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Ein Jagdfasan auf „Brautschau“

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Es gehört zum jährlich wiederkehrenden Schauspiel im Kraichtal, wenn Fasanen-Hähne ihre Hennen um sich versammeln. Ende April -Anfang Mai kann man beobachten, wie Fasanen-Hähne versuchen, möglichst viele Hennen um sich zu scharen – und diese auch bei sich zu behalten. In diesem Falle sind gerade drei „seiner“ Fasanen-Hennen in das Getreidefeld gelaufen – und der Hahn hat den Kontakt zu ihnen verloren. Zudem scheint auch noch ein weiterer Hahn in der Nähe Interesse zu zeigen. Aufgeregt eilt er im Feld hin und her und versucht, seine Hennen ausfindig zu machen.

Ab und zu richtet er sich auf und schaut um sich, ob der die Hennen entdecken kann. Offenbar hat er etwas entdeckt. Jetzt geht es tiefer ins Feld hinein.Doch das junge Getreide ist schon zu hoch gewachsen. Er kann nichts entdecken. Jetzt ist nur noch der obere Teil des Kopfes und die „Federohren“ zu sehen. Gleich ist er im Feld verschwunden. Der erste Akt des Schauspiels ist vorbei, zumal am Himmel ein Rotmilan aufgetaucht ist. Wenn die Gefahr vorbei ist, wird die Suche sicher weitergehen.

Gewöhnlicher Löwenzahn

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Der Gewöhnliche Löwenzahn ist eine artenreiche Pflanzengruppe, die zur Familie der Korbblütengewächse gehört.  Der „Löwenzahn“, wie alle ähnlichen Pflanzen dieser Gruppe bezeichnet werden, ist – neben dem „Gänseblümchen“ – wahrscheinlich unsere bekannteste Blütenpflanze. Sie dominiert mit ihrer gelben Blütenpracht die Wiesen und Wegränder im Frühling. Sie liebt nährstoffreiche Böden. Man kann den Löwenzahn aber auch auf Unkrautflächen, Mauerritzen oder auf Gehwegen finden. Obwohl er oft wegen seines massenhaften Vorkommens in unseren Hausgärten massiv bekämpft wird, hat er in manchen Regionen eine große Bedeutung als Nahrungs- und Genussmittel. Aber auch in der Medizin, Volksheilkunde und Homöopathie spielte und spielt er eine bedeutende Rolle.Eine Wiese im April. Hier hat der Löwenzahn große Bestände gebildet. Offenbar wurde die Wiese bisher noch nicht gemäht. Deswegen sind die  Blütenstiele recht lang.Am Rand einer Böschung, die häufig gemäht wird, bildet der Löwenzahn nur ganz kurze Triebe aus, wie dies auch in den Rasenflächen der Hausgärten der Fall ist. Die Blütenstiele liegen oft am Boden an und überstehen dadurch das Mähen.Diese kräftige Pflanze hat am Rande eines Ackers die Bodenbearbeitung überlebt. Man sieht ihr an, dass der Boden gut mit Nährstoffen versorgt ist. Hier kann man auch erkennen, woher der Löwenzahn seinen Namen bekommen hat. Die gezahnten Blätter wurden mit dem Gebiss eines Löwen in Verbindung gebracht. Junge Blätter werden auch in manchen Gegenden als Gemüse oder Salat verwendet.  Dies kann allerdings Folgen haben: Wegen der harntreibenden und leicht abführenden Inhaltsstoffe des Löwenzahns hat er im Volksmund auch die entsprechenden Namen erhalten : „Bettnässer“ oder „Bettschisser“ und viele andere mehr. Weil der Löwenzahn viele Bitterstoffe enthält, werden inzwischen auch einige kultivierte Löwenzahn-Züchtungen zur Verwendung angeboten.Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal des Löwenzahns ist der hohle Stiel des Blütenstandes. Bei vielen ähnlichen Verwandten ist der Stängel nicht hohl. Der Löwenzahn wird auch als „Kuhblume“ oder bei uns im Kraichtal als „Milchbusch“ bezeichnet, weil er einen weißen, milchartigen Saft enthält. Hier sieht man, wie der weiße Milchsaft aus dem abgetrennten Blütenstiel quillt. In der Volksheilkunde wird dieser auch als Mittel gegen Warzen und Hühneraugen empfohlen. Was wie eine Blüte aussieht, ist keine Blüte – sondern eigentlich eine Ansammlung von ganz vielen Einzelblüten. Die gelben, leicht gezähnten,  zungenförmigen Blütenblätter  am Rand des Blütenstandes verstärken nur die Lockwirkung der vielen Blüten für mögliche bestäubende Insekten.Alle Korbblütengewächse bilden ein tellerartig vertieftes Körbchen aus,  in welchem sich die vielen Einzelblüten befinden. Durch die vielen Hüllblätter wirkt der gesamte Blütenstand wie ein Korb, aus dem dann die Blütenblätter hervorragen. Während der Nacht und bei Regen sind die Blütenstände während der mehrere Tage andauernden Blütezeit geschlossen. Morgens öffnen sie sich dann wieder.Der Löwenzahn spielt als „Bienenweide“ eine sehr große Rolle, weil er relativ früh im Jahr in großen Mengen vorkommt. Seine Blüten locken zahlreiche  Insekten an: Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, aber auch viele Käferarten profitieren vom reichen Nektar- und Pollenangebot. Die einzelnen Blüten reifen von außen nach innen. Bei dieser Biene ist auch das gelbe Pollenpaket an den Hinterbeinen sichtbar.Auf dem Bild ist gerade ein Trauer-Rosenkäfer, der besonders gern die Blütenstände von Korbblütengewächsen besucht, dabei, an die Nektar-Vorräte der vielen Blüten zu kommen. Meist beschäftigen sich die Käfer minutenlang an einem Blütenstand, den sie dann mit deutlich sichtbaren Spuren verlassen.Gegen Ende der Blütezeit verfärben sich die zahlreichen Hüllblätter braun. Dann schließt sich der Blütenstand und die getrockneten Blütenblätter fallen ab.

Ein reifer Löwenzahn; jetzt nennt man ihn „Pusteblume“. Die Flugfrüchte warten nun auf Wind

Die gelben Blütenblätter sind abgefallen, die Kelchblätter nach unten geklappt. Der Blütenboden des „Körbchens“ ist leicht nach oben gewellt. Die reifen Flugfrüchte bilden jetzt eine weiße Kugel.Jede Frucht hat ihren eigenen „Fallschirm“. Die Früchte besitzen zahlreiche Häkchen. Hier die Früchte des Löwenzahns in Vergroßerung. Deutlich sichtbar sind die Stellen, an denen kurz zuvor noch andere Früchte mit ihren Fallschirmchen gestanden haben.

Der Ölkäfer oder „Maiwurm“ ist jetzt wieder unterwegs

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Die Ölkäfer tauchen bei uns im Frühjahr auf. Man findet sie dort, wo es sonnig ist – und wo es viele blühende Pflanzen hat. Die voll entwickelten Käfer ernähren sich von Pollen. Dabei haben die Ölkäfer, die wegen der ölartigen Substanz, die sie bei Gefahr aus den Gelenken ausscheiden und ihres „wurmähnlichen Hinterleibs“ auch ihren Namen und im Volksmund auch „Maiwurm“ genannt werden – eine sehr interessante Lebensweise. Es gibt bei uns mehrere Arten von ihnen.

Das Weibchen gräbt sich in den Erdboden und legt dort ein Nest an, in welches sie mehrere Tausend Eier ablegt. Die sich daraus entwickelnden Larven machen mehrere Entwicklungstadien durch. Zunächst sind sie mit einer Klaue und zwei klauenartigen Borsten ausgerüstet. Man bezeichnet die Larven in diesem Stadium als „Dreiklauer“. Sie klettern auf Blüten und warten dort auf blütenbesuchende Insekten. Dann klammern sie sich an diese und lassen sich von ihnen in deren Bau tragen. Wenn sie bei verschiedenen Arten der einezln lebenden Wildbienen gelandet sind, verzehren sie zunächst den Futtervorrat der Wildbienen-Larven und dann auch die sich entwickelnden Wildbienen-Larven selbst. Dann häuten sie sich erneut und überwintern im Nest der Wildbienen. Sie verpuppen sich und schlüpfen im nächsten Frühjahr als voll entwickelte Käfer aus. ..  Ölkäfer sind also Parasiten der Wildbienen.  Wenn sie als Larve in den Nestern der Hummeln oder der Honigbiene landen, haben sie Pech. Dort können sie sich nicht enwickeln,weil sie von den Arbeiterinnen entdeckt und getötet werden.

Ölkäfer können bis zu 35 mm lang werden.  Ihre kurzen Deckflügel, die den Hinterleib nicht bedecken, glänzen metallisch.

Beim Männchen sind die Fühler geknickt DerÖlkäfer hat fein punktierte, stark verkürzte Flügel   Ölkäfer scheiden bei Gefahr eine sehr giftige, wie Öl aussehende Flüssigkeit aus, die schwere Verletzungen auf der Haut bewirken können.  Werden Käfer verschluckt, dann kann es zu gefährlichen Vergiftungen kommen, die auch zum Tod führen können. Daher werden die Käfer oft auch als „Blasenkäfer“ bezeichnet. Deswegen sollte man Ölkäfer wenn möglich nicht berühren – aber auf jeden Fall nach einem Kontakt mit ihnen gründlich die Hände waschen. Verschiedene Insekten, aber auch andere Tiergruppen fressen die Käfer, um  deren Gift in ihrem Körper anzreichern – und schützen sich so davor, selbst gefressen zu werden.

Speise-Morchel

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Die Speise-Morchel gehört innerhalb der Pilze zur Familie der Morchelverwandten. Es gibt einige Morchelarten bei uns im Kraichtal.  Morcheln findet man bei uns vom April bis – je nach Wetterlage -zum Juni. Ihr Erscheinen hängt aber wesentlich vom Wettergeschehen ab. In einem sehr trockenen Frühjahr mit wenig Niederschlägen wird man diesen Pilz kaum finden.   Es kommt auch vor, dass es deswegen in manchen Jahren überhaupt keine Morcheln gibt.Morcheln sind sehr teure und begehrte Speisepilze. Man findet sie auch im Kraichtal auf ungedüngten Wiesenflächen, alten Parkanlagen, die noch nie oder ganz selten gedüngt wurden, aber auch manchmal  in naturbelassenen Gärten – wie im Beispiel der Morcheln auf dem Titelbild. Speisemorchelnwachsen wachsen oft in Gruppen, manchmal aber auch einzeln.Typisch für die Speise-Morchel  ist der kegelförmige, gerippte Hut, der unregelmäßige wabenartige Strukturen ausbildet. Die Farbe kann von hellbraun bis dunkelbraun und gelblichen Tönen variieren. Die Speisemorchel kann über 10 cm groß werden. Schneidet man die Morchel der Länge nach durch, so wird ein weiteres Erkennungsmerkmal deutlich: Stiel und Hut sind hohl.Das Bild zeigt eine aufgeschnittene Speise-Morchel. Da es sich hier um einen schon älteren Pilz handelt, ist er beim Aufschneide im Bereich des Fußes zerbrochen.Das Bild zeigt Morcheln auf einer typischen ehemaligen Streuobstwiese, bei der zwar viele Obstbäume inzwischen verschwunden sind, die aber wegen ihrer hügeligen Geländestruktur nicht gedüngt wird. Dieses Vorkommen besteht schon seit mehreren Jahren, denn die Speise-Morchel ist standorttreu und kommt oft in größeren Gruppen vor.  Es gibt einige Morchel-Arten bei uns. Obwohl sie alle giftig sind, gelten sie unter Kennern als die besten Speisepilze überhaupt. Dies mag ein Widerspruch sein, aber bei der hier vorgestellten „Speise-Morchel“ spielt die Art der Zubereitung eine entscheidende  Rolle. Grundsätzlich gilt: Die Speise-Morchel darf nicht frisch und roh gegessen werden. Dann ist sie giftig. Wenn man sie essen will, muss man sie vorher mindestens 5 Minuten lang auf ca. 80° erhitzen – oder bis zu einem halben Jahr trocknen.  Ganz sicher geht man, wenn man sie zum Beispiel in einer Soße über längere Zeit mitkocht.Aber hier gilt: Wer Pilze sammeln will, muss die Pilze  – und auch deren Doppelgänger kennen, sonst kann das schwere und schlimme Folgeschäden nach sich ziehen.  Dabei hat die Speisemorchel einige wichtige Unterscheidungsmerkmale zu ihren gefährlichen Doppelgängern:  Die Speisemorchel hat einen Hut, der wabenförmige Strukturen aufweist. Hut und Stiel sind hohl. Die gefährliche Frühjahrslorchel hat keine wabenförmige Struktur – sondern hat eine lappige Hutoberfläche ohne Wabenkammern. Zudem ist sie nicht hohl.Weil sie sehr selten sind, werden diese Speise-Morcheln nicht geerntet.

Speise-Morcheln sind sehr selten. Deswegen stehen sie in Deutschland unter Naturschutz! Das besagt, dass alle essbaren Morchel-Arten nur für den Eigenbedarf – und nur in geringen Mengen gesammelt werden dürfen. 

Man sieht ihn wieder in unseren Gärten: Der Große Wollschweber

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Wenn in den Hausgärten die ersten Blütenpflanzen blühen oder vor den Fenstern die Blumenkästen ein vielfarbiges Angebot an Blüten bieten, dann kann man ihn auch bei uns sogar mitten in den Siedlungen und Dörfern entdecken, wenn er die Blüten besucht. Er wird oft übersehen, weil er so klein ist und eigentlich nicht auffällt. Erst wenn er ruckartig von Blüte zu Blüte eilt – oder scheinbar sekundenlang in der Luft schwebt – dann kann es sein, dass man den bis zu 12 mm langen Flieger entdeckt.  Sonst findet man ihn an sonnigen Waldrändern, aber auch Wiesen. Erwachsene Wollschweber ernähren sich von Nektar.

Hier besucht ein Wollschweber gerade ein „Vergissmeinnicht“Mit dem langen Saugrüssel taucht er punktgenau in die Blütenkronröhre hinein. Dabei schwebt er über der Blüte – und stützt sich allenfalls mit den Vorderbeinen ab. Man erkennt den Wollschweber an seinen Flügeln. Die Vorderkante der Flügel ist dunkel gefärbt und zeigt ein gezacktes Muster.   Der lange Saugrüssel wird auch im Flug gerade nach vorn oder nach unten   – und das letzte Beinpaar wird nach hinten oben gerichtet.Auch hier wird nochmals sichtbar, wie der Wollschweber mit seinem Saugrüssel punktgenau in die Blütenkronröhre der Vergissmeinnicht-Blüte eintaucht.  Übrigens: Vor dem Wollschweber braucht man keine Angst haben. Er ist für den Menschen völlig ungefährlich.

Weitere Infos zum Großen Wollschweber finden sich in einem Beitrag in diesem Blog: https://natur-erleben-online.de/wollschweber

Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

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Es ist Ende April. Überall ist der Gesang der Vögel zu hören. Die Brutsaison hat begonnen. Viele  Vogelarten  -überwiegend die Männchen -tragen zur Brutzeit ein besonderes Federkleid, das sie vom Gefieder der Weibchen unterscheidet. Das Ganzjahresgefieder, das „Schlichtkleid“ wird dann durch das „Prachtkleid“, das bis zum Ende des Sommers zu sehen ist, ersetzt. Den Bluthänfling kann man derzeit besonders gut in den Weinbergen beobachten. Allerdings ist er recht scheu. Noch trägt er nicht sein „Prachtkleid“. Dann färben sich beim männlichen Bluthänfling die Stirn und große Teile des Brustgefieders leuchtend rot oder „blutrot“. Daher hat er seinen Namen erhalten. Bei diesem Männchen sieht man schon erste leichte rötliche  Färbungen an den Brustseiten.Auch der Rücken bekommt eine kräftige braunrote FärbungIn wenigen Wochen wird das Prachtkleid voll entwickelt sein. Auf einem Pfahl in einem Weinberg hat er Stellung bezogen. Das Männchen singt schon – und markiert damit sein Revier. Aber noch ist der Höhepunkt der Brutzeit  nicht gekommen. Viele Bluthänflinge sind noch in kleineren Schwärmen unterwegs. Gelegentlich aber sieht man schon Männchen, die sich gegenseitig das „Revier“ streitig machen. Nicht mehr lange, dann wird sich das Aussehen des Männchens im „Prachtkleid“ stark verändert haben.  Wer jetzt schon den Bluthänfling im „Prachtkleid“ sehen will, kann unter dem angegebenen LINK  „Bluthänfling“ nachschlagen. Dort finden sich Abbildungen vom letzten Jahr.

Weitere Beiträge zu diesem Thema in meinem Blog: Bluthänfling

Knolliger Hahnenfuß

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Der Knollige Hahnenfuß gehört zur artenreichen Familie der Hahnenfußgewächse. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten wächst er auf kalkhaltigen und nährstoffarmen Böden. Man findet ihn also an Wegrainen, Weiden und Trockenrasen. Er mag nährstoffreiche Lehmböden. Bei uns im Kraichtal kommt er an einigen Stellen – dann aber meist sehr zahlreich  – vor.Als einzige  der  Hahnenfuß-Arten ist er an den zurückgeschlagenen 5 Kelchblättern zu erkennen. Bei uns blüht der Knollige Hahnefuß von Ende April bis Ende Juli.DieKelchblätter sind zudem auf der Außenseite behaart. Die Blüte des Knolligen Hahnenfußes enthält viele Staubblätter Seinen Namen hat der Knollige Hahnenfuß, weil er am Grunde des Stängels im Boden eine knollenartige Verdickung aufweist. In der gesamten Wurzel und in der knollenartigen Verdickung des Stängels werden Nährstoffe gespeichert. Ende Juli/Anfang August sterben die oberirdischen Teile des Knolligen Hahnenfußes ab. Die Wurzel  und die Sproßknolle bleiben erhalten und dienen als Speicherorgan für das kommende Jahr. So kann der Knollige Hahnenfuß trockene und heiße Sommer überdauern.

Rabenkrähen mögen einfach keine Milane in ihrem Revier

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Dass Krähen nicht gut auf Greifvögel zu sprechen sind, kann man das ganze Jahr über am Himmel betrachten. Wenn es aber darum geht, das Revier zu verteidigen, dann  geben die Rabenkrähen alles. Normalerweise ist das während des Winters eine einfachere Aufgabe, als dies im Frühjahr und im Sommer der Fall ist. Wenn es darum geht, im Winter einen Mäusebussard zu vertreiben, so gelingt dies relativ einfach. Meist gibt der Mäusebussard nach einigen Angriffen entnervt auf – und fliegt weg. Beim Rotmilan liegt der Fall anders. Er ist viel gewandter im Flug als ein Mäusebussard – und das scheint er zu wissen. Wenn Rotmilane im Frühling wieder zu uns kommen, besetzen sie natürlich auch ein eigenes Brutrevier. Dass es dabei bei der relativ hohen Anzahl an Rabenkrähen zu Konflikten kommt, ist eigentlich vorprogrammiert.Ein Milan zieht am Himmel seine Kreise. Gelassen nutzt er die Thermik und schwebt mit ausgebreiteten Flügeln über den Feldern.Da kommt plötzlich eine Rabenkrähe von hinten und fliegt dem Rotmilan hinterher. Eine kurze Wendung – und schon scheint der Rotmilan außer Gefahr.Doch plötzlich sind 2 Krähen da, die dem Rotmilan deutlich machen, dass er hier verschwinden soll. Mit ein paar Schwanzbewegungen und ein paar Flügelschlägen versucht der Milan, sich die beiden Krähen vom Leib zu halten. Eine der Krähen geht zum Angriff über und will dem Rotmilan an die Federn. Ein Flügelschlag und eine kurze Drehung des Schwanzes, und schon ist der Milan außer Reichweite.Die beiden geben nicht auf. Sie verfolgen den Eindringling hartnäckig. Doch der Rotmilan ist den beiden Krähen, die auch ausgezeichnete Flieger sind, überlegen. Doch die Beiden geben die Verfolgung nicht auf. So schnell wird man Krähen nicht los. Jetzt starten sie einen erneuten Angriff. Der Milan sieht, was seine Gegner vorhaben. Offenbar wollen sie jetzt von oben angreifen. Eine der Krähen scheint schon „ihre Krallen auszufahren“. Der Milan registriert das.  Tatsächlich soll jetzt ein Angriff von oben und der Seite erfolgen. Doch sie haben die Rechnung ohne die Flugkünste des Milans gemacht. Eine Wendung – und der Milan ist jetzt plötzlich hinter den Verfolgern.  Nach minutenlangen Flugmanövern geben die beiden Krähen jetzt auf und fliegen weg. Offenbar sind sie mit dem Ergebnis zufrieden. Denn durch die Störmanöver haben sie den Eindringling aus ihrem Revier vertrieben.Doch der Milan zieht jetzt weiter seine Kreise am Himmel, als ob nichts geschehen wäre. Doch es ist nicht immer so leicht wie es bei diesem Angriff war. Oft beteiligen sich nämlich mehrere Krähenpaare aus der Umgebung an der Verfolgungsjagd am Himmel. Dann muss auch ein Rotmilan zusehen, dass er rechtzeitig „die Kurve kriegt“.

 

13. April 2019: +3°C. im Kraichtal – und die Ackerhummel bestäubt Blüten!

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Es ist wieder mal April. Der Winter lässt nochmal kurz seine Muskeln spielen. Ein kalter Wind weht und es schneit: Schneegriesel. -Draußen ist es unangenehm und kalt. Eigentlich würde man jetzt keine Insekten vermuten, die von Blüte zu Blüte fliegen und auf der Suche nach Nektar und Pollen sind. Und doch sind Ackerhummeln und andere Wildbienen unterwegs, die genau das machen. Zunächst sind es nur Königinnen, die einen neuen Staat gründen und dazu Futter für die kommende Brut sammeln. Die Königin hat ein Nest gebaut und Eier gelegt, in denen sich bereits Larven entwickeln. Und die müssen demnächst gefüttert werden. Dazu hat sie – neben den Brutzellen – auch napfförmige Voratsbehälter für Pollen und Nektar gebaut, die jetzt von ihr gefüllt werden.  Denn schon in wenigen Tagen werden die ersten Junghummeln schlüpfen, die dann die Blütenbesuche unternehmen. Taubnesseln, Scharbockskraut, Gundermann, Obstbaumblüten, Schwarzdorn, Weiden und andere Blütenpflanzen stellen schon ein breites Angebot an Blüten zur Verfügung. Honigbienen sucht man allerdings an solchen Tagen vergeblich. Die können bei diesen Temperaturen nicht ausfliegen. So sind Wildbienen, zu denen ja die Hummeln gehören, wichtige Bestäuber vieler Kulturpflanzen, die auch dann fliegen können, wenn es für die Honigbienen noch zu kalt ist. Gerade, wenn es während der Obstbaumblüte zu Kälteeinbrüchen kommt, spielen die Wildbienen, also auch die Hummeln eine wichtige Rolle bei der Bestäubung während solcher Wetterlagen. Hummeln haben also – wie viele andere Wildbienen-Arten auch – für uns Menschen eine sehr große Bedeutung.Die Ackerhummel kriecht in die geöffnete Lippenblüte der Gefleckten Taubnessel ein. Mit ihrem langen Rüssel kommt sie gut an die Nektarvorräte, die sich im Grunde der Blütenkronröhre befinden, heran. Aber auch die Königin selbst braucht für ihre Sammelflüge Energie. Diese bekommt sie  vor allem vom Nektar.Die Staubblätter der Taubnessel befinden sich in der löffelartig gewölbten Oberlippe. Beim Eindringen der Hummel in die Blütenkronröhre streift sie an den Staubblättern entlang. Dadurch werden die Pollenkörner aus den Staubblättern auf ihren „flauschigen Pelz“ gestreut.  Auf dem Bild sieht man die vier Staubblätter mit den dunkel gefärbten Staubbeuteln am Ende.  In diesen befinden sich die Pollen. Bei den Lippenblütengewächsen gibt es bei den Taubnesseln in den Blüten normalerweise  4 Staubblätter, davon  2 lange und 2 kürzere. Die Blüten sind rings um den Stängel in den Blattachseln verteilt.Nachdem der Nektar aus der ersten Blüte geholt wurde, wird jetzt die benachbarte Blüte besucht. Mit den Pollen der ersten Blüte wird jetzt die zweite Blüte bestäubt, wenn die Pollen auf der Narbe der zweiten Blüte abgestreift werden. Damit ist die Blüte bestäubt.Auf dem Bild sieht man bei der  linken Blüte die Narbe als dünnen roten Faden zwischen den Staubblättern. Die Narbe ist Teil des Fruchtblatts der Blüte. Wenn Pollen auf die Narbe kommt, bezeichnet man diesen Vorgang als „Bestäubung“. Als Folge der Bestäubung bildet die Pflanze Früchte mit den darin enthaltenen Samen.Anschließend fliegt sie zur nächsten Blüte oder einer anderen Taubnessel. Während des Fluges dahin kämmt sie sich mit „kammartig“ geformten Strukturen an ihren Beinen den Pollen aus dem „Pelz“ und streift den Pollen an den „Sammelbeinen“ ab.Hier sieht man das orangerote Pollenpaket aus Taubnesselpollen an den Seiten der Sammelbeine kleben. Eine ganz spezielle Anordnung von nach innen gerichteten Haaren des hintersten Beinpaares bildet dann die „Pollen-Sammelvorrichtung“,  das „Körbchen“,  in welchem  der Pollen gesammelt wird.Wenn die Hummel genug Pollen gesammelt hat, sind die orangeroten Pollenpakete am letzten Hinterbeinpaar deutlich sichtbar. Man sagt, dann sie „höselt“; das heißt, es sieht aus, als ob sie farbige Hosen anhätte. Im Nest angekommen, werden die  Pollen-Pakete  dann in den dafür vorgesehenen Sammelbehältern gelagert. Tatsächlich ist der Pollen bei den Blütenpflanzen unterschiedlich gefärbt. Während der Pollen der „Gefleckten Taubnessel“  orangerot ist, hat der Gänseblümchen-Pollen eine gelbe Farbe; der Pollen der Weißen Taubnessel ist weiß. Es gibt aber auch braune, tiefrote, grüne, blaue und sogar schwarze Pollen. Wenn genügend Hummeln im neuen Staat vorhanden sind, verlässt die Königin das Nest nicht mehr und beschränkt sich auf das Eierlegen. Die weiteren Arbeiten wie die Pflege der Brut oder das Sammeln von Pollen und Nektar übernehmen dann die Arbeiterinnen, die aus den ständig neu gelegten Eiern  der Königin schlüpfen.

Graugans im Kraichtal

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Graugänse gehören innerhalb der Vögel zur Familie der „Entenvögel“. Sie sind  – neben der Kanadagans, die in den letzten Jahren auch schon mehrfach im Kraichtal aufgetaucht ist – die zweitgrößte Gänseart in Europa.  Von dieser wilden Gänseart stammen auch unsere heimischen „Hausgänse“ ab. Ihrem hellgrauen bis braungrauen Gefieder verdankt sie auch ihren Namen. Die Beine und Schwimmfüße sind rötlich, ebenso der kräftige Schnabel, der gelblich-orange bis rosa-fleischfarbig gefärbt ist. Im Gegensatz zu anderen grauen Gänsearten weist der Schnabel keine dunklen Flecken oder Zeichnungen auf.  Die Graugans kann eine Länge von ca. 75 cm bis 90 cm erreichen. Ihre Flügelspannweite beträgt 147 cm bis 180 cm. Sie kann ein Gewicht von 2 kg bis 3,5 kg erreichen. Die Graugans unterliegt dem Jagdgesetz. Dieses regelt für jedes Bundesland, in welchen Monaten des Jahres Graugänse jeweils bejagt werden dürfen.Die Graugans verbringt den Winter in wärmeren Gebieten; in milden Wintern kommt es aber immer öfter vor, dass sie auch bei uns überwintert. Dabei kommt ihr auch die heutige Landwirtschaft zugute, die mit den Zwischenfrucht-Feldern auch im Winter pflanzliche Nahrung für die Gänse bereithält.  Ab März-April beginnt die Brutzeit. Es gibt bei den Graugänsen nur eine Jahresbrut. Die Paare bleiben oft lebenslang beieinander. Nur beim Verlust des Partners wird manchmal ein neuer Partner gesucht.

Die Graugans schwimmt auf dem See vor dem Schilfgürtel hin und her.  Ab und zu ruft sie. Rufe der Graugänse kann man sehr oft hören. Das Ruf-Repertoire der Graugänse ist groß. Ihr häufigster Ruf, das „Ga-Ga-Ga“, ähnelt sehr dem Ruf unserer Hausgänse. Die Art der Rufe hängt vom jeweiligen Tier aber auch von der aktuellen Situation ab. Es können sehr hohe Töne, laute, trompetenartige Rufe, oder andere Lautäußerungen sein, mit denen sich die Graugänse bemerkbar machen. Graugänse legen ihr Nest am Ufer von Teichen, Seen oder langsam fließenden Gewässern mit reichlicher Ufervegetation an. Während das Weibchen in einer mit Federn ausgepolsterten flachen Mulde die Eier ausbrütet, bewacht das Männchen den Nistplatz und vertreibt mögliche Feinde. Vielleicht handelt es sich bei der abgebildeten Gans um einen Ganter, der sein brütendes Weibchen bewacht. Graugänse ernähren sich von pflanzlicher Nahrung. Oft kann man sie auch auf dem  umliegenden Grünland bei der Nahrungssuche entdecken. Wenn es in einem Gebiet sehr viele Graugänse gibt, können sie dabei auch einen beträchtlichen Schaden auf den landwirtschaftlichen Flächen anrichten. Feinde für die Graugänse sind vor allem Fuchs, Marder und Greifvögel, für die Küken auch Hechte; dabei sind weniger die Altvögel sondern das Gelege und die „Gössel“, wie man die Gänseküken nennt, gefährdet. Graugänse können nämlich sehr wehrhaft sein. Selbst ein Fuchs hätte – wenn überhaupt – mit den Altvögeln seine Probleme. Jedenfalls ist es schön, dass sich auch mal eine Graugans bei uns im Kraichtal sehen lässt – vielleicht wird ja ein längerer Aufenthalt bei uns daraus ….