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So eine Esche

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Am Ortsrand von Kraichtal-Oberacker steht in einem kleinen Auwäldchen eine gewaltige Esche. Sie überragt alle Bäume in der Umgebung. Das ist keine Besonderheit, denn Eschen können über 40 m hoch werden. Was an diesem Baum so besonders ist, sind seine Ausmaße. Dies ist für mich die beeindruckendste Esche im Kraichtal. Ihre gewaltigen Äste überragen den Wirtschaftsweg – und die Esche bildet mit mehreren Stämmen  ein „Baumsystem“ mit zahlreichen Verzweigungen und senkrecht nach oben wachsenden Trieben, die sich zu massiven Ästen entwickelt haben.

Eschen sind wertvolle Bäume, deren Holz dann Verwendung findet, wenn besondere Festigkeit und Biegsamkeit gefordert sind.

Zahlreiche Nisthöhlen weisen darauf hin, dass hier zahlreiche Vogelarten Nistmöglichkeiten gefunden haben und auch noch finden werden.  Buntspecht, Kleiber, Kohl- und Blaumeise, aber auch Feld- und Haussperlinge haben hier einen Unterschlupf gefunden. Andere Vogelarten wie der Gartenbaumläufer, oder der  Buchfink finden hier ein reiches Nahrungsangebot.

Allerding sind die Eschenbestände bei uns sehr gefährdet. Seit einigen Jahren gibt es auch bei uns ein regelrechtes „Eschentriebsterben“, welches durch einen Pilz verursacht wird. Vor allem  bei jungen Bäumen verläuft die Krankheit sehr schnell und endet mit dem Absterben des Baumes. Bei älteren Bäumen deagegen verzögert sich meist  der Krankheitsverlauf, weil diese mit verstärktem Wachstum zunächst auf den Pilzbefall reagieren können. Es gibt aber einige Eschen, die gegen den Pilz restistent sind. Trotzdem gehen viele Experten davon aus, dass die Eschenbestände bei uns dramatisch zurückgehen werden. Dies würde auch eine deutlich sichtbare Veränderung in der Zusammensetzung unserer Wälder und Gehölze bedeuten. Derzeit sucht man noch nach geeigneten Maßnahmen zur Bekämpfung des Pilzes.

Um sie ranken sich viele Mythen: Misteln

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Um die Misteln ranken sich viele Sagen, Mythen und Bräuche. So ist zum Beispiel das Küssen unter  in den Wohnungen aufgehängten Mistelzweigen ein Weihnachtsbrauch in England und in den USA. Der Mistel werden Heil- und Zauberkräfte zugeschrieben, wie dies bei dem wahrscheinlich bekanntesten Zaubertrank in den „Asterix-Comics“ der Fall ist, wo Misteln – von einem Druiden mit einer goldenen Sichel geschnitten – ein wesentlicher Bestandteil des „magische Kräfte verleihenden Zaubertranks“  darstellen. Zudem werden der Mistel auch viele Heilwirkungen in der Behandlung von Krankheiten zugeschrieben. Allerdings bleibt auch hier manches umstritten.

Misteln in einem Apfelbaum Ende November

Jetzt sind die Mistelbeeren reif.

Auch in den Kronen von Pappeln siedeln sich oft große Mistelbestände an.

Tatsächlich sind die Misteln, von denen es viele Arten gibt, sehr interessante Pflanzen, deren Lebensweise einige Besonderheiten aufweist. So sind Misteln meist Halbschmarotzer, die auf anderen Pflanzen, vor allem Bäumen aufsitzen – und dadurch beim Kampf um das Licht Vorteile haben. Zudem beziehen sie aus den Wirtsbäumen das zum Wachsen und Stoffwechsel nötige Wasser. Fotosynthese können sie mit ihren grünen Blättern selbst betreiben. Durch den Wasserentzug können sie allerdings die von ihnen besiedelten Bäume beeinträchtigen.  Allerdings legen es Misteln nicht darauf an, ihren Wirt zu zerstören. Damit würden sie ja selbst ihre Lebensgrundlage vernichten, denn sie sind  auf den Wirtsbaum angewiesen. Bei uns gibt es drei Mistelarten: die Laubholzmistel, die Tannenmistel und die Kiefernmistel.

Im Kraichtal kommt vor allem die Weißbeerige Mistel vor. Sie gehört zu den Laubholzmisteln und besiedelt vor allem Pappeln, Weiden, Apfelbäume und viele andere Laubholzarten. Die weißbeerige Mistel blüht im Frühjahr –  und  rechtzeitig zum Advent erscheinen die weißen Beeren, die viele Samen enthalten. Die Beeren sind willkommene Nahrung für viele Vogelarten, die bei uns überwintern.

So hat die Misteldrossel ihren Namen erhalten, weil sie sich in den Wintermonaten überwiegend von den Mistelbeeren ernährt. Aber auch andere Drosselarten verschmähen das Angebot nicht. Dabei tragen diese Vögel wesentlich zur Verbreitung der Mistel bei. Da die Beeren sehr klebrig sind und sie diese Eigenschaft auch durch die Verdauung nicht verlieren, bleibt der Vogelkot auf Ästen und Zweigen dauerhaft kleben – und so können die im Kot enthaltenen Samen auskeimen und in die Wirtspflanze eindringen. Auch durch das Abstreifen der klebrigen Nahrungsreste vom Schnabel gelangen die Samen auf Zweige.  Denn die Samen benötigen keine Darmpassage zum Auskeimen.

Sperber im Anflug

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Es ist Ende November. Auf den Feldern zeigt sich schon die Saat des Wintergetreides. Dazu kommen zahlreiche Zwischenfrucht-Kulturen, welche die Landschaft im Kraichtal in einen weitgehend grünen Teppich verwandeln. Und dann sind da noch die Blühstreifen mit den Sonnenblumen und den vielen anderen Pflanzen, die jetzt im Spätherbst  ihre Früchte und Samen bereithalten.  Und diese Blühstreifen und Zwischenfrucht-Kulturen sind jetzt sehr begehrt: Große Schwärme von Distelfinken, Buchfinken und Bergfinken, aber auch Schwärme von Grünfinken und Bluthänflingen stellen sich dort ein, wo sie in den nächsten Wochen und Monaten ihr Futter finden wollen.  Wenn man sich einem solchen Feld nähert, steigen oft ganze Wolken von Vögeln in die Luft – um sich dann im nächsten Moment an einer anderen Stelle des Ackers wieder niederzulassen.

Bergfinken sind bei uns Wintergäste und kommen seit einigen Jahren in großen Schwärmen aus Nordeuropa ins Kraichtal. Auch viele Buchfinken und Distelfinken kommen aus kälteren Gebieten zum Überwintern zu uns.

Die Flugbewegungen auf dem großen Zwischenfrucht-Feld bleiben nicht unbeobachtet:  Die Greifvögel sind ebenfalls in der Nähe. Turmfalke, Mäusebussard und Sperber gehen dort auf Jagd. Vor allem der Sperber ist ein pfeilschneller und geschickter Jäger, der sich auf die Vogeljagd spezialisiert hat. Und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich dort einstellt, wo es solche Schwärme oder Ansammlungen von Vögeln gibt. In den letzten Jahren lassen sich die Sperber zunehmend in den menschlichen Siedlungen und den ortsnahen Feldern sehen. In den Städten lauern Sperber oft auch an den winterlichenFutterstellen.  Zudem scheinen einige Sperber aus den kalten Gebieten den Schwärmen auf ihrem Weg in den Süden zu folgen.  Wie Funde aus einigen Teilen Deutschlands belegen, überwintern sogar einige Sperber aus dem hohen Norden bei uns.

Hier hat ein Sperber-Männchen in einem sehr großen „Zwischenfrucht-Feld“ auf einer verblühten Sonnenblume seine Sitzwarte bezogen. Die gesamte Umgebung wird scharf beobachtet.

Aber auch einige Türkentauben haben sich in der Nähe des Sperbermännchens niedergelassen. Wie man sieht, ernten sie gerade die Kerne der Sonnenblumen. Sie zeigen keinerlei Anzeichen von Unruhe. Denn von einem Sperber-Männchen haben sie kaum etwas zu befürchten. Wäre allerdings ein Sperber-Weibchen in der Nähe, läge der Fall anders. Die Sperberweibchen sind nämlich doppelt so groß wie die Männchen und sind durchaus in der Lage, Tauben zu erbeuten.

Unablässig beobachtet der Sperber  das Feld.

Und wenn er ein lohnendes Ziel sieht, dann bedeutet es für alle Vögel in der Umgebung höchste Gefahr.

Und schon startet er zu seinem Jagdflug …

Die Wahrscheinlichkeit, dass er Erfolg hat, ist sehr groß.

 

 

 

Gartenbaumläufer

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Der Gartenbaumläufer ist bei uns im Kraichtal ein noch relativ häufig anzutreffender Brutvogel. Als „Ganzjahres-Vogel“ kann man ihn auch im Winter im Kraichtal antreffen. Ihn zu beobachten ist etwas schwierig, weil er wegen der Färbung seines Gefieders sehr gut getarnt – und daher nur schwer zu entdecken ist. Er ist mit dem Waldbaumläufer verwandt, von dem man ihn aber kaum unterscheiden kann. Sicher kann man die beiden Arten nur durch ihren Gesang unterscheiden. Allerdings unterscheidet sich ihr Lebensraum: So trifft man den Waldbaumläufer selten außerhalb eines Waldes an. Sieht man also einen Baumläufer weit entfernt von einem Wald im Feld, auf Streuobstwiesen oder Hecken, dann handelt es sich wahrscheinlich um den Gartenbaumläufer. Beide Arten haben gemeinsam, dass sie recht klein sind und einen nach unten gebogenen spitzen Schnabel besitzen, der darauf hinweist, dass sie sich vor allem von Insekten und anderen Kleintieren ernähren.

Meist entdeckt man den Gartenbaumläufer erst dann, wenn er sich bewegt.  Man findet ihn vor allem auf Bäumen, die eine Rinde mit vielen Rissen und Furchen aufweisen, wie dies bei dieser Esche, einer Eiche oder auch bei einer Pappel der Fall ist. Auch auf Streuobstwiesen mit alten Baumbeständen zeigt er sich oft auf den Apfel-, Birn- oder anderen Obstbäumen.

Der Gartenbaumläufer sucht die fraglichen Baumstämme systematisch ab. Dabei beginnt er am Fuß des Stammes und sucht diesen spiralförmig nach oben ab. Im Gegensatz zum Kleiber kann er nicht am Baumstamm nach unten laufen. Er bewegt sich in kleinen Sprüngen aufwärts. Die Federn am Schwanz sind recht steif. So kann sich der Gartenbaumläufer damit abstützen.

Die Nahrung des Gartenbaumläufers besteht vor allem aus Insekten und deren Larven, Spinnen und anderen Kleintieren. Im Winterhalbjahr werden von ihm auch Samen verzehrt. Baumläufer haben pro Jahr 2 Bruten. Die Brutzeit reicht von März bis in den Juli hinein. Das Gelege umfasst dabei 5-7 Eier.

Das Nest wird in Stammlücken oder unter lockerer Rinde angelegt.

Die mächtige Esche ist fast gänzlich von Flechten und verschiedenen Moosen überzogen und bietet ein reiches Futterangebot für den Gartenbaumläufer.

Hier kann man erkennen, wie sich der Gartenbaumläufer mit dem Schwanz abstützt. In Parks, aber auch in Streuobstwiesen nimmt er gerne künstliche Nisthilfen an. Diese sind an die speziellen Anforderungen der Baumläufer angepasst. So befindet sich bei diesen Nisthilfen der Zugang zum Nistkasten auf der dem Baum zugewandten Seite.

Novembertag im Kraichtal

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Nicht nur die Flora und Fauna im Kraichtal sind bemerkenswert; auch die Landschaft hat – wie einige Beiträge im Blog aufzeigen – einiges zu bieten. Von vielen Punkten aus kann man die Natur in dieser tollen Landschaft genießen. Es lohnt sich, innezuhalten und sich auch einmal die Zeit zu nehmen, um genauer hinzuschauen. In diesem Jahr bietet auch der November bisher – nach einem „Goldenen Oktober“  – weitere  „sonnige und spätherbstliche Momente“   im Kraichtal:

Tolle Aussichten

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Tolle Aussichten sind nicht vom Wetter abhängig, wie das Titelbild des Beitrages beweist. Hier hat sich gerade ein kurzes Sommergewitter über der Ravensburg in Sulzfeld ausgetobt. Soeben hat es die Sonne  wieder durch die Wolken geschafft. Die regennassen Straßen glänzen im Sonnenlicht. Das Foto entstand oberhalb von Bahnbrücken. Ich finde, dass dies ein spektakulärer Moment war. Allerdings wurde es dann auch in Bahnbrücken recht ungemütlich. Das Gewitter mit Starkregen war schneller da als vermutet (Entfernung Bahnbrücken-Ravensburg bei Sulzfeld ca. 5 km Luftlinie)

Das Kraichtal ist ein toller und sehenswerter Teil des Kraichgaus, umgeben von weiteren spektalulären Landschaften. Nicht ohne Grund wird der Kraichgau – und damit auch das Kraichtal – als „Land der 1000 Hügel“ oder als die „Badische Toskana“ bezeichnet. Zwischen den zahlreichen Hügeln finden sich die Dörfer – und rings um die Dörfer verlaufen noch teilweise Streuobstwiesen und breite Heckenstreifen. Blick vom Kraichtal nach Norden. Am Horizont sind an manchen Tagen die ersten Berge des Odenwaldes zu sehen.

Ein Blick nach Norden von Oberacker aus: Die Fernmelde-, Funk- und Fernsehtürme auf dem Königsstuhl bei Heidelberg

Fernmeldeturm der Telekom, Fernsehturm des SWR und ehemaliger Fernmeldeturm der US-Armee (dieser wurde 2007 stillgelegt und an das Land Baden-Württemberg zurückgegeben; heute zivile Nutzung, bestückt mit zahlreichen Antennen)

Das Kraichtal ist mit seinen Lößböden ein sehr fruchtbares Land. Wo es das Geländeprofil hergibt, wird Ackerbau und Landwirtschaft betrieben. Auf diesem Bild wird der Verlauf des Geländes besonders deutlich. Oft gibt es innerhalb eines Feldes mehrere Meter Höhenunterschied.

Der Blick nach Osten zeigt schon die ersten Erhebungen des Zabergäus. Was das Kraichtal interessant macht, sind die ständig wechselnden Horizontverläufe, die teilweise atemberaubenden Ausblicke – aber auch die Möglichkeit, sich an vielen Stellen auf bequemen Bänken auszuruhen und diese Aussichten  zu genießen.

Im Süden Kraichtals steht diese Bank, die einen tollen Blick auf das Hügelland und die ersten Ausläufer des Nordschwarzwaldes bietet. Darüber hinaus könnte sie sicher viel erzählen …

Liebe in Holz geschnitten.

Wenn im Nordschwarzwald der erste Schnee gefallen ist, kann man es von hier aus sehen …

Und nun bleibt noch der Blick nach Westen hinüber in die Rheinebene. Meist ist es dort sehr dunstig. Doch bei einigermaßen gutem Wetter reicht die Sicht schon einige Kilometer weit.

Ein Blick von einer Anhöhe oberhalb von Kraichtal in der Nähe des Flugplatzes der Gleitschirmflieger nach Westen hinüber in die Rheinebene. Vorn erkennt man die Kirche von Unteröwisheim – und am Horizont wird im Dunst ein Gebäude mit vier Türmen sichtbar …..

Rechts befindet sich die evangelische Kirche von Unteröwisheim, links der Speyerer Dom.  Datum der Aufnahme: 08.11.2018; 10:38 Uhr

Tatsächlich ist dies der Dom von Speyer – von Kraichtal aus gesehen. Im Hintergrund kann man die Silhouette der Berge des Pfälzer Waldes erahnen. Odenwald, Gäu, Nordschwarzwald und die Rheinebene mit den Bergen des Pfälzer Waldes bilden eine ferne Kulisse für das Kraichtal und für den Kraichgau. Aber es lassen sich bei uns im Kraichtal auch noch viele andere sehenswerte Dinge  entdecken……

(Entfernung Luftlinie: Vom Gleitschirm-Fllugplatz Oberacker bis zum Speyerer Dom sind es ca. 31 km)

Neu im Kraichtal angekommen: Zebus

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Seit einiger Zeit sind auf der Gemarkung von Kraichtal auch Zebus zu sehen. Bei den Zebus handelt es sich um eine alte Rinderrasse aus Mittelasien, die schon im 3. Jahrtausend vor Christus vorkam. Der Begriff „Zebu“ bedeutet Buckel. Zebus sind also Buckelrinder. Es gibt zahlreiche Zebu-Rassen. Bei den bei uns im Kraichtal gehaltenen Zebus handelt es sich meist um Zwergzebus. In Baden-Württemberg wurde schon in den 1990er Jahren ein Zuchtbuch eingerichtet.  So stammen die meisten in Deutschland gehaltenen Zwergzebus aus Baden-Württemberg.

Zebus sind äußerst genügsam und werden  häufig in der Landschaftspflege eingesetzt, weil sie sehr geschickt und hangsicher sind. Bei uns in Baden-Württemberg werden Zebus meist in Mutterkuhhaltung in Verbindung mit der Landschaftspflege gehalten. Dabei werden Verbuschungen entfernt, ohne dass zu große Trittschäden entstehen.

Zudem sind sie gut an heiße Sommer angepasst und weniger gegen Sonneneinstrahlung und Krankheiten anfällig. Deswegen kann bei Zebus auf die übliche Impfung gegen viele Rinderkrankheiten verzichtet werden.

Da sie Schwarzdorn und Weißdornbüsche und Disteln verzehren, können sie auf Flächen gehalten werden, die seit Jahren nicht bewirtschaftet wurden und daher stark verbuscht sind. Dadurch kann das Gelände wieder von den typischen Wiesenpflanzen und den auf Wiesen lebenden Tieren besiedelt werden.

Weil Zebus so genügsam sind, kann auf die Zufütterung von Kraftfutter verzichtet werden.  Im Gegensatz zu anderen Rinderrassen ist ihre Pansenflora nämlich auf rohfaserreiche Nahrung abgestimmt.

Hier verzehrt gerade ein Zebu-Kalb die stacheligen Brombeertriebe.

Zebus können bei uns ganzjährig im Freien gehalten werden; im Winter benötigen sie jedoch einen zugluftfreien Unterstand. Nur bei extremer Kälte müssen sie von der Weide geholt werden.

Die Zufütterung erfolgt im Winterhalbjahr mit Heu und Stroh.

 

Admiral

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Der Admiral ist eine für das Kraichtal sehr typische Schmetterlingsart. Er gehört zu den Edelfaltern und fällt durch seine auffallende Flügelzeichnungen auf. Wegen der weißen Zeichen, die in ähnlicher Form auch auf historischen Admiralsuniformen zu sehen waren, hat man ihm diesen Namen gegeben.

Der Admiral gehört zu den „Brennnessel-Faltern“ , weil sich seine Raupen ausschließlich von der Großen Brennnessel ernähren.

Der Admiral fliegt bei uns in einer Generation von Juni bis Oktober. In warmen Regionen Mitteleuropas gibt es bis zu 4 Generationen, die von Februar bis November fliegen. Hier saugt ein Weibchen gerade an Tierkot. Man kann das Weibchen an winzig kleinen weißen Flecken im roten Flügelstreifen erkennen.

Der Admiral ernährt sich von verschiedenen Blütenpflanzen (Schmetterlingsflieder, Brombeeren, Wasserdost, etc.), aber auch von den in Exkrementen oder in Aas enthaltenen Nährstoffen (z. Beispiel Tierkot, kleinen Kadavern). Im Herbst stellt er sich oft in den Streuobstwiesen ein, wo er an geplatzten oder zerquetschten Früchten saugt. Wie zu sehen ist, unterscheidet sich die Unterseite der Flügel deutlich von der Oberseite.

Die Männchen des Admirals warten  von höheren Standorten aus (hier der Stamm eines Obstbaums in einer Streuobstwiese) auf vorbeifliegende Weibchen. Die Männchen kann man daran erkennen, dass sie in den roten Streifen keine weißen Flecken besitzen. Wegen des günstigen Klimas überwintern viele Schmetterlinge aus unserer Region bei uns – oder in anderen warmen Teilen Südwestdeutschlands oder Frankreichs. Schmetterlinge aus Mitteleuropa ziehen im Sommer nach Norden bis Südskandinavien – und kehren im Winter in ihre Überwinterungsgebiete in Südwestdeutschland und Ostfrankreich zurück.

Es ist Oktober. Hier besucht gerade ein Admiral die jetzt in Vollblüte stehenden Efeuranken. Er hat schon ziemlich viel mitgemacht – und er scheint manchem Vogelangriff entkommen zu sein.

C-Falter

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Der C-Falter ist im Kraichtal recht häufig anzutreffen. Er gehört zur Familie der Edelfalter und hat eine Flügelspannweite von 50 mm. In seiner Färbung ist er recht variabel; es gibt helle und dunkel gefärbte Exemplare.  Seinen Namen hat er erhalten, weil er auf den Unterseiten der Hinterflügel eine weiße „C-förmige“ Zeichnung trägt.

    Der C-Falter ist bei uns den ganzen Sommer über zu sehen. Sie sind bei uns in 2 Generationen anzutreffen. Die Sommergeneration kann bei uns meist überwintern.

Neben Blütenpflanzen wie hier der Wasserdost oder der Sommerflieder kann man den C-Falter auch an zerquetschtem Obst antreffen.

Vorsicht, aber keine Panik: Hornissen im Herbst

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Es ist Anfang Oktober. In den letzten Wochen kursierten Berichte über Hornissen-Angriffe in den Medien. In den Schlagzeilen war von „Überfall“ und „Jagd auf Rentner“ die Rede. Auch in der Nähe des Kraichtals gab es in Weingarten bei Karlsruhe einen Vorfall mit mehreren Betroffenen. Einige wurden sogar ernstlich verletzt. Auch dieser Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Dabei werden Hornissen doch als sehr friedliche Insekten beschrieben, die am Menschen keinerlei Interessen haben. Stimmt das alles etwa doch nicht?

Zunächst muss man wissen, dass Hornissenvölker im September den Höhepunkt ihrer Entwicklung  erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt umfassen die Hornissenvölker im Nest – je nach Größe des Nestes – mehrere Hundert Tiere. Diese haben vor allem 2 Aufgaben. Sie müssen Nahrung für die Brut herbeischaffen – und sie müssen das Nest mit der Königin verteidigen. Im Verteidigungsfall geben die Hornissen Alarmstoffe ab, der die Arbeiterinnen im Nest alarmiert und der sich als Duftwolke im Nestbereich und darüber hinaus verbreitet. Dies geschieht jedes Mal, wenn sich die Hornissen bedroht fühlen, z. B. , wenn sich jemand dem Nest zu weit nähert oder sich gar daran zu schaffen macht. Sobald dieser Alarmstoff in der Luft ist, beginnt ein massiver Angriff auf alles, was sich in der Umgebung bewegt. Heftige und schnelle Abwehrbewegungen verstärken diesen Effekt noch. In einem größeren Abstand vom Nest lassen die Hornissen nach und kehren zum Nest zurück. Es muss ja Nahrung für die Königin und die Brut beschafft werden. Nun zurück zu dem Hornissenangriff in Weingarten: Die Experten sind sich einig, dass im vorliegenden Fall eine Störung vorgelegen haben muss, denn von sich aus greifen Hornissen uns Menschen nicht an.

Arbeiterinnen bewachen den Eingang ihres Nestes im Apfelbaum auf dem Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal bei Oberacker.

Jungköniginnen sind ausgeflogen und verpaaren sich außerhalb des Nestes mit den Drohnen, die in der Umgebung des Nestes schon auf sie gewartet haben.

Es entstehen regelrechte „Hornissen-Knäuel“, wenn mehrere Drohnen versuchen, sich mit einer Jungkönigin zu paaren. Nach der Paarung verlassen die Jungköniginnen für immer das Nest und suchen sich einen sicheren Unterschlupf für den Winter. Die alte Königin wird jetzt von den Arbeiterinnen nicht mehr gefüttert und verlässt das Nest ebenso. Kurze Zeit später wird sie sterben.

Wenn je nach Witterung im September und Anfang bis Mitte Oktober die alte Königin und die jungen Königinnen das Nest verlassen, dann verliert die ausgeklügelte Arbeitsteilung unter den Arbeiterinnen ihre Ordnung. Als Folge davon erweitert sich auch der Gefahrenbereich um das Nest. Auch laute Geräusche und heftige, hastige Bewegungen können nun von den Hornissen als Angriff auf das Nest gedeutet werden.

Aber auch im Kraichtal gab es ein „Hornissen-Problem“: Auf dem Gelände des Gleitschirmclubs in Kraichtal-Oberacker hatte ein Hornissenvolk in einem Apfelbaum ein Nest gebaut. Obwohl  das Nest in unmittelbarer Nähe des Startplatzes liegt, gab es im Verlauf des Sommers keinerlei Probleme mit den Insekten. Nun war das jährliche „Fliegerfest“ geplant. Aufgrund der Meldungen aus Weingarten verschob man das Fest, sperrte den Bereich um den Baum mit Bändern ab – und stellte Warnschilder auf, die auf die mögliche Gefahr hinwiesen. Diese Reaktion der Verantwortlichen war vorbildlich: Anstatt Panik zu verbreiten, die Verlegung des Nestes oder gar die Vernichtung des Hornissenvolkes zu fordern, reagierte man total unaufgeregt und nahm die Sache so hin, wie sie war. Gefeiert wurde in kleinem Rahmen trotzdem – in sicherer Entfernung vom Nest. Was mir aber vor allem sehr gefallen hat, war die Erklärung, mit der  die Absage des Festes der Öffentlichkeit gegenüber begründet wurde:

„Gerade unser Sport ist sehr abhängig von der Natur: es ist beispielsweise lebenswichtig das Wetter richtig einzuschätzen. Und da wir so sehr von der Natur und der Umwelt abhängig sind, müssen wir diese auch entsprechend behandeln- auch wenn es „nur“ um ein Hornissennest geht und um Wächter die ihre neue Königin beschützen wollen…“

(Auszug aus der “ Mitteilung des Vereins über die Gründe der Absage des „Fliegerfestes“ in den verschiedenen Medien).

Flug-Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal. Die Absperrbänder sind inzwischen entfernt. Im Apfelbaum (in der Mitte) hat  zur Straßenseite hin ein Hornissenvolk ein Nest gebaut.

Auch der Hinweis: „Vorsicht Hornissen“   verstärkt die Haltung  des Vereins.  Das Schild sagt aus, dass es hier Hornissen gibt – und dass man in diesem Bereich vorsichtig sein- und sich an Spielregeln halten muss. Stünde auf dem Schild „ACHTUNG HORNISSEN!“, hieße das nämlich, dass es hier  – was überhaupt nicht zutrifft – grundsätzlich gefährlich ist. Ich finde die Art und Weise, wie der  Verein mit dieser schwierigen Situation (vor dem Hintergrund der Vorfälle in Weingarten) umgegangen ist, ganz toll! Hier hat man verstanden, dass es im Umgang mit der Natur vor allem darum geht, das, was in der Natur geschieht zu respektieren – und dass auch die Hornissen ein Recht auf den vom Menschen beanspruchten Lebensraum haben, den man teilen kann! Gerade, weil der Verein sicherlich wegen der Absage finanzielle Einbußen hatte, ist eine solch unaufgeregte Reaktion vorbildlich! Dass es aber auch Fälle geben kann, wo die Umsiedlung eines Hornissennestes notwendig wird, bleibt unbestritten.

Gerade über Hornissen und ihre Gefahr für den Menschen existieren immer noch viele Mythen. Deswegen kommt bei vielen Menschen Panik auf, wenn sie diesen – eigentlich so friedlichen – Insekten begegnen. Panik ist sicher nicht angebracht, aber Vorsicht und Respekt Tieren gegenüber, die  im Nahrungskreislauf  ihres Lebensraumes eine – auch für uns Menschen so wichtige – und deshalb auch schutzwürdige – Rolle spielen.

(*Hinweis: Für die Veröffentlichung von Teilen der Erklärung des Vereins in diesem BLOG  erhielt ich die persönliche Genehmigung.)