natur-erleben-online

Sie sind auch im Winter unterwegs: Eichhörnchen

Mehr lesen

Entgegen landläufiger Meinungen halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf. Denn Eichhörnchen fressen sich im Herbst kein Fettpolster an – sondern richten überall in ihrem Revier an geeigneten Orten zahlreiche Nahrungsverstecke ein. Diese enthalten vor allem Samen von Bäumen und Sträuchern. Dieses Verhalten ist angeboren. Weil sie aber längst nicht alle ihre „Nahrungsdepots“ wiederfinden, tragen sie dadurch zur Vermehrung von Bäumen und Sträuchern bei – und werden deswegen auch oft als „Förster des Waldes“ bezeichnet. Während der Wintermonate sind sie – ja nach Wetterlage –  meist nur wenige Stunden am Tag zur Futtersuche unterwegs. Den größten Teil des Tages verbringen sie  in ihren kugelförmigen Reisignestern, den „Kobeln“. Sie halten „Winterruhe“.  Dabei dient ihnen der buschige Schwanz auch als wärmende „Bettdecke“.Am Boden sind die Eichhörnchen stark durch Fressfeinde wie Habicht, Marder, aber auch durch wildernde Katzen gefährdet. Deswegen verbringen sie dort nur kurze Zeit, wenn sie auf der Suche nach ihren Nahrungsvorräten sind – oder aber einen Weg überqueren wollen, wenn das von einem Baum aus nicht möglich ist.Auch dieses Eichhörnchen blieb nur wenige Sekunden sitzen und zog sich anschlließend blitzschnell auf  einen nahen Baum zurück. Denn dort sind sie viel sicherer als am Boden. Hier haben sie sehr erfolgreich unterschiedliche Strategien entwickelt, wie sie sich vor fliegenden (Habicht) oder kletternden (Marder) Feinden in Sicherheit bringen können.

 

Die folgenden Aufnahmen stammen von Mitte März 2018:Mit Beginn der Paarungszeit ab Ende Januar (je nach Witterung) kann man auch die Eichhörnchen auf ihrer wilden Jagd durch die Baumwipfel beobachten. In dieser Zeit sind sie besonders gefährdet, weil sie jetzt auch sehr unvorsichtig (hormonbedingt!) sind.

Nilgänse: Nistplatz gesucht

Mehr lesen

Am Rande eines kleinen Feldgehölzes sind die beiden Nilgänse unterwegs. Offenbar suchen sie einen geeigneten Nistplatz. Ein kleines Gestrüpp mit einer alten Weide hat anscheinend ihr Interesse geweckt.  Offenbar bietet die Stelle all das, was Nilgänse brauchen.  Sie brüten meist in Bodennähe in dichtem Gestrüpp oder Gebüsch und in Baumhöhlen, aber auch in alten Nestern. Zwar beginnt die eigentliche Brutzeit erst im März, doch scheint die Wahl eines Nistplatzes Ende Januar /Anfang Februar durchaus wahrscheinlich.Zunächst wird das Gestrüpp umrundet und genau untersucht. Dabei wird vor allem das Weibchen aktiv, während das Männchen immer aufmerksam abwartend in der Nähe bleibt. Das Weibchen (im Hintergrund) ist daran zu erkennen, dass es etwas kleiner ist als das Männchen.Die Nilgans fliegt auf den Stumpf, während der Ganter am Boden vor dem Gehölz bleibt.     Nun untersucht das Weibchen die Stelle ganz genau. Wenn sich das Paar für den Nestplatz entscheidet, ist es auch die Gans, die das Nest allein bauen wird. Der Ganter übernimmt die Wache. Die Untersuchung des möglichen Nistplatzes ist sehr gründlich  und erstreckt sich über mehrere Minuten. Während der ganzen Zeit beobachtet der Ganter das Weibchen ganz genau. Offenbar hat die Gans das Nest oder den Unterschlupf einer Rabenkrähe entdeckt. Rechts – im hinteren Bereich des Gestrüpps ist eine Rabenkrähe gelandet und beobachtet die Gans bei ihren Untersuchungen. Die lässt sich aber von der Krähe nicht stören, während der Ganter aufmerksam die Krähe beobachtet – und bereit scheint, bei Gefahr einzugreifen.Die Gans hat nun den möglichen Nistplatz verlassen und umrundet nochmals das gesamte Gehölz.    Dabei schaut sie sich alle möglichen Schlupflöcher und Zugänge an.Danach wandern die beiden auf der Wiese weiter. Die Gans bleibt ganz dicht beim Ganter. Dieser beginnt zu rufen. Ob das Paar den begutachteten Nistplatz annehmen wird, zeigt sich spätestens in ein paar Wochen.

Rehe im Winter

Mehr lesen

Rehe gehören auch bei uns im Kraichtal zu unserer Kulturlandschaft. Gerade hier im Kraichtal finden Rehe wegen der immer noch reich strukturierten Landschaft ideale Bedingungen vor. So gibt es entlang der zahlreichen Gräben und Bäche große Wiesenflächen, die teilweise nur extensiv bewirtschaftet werden, immer im Wechsel mit Hecken, Büschen und kleinen Wäldchen.

In keiner Jahreszeit bekommt man bei uns Rehe so häufig zu sehen wie im Winterhalbjahr, beginnend mit dem Spätherbst. Dann schließen sich die Rehe zu kleinen Gemeinschaften zusammen, die zum Teil beträchtliche Größen erreichen können. Diese bleiben auch während des Winters bis in den April/Mai hinein bestehen. Rehe sind normalerweise gut auf den Winter vorbereitet. Sie bekommen ein dickes Winterfell, dessen Haare viel Luft enthalten – und so hervorragend den Körper gegen die Kälte isolieren können. Das Fell ist nicht rotbraun sondern besteht aus graubraunen Farbtönen, welche der winterlichen Landschaft angepasst sind.Hier befindet sich ein Reh gerade vor einem Schilfstreifen entlang eines Grabens. Jetzt wird deutlich sichtbar, wie wenig auffällig die Fellfärbung des Winterfells vor dem hellbraunen Schilf ist. Der Winter bereitet den Rehen bei uns im Kraichtal nur selten große Probleme. Nur bei dichter, gefrorener Schneedecke können sie Schwierigkeiten bei der Futtersuche bekommen. In diesem Fall richten sie oft an Büschen und Bäumen im Wald erhebliche Schäden durch Knospenfraß an Jungpflanzen an. Bei uns im Kraichtal sind sie aber während des Winters oft auf den Feldern unterwegs, wo sie sich von den Pflanzen der Zwischenkulturen ernähren können. Rehe müssen während des Winters Energie sparen. Deswegen haben Rehe im Winter oft eine geringere Fluchtdistanz.  Wenn sie dagegen aufgeschreckt werden, fliehen sie und verbrauchen dadurch viel Energie.Ein Rehbock, dessen neue Gehörnzapfen sichtbar sind, springt über die Sumpfwiese.  Es ist keine wilde Flucht – sondern eher ein schnelles Überqueren der deckungslosen Wiesenfläche.Beeindruckend, mit welcher Eleganz sich der Rehbock fortbewegt.  Vorder- und Hinterhufe kreuzen sich.Es wirkt sehr elegant, ja fast „lässig“ wie sich der Bock über die Wiese bewegt … Gleich hat er sein Ziel erreicht und ist im gegenüberliegenden Wäldchen und Heckenstreifen angekommen. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man solche Bilder zu sehen bekommt…

 

Die ersten Amseln singen schon ….

Mehr lesen

Es ist Mitte Januar. Heute (16.01.2019) war zum ersten Mal in diesem Jahr im Kraichtal eine Amsel zu hören, die zwar noch recht zaghaft – aber immerhin deutlich hörbar sang. Das ist recht früh, denn normalerweise hört man die Amseln bei uns erst ab Februar. Wie bei den meisten Vogelarten singen auch bei den Amseln nur die erwachsenen Männchen. Es gibt eine Erklärung dafür: Zur Zeit macht der Winter im Kraichtal eine kleine Pause, und die Luft fühlt sich manchmal schon recht frühlingshaft an.   Jetzt, da die Tage allmählich etwas länger werden (Der Sonnenaufgang findet schon 6 min früher statt als am 21. Dezember) – und  es bei nur teilweise bedecktem Himmel deutlich über Null Grad Celsius hatte, waren die Bedingungen für diesen frühen Gesang günstig. Dieser beginnt bei der Amsel meist ungefähr eine Dreiviertelstunde vor  Sonnenaufgang. Deswegen auch  der frühe Gesang, denn der  richtet sich vor allem nach dem Licht und den vorherrschenden Temperaturen.   Jetzt – Ende Januar/Anfang Februar –  dient er vor allem dazu, Weibchen anzulocken. Je näher aber die Brutzeit rückt, desto intensiver, länger und variantenreicher fällt der Gesang aus, der dann bei der Amsel bis in den späten Abend hinein zu hören ist.  Denn während der Brutzeit dient der Gesang vor allem zur Markierung und Verteidigung des Reviers.Amselmännchen; erkennbar am schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel.Amselweibchen; Weibchen haben keinen gelben Schnabel und ein schwarzbraunes Gefieder. Sie singen nicht, aber  sie können trotzdem rufen, wenn sie zum Beispiel bei Gefahr ihre Warnrufe ertönen lassen. Dann hört man ihre lauten, spitzen Schreie oft minutenlang, die erst dann enden, wenn mögliche Feinde (Katzen, Elstern, usw.) vergrämt sind. Zudem kann man auch die Lockrufe der Weibchen hören, wenn sie mit den ausgeflogenen Jungvögeln, die sich in Nestnähe versteckt haben, in Kontakt treten.Ein singendes Amselmännchen während der Brutzeit im April in einem Walnussbaum. Leider ist die Zahl der Amseln durch das „Amselsterben“ auch bei uns etwas zurückgegangen. Bleibt zu hoffen, dass die eingetretenen Verluste in diesem Jahr wieder durch die Bruten ausgeglichen werden können.

Die Nilgänse sind wieder im Kraichtal

Mehr lesen

In den letzten Tagen hat es kräftig geregnet. Und schon zeigen sich in einzelnen Wiesen in der Nähe von Bächen, Gräben und anderen Kleingewässern einige überschwemmte Stellen. Und wie schon oft in den vergangenen Jahren sind die Nilgänse bei uns im Winter – meist ab Januar bis Ende April –  zu Gast. So auch die beiden Nilgänse, die in den Überschwemmungsflächen einer Wiese gerade nach Nahrung suchen.Die besteht überwiegend aus pflanzlicher Nahrung, aber auch Würmer und Schnecken werden gerne verzehrt.Leider haben Nilgänse einen schlechten Ruf. Man sagt ihnen aggressives Verhalten anderen Tieren und auch dem Menschen gegenüber nach. Das mag in dicht besiedelten Lebensräumen in Stadt- oder Siedlungsnähe der Fall sein (Parkanlagen, Schwimmbäder, etc.) – hier im Kraichtal zeigen sich Nilgänse eher scheu und weichen Begegnungen aus. Während der Brutzeit reagieren sie allerdings heftig, wenn man dem Nestbereich zu nahe kommt. Gleiches gilt auch für Elterntiere, die Junge führen.  Dieses Verhalten nützt aber Vogelarten wie Enten oder auch Kiebitzen, deren Brut auch durch das Revierverhalten der Nilgänse geschützt wird, weil sie deren Lebensraum teilen. Neuere Forschungen lassen derzeit vermuten, dass Nilgänse für andere Arten nicht schädlich sind. Und aggressives Verhalten ist auch bei vielen anderen Wasservogel-Arten zu beobachten.  Ich freue mich jedenfalls über die Nilgänse im Kraichtal, die meiner Meinung nach die Vogelwelt im Kraichtal um eine sehenswerte Art bereichern.  Ähnlich sehen dies inzwischen auch viele Umweltverbände. So bestätigt auch der NABU Deutschland auf seiner Info-Seite im Internet diese Sicht der Dinge. Bei diesen beiden handelt es sich wahrscheinlich um ein Paar. Dies zeigt vor allem die Art und Weise, wie sie sich gemeinsam bewegen und immerin der Nähe des Partners bleiben. Vom Gefieder her sind sie allerdings nur sehr schwer zu unterscheiden.Dass es sich hier um erwachsene Gänse handelt, sieht man an den dunklen Augenflecken und dem „Schmutzfleck“ auf der Brust. Diese Merkmale fehlen bei Jungvögeln noch.  Auf diesem Feld suchen sie gerade nach Regenwürmern. Ein Erkennungsmerkmal der Nilgans ist der dunkle Fleck, der „Schmutzfleck“  auf der Brust … … und die weißen Oberflügel, die beim Flug deutlich sichtbar werden.

Und wenn sie auffliegen, bietet sich ein tolles Bild. Im Flugbild werden die schwarz-weißen Flügel deutlich sichtbar.

Weitere Infos zu diesen schönen und bemerkenswerten Vögeln finden Sie auch in einem weiteren Beitrag in diesem BLOG unter https://natur-erleben-online.de/nilgans

Es ist wieder Winter im Kraichtal

Mehr lesen

Auch in diesem Jahr ist der Winter wieder einmal mit etwas Schnee bei uns zu Gast.  Schon hat es  einige „Schneetage“ gegeben. Doch wie lange diese „weiße Pracht“ zu sehen sein wird, ist ungewiß.  Deswegen lohnt es sich, an solchen Tagen die „winterlichen Momente“ in der Landschaft des Kraichtals einzufangen …

Die zahlreichen Hecken bieten immer noch viele Früchte für die Vögel und andere Kleintiere an.Auch in diesem Jahr sind viele Äpfel auf den Böden der Streuobstwiesen zu finden. Das ist ein tolles Futterangebot für viele Tierarten.Zahlreiche Wacholderdrosseln holen  sich ihren Anteil am Fallobst ….Saatkrähen bedienen sich am immer noch reichhaltigen Angebot an Walnüssen …Vereinzelt sind auch noch Pferde auf ihrer Weide zu sehen.und auch die Rehe finden sich auf den Zwischenfrucht-Feldern ein, wo sie Nahrung geeignete Ruheplätze finden können. Im Winter bilden die Rehe eines Gebietes größere Gesellschaften. Mit Beginn der Fortpflanzungszeit zerfallen diese Gesellschaften dann aber.So haben sich hier mehrere Rehe auf ihrem Lagerplatz zur Ruhe gelegt. Diese Lagerplätze liegen erhöht an Hängen und werden oft aufgesucht. Von dort aus können die Rehe schon von weitem mögliche Gefahren  hören, sehen und riechen –  und sich dann in den Feldhecken oder nahen Gehölzen in Sicherheit bringen.Und kaum hat der Schneefall nachgelassen, zeigen sich schon bald wieder die ersten grünen Flecken in der Landschaft.Im Winter wird die Einzigartigkeit jedes Baums in einer Streuobstwiese deutlich: Alle unterscheiden sich – vom Menschen so gemacht.Selbst die schon vertrocknet aussehenden Blütenstände der Sonnenblumen in einem Zwischenfrucht-Feld  enthalten noch genügend Samen – und bieten gemeinsam mit den anderen Pflanzen des Feldes darüber hinaus für viele Kleintiere vielfältige Nahrung und Schutz. Ein Beispiel für früchtetragende Heckensträucher der Kraichgauhecken im Winter: Auch die Früchte des Weißdorns stehen noch als Nahrung bereit.

Wenn Bäume „Gesichter machen“ …

Mehr lesen

Bäume haben im Verständnis vieler Menschen von jeher etwas Mystisches. Tatsächlich gibt es viele Märchen, Sagen – und andere  literarische Vorlagen,  in denen Bäume als zauberhafte Wesen oder als Sitz von Gottheiten und Geistern eine wichtige Rolle spielen. So verehren viele Naturreligionen Bäume als Sitz der Götter. Sie spenden uns Schatten, liefern Früchte – aber vor allen Dingen: Sie werden alt, viel älter als wir. Wenn nun ältere oder alte Bäume aufgrund von Verletzungen, Krankheiten oder Wachstumserscheinungen dann auch noch körperähnliche Strukturen ausbilden, die uns an Menschen oder uns bekannten Lebewesen ähneln, dann sind  wir bereit, in diesen Gebilden Gesichter, Augen oder Körperteile zu sehen; der Baum wird zu einem lebendigen Wesen (was er ja eigentlich ohnehin schon ist) und sogar zu einer „Person“. Vielleicht liegt es aber  auch daran, dass in neuerer Zeit  Filme wie der Zyklus „Der Herr der Ringe“, wo „Ents“ als bewegliche und sprachbegabte Baumgeister für den Schutz der Natur kämpfen, uns auf eine andere Sicht der Natur um uns herum gebracht haben – und wir plötzlich Dinge entdecken, die wir zuvor übersehen haben.

Ein Walnussbaum am Wegrand hat ein „Gesicht“ ausgebildet.

Die flechtenbedeckten Augen folgen scheinbar jeder Bewegung; der „Gesichtsausdruck“ wirkt irgendwie ängstlich und vorsichtig …

Ein anderes Baumgesicht in einem anderen Walnussbaum wirkt leicht belustigt und freundlich …,

… während sein Partner, der an eine Figur aus „Star Wars“ erinnert,  wenige Zentimeter oberhalb konzentriert und aufmerksam zu sein scheint.

Und so sehen die beiden „Baumgesichter“, welche der Stamm ausgebildet hat, gemeinsam aus …

Das Wesen mit dem großen reptilienartigen „Auge“ beobachtet aufmerksam die Umgebung. Das Maul ist geschlossen, scheint aber jederzeit zum Zuschnappen bereit.

Und dieser alte Baum ist mit Flechten und Moosen überzogen. Doch – wie viele Gestalten zeigen sich hier?

….   das bleibt der Fantasie des jeweiligen Betrachters überlassen ……….

Und hier haben Schatten von Blättern und Zweigen auf einer Buche ein  etwas unheimliches „Schattengesicht gebildet, das im leichten Wind sogar ein „Mienenspiel“ zeigt. Es ist nur natürlich, wenn wir angesichts solcher Bilder anfangen zu träumen und Fantassiegestalten entwickeln.

Doch: Abgesehen von Esoterik und Fantasy: Tatsächlich haben Bäume für uns und unsere Umwelt eine enorme Bedeutung. Es wäre manchmal gut, wenn wir dies anerkennen würden – und bereit wären, Bäume einmal nicht nur als Wirtschaftsfaktor oder Nutzpflanzen zu sehen.  Vielleicht begeben Sie sich jetzt auch einmal auf die Suche nach den „Baumgesichtern“. Möglicherweise entdecken auch Sie dann auf diese Weise ihren „Lieblings-Baum“.

So eine Esche

Mehr lesen

Am Ortsrand von Kraichtal-Oberacker steht in einem kleinen Auwäldchen eine gewaltige Esche. Sie überragt alle Bäume in der Umgebung. Das ist keine Besonderheit, denn Eschen können über 40 m hoch werden. Was an diesem Baum so besonders ist, sind seine Ausmaße. Dies ist für mich die beeindruckendste Esche im Kraichtal. Ihre gewaltigen Äste überragen den Wirtschaftsweg – und die Esche bildet mit mehreren Stämmen  ein „Baumsystem“ mit zahlreichen Verzweigungen und senkrecht nach oben wachsenden Trieben, die sich zu massiven Ästen entwickelt haben.

Eschen sind wertvolle Bäume, deren Holz dann Verwendung findet, wenn besondere Festigkeit und Biegsamkeit gefordert sind.

Zahlreiche Nisthöhlen weisen darauf hin, dass hier zahlreiche Vogelarten Nistmöglichkeiten gefunden haben und auch noch finden werden.  Buntspecht, Kleiber, Kohl- und Blaumeise, aber auch Feld- und Haussperlinge haben hier einen Unterschlupf gefunden. Andere Vogelarten wie der Gartenbaumläufer, oder der  Buchfink finden hier ein reiches Nahrungsangebot.

Allerding sind die Eschenbestände bei uns sehr gefährdet. Seit einigen Jahren gibt es auch bei uns ein regelrechtes „Eschentriebsterben“, welches durch einen Pilz verursacht wird. Vor allem  bei jungen Bäumen verläuft die Krankheit sehr schnell und endet mit dem Absterben des Baumes. Bei älteren Bäumen deagegen verzögert sich meist  der Krankheitsverlauf, weil diese mit verstärktem Wachstum zunächst auf den Pilzbefall reagieren können. Es gibt aber einige Eschen, die gegen den Pilz restistent sind. Trotzdem gehen viele Experten davon aus, dass die Eschenbestände bei uns dramatisch zurückgehen werden. Dies würde auch eine deutlich sichtbare Veränderung in der Zusammensetzung unserer Wälder und Gehölze bedeuten. Derzeit sucht man noch nach geeigneten Maßnahmen zur Bekämpfung des Pilzes.

Um sie ranken sich viele Mythen: Misteln

Mehr lesen

Um die Misteln ranken sich viele Sagen, Mythen und Bräuche. So ist zum Beispiel das Küssen unter  in den Wohnungen aufgehängten Mistelzweigen ein Weihnachtsbrauch in England und in den USA. Der Mistel werden Heil- und Zauberkräfte zugeschrieben, wie dies bei dem wahrscheinlich bekanntesten Zaubertrank in den „Asterix-Comics“ der Fall ist, wo Misteln – von einem Druiden mit einer goldenen Sichel geschnitten – ein wesentlicher Bestandteil des „magische Kräfte verleihenden Zaubertranks“  darstellen. Zudem werden der Mistel auch viele Heilwirkungen in der Behandlung von Krankheiten zugeschrieben. Allerdings bleibt auch hier manches umstritten.

Misteln in einem Apfelbaum Ende November

Jetzt sind die Mistelbeeren reif.

Auch in den Kronen von Pappeln siedeln sich oft große Mistelbestände an.

Tatsächlich sind die Misteln, von denen es viele Arten gibt, sehr interessante Pflanzen, deren Lebensweise einige Besonderheiten aufweist. So sind Misteln meist Halbschmarotzer, die auf anderen Pflanzen, vor allem Bäumen aufsitzen – und dadurch beim Kampf um das Licht Vorteile haben. Zudem beziehen sie aus den Wirtsbäumen das zum Wachsen und Stoffwechsel nötige Wasser. Fotosynthese können sie mit ihren grünen Blättern selbst betreiben. Durch den Wasserentzug können sie allerdings die von ihnen besiedelten Bäume beeinträchtigen.  Allerdings legen es Misteln nicht darauf an, ihren Wirt zu zerstören. Damit würden sie ja selbst ihre Lebensgrundlage vernichten, denn sie sind  auf den Wirtsbaum angewiesen. Bei uns gibt es drei Mistelarten: die Laubholzmistel, die Tannenmistel und die Kiefernmistel.

Im Kraichtal kommt vor allem die Weißbeerige Mistel vor. Sie gehört zu den Laubholzmisteln und besiedelt vor allem Pappeln, Weiden, Apfelbäume und viele andere Laubholzarten. Die weißbeerige Mistel blüht im Frühjahr –  und  rechtzeitig zum Advent erscheinen die weißen Beeren, die viele Samen enthalten. Die Beeren sind willkommene Nahrung für viele Vogelarten, die bei uns überwintern.

So hat die Misteldrossel ihren Namen erhalten, weil sie sich in den Wintermonaten überwiegend von den Mistelbeeren ernährt. Aber auch andere Drosselarten verschmähen das Angebot nicht. Dabei tragen diese Vögel wesentlich zur Verbreitung der Mistel bei. Da die Beeren sehr klebrig sind und sie diese Eigenschaft auch durch die Verdauung nicht verlieren, bleibt der Vogelkot auf Ästen und Zweigen dauerhaft kleben – und so können die im Kot enthaltenen Samen auskeimen und in die Wirtspflanze eindringen. Auch durch das Abstreifen der klebrigen Nahrungsreste vom Schnabel gelangen die Samen auf Zweige.  Denn die Samen benötigen keine Darmpassage zum Auskeimen.

Misteldrosseln mögen Misteln …

Mehr lesen

Bei uns im Kraichtal ist die Misteldrossel häufig zu beobachten. Sie ist bei uns in der Regel das ganze Jahr über anzutreffen, weil sie  nämlich offene Landschaften mit Hecken und lichten Wäldern liebt, wie dies bei uns im Kraichtal der Fall ist. Zudem findet sie in den zahlreichen Streuobstwiesen auch in den Wintermonaten ausreichend Nahrung.

Diese Misteldrossel hat sich auf einer hohen Pappel in der Nähe einer großen Mistel niedergelassen. Denn im Winterhalbjahr ernähren sich die Misteldrosseln neben Obst und Regenwürmern vor allem von den Mistelbeeren. Deswegen hat sie auch den Namen „Misteldrossel“ erhalten.

… und schon macht sie sich über die Früchte der Mistel her. Diese sind süß, aber klebrig. Nach dem Fressen streift  die Misteldrossel ihren Schnabel an Ästen und Zweigen ab. Dabei bleiben die in den Beeren enthaltenen Samen auf dem Zweig oder Ast kleben und können auskeimen. Aber auch die über den Kot augeschiedenen Reste der Mistelbeeren bleiben klebrig und keimfähig. Somit tragen die Misteldrosseln zur Verbreitung der Misteln bei.

Hier kann man deutlich die helle Brust und die typische Färbung der Misteldrossel erkennen. Auch ihre aufrechte Haltung ist typisch. Zudem ist im Spätherbst und im Winter (Dezember bis Ende Februar) die sichere Bestimmung einfach, denn die Singdrosseln sind  – es ist Ende November –  nicht mehr im Kraichtal zu beobachten, weil sie sich in ihre Winterquartiere in Südeuropa zurückgezogen haben.

Auf dieser Pappel konnten sich mehrere Misteln ansiedeln.

Die Misteldrossel kann man an folgenden Merkmalen erkennen: Die Misteldrossel ist die größte der drei im Kraichtal regelmäßig vorkommenden großen Drosselarten. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke im Bereich der Brust und  des Bauches sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Ihre weiß gefärbten Flügel-Unterseiten sind ebenfalls ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von der Singdrossel.  Aber auch im Gesang gibt es deutliche Unterschiede zur Singdrossel. Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in waldnahen Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. In den letzten Jahren hat sich ihr Bestand bei uns deutlich vergrößert. Im Spätherbst und Winter kommen noch Misteldrosseln aus kälteren Gebieten dazu.