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Junge Jagdfasane sind jetzt selbstständig unterwegs

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Es ist September im Kraichtal. Nachdem die jungen Jagdfasane im Mai/Juni geschlüpft waren, wurden sie noch viele Wochen von der alten Fasanenhenne geführt, die den Jungvögeln zeigte, was man fressen und wie und wo man Deckung finden kann – und sie hat die Jungen in dieser Zeit vor Feinden beschützt.Jetzt sind die Jungen ohne die Henne unterwegs. So wie es aussieht, sind die Jungfasane noch mit ihren Geschwistern zusammen. Wäre die Henne noch dabei, würden die Jungvögel nicht so offen auf einem Wirtschaftsweg stehen. Man merkt aber, dass sie unschlüssig sind und versuchen abzuschätzen, ob ihnen gerade Gefahr droht oder nicht.Wie man sieht, befinden sich die Jungvögel in der ersten Jahresmauser. Deutlich sind sowohl das braun-beige jugendliche Dunenkleid als auch die typischen Federn des Erwachsenen-Kleides zu sehen.Das Bild zeigt einen jungen Hahn, der sich mitten in der Mauser befindet. In wenigen Tagen wird er wie ein Altvogel aussehen. Im Unterschied zu einem Altvogel wird er aber noch einen  kleinen Wangenlappen haben.Ein erwachsener Hahn mit ausgebildeten Wangenlappen.Im Vordergrund ist eine Junghenne zu sehen, die bereits weiter durchgemausert ist. Aber auch bei ihr zeigen sich am Hals und im Kopfbereich noch Reste des Dunenkleids.Hier ist eine erwachsene Henne zu sehen, die im Juni noch ihre Jungen führt.Im Juni kann man kaum sehen, welches Geschlecht die Jungvögel haben. Nach vollendeter Mauser werden  die Jungfasane mit anderen in den verschiedensten Gesellschaften den Winter verbringen, bis im Frühjahr die nächste Brutzeit beginnt.

Auch Rotmilane sind jetzt auf Regenwurm-Jagd

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Es ist September. Viele Felder sind abgeerntet und liegen jetzt offen da. Auf den frisch bearbeiteten Feldern gibt es jetzt für viele Tiere etwas zu holen. Vor allem Rabenkrähen, Mäusebussarde, aber auch Rotmilane kann man jetzt sehen, die auf den Feldflächen nach Nahrung suchen. Tatsächlich ernähren sich Rotmilane neben Vögeln und Kleinsäugern, die sie im Flug erbeuten, auch von Bodentieren wie Insekten und Regenwürmern. Diese können  – je nach Jahreszeit – einen beträchtlichen Anteil an der täglich aufgenommenen Nahrung darstellen.Ein Rotmilan auf einem frisch bearbeiteten Getreidefeld. Die Oberfläche des Feldes ist aufgebrochen; jetzt kommt er leichter an die Bodentiere  wie Käfer oder Regenwürmer heran.

Das folgende kurze Videobeispiel zeigt, wie ein junger Rotmilan auf dem Boden nach Regenwürmern und anderen Kleintieren sucht.

 

Auch das Jagen muss geübt werden

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Auch hier ist es ein junger Bussard, der auf einem abgeernteten Rapsfeld gelandet ist und im Boden nach Nahrung sucht. Offenbar hat er etwas entdeckt. Vielleicht eine Maus oder ein anderer Kleinsäuger? Jedenfalls stochert er intensiv im nachwachsenden Grün.Immer wieder taucht er seinen Schnabel in den Bewuchs. Doch offenbar ist seine „Beute“ nicht mehr da. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach. Tatsächlich ist nicht jeder Jagdflug mit Erfolg gekrönt. Er verharrt nun auf dem Feld und beginnt sich umzuschauen.Dann versucht er es immer wieder an der gleichen Stelle.  Doch er findet nichts. Jetzt erst fixiert er die Umgebung genauer. Er bemerkt nicht, dass er beobachtet wird.Er scheint sich zu beruhigen. Es werden keine Versuche mehr unternommen, der eben noch verfolgten Spur nachzugehen. Nachdem er einige Minuten in dieser Position sitzen blieb, flog er auf und suchte sich eine Sitzwarte in einem nahegelegenen großen Birnbaum.  Aber auch er wird noch lernen, wie das Jagen in Bodennähe funktioniert.

 

 

Junger Mäusebussard auf der Jagd

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Der Mäusebussard dürfte – gemeinsam mit dem Turmfalken – die häufigste Greifvogelart im Kraichtal sein. Es gibt ihn in vielen Farbvarianten, von dunkelbraun bis fast weiß. Jetzt im August kann man den Mäusebussard häufig auf den Wiesen und Feldern antreffen, weil sie jetzt gemäht und größtenteils abgeerntet sind – und so dem Bussard und anderen Greifvögeln freie Sicht auf mögliche Beutetiere bieten. Lediglich Mais-, Soja- und Zwischenfruchtfelder – sowie einige Blühstreifen und Zuckerrübenfelder bieten den Kleinsäugern, Vögeln und anderen Beutetieren noch etwas Schutz. Auch Hecken und andere Feldgehölze, aber auch Weinberge bieten Versteckmöglichkeiten und Deckung.Der Mäusebussard hat gerade gejagt und war offenbar erfolgreich. Nachdem er aus einer großen Wiese, wo er etwas gefressen hatte, aufgestiegen war, flog er zu einem Dunghaufen auf dem benachbarten Feld. Bis der Dunghaufen untergearbeitet wird,  bietet er einen guten Ansitzplatz, von dem aus der Mäusebussard seinen nächsten Jagdflug starten kann. Dass er gerade in der noch taufrischen Wiese war, kann man an seinem nassen Bürzelgefieder erkennen.Er bleibt eine Weile auf dem Dunghaufen sitzen und schaut in alle Richtungen nach Beute.Doch dann beginnt er, die Überreste der letzten Jagd als „Gewölle“ auszuwürgen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Knochen, Haare oder Federn der Beutetiere, die er nicht verdauen konnte. Offenbar hat er beim Auswürgen noch Probleme …. Das Würgen geht weiter … bis er schließlich mit dem Auswürgen aufhört.Er wird sicher bald einen neuen Versuch staren, das „Gewölle“ auszuwürgen. Doch jetzt will er weg. Denn es nähert sich ein Mann, der seinen Hund ausführt.Er muss sich jetzt einen neuen Ansitzplatz suchen …. In der Umgebung hat er zahlreiche Möglichkeiten. Und schon ist er unterwegs. Tatsächlich verschwindet er in einem kleinen Wäldchen, wo er einen guten Ausblick auf die umliegenden Wiesen und Felder haben wird.

Auch die jungen Rotmilane jagen schon

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Es ist Ende Juli. Viele Felder sind schon abgeerntet. Wo vor einigen Tagen noch Raps, Erbsen, Gerste oder Weizen dichte Kulturen bildeten, sind die Felder jetzt leer und abgeerntet. Der Ackerboden ist zwischen den Ernteresten und Stoppeln wieder sichtbar. Tatsächlich liegen derzeit im Kraichtal große Flächen offen da. Lediglich einige Sonnenblumen-und Maisfelder oder ein paar Blühstreifen und Zwischenfruchtkulturen bieten möglichen Beutetieren jetzt noch Deckung gegen Fressfeinde aus der Luft. Und schon sieht man viele Vogelarten, welche die abgeernteten Felder sytematisch nach Beute oder Ernteresten absuchen. Dazu gehören Rabenvögel, Tauben, Haus- und Feldsperlinge, Goldammern, Bluthänflinge. Dies erhöht natürlich auch die Chancen für Greifvögel wie Turmfalken, Mäusebussarde und vor allem Rotmilane.Schon kurze Zeit, nachdem ein Feld abgeerntet wurde, stellen sich die ersten Rotmilane ein. Sie fressen so ziemlich alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Sie sind gute Jäger und erbeuten neben Kleinsäugern auch Vögel, aber auch Insekten und Regenwürmer. Auf der Futtersuche fliegen sie das Jagdgebiet systematisch ab. Da sie auch gelegentlich Rabenvögel erbeuten, werden sie oft von Rabenkrähen, aber auch von anderen Vogelarten belästigt, die sie oft zu mehreren in der Luft angreifen. Und wenn ein Feld abgeerntet oder eine Wiese gemäht wurde, sind oft Milane zur Stelle, um die durch das Mähen und Ernten verletzten oder getöteten Tiere zu fressen. Denn Rotmilane verschmähen auch Aas nicht. In manchen Gegenden ernähren sich die Rotmilane auch von Fischen.Dieser Rotmilan hat gerade einen Kleinsäuger erbeutet. Zwar hat er den Beutefang noch nicht perfektioniert und nicht jeder Jagdflug endet mit Beute, aber er ist schon manchmal erfolgreich. Der junge Rotmilan ist am bräunlichen Kopfgefieder,das bei einem erwachsenen Rotmilan weiß ist, erkennbar  Zudem ist die Iris bei einem erwachsenen Vogel blassgelb, beim jungen Rotmilan ist sie noch dunkel – und man kann das Gelb nur erahnen.Im Vergleich dazu das Bild eines erwachsenen Rotmilans mit dem weißen, gesprenkelten Kopfgefieder und der deutlich gelben Iris. Zudem ist das Gesamtgefieder kräftiger gefärbt. Im Gegensatz zu erwachsenen Rotmilane haben Jungvögel anfangs manchmal eine geringere Fluchtdistanz vor dem Menschen, die sich allerdings im Laufe der ersten Wochen deutlich ausdehnt. Offenbar fühlt sich dieser Jungvogel aber jetzt gestört. Gleich wird er auffliegen. Er hebt die Flügel.  Und fliegen kann er schon sehr gut. Welch beachtliche Spannweite die Flügel aufweisen, wird hier deutlich. Die Spannweite der Flügel beträgt beim Rotmilan 150 – 180 Zentimeter.Beim Auffliegen schaut er noch in Richtung der Störung, die ihn aufgeschreckt hat. Tatsächlich sind es ein paar „Walker“, die sich seinem „Sitzplatz“  mit ihrer bunten Kleidung und den klappernden Stöcken nähern.Gerade hat er abgehoben. Kopf und Beine sind noch von den Flügeln, die sich gerade im Abschwung befinden, verdeckt.Jetzt ist er auf dem Flug. Der Blick ist geradeaus nach vorn gerichtet; gleich werden noch die Beine nach hinten gestreckt; ein paar kräftige Flügelschläge – und schon fliegt er hoch am Himmel.  Wünschen wir ihm noch viele erfolgreiche Flugstunden!

Rabenkrähen mögen einfach keine Milane in ihrem Revier

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Dass Krähen nicht gut auf Greifvögel zu sprechen sind, kann man das ganze Jahr über am Himmel betrachten. Wenn es aber darum geht, das Revier zu verteidigen, dann  geben die Rabenkrähen alles. Normalerweise ist das während des Winters eine einfachere Aufgabe, als dies im Frühjahr und im Sommer der Fall ist. Wenn es darum geht, im Winter einen Mäusebussard zu vertreiben, so gelingt dies relativ einfach. Meist gibt der Mäusebussard nach einigen Angriffen entnervt auf – und fliegt weg. Beim Rotmilan liegt der Fall anders. Er ist viel gewandter im Flug als ein Mäusebussard – und das scheint er zu wissen. Wenn Rotmilane im Frühling wieder zu uns kommen, besetzen sie natürlich auch ein eigenes Brutrevier. Dass es dabei bei der relativ hohen Anzahl an Rabenkrähen zu Konflikten kommt, ist eigentlich vorprogrammiert.Ein Milan zieht am Himmel seine Kreise. Gelassen nutzt er die Thermik und schwebt mit ausgebreiteten Flügeln über den Feldern.Da kommt plötzlich eine Rabenkrähe von hinten und fliegt dem Rotmilan hinterher. Eine kurze Wendung – und schon scheint der Rotmilan außer Gefahr.Doch plötzlich sind 2 Krähen da, die dem Rotmilan deutlich machen, dass er hier verschwinden soll. Mit ein paar Schwanzbewegungen und ein paar Flügelschlägen versucht der Milan, sich die beiden Krähen vom Leib zu halten. Eine der Krähen geht zum Angriff über und will dem Rotmilan an die Federn. Ein Flügelschlag und eine kurze Drehung des Schwanzes, und schon ist der Milan außer Reichweite.Die beiden geben nicht auf. Sie verfolgen den Eindringling hartnäckig. Doch der Rotmilan ist den beiden Krähen, die auch ausgezeichnete Flieger sind, überlegen. Doch die Beiden geben die Verfolgung nicht auf. So schnell wird man Krähen nicht los. Jetzt starten sie einen erneuten Angriff. Der Milan sieht, was seine Gegner vorhaben. Offenbar wollen sie jetzt von oben angreifen. Eine der Krähen scheint schon „ihre Krallen auszufahren“. Der Milan registriert das.  Tatsächlich soll jetzt ein Angriff von oben und der Seite erfolgen. Doch sie haben die Rechnung ohne die Flugkünste des Milans gemacht. Eine Wendung – und der Milan ist jetzt plötzlich hinter den Verfolgern.  Nach minutenlangen Flugmanövern geben die beiden Krähen jetzt auf und fliegen weg. Offenbar sind sie mit dem Ergebnis zufrieden. Denn durch die Störmanöver haben sie den Eindringling aus ihrem Revier vertrieben.Doch der Milan zieht jetzt weiter seine Kreise am Himmel, als ob nichts geschehen wäre. Doch es ist nicht immer so leicht wie es bei diesem Angriff war. Oft beteiligen sich nämlich mehrere Krähenpaare aus der Umgebung an der Verfolgungsjagd am Himmel. Dann muss auch ein Rotmilan zusehen, dass er rechtzeitig „die Kurve kriegt“.

 

Sperber im Anflug

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Es ist Ende November. Auf den Feldern zeigt sich schon die Saat des Wintergetreides. Dazu kommen zahlreiche Zwischenfrucht-Kulturen, welche die Landschaft im Kraichtal in einen weitgehend grünen Teppich verwandeln. Und dann sind da noch die Blühstreifen mit den Sonnenblumen und den vielen anderen Pflanzen, die jetzt im Spätherbst  ihre Früchte und Samen bereithalten.  Und diese Blühstreifen und Zwischenfrucht-Kulturen sind jetzt sehr begehrt: Große Schwärme von Distelfinken, Buchfinken und Bergfinken, aber auch Schwärme von Grünfinken und Bluthänflingen stellen sich dort ein, wo sie in den nächsten Wochen und Monaten ihr Futter finden wollen.  Wenn man sich einem solchen Feld nähert, steigen oft ganze Wolken von Vögeln in die Luft – um sich dann im nächsten Moment an einer anderen Stelle des Ackers wieder niederzulassen.

Bergfinken sind bei uns Wintergäste und kommen seit einigen Jahren in großen Schwärmen aus Nordeuropa ins Kraichtal. Auch viele Buchfinken und Distelfinken kommen aus kälteren Gebieten zum Überwintern zu uns.

Die Flugbewegungen auf dem großen Zwischenfrucht-Feld bleiben nicht unbeobachtet:  Die Greifvögel sind ebenfalls in der Nähe. Turmfalke, Mäusebussard und Sperber gehen dort auf Jagd. Vor allem der Sperber ist ein pfeilschneller und geschickter Jäger, der sich auf die Vogeljagd spezialisiert hat. Und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich dort einstellt, wo es solche Schwärme oder Ansammlungen von Vögeln gibt. In den letzten Jahren lassen sich die Sperber zunehmend in den menschlichen Siedlungen und den ortsnahen Feldern sehen. In den Städten lauern Sperber oft auch an den winterlichenFutterstellen.  Zudem scheinen einige Sperber aus den kalten Gebieten den Schwärmen auf ihrem Weg in den Süden zu folgen.  Wie Funde aus einigen Teilen Deutschlands belegen, überwintern sogar einige Sperber aus dem hohen Norden bei uns.

Hier hat ein Sperber-Männchen in einem sehr großen „Zwischenfrucht-Feld“ auf einer verblühten Sonnenblume seine Sitzwarte bezogen. Die gesamte Umgebung wird scharf beobachtet.

Aber auch einige Türkentauben haben sich in der Nähe des Sperbermännchens niedergelassen. Wie man sieht, ernten sie gerade die Kerne der Sonnenblumen. Sie zeigen keinerlei Anzeichen von Unruhe. Denn von einem Sperber-Männchen haben sie kaum etwas zu befürchten. Wäre allerdings ein Sperber-Weibchen in der Nähe, läge der Fall anders. Die Sperberweibchen sind nämlich doppelt so groß wie die Männchen und sind durchaus in der Lage, Tauben zu erbeuten.

Unablässig beobachtet der Sperber  das Feld.

Und wenn er ein lohnendes Ziel sieht, dann bedeutet es für alle Vögel in der Umgebung höchste Gefahr.

Und schon startet er zu seinem Jagdflug …

Die Wahrscheinlichkeit, dass er Erfolg hat, ist sehr groß.

 

 

 

Turmfalken auf Mäusejagd

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Turmfalken sind bei uns recht häufig anzutreffen. Gemeinsam mit dem Mäusebussard bilden sie wohl die häufigsten Greifvogel-Arten im Kraichtal. Beide Arten haben eine große ökologische Bedeutung. Durch ihr Beutespektrum, das hauptsächlich aus Kleinsäugern, aber auch Insekten und anderen Kleintieren besteht, nehmen sie einen wichtigen Platz bei der Kontrolle der Ernteschädlinge ein. In Gegenden mit einer hohen Dichte von Greifvögeln lassen sich die Schädlinge recht gut kontrollieren. Und wenn dann auch noch Hilfen  wie Sitzwarten angeboten werden, ist beiden geholfen: dem Landwirt und dem Greifvogel (Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse, in der Brutzeit dementsprechend mehr). Wenn nun eine solche Sitzwarte – oder mehrere davon –  in einem von Mäusen stark heimgesuchten Feld aufgestellt werden, ist der Erfolg garantiert. So auch in diesem Fall, wo der Bestand der Feldmäuse durch das Aufstellen von Sitzwarten drastisch reduziert wurde. Der kleine Video-Film entstand kurze  Zeit nach dem Aufstellen der Sitzwarten im Feld.

Das Video kann im Vollbild-Modus angeschaut werden. Die ESC-Taste beendet die Bildschirmansicht.

Ein Turmfalken-Männchen verzehrt gerade eine Feldmaus. Die angebotene Sitzwarte wird gerne angenommen, weil die Jagd von einer Warte aus viel weniger Energie kostet als die Jagd im „Rüttelflug“. Und auf einer dichtbesiedelten Mäusewiese bedeutet eine solche „Warte“ auch einen sicheren Jagderfolg. Aus diesem Grund konnte in den Folgetagen immer wieder das gleiche Szenario beobachtet werden. Dadurch war das Problem auf diesem Feld mit Luzerne nach einiger Zeit letztendlich erledigt. Das tolle Beispiel zeigt aber auch, dass Landwirte bereit sind, auch mal andere Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung zu nutzen,  wenn es diese Möglichkeiten gibt – ein toller Umweltbeitrag!!!

Ansitz-Jagd: Turmfalken nutzen gerne erhöhte Aussichtspunkte für ihre Jagd auf Kleinsäuger. Diese Jagdform spart Energie.

Eine sehr häufige Jagdform ist die Ansitzjagd. Von einem erhöhten Aussichtspunkt (Baum, Pfahl, etc.) aus wird die nähere Umgebung beobachtet. Wenn ein Beutetier entdeckt wird, stürzt sich der Falke auf die Beute. Diese Art der Jagd ist zeitaufwändig, aber oft erfolgreich und spart Energie.

Ein Turmfalken-Weibchen beim Rüttelflug:

Der Rüttelflug ist auch sehr erfolgversprechend, kostet aber sehr viel Energie. Deswegen sieht man Turmfalken oft bei der „Ansitz-Jagd“.

Einfach nur schön!

Mäusebussard auf Regenwurm-Jagd

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Der Mäusebussard ist mit dem Turmfalken wohl der häufigste Greifvogel im Kraichtal. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren etwas geändert: Waren bis vor ca. 5-6 Jahren Mäusebussarde mit dunklem Gefieder die Regel, so ist bei uns im Kraichtal seither die Zahl der hellen bis fast weißen Formen stark angestiegen. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass vor etwa 5 Jahren ein sehr helles Weibchen bei uns im Kraichtal auftauchte und sich offenbar stark vermehren konnte. Aktuell dürfte die Zahl der hellen Bussarde einen großent Teil der Bussard-Population im Kraichtal ausmachen. Überhaupt gilt der Mäusebussard als die Vogelart mit den meisten Farbvarianten innerhalb Europas.

Was viele nicht wissen: Mäusebussarde jagen nicht nur Mäuse, die sie im Flug überraschen. Sie jagen auch Insekten und Regenwürmer, denen sie am Boden nachstellen. Dabei legen sie regelrechte Sprints ein.

Mitte November: Ein kalter Morgen: -2°C.  Raureif liegt auf dem Feld mit Wintergetreide. Der junge Mäusebussard ist auf der Jagd nach Regenwürmern.

 

Er hat etwas bemerkt. Und los geht es …

   

War wohl nichts. Und dann ein kurzer Halt, bevor die nächste Jagd losgeht.

Die Sache mit den Gewöllen

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Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse. Wenn er Junge zu versorgen hat, sind es entsprechend mehr. Die Mäuse werden nicht in einem Stück verzehrt; der Turmfalke reißt Teile vom Beutetier ab und verschluckt erst ganz zum Schluss den gesamten Rest. Haare, Federn oder Knochen kann er nicht verdauen. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile werden im Magen zu einer zylinderförmigen Masse zusammengefügt – und dann vom Vogel ausgewürgt. Meist umhüllen Haare die Knochenreste; so wird Verletzungen beim Auswürgen vorgebeugt. Das ausgewürgte Teil sieht wie ein Wollknäuel aus („Gewölle“).

Gewölle finden sich bei den meisten Greifvögeln und Eulen. Je größer das Beutetier, desto größer auch die Gewölle oder „Speiballen“.

Bei den Bildern handelt es sich um ein Weibchen. Deutlich sichtbar: der braune Kopf und Mantel und vor allem der gebänderte Schwanz sind sichere Erkennungsmerkmale.

Das Weibchen würgt mehrfach -und dann kommt das „Gewölle“ zum Vorschein.