Kategorie:Korbblütengewächse

Rainfarn

Er heißt zwar „Rainfarn“, ist aber keine Farnpflanze sondern er gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Den Namen hat er aber wegen seiner Blätter, die wie  Farnblätter aussehen,  erhalten . Der Rainfarn ist eine kräftige, ausdauernde Pflanze, die mehr als einen Meter hoch werden kann. Bei uns im Kraichtal ist er seit ein paar Jahren recht häufig anzutreffen. Man findet ihn an Wegrändern, an Bahndämmen, aber auch auf Schuttplätzen, Unkrautfluren und Ödflächen. Der Rainfarn hat einen Blütenstand, der aus vielen einzelnen Blütenständen – den gelben Blütenkörbchen –  besteht. Diese haben etwa einen Durchmesser von jeweils 1 cm und sind 5 bis 6 mm hoch. Wegen der knopfartigen Form dieser einzelnen Blütenstände wird er in manchen Gegenden auch  „Westenknöpfle“ genannt.Der Rainfarn ist ein ausgesprochener Sonnenspezialist. Deswegen stellt er seine Blätter im vollen Sonnenlicht senkrecht nach Süden; somit vermeidet er eine Überhitzung der Blätter. Pflanzen mit solchem Verhalten nennt man „Kompasspflanzen“, da die Blätter nur mit den Blattkanten dem vollen Sonnenlicht ausgesetzt sind, wenn die Sonne zur Mittagszeit im Süden steht.Wie bei vielen Pflanzen im Kraichtal sind alle Teile des Rainfarns giftig.  Da er viele ätherische Öle (unter anderem Campfer) enthält, hat er eine Bedeutung als Duftpflanze, aber auch in der Pflanzenheilkunde findet er Verwendung. Für manche Menschen wirkt der Geruch anziehend, viele finden ihn aber abstoßend. Die Blätter und Blüten enthalten insektenabweisende Wirkstoffe. Daneben kann Rainfarn auf der Haut Kontaktallergien auslösen. Eine weitere Verwendung findet der Rainfarn als Färbepflanze. Bei entsprechender Behandlung werden dunkelgelbe oder dunkelgrüne Farben erzeugt.

Gewöhnlicher Löwenzahn

Der Gewöhnliche Löwenzahn ist eine artenreiche Pflanzengruppe, die zur Familie der Korbblütengewächse gehört.  Der „Löwenzahn“, wie alle ähnlichen Pflanzen dieser Gruppe bezeichnet werden, ist – neben dem „Gänseblümchen“ – wahrscheinlich unsere bekannteste Blütenpflanze. Sie dominiert mit ihrer gelben Blütenpracht die Wiesen und Wegränder im Frühling. Sie liebt nährstoffreiche Böden. Man kann den Löwenzahn aber auch auf Unkrautflächen, Mauerritzen oder auf Gehwegen finden. Obwohl er oft wegen seines massenhaften Vorkommens in unseren Hausgärten massiv bekämpft wird, hat er in manchen Regionen eine große Bedeutung als Nahrungs- und Genussmittel. Aber auch in der Medizin, Volksheilkunde und Homöopathie spielte und spielt er eine bedeutende Rolle.Eine Wiese im April. Hier hat der Löwenzahn große Bestände gebildet. Offenbar wurde die Wiese bisher noch nicht gemäht. Deswegen sind die  Blütenstiele recht lang.Am Rand einer Böschung, die häufig gemäht wird, bildet der Löwenzahn nur ganz kurze Triebe aus, wie dies auch in den Rasenflächen der Hausgärten der Fall ist. Die Blütenstiele liegen oft am Boden an und überstehen dadurch das Mähen.Diese kräftige Pflanze hat am Rande eines Ackers die Bodenbearbeitung überlebt. Man sieht ihr an, dass der Boden gut mit Nährstoffen versorgt ist. Hier kann man auch erkennen, woher der Löwenzahn seinen Namen bekommen hat. Die gezahnten Blätter wurden mit dem Gebiss eines Löwen in Verbindung gebracht. Junge Blätter werden auch in manchen Gegenden als Gemüse oder Salat verwendet.  Dies kann allerdings Folgen haben: Wegen der harntreibenden und leicht abführenden Inhaltsstoffe des Löwenzahns hat er im Volksmund auch die entsprechenden Namen erhalten : „Bettnässer“ oder „Bettschisser“ und viele andere mehr. Weil der Löwenzahn viele Bitterstoffe enthält, werden inzwischen auch einige kultivierte Löwenzahn-Züchtungen zur Verwendung angeboten.Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal des Löwenzahns ist der hohle Stiel des Blütenstandes. Bei vielen ähnlichen Verwandten ist der Stängel nicht hohl. Der Löwenzahn wird auch als „Kuhblume“ oder bei uns im Kraichtal als „Milchbusch“ bezeichnet, weil er einen weißen, milchartigen Saft enthält. Hier sieht man, wie der weiße Milchsaft aus dem abgetrennten Blütenstiel quillt. In der Volksheilkunde wird dieser auch als Mittel gegen Warzen und Hühneraugen empfohlen. Was wie eine Blüte aussieht, ist keine Blüte – sondern eigentlich eine Ansammlung von ganz vielen Einzelblüten. Die gelben, leicht gezähnten,  zungenförmigen Blütenblätter  am Rand des Blütenstandes verstärken nur die Lockwirkung der vielen Blüten für mögliche bestäubende Insekten.Alle Korbblütengewächse bilden ein tellerartig vertieftes Körbchen aus,  in welchem sich die vielen Einzelblüten befinden. Durch die vielen Hüllblätter wirkt der gesamte Blütenstand wie ein Korb, aus dem dann die Blütenblätter hervorragen. Während der Nacht und bei Regen sind die Blütenstände während der mehrere Tage andauernden Blütezeit geschlossen. Morgens öffnen sie sich dann wieder.Der Löwenzahn spielt als „Bienenweide“ eine sehr große Rolle, weil er relativ früh im Jahr in großen Mengen vorkommt. Seine Blüten locken zahlreiche  Insekten an: Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, aber auch viele Käferarten profitieren vom reichen Nektar- und Pollenangebot. Die einzelnen Blüten reifen von außen nach innen. Bei dieser Biene ist auch das gelbe Pollenpaket an den Hinterbeinen sichtbar.Auf dem Bild ist gerade ein Trauer-Rosenkäfer, der besonders gern die Blütenstände von Korbblütengewächsen besucht, dabei, an die Nektar-Vorräte der vielen Blüten zu kommen. Meist beschäftigen sich die Käfer minutenlang an einem Blütenstand, den sie dann mit deutlich sichtbaren Spuren verlassen.Gegen Ende der Blütezeit verfärben sich die zahlreichen Hüllblätter braun. Dann schließt sich der Blütenstand und die getrockneten Blütenblätter fallen ab.

Ein reifer Löwenzahn; jetzt nennt man ihn „Pusteblume“. Die Flugfrüchte warten nun auf Wind

Die gelben Blütenblätter sind abgefallen, die Kelchblätter nach unten geklappt. Der Blütenboden des „Körbchens“ ist leicht nach oben gewellt. Die reifen Flugfrüchte bilden jetzt eine weiße Kugel.Jede Frucht hat ihren eigenen „Fallschirm“. Die Früchte besitzen zahlreiche Häkchen. Hier die Früchte des Löwenzahns in Vergroßerung. Deutlich sichtbar sind die Stellen, an denen kurz zuvor noch andere Früchte mit ihren Fallschirmchen gestanden haben.

Gemeine Wegwarte oder Zichorie

Die Gemeine Wegwarte oder Zichorie wächst an Wegrändern und gehört zur Familie der Korblütengewächse. Die Wegwarte kann Wuchshöhen bis über einen Meter erreichen. Sie ist ausdauernd, das heißt sie blüht mehrjährig. Die Pfahlwurzel, die sie aubildet, reicht tief in die Erde. Die Zungenblüten sind himmelblau. Schwebfliegen und Bienen sind die wichtigsten Bestäuber.

Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wirklichkeit ein Blütenstand mit vielen Zungenblüten. Die Blütenstände öffnen sich nur morgens und nur für einen Tag.

Die Blütezeit reicht von Juni bis zum Oktober.

Die Wegwarte ist eine alte Arzneipflanze, die bei vielen Beschwerden verwendet wurde – und auch noch heute noch als Arzneipflanze verwendet wird. Um die Wegwarte ranken sich viele Mythen und Sagen. Auch einige Dichter haben sich mit verschiedenen lyrischen Texten ihrer angenommen.

Kulturformen der Wegwarte sind: Chicoree, Zuckerhut, Radiccio, Schnittzichorie und Wurzelzichorie. In Notzeiten wurde aus der Wurzel der Wegwarte Kaffee hergestellt. Dieser diente als Ersatz für den Bohnenkaffe, der kaum zu beschaffen war.

Huflattich

Der Huflattich gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Diese Familie ist sehr artenreich und mit zahlreichen Arten bei uns im Kraichtal vertreten. Er ist ein Frühblüher. Die Blüten erscheinen lange vor den Blättern. Die Blütezeit ist von Februar bis April. Er liebt lehmhaltige Böden und mag es warm. Unter günstigen Bedingungen kann es zu Massenausbreitungen kommen wie hier auf dieser Ackerfläche, auf der von September ab eine Zwischenfrucht-Kultur ausgesät wurde. Erst wenn die Pflanze verblüht ist, erscheinen die Laubblätter. Während der Blütezeit kann man am Stängel schuppenartige Blättchen erkennen.

An den Stängeln sind die schuppenförmigen Blättchen zu sehen.

Die Blüten, die bei allen Korbblütengewächsen in einem „Blütenkorb“ stehen, täuschen eine einzelne Blüte vor, bestehen aber in Wirklichkeit aus mehreren Hundert weiblichen und einigen männlichen Blüten.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten, vor allem Bienen, Käfer und Schwebfliegen

Wie bei vielen Korbblütengewächsen übernimmt der Wind die Hauptrolle bei der Verbreitung der Samen. Ähnlich wie beim Löwenzahn erfolgt diese durch die zahlreichen schirmartigen Flieger.

Dem Huflattich wurden bedeutende Heilwirkungen nachgesagt. Er war die Heilpflanze des Jahres 1994. Er wurde vor allem bei Erkrankungen der Atemwege und als Hustenlöser eingesetzt. Allerdings entdeckte man im Huflattichin neuerer Zeit auch Substanzen, die einen derzeitigen Einsatz als Heilpflanze als nicht mehr ratsam erscheinen lassen. Wenn überhaupt, sollte nur Huflattich aus kontrolliertem Anbau für therapeutische Maßnahmen verwendet werden, weil nur in diesen die neu entdeckten Substanzen weggezüchtet wurden. In den Wildpflanzen kommen sie dagegen weiterhin vor.

Gänseblümchen

Gänseblümchen sind ganz frühe Frühlingsboten. Das Gänseblümchen dürfte eine der bekanntesten Blütenpflanzen Mitteleuropas sein, da es fast überall vorkommt. Schon ab Ende Januar kann man es an sonnigen Stellen finden. Es wächst auf Wiesen und Weiden, aber auch zwischen den Reben in den Weinbergen kann man sie entdecken. Der Stängel der Gänseblümchen ist blattlos aber leicht behaart – und am Ende befindet sich der Blütenkopf mit zahlreichen Blüten. Die Blätter befinden sich alle am Stängelgrund und bilden eine Blattrosette.

Am Abend und bei schlechtem Wetter schließen sich die Blütenköpfchen der Gänseblümchen. Im Lauf des Tages drehen sich die Blütenköpfchen immer in die Richtung der Sonne. Dies ist bei vielen Vertretern der Korbblütengewächse so.

Das Gänseblümchen gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Zwar sieht der Blütenkopf wie eine einzige Blüte aus, in Wirklichkeit sammeln sich aber in dem Blütenkopf zahlreiche Einzelblüten. Die äußeren weißen Blüten sind zungenförmig und haben mit der Bestäubung nichts zu tun. Auf dem Boden des Blütenkopfes drängen sich oft über 100 gelbe Einzelblüten, die nacheinander aufblühen und die eigentlichen Blütenorgane wie Staubblätter und Fruchtblätter beherbergen. Um das Gänseblümchen, das auch als Arzneipflanze Verwendung fand, bildeten sich viele Mythen. Im Volksglauben diente es auch als „Orakelpflanze“: Beim Herausziehen der weißen Zungenblüten kam oft der Abzählvers “ er liebt mich“, „er liebt mich nicht!“ ins Spiel. Bestäubt werden die Gänseblümchen vor allem von Insekten, aber auch andere Tiere, der Mensch, Wind und Regen spielen hierbei eine Rolle.

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