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Acker-Winde

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Auch die Acker-Winde ist bei uns im Kraichtal sehr häufig. Sie blüht bei uns von Juni bis September/Oktober. Die Acker-Winde ist eine typische Pflanze der Feldflur. Aber sie wächst nicht nur auf Äckern, sondern man findet sie auch an Wegrändern, Wegen, Wiesen  und Schuttplätzen. Wie die Zaunwinde hat die Acker-Winde lange Wurzeln, die bis zu zwei Meter in den Boden hinabreichen können. Die vegetative Vermehrung erfolgt wie bei der Zaun-Winde durch Tiere oder durch die Bearbeitung der Felder.

Im Unterschied zur Zaunwinde hat die Acker-Winde kleinere und anders gefärbte Blüten und auch viel kleinere Blätter, die auch eine andere Blattform haben.

Die Acker-Winde gehört zu den  „Eintagsblumen“, weil die Blüten jeweils nur einen Tag geöffnet sind.

Die Blüten der Acker-Winde sind zartrosa bis bläulich gefärbt. Die Blüten der Zaun-Winde sind dagegen strahlend weiß. Bei kühler Witterung bleiben die Blüten geschlossen. Die Bestäubung erfolgt durch viele Insektenarten. Bei Regenwetter bleiben die Blüten geschlossen; deswegen galt sie lange als „Wetter-Prophet“. Die Acker-Winde ist eine alte Heilpflanze, die auch psychoaktive Substanzen enthält.

Echte Zaun-Winde

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Die Zaun-Winde gehört zu den Windengewächsen und ist bei uns im Kraichtal sehr häufig anzutreffen. Sie ist eine Kletterpflanze, die sich mit ihrem Spross an geeigneten Unterlagen hoch ans Licht windet. Vor allem an Hecken und dichtem Gebüsch kann sie oft dichte Bestände entwickeln. So sieht man sie auch im Uferbereich von Gräben und kleineren Bächen. Ihren Namen hat sie auch deswegen, weil man sie oft an Zäunen antreffen kann, wo sie meterlange Ausläufer bilden kann – und manchmal große Teile des Zaunes besiedelt.

Die Zaun-Winde blüht von Mai bis September.  Da die Blüte auch nachts geöffnet bleibt, wird sie hauptsächlich von Nachtschmetterlingen, vor allem vom Windenschwärmer, bestäubt. Daneben  erfolgt die Bestäubung auch tagsüber durch Schwebfliegen. Aber auch Hummeln und Bienen versuchen, zum Nektar vorzudringen.

Hier benutzt die Zaun-Winde einen Brombeerstrauch als Unterlage. Diese Hummel unternimmt alle Anstrenungen, um sich in die enge Blütenkronröhre hineinzuzwängen.

Diese Hummel war mehr als 5 Minuten damit beschäftigt, bis zum Grund der Blüte vorzudringen.  Sie schien regelrecht in die Blüte hineinzutauchen.

Die Ausläufer der Zaun-Winde führen Suchbewegungen durch, um eine geeignete Unterlage zum Emporwinden zu finden. Dabei windet sie sich – von oben gesehen – gegen den Uhrzeigersinn um die jeweilige Unterlage. Die Zaun-Winde gehört zu den „Linkswindern“. Sie wurzelt sehr tief. Mit Hilfe ihrer unterirdischen Rhizome überwintert sie. Die  vegetative Verbreitung kann durch Wühlmäuse oder auch durch Gartenarbeit erfolgen, wenn zum Beispiel Bruchstücke dieser Rhizome duch Umgraben mit dem Spaten entstehen – und dadurch aus jedem dieser Bruchstücke neue Pflanzen wachsen können.

Sumpf-Ziest

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Der Sumpf-Ziest gehört zur Familie der Lippenblütengewächse und ist auch im Kraichtal anzutreffen. Er kann über einen Meter groß werden. Da er unterirdische Ausläufer bildet, kann es zu größeren Beständen an seinen Standorten kommen.

Der Sumpf-Ziest wächst an nährstoffreichen und feuchten Stellen.Oft kann man ihn an den Rändern von Gewässern oder am Rand von feuchten Äckern finden. Auffallend ist seine schlanke Wuchsform.

Der Sumpf-Ziest bietet den Insekten viel Nektar an. Vor allem Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen machen davon regelmäßig Gebrauch.

Die gegenständigen Blätter sind schmal lanzettlich.

Die Oberlippe ist relativ kurz, die Unterlippe ist gestrichelt. Beim Blütenbesuch von Insekten kommen diese mit den Staubblättern, die sich in der Oberlippe befinden, in Kontakt. Dabei wird  der Pollen auf dem Insekt verteilt. Beim nächsten Blütenbesuch wird der mitgebrachte Pollen auf die Narbe der nächsten Blüte gebracht. Die Blüte ist dann bestäubt.

Der vierkantige Stängel  ist behaart.

Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab. Die Überwinterungsorgane der Pflanze befinden sich in den Ausläufern im Boden. Aus diesen Ausläufern bilden sich dann im nächsten Jahr die neuen Pflanzen.

Zwerg-Holunder

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Wenn der Schwarze Holunder verblüht ist, dann beginnt bei uns im Kraichtal die dritte Holunder-Art zu blühen: Der Zwergholunder oder Attich. Er blüht bei uns von Ende Juni bis August und kann fast 2 m hoch werden. Man findet ihn an Gebüschrändern, Waldrändern oder Unkrautflächen. Der Zwergholunder liebt stickstoffreiche, kalkhaltige Böden; deswegen findet man ihn auch an Schwemmrändern von Äckern. Obwohl er bei uns an einigen Stellen vorkommt und dort auch stabile Bestände bildet, ist er recht selten.

Im Gegensatz zum Roten Holunder bildet er  – wie auch der Schwarze Holunder – tellerförmige Blütenstände aus. Auch sein Geruch ähnelt dem des Schwarzen Holunders.

Bei dieser Holunderart sind die Staubbeutel anfangs rot, später färben sie sich schwarz.

Alle Teile der Pflanze sind giftig; auch die Blätter und die Wurzel; besonders giftig sind aber die Beeren und deren Samen. Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, ja sogar tödliche Vergiftungen können die Folge sein.

Da der Zwergholunder unterirdische Ausläufer bildet, können sehr dichte Bestände mit zahlreichen Pflanzen entstehen.

Schwarzer Holunder

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Der Schwarze Holunder ist auch kaum aus den Hecken  im Kraichtal wegzudenken. Er bietet mit seinen Blüten und Früchten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Zudem dient er vielen Vögeln als Nist- und Brutplatz. Bei uns im Kraichtal ist er ein wichtiger Bestandteil der Feldflur – und während der Blütezeit ein Blickfang in der Hügellandschaft.

Der schwarze Holunder blüht meist erst im Juni. Schon im Altertum hatte der Holunder als wichtige Heilpflanze einen hohen Stellenwert. In der letzten Zeit haben auch wir wieder einmal die Vorzüge des Holunders entdeckt: neben therapeutischen Zwecken für viele Beschwerden und Krankheiten werden zum Beispiel  die Blüten und Früchte des Schwarzen Holunders zu Süßspeisen oder zu Getränken verarbeitet. Allerdings sollte man die Früchte nicht roh genießen; sie können  zum Erbrechen und zu Durchfällen führen.

Im Gegensatz zu den Blättern verströmen die teller- oder scheibenförmigen Blütenstände einen angenehmen Geruch. Zahlreiche Insekten stellen sich auf den Blütenständen ein.

Um ihn ranken sich viele Geschichten und Mythen, die bis in die Frühgeschichte des Menschen reichen. Wegen seiner Heilkraft, war er für die Menschen der Sitz von Gottheiten – und auch in späteren Zeiten gehörte zu jedem Gehöft ein Holunderstrauch.  Bei den Germanen war er – so sagt eine Erklärung – der Göttin Hel geweiht. Mit der Christianisierung änderte man den Namen von „Hel“ in „Holle“. Und aus dem Strauch der Frau Holle, dem „Hollerstrauch“ wurde im Laufe der Zeit der „Holunder“.

Die großen tellerartigen Blütenstände werden auch kulinarisch – entweder in Bierteig getaucht – als Süßspeise  – oder nach einem Gärungsprozess in Verbindung mit Zucker als ein sektartiges Getränk verwendet.

Der Traubenholunder hat Früchte

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Der Traubenholunder trägt als erster der drei im Kraichtal vorkommenden Holunderarten Früchte. Im Gegensatz zu den anderen beiden Arten sehen die Fruchtstände aus wie bei den Weintrauben. Daher hat er auch seinen Namen bekommen. Bei den anderen Arten sind die Fruchtstände teller- oder scheibenförmig. Da die Früchte des Traubenholunders leuchtend rot sind, trägt er auch den Namen „Roter Holunder“. Die beiden anderen Arten haben schwarze Früchte. 

Roh sind die Früchte giftig. Wenn man sie verwenden will, muss man sie kochen, aber die Samen vorher aus der Frucht entfernen, da das darin enthaltene Gift nicht durch Kochen unschädlich gemacht werden kann.

Wenn die Beeren trotzdem genossen werden, können sie zu schweren Brech-Durchfällen führen. Deswegen wurden die Früchte früher als Brech- und Abführmittel verwendet.

Die Früchte reifen – je nach Witterung – Ende Juni bis August. Auf den Früchten befindet sich übrigens eine noch nicht fertig entwickelte grüne Stinkwanze.

Ein Blatt des Traubenholunders: Junge Blätter sind kupferfarbig, später färben sie sich grün. Ältere Blätter sehen wie die Blätter des Schwarzen Holunders aus; auch haben sie den gleichen Geruch wie die Blätter der beiden anderen Arten.

Gemeine Wegwarte oder Zichorie

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Die Gemeine Wegwarte oder Zichorie wächst an Wegrändern und gehört zur Familie der Korblütengewächse. Die Wegwarte kann Wuchshöhen bis über einen Meter erreichen. Sie ist ausdauernd, das heißt sie blüht mehrjährig. Die Pfahlwurzel, die sie aubildet, reicht tief in die Erde. Die Zungenblüten sind himmelblau. Schwebfliegen und Bienen sind die wichtigsten Bestäuber.

Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wirklichkeit ein Blütenstand mit vielen Zungenblüten. Die Blütenstände öffnen sich nur morgens und nur für einen Tag.

Die Blütezeit reicht von Juni bis zum Oktober.

Die Wegwarte ist eine alte Arzneipflanze, die bei vielen Beschwerden verwendet wurde – und auch noch heute noch als Arzneipflanze verwendet wird. Um die Wegwarte ranken sich viele Mythen und Sagen. Auch einige Dichter haben sich mit verschiedenen lyrischen Texten ihrer angenommen.

Kulturformen der Wegwarte sind: Chicoree, Zuckerhut, Radiccio, Schnittzichorie und Wurzelzichorie. In Notzeiten wurde aus der Wurzel der Wegwarte Kaffee hergestellt. Dieser diente als Ersatz für den Bohnenkaffe, der kaum zu beschaffen war.

Kornrade

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Die Kornrade ist im Kraichtal sehr selten. Man kann sie nur an wenigen Stellen finden. Kaum zu glauben, war sie doch noch vor einigen Jahrzehnten wegen ihrer Giftigkeit ein gefürchtetes Ackerunkraut. Heute ist sie selten geworden, weil moderne Technik in den Mühlen die Samen problemlos auslesen kann und weil sie in der modernen Landwirtschaft durch Herbizide zurückgedrängt werden konnte.

Die Kornrade gehört zu den Nelkengewächsen und ist ein Acker-Wildkraut. Sie ist einjährig und kann bis zu 1 m groß werden. Die Blätter sind grasartig schmal.

Die schönen Blüten haben 5 Blütenblätter, die aber von den Kelchblättern weit überragt werden.

Alle Teile der Pflanze sind stark giftig, vor allem auch für die Nutztiere. Als die Saatreinigung noch nicht in heutigem Umfang möglich war, kam es immer wieder zu Vergiftungen. Durch die Verwendung von Herbiziden in der Landwirtschaft ist die Kornrade stark gefährdet.

Weite Teile der Pflanze sind  behaart.

Inzwischen gibt es auch Zuchtformen der Kornrade, die sich für den Anbau im Garten eignen.

Hufeisenklee, Schopf-Hufeisenklee

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Der Hufeisenklee oder Schopfige Hufeisenklee gehört zur artenreichen Familie der Schmetterlingsblütler. Den Namen hat die Familie erhalten, weil die Blüten in ihrer Form Schmetterlingen ähneln. Warum der Hufeisenklee seinen Namen hat, wird in diesem Beitrag noch geklärt. Im Kraichtal findet man den Hufeisenklee an Wegrändern, Magerrasen, Böschungen oder Waldrändern. (Verwandte Pflanzen sind zum Beispiel, Klee, Luzerne, Wicken, Bohnen und Erbsen)

Der Hufeisenklee kann dichte Rasen bilden und kann Wuchshöhen von  25 cm erreichen. Im Kraichtal kommt er überall dort vor, wo er geeignete Böden findet. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Hummeln und Bienen. Die Pflanze wird gerne von Schafen gefressen.  Tatsächlich können die Samen  nur auskeimen, wenn sie zuvor gefressen wurden und den Magen und Darm passiert haben.

Der Hufeisenklee blüht je nach Witterung von Mai bis September. Er bildet Hülsenfrüchte aus.

Ab August sind die Früchte reif. Dann zerfallen die Hülsenfrüchte in mehrere Teile, die wie Hufeisen aussehen.  Jeder Teil beinhaltet einen Samen. Wegen der hufeisenförmigen Teile der Hülsenfrüchte hat die Pflanze ihren Namen erhalten.

 

So ein Walnussbaum!

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Bei uns im Kraichtal gibt es zahlreiche Walnussbäume. Man findet sie überall auf den Feldern oder Streuobstwiesen. Aber dieser mächtige, schon viele Jahrzehnte alte und ca. 20 m hohe Walnussbaum ist in meinen Augen ein beeindruckendes Naturdenkmal. Seine leicht asymetrische Form seine Höhe, aber auch seine weit ausladenen Äste machen ihn zu einem Blickfang auf den Hügeln zwischen Münzesheim und Oberacker.Nach jedem Unwetter oder starken Sturm, wie sie in den letzten Jahren bei uns fast zur Regel geworden sind, schaue ich nach, ob er noch steht. Doch bis zum heutigen Tag hat er all diese Stürme und Unwetter mehr oder weniger unbeschadet überlebt. Und noch immer  bringt er Früchte, wenn es keinen Frühjahres-Frost gibt, wie dies im letzten Jahr leider der Fall war.Der weit ausladende untere Ast ist ca. 11,5  Meter lang und überspannt den befahrenen „Feldweg“, wie man die heutigen „Wirtschaftswege“ früher nannte.

So sieht der Ast in Stammnähe aus. Er befindet sich in 3 m Höhe vom Boden aus und hat in Stammnähe bei einem Durchmesser von 45 cm einen Umfang von ca. 1,4 m.

Ein Blick in die Baumkrone zeigt, dass er mit der Waldrebe und dem Efeu zu kämpfen hat. Aber noch behält er die Oberhand, obwohl ihm die beiden Pflanzen sicher zu schaffen machen.Der Stamm hat in einem Meter Höhe einen Durchmesser von 95 cm. Da der Stamm nicht ganz rund ist, ist sein Umfang zwischen 2 m und 3 m groß. Bleibt zu hoffen, dass er noch recht lange allen Widrigkeiten trotzen kann. Ich wünsche ihm jedenfalls viel Glück!