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Waldohreule

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Die Waldohreule ist etwas kleiner als der Waldkauz und ungefähr so groß wie die Schleiereule. Ein Kennzeichen sind die langen Federohren, die während der Balz, bei Alarm oder in der Tarnhaltung gut zu sehen sind. Waldohreulen kann man bei uns im Kraichtal  in Gehölzen und Bäumen in Waldnähe beobachten. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv ist, kann man sie tagsüber oft in Nadelbäumen beobachten, wo sie recht gut versteckt den Tag verbringt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Mäusen. Waldohreulen brüten meist in verlassenen Nestern anderer Vögel, z.B. Krähennestern.

Die Jungvögel verbringen im Laufe ihrer Entwicklung einige Tage als sog. „‚Ästlinge“ außerhalb des Nestes, wo sie von ihren Eltern gefüttert werden. Dabei fallen vor allem ihre lauten und durchdringenden „Bettelrufe“, die „herzzerreißend“ klingen und sehr weit zu hören sind, auf. Oft sind in den Bäumen, wo sich die Ästlinge aufhalten, größere Ansammlungen von Jungvögeln zu entdecken. Dies birgt aber auch Gefahren für die Jungeulen. Wenn sie zum Beispiel von Rabenkrähen entdeckt werden, kann dies das Ende bedeuten. Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Vorfall:

Eine junge Waldohreule wurde von Krähen in einem Baum entdeckt und sofort attackiert. Glücklicherweise geschah dies in einem parkähnlichen Hausgarten. Die Besitzerin bemerkte den Vorfall und brachte die Waldohreule in ihrem Haus in Sicherheit. Anschließend wurde sie in eine Station für verunglückte Greifvögel gebracht, wo sie sich gut erholte und wieder ausgewildert werden konnte.

Beeindruckend ist die orange Iris der jungen Waldohreule.

Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel unterscheiden:

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Unter den Singvögeln bilden die Drosseln eine artenreiche Gruppe.  Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel gehören zu den großen Drosselarten. Im Kraichgau kann man in der Regel diese drei Arten beobachten. Die Amsel gehört von ihrer Größe her auch dazu, aber ihr Aussehen unterscheidet sich sehr deutlich von den genannten Drossselarten. Während des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst kommt noch eine vierte Art, die  Rotdrossel  dazu, die man bei uns gelegentlich sehen kann. Zu den kleineren Drosseln zählen zum Beispiel, Rotkehlchen, Nachtigall , aber auch  der Garten- und der Hausrotschwanz. Dazu kommen noch Arten wie das Braun- und Schwarzkehlchen und während des Vogelzugs auch der Steinschmätzer. Auch das Blaukehlchen gehört zu dieser Gruppe, aber es ist schon seit Jahren aus dem Kraichtal verschwunden. Kennzeichen dieser Vogelfamilie ist, dass Drosseln ihre Nahrung überwiegend auf dem Boden suchen – und dass sie zu den besten Sängern der heimischen Vogelwelt gehören.

Die drei großen Drosselarten, die hier vorgestellt werden, kann man an diesen Merkmalen sicher unterscheiden:

Misteldrossel:

Die Misteldrossel ist die größte der drei Drosselarten. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in an den Wald angrenzenden Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke an Brust und Bauch sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Neben dem Gesang sind ihre weiß gefärbten Unterflügel ein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Im  Gesang unterscheidet sie sich deutlich von der Singdrossel.  Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert.

Singdrossel:

Der Lebensraum der Singdrossel ist der Wald mit hohen Bäumen. Aber auch in Feldhecken, Parks und sogar Gärten mit Bäumen ist sie zu finden. Die Singdrossel ist viel kleiner als die Misteldrossel. Der Körper wirkt viel gedrungener. Die Gefiederfarbe ist nicht graubraun sondern überwiegend braun. Die schwarzen Flecken an der Bauchseite sind nicht so rund wie bei der Misteldrossel. In Richtung Brust und Hals sind sie sogar pfeil- oder herzförmig. Charakteristisch ist ihr Gesang, der im Frühjahr sehr oft zu hören ist. Die einzelnen Gesangselemente werden 2-3 mal wiederholt. Dem Gesang der Singdrossel wurden zahlreiche Sprachverse unterlegt. So zum Beispiel der Ruf:  „Kredít-Kredít-Kredít“  und im Schwäbischen rufen die Singdrosseln: „Karle-Karle-Karle“, weswegen die Singdrossel in manchen Gegenden Schwabens  auch  „Karle“  genannt wird.

Wacholderdrossel:

Die Wacholderdrossel ist ganzjährig im Kraichtal zu beobachten. Auffällig wird sie, wenn sie im Herbst und zeitigen Frühjahr in großen Schwärmen durch die Streuobstwiesen zieht, wo sie sich über das Fallobst hermacht. Dabei kann man bei uns Schwärme von mehreren Hundert Vögeln beobachten. Ihren Lebensraum teilt sie sich mit den anderen beiden Arten. Allerdings kann man oft Bruten in den Feldgehölzen beobachten. Sie ist größer als die Singdrossel, unterscheidet sich aber in ihrem Gefieder deutlich von den anderen Arten. Deutliche Merkmale sind der graue Scheitel und der Nacken, der rotbraune Mantel und die gefleckte Unterseite, wo sich überwiegend „V“- oder pfeilförmige Flecken befinden. Die Brust ist rötlich gelb getönt, der Bauch weißlich. Der Bürzel ist hellgrau.

 

 

Hornissen

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Innerhalb der Insekten gehören die Hornissen zur Gruppe der Hautflügler und zur Familie der Faltenwespen. Sie sind mit einer Körperlänge von bis zu knapp 4 cm die größte Wespenart bei uns. Obwohl sie laut brummen und wegen ihrer Größe recht gefährlich aussehen, sind Hornissen absolut friedlich. Im Gegenteil: Hornissen sind scheu und beachten uns Menschen eigentlich gar nicht. Leider existieren, was Hornissen betrifft, viele Mythen. Tatsächlich sind Stiche von Hornissen nicht gefährlicher als die von Bienen oder Wespen. Nur wer gegen das Gift allergisch ist, kann – wie bei Bienen- oder Wespenstichen auch – Probleme bekommen.

Dabei ist aber zu beachten: Das Risiko, von einer Hornisse gestochen zu werden ist viel geringer als von einer anderen Wespenart oder von einer Honigbiene. Denn normalerweise bleiben Kontakte mit uns Menschen aus. Hornissen interessieren sich weder für uns Menschen,  noch für süße Getränke noch für den Obstkuchen, der im Garten gegessen werden soll. Im Gegenteil: wenn Hornissen ab und zu an den Kaffeetisch kommen, dann nur, um die dort fressenden Wespen zu erbeuten. Wer Hornissen auf seinem Grundstück hat, wird dadurch auch oft von der „Wespenplage“ befreit. Hornissen sind sehr nützlich: Denn ein Hornissenvolk vertilgt pro Tag ca. 1/2 kg Insekten. Welche Menge das pro Jahr und Volk ergibt, lässt sich leicht errechnen. Je nach Witterung und Entwicklung des Volkes sind die Hornissen von Anfang Juni bis Mitte Oktober auf massiver Insektenjagd. Und der Mythos, dass die Hornissen, wenn sie im Haus Nester bauen, die Dachbalken oder die Deckenvertäfelung fressen, ist falsch. Hornissen stellen ihr Nest ausschließlich aus morschem Holz her – und vergreifen sich weder an Dachlatten oder Paneelen.

Folgende Tipps zeigen auf, wie man Konflikte mit Hornissen vermeiden kann: In Nestnähe (ca. 2 m – 6 m) sollte man jede mögliche Störung wie heftige Erschütterungen, schnelle Bewegungen oder das Versperren der Flugbahn am Nest grundsätzlich unterlassen. Außerdem: Bei Begegnungen mit Hornissen keine panischen Abwehr-Reaktionen zeigen!  Dies betrachten die Hornissen nämlich als Angriffssignal! Statt dessen ruhig bleiben! Menschen gehören nicht ins Beuteschema der Hornissen!  Wer aber selbst Hand anlegt und direkt gegen das Nest vorgeht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Hornissen dann zum Angriff übergehen.

Hinweis: Hornissen sind streng geschützt! Die einheimische Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht getötet, und ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Beseitigung eines Nestes ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden möglich. Wer eigenständig dagegen vorgeht, macht sich dadurch strafbar.

Trotzdem kann es Konflikte mit Hornissen geben. Da in vielen Orten und Fluren alte Bäume mit Nistgelegenheiten selten geworden sind, weichen Hornissen dann auf geeignete Nistmöglichkeiten in und an unseren Gebäuden (z.B. Rolladenästen) aus. In diesen Fällen kann eine dafür ausgebildete und beauftragte Fachkraft Abhilfe schaffen. Auskünfte darüber erteilt das Umwelt- oder Ordnungsamt jeder Gemeinde.

Hier haben Hornissen in einem Kirschbaum auf einer Streuobstwiese ihr Nest gebaut.

Der Platz im Baum reicht nicht mehr aus; deswegen legen die Arbeiterinnen einen „Erweiterungsbau“ außerhalb der Baumhöhle an. Ihr Nest bauen sie aus zerkautem, morschen Holz auf.  Wächter-Hornissen überprüfen die einfliegenden Hornissen, die mit Beute zum Nest zurückkehren.

Bei hohen Außentemperaturen fungieren die abgebildeten Hornissen als „Ventilatoren“. Mit heftigen Flügelbewegungen regulieren sie die Nesttemperatur. Auch das von Arbeiterinnen eingetragene Wasser dient zur Temperaturregulation.

Mit dem ersten Frost Ende Oktober/Anfang November sterben die Arbeiterinnen ab; die jungen Königinnen, die inzwischen das Nest verlassen haben – und sich mit den Drohnen verpaart haben,  überwintern an einer geschützten Stelle und gründen, wenn sie den Winter überstanden haben,  im Folgejahr einen neuen Staat.

Die Sache mit den Gewöllen

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Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse. Wenn er Junge zu versorgen hat, sind es entsprechend mehr. Die Mäuse werden nicht in einem Stück verzehrt; der Turmfalke reißt Teile vom Beutetier ab und verschluckt erst ganz zum Schluss den gesamten Rest. Haare, Federn oder Knochen kann er nicht verdauen. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile werden im Magen zu einer zylinderförmigen Masse zusammengefügt – und dann vom Vogel ausgewürgt. Meist umhüllen Haare die Knochenreste; so wird Verletzungen beim Auswürgen vorgebeugt. Das ausgewürgte Teil sieht wie ein Wollknäuel aus („Gewölle“).

Gewölle finden sich bei den meisten Greifvögeln und Eulen. Je größer das Beutetier, desto größer auch die Gewölle oder „Speiballen“.

Bei den Bildern handelt es sich um ein Weibchen. Deutlich sichtbar: der braune Kopf und Mantel und vor allem der gebänderte Schwanz sind sichere Erkennungsmerkmale.

Das Weibchen würgt mehrfach -und dann kommt das „Gewölle“ zum Vorschein.

Turmfalke Männchen

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Der Turmfalke ist wohl gemeinsam mit dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel im Kraichtal. Man erkennt ihn leicht an seinen langen Flügeln und dem langen Schwanz. Dazu kommt noch der charakteristische Rüttelflug, wenn er in den Feldern auf Jagd geht. Die vielen kleinstrukturieren Acker-, Wiesen- und Feldflächen mit den begleitenden Feldgehölzen ist der ideale Lebensraum für ihn. Man findet ihn aber auch in der Nähe von Siedlungen. Seine häufigste Beute sind Mäuse, aber auch Insekten und andere Kleintiere. Er brütet in alten Krähennestern oder auch an Gebäuden, sogar mitten in den Ortschaften.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Gefieder deutlich voneinander. Beide Geschlechter haben einen dunklen Bartstreif. Der Rücken, Mantel und die Oberflügeldecken des Männchens sind tief rotbraun und fein schwarz gepunktet. Der obere Teil des Schwanzes ist ungebändert grau mit einer breiten schwarzen Endbinde. Der Kopf ist grau und dünn gestrichelt.

Turmfalke Weibchen

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Der Turmfalke ist wohl gemeinsam mit dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel im Kraichtal. Man erkennt ihn leicht an seinen langen Flügeln und dem langen Schwanz. Dazu kommt noch der charakteristische Rüttelflug, wenn er in den Feldern auf Jagd geht. Die vielen kleinstrukturieren Acker-, Wiesen- und Feldflächen mit den begleitenden Feldgehölzen ist der ideale Lebensraum für ihn. Man findet ihn aber auch in der Nähe von Siedlungen. Seine häufigste Beute sind Mäuse, aber auch Insekten und andere Kleintiere. Er brütet in alten Krähennestern oder auch an Gebäuden, sogar mitten in den Ortschaften.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Gefieder deutlich voneinander. Beide Geschlechter haben einen dunklen Bartstreif. Während das Männchen einen rotbraunen Rücken, Mantel und auch rotbraune Oberflügeldecken hat, ist das Gefieder des Weibchens braun. Der gesamte Schwanz ist deutlich gebändert; die schwarze Schwanz-Endbinde ist meist breiter als dies beim Männchen der Fall ist. Der Kopf ist nicht grau sondern ebenfalls braun und deutlich gestrichelt.

Kormoran

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Um den Kormoran streiten sich die Geister. Die einen betrachten ihn als Schädling, der die Bäche und Fischteiche plündert, die anderen sehen in ihm eine willkommene Bereicherung unserer Vogelwelt. Tatsächlich war der Kormoran aufgrund sehr intensiver Bejagung aus unserer Landschaft weitgehend verschwunden. 2010 war er der Vogel des Jahres in Deutschland und in Österreich. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Kormorane wieder deutlich zu; auch im Kraichtal kann man ihn zumindest während der Wintermonate beobachten, wo er entlang der Kraich oder in der Umgebung von Fischzuchtanlagen zu sehen ist.

Kormorane sind große Vögel mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Der Schnabel hat vorne einen Haken; damit können Fische besser gepackt werden. Männchen werden bis zu 1 m groß; Weibchen bleiben etwas kleiner. Während der Brutzeit tragen die Vögel das sogenannte „Prachtkleid“ (weißer Kopf und Hals und weißer Schenkelfleck). Die Paarbildung erfolgt jedes Jahr neu. Zwischen den Männchen gibt es zuweilen heftige Revierkämpfe. Kormorane leben und brüten in Kolonien, die an großen Gewässern sehr viele Brutpaare umfassen können. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Fischen. Bei der Jagd können sie fast eine Minute – und mehrere Meter tief tauchen. Nur in Ausnahmefällen werden auch andere Kleintiere erbeutet. Kormorane sind Opportunisten: sie jagen die Art, die sie am leichtesten erbeuten können. In Fischteichen können sie große Schäden anrichten.

Wasserralle

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Die Wasserralle gehört innerhalb der Vögel zur Gruppe der Rallen. Sie ist zwar ein typischer Brutvogel der verschiedensten Feuchtgebiete, doch ist sie sehr scheu. Meist entdeckt man ihre Anwesenheit durch ihren lauten Ruf. Zu sehen bekommt man sie allerdings leider nur sehr selten, da sie sich vorzugsweise in dichter Vegetation in den Sümpfen und Feuchtgebieten aufhält. Teiche, Schilfzonen, Gräben und andere Biotope mit dichter Vegeation sind ihr bevorzugter Lebensraum.

Die Wasserralle hat einen kurzen Schwanz und einen abwärts gebogenen roten Schnabel, mit dem sie im Boden nach Nahrung stochert. Der Rücken ist dunkelbraun mit schwarzen Strichen; der Bauch ist bläulich gefärbt. Seitlich sind schwarz-weiße Muster zu sehen. Der Schwanz ist hellbraun, der von seiner Haltung her an das Teichhuhn erinnert. Auch die Wasserralle wippt oft mit dem Schwanz. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Wasserrallen ernähren sich von Kleintieren im Sumpf und in den Flachzonen von Gewässern.

Raubwürger

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Er ist ungefähr so groß wie eine Amsel. Innerhalb der Singvögel gehört er zur Gruppe der Würger“. Auffallend ist seine grauweiß-schwarze Gefiederfärbung, der schwarze Augenstreif, der wie eine Augenmaske aussieht und der auffällige Hakenschnabel. Wie schon sein Name vermuten lässt, ernährt sich der Raubwürger überwiegend von Mäusen und Kleinvögeln. Der erste Teil des Namens stammt noch aus der Zeit, als man die Greifvögel noch als „Raubvögel“ bezeichnet hat. Der zweite Namensteil beschreibt den Vorgang,  dass er die unverdaulichen Reste der Nahrung (Haare, Federn, Knochen) auswürgt. Der Raubwürger jagt seine Beute nicht nur – er betreibt gewissermaßen eine „Vorratshaltung“ mit seiner Jagdausbeute. Er hängt sie an Dornensträuchern auf oder klemmt sie zwischen Zweige. Allerdings werden seine eigenen Jungvögel vorwiegend mit Insekten gefüttert.

Was den Bestand des Raubwürgers bei uns angeht, so ist er als Brutvogel in Baden-Württemberg so gut wie nicht mehr vorhanden. Lediglich vom Spätherbst bis in den März/April hinein ist er bei uns im Kraichtal zu beobachten. Seit ungefähr 3 Jahren gibt es im Kraichtal mehr oder weniger feste Überwinterungsreviere. Hier kann man ihn vor allem am Rande von waldnahen Feldflächen mit Gehölzstreifen entlang der Wirtschaftswege sehen. Dort sitzt er meist erhöht auf Sträuchern und Bäumen, von wo aus er seine Überraschungsangriffe fliegen kann. Er ist ein sehr gewandter Flieger; auch ein falkenähnlicher Rüttelflug hat er in seinem Repertoire. Leider ist seine Fluchtdistanz recht hoch. Im Frühjahr weicht er dann wieder in südlichere Gebiete aus, wo er leichter Nahrung finden kann.

 

 

Eichhörnchen

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Das Eichhörnchen ist ein Säugetier und gehört zu der Gruppe der Nagetiere. Bei uns im Kraichtal ist es noch relativ häufig zu beobachten. Zwar ist sein Lebensraum der Wald, doch bei uns kann man es auch in den waldnahen Streuobstwiesen und den wegbegleitenden Gehölzstreifen antreffen, vor allem, wenn es dort Nussbäume oder Haselsträucher gibt. Seine Hauptnahrung sind Nüsse und Beeren, aber auch Pilze und Obst werden aufgenommen. Eichhörnchen sind Allesfresser, die ihre Ernährung jahreszeitlich an die Gegebenheiten anpassen. So stehen im Frühjahr und Frühsommer auch Vogeleier oder Nestlinge auf dem Speiseplan. Normalerweise gibt es zwei Fortpflanzungsperioden bei den Eichhörnchen: eine im zeitigen Frühjahr und die zweite im Frühsommer. Ob es in einem Jahr tatsächlich zwei Jungenaufzuchten gibt, hängt wesentlich vom Nahrungsangebot ab. Bei fehlender Nahrung entfällt oft die erste Fortpflanzungsperiode im zeitigen Frühjahr.

Die wichtigsten Feinde des Eichhörnchens sind der Baummarder und der Habicht. Daneben kommen noch der Uhu und der Mäusebussard als Fressfeinde in Frage. In Deutschland gilt das Eichhörnchen als besonders geschützte einheimische Art – und darf daher weder gefangen, getötet noch privat gehalten werden.