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Knolliger Hahnenfuß

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Der Knollige Hahnenfuß gehört zur artenreichen Familie der Hahnenfußgewächse. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten wächst er auf kalkhaltigen und nährstoffarmen Böden. Man findet ihn also an Wegrainen, Weiden und Trockenrasen. Er mag nährstoffreiche Lehmböden. Bei uns im Kraichtal kommt er an einigen Stellen – dann aber meist sehr zahlreich  – vor.Als einzige  der  Hahnenfuß-Arten ist er an den zurückgeschlagenen 5 Kelchblättern zu erkennen. Bei uns blüht der Knollige Hahnefuß von Ende April bis Ende Juli.DieKelchblätter sind zudem auf der Außenseite behaart. Die Blüte des Knolligen Hahnenfußes enthält viele Staubblätter Seinen Namen hat der Knollige Hahnenfuß, weil er am Grunde des Stängels im Boden eine knollenartige Verdickung aufweist. In der gesamten Wurzel und in der knollenartigen Verdickung des Stängels werden Nährstoffe gespeichert. Ende Juli/Anfang August sterben die oberirdischen Teile des Knolligen Hahnenfußes ab. Die Wurzel  und die Sproßknolle bleiben erhalten und dienen als Speicherorgan für das kommende Jahr. So kann der Knollige Hahnenfuß trockene und heiße Sommer überdauern.

Gelbes Windröschen

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Wenn in den Wäldern im Kraichtal die Buschwindröschen blühen, kann man an einigen Stellen entlang von verschiedenen Gewässern das Gelbe Windröschen entdecken. Es gehört wie das Buschwindröschen, das jetzt die Waldböden in weiße Blütenteppiche  verwandelt, zur Familie der Hahnenfußgewächse. Tatsächlich ist das Gelbe Windröschen aber viel seltener zu finden als das Buschwindröschen. Bei uns findet man es nicht im Wald, sondern vor allem in der Nähe von Gewässern. Dort kann es große Bestände bilden.Wie dies bei vielen Hahnenfußgewächsen der Fall ist, sind alle Pflanzenteile giftig! Typisch sind die 5 gelben Blütenblätter und die zahlreichen Staubblätter. Im Gegensatz zum Buschwindröschen kann das Gelbe Windröschen 1 bis 3 Blüten pro Pflanze haben. Die auffallenden Blüten werden von zahlreichen Insektenarten besucht.Dieses Vorkommen befindet sich entlang eines Grabens, der zur Kraich fließt. Das Gelbe Windröschen ist ein typischer Frühjahrsblüher und blüht im Kraichtal von April-Mai.  Dies ist ein typischer Wuchsort bei uns im Kraichtal. Das Gelbe Windröschen hat hier entlang eines Grabens einen dichten Bestand gebildet, der sich über etliche Meter erstreckt. Der feuchte Lehmböden bildet für die Pflanze einen idealen Untergrund.

Kleines Immergrün

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Das Kleine Immergrün ist bei uns im Kraichtal sehr häufig anzutreffen. Man findet es in unseren Buchenwäldern, an Waldrändern und Wegrainen in Waldnähe. Die blauvioletten Blüten kann man bei uns von März bis Juni sehen. Das Kleine Immergrün ist eigentlich kein Kraut sondern ein immergrüner Halbstrauch, dessen Triebe mehrere Meter lang werden können. Die Triebe bleiben auf dem Boden und können an den Knoten wurzeln. Mit der Zeit entsteht dann ein dichter, bodendeckender Halbstrauch. Lichte Stellen im Wald werden vom Kleinen Immergrün besiedelt. Mit der Zeit bedecken die Pflanzen ganze Bereiche des Waldbodens. Da das Kleine Immergrün Lehmböden mag, ist sie bei uns im Kraichtal natürlich oft anzutreffen.Die Blüten tragenden Triebe stehen aufrecht, so dass die Blüten von Schmetterlingen, Bienen, Hummeln, aber auch vom Wollschweber bestäubt werden können. Hier besucht gerade eine Dunkle Erdhummel die Blüten des Kleinen Immergrüns.Die auffälligen Blütenblätter sind leicht asymetrisch und sehen wie die Propeller eines Flugzeuges aus.

Das Kleine Immergrün gehört zur großen Familie der Hundsgiftgewächse. Alle Teile der Pflanze sind giftig. Dabei ist das Gift nicht nur für Hunde und Pferde gefährlich – sondern auch für den Menschen. Übrigens: Auch der Oleander – eine der giftigsten Pflanzen überhaupt – gehört zu dieser Pflanzenfamilie. Das Immergrün ist erst seit einigen Jahrhunderten bei uns in Süddeutschland nachgewiesen; man vermutet, dass es mit den Römern zu uns kam. Viele der heutigen Standorte weisen noch auf frühere Siedlungen oder Burgen hin. Wie es auch heute bei einigen Pflanzen geschieht, wurde auch das Kleine Immergrün durch Menschen verbreitet.

Wer Bärlauch sammeln will, sollte genau hinsehen …

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In den letzten Jahren hat der vor einigen Jahrzehnten schon beinahe vergessene Bärlauch eine wahres „Bärlauch-Fieber“ ausgelöst. Bärlauch wird zwar schon seit vielen Jahrhunderten vom Menschen als Gewürz- und Heilpflanze genutzt, aber seine heutige Bedeutung hat er erst in den letzten Jahren wiedererlangt, als man sich daran  erinnerte, dass er eine tolle Ergänzung des Wildkräuter-Angebots darstellen kann. Neben seiner Bedeutung als Heilpflanze  findet er heute als Pesto, in Saucen,  in Gebäck oder als Zutat in Wurst- und Fleischgerichten, aber auch in vielen anderen Speisen Verwendung. So ist es kein Wunder, dass man jedes Frühjahr immer mehr Menschen mit Plastiktüten, Sammelkörben, Scheren und Messern in den entsprechenden Gebieten antrifft, in denen der Bärlauch vorkommt. Tatsächlich ist der Bärlauch das erste Wildkraut im Laufe eines Jahres, das sich für all diese Zwecke anbietet.Bei uns im Kraichtal gibt es einige Stellen, an denen der Bärlauch regelrechte „Teppiche“ bildet. Kein Wunder also, wenn an diesen Stellen auch Sammler zu finden sind. Bärlauch wird vor allem dann gesammelt, wenn er noch keine Blütenstände gebildet hat. Deswegen kann das Sammeln leider aber auch zur großen Gefahr werden: Denn gleichzeitig mit dem Bärlauch erscheinen auch Pflanzen, die sehr giftig sind. Und leider kommt es in Deutschland jedes Jahr zu zahlreichen und schweren Vergiftungen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, diese Vergiftungen zu vermeiden, wenn man die giftigen Pflanzen vom Bärlauch unterscheiden kann.

Deswegen sollen  in diesem Beitrag  alle Pflanzen vorgestellt werden, bei denen es oft – aus verschiedenen Gründen – zur Verwechslungen kommen kann. Dies sind vor allem die Herbstzeitlose, das Maiglöckchen – und manchmal auch der Aronstab.

Doch: Wer sich auskennt – und sich vor allem beim Sammeln Zeit lässt, dem kann eigentlich nichts geschehen:

Bärlauch-Pflanzen in einem Bruchwald.  Man kann hier die wichtigsten Merkmale des Bärlauchs erkennen. Beim Bärlauch hat jedes Blatt einen eigenen Stiel. Die Blätter sind schmal und recht dünn, die Blattnerven verlaufen parallel zueinander und sind deutlich voneinander entfernt. Das Blatt selbst verbreitert sich schnell vom dünnen Stiel auf seine volle Breite. Dabei bleibt das Blatt bis zur Spitze eben und ist am Ende auch “ nicht löffelartig“ zusammengezogen. Darüber hinaus wirkt es schlaff. Ein ganz wichtiger Unterschied ist der knoblauchartige Geruch. Wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, wird der Geruch deutlich. Allerdings kann man diesen Test nur einmal machen. Hat man einmal diese Geruchsprobe gemacht, bleibt der Geruch  an den Fingern und Werkzeugen- und alles riecht dann nach Knoblauch, selbst Maiglöckchen und geruchlose andere Pflanzen, die man auf ihren Geruch hin testen will.

Tipp: Deswegen sollte man den Bärlauch Blatt für Blatt (vielleicht mit einer Schere) ernten – und nicht büschelweise mit einem Messser – was sich vielleicht bei einem Massenvorkommen anbietet – abschneiden. Dabei kontrollieren, ob auch jedes Blatt einen langen, eigenen Stiel hat – und ob das Blatt vom dünnen Stiel schnell auf die volle Blattbreite übergeht. Erntet man mit einem Messer großflächig, so können auch unerwünschte Pflanzen im Sammelkorb landen. Denn einige der giftigen Pflanzen können mitten im Bärlauch-Teppich vorkommen.Und wer ganz sicher gehen will, der erntet den Bärlauch ein paar Tage später, nämlich erst dann, wenn er blüht. Es gibt dann zwar leichte Einbußen beim Geschmack, aber man kann sicher sein, dass es sich hier um Bärlauch handelt. Und so sieht der Blütenstand einer Bärlauch-Pflanze aus. Übrigens: Man kann Bärlauch im eigenen Garten oder im Blumenkübel anpflanzen – oder ganz einfach kaufen.

Verwechslungsgefahr Herbstzeitlose:

Die Herbstzeitlose ist hochgiftig und kann auch dort vorkommen, wo der Bärlauch wächst. Und das ist die Herbstzeitlose, die zur gleichen Zeit wie der Bärlauch erscheint. Verwechslungen können schwere gesundheitliche Schäden verursachen – oder sogar zum Tod führen. Auch für viele Weidetiere ist diese Pflanze tödlich giftig. Bei der Herbstzeitlose sieht man im Frühjahr nur die Blätter; im Herbst nur die Blüten. Sie wächst vor allem auf feuchten Wiesen, aber auch auf waldnahen Feuchtwiesen. So kann es auch bei dieser Pflanze zu Verwechslungen mit dem Bärlauch kommen, der ja auch in feuchten Wäldern und Waldrändern vorkommt. Glücklicherweise gibt es aber Merkmale, mit deren Hilfe man Bärlauch und die Herbstzeitlose sicher unterscheiden kann: Im Gegensatz zum Bärlauch hat bei der Herbstzeitlose nicht jedes Blatt einen eigenen Stiel; alle Blätter kommen aus einer „Blattrolle“. Im Gegensatz zu den Bärlauch-Blättern sind die Blätter der Herbstzeitlose dick, steif  und fleischig. Die Blattenden sind an der Spitze jeweils zusammengezogen und sehen wie der Bug eines Bootes – oder von der Seite gesehen wie die Spitze eines Löffels aus. Die Spitzen aller Blätter sind leicht nach links gedreht. Die Blätter sind geruchlos. Und was auch wichtig ist: Die Herbstzeitlose blüht im Frühjahr nicht.Herbstzeitlose an einem Wegrain am Waldrand, nur wenige Meter von einem Bärlauch-Vorkommen entferntHier sieht man die leicht verdrehten und „bootsförmig“ zusammengefassten Blattenden der Herbstzeitlose.

Verwechslungsgefahr Aronstab:

Auch er ist giftig. Der Aronstab erscheint zur gleichen Zeit oft gemeinsam dicht neben dem Bärlauch. Und meist kommt es hier zu Verwechslungen, wenn nicht Blatt für Blatt geerntet wird – sondern die Pflanzen großflächig und büschelweise mit einem Messer abgeschnitten werden und im Sammelbehälter landen. Die Gefahr besteht vor allem bei jungen Aronstab-Blättern, da sie noch nicht die Form der ausgewachsenen Blätter haben. Ein Blick auf die Blattnerven gibt aber auch hier sofort Klarheit. Verlaufen die Blattnerven nicht parallel zueinander, ist es kein Bärlauch.Hier befinden sich mehrere Exemplare des Aronstabs, umgeben von zahlreichen Bärlauch-Pflanzen. Eigentlich kann man den Aronstab nicht mit Bärlauch verwechseln, wenn man die Blätter genau betrachtet. Die Blattnerven verlaufen nicht parallel sondern verteilen sich netzartig über die gesamte Breite des Blattes.Deutlich sieht man die netzartig verlaufenden Blattnerven des Aronstabs auf einem noch jungen Blatt. Rechts ist ein älteres Blatt zu sehen.Das ätere Blatt des Aronstabs zeigt die Form einer Pfeil- oder Lanzenspitze. Auch die netzförmig verlaufenden Blattnerven sind hier deutlich zu erkennen.Im Vergleich dazu die Blätter des Bärlauchs. Die Blattnerven verlaufen deutlich parallel zueinander. Auch die Blätter haben eine ganz andere Form.

Verwechslungsgefahr Maiglöckchen:

Das Maiglöckchen erscheint zwar später als der Bärlauch, aber auch hier kann es zu Verwechslungen kommen. Denn das Maiglöckchen entwickelt ähnlich aussehende Blätter. Allerdings sind diese geruchlos und sehen – wenn man genau hinschaut – auch anders aus. Während die Blätter des Bärlauchs einen recht langen Stiel haben und schnell vom dünnen Stiel auf die volle Breite des Blattes übergehen, verläuft beim Maiglöckchen der Übergang vom Stiel zur gesamten Blattbreite allmählich. Ein weiteres Merkmal ist die glänzende Oberseite der Maiglöckchen-Blätter. Beim Bärlauch glänzt sie nicht.Zudem kommen die Blätter des Maiglöckchens aus einem gerollten Blatt. Während der Bärlauch immer viele Blätter entwickelt, finden sich beim Maiglöckchen immer nur 2-3 Blätter.Jedes Maiglöckchen hat zwei Blätter die aus einem zusammengerollten Blatt kommen. Beim Bärlauch erscheint jedes Blatt mit einem eigenen Blattstiel. Zwar erscheinen Maiglöckchen viel später im Frühjahr als der Bärlauch; trotzdem kommt es gerade zwischen diesen beiden Pflanzen häufig zu Verwechslungen, weil die Blätter ähnlich aussehen. Im Gegensatz zum Bärlauch glänzt die Oberseite der Blätter des Maiglöckchens. Die beiden Blätter des Maiglöckchens umfassen den Stängel. Zudem treten sie aus einer zusätzlichen Blattscheide aus. Diese Blattscheide kann man auf dem Bild bei zwei Pflanzen auf der rechten Seite erkennen. Also: Genau hinsehen!

Beim Bärlauch ist jedes Blatt samt dem zugehörigen Blattstiel zu sehen. Auf dem Bild erscheinen neben den einzelnen Laubblättern  auch schon die ersten Blütenstiele mit den noch von Hüllblättern umgebenen Blütenständen.  Nochmals: Jedes Blatt kommt beim Bärlauch einzeln aus dem Boden! So sammelt man Bärlauch richtig: Blatt für Blatt ernten, den Stiel beim Blatt belassen, dass man vor seiner Verwendung nochmals genau prüfen kann, ob sich auch kein anderes Blatt „eingeschlichen“ hat. Ein offenes Behältnis ist ebenfalls von Vorteil, da hier im Gegensatz zu einer Plastiktüte die Blattstruktur erhalten bleibt.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass der Bärlauch den Bestimmungen des Naturschutzgesetzes unterworfen ist. Auch beim Bärlauch gilt, dass er nur für den Eigenbedarf gesammelt werden darf. Wer dies gewerblich tut, braucht dafür eine behördliche Genehmigung.

 

Abschließend sei erwähnt, dass alle gesammelten Wildkräuter vor ihrer Verwendung gründlich gewaschen werden sollten!

 

Es ist mal wieder Frühling!

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In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.

So eine Esche

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Am Ortsrand von Kraichtal-Oberacker steht in einem kleinen Auwäldchen eine gewaltige Esche. Sie überragt alle Bäume in der Umgebung. Das ist keine Besonderheit, denn Eschen können über 40 m hoch werden. Was an diesem Baum so besonders ist, sind seine Ausmaße. Dies ist für mich die beeindruckendste Esche im Kraichtal. Ihre gewaltigen Äste überragen den Wirtschaftsweg – und die Esche bildet mit mehreren Stämmen  ein „Baumsystem“ mit zahlreichen Verzweigungen und senkrecht nach oben wachsenden Trieben, die sich zu massiven Ästen entwickelt haben.

Eschen sind wertvolle Bäume, deren Holz dann Verwendung findet, wenn besondere Festigkeit und Biegsamkeit gefordert sind.

Zahlreiche Nisthöhlen weisen darauf hin, dass hier zahlreiche Vogelarten Nistmöglichkeiten gefunden haben und auch noch finden werden.  Buntspecht, Kleiber, Kohl- und Blaumeise, aber auch Feld- und Haussperlinge haben hier einen Unterschlupf gefunden. Andere Vogelarten wie der Gartenbaumläufer, oder der  Buchfink finden hier ein reiches Nahrungsangebot.

Allerding sind die Eschenbestände bei uns sehr gefährdet. Seit einigen Jahren gibt es auch bei uns ein regelrechtes „Eschentriebsterben“, welches durch einen Pilz verursacht wird. Vor allem  bei jungen Bäumen verläuft die Krankheit sehr schnell und endet mit dem Absterben des Baumes. Bei älteren Bäumen deagegen verzögert sich meist  der Krankheitsverlauf, weil diese mit verstärktem Wachstum zunächst auf den Pilzbefall reagieren können. Es gibt aber einige Eschen, die gegen den Pilz restistent sind. Trotzdem gehen viele Experten davon aus, dass die Eschenbestände bei uns dramatisch zurückgehen werden. Dies würde auch eine deutlich sichtbare Veränderung in der Zusammensetzung unserer Wälder und Gehölze bedeuten. Derzeit sucht man noch nach geeigneten Maßnahmen zur Bekämpfung des Pilzes.

Um sie ranken sich viele Mythen: Misteln

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Um die Misteln ranken sich viele Sagen, Mythen und Bräuche. So ist zum Beispiel das Küssen unter  in den Wohnungen aufgehängten Mistelzweigen ein Weihnachtsbrauch in England und in den USA. Der Mistel werden Heil- und Zauberkräfte zugeschrieben, wie dies bei dem wahrscheinlich bekanntesten Zaubertrank in den „Asterix-Comics“ der Fall ist, wo Misteln – von einem Druiden mit einer goldenen Sichel geschnitten – ein wesentlicher Bestandteil des „magische Kräfte verleihenden Zaubertranks“  darstellen. Zudem werden der Mistel auch viele Heilwirkungen in der Behandlung von Krankheiten zugeschrieben. Allerdings bleibt auch hier manches umstritten.

Misteln in einem Apfelbaum Ende November

Jetzt sind die Mistelbeeren reif.

Auch in den Kronen von Pappeln siedeln sich oft große Mistelbestände an.

Tatsächlich sind die Misteln, von denen es viele Arten gibt, sehr interessante Pflanzen, deren Lebensweise einige Besonderheiten aufweist. So sind Misteln meist Halbschmarotzer, die auf anderen Pflanzen, vor allem Bäumen aufsitzen – und dadurch beim Kampf um das Licht Vorteile haben. Zudem beziehen sie aus den Wirtsbäumen das zum Wachsen und Stoffwechsel nötige Wasser. Fotosynthese können sie mit ihren grünen Blättern selbst betreiben. Durch den Wasserentzug können sie allerdings die von ihnen besiedelten Bäume beeinträchtigen.  Allerdings legen es Misteln nicht darauf an, ihren Wirt zu zerstören. Damit würden sie ja selbst ihre Lebensgrundlage vernichten, denn sie sind  auf den Wirtsbaum angewiesen. Bei uns gibt es drei Mistelarten: die Laubholzmistel, die Tannenmistel und die Kiefernmistel.

Im Kraichtal kommt vor allem die Weißbeerige Mistel vor. Sie gehört zu den Laubholzmisteln und besiedelt vor allem Pappeln, Weiden, Apfelbäume und viele andere Laubholzarten. Die weißbeerige Mistel blüht im Frühjahr –  und  rechtzeitig zum Advent erscheinen die weißen Beeren, die viele Samen enthalten. Die Beeren sind willkommene Nahrung für viele Vogelarten, die bei uns überwintern.

So hat die Misteldrossel ihren Namen erhalten, weil sie sich in den Wintermonaten überwiegend von den Mistelbeeren ernährt. Aber auch andere Drosselarten verschmähen das Angebot nicht. Dabei tragen diese Vögel wesentlich zur Verbreitung der Mistel bei. Da die Beeren sehr klebrig sind und sie diese Eigenschaft auch durch die Verdauung nicht verlieren, bleibt der Vogelkot auf Ästen und Zweigen dauerhaft kleben – und so können die im Kot enthaltenen Samen auskeimen und in die Wirtspflanze eindringen. Auch durch das Abstreifen der klebrigen Nahrungsreste vom Schnabel gelangen die Samen auf Zweige.  Denn die Samen benötigen keine Darmpassage zum Auskeimen.

Achtung! Verbrennungsgefahr! Riesen-Bärenklau

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Der Riesen-Bärenklau gehört zur Familie der Doldenblütengewächse und kann über 3 m hoch werden. -Er ist im Kraichtal recht selten anzutreffen. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Kaukasus und ist in Europa und Amerika zu einer invasiven Art geworden. 2006 wurde er zur  „Giftpflanze des Jahres“ ernannt, weil der Kontakt mit ihm zu schweren, verbrennungsähnlichen Verletzungen und anderen gesundheitlichen Schäden führen kann. In Europa wurde er eingeführt, weil ihm nachgesagt wurde, ein hervorragender Pollen- und Nektarlieferant für Honigbienen zu sein. Dies trifft allerdings – wie neuere Forschungen gezeigt haben – nicht zu. Auch die Hoffnung, dass man mit dieser Art Böschungen oder Gefällstrecken befestigen könnte, hat sich nicht bewahrheitet.

Die Blätter – hier ein Bild vom Mai – können mit dem Blattstiel zusammen eine Länge von 3 Metern erreichen.

Im Juni sind die Blätter schon ziemlich groß geworden. So kann die Pflanze dichte Bestände bilden und den Boden beschatten, dass keine anderen Pflanzen mehr wachsen können.

Die Pflanze enthält mehrere Substanzen, die im Zusammenhang mit Tageslicht zu schweren Verletzungen der Haut führen können. Deswegen sollte man im Umgang mit der Pflanze unbedingt Schutzkleidung – auch im Bereich des Gesichtes – tragen.

  Der Stängel hat „Besenstiel-Format“,  besitzt violette Flecken und Stacheln.  An der Basis kann er einen Durchmesser bis zu 10 cm haben.

Die Blütenknospe öffnet sich. Deutlich sind auch die großen Blattscheiden zu erkennen.

  

Im Umgang mit dem Riesen-Bärenklau sollte darauf geachtet werden, dass dies an einem eher trüben Tag geschieht. Bei intensiven Kontakten ist es auch möglich, dass die Giftstoffe die Schutzkleidung durchdringen. Die Folgen sind erheblich. Es kann zu einer blasenbildenden Dermatitis kommen, die Verbrennungen ersten bis zweiten Grades hervorrufen kann. Die Heilung ist schmerzhaft und meist sehr langwierig. Spuren dieser Verletzungen sind oft auch noch Jahre später sichtbar. Auf jeden Fall sollte man nach der Arbeit Kontakt mit Sonnenlicht oder starkem Kunstlicht vermeiden. Arbeitsgeräte sollten gründlich mit Spiritus gereinigt werden. Verwendete Gummi-Handschuhe sollte man nach dem Kontakt mit der Pflanze umstülpen und nicht mehr verwenden. Beim Arbeiten mit der Motorsense, dem Rasentrimmer oder beim Abhacken muss man daran denken, dass durch den – die Schutzkleidung durchdringenden – Pflanzensaft ebenfalls die angesprochenen Hautreaktionen ausgelöst werden können. Auch Einmal-Handschuhe bieten nur eingeschränkte Sicherheit. Innerhalb einer Stunde können die Giftstoffe die dünnen Handschuhe durchdringen. An heißen Tagen besteht die Gefahr, dass die giftigen Stoffe „ausgasen“  können. Der Aufenthalt in der Umgebung der Pflanze kann an solchen Tagen zu einer langwierigen, bis zu 3 Wochen andauernden aktuten Bronchitis führen. Weitere mögliche Folgen sind Fieber, Schweißausbrüche oder Kreislaufschocks. Beim Erscheinen von Haut- oder anderen Reaktionen nach dem Kontakt mit der Pflanze sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Schwarze oder Dunkle Königskerze

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Die Schwarze oder Dunkle Königskerze ist bei uns im Kraichtal häufig anzutreffen. Sie gehört zur artenreichen Familie der Braunwurzgewächse. Die Pflanze kann Wuchshöhen von 1,5 Meter erreichen. Im Gegensatz zu den anderen Königskerzen-Arten sind ihre Blätter kaum behaart und sehen deswegen  grün aus.

Man findet sie an Böschungen, Weg- und Ackerrändern, aber auch auf Schuttplätzen und Unkrautflächen.

Die leuchtend gelben Blütenblätter sind außen behaart. Die rotvioletten oder purpurvioletten Staubblätter weisen eine dichte wollige Behaarung auf.

Die schwarze Königskerze blüht von Mai bis zum Oktober.

Die Unterseiten der Blätter sind behaart, die Oberseiten nicht.

Der Stängel ist kantig und rot überlaufen.

Eine invasive Art: Drüsiges Springkraut

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Das drüsige Springkraut ist ein Beispiel dafür, wie eine Art, die ursprünglich aus Asien stammt, in Europa zunächst von England aus in vielen europäischen Ländern als Zierpflanze eingeführt wurde – und heute als invasive Art ganze Pflanzengesellschaften bei uns bedroht. Weil sie im indischen Subkontinent heimisch ist, wird die Pflanze auch  „Indisches Springkraut“ genannt.  Bei uns findet man es vor allem in feuchten, nährstoffreichen Wäldern oder entlang von Gewässern.

Die Pflanze kann schnell Wuchshöhen über 2 Meter erreichen und verdrängt damit die einheimischen Pflanzen. Die Blüten können von weiß bis rosa oder purpurrot variieren.

Da die großen Blüten stark duften und sowohl Nektar als auch süßen Pollen anbieten, werden sie vor allem von Bienen und Hummeln besucht.

Was den Blütenbesuch vor allem interessant macht, ist die Tatsache, dass das Drüsige Springkraut etwa 40x mehr Nektar anbietet, als  vergleichbare einheimische Pflanzen zur Verfügung stellen können. Dazu kommt noch ein hochwertiger, zuckerhaltiger Pollen.

Ein Blütenstand kann reife Früchte, voll entwickelte Blüten und gleichzeitig Knosten haben.

Hier sind die Kapselfrüchte sichtbar, von denen die beiden linken Früchte reif sein dürften. Durch kleinste Berührungen oder sogar durch Regentropfen springen die Früchte auf und schleudern die Samen wie kleine Schrotkugeln heraus. Dabei wird der Samen bis zu 7 m weit geschleudert. Bei der Freisetzung der Samen rollen sich die elastischen Seitenteile der Kapselfruch zurück. Eine einzige Pflanze kann mehrere Tausend Samen produzieren.  So erklärt sich auch, wie das Drüsige Springkraut ganze Flächen besiedeln kann.

Wie elastisch die Kapselwände sind, zeigt das Beispiel einer gerade aufgesprungenen Fruchtkapsel. Die Seitenteile sind eng  umschlungen und sehen wie kleine, ineinander verwickelte Schlangen aus

Neuere Forschungen sagen, dass die Pflanze zwar einheimische Pflanzen verdrängen kann – wie hier einen Bestand der Großen Brennnessel – , aber auch ökologisch als „Bienenweide“ von Bedeutung ist. Als natürliche Feinde des Springkrautes gelten die Schwarze Bohnenlaus und die Raupen des Mittleren Weinschwärmers, die alle heimischen Springkräuter als Futterpflanze für ihre Raupen nutzen.