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Feldhase

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Der Feldhase ist im Kraichgau zwar seltener geworden, aber man kann ihn trotzdem noch beobachten. Weil es hier immer noch kleinere Felder, Streuobstwiesen und zahlreiche Feldgehölze gibt, kann er hier Deckung, aber auch Nahrung finden. Zudem profitiert er von den zahlreichen Zwischenfrucht-Flächen und Feldern mit Blühmischungen. Darüber hinaus nehmen viele Landwirte, aber auch die Jäger auf den schwindenden Bestand Rücksicht. So werden in einigen Gebieten spezielle Wildkräuter-Mischungen ausgebracht – und der Einsatz von Pestiziden beschränkt. Auch das Stehenlassen von Ackerrandstreifen hilft dem Feldhasen. Leider fallen in Deutschland auch viele Feldhasen dem Straßenverkehr zum Opfer. Der Feldhase gilt in Deutschland als bedrohte Tierart.

Der Feldhase wird ungefähr 50 – ca. 60 cm groß und kann ein Gewicht bis zu 8 kg erreichen. Er gehört innerhalb der Säugetiere zur Gruppe der Hasen – und nicht wie die Kaninchen, die Nagetiere sind. Und hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale: Feldhasen bauen kein Nest. Sie bringen ihre Jungen auf dem Feld in der sogenannten Sasse zur Welt. Kaninchen dagegen bauen Höhlen, in denen die Jungtiere so lange gesäugt werden, bis sie voll entwickelt sind. Hasen bringen bereits voll entwickelte Junge zur Welt; junge Kaninchen dagegen sind nackt und blind. Feldhasen sind viel größer als Kaninchen und haben viel längere Ohren. Feldhasen sind absolute Einzelgänger, Kaninchen leben oft gesellig in den entsprechenden Umgebungen zusammen.

Es ist Ende Januar: Feldhase im Winterfell. Der Feldhase ist ein sehr beliebtes und bekanntes Tier. Viele Erzählungen, Geschichten, Fabeln und Mythen haben den Feldhasen zum Inhalt. Aber auch einige Redensarten gehen auf das Verhalten des Hasen zurück, zum Beispiel  „Die Löffel spitzen“

Ein „echter Osterhase“. Das Bild entstand tatsächlich an einem Ostersonntag.

Grünspecht

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Den Grünspecht gehört zu den großen Spechtarten. Bei einer Körperlänge von ca. 35 cm erreicht er eine Spannweite von ca. 52 cm. Man kann ihn bei uns an vielen Orten beobachten: Wiesen, Weinberge, Äcker, Waldränder, Wegränder und andere offenen Stellen in der Flur. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spechten ist er häufig auf dem Boden zu beobachten, wo er vor allem nach Ameisen sucht. Wenn er eine ergiebige Futterquelle gefunden hat, besucht er diese regelmäßig, oft sogar mehrmals am Tag. Aber auch andere Insekten oder Spinnen verschmäht er nicht. Im Winter sucht er an Baumstämmen oder offenen Bodenstellen nach Ameisen, Spinnen oder anderen überwinternden Kleintieren.

Sein Gefieder ist am Rücken olivgrün und am Ende gelbgrün. Auf dem Kopf hat er eine rote Kappe; seitlich der Augen besitzt er eine schwarze Binde, die vom Schnabel bis hinter die Augen reicht. Beim Weibchen ist der Wangenstreif schwarz, beim Männchen (siehe Bild oben) ist er rot gefüllt. Der Grünspecht hat gerade im Wiesenboden nach Ameisen gesucht. Die Jungvögel unterscheiden sich im Gefieder deutlich von den Altvögeln. Mit der Herbstmauser aber bekommen sie das Erwachsenengefieder.

Weibchen

männlicher Grünspecht

junger Grünspecht

 

Grünfink oder Grünling

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Der Grünfink gehört innerhalb der Gruppe der Sperlingsvögel zu den Finken. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten ist der Grünfink, ähnlich wie der Haussperling, zu einem „Kulturfolger“ des Menschen geworden. Sein ursprünglichen Lebensräume waren der Waldrand, vor allem aber offene Feldfluren mit Hecken. Heute kann man ihn sogar in kleineren Gärten finden, wenn es dort eine dichte Hecke oder Bäume gibt. Sogar mitten in den Großstädten ist er ein typischer Vogel der Parks, Friedhöfe oder sonstigen Grünanlagen.

Seinen Namen verdankt er seiner Gefiederfarbe. Ein Merkmal sind aber die gelben Federn an den Flügelrändern und am Schwanz. Das Weibchen ist weniger auffällig gefärbt. Der kräftige Schnabel gibt einen Hinweis auf die Ernährung. Grünfinken ernähren sich von Samen oder Beeren und im Winter von ölhaltigen Sämereien. Selbst die Jungvögel werden überwiegend mit pflanzlicher Nahrung großgezogen. Im Winter ist er ein häufiger Gast an den Futterstellen. Dabei kann er sehr zutraulich sein.

    

Feldsperling

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Der Feldsperling ist bei uns seltener geworden. Zudem ist er recht scheu und lässt sich manchmal nur schwer beobachten. Er lebt überwiegend in den Hecken der Feldflur, wo er auch brütet. Außerhalb von Ortschaften kann man ihn auch in der Nähe von Gehöften finden, wo er in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen oder Mauerlücken sein Nest baut. Wenn man sie beobachtet, dann sind es meist kleinere Trupps – wie die drei beim Schlammpfützen-Bad – oder beim Auflesen der Erntereste, welche vom Traktor gefallen sind. Im Unterschied zum Haussperling hat er einen braunen Kopf und einen schwarzen Wangenfleck. Im Gegensatz zum Haussperling, den man auch in der Feldflur beobachten kann, sucht der Feldsperling nicht so sehr die Nähe des Menschen.

Feldsperlinge sind cleverere Vögel …

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Seit einigen Jahren findet man im Spätjahr bei uns im Kraichgau sogenannte Zwischenfrucht-Saaten auf den Feldern. Das ist eine ganz große Hilfe für viele Tiere in der vegetationsarmen Zeit. Hier finden sie zum einen Deckung, zum anderen steht aufgrund zahlreicher Pflanzenarten und ihrer unterschiedlicher Samen eine große Menge an Nahrung  für sie zur Verfügung. Im Kraichtal gibt es solche Flächen, auf denen mehr als 10 Vogelarten Nahrung finden. Und die Landwirte haben den Vorteil, dass die grünen Pflanzen bis zum Abfrieren einen Stickstoff-Vorrat bilden, der dann im Frühjahr dem Boden sofort zur Verfügung steht. Darüber hinaus bringen die gefrorenen Pflanzenteile im Frühjahr den Humusanteil in den Boden ein, den die stickstoffbildenen Bakterien unbedingt für diesen Stoffwechselprozess benötigen. Zudem bieten die gefrorenen, dann auf dem Feld liegenden Pflanzenteile einen wirksamen Erosions-Schutz gegen die Erosion durch Wind und Wasser und tragen auch erheblich zur Bodenlockerung und Verbesserung bei.

Nun aber  zum Feldsperling. Normalerweise kommen die Feldsperlinge nicht – oder nur ganz schwer – an die Samen der Sonnenblumen heran. Sie können sich nur ganz schwer kopfunter an die Fruchstände hängen, wie dies zum Beispiel die Meisen oder verschiedene Finkenarten können. Die Bilder zeigen nun, wie einige Vögel dieses Problem lösen: Dieser Feldsperling hat offenbar eine Lösung gefunden. Er reißt den Blütenboden der Sonnenblume auf und kommt dann gewissermaßen über die Hintertür an die Samen heran wie die Bilder belegen.

Gemeine Feuerwanze

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Die Gemeine Feuerwanze ist bei uns recht häufig. Ihren Namen hat sie wegen ihrer auffälligen Färbung. Mit dieser Färbung, die normalerweise nur bei giftigen Tieren vorkommt, täuscht die Feuerwanze Giftigkeit und damit Gefahr vor. Doch Feuerwanzen sind weder gefährlich noch giftig. Tatsächlich wird sie aber von Vögeln selten gefressen. Sie lebt gesellig – und wenn man ihr Biotop kennt, kann man sie auch fast das ganze Jahr entdecken. Die Feuerwanzen leben am Boden, sind aber oft an Baumstämmen zu finden. Vor allem im Herbst und Winter suchen sie hier Schutz. Sie ernähren sich von Pflanzen. Dabei saugen sie die Samen von Linden oder Robinien. Auch die Samen von Kräutern werden vereinzelt ausgesaugt. Sie ist kein Gartenschädling, trotzdem wird sie manchmal wegen ihrer großen Zahl – oder weil sie für schädlich gehalten wird, bekämpft. Aber sie richtet im Garten keinen Schaden an. Auch durch das Saugen an den Samen der Bäume kann kaum Schaden entstehen.

Bis die Gemeine Feuerwanze geschlechtsreif ist, macht sie in sehr kurzer Zeit zahlreiche Häutungen durch. Bei der Feuerwanze gibt es 5 Larvenstadien, die alle unterschiedlich gefärbt sind. Einige dieser Stadien sind auf den Bildern sichtbar.

Sperber

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Der Sperber ist ein Greifvogel, der vor allem kleine bis mittelgroße Vögel jagt. Die Sperberweibchen sind viel größer als die Männchen. Während das Männchen meist kleinere Vögel jagt, kann das Weibchen  Vögel bis zur Taubengröße erbeuten. Die Unterseite ist leicht gelb-orange  gebändert („gesperbert“), der Rücken ist blaugrau. Bei uns im Kraichtal ist er recht häufig zu beobachten. Seit einigen  Jahren kann man den Sperber auch am Ortsrand oder auch mitten in den Ortschaften beobachten, wie er auf die Jagd geht. Vor allem in den Wintermonaten fliegt er häufig die Futterstellen von Singvögeln an.

Hier hat ein Sperber gerade einen Vogel erlegt und rupft ihn in dichten Geäst einer Fichte.

 

Großer Blaupfeil

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Der Große Blaupfeil ist eine der größten und auffälligsten Libellenarten in Deutschland. Man findet ihn vor allem an kleineren Seen oder auch Fischteichen. Er ist bei uns von Juni bis zum September zu beobachten. Der Blaupfeil hat eine Flügelspannweite bis zu 10 cm und eine Körperlänge von 5 cm. Der Hinterleib des Männchens ist blau gefärbt, die letzten drei Segmente zeigen eine schwarze Färbung. Das Männchen sitzt meist gut getarnt auf einer Warte, von der aus er jagt oder Rivalen vertreibt. Sogar größere Libellenarten werden aggressiv aus dem Revier vertrieben.

Feldgrille

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Bei uns im Kraichtal sind die Feldgrillen auf den Wiesen und Feldern die Stimme des Sommers. Je wärmer es ist, desto häufiger kann  man das Zirpern hören, denn Grillen lieben warme und trockene Wiesen, in denen sie ihre bis zu 20 cm tiefen Röhren graben. Die zu den Heuschrecken zählenden Insekten sind Allesfresser, ernähren sich aber vorwiegend von pflanzlicher Nahrung, aber auch kleine Bodentiere oder Aas  wird verzehrt. Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Heuschrecken können sie nicht fliegen. Die zirpenden Laute werden nur von den Männchen erzeugt. Dabei werden die Geräusche mit den Flügeln erzeugt. Die abgebildete Grille ist ein Männchen. Das Männchen singt mit dem Kopf in Richtung Höhleneingang. Damit lockt es Weibchen an und zeigt, dass es paarungsbereit ist. Treffen Rivalen aufeinander kann es zu schweren Kämpfen kommen, die sogar tödlich enden können.  Weibchen kann man an der langen Legeröhre erkennen, mit denen sie  im Sommer die Eier im Boden ablegt. Die Grillen sind nach dem Schlüpfen noch ohne Flügel und machen mehr als  10 Häutungen durch, bis sie erwachsen und geschlechtsreif sind. Im Herbst vergraben sie sich und kommen im nächsten Frühjahr als erwachsene und geschlechtsreife Tiere zum Vorschein.

Bei uns im Kraichtal kann man sie noch hören; in vielen Gegenden ist sie aber selten geworden oder gar verschwunden, weil ihre Lebensräume schwinden. In Deutschland war die Feldgrille Insekt des Jahres 2003.

Schwefel-Porling

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Der Schwefelporling fällt zunächst durch seine schwefelgelbe Färbung auf. Er ist eigentlich ein Pilz, der vor allem an den Laubbäumen entlang von Straßen, Streuobstwiesen, aber auch in Wäldern vorkommt. Dabei dringt er durch Wunden in den Baum ein und ruft dort die Braunfäule hervor. Befallen werden vor allem überalterte, geschwächte und geschädigte Bäume. Diese werden durch den Pilz anfällig für Windbruch. Trotzdem ist der Pilz  – wenn er noch jung und saftig ist – ein guter Speisepilz, der nach der Zubereitung nach Hähnchen schmecken soll … Deswegen hat er den englischen Namen „chicken of the woods“. Allerdings wird beschrieben, dass Schwefelporlinge, die auf Eiben oder Robinien gewachsen sind, bei empfindlichen Menschen Durchfälle und Erbrechen hervorrufen können …

Da Pilze – je nach Umgebung – sehr variabel sein können, kann auch dieser Blog, kein Buch oder das Internet für Ihre Sicherheit garantieren. Sie selber sollten die Pilze, die sie zum Verzehr sammeln, ganz genau kennen – oder ganz einfach stehen lassen.