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Sperber im Anflug

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Es ist Ende November. Auf den Feldern zeigt sich schon die Saat des Wintergetreides. Dazu kommen zahlreiche Zwischenfrucht-Kulturen, welche die Landschaft im Kraichtal in einen weitgehend grünen Teppich verwandeln. Und dann sind da noch die Blühstreifen mit den Sonnenblumen und den vielen anderen Pflanzen, die jetzt im Spätherbst  ihre Früchte und Samen bereithalten.  Und diese Blühstreifen und Zwischenfrucht-Kulturen sind jetzt sehr begehrt: Große Schwärme von Distelfinken, Buchfinken und Bergfinken, aber auch Schwärme von Grünfinken und Bluthänflingen stellen sich dort ein, wo sie in den nächsten Wochen und Monaten ihr Futter finden wollen.  Wenn man sich einem solchen Feld nähert, steigen oft ganze Wolken von Vögeln in die Luft – um sich dann im nächsten Moment an einer anderen Stelle des Ackers wieder niederzulassen.

Bergfinken sind bei uns Wintergäste und kommen seit einigen Jahren in großen Schwärmen aus Nordeuropa ins Kraichtal. Auch viele Buchfinken und Distelfinken kommen aus kälteren Gebieten zum Überwintern zu uns.

Die Flugbewegungen auf dem großen Zwischenfrucht-Feld bleiben nicht unbeobachtet:  Die Greifvögel sind ebenfalls in der Nähe. Turmfalke, Mäusebussard und Sperber gehen dort auf Jagd. Vor allem der Sperber ist ein pfeilschneller und geschickter Jäger, der sich auf die Vogeljagd spezialisiert hat. Und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich dort einstellt, wo es solche Schwärme oder Ansammlungen von Vögeln gibt. In den letzten Jahren lassen sich die Sperber zunehmend in den menschlichen Siedlungen und den ortsnahen Feldern sehen. In den Städten lauern Sperber oft auch an den winterlichenFutterstellen.  Zudem scheinen einige Sperber aus den kalten Gebieten den Schwärmen auf ihrem Weg in den Süden zu folgen.  Wie Funde aus einigen Teilen Deutschlands belegen, überwintern sogar einige Sperber aus dem hohen Norden bei uns.

Hier hat ein Sperber-Männchen in einem sehr großen „Zwischenfrucht-Feld“ auf einer verblühten Sonnenblume seine Sitzwarte bezogen. Die gesamte Umgebung wird scharf beobachtet.

Aber auch einige Türkentauben haben sich in der Nähe des Sperbermännchens niedergelassen. Wie man sieht, ernten sie gerade die Kerne der Sonnenblumen. Sie zeigen keinerlei Anzeichen von Unruhe. Denn von einem Sperber-Männchen haben sie kaum etwas zu befürchten. Wäre allerdings ein Sperber-Weibchen in der Nähe, läge der Fall anders. Die Sperberweibchen sind nämlich doppelt so groß wie die Männchen und sind durchaus in der Lage, Tauben zu erbeuten.

Unablässig beobachtet der Sperber  das Feld.

Und wenn er ein lohnendes Ziel sieht, dann bedeutet es für alle Vögel in der Umgebung höchste Gefahr.

Und schon startet er zu seinem Jagdflug …

Die Wahrscheinlichkeit, dass er Erfolg hat, ist sehr groß.

 

 

 

Turmfalken auf Mäusejagd

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Turmfalken sind bei uns recht häufig anzutreffen. Gemeinsam mit dem Mäusebussard bilden sie wohl die häufigsten Greifvogel-Arten im Kraichtal. Beide Arten haben eine große ökologische Bedeutung. Durch ihr Beutespektrum, das hauptsächlich aus Kleinsäugern, aber auch Insekten und anderen Kleintieren besteht, nehmen sie einen wichtigen Platz bei der Kontrolle der Ernteschädlinge ein. In Gegenden mit einer hohen Dichte von Greifvögeln lassen sich die Schädlinge recht gut kontrollieren. Und wenn dann auch noch Hilfen  wie Sitzwarten angeboten werden, ist beiden geholfen: dem Landwirt und dem Greifvogel (Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse, in der Brutzeit dementsprechend mehr). Wenn nun eine solche Sitzwarte – oder mehrere davon –  in einem von Mäusen stark heimgesuchten Feld aufgestellt werden, ist der Erfolg garantiert. So auch in diesem Fall, wo der Bestand der Feldmäuse durch das Aufstellen von Sitzwarten drastisch reduziert wurde. Der kleine Video-Film entstand kurze  Zeit nach dem Aufstellen der Sitzwarten im Feld.

Das Video kann im Vollbild-Modus angeschaut werden. Die ESC-Taste beendet die Bildschirmansicht.

Ein Turmfalken-Männchen verzehrt gerade eine Feldmaus. Die angebotene Sitzwarte wird gerne angenommen, weil die Jagd von einer Warte aus viel weniger Energie kostet als die Jagd im „Rüttelflug“. Und auf einer dichtbesiedelten Mäusewiese bedeutet eine solche „Warte“ auch einen sicheren Jagderfolg. Aus diesem Grund konnte in den Folgetagen immer wieder das gleiche Szenario beobachtet werden. Dadurch war das Problem auf diesem Feld mit Luzerne nach einiger Zeit letztendlich erledigt. Das tolle Beispiel zeigt aber auch, dass Landwirte bereit sind, auch mal andere Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung zu nutzen,  wenn es diese Möglichkeiten gibt – ein toller Umweltbeitrag!!!

Ansitz-Jagd: Turmfalken nutzen gerne erhöhte Aussichtspunkte für ihre Jagd auf Kleinsäuger. Diese Jagdform spart Energie.

Eine sehr häufige Jagdform ist die Ansitzjagd. Von einem erhöhten Aussichtspunkt (Baum, Pfahl, etc.) aus wird die nähere Umgebung beobachtet. Wenn ein Beutetier entdeckt wird, stürzt sich der Falke auf die Beute. Diese Art der Jagd ist zeitaufwändig, aber oft erfolgreich und spart Energie.

Ein Turmfalken-Weibchen beim Rüttelflug:

Der Rüttelflug ist auch sehr erfolgversprechend, kostet aber sehr viel Energie. Deswegen sieht man Turmfalken oft bei der „Ansitz-Jagd“.

Einfach nur schön!

Mäusebussard auf Regenwurm-Jagd

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Der Mäusebussard ist mit dem Turmfalken wohl der häufigste Greifvogel im Kraichtal. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren etwas geändert: Waren bis vor ca. 5-6 Jahren Mäusebussarde mit dunklem Gefieder die Regel, so ist bei uns im Kraichtal seither die Zahl der hellen bis fast weißen Formen stark angestiegen. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass vor etwa 5 Jahren ein sehr helles Weibchen bei uns im Kraichtal auftauchte und sich offenbar stark vermehren konnte. Aktuell dürfte die Zahl der hellen Bussarde einen großent Teil der Bussard-Population im Kraichtal ausmachen. Überhaupt gilt der Mäusebussard als die Vogelart mit den meisten Farbvarianten innerhalb Europas.

Was viele nicht wissen: Mäusebussarde jagen nicht nur Mäuse, die sie im Flug überraschen. Sie jagen auch Insekten und Regenwürmer, denen sie am Boden nachstellen. Dabei legen sie regelrechte Sprints ein.

Mitte November: Ein kalter Morgen: -2°C.  Raureif liegt auf dem Feld mit Wintergetreide. Der junge Mäusebussard ist auf der Jagd nach Regenwürmern.

 

Er hat etwas bemerkt. Und los geht es …

   

War wohl nichts. Und dann ein kurzer Halt, bevor die nächste Jagd losgeht.

Die Sache mit den Gewöllen

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Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse. Wenn er Junge zu versorgen hat, sind es entsprechend mehr. Die Mäuse werden nicht in einem Stück verzehrt; der Turmfalke reißt Teile vom Beutetier ab und verschluckt erst ganz zum Schluss den gesamten Rest. Haare, Federn oder Knochen kann er nicht verdauen. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile werden im Magen zu einer zylinderförmigen Masse zusammengefügt – und dann vom Vogel ausgewürgt. Meist umhüllen Haare die Knochenreste; so wird Verletzungen beim Auswürgen vorgebeugt. Das ausgewürgte Teil sieht wie ein Wollknäuel aus („Gewölle“).

Gewölle finden sich bei den meisten Greifvögeln und Eulen. Je größer das Beutetier, desto größer auch die Gewölle oder „Speiballen“.

Bei den Bildern handelt es sich um ein Weibchen. Deutlich sichtbar: der braune Kopf und Mantel und vor allem der gebänderte Schwanz sind sichere Erkennungsmerkmale.

Das Weibchen würgt mehrfach -und dann kommt das „Gewölle“ zum Vorschein.

Turmfalke Männchen

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Der Turmfalke ist wohl gemeinsam mit dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel im Kraichtal. Man erkennt ihn leicht an seinen langen Flügeln und dem langen Schwanz. Dazu kommt noch der charakteristische Rüttelflug, wenn er in den Feldern auf Jagd geht. Die vielen kleinstrukturieren Acker-, Wiesen- und Feldflächen mit den begleitenden Feldgehölzen ist der ideale Lebensraum für ihn. Man findet ihn aber auch in der Nähe von Siedlungen. Seine häufigste Beute sind Mäuse, aber auch Insekten und andere Kleintiere. Er brütet in alten Krähennestern oder auch an Gebäuden, sogar mitten in den Ortschaften.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Gefieder deutlich voneinander. Beide Geschlechter haben einen dunklen Bartstreif. Der Rücken, Mantel und die Oberflügeldecken des Männchens sind tief rotbraun und fein schwarz gepunktet. Der obere Teil des Schwanzes ist ungebändert grau mit einer breiten schwarzen Endbinde. Der Kopf ist grau und dünn gestrichelt.

Turmfalke Weibchen

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Der Turmfalke ist wohl gemeinsam mit dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel im Kraichtal. Man erkennt ihn leicht an seinen langen Flügeln und dem langen Schwanz. Dazu kommt noch der charakteristische Rüttelflug, wenn er in den Feldern auf Jagd geht. Die vielen kleinstrukturieren Acker-, Wiesen- und Feldflächen mit den begleitenden Feldgehölzen ist der ideale Lebensraum für ihn. Man findet ihn aber auch in der Nähe von Siedlungen. Seine häufigste Beute sind Mäuse, aber auch Insekten und andere Kleintiere. Er brütet in alten Krähennestern oder auch an Gebäuden, sogar mitten in den Ortschaften.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Gefieder deutlich voneinander. Beide Geschlechter haben einen dunklen Bartstreif. Während das Männchen einen rotbraunen Rücken, Mantel und auch rotbraune Oberflügeldecken hat, ist das Gefieder des Weibchens braun. Der gesamte Schwanz ist deutlich gebändert; die schwarze Schwanz-Endbinde ist meist breiter als dies beim Männchen der Fall ist. Der Kopf ist nicht grau sondern ebenfalls braun und deutlich gestrichelt.

Schwarzmilan

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Der Schwarzmilan ist nicht so häufig bei uns anzutreffen, aber auch er ist ein Brutvogel im Kraichtal. Er ist nur im Sommer bei uns. Den Winter verbringt er in Afrika. Sein Lebensraum gleicht dem des Rotmilans. Im Frühjahr kann man oft beide Arten am Himmel bei ihren akrobatischen Flugmanövern beobachten. Das Gefieder des Schwarzmilans ist etwas dunkler – und der Schwanz ist nicht so stark gegabelt wie beim Rotmilan.

Sperber

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Der Sperber ist ein Greifvogel, der vor allem kleine bis mittelgroße Vögel jagt. Die Sperberweibchen sind viel größer als die Männchen. Während das Männchen meist kleinere Vögel jagt, kann das Weibchen  Vögel bis zur Taubengröße erbeuten. Die Unterseite ist leicht gelb-orange  gebändert („gesperbert“), der Rücken ist blaugrau. Bei uns im Kraichtal ist er recht häufig zu beobachten. Seit einigen  Jahren kann man den Sperber auch am Ortsrand oder auch mitten in den Ortschaften beobachten, wie er auf die Jagd geht. Vor allem in den Wintermonaten fliegt er häufig die Futterstellen von Singvögeln an.

Hier hat ein Sperber gerade einen Vogel erlegt und rupft ihn in dichten Geäst einer Fichte.

 

Kornweihe

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Die Kornweihe gehört zur Gruppe der Greifvögel. Im Kraichtal kann man sie allerdings meist nur während der Wintermonate beobachten. Das Weibchen ist unauffällig gefärbt. Lediglich der ausgeprägte weiße Fleck auf dem Rücken vor dem Schwanz ist zunächst ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Vor allem das Männchen fällt durch sein Gefieder und seine Flugweise auf. Auf den ersten Blick glaubt man, dass da eine große schwarz-weiße Möwe fliegt. Der schaukelnde Flug knapp über den Boden mit überraschenden Wendungen lässt dann allerdings in Richtung eines Greifvogels denken. Tatsächlich fliegt die Kornweihe knapp über dem Boden – und mit einer plötzlichen Beschleunigung macht sie aus kurzer Distanz Beute. Vor allem Kleinsäuger oder Vögel werden von ihr gejagt. Die Kornweihe steht auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel in Deutschland. Die Bilder zeigen ein Männchen auf der Jagd im Januar 2017 in einem Feld mit Blühmischung. Das dokumentiert nochmals die Bedeutung solcher Feldflächen. Ein hohes Lob an die Landwirte, welche diese Flächen während der Wintermonate sich selbst überlassen.

 

Rotmilan

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Der Rotmilan ist ein mittelgroßer Greifvogel, der lange Flügel und einen langen, gegabelten Schwanz hat. War er vor einigen  Jahren noch recht selten bei uns zu beobachten, so hat sich der Bestand des Rotmilans inzwischen im Kraichtal wieder leicht erholt. Auch er ist ein typischer Bewohner der Feldflur. Wie der Mäusebussard bezieht der Rotmilan Sitzwarten auf Bäumen und hohen Sträuchern. Meist aber ist er in der Luft zu sehen, wo er an seinem Flugbild leicht zu erkennen ist. Er ist viel wendiger und wirkt eleganter in seinem Flug als der Mäusebussard. Im Flug lässt er oft den Kopf leicht herabhängen und beobachtet so das überflogene Gebiet. In seiner Ernährung ist er nicht wählerisch; von Insekten bis zu Kleinsäugern, Aas oder Abfälle gehören zu seinem großen Nahrungsspektrum. Manchmal jagt er auch anderen Vögeln die Beute ab. Im Herbst sammeln sich aber die Rotmilane und warten gemeinsam auf günstigen Wind, der ihnen den Flug ins Winterquartier erleichtert. Ab Ende März kann man sie meist wieder bei uns im Kraichtal beobachten. Allerdings konnte man in den letzten beiden Jahren auch im Winter Rotmilane im Kraichtal beobachten. Ob es sich dabei aber um Brutvögel vor Ort – oder um Teilzieher aus anderen Gegenden handelt, konnte nicht festegestellt werden.

Wie schon gesagt, ist ihr Flug sehr elegant. Wenn sie von Krähen belästigt werden, dann scheinen sie mit den Krähen zu spielen. Ihr Flug wirkt lässig. Die Schwanzfedern werden ständig bewegt  und gedreht.

Wenn dann im Frühjahr die Brutzeit beginnt, kann es zu Konflikten mit anderen Greifvögeln kommen, wenn sie ihr Nest in deren Revier bauen. Aber auch hier zeigt sich, dass sie mit ihren Flugkünsten zumindest dem Mäusebussard mit Gelassenheit davonfliegen, wenn sie angegriffen werden.

Hier ist ein Rotmilan in das Revier eines Mäusebussards eingeflogen. Der Mäusebussard greift an. Der Rotmilan fliegt auf, dreht eine elegante Kurve nach rechts oben – und ist weg …

Abgesehen davon,  dass Krähen lästig werden können, gibt es kaum Probleme.