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Novembertag im Kraichtal

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Nicht nur die Flora und Fauna im Kraichtal sind bemerkenswert; auch die Landschaft hat – wie einige Beiträge im Blog aufzeigen – einiges zu bieten. Von vielen Punkten aus kann man die Natur in dieser tollen Landschaft genießen. Es lohnt sich, innezuhalten und sich auch einmal die Zeit zu nehmen, um genauer hinzuschauen. In diesem Jahr bietet auch der November bisher – nach einem „Goldenen Oktober“  – weitere  „sonnige und spätherbstliche Momente“   im Kraichtal:

Tolle Aussichten

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Tolle Aussichten sind nicht vom Wetter abhängig, wie das Titelbild des Beitrages beweist. Hier hat sich gerade ein kurzes Sommergewitter über der Ravensburg in Sulzfeld ausgetobt. Soeben hat es die Sonne  wieder durch die Wolken geschafft. Die regennassen Straßen glänzen im Sonnenlicht. Das Foto entstand oberhalb von Bahnbrücken. Ich finde, dass dies ein spektakulärer Moment war. Allerdings wurde es dann auch in Bahnbrücken recht ungemütlich. Das Gewitter mit Starkregen war schneller da als vermutet (Entfernung Bahnbrücken-Ravensburg bei Sulzfeld ca. 5 km Luftlinie)

Das Kraichtal ist ein toller und sehenswerter Teil des Kraichgaus, umgeben von weiteren spektalulären Landschaften. Nicht ohne Grund wird der Kraichgau – und damit auch das Kraichtal – als „Land der 1000 Hügel“ oder als die „Badische Toskana“ bezeichnet. Zwischen den zahlreichen Hügeln finden sich die Dörfer – und rings um die Dörfer verlaufen noch teilweise Streuobstwiesen und breite Heckenstreifen. Blick vom Kraichtal nach Norden. Am Horizont sind an manchen Tagen die ersten Berge des Odenwaldes zu sehen.

Ein Blick nach Norden von Oberacker aus: Die Fernmelde-, Funk- und Fernsehtürme auf dem Königsstuhl bei Heidelberg

Fernmeldeturm der Telekom, Fernsehturm des SWR und ehemaliger Fernmeldeturm der US-Armee (dieser wurde 2007 stillgelegt und an das Land Baden-Württemberg zurückgegeben; heute zivile Nutzung, bestückt mit zahlreichen Antennen)

Das Kraichtal ist mit seinen Lößböden ein sehr fruchtbares Land. Wo es das Geländeprofil hergibt, wird Ackerbau und Landwirtschaft betrieben. Auf diesem Bild wird der Verlauf des Geländes besonders deutlich. Oft gibt es innerhalb eines Feldes mehrere Meter Höhenunterschied.

Der Blick nach Osten zeigt schon die ersten Erhebungen des Zabergäus. Was das Kraichtal interessant macht, sind die ständig wechselnden Horizontverläufe, die teilweise atemberaubenden Ausblicke – aber auch die Möglichkeit, sich an vielen Stellen auf bequemen Bänken auszuruhen und diese Aussichten  zu genießen.

Im Süden Kraichtals steht diese Bank, die einen tollen Blick auf das Hügelland und die ersten Ausläufer des Nordschwarzwaldes bietet. Darüber hinaus könnte sie sicher viel erzählen …

Liebe in Holz geschnitten.

Wenn im Nordschwarzwald der erste Schnee gefallen ist, kann man es von hier aus sehen …

Und nun bleibt noch der Blick nach Westen hinüber in die Rheinebene. Meist ist es dort sehr dunstig. Doch bei einigermaßen gutem Wetter reicht die Sicht schon einige Kilometer weit.

Ein Blick von einer Anhöhe oberhalb von Kraichtal in der Nähe des Flugplatzes der Gleitschirmflieger nach Westen hinüber in die Rheinebene. Vorn erkennt man die Kirche von Unteröwisheim – und am Horizont wird im Dunst ein Gebäude mit vier Türmen sichtbar …..

Rechts befindet sich die evangelische Kirche von Unteröwisheim, links der Speyerer Dom.  Datum der Aufnahme: 08.11.2018; 10:38 Uhr

Tatsächlich ist dies der Dom von Speyer – von Kraichtal aus gesehen. Im Hintergrund kann man die Silhouette der Berge des Pfälzer Waldes erahnen. Odenwald, Gäu, Nordschwarzwald und die Rheinebene mit den Bergen des Pfälzer Waldes bilden eine ferne Kulisse für das Kraichtal und für den Kraichgau. Aber es lassen sich bei uns im Kraichtal auch noch viele andere sehenswerte Dinge  entdecken……

(Entfernung Luftlinie: Vom Gleitschirm-Fllugplatz Oberacker bis zum Speyerer Dom sind es ca. 31 km)

Neu im Kraichtal angekommen: Zebus

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Seit einiger Zeit sind auf der Gemarkung von Kraichtal auch Zebus zu sehen. Bei den Zebus handelt es sich um eine alte Rinderrasse aus Mittelasien, die schon im 3. Jahrtausend vor Christus vorkam. Der Begriff „Zebu“ bedeutet Buckel. Zebus sind also Buckelrinder. Es gibt zahlreiche Zebu-Rassen. Bei den bei uns im Kraichtal gehaltenen Zebus handelt es sich meist um Zwergzebus. In Baden-Württemberg wurde schon in den 1990er Jahren ein Zuchtbuch eingerichtet.  So stammen die meisten in Deutschland gehaltenen Zwergzebus aus Baden-Württemberg.

Zebus sind äußerst genügsam und werden  häufig in der Landschaftspflege eingesetzt, weil sie sehr geschickt und hangsicher sind. Bei uns in Baden-Württemberg werden Zebus meist in Mutterkuhhaltung in Verbindung mit der Landschaftspflege gehalten. Dabei werden Verbuschungen entfernt, ohne dass zu große Trittschäden entstehen.

Zudem sind sie gut an heiße Sommer angepasst und weniger gegen Sonneneinstrahlung und Krankheiten anfällig. Deswegen kann bei Zebus auf die übliche Impfung gegen viele Rinderkrankheiten verzichtet werden.

Da sie Schwarzdorn und Weißdornbüsche und Disteln verzehren, können sie auf Flächen gehalten werden, die seit Jahren nicht bewirtschaftet wurden und daher stark verbuscht sind. Dadurch kann das Gelände wieder von den typischen Wiesenpflanzen und den auf Wiesen lebenden Tieren besiedelt werden.

Weil Zebus so genügsam sind, kann auf die Zufütterung von Kraftfutter verzichtet werden.  Im Gegensatz zu anderen Rinderrassen ist ihre Pansenflora nämlich auf rohfaserreiche Nahrung abgestimmt.

Hier verzehrt gerade ein Zebu-Kalb die stacheligen Brombeertriebe.

Zebus können bei uns ganzjährig im Freien gehalten werden; im Winter benötigen sie jedoch einen zugluftfreien Unterstand. Nur bei extremer Kälte müssen sie von der Weide geholt werden.

Die Zufütterung erfolgt im Winterhalbjahr mit Heu und Stroh.

 

Herbst im Kraichtal

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Ein schöner Herbstmorgen. Leichter Dunst liegt über dem Kraichtal mit seinen sanften Hügeln und zahlreichen Wäldern und Hecken. Gelb- und Rottöne beherrschen das herbstliche Bild.

Das Gelb der Pappeln mischt sich mit dem Grün der anderen Bäume – und dazwischen das rot werdende Laub des Waldes und der Streuobstwiesen im Hintergrund.

Die Roteiche, die in Nordamerika für die Rottöne im „Indian Summer“ sorgt, zeigt ein Farbspiel unterschiedlicher Rot- und Gelbtöne der Blätter.Die Roteiche ist nur vereinzelt im Kraichtal zu sehen. Wo sie aber angepflanzt wurde, bietet sie im Herbst ebenfalls ein farbenprächtiges Bild.

Auch das Pfaffenhütchen erweitert das rote Farbspektrum mit seinen Früchten.Die Mehlbeere taucht im Kraichtal vereinzelt auf. Sie gehört zu den Rosengewächsen und zeigt ähnliche Früchte wie die Hagebutten der Heckenrose. Allerdings tragen die Zweige der Mehlbeere keine Stacheln oder Dornen.

Zwar trägt die Traubeneiche noch Früchte, doch liegt schon ein Großteil der Eicheln auf dem Waldboden. In diesem Jahr gibt es viele Eicheln; es ist ein „Mast-Jahr“. Die Wildtiere werden in diesem Winter ein großes Futterangebot vorfinden.

Herbst im Rotbuchen-Wald

Auch hier gibt es in diesem Jahr ein reichhaltiges Futterangebot für den Winter.Die Bucheckern sind bei vielen Kleinsäugern, aber auch vielen Vogelarten sehr begehrt.Normalerweise sind die Schlehen – die Früchte des Schwarzdorns – um diese Zeit noch prall gefüllt, die lange Trockenheit hat aber auch hier ihre Spur hinterlassen.

Auch die zahlreichen Heckenrosen und der bei uns recht häufig anzutreffende Schneeball bringen Farbe in die Hecken.

Aber auch das ist der Herbst im Kraichtal: blühende Zwischenfrucht-Felder.

Ob die Sonnenblumen noch Früchte hervorbringen können, hängt jetzt davon ab, wann es die ersten Fröste gibt …

Hier finden letzte Insekten Nahrung und Kleintiere Schutz. Und auch dem Boden tun die Pflanzen gut; er wird gelockert und durchlüftet und erhält viele Nährstoffe.

Wer sich nach einer längeren Wanderung ausruhen möchte, der findet hier zahlreiche Möglichkeiten. Zudem bieten die meisten Bänke herrliche Ausblicke auf die Kraichtal-Landschaft.Hier ein Blick nach Osten in die sanft geschwungenen Hügel des Kraichgaus.

Admiral

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Der Admiral ist eine für das Kraichtal sehr typische Schmetterlingsart. Er gehört zu den Edelfaltern und fällt durch seine auffallende Flügelzeichnungen auf. Wegen der weißen Zeichen, die in ähnlicher Form auch auf historischen Admiralsuniformen zu sehen waren, hat man ihm diesen Namen gegeben.

Der Admiral gehört zu den „Brennnessel-Faltern“ , weil sich seine Raupen ausschließlich von der Großen Brennnessel ernähren.

Der Admiral fliegt bei uns in einer Generation von Juni bis Oktober. In warmen Regionen Mitteleuropas gibt es bis zu 4 Generationen, die von Februar bis November fliegen. Hier saugt ein Weibchen gerade an Tierkot. Man kann das Weibchen an winzig kleinen weißen Flecken im roten Flügelstreifen erkennen.

Der Admiral ernährt sich von verschiedenen Blütenpflanzen (Schmetterlingsflieder, Brombeeren, Wasserdost, etc.), aber auch von den in Exkrementen oder in Aas enthaltenen Nährstoffen (z. Beispiel Tierkot, kleinen Kadavern). Im Herbst stellt er sich oft in den Streuobstwiesen ein, wo er an geplatzten oder zerquetschten Früchten saugt. Wie zu sehen ist, unterscheidet sich die Unterseite der Flügel deutlich von der Oberseite.

Die Männchen des Admirals warten  von höheren Standorten aus (hier der Stamm eines Obstbaums in einer Streuobstwiese) auf vorbeifliegende Weibchen. Die Männchen kann man daran erkennen, dass sie in den roten Streifen keine weißen Flecken besitzen. Wegen des günstigen Klimas überwintern viele Schmetterlinge aus unserer Region bei uns – oder in anderen warmen Teilen Südwestdeutschlands oder Frankreichs. Schmetterlinge aus Mitteleuropa ziehen im Sommer nach Norden bis Südskandinavien – und kehren im Winter in ihre Überwinterungsgebiete in Südwestdeutschland und Ostfrankreich zurück.

Es ist Oktober. Hier besucht gerade ein Admiral die jetzt in Vollblüte stehenden Efeuranken. Er hat schon ziemlich viel mitgemacht – und er scheint manchem Vogelangriff entkommen zu sein.

C-Falter

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Der C-Falter ist im Kraichtal recht häufig anzutreffen. Er gehört zur Familie der Edelfalter und hat eine Flügelspannweite von 50 mm. In seiner Färbung ist er recht variabel; es gibt helle und dunkel gefärbte Exemplare.  Seinen Namen hat er erhalten, weil er auf den Unterseiten der Hinterflügel eine weiße „C-förmige“ Zeichnung trägt.

    Der C-Falter ist bei uns den ganzen Sommer über zu sehen. Sie sind bei uns in 2 Generationen anzutreffen. Die Sommergeneration kann bei uns meist überwintern.

Neben Blütenpflanzen wie hier der Wasserdost oder der Sommerflieder kann man den C-Falter auch an zerquetschtem Obst antreffen.

Vorsicht, aber keine Panik: Hornissen im Herbst

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Es ist Anfang Oktober. In den letzten Wochen kursierten Berichte über Hornissen-Angriffe in den Medien. In den Schlagzeilen war von „Überfall“ und „Jagd auf Rentner“ die Rede. Auch in der Nähe des Kraichtals gab es in Weingarten bei Karlsruhe einen Vorfall mit mehreren Betroffenen. Einige wurden sogar ernstlich verletzt. Auch dieser Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Dabei werden Hornissen doch als sehr friedliche Insekten beschrieben, die am Menschen keinerlei Interessen haben. Stimmt das alles etwa doch nicht?

Zunächst muss man wissen, dass Hornissenvölker im September den Höhepunkt ihrer Entwicklung  erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt umfassen die Hornissenvölker im Nest – je nach Größe des Nestes – mehrere Hundert Tiere. Diese haben vor allem 2 Aufgaben. Sie müssen Nahrung für die Brut herbeischaffen – und sie müssen das Nest mit der Königin verteidigen. Im Verteidigungsfall geben die Hornissen Alarmstoffe ab, der die Arbeiterinnen im Nest alarmiert und der sich als Duftwolke im Nestbereich und darüber hinaus verbreitet. Dies geschieht jedes Mal, wenn sich die Hornissen bedroht fühlen, z. B. , wenn sich jemand dem Nest zu weit nähert oder sich gar daran zu schaffen macht. Sobald dieser Alarmstoff in der Luft ist, beginnt ein massiver Angriff auf alles, was sich in der Umgebung bewegt. Heftige und schnelle Abwehrbewegungen verstärken diesen Effekt noch. In einem größeren Abstand vom Nest lassen die Hornissen nach und kehren zum Nest zurück. Es muss ja Nahrung für die Königin und die Brut beschafft werden. Nun zurück zu dem Hornissenangriff in Weingarten: Die Experten sind sich einig, dass im vorliegenden Fall eine Störung vorgelegen haben muss, denn von sich aus greifen Hornissen uns Menschen nicht an.

Arbeiterinnen bewachen den Eingang ihres Nestes im Apfelbaum auf dem Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal bei Oberacker.

Jungköniginnen sind ausgeflogen und verpaaren sich außerhalb des Nestes mit den Drohnen, die in der Umgebung des Nestes schon auf sie gewartet haben.

Es entstehen regelrechte „Hornissen-Knäuel“, wenn mehrere Drohnen versuchen, sich mit einer Jungkönigin zu paaren. Nach der Paarung verlassen die Jungköniginnen für immer das Nest und suchen sich einen sicheren Unterschlupf für den Winter. Die alte Königin wird jetzt von den Arbeiterinnen nicht mehr gefüttert und verlässt das Nest ebenso. Kurze Zeit später wird sie sterben.

Wenn je nach Witterung im September und Anfang bis Mitte Oktober die alte Königin und die jungen Königinnen das Nest verlassen, dann verliert die ausgeklügelte Arbeitsteilung unter den Arbeiterinnen ihre Ordnung. Als Folge davon erweitert sich auch der Gefahrenbereich um das Nest. Auch laute Geräusche und heftige, hastige Bewegungen können nun von den Hornissen als Angriff auf das Nest gedeutet werden.

Aber auch im Kraichtal gab es ein „Hornissen-Problem“: Auf dem Gelände des Gleitschirmclubs in Kraichtal-Oberacker hatte ein Hornissenvolk in einem Apfelbaum ein Nest gebaut. Obwohl  das Nest in unmittelbarer Nähe des Startplatzes liegt, gab es im Verlauf des Sommers keinerlei Probleme mit den Insekten. Nun war das jährliche „Fliegerfest“ geplant. Aufgrund der Meldungen aus Weingarten verschob man das Fest, sperrte den Bereich um den Baum mit Bändern ab – und stellte Warnschilder auf, die auf die mögliche Gefahr hinwiesen. Diese Reaktion der Verantwortlichen war vorbildlich: Anstatt Panik zu verbreiten, die Verlegung des Nestes oder gar die Vernichtung des Hornissenvolkes zu fordern, reagierte man total unaufgeregt und nahm die Sache so hin, wie sie war. Gefeiert wurde in kleinem Rahmen trotzdem – in sicherer Entfernung vom Nest. Was mir aber vor allem sehr gefallen hat, war die Erklärung, mit der  die Absage des Festes der Öffentlichkeit gegenüber begründet wurde:

„Gerade unser Sport ist sehr abhängig von der Natur: es ist beispielsweise lebenswichtig das Wetter richtig einzuschätzen. Und da wir so sehr von der Natur und der Umwelt abhängig sind, müssen wir diese auch entsprechend behandeln- auch wenn es „nur“ um ein Hornissennest geht und um Wächter die ihre neue Königin beschützen wollen…“

(Auszug aus der “ Mitteilung des Vereins über die Gründe der Absage des „Fliegerfestes“ in den verschiedenen Medien).

Flug-Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal. Die Absperrbänder sind inzwischen entfernt. Im Apfelbaum (in der Mitte) hat  zur Straßenseite hin ein Hornissenvolk ein Nest gebaut.

Auch der Hinweis: „Vorsicht Hornissen“   verstärkt die Haltung  des Vereins.  Das Schild sagt aus, dass es hier Hornissen gibt – und dass man in diesem Bereich vorsichtig sein- und sich an Spielregeln halten muss. Stünde auf dem Schild „ACHTUNG HORNISSEN!“, hieße das nämlich, dass es hier  – was überhaupt nicht zutrifft – grundsätzlich gefährlich ist. Ich finde die Art und Weise, wie der  Verein mit dieser schwierigen Situation (vor dem Hintergrund der Vorfälle in Weingarten) umgegangen ist, ganz toll! Hier hat man verstanden, dass es im Umgang mit der Natur vor allem darum geht, das, was in der Natur geschieht zu respektieren – und dass auch die Hornissen ein Recht auf den vom Menschen beanspruchten Lebensraum haben, den man teilen kann! Gerade, weil der Verein sicherlich wegen der Absage finanzielle Einbußen hatte, ist eine solch unaufgeregte Reaktion vorbildlich! Dass es aber auch Fälle geben kann, wo die Umsiedlung eines Hornissennestes notwendig wird, bleibt unbestritten.

Gerade über Hornissen und ihre Gefahr für den Menschen existieren immer noch viele Mythen. Deswegen kommt bei vielen Menschen Panik auf, wenn sie diesen – eigentlich so friedlichen – Insekten begegnen. Panik ist sicher nicht angebracht, aber Vorsicht und Respekt Tieren gegenüber, die  im Nahrungskreislauf  ihres Lebensraumes eine – auch für uns Menschen so wichtige – und deshalb auch schutzwürdige – Rolle spielen.

(*Hinweis: Für die Veröffentlichung von Teilen der Erklärung des Vereins in diesem BLOG  erhielt ich die persönliche Genehmigung.)

Wie Thomas Bratzel die Natur im Kraichtal sieht und darstellt

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Und hier wieder einmal ein künstlerischer Beitrag über Tiere, die man hier bei uns noch beobachten kann. Gezeichnet wurden diese tollen Bilder  – wie die anderen Grafiken in meinem BLOG auch  – von Thomas Bratzel. Warum ich diese Grafiken veröffentliche? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens, weil ich sie für schön finde – und zum zweiten, weil man in einer Grafik alle wichtigen Merkmale besonders deutlich herausstellen kann, wie dies bei einem Foto nicht immer möglich ist. Und zudem ist es mir zum Beispiel kaum möglich, Fotos von einem Hecht in seiner natürlichen Umgebung zu machen. Denn ein solches Foto werde ich wahrscheinlich nie liefern können. Dafür fehlen mir einfach die technischen Voraussetzungen, die man für solche Unterwasserbilder braucht. Und ob ich Lust hätte, mich in den Tonbergsee bei Gochsheim zu stürzen – um vielleicht nach etlichen  vergeblichen Tauchgängen einmal einen Hecht fotografieren zu können- diese Frage brauche ich mir erst gar nicht zu stellen. Und ein Foto braucht man sowieso nicht, wenn man einen solch begabten Künstler als Bildquelle hat.

Tipp: Wenn Sie im BLOG auf  die Suche nach den Grafiken und Beiträgen von Thomas Bratzel gehen, dann müssen Sie nur den Begriff „Grafik“ oder „Thomas Bratzel“ eingeben; dann werden alle Grafiken und Infos zu diesen Kategorien aufgelistet.

 Thomas Bratzel: „Braunkehlchen“ vom 11.03.04

Thomas Bratzel: „Gartenrotschwanz“ vom 14.09.99

Thomas Bratzel: „Mauersegler“ vom 14.09.99

*Die Veröffentlichung der Bilder von Thomas Bratzel in diesem BLOG erfolgt im Einvernehmen mit dem Künstler. Auch für die Verwendung dieser Bilder gelten die Bestimmungen des Urheberrechts (Weitere Infos unter Datenschutz und Impressum).

Einem Hobbykünstler über die Schulter geschaut

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Thomas Bratzel. Ein – meiner Meinung nach – hochbegabter Hobbykünstler, der sich mit verschiedenen Techniken den Natur-Portraits verschrieben hat. Dass er ein Naturfreund ist und einen genauen Blick für die Details hat, zeigt sich in beeindruckender Weise in seinen Bildern. Darüber hinaus hat er eine große Sachkenntnis, die das Ergebnis jahrzehntelanger intensiver Naturbeobachtung ist. Schon während seiner Kindheit beschäftigte er sich mit der Beobachtung von Tieren und Erforschung seiner Umgebung. Über die phantastische Detailtreue braucht man eigentlich kein Wort verlieren, wenn man seine Bilder sieht.

Dass er ein Pferdefreund und Pferdekenner ist, sieht man in seiner Wohnung, wo sich zahlreiche Pferde-Darstellungen entdecken lassen. Hier arbeitet er gerade an einem Pferde-Portait. Das Bild wird ein Pferd der Rasse  „Achal Tekkiner“ zeigen. Eine Pferderasse, die es ihm angetan hat. Er ist selbst Besitzer einer Achal-Teke-Stute, mit der er oft im Kraichtal unterwegs ist. 

Das Bild ist noch lange nicht fertig. Ich bin schon gespannt, wie es aussehen wird. Gerade ist Thomas bei der Ausgestaltung des Randes mit Buntstiften. Das fertige Bild soll mehrere Techniken enthalten. Jedenfalls lässt sich nur erahnen, wie viel Zeit, Ausdauer und Fleiß in seinen Bildern steckt.

Die Pferderasse „Achal Tekkiner“ oder das „Achal-Teke-Pferd“ zählt zu den ältesten Pferderassen und stammt aus Zentralasien. Seit mehr als 3000 Jahren kennt man diese Pferderasse. Diese Pferde sind sehr robust und ausdauernd und an extreme Klimabedingungen (z.B.Wüsten oder Trockensteppen) angepasst. Mit den sehr genügsamen Pferden konnte man lange Strecken zurücklegen. Es waren Kriegspferde. Heute finden  Achal-Teke-Pferde als schnelle Rennpferde und Pferde für Distanzrennen Verwendung. Bei dem dargestellten Pferd mit seinem auffälligen Zaumzeug und den Schmuckriemen fühlt man sich in Zeiten zurückversetzt, wo Könige, Feldherren oder Fürsten ihr erfolgreiches Pferd geschmückt haben. In mir weckt es die Erinnerung an historische Romane aus dem Bereich der Assyrer und Perser.

Thomas Bratzel wird sicher noch eine ganze Weile mit diesem Bild beschäftigt sein. Jedenfalls wird auch dieses Pferde-Portrait zu einem weitereren Beleg für seine außergewöhnliche Begabung werden. Dessen bin ich mir jetzt schon sicher.

Übrigens: So sieht es aus, wenn Thomas mit seiner Achal-Teke-Stute im Kraichtal unterwegs ist. …. Die Stute heißt übrigens „Hayat“.

Unter der Kategorie „Grafik“ finden sich alle bisher im BLOG enthaltenen Beiträge über Thomas Bratzel.

Der Tisch ist reich gedeckt in diesem Jahr: Obstgarten Kraichtal

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Man findet sie hier noch; ja sie sind typisch für das Kraichtal: die Streuobstwiesen rund um die Dörfer. Zwar sind große Teile in den Fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zugunsten von Obstplantagen verschwunden, doch gibt es sie zum Glück noch im Kraichtal. Denn sie erfüllen wichtige ökologische Funktionen als Lebensraum für zahllose Tiere, darunter auch vom Aussterben bedrohte Tierarten. Solche Obstanlagen umgaben die meisten Orte im Kraichtal. Die geernteten Früchte waren einen wichtiger Beitrag zur winterlichen Versorgung mit Obst und dem „Haustrunk“, dem Most.

Hier ein Teil einer Streuobstwiese im Frühsommer, wie man sie bei uns im Kraichtal noch häufig finden kann. Alte und junge Bäume in den verschiedensten Wuchsformen finden sich hier. Apfel- und Birnbäume, Kirschen und Zwetschgen, aber auch zahlreiche Walnussbäume, Quitten und Mirabellenbäume sind in einer solchen Streuobstwiese zu entdecken. Und man muss schon überdurchschnittliche Kenntnisse haben, wenn man die zahlreichen Sorten bestimmen und unterscheiden will. Denn im Gegensatz zum Supermarkt finden sich hier vor allem robuste Obstsorten, bei denen es keine Chemie braucht.  Manchmal findet sich auch ein Wurm in den Äpfeln, Birnen oder Kirschen. Dann schneidet man eben die befallenen Teile heraus und verarbeitet sie zu Kompott, Saft, Brei oder Marmelade und Gelee. Dafür wird aber eine breite Palette an Geschmack und Verwendungsmöglichkeit der verschiedenen Obstsorten geboten, wie man sie im Supermarkt sicher nicht in dieser Vielfalt geboten bekommt. Die folgenden Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem Kraichtaler „Freiluft-Obst-Angebot“, das Ende Mai mit den ersten Kirschen beginnt – und im Oktober mit den Quitten und Walnüssen endet.

Mit den Kirschen fängt es im Frühsommer an:… und auch hier gibt es zahlreiche SortenDann kommen ab Mitte Juli die ersten frühen Apfelsorten:Ab August fächert sich die „Apfel-Palette“ immer weiter auf.

der legendäre „Lederapfel“ der sich gut lagern lässt und bis weit ins nächste Jahr hinein tolle Obstkuchen liefert ….Ab Ende August bis Ende September erscheinen dann die Zwetschgen auf der BühneKuchen, Marmelade, Hochprozentiges …. oder einfach so essen!

Jetzt sind auch die Mirabellen mit ihren zahlreichen Sorten und die Pfirsiche reif. Allerdings findet man sie seltener in Streuobstwiesen sondern in Weinbergen und anderen warmen Standorten in kleinen Gruppen oder als Einzelbäume.

Auch bei den Mirabellen gibt es zahlreiche Sorten, die sich durch ihre Form, ihre Färbung und ihren Geschmack unterscheiden. Im Kraichtal werden sie oft zu „Hochprozentigem“ verarbeitet. Die gelben Sorten finden aber auch Verwendung als Kompott.

Auch Pfirsiche sind im Kraichtal als Einzelbäume oder in kleinen Gruppen an warmen Standorten zu finden.September/Oktober: Jetzt sind die Quitten und Walnüsse an der Reihe – und auch die zahlreichen Birnensorten bereichern das Obstangebot.„Birnen-Quitte“Und die „Apfel-Quitte“Schmackhafte Birnen mit verschiedensten Aromen hängen an den Bäumen. Wie bei den anderen Obstsorten gibt es auch bei den Birnen zahllose Arten.Tafelbirnen und Mostbirnen unterscheiden sich deutlich. Die Tafelbirnen sind Züchtungen aus den wilden Birnensorten. Sie sind groß und deutlich „birnenförmig“. Es gibt – wie bei den Äpfeln –  mehrere Hunder Arten davon. Sie unterscheiden sich durch den Zeitpunkt der Reife, die Farbe, den Geschmack und die Lagerfähigkeit. Tafel- oder Speisebirnen gehören zu den Edelbirnen. In Streuobstwiesen spielen die Edelbirnen nur eine sehr untergeordete Rolle. Meist findet man sie als Einzelbäume oder in kleinen Gruppen an warmen Standorten.Die zahlreichen Mostbirnen sind meist viel kleiner und sehen oft wie kleine Kugeln in Walnussgröße aus. Sie wurden früher dem regionalen Haustrunk, dem „Most“ beigemischt und verliehen ihm die typisch gelbe Farbe. Außerdem enthalten die Früchte viel Gerbstoffe, welche sie für den direkten Verzehr nicht geeignet machen. Mostbirnen sind im Gegensatz zu den Edelbirnen typische Vertreter der Streuobstwiesen.

Walnussbäume sind typisch für den Kraichgau. Oft sind es imposante Bäume mit oft mehr als 20 m Wuchshöhe und weit ausladenden Kronen.Allerdings wird die Ernte durch die Nussbaum-Fruchtfliege beeinträchtigt. Die Larven der Fliege zerstören die äußere Fruchthülle. Diese wird dann schwarz; bei Regenwetter ist sie schmierig-schleimig. Glücklicherweise schadet dies aber der eigentlichen Nuss im Inneren der Schale nicht. Das Ablösen der schwarzen Fruchthülle ist manchmal sehr mühsam.

Die schwarze Fruchthülle lässt sich – wenn auch manchmal sehr mühsam – entfernen; die Qualität der Nüsse leidet nicht darunter – und man kann sie ohne Bedenken essen. Allerdings sollte man sie vor dem endgültigen Einlagern gut trocknen.