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Eine hoch gefährliche Pflanze: Gewöhnlicher Stechapfel

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Der Gewöhnliche oder Weiße Stechapfel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Er stammt eigentlich aus Nord- und Mittelamerike und wurde in Europa eingeschleppt. Manche Wissenschaftler vermuten seine eigentliche Herkunft aus Asien (Indien).  Tatsächlich gibt es in Europa mehrere Stechapfel-Arten. Bei uns im Kraichtal kommt der „Gewöhnliche Stechapfel“ vor und man kann ihn von Juni bis weit in den Herbst hinein blühend antreffen. Er kann sowohl inmitten von Kulturpflanzen auftreten, aber auch in Unkrautfluren und Ödland. Manchmal erscheint er auch in Gärten, wohin er meist mit verunreinigter Gartenerde gelangen kann. Die Pflanze hat eine lange Vergangenheit als Heilpflanze, aber auch als Rauschdroge, welche oft bei rituellen Handlungen verwendet wurde. Als Heilpflanze hat sie bei uns ihre Bedeutung verloren, weil ihre Heilwirkung umstritten – und ihre Giftigkeit zu gefährlich ist.Er wurde lange wegen seiner schönen Blüten als Zierpflanze in Gärten gepflegt; wegen seiner enormen Giftigkeit der Pflanze geschieht dies heute kaum noch. Tatsächlich ist der Stechapfel in all seinen Teilen hoch giftig! Einen besonders hohen Giftgehalt weisen die Wurzeln und Samen auf. Bereits Mengen ab 0,3 g können schwere Giftwirkungen hervorrufen. Deswegen sollte die Pflanze auf keinen Fall in Gärten gepflegt werden, wo Kinder unterwegs sind. Denn für Kinder reichen schon sehr geringe Mengen, um eine schwere und lebensbedrohende Vergiftung hervorzurufen!!!Die Blüte sieht von hinten wie eine Schiffsschraube aus. Tatsächlich ist sie morgens noch geschlossen. Gegen Mittag beginnt sie sich dann zu öffnen. Nachts ist sie geöffnet und verströmt einen süßlichen Duft, der Nachtschmetterlinge anlockt. Diese bestäuben dann den Stechapfel. Morgens schließt sie sich dann wieder.Wenn nach der Bestäubung der Blüte die Blütenblätter abfallen, zeigt sich schon der Ansatz der Kapselfrucht. Eine Stechapfelpflanze kann bis zu 2m hoch werden. Dann bildet sie viele Fruchtkapseln aus, von denen jede mehrere Hundert Samen enthalten kann.  Bei dieser Fruchtkapsel ist schon eine der Nähte sichtbar, wo sich die Kapsel öffnen wird.Eine noch unreife stachelige Kapselfrucht des Stechapfels. Bei der Reife platzt die Fruchtkapsel an einer Naht auf und die schwarzen Samen werden sichtbar. Diese Kapsel ist schon weiter geöffnet – und die schwarzen Samen sind sichtbar. Wie man erkennen kann, hat sich auch die zweite Naht, die Quernat in der Mitte der Kapsel geöffnet Wenn sich beide Nähte weiter öffnen, werden die Samen bei jeder Bewegung ausgestreut. Diese sind – wie schon erwähnt -wie die Wurzel hoch giftig! Ihr Genuss kann Sinnestäuschungen, Bewusstseinstrübungen, Übelkeit, hohen Puls, Sehstörungen und Atemlähmungen hervorrufen. Der Verzehr kann lebensbedrohlich sein! Bei Vergiftungen sollte schnellstmöglichst ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden!Es hat sich gezeigt, dass bei der Einnahme der verschiedensten Pflanzenteile schwere Halluzinationen, z.B. „Horror-Trips“und „Angstzustände“ auftreten können, die aber im Gegensatz zu manchen synthetischen Drogen oft sehr lange andauern. Schon deswegen sollte sich das „Ausprobieren“ eigentlich verbieten. Gleiches gilt für die Engelstrompete, die zur gleichen Pflanzenfamilie gehört und ebenfalls hoch giftig ist!

Übrigens: Beim Entfernen der Pflanze sollte man Handschuhe tragen, da schon die Berührung Allergien auslösen kann!

Gewöhnlicher Froschlöffel

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Der Gewöhnliche Froschlöffel kommt im Kraichtal recht selten vor. Er gehört zur Familie der Froschlöffelgewächse. In Feuchtgebieten ist die Pflanze allerdings weit verbreitet. Der Froschlöffel kann fast einen Meter hoch werden und einen kräftigen Stängel entwickeln. Dabei kann er sowohl untergetaucht als auch vollständig Land wachsen.Wächst er im Wasser, dann bildet er Blätter unterhalb und oberhalb der Wasseroberfläche aus. Die Blattarten  unterscheiden sich im Aussehen. Untergetauchte Blätter sind oft schmal und bandartig, die „Luftblätter haben dagegen  eine breite Blattspreite.Die „Luftblätter“, das sind die Blätter, welche aus dem Wasser ragen, haben eine löffelartige Form. Die Pflanze wächst da, wo es auch Frösche hat. Und schon ist der Name der „Froschlöffel“ erklärt. Innerhalb der Familie der Froschlöffelgewächse gibt es mehrere Arten und Mischformen.Der kräftige Stiel, welcher die pyramidenförmig angeordneten Blütenstände trägt, ist blattlos und zeigt lediglich jeweils kurze Tragblätter unter den Blütenständen. Die Blüten öffnen sich meist  erst am Nachmittag. Die Blüten sind weißlich bis rosafarben. Der Gemeine Froschlöffel wächst an Ufern, in Gräben, Sümpfem und in Teichen. Er ist für den Menschen nur schwach giftig, für Weidetiere kann er aber tödlich giftig sein.

Sichelblättriges Hasenohr

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Das Sichelblättrige Hasenohr kommt im Kraichtal nur an wenigen Standorten vor. Es ist bei uns recht selten. Den Namen hat es wegen seinen gebogenen „sichelförmigen“ Blättern, die tatsächlich in ihrer Form an Hasenohren erinnern, erhalten. Die Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütengewächse. Sie kann mehr als einen Meter hoch werden. Die Blüten sind goldgelb gefärbt. Deutlich sind hier die sichelförmig gebogenen Blätter zu sehen, die an „Hasenohren“ erinnern.Die Blüten werden von zahlreichen Insekten wie Bienen, Fliegen, Wespen  und Käfern bestäubt. Im Kraichtal kann man sie von Juli bis in den Oktober hinein blühen sehen. Es wächst an Hecken-, Busch- und Waldrändern und liebt kalkreiche Lehm- oder Lößboden.Ein „typischer“ Standort: Der Rand einer Hecke entlang eines Weges bei einer Streuobstwiese im Kraichtal.Das Sichelförmige Hasenohr bildet hier mit zahlreichen anderen Pflanzen ein dichtes Pflanzengewirr.

Rainfarn

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Er heißt zwar „Rainfarn“, ist aber keine Farnpflanze sondern er gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Den Namen hat er aber wegen seiner Blätter, die wie  Farnblätter aussehen,  erhalten . Der Rainfarn ist eine kräftige, ausdauernde Pflanze, die mehr als einen Meter hoch werden kann. Bei uns im Kraichtal ist er seit ein paar Jahren recht häufig anzutreffen. Man findet ihn an Wegrändern, an Bahndämmen, aber auch auf Schuttplätzen, Unkrautfluren und Ödflächen. Der Rainfarn hat einen Blütenstand, der aus vielen einzelnen Blütenständen – den gelben Blütenkörbchen –  besteht. Diese haben etwa einen Durchmesser von jeweils 1 cm und sind 5 bis 6 mm hoch. Wegen der knopfartigen Form dieser einzelnen Blütenstände wird er in manchen Gegenden auch  „Westenknöpfle“ genannt.Der Rainfarn ist ein ausgesprochener Sonnenspezialist. Deswegen stellt er seine Blätter im vollen Sonnenlicht senkrecht nach Süden; somit vermeidet er eine Überhitzung der Blätter. Pflanzen mit solchem Verhalten nennt man „Kompasspflanzen“, da die Blätter nur mit den Blattkanten dem vollen Sonnenlicht ausgesetzt sind, wenn die Sonne zur Mittagszeit im Süden steht.Wie bei vielen Pflanzen im Kraichtal sind alle Teile des Rainfarns giftig.  Da er viele ätherische Öle (unter anderem Campfer) enthält, hat er eine Bedeutung als Duftpflanze, aber auch in der Pflanzenheilkunde findet er Verwendung. Für manche Menschen wirkt der Geruch anziehend, viele finden ihn aber abstoßend. Die Blätter und Blüten enthalten insektenabweisende Wirkstoffe. Daneben kann Rainfarn auf der Haut Kontaktallergien auslösen. Eine weitere Verwendung findet der Rainfarn als Färbepflanze. Bei entsprechender Behandlung werden dunkelgelbe oder dunkelgrüne Farben erzeugt.

Eine typische Orchidee im Kraichtal: Breitblättrige Stendelwurz

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Die Breitblättrige Stendelwurz gibt es bei uns im Kraichtal noch an vielen Standorten, weil sie hier das findet, was sie braucht: Kalkhaltige Böden und lichte Wälder.  Denn sie liebt halbschattige Standorte, wie sie in Wäldern und Gehölzen häufig  sind. Sie dürfte die am häufigsten vorkommende Orchidee im Kraichtal sein. So wächst sie an Waldrändern, entlang von Waldwegen, auf  Lichtungen, an Heckenrändern oder auch in Hohlwegen.  Allerdings ist auch sie in den letzten Jahren im Kraichtal in ihrem Bestand seltener geworden. Obwohl sie bei uns aber noch nicht gefährdet scheint, steht sie wie alle Orchideenarten unter Naturschutz. Sie kann recht hoch und dabei manchmal sogar bis 1 m groß werden. Ihre Blätter können bis 10 cm breit werden (Name!). Je nach Witterung kann man die Triebe der Breitblättrigen Stendelwurz zwar schon im Mai sehen,aber sie blüht bei uns normalerweise erst ab Ende Juni bis Anfang August.Die wunderschönen Blüten sehen so aus, wie man sich Orchiddenblüten vorstellt.  Bei der Breitblättrigen Stendelwurz sind sie grünlich bis leicht weiß-rosa. Die Blütenfarbe kann allerdings variieren. Der Blütenstand der Orchidee öffnet sich – wie dies bei vielen Orchideenarten der Fall ist – von unten nach oben.  Wenn auch die oberste Blüte des Blütenstandes geöffnet ist, befindet sich die Orchidee in „Vollblüte“.Hier sieht man den Blütenstand der Orchidee, an welchem fast alle Blüten – nur die oberste Blüte ist noch geschlossen – geöffnet sind. Bestäubt wird die Breitblättrige Stendelwurz von verschiedenen Bienenarten und auch von Fliegen. Die meisten der bestäubenden Insekten bekommen beim Verlassen der Blüte ein Pollenpaket an den Kopf geklebt, das sie beim nächsten Besuch einer anderen Blüte wieder loswerden können. Blütenbesuchende Wespen sind nicht an der Bestäubung beteiligt.Von der Breitblättrigen Stendelwurz gibt es zahlreiche Unterarten. Hier sind nochmals deutlich ihre breiten Laubblätter zu sehen. Die Blütenfarben unterscheiden sich oft in der Farbigkeit und der Intensität der Färbung.Wenn die Blüten bestäubt sind, reifen die Kapselfrüchte heran. Sind sie getrocknet, öffnen sie sich und geben eine große Menge winziger Samenkörnchen frei (pro Fruchtkapsel bis zu 10.000 Samen). Diese werden vom Wind über große Entfernungen verblasen, wobei sogar mehrere Kilometer erreicht werden können. Hier ein typischer Standort am Rande eines befestigten Wirtschaftsweges in einem Wald.

Eine Orchidee, die nach Bock riecht: Bocksriemenzunge

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Sie ist sehr selten – und natürlich streng geschützt: die Bocksriemenzunge, eine Pflanze aus der Familie der Orchideen. Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Funde dieser sehr schönen und großen Orchidee im Kraichtal. In diesem Jahr ist sie bei uns an vielen Stellen aufgetaucht.

Ende April: Der Regen und das warme Wetter zeigen Wirkung. Auf einer Wiese erscheinen zwei Bocksriemenzungen. Aus den Blättern schiebt sich der Stängel, mit den Hüllblättern um den Blütenstand. Es scheint ein kräftiges Exemplar zu geben. Unmittelbar dahinter erscheint eine zweite Bocksriemenzunge.

2. Mai 2019: Eine Bocksriemenzunge an einem Wegrain. Bocksriemenzungen mögen lockere, kalkhaltige Lehmböden. Im Kraichtal findet man sie in Trocken- und Magerrasen, Streuobstwiesen und aufgelassenen Weinbergen, wo die Böden einen geringen Stickstoffanteil haben. Sie liebt abfallende Hänge in Richtung Süden, Osten oder Westen. Diese Bocksriemenzunge hat gerade zu blühen begonnen. Wie die meisten Orchideen öffnen sich die unteren Blüten des Blütenstandes zuerst. Es dauert mehrere Tage, manchmal sogar mehr als 2 Wochen,  bis die Pflanze in Vollblüte steht; das heißt, dass alle Blüten des Blütenstandes geöffnet sind. Große Exemplare können über einen Meter hoch werden und mehr als 100 Blüten ausbilden.So sehen die Blüten der Bocksriemzunge aus. Sie hat ihren Namen „Riemenzunge“ wegen der riemenartigen Lappen, die wie eine Zunge aussehen und mehrere Zentimeter lang werden können. In der geschlossenen Blüte ist der mittlere Lappen gefaltet und aufgerollt. Beim Öffnen der Blüte entrollt er sich und kann sich auch verdrehen. Den Namen „Bocksriemenzunge“ hat sie zum einen wegen der riemenartigen und zungenförmigen Lappen erhalten, zum anderen aber wegen des Geruchs der Blüten, die tatsächlich stark nach Ziegenbock riechen.Es ist Anfang Juni. Die Bocksriemenzunge blüht jetzt schon einen Monat und steht jetzt nach 4 Wochen in Vollblüte; d.h., dass alle Blüten des Blütenstandes geöffnet sind. Wie abzusehen war, ist die Orchidee ein mächtiges Exemplar geworden. Die Blütezeit reicht – je nach Witterung – von Anfang Mai bis Mitte/Ende Juni. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch Wildbienen. Bocksriemenzungen sind keine langlebigen Pflanzen. Ihre Knollen, mit deren Hilfe sie überwintern und im nächsten Jahr neu austreiben können, ermöglichen der Pflanze eine Lebensdauer von maximal 4 Jahren. Dann sind die Energiereserven der Knollen aufgebraucht – und die Orchidee stirbt ab. Deswegen kann es sein, dass die Bocksriemenzunge in den folgenden Jahren an dieser Stelle wieder verschwindet. Da die Fruchtreife erst Ende Juli/Anfang August erfolgt, muss sie eigentlich bis zu diesem Zeitpunkt stehen bleiben, damit sie ihre Samen ausstreuen kann. Diese können allerdings nur dann auskeimen, wenn ein bestimmter Bodenpilz vorhanden ist. Eine Orchidee auszugraben, um sie im eigenen Garten anzusiedeln, ist deswegen sinnlos – und zudem streng verboten, da bei uns alle Orchideen unter Naturschutz stehen.12. Juli 2019: Die Bocksriemenzungen der Wiese (siehe erstes Bild des Beitrags) sind verblüht; jetzt reifen die Früchte  in den einzelnen Blüten. Bei dieser Gelegenheit möchte ich ein großes Lob für die Besitzer dieser Wiese und einiger anderen Wiesen- und Weideflächen im Kraichtal aussprechen. Die extensiv bewirtschafteten Wiesen wurden zwar gemäht, doch die Orchideen durften stehen bleiben und stehen auch noch heute (12. Juli 2019).  So können die Orchideen in Ruhe ihre Samen ausstreuen. Das ist ein echter Beitrag zum Erhalt dieser seltenen und geschützten Art!  DANKE!!!  Auch die Gemeinde hat auf den Hinweis reagiert und die Böschung, auf welcher die abgebildete Orchidee steht, ebenfalls nicht gemäht!Eine andere Wiese an einem Hang mit einem großen Vorkommen der Bocksriemenzunge wurde erst gar nicht gemäht; Ab Anfang August wird sie als Viehweide genutzt werden. Auch hier haben die Bocksriemenzungen die Möglichkeit, ihre Samen auszustreuen. Will man die Orchideen erhalten, muss man mähen oder die entsprechenden Flächen beweiden. Der Zeitpunkt ist wichtig! Und in diesem Jahr ist Anfang/Mitte August sicher der ideale Zeitpunkt. Und was ist aus der abgebildeten großen Bocksriemenzunge am Wegrain geworden?12. Juli 2019: Die Bocksriemenzunge am Wegrain steht ebenfalls noch! Inzwischen ist sie verblüht und ihre Blätter sind verwelkt. Aber auch hier reifen jetzt die Samen heran und sorgen dafür, dass uns diese schöne und seltene Orchidee vielleicht im Kraichtal erhalten bleibt. Auch hier hat die Gemeinde, welche für die Pflege des Wegrains zuständig ist,  die Mahd des gesamten Wegrains auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auch hier ein DANKE !!! an das Umweltamt und den Bauhof der Gemeinde Kraichtal.Die Blätter sind verwelkt, die Blüten haben sich braun verfärbt; doch die Samen reifen heran und können verbreitet werden. Die Samen sind wie bei vielen anderen Orchideen „Körnchenflieger“. Sie wiegen weniger als 0,1 mg und können daher weit fliegen. Und nur, wenn sie auf einen geeigneten Bodenpilz treffen, werden sie auskeimen. Bleibt  zu hoffen, dass diese tolle Orchidee bei uns im Kraichtal bleiben wird ….

 

Sie ist in der „Vergiftungs-Rangliste“ weit oben: Die Schwarze Tollkirsche

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Die Schwarze Tollkirsche gehört  zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Sie liebt kalkhaltige Böden und kommt deswegen auch  im Kraichtal  vor. Man findet sie in Kahlschlägen, entlang von Waldwegen oder auf Lichtungen. Die Tollkirsche ist ein sommergrünes Kraut mit großen Blättern und vielen Verzweigungen. Sie kann bei guten Standortbedingungen Höhen von bis zu 2 m erreichen.  Um sie ranken sich viele Mythen: Sie galt als alte Zauberpflanze, da mit ihr „Erregungszustände“ („Raserei“, „Tollwut“) ausgelöst werden konnten. Daher auch ihr Name „Tollkirsche“. Vor allem ihre Beeren sind hochgiftig.  Auch heute noch findet sie in der Medizin Verwendung.Die Aufnahme von Mitte Juni (14.06.2019)  zeigt eine blühende Tollkirsche im Wald. Jeder Zweig trägt mehrere glockenförmige Blüten, die vor allem von Hummeln und Bienen besucht werden.Wenn eine Blüte bestäubt ist, beginnt sie schnell zu welken und fällt ab. Dann zeigt sich im sternförmigen  Kelch bereits die grüne Beere der Tollkirsche.  In der oberen Hälfte des Bildes sieht man eine unbestäubte Blüte und daneben schon eine grüne  – noch unreife – Beere im sternförmigen Kelch. Ab Juli sind an der gesamten Pflanze Blüten, unreife Beeren und reife Beeren zu sehen.  Typisch ist der sternförmige Kelch, der sichtbar wird, wenn die glockenförmige Blüte abgefallen ist. Bei der Reife färben sich die Beeren schwarz. Auf diesem Bild vom Juli 2016 sind eine reife Beere und einige unreife Beeren der Tollkirsche zu sehen. Die schwarz glänzenden Beeren ähneln von der Form und Farbe her einer Kirsche. Deswegen ist sie vor allem für Kinder – aber auch für manche Erwachsene verlockend. Bedrohlich wird die Sache vor allem aber dadurch, dass an einer Pflanze meist sehr viele reife Früchte vorhanden sind.  Und deren Giftwirkung ist enorm: Sie enthalten tatsächlich einen Gift-Cocktail mit einigen hochgiftigen Substanzen. Man denkt, dass bei Kindern der Verzehr von 3-4 Beeren zu einer Vergiftung führt, die, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich enden kann. Für Erwachsene beträgt diese Dosis 10-12 Beeren. In den Gift-Notruf-Zentralen nehmen Meldungen von Vergiftungen mit den Beeren der Schwarzen Tollkirsche tatsächlich einen Spitzenplatz ein.

Woher die Schwarze Tollkirsche ihren wissenschaftlichen Namen hat:

Auch ihr wissenschaftlicher Name Atropa belladonnagibt einen deutlichen Hinweis auf ihre Gefährlichkeit :   „Atropin“   ist eines der Gifte, welches in den Beeren der Schwarzen Tollkirsche enthalten ist.  „Atropos“ ist in der griechischen Mythologie eine der drei „Schicksalsgöttinen“, welche die Aufgabe haben, den Lauf des Lebens zu bestimmen. Während eine davon den Lebensfaden spinnt und die zweite die Länge des Lebensfadens bemisst, fällt der Göttin „Atropos“ die Aufgabe zu, den Lebensfaden zu zerschneiden. Das giechische Wort „artropos“ bedeutet „unabwendbar“.

Der Zusatz „Bella donna“ heißt eigentlich „Schöne Frau“. Vor einiger Zeit entsprach es dem Schönheits-Ideal, wenn Frauen große Pupillen hatten. Durch den Genuss einiger Beeren der Schwarzen Tollkirsche konnte man diesen Effekt erreichen.

Also Vorsicht: Schon in wenigen Tagen kann man in unseren Wäldern wieder reife Beeren der Schwarzen Tollkirsche antreffen. Da es im Kraichtal aber mehrere Giftpflanzen gibt, sollte in der Gegenwart von Kindern generell darauf verzichtet werden, Früchte und Beeren – also auch essbare wie Himbeeren, Wald-Erdbeeren oder Brombeeren –  im Wald zu essen. Wenn man dies tun will, kann man sie ja sammeln und mitnehmen. Und wie immer gilt: Was man nicht genau kennt, sollte man stehen lassen!

Eine besondere Schönheit im Kraichtal: Der Große Ehrenpreis

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Der Große Ehrenpreis gehört zur artenreichen Pflanzenfamilie der Braunwurzgewächse und ist im Kraichtal überall dort anzutreffen, wo es trockene, warme Lehmböden gibt. Man kann ihn entlang von Wegrainen, auf Halbtrockenrasen und in sonnigen Hecken finden. Er kann recht groß werden. Seine vielblütigen Blütenstände tragen Blüten, die ein intensives Azur- oder Himmelblau aufweisen. Die Nerven der Blütenblätter sind dunkel gefärbt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Ehrenpreis-Arten.Wie bei vielen Blütenpflanzen blühen auch hier die Blütenstände von unten nach oben auf.Den Großen Ehrenpreis kann man auch in einer Wiese kaum übersehen, da er bis zu 1 m groß werden kann.Die Blätter sitzen direkt am Stängel und haben keinen oder nur einen sehr kurzen Stiel. Der Blattrand ist „gesägt“. Der Große Ehrenpreis blüht bei uns im Kraichtal von Mai bis Ende Juli.

Es ist immer wieder verblüffend: Die Bestäubung des Wiesensalbeis

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Es ist Ende April. An Wegrändern und Magerwiesen taucht jetzt die Farbe blau-lila auf. Es ist der Wiesensalbei, der zur Familie der Lippenblütengewächse gehört. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal dieser Pflanzenfamilie ist der Bau der Blüte. Die Blütenblätter, die aus dem Kelch hervorragen, sind miteinander verwachsen. Dabei bilden sie eine Ober- und Unterlippe aus. Die Blütenkronröhre sieht also von der Seite wie ein geöffneter Mund aus. Deswegen hat die Familie den Namen „Lippenblütler“ erhalten. Weitere Merkmale dieser Familie sind die kreuzweise gegenständigen Blätter und der vierkantige Stängel.  Bis weit in den Hochsommer hinein bildet der Wiesensalbei auf geeigneten Flächen große Bestände aus.Die Blüten sind rings um den kantigen Stängel herum angeordnet. Die Blüten öffnen sich nicht gleichzeitig. Während einige der Blüten noch geschlossen sind, kann man erkennen, dass andere Blüten schon welken. Die Blüten des Wiesensalbeis sind sehr begehrt, denn sie enthalten viel Nektar, aber nicht sehr viel Pollen. Es gibt aber ein Problem: Der Nektar befindet sich ganz am Grunde der Blütenkronröhre und kann von Insekten, die keinen langen Rüssel haben, nicht erreicht werden. Deswegen sieht man beim Wiesensalbei in erster Linie Hummeln, aber auch Schmetterlinge, die mit ihrem langen Rüssel an die Nektar-Vorräte herankommen können. Die fadenartigen Gebilde, welche aus den Oberlippen der einzelnen Blüten herausragen, sind die Narben, also ein Teil der weiblichen Blütenorgane. Wenn die Narben mit Pollen in Berührung kommen, dann ist die Blüte bestäubt. Um das auch möglichst gut zu erreichen, hat sich die Natur etwas einfallen lassen: Viele Lippenblütler  haben 4 Staubblätter die jeweils die Staubbeutel tragen. In ihnen reifen die männlichen Geschlechtszellen, die Pollenkörner heran. Normalerweise befinden sich alle Staubblätter in der löffelartig gewölbten Oberlippe. Beim Wiesensalbei ist dies etwas anders: In der Oberlippe jeder Blüte befinden sich nur noch 2 Staubblätter mit den Staubbeuteln, die den reifen Pollen ausstreuen. Die anderen beiden Staubbeutel wurden zu beweglichen „Klappen“ umgewandelt und verschließen den Eingang zur Blütenkronröhre. In ihnen reift kein Pollen mehr heran. Trotzdem tragen sie einen wichtigen Teil zur erfolgreichen Bestäubung der Blüte bei. Sie sind mit den beiden Staubblättern in der Oberlippe verbunden – und bilden so eine Art „Klapp-Mechanismus“ wie bei einer Schranke. Auf der  Blüte rechts oben und den Blüten auf der linken Seite kann man jweils die beiden weißlich-hellblauen Klappen am Eingang der Blütenkronröhre sehen.

Die folgenden Bilder zeigen, was geschieht, wenn eine Hummel an die Nektar-Vorräte des Wiesensalbeis kommen will: Nachdem sie auf der Blüte gelandet ist, schiebt die „Dunkle Erdhummel“ ihren Rüssel soweit wie es geht in den  Eingang der Blütenkronröhre hinein …Dadurch werden die beiden Klappen nach hinten gedrückt – und schon bewegen sich die beiden Staubblätter wie eine Schranke aus der Oberlippe nach unten. Rechts oben werden die beiden Staubblätter sichtbar, wie sie aus der Oberlippe auftauchen. Am Ende der Staubblätter befinden sich die Staubbeutel, in denen die reifen Pollenkörner lagern. Je weiter sie mit ihrem Rüssel eindringt, desto tiefer klappen die beiden Staubblätter nach unten. Jetzt ist sie mit ihrem Rüssel am Grund der Blütenkronröhre angekommen. Die beiden Staubbeutel liegen jetzt auf ihrem Rücken und laden bei jeder Bewegung der Hummel den Blütenstaub  auf ihrem Rücken ab. Sobald sie den Rüssel aus der Blüte zieht, klappen die Staubblätter wieder nach oben. Auf den Beinen kann man übrigens die weißlich-gelben Pollenkörner sehen, die es beim Wiesensalbei gibt. Der Wiesensalbei gibt seinen Pollenvorrat aber in Portionen ab – und ermöglicht dadurch mehrere erfolgreiche Blütenbesuche, wie dies bei der „Dunklen Erdhummel“  der Fall war. Sowohl beim Wegfliegen als auch beim Anflug auf der nächsten Blüte streift sie mit ihrem Rücken an der Narbe vorbei, an welcher die mitgebrachten Pollenkörner kleben bleiben. Diese Blüte des Wiesensalbeis ist bestäubt. Allerdings schaffen es auch Honigbienen, an die Nektar-Vorräte heranzukommen. Sie beißen sich durch den Kelch direkt zu den Nektarvorräten und tragen diese fort, ohne, dass die Bestäubung erfolgt.

Gewöhnlicher Löwenzahn

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Der Gewöhnliche Löwenzahn ist eine artenreiche Pflanzengruppe, die zur Familie der Korbblütengewächse gehört.  Der „Löwenzahn“, wie alle ähnlichen Pflanzen dieser Gruppe bezeichnet werden, ist – neben dem „Gänseblümchen“ – wahrscheinlich unsere bekannteste Blütenpflanze. Sie dominiert mit ihrer gelben Blütenpracht die Wiesen und Wegränder im Frühling. Sie liebt nährstoffreiche Böden. Man kann den Löwenzahn aber auch auf Unkrautflächen, Mauerritzen oder auf Gehwegen finden. Obwohl er oft wegen seines massenhaften Vorkommens in unseren Hausgärten massiv bekämpft wird, hat er in manchen Regionen eine große Bedeutung als Nahrungs- und Genussmittel. Aber auch in der Medizin, Volksheilkunde und Homöopathie spielte und spielt er eine bedeutende Rolle.Eine Wiese im April. Hier hat der Löwenzahn große Bestände gebildet. Offenbar wurde die Wiese bisher noch nicht gemäht. Deswegen sind die  Blütenstiele recht lang.Am Rand einer Böschung, die häufig gemäht wird, bildet der Löwenzahn nur ganz kurze Triebe aus, wie dies auch in den Rasenflächen der Hausgärten der Fall ist. Die Blütenstiele liegen oft am Boden an und überstehen dadurch das Mähen.Diese kräftige Pflanze hat am Rande eines Ackers die Bodenbearbeitung überlebt. Man sieht ihr an, dass der Boden gut mit Nährstoffen versorgt ist. Hier kann man auch erkennen, woher der Löwenzahn seinen Namen bekommen hat. Die gezahnten Blätter wurden mit dem Gebiss eines Löwen in Verbindung gebracht. Junge Blätter werden auch in manchen Gegenden als Gemüse oder Salat verwendet.  Dies kann allerdings Folgen haben: Wegen der harntreibenden und leicht abführenden Inhaltsstoffe des Löwenzahns hat er im Volksmund auch die entsprechenden Namen erhalten : „Bettnässer“ oder „Bettschisser“ und viele andere mehr. Weil der Löwenzahn viele Bitterstoffe enthält, werden inzwischen auch einige kultivierte Löwenzahn-Züchtungen zur Verwendung angeboten.Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal des Löwenzahns ist der hohle Stiel des Blütenstandes. Bei vielen ähnlichen Verwandten ist der Stängel nicht hohl. Der Löwenzahn wird auch als „Kuhblume“ oder bei uns im Kraichtal als „Milchbusch“ bezeichnet, weil er einen weißen, milchartigen Saft enthält. Hier sieht man, wie der weiße Milchsaft aus dem abgetrennten Blütenstiel quillt. In der Volksheilkunde wird dieser auch als Mittel gegen Warzen und Hühneraugen empfohlen. Was wie eine Blüte aussieht, ist keine Blüte – sondern eigentlich eine Ansammlung von ganz vielen Einzelblüten. Die gelben, leicht gezähnten,  zungenförmigen Blütenblätter  am Rand des Blütenstandes verstärken nur die Lockwirkung der vielen Blüten für mögliche bestäubende Insekten.Alle Korbblütengewächse bilden ein tellerartig vertieftes Körbchen aus,  in welchem sich die vielen Einzelblüten befinden. Durch die vielen Hüllblätter wirkt der gesamte Blütenstand wie ein Korb, aus dem dann die Blütenblätter hervorragen. Während der Nacht und bei Regen sind die Blütenstände während der mehrere Tage andauernden Blütezeit geschlossen. Morgens öffnen sie sich dann wieder.Der Löwenzahn spielt als „Bienenweide“ eine sehr große Rolle, weil er relativ früh im Jahr in großen Mengen vorkommt. Seine Blüten locken zahlreiche  Insekten an: Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, aber auch viele Käferarten profitieren vom reichen Nektar- und Pollenangebot. Die einzelnen Blüten reifen von außen nach innen. Bei dieser Biene ist auch das gelbe Pollenpaket an den Hinterbeinen sichtbar.Auf dem Bild ist gerade ein Trauer-Rosenkäfer, der besonders gern die Blütenstände von Korbblütengewächsen besucht, dabei, an die Nektar-Vorräte der vielen Blüten zu kommen. Meist beschäftigen sich die Käfer minutenlang an einem Blütenstand, den sie dann mit deutlich sichtbaren Spuren verlassen.Gegen Ende der Blütezeit verfärben sich die zahlreichen Hüllblätter braun. Dann schließt sich der Blütenstand und die getrockneten Blütenblätter fallen ab.

Ein reifer Löwenzahn; jetzt nennt man ihn „Pusteblume“. Die Flugfrüchte warten nun auf Wind

Die gelben Blütenblätter sind abgefallen, die Kelchblätter nach unten geklappt. Der Blütenboden des „Körbchens“ ist leicht nach oben gewellt. Die reifen Flugfrüchte bilden jetzt eine weiße Kugel.Jede Frucht hat ihren eigenen „Fallschirm“. Die Früchte besitzen zahlreiche Häkchen. Hier die Früchte des Löwenzahns in Vergroßerung. Deutlich sichtbar sind die Stellen, an denen kurz zuvor noch andere Früchte mit ihren Fallschirmchen gestanden haben.