Eine tolle Entdeckung: Jungfüchse im Sonnenblumenfeld

Eine tolle Entdeckung: Jungfüchse im Sonnenblumenfeld

Von Thomas Bratzel, den Sie ja schon als Künstler und erfahrenen Naturkenner und -freund kennengelernt haben, erfuhr ich von einem Fuchsbau mit jungen Füchsen auf einem großen Acker in Kraichtal. Und tatsächlich: Als ich dort nachschaute, wartete auf mich eine große Überraschung: Gerade waren 6 spielende Jungfüchse vor dem Bau zu sehen. Die Lage des Baus schien knapp unterhalb der Spitze des Hügels inmitten des Ackers gut gewählt; zudem wird die aufgehende Saat (im Feld wurden Sonnenblumen gesät) den Bau in einigen Tagen völlig verdecken.

Die Jungen müssen sich schon seit einigen Tage vor dem Bau aufgehalten und dort auch intensiv gespielt haben, was am glatt getrampelten Boden rings um den Eingang des Baus deutlich zu sehen ist. Auch jetzt laufen sie immer wieder  um den Eingang des Baus herum, springen hinein und wieder heraus oder bleiben ganz einfach sitzen und betrachten die Umgebung. Vor allem wenn anfliegende Greifvögel wie Bussarde, Rot- und Schwarzmilane in der Luft sind, haben sie diese fest im Blick. Denn die Greifvögel schauen gelegentlich am Fuchsbau vorbei und sehen immer wieder mal nach, ob auch für sie dort  etwas zu holen ist.

Dieser Rotmilan kreiste mehrfach über dem Fuchsbau und beobachtete das Geschehen auf dem Boden unter ihm …  Danach landete er in der Umgebung und startete dann zu einem erneuten Rundflug über das gesamte Gebiet. Die jungen Füchse schauten zwar kurz zu ihm hin, spielten dann aber recht ausgelassen weiter.

Das Spiel ging weiter, obwohl der Milan erneut zu einem Rundflug startete. Die Füchse auf dem rechten oberen Bild beobachten genau, was geschieht. Zwar drehte der Rotmilan wieder seine Runden, aber die Jungfüchse schienen unbeindruckt. Dann lief einer der Jungen nach links zum Getreidefeld und alle anderen folgten ihm. Auf dem rechten Bild verschwindet gerade der letzte der sechs Jungfüchse. Dann war von ihnen den ganzen Tag über nichts mehr zu sehen. Wo sie sich aufhielten, war nicht klar.

Am nächsten Morgen: Ganz früh  erschien die Fähe am Bau. Offenbar hatte sie eine Menge Mäuse gefangen und war jetzt auf dem Weg zu ihren Jungen im Bau. Zielstrebig lief die Fähe auf den Bau zu. …

Doch dann entdeckte sie, dass sie beobachtet wurde. Sie blieb kurz stehen und verschwand dann ohne Hast hinter dem Hügel irgendwo im Grünland. Offensichtlich war sie solche Störungen schon gewohnt. Sie ließ sich nicht mehr sehen. Wahrscheinlich wollte sie warten, bis die „Gefahr“ vorbei war. Auch die Jungfüchse blieben zunächst verschwunden.  Ich brach deswegen meine Beobachtung ab und kam  später wieder an den Bau zurück. Und da bot sich das gleiche Bild wie schon am Tag zuvor. Die Jungen befanden sich jetzt außerhalb des Baus und machten einen munteren Eindruck. Wahrscheinlich waren sie vom Weibchen inzwischen gefüttert worden. Doch lange wird dieses Schauspiel nicht mehr zu beobachten sein. Bald werden die Jungen  den Bau verlassen haben und  auf eigene Faust auf  „Abenteuer-Suche“ gehen.

Viel Glück dabei!

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