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Schleiereule

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Die Schleiereule ist im Kraichtal noch anzutreffen. Meist kann man sie in abgelegenen Feldscheunen, in Gehöften und Scheunen beobachten. Dass man sie aber in einem alten, hohlen Birnbaum entdeckt, den sie sich offenbar als Ruheplatz ausgesucht hat, ist schon ein Glücksfall. Diese Bilder verdanke ich dem Tipp eines Freundes, der mir seine Entdeckung mitteilte.

Die Schleiereule braucht genau diese kleinzellige Landschaft mit alten Bäumen, Hecken und abgelegenen Gehöften, wo sie nachts auf Jagd gehen kann. Sie jagt Mäuse, Frösche, Insekten. Zur Brut nimmt sie auch angebotene Nisthilfen an. In vielen Gegenden Deutschlands wurde beim Bau einer Scheune oder eines Gehöftes im Dachboden ein sogenanntes „Uhlenloch“ gelassen. Hier konnte sie ein- und ausfliegen und war geschützt. Dies brachte allen einen großen Nutzen, weil sie die Getreideschädlinge wie Mäuse dezimieren konnte. Zum Glück gibt es immer mehr Menschen, die den Nutzen dieser Eule erkannt haben und Hilfen zum Überleben anbieten. In strengen Wintern überleben viele Eulen leider nicht.

Schuppiger Stielporling

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Der Schuppige Stielporling kommt bei uns von Ende April bis in den Sommer  hinein vor. Er ist mit bis zu 50 cm Hutbreite der größte Porling bei uns. Er befällt vor allem Laubbäume. Dabei kann der Schuppige Stielporling auch lebende, aber geschwächte Bäume besiedeln, wo er die Weißfäule hervorruft. Durch sie wird die harte Holzsubstanz (Lignin) abgebaut; das weiche Zellulose-Gewebe kann den Baum nicht mehr stützen. Der Baum bricht ab. In jungem Zustand kann man den Porling essen; im Alter wird er zäh und ungenießbar.

Da Pilze – je nach Umgebung – sehr variabel sein können, kann auch dieser Blog, kein Buch oder das Internet für Ihre Sicherheit garantieren. Sie selber sollten die Pilze, die sie zum Verzehr sammeln, ganz genau kennen – oder ganz einfach stehen lassen.

 

Stockente

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Die Stockente ist die größte europäische Schwimmente. Auch bei uns im Kraichtal kommt sie vereinzelt vor. Bei uns kann man sie an Bachläufen, Gräben oder Teichen beobachten. Teilweise sind die Stockenten auf abgelegeneren, siedlungsfernen Gewässern bei uns aber recht scheu.  Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Männchen haben im Balzkleid einen grün-schillernden Kopf, einen weißen Halsring und einen leuchtend gelben Schnabel. Dazu kommt noch eine lockenförmge Feder im Schwanzbereich.Weibchen sind unauffällig braun gemustert. So fallen die Weibchen beim Bebrüten des Geleges nicht auf. In den Städten hat sich die Stockente oft an den Menschen gewöhnt  und ist in Gärten und Parkanlagen anzutreffen. Da sich Stockenten sowohl mit Hausenten als auch mit anderen Schwimmenten paaren, finden sich in Städten, wo sich viele Arten treffen, oft Mischformen der Stockente mit „Fehlfärbungen“. Dass Enten sich in der Umgebung des Menschen gut zurechtfinden, ist auch dem Umstand zu verdanken, dass Enten sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich nehmen. Sie sind „Allesfresser“.

Die folgenden Bilder entstanden im Mai 2013 am Rhein bei Leopoldshafen, wo sich regelmäßig zahlreiche Schwimmenten einfinden, weil sie dort von Besuchern gefüttert werden. Die abgebildete Ente ist offenbar eine Mischform unter Beteiligung der Stockente (weißer Halsring, Spiegel).

 

Dorngrasmücke

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Das Kraichtal ist für die Dorngrasmücke wie zugeschnitten. Hier findet sie die Geländestrukturen, die sie liebt. Offene Landschaften mit Hecken und Feldflächen, Weinberge oder aufgelassene Grundstücke mit Brombeerhecken. Sogar im niedrigen Brombeergestrüpp am Fuße eines Hochspannungs-Strommastens brütete sie und nutzte den Mast als Bühne für ihren Gesang . Oft singt sie von der Spitze der Sträucher. Typisch ist auch ihr Singflug. Dorngrasmücken waren in den letzten Jahren recht häufig bei uns zu beobachten. Meist sind sie von Ende April bis manchmal in den Oktober hinein hier. Die Überwinterung erfolgt in Afrika.

Neuntöter

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Der Neuntöter gehört zur Gruppe der Sperlingsvögel und zur Familie der Würger. Das sind Vögel, die vor allem am kräftigen Schnabel mit abwärts gebogener Spitze und der dunklen „Augenmaske“ zu erkennen sind. Das Weibchen des Neuntöters zeigt ein anderes Gefieder. Der dunkle Augenstreif fehlt (s. Bild oben). Der Rücken ist braun, die Bauchseite ist hell und mit Mustern versehen. Meist kann man sie auf Sträuchern in Hecken beobachten, wo sie auf Beute lauern. Sie jagen Insekten, Eidechsen, Mäuse, Vögel. Bei uns im Kraichtal sind sie nur vom April bis zum September zu beobachten. Wenn sie aufgeregt sind, wippen sie mit dem Schwanz auf und ab. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Das Männchen  trägt während der Brutperiode das „Prachtkleid“.

 

Judasohr

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Diesen Pilz kann man manchmal an alten Holunderstämmen entdecken: Das Judasohr, das oft als Ersatz asiatischer Pilze („Mu Err“) bei uns als Speisepilz verwendet wird. Dabei ist er eher geschmacksneutral.  Man sieht auch hier an der aufgesprungenen Rinde, dass er  auf bereits abgestorbenem Holz lebt und  dort die „Weißfäule“ erzeugt. Das Juadasohr gehört zur Familie der Ohrlappenpilze. Das untere Bild zeigt einen intakten Stamm des Schwarzen Holunders.

Da Pilze – je nach Umgebung – sehr variabel sein können, kann auch dieser Blog, kein Buch oder das Internet für Ihre Sicherheit garantieren. Sie selber sollten die Pilze, die sie zum Verzehr sammeln, ganz genau kennen – oder ganz einfach stehen lassen.

Schwarzspecht

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Der Schwarzspecht ist der größte europäische Specht. Wie schon der Name sagt, ist sein Gefieder überwiegend schwarz. Männchen und Weibchen unterscheiden sich durch die rote Färbung am Kopf. Beim Männchen beginnt die rote Kopfplatte am Scheitel und reicht bis weit in den Nacken. Beim Weibchen findet sich lediglich ein kleine rote Markierung im Bereich des Schädels. Schwarzspechte bauen ihre Bruthöhle vor allem in hochstämmigen Buchen. Diese Bruthöhlen finden dann irgend wann Nachmieter aus der Vogelwelt,vor allem die Hohltaube,  aber auch Kleinsäuger findet man manchmal in solchen Bruthöhlen. Der Schwarzspecht ernährt sich vor allem von Insekten und deren Larven. Auch er ist ein ausgesprochener Ameisen-Spezialist.

Weibchen

Bilder unten: Männchen

Am Bau der Bruthöhle sind beide Altvögel beteiligt. Im Bild unten ist deutlich zu sehen, wie sich Schwarzspechte mit Hilfe ihrer Schwanzfedern am Baumstamm abstützen.

Das Einflugloch ist so gestaltet, dass von oben herabfließender Regen nicht in die Bruthöhle hineinlaufen kann. Der innere Rand des Einflugloches bildet nach außen ein Gefälle. So kann das Wasser außen abfließen.

So kann es aussehen, wenn der Schwarzspecht einen Baum nach Insektenlarven durchsucht. Diese Weide ist von Weißfäule befallen; in ihr waren  sicher Larven des Weidenbohrers versteckt.

Hirschkäfer

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Der Hirschkäfer ist die größte einheimische Käferart. Männchen werden bis zu 8 cm groß, die Weibchen sind nur halb so groß. Hirschkäfer sind Bewohner des Laubwaldes, wo sie sich vor allem durch das Lecken von Pflanzensäften – überwiegend Eichen – ernähren. Das „Geweih“ der Männchen dient nur zum Kampf mit anderen Männchen. Nur der Sieger eines solchen Kampfes, bei dem es gilt, den Konkurrenten auf den Rücken oder vom Baum zu werfen, hat die Chance, sich zu verpaaren. Erwachsene Hirschkäfer haben eine Lebenserwartung von nur wenigen Wochen. Das Weibchen legt die Eier an die Wurzeln kranker und geschwächter Bäume. Das Larvenstadium dagegen dauert drei, manchmal sogar bis zu acht Jahre. Weiterhin brauchen die Käfer viel Totholz in ihrem Lebensraum. In aufgeräumten Wirtschaftswäldern finden die Hirschkäfer schlechte Bedingungen vor. Der Hirschkäfer hat aber auch natürliche Feinde. Vor allem Wildschweine, die im Boden nach den Käferlarven graben,  Greifvögel, Eulen und Spechte, aber auch Krähen gehören dazu. Der Hirschkäfer ist bei uns geschützt!

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Und so kann es aussehen, wenn Hirschkäfer zur Beute geworden sind. In diesem Fall gibt es viele „Tatverdächtige“; der Fundort ist in Waldnähe mit einem großen Bestand an alten Eichen und Buchen.

 

Feuersalamander

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Der Feuersalamander gehört zur Gruppe der Schwanzlurche. Innerhalb dieser Gruppe ist er die größte Art. Wie viele unserer heimischen Amphibienarten ist auch der Feuersalamander geschützt. Bei uns ist er vorwiegend im Wald zu finden, wo er  vor allem bei Regentagen oder nachts aktiv ist. Er braucht klare, saubere Bäche und Quellen. Die Paarung erfolgt an Land. Im Gegensatz zu anderen Amphibienarten legt das Weibchen  keine Eier ab – sondern voll ausgebildete Jungtiere, die allerdings noch durch Kiemen atmen. Die Jungtiere setzt sie in den Gewässern seines Lebensraumes ab, wo sich die jungen Feuersalamander vor allem in den Stillwasserzonen aufhalten und von dortigen Kleinlebewesen ernähren. Auch der Feuersalamander leidet unter dem Verschwinden vieler Kleingewässer, aber auch durch einen Pilz, der den Bestand der Tierart stark bedroht. Im Winter zieht sich der Feuersalamander in frostgeschützte Stellen zurück. Aber in milden Wintern kann er auch beobachtet werden. Der Feuersalamander war der Lurch des Jahres 2016.

 

Erdkröte

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Die Erdkröte gehört zu den Froschlurchen und ist die häufigste Amphibienart im Kraichtal. Trotzdem bekommt man sie meist nur während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr zu sehen, wo sie zu ihrem Laichgewässer wandert. Dies geschieht vor allem in den ersten frostfreien Nächten – je nach Region und Witterung schon Ende Februar/Anfang März. Dabei überqueren sie bei dieser Wanderung öffentliche Straßen und fallen so oft dem Straßenverkehr zum Opfer. Bei der Paarung klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich fest. Manchmal kommen die Erdkröten schon im „Huckepack“ am Laichgewässer an. Am Laichgewässer angekommen warten schon paarungsbereite Männchen. Oft kommt es vor, dass ein Männchen ein anders Männchen besteigen will. Dann gibt das Männchen einen Warnton ab. Wenn das Weibchen die Eischnüre ablegt, gibt das Männchen seine Samenzellen dazu.

Wie schon beschrieben bedeutet der Straßenverkeht eine große Gefahr für die wandernden Erdkröten. Deswegen ist die Errichtung von Krötenzäunen und das regelmäßige Absammeln eine große Hilfe für den Fortbestand der Lurche. Auch Erdkröten sind streng geschützt.