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Ackerhummel

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Die Ackerhummel gehört wie alle Hummelarten zu den Wildbienen. Hummeln sind  „staatenbildende Insekten“.Im Gegensatz zu den einzeln lebenden Wildbienen den „Solitärbienen“. Hummeln bilden einen „Sommerstaat“. Dieser wird jeweils im Frühjahr von der Königin begründet und besteht bis in den Herbst. Dann sterben alle Mitglieder des Staates. Nur die „neuen“ jungen Königinnen überleben – und bilden im nächsten Frühjahr wieder einen neuen „Sommerstaat“. Die Honigbienen dageben bilden einen „Dauerstaat“, der über mehrere Jahre hinweg bestehen bleibt.

Man erkennt die Ackerhummel am rotbraunen Rücken und dem schwarz-gelblich geringelten Hinterleib. Es gibt aber zahlreiche Farbvarianten. Insgesamt wirkt die Ackerhummel sehr „flauschig“. Bei der abgebildeten Ackerhummel handelt es sich um eine „Königin“. Denn Arbeiterinnen und Drohnen gibt es jetzt noch nicht. Die Königin hatte sich im vergangenen Herbst mit Drohnen gepaart – und dann einen geeigneten Unterschlupf zur Überwinterung gesucht. Bei geeigneter Witterung erscheint sie dann Anfang April und sucht zunächst einmal nach Futter.  Dieses findet sie gerade bei den rotblühenden Taubnesseln, der „Roten Taubnessel“, der „Stängelumfassenden Taubnessel“(sie ist im Kraichtal seltener) und der „Gefleckten Taubnessel“, von denen es Ende März Anfang April bei uns schon große Vorkommen gibt. Auch andere Pflanzen werden zur Nahrungsaufnahme aufgesucht, wobei die verschiedenen Taubnesselarten im Laufe des weiteren Jahres eine große Rolle für die Ernährung der Hummeln spielen. Mit ihrem großen Rüssel kommen die Hummeln auch bei den Taubnessel-Blüten sowohl an den Pollen als auch an den Nektar heran.Hier fliegt die Königin gerade eine Gefleckte Taubnessel an. Diese kommt auf Feldern, Äckern und Wegrändern vor – und ist – gemeinsam mit anderen Taubnesseln -ein wichtiger Pollen- und Nektar-Lieferant für die Insekten, welche schon im März/April unterwegs sind. Beim Einfliegen in die Lippenblüte streift sie an den Staubblättern der Taubnessel vorbei.Dabei füllt sie den Zwischenraum zwischen Ober- und Unterlippe der Taubnessel fast völlig aus. Beim Besuch der nächsten Blüte streift sie einen Teil des Pollens auf der Narbe der nächsten Blüte ab und bestäubt sie dadurch. Tatsächlich spielen Hummeln und andere Wildbienen-Arten eine wichtige und bedeutende Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Vor allem deswegen, weil sie bei viel widrigeren Wetterbedingungen die Pflanzen bestäuben können, als dies bei den Honigbienen der Fall ist. Wenn die die Königin ihre erste Nahrung aufgenommen hat, sucht sie einen geeigneten Platz für das Nest. Dabei werden Hohlräume im Boden oder auch in Bäumen ausgewählt. Bevorzugte Stellen sind ehemalige Mäusebauten, Vogelnester, Nistkästen, ja sogar in auf dem Boden liegenden Getränkeflaschen aus grünem oder braunem Glas wurden schon Hummelnester entdeckt. In diese Hohlräume trägt sie dann das Nistmaterial ein, das aus Moos, Gras und anderen feinen Materialien besteht. Daraus formt sie dann eine Kugel, deren Wände mit Wachs abgedichtet werden. In diese Kugel baut sie dann napfartige Vorratsbehälter mit Pollen. Darauf legt sie mehrere Eier und verschließt dann den Napf. Ein weiterer Napf wird mit Nektar gefüllt. Dieser dient dann der Königin als Nahrungsvorrat für schlechte Witterung. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von den Pollen. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die ersten voll entwickelten Junghummeln. Die Königin hat aber in der Zwischenzeit weitere napfartige Zellen gebaut und mit Eiern versehen. Die daraus später schlüpfenden Hummeln übernehmen dann den weiteren Nestbau und die Brutpflege. Jetzt kann sich die Königin auf das Eierlegen konzentrieren. Sie verlässt auch den Bau nicht mehr. Die Arbeiterinnen sind bis dahin unfruchtbar. Bis August hat das Hummelvolk mit bis zu 150 Hummeln die Maximalgröße erreicht. Erst ab August gibt es Drohnen und voll entwickelte Weibchen. Bis Ende September sterben dann alle Arbeiterinnen, die Drohnen  und die alte Königin. Die zuletzt geschlüpften  – voll entwickelten – Weibchen paaren sich mit den Drohnen und suchen einen Platz zum Überwintern. Dann gründen sie im nächsten Frühjahr ein neues Volk. Der Kreis hat sich geschlossen.

Es ist mal wieder Frühling!

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In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.

Admiral

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Der Admiral ist eine für das Kraichtal sehr typische Schmetterlingsart. Er gehört zu den Edelfaltern und fällt durch seine auffallende Flügelzeichnungen auf. Wegen der weißen Zeichen, die in ähnlicher Form auch auf historischen Admiralsuniformen zu sehen waren, hat man ihm diesen Namen gegeben.

Der Admiral gehört zu den „Brennnessel-Faltern“ , weil sich seine Raupen ausschließlich von der Großen Brennnessel ernähren.

Der Admiral fliegt bei uns in einer Generation von Juni bis Oktober. In warmen Regionen Mitteleuropas gibt es bis zu 4 Generationen, die von Februar bis November fliegen. Hier saugt ein Weibchen gerade an Tierkot. Man kann das Weibchen an winzig kleinen weißen Flecken im roten Flügelstreifen erkennen.

Der Admiral ernährt sich von verschiedenen Blütenpflanzen (Schmetterlingsflieder, Brombeeren, Wasserdost, etc.), aber auch von den in Exkrementen oder in Aas enthaltenen Nährstoffen (z. Beispiel Tierkot, kleinen Kadavern). Im Herbst stellt er sich oft in den Streuobstwiesen ein, wo er an geplatzten oder zerquetschten Früchten saugt. Wie zu sehen ist, unterscheidet sich die Unterseite der Flügel deutlich von der Oberseite.

Die Männchen des Admirals warten  von höheren Standorten aus (hier der Stamm eines Obstbaums in einer Streuobstwiese) auf vorbeifliegende Weibchen. Die Männchen kann man daran erkennen, dass sie in den roten Streifen keine weißen Flecken besitzen. Wegen des günstigen Klimas überwintern viele Schmetterlinge aus unserer Region bei uns – oder in anderen warmen Teilen Südwestdeutschlands oder Frankreichs. Schmetterlinge aus Mitteleuropa ziehen im Sommer nach Norden bis Südskandinavien – und kehren im Winter in ihre Überwinterungsgebiete in Südwestdeutschland und Ostfrankreich zurück.

Es ist Oktober. Hier besucht gerade ein Admiral die jetzt in Vollblüte stehenden Blütenstände des Efeus. Der Admiral  hat offensichtlich schon ziemlich viel mitgemacht, er ist ziemlich „abgeflogen“ – und er scheint manchem Vogelangriff entkommen zu sein.

C-Falter

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Der C-Falter ist im Kraichtal recht häufig anzutreffen. Er gehört zur Familie der Edelfalter und hat eine Flügelspannweite von 50 mm. In seiner Färbung ist er recht variabel; es gibt helle und dunkel gefärbte Exemplare.  Seinen Namen hat er erhalten, weil er auf den Unterseiten der Hinterflügel eine weiße „C-förmige“ Zeichnung trägt.

    Der C-Falter ist bei uns den ganzen Sommer über zu sehen. Sie sind bei uns in 2 Generationen anzutreffen. Die Sommergeneration kann bei uns meist überwintern.

Neben Blütenpflanzen wie hier der Wasserdost oder der Sommerflieder kann man den C-Falter auch an zerquetschtem Obst antreffen.

Vorsicht, aber keine Panik: Hornissen im Herbst

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Es ist Anfang Oktober. In den letzten Wochen kursierten Berichte über Hornissen-Angriffe in den Medien. In den Schlagzeilen war von „Überfall“ und „Jagd auf Rentner“ die Rede. Auch in der Nähe des Kraichtals gab es in Weingarten bei Karlsruhe einen Vorfall mit mehreren Betroffenen. Einige wurden sogar ernstlich verletzt. Auch dieser Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Dabei werden Hornissen doch als sehr friedliche Insekten beschrieben, die am Menschen keinerlei Interessen haben. Stimmt das alles etwa doch nicht?

Zunächst muss man wissen, dass Hornissenvölker im September den Höhepunkt ihrer Entwicklung  erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt umfassen die Hornissenvölker im Nest – je nach Größe des Nestes – mehrere Hundert Tiere. Diese haben vor allem 2 Aufgaben. Sie müssen Nahrung für die Brut herbeischaffen – und sie müssen das Nest mit der Königin verteidigen. Im Verteidigungsfall geben die Hornissen Alarmstoffe ab, der die Arbeiterinnen im Nest alarmiert und der sich als Duftwolke im Nestbereich und darüber hinaus verbreitet. Dies geschieht jedes Mal, wenn sich die Hornissen bedroht fühlen, z. B. , wenn sich jemand dem Nest zu weit nähert oder sich gar daran zu schaffen macht. Sobald dieser Alarmstoff in der Luft ist, beginnt ein massiver Angriff auf alles, was sich in der Umgebung bewegt. Heftige und schnelle Abwehrbewegungen verstärken diesen Effekt noch. In einem größeren Abstand vom Nest lassen die Hornissen nach und kehren zum Nest zurück. Es muss ja Nahrung für die Königin und die Brut beschafft werden. Nun zurück zu dem Hornissenangriff in Weingarten: Die Experten sind sich einig, dass im vorliegenden Fall eine Störung vorgelegen haben muss, denn von sich aus greifen Hornissen uns Menschen nicht an.

Arbeiterinnen bewachen den Eingang ihres Nestes im Apfelbaum auf dem Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal bei Oberacker.

Jungköniginnen sind ausgeflogen und verpaaren sich außerhalb des Nestes mit den Drohnen, die in der Umgebung des Nestes schon auf sie gewartet haben.

Es entstehen regelrechte „Hornissen-Knäuel“, wenn mehrere Drohnen versuchen, sich mit einer Jungkönigin zu paaren. Nach der Paarung verlassen die Jungköniginnen für immer das Nest und suchen sich einen sicheren Unterschlupf für den Winter. Die alte Königin wird jetzt von den Arbeiterinnen nicht mehr gefüttert und verlässt das Nest ebenso. Kurze Zeit später wird sie sterben.

Wenn je nach Witterung im September und Anfang bis Mitte Oktober die alte Königin und die jungen Königinnen das Nest verlassen, dann verliert die ausgeklügelte Arbeitsteilung unter den Arbeiterinnen ihre Ordnung. Als Folge davon erweitert sich auch der Gefahrenbereich um das Nest. Auch laute Geräusche und heftige, hastige Bewegungen können nun von den Hornissen als Angriff auf das Nest gedeutet werden.

Aber auch im Kraichtal gab es ein „Hornissen-Problem“: Auf dem Gelände des Gleitschirmclubs in Kraichtal-Oberacker hatte ein Hornissenvolk in einem Apfelbaum ein Nest gebaut. Obwohl  das Nest in unmittelbarer Nähe des Startplatzes liegt, gab es im Verlauf des Sommers keinerlei Probleme mit den Insekten. Nun war das jährliche „Fliegerfest“ geplant. Aufgrund der Meldungen aus Weingarten verschob man das Fest, sperrte den Bereich um den Baum mit Bändern ab – und stellte Warnschilder auf, die auf die mögliche Gefahr hinwiesen. Diese Reaktion der Verantwortlichen war vorbildlich: Anstatt Panik zu verbreiten, die Verlegung des Nestes oder gar die Vernichtung des Hornissenvolkes zu fordern, reagierte man total unaufgeregt und nahm die Sache so hin, wie sie war. Gefeiert wurde in kleinem Rahmen trotzdem – in sicherer Entfernung vom Nest. Was mir aber vor allem sehr gefallen hat, war die Erklärung, mit der  die Absage des Festes der Öffentlichkeit gegenüber begründet wurde:

„Gerade unser Sport ist sehr abhängig von der Natur: es ist beispielsweise lebenswichtig das Wetter richtig einzuschätzen. Und da wir so sehr von der Natur und der Umwelt abhängig sind, müssen wir diese auch entsprechend behandeln- auch wenn es „nur“ um ein Hornissennest geht und um Wächter die ihre neue Königin beschützen wollen…“

(Auszug aus der “ Mitteilung des Vereins über die Gründe der Absage des „Fliegerfestes“ in den verschiedenen Medien).

Flug-Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal. Die Absperrbänder sind inzwischen entfernt. Im Apfelbaum (in der Mitte) hat  zur Straßenseite hin ein Hornissenvolk ein Nest gebaut.

Auch der Hinweis: „Vorsicht Hornissen“   verstärkt die Haltung  des Vereins.  Das Schild sagt aus, dass es hier Hornissen gibt – und dass man in diesem Bereich vorsichtig sein- und sich an Spielregeln halten muss. Stünde auf dem Schild „ACHTUNG HORNISSEN!“, hieße das nämlich, dass es hier  – was überhaupt nicht zutrifft – grundsätzlich gefährlich ist. Ich finde die Art und Weise, wie der  Verein mit dieser schwierigen Situation (vor dem Hintergrund der Vorfälle in Weingarten) umgegangen ist, ganz toll! Hier hat man verstanden, dass es im Umgang mit der Natur vor allem darum geht, das, was in der Natur geschieht zu respektieren – und dass auch die Hornissen ein Recht auf den vom Menschen beanspruchten Lebensraum haben, den man teilen kann! Gerade, weil der Verein sicherlich wegen der Absage finanzielle Einbußen hatte, ist eine solch unaufgeregte Reaktion vorbildlich! Dass es aber auch Fälle geben kann, wo die Umsiedlung eines Hornissennestes notwendig wird, bleibt unbestritten.

Gerade über Hornissen und ihre Gefahr für den Menschen existieren immer noch viele Mythen. Deswegen kommt bei vielen Menschen Panik auf, wenn sie diesen – eigentlich so friedlichen – Insekten begegnen. Panik ist sicher nicht angebracht, aber Vorsicht und Respekt Tieren gegenüber, die  im Nahrungskreislauf  ihres Lebensraumes eine – auch für uns Menschen so wichtige – und deshalb auch schutzwürdige – Rolle spielen.

(*Hinweis: Für die Veröffentlichung von Teilen der Erklärung des Vereins in diesem BLOG  erhielt ich die persönliche Genehmigung.)

Grünes Heupferd

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Das Grüne Heupferd gehört zur Familie der Laubheuschrecken und ist eine der größten Laubheuschrecken in Mitteleuropa. Fast alle sind grün; es gibt aber einige wenige Exemplare mit einer Farbaweichung, zum Beispiel gelbe Beine. Bei uns im Kraichtal findet man das Grüne Heupferd auf Trockenrasen, in der Nähe von Hecken oder sonnigen Waldrändern. Man kann sie also überall dort finden, wo es warm und relativ windgeschützt ist.

Die Weibchen sind ungefähr 40 mm groß – und damit etwas größer als die Männchen. Auf dem Rücken sind sie braun gefärbt. Die Weibchen besitzen eine Legeröhre, mit der sie die 500-600 Eier im Boden ablegen können. Die Entwicklungszeit der Larven ist sehr unterschiedlich und es kann 1,5 Jahre bis 5 Jahre dauern, bis die Tiere voll entwickelt sind.

Bis die Heuschrecken voll entwickelt – und damit geschlechtsreif sind, machen sie  7 Häutungen durch. Erst dann erscheinen die flugfähigen Flügelpaare. Dabei überdecken die Vorderflügel die Hinterflügel.

Das Grüne Heupferd ernährt sich vor allem räuberisch von anderen Insekten und deren Larven, aber auch von einer Vielzahl von krautigen Pflanzen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Heuschrecken-Arten kann das Grüne Heupferd sehr gut fliegen.

In Deutschland ist der Bestand des Grünen Heupferdes nicht gefährdet. Obwohl man es oft übersieht, kommt es bei uns im Kraichtal vereinzelt, aber dann noch relativ häufig vor.

Brennnesseln, Disteln & Co

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Es ist Ende August. Die Felder sind abgeerntet, die Wiesen alle gemäht. Doch es gibt noch „grüne Inseln“ in der Flur. Entlang eines Weges hat man nicht gemäht und alles so stehen lassen, wie es gewachsen ist. Brennnesseln, Disteln, verschiedene Gräser, Doldengewächse und einige andere Pflanzen bilden einen dichten Bestand. Und man kann erkennen, dass es in diesem Jahr sehr heiß und trocken war. Selbst die Brennnesseln sehen nicht mehr ganz so frisch aus. Das saftige Grün der Pflanzen ist verschwunden; eigentlich erinnert der Wegrand jetzt an ein verwildertes Gelände. Wer aber glaubt, dass hier dringend gemäht werden müsste, für den lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen:

Brennnesseln und Disteln stehen bei vielen Menschen auf der „Abschussliste“. Doch sie sind für viele Tiere sehr wichtig. Für viele Vogelarten, die sich von Sämereien oder Körnern ernähren,  ist der Tisch nach der Getreideernte nicht mehr so reichhaltig gedeckt. Die Nahrung wird knapp. Jetzt sieht man zum Beispiel Distelfinken, die das tun, wofür sie ihren Namen erhalten haben. Sie ernähren sich von Distelsamen.

Dazu pflücken sie die Korbblüten regelrecht auseinander und ziehen die Samen heraus.

Und am Ende sind die Blütenstände der Distel völlig aufgefasert 

Dies gilt auch für andere Vogelarten oder zahlreiche Insekten

So kann man häufig den Schwalbenschwanz, einen auch bei uns recht seltenen Schmetterling auf den Disteln beobachten, weil sie auch jetzt noch Nektar anbieten

Dieser Schwalbenschwanz hat schon einen Teil des linken Hinterflügels verloren.  Trotzdem kann er noch problemlos die Blüten anfliegen.

Die große Zahl von Vögeln und Insekten, welche sich von den verschiedenen Disteln, aber auch von den Brennnesseln ernähren,  ist gewaltig.  Deswegen sollte man sie, so lange wie dies möglich ist, auch stehen lassen. Auch wenn uns ihr Anblick manchmal stört – für viele Tiere sind diese Pflanzen zum Überleben notwendig.

Brauner Bär

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Bei uns im Kraichtal ist er nur selten zu sehen: der Braune Bär, ein Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner. Das liegt aber nicht nur daran, dass es ihn bei uns kaum noch gibt – sondern weil er ein Nachtschmetterling ist, der sich tagsüber gut getarnt versteckt. Tatsächlich aber ist der Braune Bär sehr selten und durch das Naturschutzgesetz streng geschützt. Auch in Baden-Württemberg insgesamt gilt er als eine vom Aussterben stark bedrohte Art. In diesem Falle wurde er in einem Industriebetrieb gefunden, wo er sich in Bodennähe verkrochen hatte. Dorthin hatte er sich offenbar verflogen,  weil er – wie dies viele Nachtfalter tun – nächtliche Lichtquellen anfliegt  (In diesem Betrieb wird rund um die Uhr gearbeitet).  Da er dort wohl keine Überlebenschance hatte, kam er in einen Karton.

Schon allein die Flügelzeichnung zeigt seine Verwandtschaft mit dem „Russischen Bären“ und dem „Schönbären“. Dabei kann die Zeichnung der Vorderflügel innerhalb dieser Art stark variieren. Die braunen Vorderflügel zeigen meist ein weißes, netzartiges Muster, das vom Flügelrand ausgeht. Dazu kommen noch längliche Flecken am Flügelrand. Die Vorderflügel können auch fast ganz weiß sein.

Der Braune Bär sitzt mit „dachartig“ geschlossenen Flügeln in seinem Versteck. Dies ist seine „Tarnstellung“. Wenn er sich bedroht fühlt, öffnet er schlagartig seine Flügel. Dann werden die orangeroten Hinterflügel mit den blauen, meist schwarz umrandeten Punkten sichtbar. Damit warnt und erschreckt er viele Fressfeinde. Der Braune Bär kommt in allen Bereichen des Waldes vor, aber auch in extensiv bewirtschafteten Wiesen mit Hecken und Büschen. Sogar in Parks und großen naturnahen Gärten, aber auch an Wegen, Böschungen und Straßenrändern kann man ihn vereinzelt finden.

Aus dem Karton wurde er nun in ein geeignetes Biotop innerhalb eines Waldes im Kraichtal gebracht. Sofort zeigte seine „Schreckstellung“. Dazu klappte er in schneller Folge die Vorderflügel auf und zu. Die orangeroten, blau und schwarz gepunkteten Hinterflügel werden dabei sichtbar.

Deutlich ist das weiße Netzmuster an den Vorderflügeln zu sehen. Der abgebildete Schmetterling zeigt, dass er schon leicht „abgeflogen“ ist. Ein Fühler fehlt und auch die Flügel zeigen erste Abnutzungs-Spuren.

Die Falter des Braunen Bären fliegen von Juli bis September. Schon ab Juli werden die Eier an die Unterseite der Blätter der entsprechenden Futterpflanzen gelegt  (Brennnessel, Mädesüß, Brombeere, Himbeere und viele mehr). Die Raupen schlüpfen im August und überwintern an geschützten Stellen im Boden. Im Juni/Juli des folgenden Jahres verpuppen sie sich und schlüpfen von Juli bis August. Übrigens: Was er normalerweise macht, ist auch hier geschehen. Nachdem er mehrfach die Flügel auf- und zugeklappt hat, flog er auf und suchte sich einen neuen und sicheren Unterschlupf.

Nierenfleck-Zipfelfalter

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Der Nierenfleck-Zipfelfalter gehört zur Familie der Bläulinge und ist im Kraichtal recht selten zu entdecken. Der Schmetterling hat seinen Namen wegen der Flügelzeichnung der weiblichen Falter. In den Ecken der Oberseite der Vorderflügel befinden sich nierenförmige Flecken. Die Hinterflügel haben säbelzahnartige Auswüchse, wegen denen der Falter den Namen „Zipfelfalter“ bekam.

Der Falter saugt gerade an einem blühenden Rispen-Hortensienstrauch Nektar. Die Falter kommen bei uns in einer Generation vor und fliegen von Ende Juli bis in den Oktober hinein. Aus den Eiern schlüpfen im Frühjahr die Raupen, aus denen sich dann wiederum die Falter entwickeln. Futterpflanzen der Raupen sind vor allem Schlehen, Pflaumen und andere Rosengewächse. Die erwachsenen Falter wurden auf verschiedenen Blütenpflanzen beobachtet: Wasserdost, Disteln, usw.

Der Falter zeigt gerade seine orangefarbene Unterseite mit den typischen weißen Zeichnungen. Nur dann, wenn der Schmetterling seine Flügel aufklappt, kann man das Geschlecht des Falters bestimmen.

Russischer Bär

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Ende Juli, Anfang August: Der Wasserdost blüht – und schon kann man den Russischen Bär entdecken. Er gehört zur Familie der Eulenfalter und der Unterfamilie der Bärenspinner. Der Wasserdost gehört für den tagaktiven Nachtfalter zu den absoluten Favoriten. Bei uns im Kraichtal kommt er in manchen Jahren sehr häufig vor; in anderen Jahren ist er bei uns aber kaum zu finden. Er wird wegen seiner Flügelfarben auch „Spanische Flagge“ genannt. Der Schönbär ist eine verwandte Art, die bei uns aber viel seltener vorkommt.

Die Falter haben schwarze Vorderflügel mit weißen oder gelben Streifen, die sich  an der Flügelspitze zu einem „V“ verbinden.

Die orangefarbenen Hinterflügel weisen mehrere schwarze Flecken auf.

Der Russische Bär hat einen gut entwickelten Saugrüssel, der ihm erlaubt, Nektar aus den Blüten zu saugen.

Der Körper ist hell orange gefärbt mit schwarzen Punkten; auch die Flügelunterseite ist leuchtend hell orange gefärbt. Beim Auffliegen fällt der Falter durch diese Farben sofort auf.

Der Russische Bär ist nicht so „hektisch“ wie andere Schmetterlingsarten. Oft ruht er sich auf den Pflanzen aus oder er sonnt sich. Dann hat er allerdings die Flügel meist geschlossen.