natur-erleben-online

Die Jungstörche sind ausgeflogen ….!

Mehr lesen

Schon seit dem frühen Morgen wurde gestern im Horst das Fliegen geübt.  Die beiden anderen Jungstörche warten ungeduldig auf das Erscheinen der Altvögel. Es ist für die Eltern eine gewaltige Aufgabe, genügend Futter für die drei Nestlinge herbeizuschaffen. Beide Altstörche waren im Dauereinsatz. Gemeinsam waren sie auf der Wiese,  um ihren drei Jungen  genügend Futter zu beschaffen.Dann ging es zum Nest zurück, wo die Jungstörche schon ungedulig warteten. Auch Wasser aus den Gräben und umliegenden Gewässern wurde für die Jungvögel ins Nest gebracht.Was auffällt, sind die weißen Beine der Störche. Wenn es sehr heiß wird – wie es in den letzten  Tagen der Fall war, koten sich die Störche ihre Beine ein – und vermeiden so, dass sie überhitzen. Jetzt kann man auch die Markierungen auf den Ringen nicht mehr erkennen. Das Ausfliegen der Jungen steht unmittelbar davor.Heute war es dann soweit: Das Storchennest war leer – und von den Altvögeln und den Jungstörchen war nichts zu sehen. Offenbar waren die Jungvögel ausgeflogen!Doch auf der großen Wiese entlang der Kraich konnte man sie beobachten: Offenbar zeigten die beiden Altvögel (links) den Jungstörchen, wo man Futter finden kann. Hier hatte vor allem das Männchen nach Nahrung gesucht, während das Weibchen überwiegend in anderen Gegenden unterwegs war. Hier sieht man die Jungen bei ihrer ersten selbständigen Futtersuche. Deutlich ist der schwarze Schnabel des Jungvogels in der Mitte zu sehen.Das Weibchen geht voraus, die Jungvögel laufen hinterher. Das Weibchen ( 2. von links)  zeigt den Jungvögeln, wie man Beute macht. Den beiden Graureihern auf der Wiese erscheint die Sache nicht ganz geheuer.Sie warten jedenfalls ab, was geschieht und halten sich fluchtbereit. Das Männchen hat sich von der Truppe getrennt und geht seine eigenen Wege.Am Abend sind die drei Jungvögel wieder im Nest; die beiden Altvögel halten sich noch in der Umgebung auf.Von der Größe her gibt es kaum noch Unterschiede zu den Altvögeln. Lediglich an der Schnabelfärbung kann man noch erkennen, dass es sich hier um Jungstörche handelt. Etwa 2 bis 3 Wochen werden sie noch von den Eltern versorgt, dann werden sie selbständig. Die Störche bilden dann untereinander Gruppen und ziehen gemeinsam umher.  Ab August beginnt der Zug in die Überwinterungsgebiete. Die Jungvögel bleiben dort, bis sie geschlechtsreif sind. Dann kommen sie  – wenn alles gut geht – in spätestens 5 Jahren wieder zu uns zurück. Viel Glück bis dahin!

 

Ein nächtlicher Besucher …

Mehr lesen

Seit Jahren haben wir Igel in unserem Garten. In manchen Jahren konnten wir auch schon ganze Igelfamilien beobachten, die von unserem Garten aus in die benachbarten Gärten gewandert sind. So haben uns auch Nachbarn berichtet, dass sie „unseren  Igel“  in ihrem Garten gesehen haben. Tatsächlich sind die meisten Gärten in unserer Straße für Igel leicht zugänglich. Und das ist toll.  Denn dadurch kommen die Igel  an genügend Nahrung, die sie in den verschiedenen Hausgärten finden können. Aber es kommt auch vor, dass sie sich auf ihren nächtlichen Streifzügen auch mal am Futter  für unsere Haustiere bedienen.So auch hier: Lautes Schmatzen und Knacken im Hof verriet, dass hier ein Igel am Werk war. An trockenen und heißen Tagen, an denen weniger Schnecken unterwegs sind, kann es hilfreich sein, wenn er sich mal an solchen Nahrungsquellen „bedienen kann“. Ob eine ständige Fütterung Sinn macht, darüber streiten sich die Experten. Wenn Fütterung, dann sollte es aber ein Futter sein, welches den Igel nicht fett macht. Ausgesprochenes Igelfutter wird aber oft vom Igel nicht angenommen.  Auf keinen Fall sollte ihm Milch angeboten werden! Denn dies führt beim Igel zu Durchfällen, die für ihn gefährlich werden können.Dieser Igel macht einen gesunden Eindruck. Schnell und zielsicher sucht er die Schälchen mit dem Katzenfutter auf. Und wenn er genügend gefressen und auch getrunken hat, geht es wieder ab in den Garten…Was aber immer angeboten werden sollte, wenn man Igel im Garten hat  – oder dort welche vermutet, ist frisches Wasser.  Gerade nach heißen Tagen benötigen sie viel Wasser. Und wenn es in einem Garten  Laub- oder Reisighaufen gibt, dann sind das ideale Versteckmöglichkeiten, in denen Igel nicht nur den Tag verbringen sondern auch überwintern können. Allerdings halten es Igel nicht unbedingt mit umfassender Hygiene: Morgens kann man dann die „Hinterlassenschaften“ der stacheligen Gesellen überall im Bereich der Futterstelle entdecken. Das muss natürlich gesäubert werden. Trotzdem ist es schön, wenn Igel unsere Gärten aufsuchen. Weil Igel als Insektenfresser und durch das Vertilgen von Nacktschnecken einen wichtigen Beitrag zur „biologischen Schädlingsbekämpfung“ leisten, stellen sie für Gartenbesitzer eine nicht zu unterschätzende Hilfe dar. Zwar brauchen Igel normalerweise keine Dauerfütterung, doch bietet eine Fütterung gerade für Kinder die Möglichkeit, erste Begegnungen mit Wildtieren zu machen. Und das kann für alle Beteiligten ein tolles Naturerlebnis werden.

Das kleine Video-Beispiel zeigt, wie „unser Igel“ aus der Scheune kommt, in welcher er den Tag verbracht hat  – und eilig zum Futternapf rennt. Um den Igel nicht unnötig zu stören und ihm keinen Stress zu machen, habe ich auf  zusätzliche Lichtquellen (z.B. Blitzgerät, Scheinwerfer…) verzichtet.

Übrigens: Ein weiterer Beitrag über Igel ist für den Herbst geplant, wenn sich die Igel ein Versteck zum Überwintern suchen.

Bei den „Bahnhof-Störchen“ tut sich wieder mal etwas.

Mehr lesen

Es sind nun schon wieder 3 Wochen vorbei – und die drei Jungvögel haben sich bisher prächtig entwickelt. Sie sind nun schon fast so groß wie ihre Eltern; auch ihr  Schnabel beginnt sich allmählich rot zu färben. Und die Jungen machen schon die ersten Flugversuche und probieren ihre Flügel aus. Solange das Nest belegt ist, wird es ausgebessert. Hier bringt gerade ein Altvogel neues Nistmaterial mit. Weil das Storchennest jedes Jahr ausgebessert und erweitert wird, kann es im Laufe der Jahre ein erhebliches Gewicht bekommen. Hier befindet sich das Weibchen im Nest bei den Jungen. Inzwischen verlassen aber auch beide  Altvögel  manchmal  das Nest und lassen die Jungen allein zurück. Dann werden sie allerdings meist aus der Distanz von einem Altvogel, der sich hier auf einer Lampe auf dem Betriebsgelände des benachbarten Betriebes niedergelassen hat, beobachtet. Von hier aus kann er aus sicherer Entfernung sehen, was sich im Nest tut.Die Jungstörche sind inzwischen fast so groß wie ihre Eltern.  Es kann sie nichts aus der Ruhe bringen: weder die Pendler, welche in  die oder aus der Stadtbahn steigen, noch der Verkehr und der Lärm auf dem Betriebsgelände und dem benachbarten Parkplatz, oder Leute, die mit ihrem Hund „Gassi gehen“.  Sie schauen von ihrem Nest aus interessiert auf den ganzen Trubel um sie herum hinab. Nur  wenn ein Altvogel mit Futter für sie kommt, ist es mit der „Gelassenheit“ vorbei.

So wie es aussieht, wird es nicht mehr lange dauern, bis die Jungvögel das Nest verlassen …..

Er gehört zum Kraichtaler Sommer: Der Kleine Fuchs

Mehr lesen

Der Kleine Fuchs gehört innerhalb der Schmetterlinge  zur Familie der Edelfalter. Im Kraichtal ist er in diesem Jahr häufig anzutreffen. Zur Zeit fliegt er gerade. Wie viele andere Schmetterlingsarten sind seine Raupen auf Brennnesseln angewiesen. Deswegen wird er auch oft als „Nessel-Falter“ bezeichnet. Die Grundfärbung dieses wunderschönen Schmetterlings ist leuchtend orange. In der Mitte der Vorderflügel befinden sich drei schwarze Flecke, nämlich ein großer Fleck und zwei kleine. Dies ist ein sicheres Erkennungsmerkmal. Die Flügel weisen schwarz eingefasste blaue Randfelder auf.Dies ist ein Schmetterling, der Anfang April fotografiert wurde. Er hat wahrscheinlich gerade sein Winterquartier an einer geschützten Stelle (Keller, Dachböden, Garagen, Nistkästen,  Schuppen, Feldscheune, etc.) verlassen. Deutlich sind die drei schwarzen Flecke auf den Vorderflügeln zu sehen. Die Färbung des Falters ist blasser, als dies bei den Schmetterlingen der Sommer-Generationen der Fall sein wird. Ab April bis Ende Mai fliegen diese Falter und legen auf Brennnesseln ihre Eier ab. Dabei werden die Eier in Gruppen von 50 Eiern bis 200 Eiern abgelegt. Die sich daraus entwickelnden Raupen beginnen sofort zu fressen und häuten sich dabei mehrfach. Wenn die Raupen ausgewachsen sind, verlassen sie die Gruppe und verpuppen sich einzeln an sicheren Stellen.Das ist eine voll entwickelte Raupe des Kleinen Fuchses. Sie ist stachelbewehrt und zeigt auffällige schwarz-gelbe Färbung. Deswegen wird sie auch kaum von Vögeln gefressen. Allerdings fallen viele Raupen den zahlreichen Arten der Raubfliegen zum Opfer, die ihre Eier auf die Raupen ablegen. Die Unterseite der Flügel ist braun gefärbt mit einem gelb-orangenen Flügelfeld. Hier saugt gerade ein Kleiner Fuchs an einer Witwenblume. Der Kleine Fuchs ist ein „Wanderfalter“ der innerhalb eines Gebietes teils größere Wanderungen unternimmt. Da die erwachsenen Falter nicht auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert sind, kann man sie bei uns auf ganz vielen Blütenpflanzen beobachten. Zur Zeit findet man sie im Kraichtal vor allem auf den Witwenblumen und den ersten Disteln. Im Sommer kann man sie ab August auch auf der einheimischen „Super-Schmetterlingspflanze“, dem „Wasserdost“,  antreffen. Bei uns gibt es  – je nach Witterung – regelmäßig zwei bis drei Generationen des Kleinen Fuchses. Bei uns im Kraichtal kann man also den „Kleinen Fuchs“ von April bis in den Oktober hinein fliegen sehen. Manchmal kann man den Kleinen Fuchs auch auf dem Boden entdecken.Und was den Kleinen Fuchs auch noch von einigen anderen Schmetterlingsarten unterscheidet: Er besucht unsere Gärten, weil er mit vielen – nicht einheimischen – Blütenpflanzen etwas anzufangen weiß, wie hier auf einem Lavendel. Und solche Arten gibt es in unseren Gärten inzwischen sehr viele. Von diesen werden einige Arten nur vom Kleinen Fuchs besucht.

Er fliegt wieder: der „kleine Bruder“ des Maikäfers: der Junikäfer

Mehr lesen

Eigentlich ist „Junikäfer“ gar nicht sein richtiger Name: Wissenschaftlich heißt er: „Gerippter Brachkäfer“ und gehört wie sein naher Verwandter, der Maikäfer, zur Käferfamilie der „Blatthornkäfer“. Weil er aber im Juni/Juli oft in Massen unterwegs ist, hat er den Namen „Junikäfer“ erhalten. So kann man gerade zur Zeit in der Abend-Dämmerung Junikäfer beobachten. Maikäfer sind jetzt nur noch ganz selten unterwegs. Deren Haupt-Flugzeit ist tatsächlich der Zeitraum von Mitte April bis Anfang Juni. Zwar sind der Maikäfer und der Junikäfer miteinander verwandt, aber es gibt deutliche Unterschiede:Junikäfer: Junikäfer sind nur halb so groß wie die Maikäfer. Der gesamte Körper ist  mehr oder weniger braun. Das Halsschild ist braun mit einem hellen Streifen in der Mitte. Halsschild und Flügeldecken sind behaart.Auch die Unterseite ist braun. Lediglich die Enden der Beine sind schwarzbraun. An den Körperseiten fehlt das typische weiße Maikäfermuster. Flugzeit: Mitte/Ende Juni bis höchstens Ende Juli nur in den Abenddämmerung und nachts. Tagsüber verstecken sie sich in der Vegetation. Auch in der Entwicklung gibt es Unterschiede: Die Larven (Engerlinge) sind deutlich kleiner. Bereits nach 3 Jahren ist die Entwicklung der Junikäfer abgeschlossen.Maikäfer: Beim Maikäfer sind Halsschild und Unterseite schwarz. An den Körperseiten erscheint das typische Maikäfer-Muster. Flugzeit: Ende Apri bis Anfang Juni in der Abenddämmerung, aber auch tagsüber. Bei den Maikäfern dauert die Entwicklung vom Ei über den Engerling bis zum voll entwickelten Käfer insgesamt 4 Jahre.Das Bild zeigt einen Junikäfer am Morgen nach einer heftigen Regennacht.  In einer Hecke hat er sich auf einem Blatt versteckt. Tagsüber sind sie kaum zu sehen. Erst mit der Abenddämmerung werden sie wieder aktiv.Die Unterseite des Junikäferst zeigt die starke Behaarung und die dunkelbraune Färbung. Auch die dunklen Enden der Beine sind deutlich zu erkennen. Auf den Flügeldecken sind die Rippen zu erkennen. Daher auch sein Name „Gerippter Brachkäfer“. Seine Nahrung besteht aus Blättern und Blüten. Weil er oft in Massen auftritt, kann er Schäden verursachen. Junikäfer sind keine geschickten Flieger. Das brauchen sie auch nicht zu sein; ist er doch in der Nacht unterwegs, wo er kaum auf Fressfeinde trifft. Und auch der Mensch ist erst in der Nacht unterwegs, seit es Elektrizität gibt. So kann es vorkommen, dass sich Menschen gestört fühlen, wenn ihnen ein ungeschickter Junikäfer auf den Kopf fliegt oder beim abendlichen Grillen auf dem Tisch oder im Glas landet.

Sie ist in der „Vergiftungs-Rangliste“ weit oben: Die Schwarze Tollkirsche

Mehr lesen

Die Schwarze Tollkirsche gehört  zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Sie liebt kalkhaltige Böden und kommt deswegen auch  im Kraichtal  vor. Man findet sie in Kahlschlägen, entlang von Waldwegen oder auf Lichtungen. Die Tollkirsche ist ein sommergrünes Kraut mit großen Blättern und vielen Verzweigungen. Sie kann bei guten Standortbedingungen Höhen von bis zu 2 m erreichen.  Um sie ranken sich viele Mythen: Sie galt als alte Zauberpflanze, da mit ihr „Erregungszustände“ („Raserei“, „Tollwut“) ausgelöst werden konnten. Daher auch ihr Name „Tollkirsche“. Vor allem ihre Beeren sind hochgiftig.  Auch heute noch findet sie in der Medizin Verwendung.Die Aufnahme von Mitte Juni (14.06.2019)  zeigt eine blühende Tollkirsche im Wald. Jeder Zweig trägt mehrere glockenförmige Blüten, die vor allem von Hummeln und Bienen besucht werden.Wenn eine Blüte bestäubt ist, beginnt sie schnell zu welken und fällt ab. Dann zeigt sich im sternförmigen  Kelch bereits die grüne Beere der Tollkirsche.  In der oberen Hälfte des Bildes sieht man eine unbestäubte Blüte und daneben schon eine grüne  – noch unreife – Beere im sternförmigen Kelch. Ab Juli sind an der gesamten Pflanze Blüten, unreife Beeren und reife Beeren zu sehen.  Typisch ist der sternförmige Kelch, der sichtbar wird, wenn die glockenförmige Blüte abgefallen ist. Bei der Reife färben sich die Beeren schwarz. Auf diesem Bild vom Juli 2016 sind eine reife Beere und einige unreife Beeren der Tollkirsche zu sehen. Die schwarz glänzenden Beeren ähneln von der Form und Farbe her einer Kirsche. Deswegen ist sie vor allem für Kinder – aber auch für manche Erwachsene verlockend. Bedrohlich wird die Sache vor allem aber dadurch, dass an einer Pflanze meist sehr viele reife Früchte vorhanden sind.  Und deren Giftwirkung ist enorm: Sie enthalten tatsächlich einen Gift-Cocktail mit einigen hochgiftigen Substanzen. Man denkt, dass bei Kindern der Verzehr von 3-4 Beeren zu einer Vergiftung führt, die, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich enden kann. Für Erwachsene beträgt diese Dosis 10-12 Beeren. In den Gift-Notruf-Zentralen nehmen Meldungen von Vergiftungen mit den Beeren der Schwarzen Tollkirsche tatsächlich einen Spitzenplatz ein.

Woher die Schwarze Tollkirsche ihren wissenschaftlichen Namen hat:

Auch ihr wissenschaftlicher Name Atropa belladonnagibt einen deutlichen Hinweis auf ihre Gefährlichkeit :   „Atropin“   ist eines der Gifte, welches in den Beeren der Schwarzen Tollkirsche enthalten ist.  „Atropos“ ist in der griechischen Mythologie eine der drei „Schicksalsgöttinen“, welche die Aufgabe haben, den Lauf des Lebens zu bestimmen. Während eine davon den Lebensfaden spinnt und die zweite die Länge des Lebensfadens bemisst, fällt der Göttin „Atropos“ die Aufgabe zu, den Lebensfaden zu zerschneiden. Das giechische Wort „artropos“ bedeutet „unabwendbar“.

Der Zusatz „Bella donna“ heißt eigentlich „Schöne Frau“. Vor einiger Zeit entsprach es dem Schönheits-Ideal, wenn Frauen große Pupillen hatten. Durch den Genuss einiger Beeren der Schwarzen Tollkirsche konnte man diesen Effekt erreichen.

Also Vorsicht: Schon in wenigen Tagen kann man in unseren Wäldern wieder reife Beeren der Schwarzen Tollkirsche antreffen. Da es im Kraichtal aber mehrere Giftpflanzen gibt, sollte in der Gegenwart von Kindern generell darauf verzichtet werden, Früchte und Beeren – also auch essbare wie Himbeeren, Wald-Erdbeeren oder Brombeeren –  im Wald zu essen. Wenn man dies tun will, kann man sie ja sammeln und mitnehmen. Und wie immer gilt: Was man nicht genau kennt, sollte man stehen lassen!

Die Weinbergschnecke – unsere größte Land-Gehäuseschnecke

Mehr lesen

Die Weinbergschnecke gehört innerhalb der Weichtiere zur Gruppe der Landlungen-Schnecken und zur Familie der Schnirkelschnecken. Jeder hat sie sicher schon einmal gesehen, wenn sie mit ihrem  „Haus“ auf dem Rücken über „Stock und Stein“ kriecht. Man begegnet ihr in Wäldern und Wegrändern, Hecken und Gebüschen und überall dort, wo es offene Landschaften gibt, die nicht zu intensiv bewirtschaftet werden. Und trotzdem wissen viele von uns kaum etwas von ihr: Sie kann mehrere Jahre alt, bis zu 10 cm lang und ungefähr 30 g schwer werden. Der Name „Weinbergschnecke“ sagt es schon: Sie liebt die Wärme. Deswegen ist sie bei uns im Kraichtal  besonders häufig anzutreffen, denn neben dem Klima gibt es für sie bei uns auch noch im Überfluss, was sie unbedingt braucht: Kalk. Diesen findet sie in unseren kalkhaltigen Böden oder in kalkhaltigem Gestein. So kann sie auch ein stabiles Schneckenhaus aufbauen und Kälte- und Trockenphasen überstehen. Es ist Ende März. So kann man jetzt in Hecken oder entlang von heckenreichen Wegrändern Weinbergschnecken entdecken, die sich noch in Kältestarre befinden. Im Spätherbst hat sie sich eingegraben und ihr Gehäuse mit einem stabilen Kalkdeckel verschlossen. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren und der Kalkdeckel schützt sie dabei vor Frost und Austrocknung. Im Frühjahr kann man dann auch leere Schneckenhäuser und die Kalkdeckel finden. Die Kalkdeckel stammen von Schnecken, welche die Kältestarre beendet haben. Nach dem Ende des Winters und der Trockenzeiten wird der Deckel abgestoßen. In kalkarmen Gebieten wird er teilweise verspeist.  Bei gutem Kalkvorkommen bleibt der Deckel dagegen liegen. Nach Beendigung der Kälte- und Trockenstarre ist dann zunächst Fressen angesagt, damit die Energiereserven wieder aufgefüllt werden können.Das Bild zeigt Gehäuse der Weinbergschnecke und zwei Kalkdeckel, mit denen sie im Winter – und im Sommer während der Trockenphasen – ihr Gehäuse verschließt. An der Dicke der Deckel kann man erkennen, dass diese Schnecken genügend Kalk zum Bau zur Verfügung hatten. Übrigens: Die meisten Schneckenhäuser sind rechts gedreht. Nur ein Schneckenhaus unter mehreren Tausend Gehäusen ist nach links gedreht. Schnecken mit einem solchen „linksgedrehten“ Gehäuse nennt man „Schneckenkönig“.Schon seit frühen Zeiten wird sie  – nicht nur in Frankreich und anderen Ländern – sondern auch bei uns verspeist. In manchen Gegenden  wird sie deswegen auch als „Schwäbische Auster“ bezeichnet.  Obwohl sie bei uns im Kraichtal noch häufig zu sehen ist, geht ihre Anzahl deutlich zurück. Deswegen – und auch das wissen nur wenige – steht sie in Deutschland unter Naturschutz und gilt als „besonders geschützte Art“.  Die meisten Schnecken, welche heute in den verschiedensten Ländern tonnenweise auf den Tellern landen, werden nicht der Natur entnommen – sondern sie stammen aus professionellen Schneckenfarmen. Die Weinbergschnecke leidet unter dem Ruf der Nacktschnecken und wird oft rigoros aus unseren Gärten entfernt. Das ist eigentlich nicht nötig: Im Gegensatz zu manchen Nacktschnecken  richten sie in unseren Gärten keinen nennenswerten Schaden an. Sie bevorzugen welkes und trockenes Pflanzenmaterial und Algen, die sie mit ihrer Raspelzunge – die ca. 40 000 Zähnchen aufweist – abweidet.Der Körper der Schnecke besteht aus dem Kopf, dem Fuß, dem Mantel und dem Eingeweidesack , der sich im Inneren des Gehäuses befindet. Zur Verringerung des Wasserverlustes produziert die Schnecke Schleim, den sie auch zur Abwehr von Fressfeinden einsetzt. Der Schleim dient auch zur Fortbewegung: Auf ihm bewegt sich die Schnecke und hinterlässt eine deutliche Schleimspur.Der Kopf der Schnecke trägt die auffallenden Fühler. Mit den oberen Fühlern kann sie sehen. Auf jedem der oberen Fühler befindet sich ein Auge. Sie kann mit den obern Fühlern aber auch riechen. Mit den unteren Fühlern kann sie tasten und schmecken. Schnecken können nicht hören. Hier sieht man deutlich die Augen als schwarze Punkte in den oberen Fühlern. Mit ihnen kann sie Hell-Dunkel wahrnehmen und die Richtung des einfallenden Lichts bestimmen. Die Augen der Weinbergschnecke liefern aber nur ein unscharfes Bild, da das Auge keine Linse hat. Trotzdem kann sie Hindernissen ausweichen. Hier bearbeitet die Schnecke gerade ein dünnes, trockenes Rindenstück mit ihrer Raspelzunge. So findet man sie auch oft an Wegrändern, wo sie Algenbeläge vom Untergrund abweidet.Im Bereich des unteren Randes des Schneckenhauses befindet sich die Öffnung der Atemhöhle. Durch die zahlhreichen kleinen Blutgefäße, die sich in der Atemhöhle befinden, kann Sauerstoff aus der Luft aufgenommen werden. Leichte Beschädigungen am Haus kann die Schnecke selbst reparieren.

Bei Störungen zieht sich die Weinbergschnecke schnell in ihr Haus zurück. Je nach Situation verlässt sie dann ein paar Minuten später wieder ihr Gehäuse.

Wer behauptet, dass Schnecken „kriechen“, der hat noch nie eine Schnecke in der Bewegung beobachtet. Das ist kein „Kriechen“ sondern ein „ruckelfreies“ Gleiten. Bewirkt wird dies durch die zahlreichen Muskeln in ihrem kräftigen Fuß. Hier kann man sehen, wie gleichmäßig sich eine Weinbergschnecke im „Schneckentempo“ langsam, aber stetig fortbewegt. Dies wird vor allem durch die von ihr gelegte Schleimspur möglich, die sie vor Verletzungen durch scharfe und scharfkantige Gegenstände bewahrt. Im Schneckentempo schafft sie etwa 7 cm pro Minute. In einer Stunde kann sie also bis 4,2 m zurücklegen. Die Geschwindigkeit hängt von der Lufttemperatur ab. Zudem können die Schnecken sehr gut klettern. Dies gilt auch für glatte Steine und Mauern. Auch hier ist ihr Schleim als Haftmittel sehr nützlich.An trockenen und heißen Tagen kann man sie auch an Mauern oder auf Steinen beobachten, wo sie geschützt vor der Sonneneinstrahlung rastet. Manchmal bildet sie dann auch eine pergamentartige Haut aus, die das Austrocknen verhindern soll. Bei länger anhaltender Trockenheit wird diese Haut allerdings durch eine Kalkplatte ersetzt, mit der sie das Gehäuse verschließt. Dann fällt sie in Trockenstarre.

 

 

Die „Bahnhof-Störche“ haben in diesem Jahr drei Junge

Mehr lesen

Seit einigen Tagen kann es jeder sehen: Im Storchennest befinden sich drei Jungvögel.  Mitte April saß keiner der Altvögel mehr brütend auf dem Nest. Offenbar waren gerade die Jungvögel geschlüpft – das konnte man am Verhalten der Altvögel sehen, die abwechselnd das Nest verließen um Nahrung zu suchen.  Anfangs war von den Jungvögeln noch nichts zu sehen. Ab und zu konnte man die Köpfchen der Jungstörche aus dem Nest auftauchen sehen. Hier füttert gerade einer der Altvögel ein (?) Junges.  Es dauerte ein paar Tage, bis klar war, dass es mindestens zwei Jungvögel waren, die sich im Nest befanden. Auch einige Tage später war noch nicht zu erkennen, wie viele Jungstörche geschlüpft waren.Und dann kamen ein paar heftige Regentage mit teilweise schauerartigem Starkregen. Zudem war es in den Nächten relativ kalt. Zwar sah man immer einen der Altvögel schützend im Nest stehen, doch eine solche Wetterlage  kann für die jungen Störche extrem gefährlich werden.Doch glücklicherweise änderte sich die Wetterlage und es blieb zumindest trocken, obwohl es nachts noch recht kalt war. Aber offenbar hatten die Jungen die Regentage gut überlebt.  Hier kümmert sich gerade das Weibchen um einen der Jungvögel im Nest. Wie man sieht, ist es noch Anfang Mai – und die Bäume waren zu dieser Zeit noch nicht belaubt.Es ist der 31. Mai 2019.  Bis jetzt haben es die Jungen geschafft. Man sieht ihnen an, dass sie sich prächtig entwickelt haben – und den Eltern bei der Futtersuche sicher alles abverlangen. Auf dem Bild ist übrigens ein typisches Merkmal der jungen Störche zu erkennen: der Schnabel ist schwarz. Auf dem Bild warten alle – das Männchen und die drei Nestlinge – auf das Weibchen, das hoffentlich bald mit Futter am Nest erscheinen wird ….

 

Natürlich wird es weitere Beiträge zur Situation im Storchennest in diesem Jahr geben ….. Bis dahin viel Glück für die Drei!

Eine besondere Schönheit im Kraichtal: Der Große Ehrenpreis

Mehr lesen

Der Große Ehrenpreis gehört zur artenreichen Pflanzenfamilie der Braunwurzgewächse und ist im Kraichtal überall dort anzutreffen, wo es trockene, warme Lehmböden gibt. Man kann ihn entlang von Wegrainen, auf Halbtrockenrasen und in sonnigen Hecken finden. Er kann recht groß werden. Seine vielblütigen Blütenstände tragen Blüten, die ein intensives Azur- oder Himmelblau aufweisen. Die Nerven der Blütenblätter sind dunkel gefärbt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Ehrenpreis-Arten.Wie bei vielen Blütenpflanzen blühen auch hier die Blütenstände von unten nach oben auf.Den Großen Ehrenpreis kann man auch in einer Wiese kaum übersehen, da er bis zu 1 m groß werden kann.Die Blätter sitzen direkt am Stängel und haben keinen oder nur einen sehr kurzen Stiel. Der Blattrand ist „gesägt“. Der Große Ehrenpreis blüht bei uns im Kraichtal von Mai bis Ende Juli.

Das Kraichtal im Mai

Mehr lesen

Eigentlich eilt dem Mai der Ruf eines sonnigen, warmen und „farbigen“ Monats voraus. Doch in diesem Jahr ist manches anders. Es ist bisher recht kühl – und die Nächte sind immer noch kalt. Doch im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren hat es im Mai bei uns schon mehrfach geregnet. Und das Wasser wurde auch dringend benötigt. Obwohl es so kühl ist, hat der Regen in diesem Jahr die Farben auf die Wiesen und Felder gebracht. Überall blüht es- und auch im Gegensatz zu den letzten Jahren brummen wieder Bienen und Hummeln über die Fluren.  Erste Schmetterlinge lassen sich in den blühenden Wiesen finden. Und im Gegensatz zu anderen Gegenden kann man im Kraichtal in diesen Tagen hoch in der Luft wieder den „Sound des Frühlings und Sommers“,  den Gesang der Lerchen hören.Noch beherrscht das Gelb des Löwenzahns viele Wiesen  und Weiden:  Hier wartet schon alles auf den Wind. Tausende „Flieger“ stehen bereit.Aber auch die anderen Farben sind wieder da: Rot, Blau und saftiges Grün gibt hier den Ton an.Und jetzt ist er da: Ein kühler Wind streicht über die Felder und Wiesen. Auch die zarten Karthäuser-Nelken biegen sich im Wind Karthäuser-Nelken: Seltene und wunderschöne rote Blütensterne im Kraichtal Doch auch die Futter-Esparsette kann da mit ihrem vornehm gestreiften Muster mithalten … Der Wiesensalbei bringt Blau ins Grün. Toll, dass es solche Wiesen und Weiden mit dieser Blütenpracht noch gibt. Wo sonst sollen Schmetterlinge, Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten ihre Nahrung finden?