Kleinblütiges Knopfkraut oder Kleines Franzosenkraut

Kleinblütiges Knopfkraut oder Kleines Franzosenkraut

Das Kleinblütige Knopfkraut kommt bei uns im Kraichtal vereinzelt vor. Es gehört zur artenreichen Pflanzenfamilie der Korbblütengewächse. Man findet es bei uns in Gärten, Äckern, Feldwegsrändern oder offenen, lehmigen Bodenstellen. Das Kleinblütige Knopfkraut ist einjährig und kann Wuchshöhen von bis ca. 30 cm erreichen. Es stammt ursprünglich aus Südamerika und ist deswegen sehr frostempfindlich. In den Herkunftsländern der Pflanze wurde es als Viehfutter – aber auch als Gemüse-, Gewürzpflanze oder als Salatpflanze verwendet. Wegen der schmackhaften Blätter wurde sie landwirtschaftlich kultiviert. Um 1800 wurde sie auch häufig in botanischen Gärten angepflanzt.  Dann verbreitete sich die Pflanze  bei uns in Deutschland vor allem während der Regierungszeit Napoleons explosionsartig.  Weil dazu noch die Blütenköpfchen der Pflanze so ähnlich aussahen wie die Uniformknöpfe der französischen Soldaten, erhielt es den Namen „Knopfkraut“ und „Franzosenkraut“. Heute ist das Kleinblütige Knopfkraut über ganz Europa und große Teile Asiens verbreitet. Vom Knopfkraut gibt es eine zweite Art, das Behaarte Knopfkraut, das bei uns im Kraichtal sehr häufig vorkommt. Auch darüber ist ein Beitrag in diesem BLOG geplant.

Eine Pflanze kann während ihres Lebens bis zu 100 000 Samen produzieren. Vom Keimling bis zur blühenden Pflanze dauert es nur vier Wochen. So kann das Kleinblütige Knopfkraut  je nach Witterung 2 bis 3 Generationen pro Jahr bilden. Deswegen ist die Pflanze auch vielerorts als „Unkraut“ in Verruf geraten. Die Hauptblütezeit ist von Juni bis in den Oktober hinein. Charakteristisch sind die gelben Blütenkörbchen mit den Röhrenblüten und den  meist nur 4 – 5 weißen Zungenblüten. Im vorderen Blütenkörbchen sind 6 weiße Zungenblüten zu sehen. Es sieht so aus als wären einige Zungenblüten am Rand ausgefallen. Die Blätter und die Stängel der Pflanze sind – wenn überhaupt – spärlich behaart, während sie bei der Schwesterart, dem Behaarten Knopfkraut dicht abstehen und so deutlich zu erkennen sind.

Bei uns im Kraichtal ist diese seltenere Art des Knopfkrauts nicht sehr bekannt – und wenn, dann wird sie meist als Unkraut angesehen. Ihre mögliche Verwendung als Gemüse- oder Salat- oder Gewürzpflanze ist in Vergessenheit geraten. Das rechte Bild zeigt eine Fliege und eine Wanze auf den oberen Blütenkörbchen. Bei der Bestäubung ist das Knopfkraut aber nicht auf Insekten angewiesen.  Es kann sich selbst bestäuben.

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