenzt er sein Revier ab, das er während der Brutzeit auch lautstark verteidigt.Ein Zaunkönig-Männchen hat auf einem umgestürzten Baumstamm seine Singwarte bezogen.So nahe bekommt man ihn allerdings nicht oft zu sehen. In diesem Fall war aber ein in der Nähe singender Rivale die Ursache für seinen Standort.Ein kleiner, flinker Vogel, der oft übersehen  – aber kaum überhört werden kann.Nur knapp 10 cm lang und  9 g schwer schmettert der Zaunkönig seinen Gesang mit einer ungeahnten Lautstärke. Sein Gesang ist auch fast immer  herauszuhören, wenn viele andere und viel größere Singvögel ihren Gesang ertönen lassen.

Eichhörnchen auf Nahrungssuche

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Seit einigen Tagen lässt sich die Sonne wieder im Kraichtal blicken. Und schon werden die Zeiträume größer, in denen sich die Eichhörnchen tagsüber auf Nahrungssuche begeben. In einem Erlen-Bruchwald entlang der Kraich ist auch der Tisch für sie reich gedeckt. Denn dort gibt es genügend samentragende Bäume und Sträucher. Auf dem Bild ist ein Eichhörnchen zu sehen, das gerade auf eine Schwarzerle geklettert ist und sich dort über die jungen Triebe und Knospen hermacht.Es gibt kaum ruhige Momente; rastlos eilt das Hörnchen auf den Ästen umher.Jetzt hat es ein paar Knospen in Reichweite und lässt sich am Stamm zum Fressen nieder.Und schon geht es wieder abwärts, dem Boden entgegen. Deutlich ist der buschige Schwanz und die weiße Körperunterseite des Eichhörnchens zu sehen. Dabei ermöglicht der Schwanz  dem Eichhörnchen beim Klettern und Springen – ähnlich wie eine Balancierstange – das Gleichgewicht zu halten. Beim Springen übernimmt er die Rolle einer Steuerhilfe. Während der Winterruhe im Kobel dient er als „Bettdecke“ mit der sich das Hörnchen komplett zudecken kann. Die Färbung der Eichhörnchen ist sehr variabel und reicht bei uns im Kraichtal von hell bis dunkelrot.In einem Gebüsch in Bodennähe hat es wieder etwas Fressbares entdeckt. Trotzdem huscht es gleich wieder an eine andere Stelle. Am Boden und in Bodennähe sind die Eichhörnchen immer in Gefahr. Deswegen ist der Aufenthalt dort so kurz wie möglich.Jetzt klettert es den nächsten Baum hinauf. Es ist erstaunlich, wie geschickt und wie flink sich das Eichhörnchen beim Klettern bewegt.Gleich springt es auf den benachbarten Baum hinüber. Dort hat es wieder etwas Fressbares entdeckt: Die Früchte eines Bergahorns sind es, die jetzt vom Hörnchen verzehrt werden.Eichhörnchen sind Allesfresser. Dabei richten sie sich in erster Linie nach dem jahreszeitlichen Angebot in ihrem Revier. Sie ernähren sich von Nüssen und Samen (Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern, Samen der verschiedenen Ahornarten), aber auch von Knospen und frischen Trieben  von Bäumen und Sträuchern. In Parks und Siedlungen besuchen sie auch winterliche Futterstellen, wo sie vor allem Sonnenblumenkerne fressen. Und im Herbst stehen Beeren, Pilze aber auch Obst auf ihrem Speiseplan. Leider gilt dies  im Frühjahr auch für Jungvögel und die Gelege von Singvögeln. Hier im Kraichtal finden Eichhörnchen noch die Vegetation, die sie brauchen. Die zahlreichen Hecken und kleinen Wäldchen mit vielen beerentragenden Sträuchern,  Haselnusshecken und Walnussbäumen stellen für die Eichhörnchen einen idealen Lebensraum dar. Eichhörnchen machen keinen Winterschlaf, sie halten Winterruhe. Damit sie diese Zeit überleben, legen sie an verschiedenen geeigneten Stellen Futtervorräte an. Mehr Infos zu den Eichhörnchen finden sie unter dem Schlagwort „Eichhörnchen“ in weiteren Beiträgen in diesem Blog.

Weidenmeisen zimmern ihre Nisthöhle selbst

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In einem Gehölz am Rande der Kraich steht dieser alte Kirschbaum, der schon einige „Besiedelungs-Spuren“ aufweist. So finden sich in seinem Stamm und an den Ästen zahlreiche verlassene Bruthöhlen, aber auch deutliche Hinweise, dass Braunfäule verursachende Pilze dem Baum schon schwer zugesetzt haben. Einige Äste drohen abzubrechen – und auch das obere Ende des Stammes liegt bereits am Boden. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – haben sich Weidenmeisen für diesen alten Kirschbaum als Brutplatz entschieden. Ein Astloch, von Moosen und Flechten umwachsen, wird jetzt so bearbeitet, dass es als Bruthöhle für die Weidenmeisen geeignet ist. Weidenmeisen leben meist  in feuchten bis sumpfigen Wäldern oder Gehölzen in der Nähe von Gewässern mit einem hohen Anteil morscher Bäume.Denn Weidenmeisen sind – neben den meisten einheimischen Spechtarten – die einzigen Singvögel, die ihre Höhlen weitgehend selbst zimmern.  Sie bauen ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz; sie bevorzugen morsches und weiches Holz. Ab Ende Januar/Anfang Februar durchstreifen die Weidenmeisen ihr Revier und suchen nach einem geeigneten Baum, in den sie ihre Bruthöhle zimmern können. Ausnahmsweise ziehen sie ihre Jungen aber auch in Nistkästen oder verlassenen Spechthöhlen auf.Es ist jetzt Anfang April: Man sieht, dass an diesem Astloch das von Pilzen befallene  Material des morschen Stammes weggehackt wurde. Anschließend wurde der gesamte Einflugbereich sorgsam geglättet – und man kann erkennen, dass hier ein feineres Werkzeug verwendet wurde als ein Spechtschnabel. Zudem ist das Einflugloch nicht kreisrund, wie es ein Specht gezimmert hätte.Ein feines, relativ leises Klopfen lässt erkennen, dass sich da jemand in dem Astloch zu schaffen macht. Und tatsächlich erscheint eine Weidenmeise, deren schwarze Kopfplatte vom Holzstaub bepudert ist. Offenbar ist der Gr0ßteil der Bruthöhle schon gezimmert, lediglich der Einflugbereich wird noch nachgeglättet.Beide Altvögel sind am Bau der Nisthöhle beteiligt. Dies dauert etwa 11 – 13 Tage. Die Nisthöhle hat dann eine Tiefe von bis zu 16 cm erreicht.Es folgen immer wieder kleine Pausen; die Altvögel fliegen weg und setzen die Arbeit kurze Zeit später wieder fort. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Das folgende Video zeigt, wie ein Altvogel den Eingangsbereich der Höhle bearbeitet. Das Video kann auch im Vollbild-Modus betrachtet werden. Dazu das Symbol am rechten unteren Ende anklicken. Der Vollbildmodus wird mit der ESC-Taste oder dem nochmaligen Anklicken des Bildsymbols beendet.

Und schon wird Nistmaterial eingetragen. Allerdings fühlte sich der Altvogel gestört und flog mit dem Material wieder ab. Kurze Zeit später kehrte er dann zurück und brachte das  Material in die Nisthöhle. Die Brut konnte beginnen .. und sie war erfolgreich. (Bilder und Videos von 04/16; die Anzahl der ausgeschlüpften Jungvögel wurde nicht ermittelt)  Das eigentliche Nest wird vom Weibchen alleine gebaut. Ab Mitte April/Anfang Mai werden die ersten der 7-9 Eier gelegt und vom Weibchen alleine (bis 15 Tage) bebrütet. Die geschlüpften Jungvögel werden dann von beiden Eltern gefüttert.

 

 

Sie wird oft übersehen: Weidenmeise

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Die Weidenmeise gehört zur Familie der Meisen und ist im Kraichtal gewöhnlich in gewässerbegleitenden Hecken und Gehölzen anzutreffen; die Aufnahmen entstanden entlang der Kraich. Weidenmeisen sind meist flink und unstet unterwegs – und daher schwer zu beobachten. Jetzt im Februar beginnen schon die ersten Vögel mit der Paarbildung und der Suche nach einem geeigneten Baum für den Bau der Bruthöhle. Die Bruthöhle befindet sich  in dünnen Laubbäumen, die auch schon etwas von Baumpilzen geschädigt sein müssen. Weidenmeisen hacken ihre Nesthöhle selbst in die Stämme. Dabei zimmern sie ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz. Sie sind allerdings leicht mit der Sumpfmeise zu verwechseln. Beide Arten kann man vor allem an ihrem Gesang unterscheiden. Aber auch in der Wahl des Lebensraumes gibt es deutliche Unterschiede: Weidenmeisen bevorzugen feuchte, sumpfige Gehölze mit einem hohen Anteil morscher Bäume. In trockenen Wäldern sind sie im Gegensatz zur Sumpfmeise kaum zu finden.  Sumpfmeisen kann man im Winter viel eher an Futterstellen beobachten als Weidenmeisen. Zudem dominieren Sumpfmeisen die Weidenmeisen und verdrängen sie oft aus ihrem Gebiet. Aber es gibt auch einige körperliche Merkmale, durch die man die „Zwillingsarten“ unterscheiden kann: Die Weidenmeise hat einen großen Kopf und einen kräftigen Nacken. Das Gefieder ist graubraun und schmutzigbeige. Die Kopfplatte ist mattschwarz (und nicht glänzend wie bei der Sumpfmeise) – und reicht bis weit in den Nacken hinein. Die Kopfseiten sind meist reinweiß. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das helle Armschwingenfeld, das bei den zusammengelegten Flügeln sichtbar wird.Der schwarze Kinnfleck ist größer als bei der Sumpfmeise, obwohl es auch Sumpfmeisen gibt, die einen größeren Kinnfleck aufweisen als die Weidenmeise.Wie alle Meisen ernährt sich die Weidenmeise im Sommer vor allem von tierischer Kost; im Winter greift sie notgedrungen auf fettreiche pflanzliche Nahrung zurück. Dazu legt sie sich an geeigneten Stellen in ihrem Revier unter lockerer Baumrinde, Moospolstern und Flechten Nahrungsvorräte an, von denen sie sich im Verlauf des Winters ernährt. Sobald aber wieder Insekten, Spinnen und andere Kleintiere zur Verfügung stehen, greift sie darauf zurück.  Wenn Weidenmeisen oft zu einem bestimmten Baum oder Ast zurückkehren, ist zu vermuten, dass sich dort ein solches Nahrungsdepot befindet. Ab dem Spätsommer stellt sie ihre Ernährung auf Samen um; lediglich Spinnen werden ganzjährig gefressen.

Sie sind auch im Winter unterwegs: Eichhörnchen

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Entgegen landläufiger Meinungen halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf. Denn Eichhörnchen fressen sich im Herbst kein Fettpolster an – sondern richten überall in ihrem Revier an geeigneten Orten zahlreiche Nahrungsverstecke ein. Diese enthalten vor allem Samen von Bäumen und Sträuchern. Dieses Verhalten ist angeboren. Weil sie aber längst nicht alle ihre „Nahrungsdepots“ wiederfinden, tragen sie dadurch zur Vermehrung von Bäumen und Sträuchern bei – und werden deswegen auch oft als „Förster des Waldes“ bezeichnet. Während der Wintermonate sind sie – ja nach Wetterlage –  meist nur wenige Stunden am Tag zur Futtersuche unterwegs. Den größten Teil des Tages verbringen sie  in ihren kugelförmigen Reisignestern, den „Kobeln“. Sie halten „Winterruhe“.  Dabei dient ihnen der buschige Schwanz auch als wärmende „Bettdecke“.Am Boden sind die Eichhörnchen stark durch Fressfeinde wie Habicht, Marder, aber auch durch wildernde Katzen gefährdet. Deswegen verbringen sie dort nur kurze Zeit, wenn sie auf der Suche nach ihren Nahrungsvorräten sind – oder aber einen Weg überqueren wollen, wenn das von einem Baum aus nicht möglich ist.Auch dieses Eichhörnchen blieb nur wenige Sekunden sitzen und zog sich anschlließend blitzschnell auf  einen nahen Baum zurück. Denn dort sind sie viel sicherer als am Boden. Hier haben sie sehr erfolgreich unterschiedliche Strategien entwickelt, wie sie sich vor fliegenden (Habicht) oder kletternden (Marder) Feinden in Sicherheit bringen können.

 

Die folgenden Aufnahmen stammen von Mitte März 2018:Mit Beginn der Paarungszeit ab Ende Januar (je nach Witterung) kann man auch die Eichhörnchen auf ihrer wilden Jagd durch die Baumwipfel beobachten. In dieser Zeit sind sie besonders gefährdet, weil sie jetzt auch sehr unvorsichtig (hormonbedingt!) sind.

Nilgänse: Nistplatz gesucht

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Am Rande eines kleinen Feldgehölzes sind die beiden Nilgänse unterwegs. Offenbar suchen sie einen geeigneten Nistplatz. Ein kleines Gestrüpp mit einer alten Weide hat anscheinend ihr Interesse geweckt.  Offenbar bietet die Stelle all das, was Nilgänse brauchen.  Sie brüten meist in Bodennähe in dichtem Gestrüpp oder Gebüsch und in Baumhöhlen, aber auch in alten Nestern. Zwar beginnt die eigentliche Brutzeit erst im März, doch scheint die Wahl eines Nistplatzes Ende Januar /Anfang Februar durchaus wahrscheinlich.Zunächst wird das Gestrüpp umrundet und genau untersucht. Dabei wird vor allem das Weibchen aktiv, während das Männchen immer aufmerksam abwartend in der Nähe bleibt. Das Weibchen (im Hintergrund) ist daran zu erkennen, dass es etwas kleiner ist als das Männchen.Die Nilgans fliegt auf den Stumpf, während der Ganter am Boden vor dem Gehölz bleibt.     Nun untersucht das Weibchen die Stelle ganz genau. Wenn sich das Paar für den Nestplatz entscheidet, ist es auch die Gans, die das Nest allein bauen wird. Der Ganter übernimmt die Wache. Die Untersuchung des möglichen Nistplatzes ist sehr gründlich  und erstreckt sich über mehrere Minuten. Während der ganzen Zeit beobachtet der Ganter das Weibchen ganz genau. Offenbar hat die Gans das Nest oder den Unterschlupf einer Rabenkrähe entdeckt. Rechts – im hinteren Bereich des Gestrüpps ist eine Rabenkrähe gelandet und beobachtet die Gans bei ihren Untersuchungen. Die lässt sich aber von der Krähe nicht stören, während der Ganter aufmerksam die Krähe beobachtet – und bereit scheint, bei Gefahr einzugreifen.Die Gans hat nun den möglichen Nistplatz verlassen und umrundet nochmals das gesamte Gehölz.    Dabei schaut sie sich alle möglichen Schlupflöcher und Zugänge an.Danach wandern die beiden auf der Wiese weiter. Die Gans bleibt ganz dicht beim Ganter. Dieser beginnt zu rufen. Ob das Paar den begutachteten Nistplatz annehmen wird, zeigt sich spätestens in ein paar Wochen.

Rehe im Winter

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Rehe gehören auch bei uns im Kraichtal zu unserer Kulturlandschaft. Gerade hier im Kraichtal finden Rehe wegen der immer noch reich strukturierten Landschaft ideale Bedingungen vor. So gibt es entlang der zahlreichen Gräben und Bäche große Wiesenflächen, die teilweise nur extensiv bewirtschaftet werden, immer im Wechsel mit Hecken, Büschen und kleinen Wäldchen.

In keiner Jahreszeit bekommt man bei uns Rehe so häufig zu sehen wie im Winterhalbjahr, beginnend mit dem Spätherbst. Dann schließen sich die Rehe zu kleinen Gemeinschaften zusammen, die zum Teil beträchtliche Größen erreichen können. Diese bleiben auch während des Winters bis in den April/Mai hinein bestehen. Rehe sind normalerweise gut auf den Winter vorbereitet. Sie bekommen ein dickes Winterfell, dessen Haare viel Luft enthalten – und so hervorragend den Körper gegen die Kälte isolieren können. Das Fell ist nicht rotbraun sondern besteht aus graubraunen Farbtönen, welche der winterlichen Landschaft angepasst sind.Hier befindet sich ein Reh gerade vor einem Schilfstreifen entlang eines Grabens. Jetzt wird deutlich sichtbar, wie wenig auffällig die Fellfärbung des Winterfells vor dem hellbraunen Schilf ist. Der Winter bereitet den Rehen bei uns im Kraichtal nur selten große Probleme. Nur bei dichter, gefrorener Schneedecke können sie Schwierigkeiten bei der Futtersuche bekommen. In diesem Fall richten sie oft an Büschen und Bäumen im Wald erhebliche Schäden durch Knospenfraß an Jungpflanzen an. Bei uns im Kraichtal sind sie aber während des Winters oft auf den Feldern unterwegs, wo sie sich von den Pflanzen der Zwischenkulturen ernähren können. Rehe müssen während des Winters Energie sparen. Deswegen haben Rehe im Winter oft eine geringere Fluchtdistanz.  Wenn sie dagegen aufgeschreckt werden, fliehen sie und verbrauchen dadurch viel Energie.Ein Rehbock, dessen neue Gehörnzapfen sichtbar sind, springt über die Sumpfwiese.  Es ist keine wilde Flucht – sondern eher ein schnelles Überqueren der deckungslosen Wiesenfläche.Beeindruckend, mit welcher Eleganz sich der Rehbock fortbewegt.  Vorder- und Hinterhufe kreuzen sich.Es wirkt sehr elegant, ja fast „lässig“ wie sich der Bock über die Wiese bewegt … Gleich hat er sein Ziel erreicht und ist im gegenüberliegenden Wäldchen und Heckenstreifen angekommen. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man solche Bilder zu sehen bekommt…

 

Die ersten Amseln singen schon ….

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Es ist Mitte Januar. Heute (16.01.2019) war zum ersten Mal in diesem Jahr im Kraichtal eine Amsel zu hören, die zwar noch recht zaghaft – aber immerhin deutlich hörbar sang. Das ist recht früh, denn normalerweise hört man die Amseln bei uns erst ab Februar. Wie bei den meisten Vogelarten singen auch bei den Amseln nur die erwachsenen Männchen. Es gibt eine Erklärung dafür: Zur Zeit macht der Winter im Kraichtal eine kleine Pause, und die Luft fühlt sich manchmal schon recht frühlingshaft an.   Jetzt, da die Tage allmählich etwas länger werden (Der Sonnenaufgang findet schon 6 min früher statt als am 21. Dezember) – und  es bei nur teilweise bedecktem Himmel deutlich über Null Grad Celsius hatte, waren die Bedingungen für diesen frühen Gesang günstig. Dieser beginnt bei der Amsel meist ungefähr eine Dreiviertelstunde vor  Sonnenaufgang. Deswegen auch  der frühe Gesang, denn der  richtet sich vor allem nach dem Licht und den vorherrschenden Temperaturen.   Jetzt – Ende Januar/Anfang Februar –  dient er vor allem dazu, Weibchen anzulocken. Je näher aber die Brutzeit rückt, desto intensiver, länger und variantenreicher fällt der Gesang aus, der dann bei der Amsel bis in den späten Abend hinein zu hören ist.  Denn während der Brutzeit dient der Gesang vor allem zur Markierung und Verteidigung des Reviers.Amselmännchen; erkennbar am schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel.Amselweibchen; Weibchen haben keinen gelben Schnabel und ein schwarzbraunes Gefieder. Sie singen nicht, aber  sie können trotzdem rufen, wenn sie zum Beispiel bei Gefahr ihre Warnrufe ertönen lassen. Dann hört man ihre lauten, spitzen Schreie oft minutenlang, die erst dann enden, wenn mögliche Feinde (Katzen, Elstern, usw.) vergrämt sind. Zudem kann man auch die Lockrufe der Weibchen hören, wenn sie mit den ausgeflogenen Jungvögeln, die sich in Nestnähe versteckt haben, in Kontakt treten.Ein singendes Amselmännchen während der Brutzeit im April in einem Walnussbaum. Leider ist die Zahl der Amseln durch das „Amselsterben“ auch bei uns etwas zurückgegangen. Bleibt zu hoffen, dass die eingetretenen Verluste in diesem Jahr wieder durch die Bruten ausgeglichen werden können.

Die Nilgänse sind wieder im Kraichtal

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In den letzten Tagen hat es kräftig geregnet. Und schon zeigen sich in einzelnen Wiesen in der Nähe von Bächen, Gräben und anderen Kleingewässern einige überschwemmte Stellen. Und wie schon oft in den vergangenen Jahren sind die Nilgänse bei uns im Winter – meist ab Januar bis Ende April –  zu Gast. So auch die beiden Nilgänse, die in den Überschwemmungsflächen einer Wiese gerade nach Nahrung suchen.Die besteht überwiegend aus pflanzlicher Nahrung, aber auch Würmer und Schnecken werden gerne verzehrt.Leider haben Nilgänse einen schlechten Ruf. Man sagt ihnen aggressives Verhalten anderen Tieren und auch dem Menschen gegenüber nach. Das mag in dicht besiedelten Lebensräumen in Stadt- oder Siedlungsnähe der Fall sein (Parkanlagen, Schwimmbäder, etc.) – hier im Kraichtal zeigen sich Nilgänse eher scheu und weichen Begegnungen aus. Während der Brutzeit reagieren sie allerdings heftig, wenn man dem Nestbereich zu nahe kommt. Gleiches gilt auch für Elterntiere, die Junge führen.  Dieses Verhalten nützt aber Vogelarten wie Enten oder auch Kiebitzen, deren Brut auch durch das Revierverhalten der Nilgänse geschützt wird, weil sie deren Lebensraum teilen. Neuere Forschungen lassen derzeit vermuten, dass Nilgänse für andere Arten nicht schädlich sind. Und aggressives Verhalten ist auch bei vielen anderen Wasservogel-Arten zu beobachten.  Ich freue mich jedenfalls über die Nilgänse im Kraichtal, die meiner Meinung nach die Vogelwelt im Kraichtal um eine sehenswerte Art bereichern.  Ähnlich sehen dies inzwischen auch viele Umweltverbände. So bestätigt auch der NABU Deutschland auf seiner Info-Seite im Internet diese Sicht der Dinge. Bei diesen beiden handelt es sich wahrscheinlich um ein Paar. Dies zeigt vor allem die Art und Weise, wie sie sich gemeinsam bewegen und immerin der Nähe des Partners bleiben. Vom Gefieder her sind sie allerdings nur sehr schwer zu unterscheiden.Dass es sich hier um erwachsene Gänse handelt, sieht man an den dunklen Augenflecken und dem „Schmutzfleck“ auf der Brust. Diese Merkmale fehlen bei Jungvögeln noch.  Auf diesem Feld suchen sie gerade nach Regenwürmern. Ein Erkennungsmerkmal der Nilgans ist der dunkle Fleck, der „Schmutzfleck“  auf der Brust … … und die weißen Oberflügel, die beim Flug deutlich sichtbar werden.

Und wenn sie auffliegen, bietet sich ein tolles Bild. Im Flugbild werden die schwarz-weißen Flügel deutlich sichtbar.

Weitere Infos zu diesen schönen und bemerkenswerten Vögeln finden Sie auch in einem weiteren Beitrag in diesem BLOG unter https://natur-erleben-online.de/nilgans