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Novembertag im Kraichtal

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Nicht nur die Flora und Fauna im Kraichtal sind bemerkenswert; auch die Landschaft hat – wie einige Beiträge im Blog aufzeigen – einiges zu bieten. Von vielen Punkten aus kann man die Natur in dieser tollen Landschaft genießen. Es lohnt sich, innezuhalten und sich auch einmal die Zeit zu nehmen, um genauer hinzuschauen. In diesem Jahr bietet auch der November bisher – nach einem „Goldenen Oktober“  – weitere  „sonnige und spätherbstliche Momente“   im Kraichtal:

Tolle Aussichten

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Tolle Aussichten sind nicht vom Wetter abhängig, wie das Titelbild des Beitrages beweist. Hier hat sich gerade ein kurzes Sommergewitter über der Ravensburg in Sulzfeld ausgetobt. Soeben hat es die Sonne  wieder durch die Wolken geschafft. Die regennassen Straßen glänzen im Sonnenlicht. Das Foto entstand oberhalb von Bahnbrücken. Ich finde, dass dies ein spektakulärer Moment war. Allerdings wurde es dann auch in Bahnbrücken recht ungemütlich. Das Gewitter mit Starkregen war schneller da als vermutet (Entfernung Bahnbrücken-Ravensburg bei Sulzfeld ca. 5 km Luftlinie)

Das Kraichtal ist ein toller und sehenswerter Teil des Kraichgaus, umgeben von weiteren spektalulären Landschaften. Nicht ohne Grund wird der Kraichgau – und damit auch das Kraichtal – als „Land der 1000 Hügel“ oder als die „Badische Toskana“ bezeichnet. Zwischen den zahlreichen Hügeln finden sich die Dörfer – und rings um die Dörfer verlaufen noch teilweise Streuobstwiesen und breite Heckenstreifen. Blick vom Kraichtal nach Norden. Am Horizont sind an manchen Tagen die ersten Berge des Odenwaldes zu sehen.

Ein Blick nach Norden von Oberacker aus: Die Fernmelde-, Funk- und Fernsehtürme auf dem Königsstuhl bei Heidelberg

Fernmeldeturm der Telekom, Fernsehturm des SWR und ehemaliger Fernmeldeturm der US-Armee (dieser wurde 2007 stillgelegt und an das Land Baden-Württemberg zurückgegeben; heute zivile Nutzung, bestückt mit zahlreichen Antennen)

Das Kraichtal ist mit seinen Lößböden ein sehr fruchtbares Land. Wo es das Geländeprofil hergibt, wird Ackerbau und Landwirtschaft betrieben. Auf diesem Bild wird der Verlauf des Geländes besonders deutlich. Oft gibt es innerhalb eines Feldes mehrere Meter Höhenunterschied.

Der Blick nach Osten zeigt schon die ersten Erhebungen des Zabergäus. Was das Kraichtal interessant macht, sind die ständig wechselnden Horizontverläufe, die teilweise atemberaubenden Ausblicke – aber auch die Möglichkeit, sich an vielen Stellen auf bequemen Bänken auszuruhen und diese Aussichten  zu genießen.

Im Süden Kraichtals steht diese Bank, die einen tollen Blick auf das Hügelland und die ersten Ausläufer des Nordschwarzwaldes bietet. Darüber hinaus könnte sie sicher viel erzählen …

Liebe in Holz geschnitten.

Wenn im Nordschwarzwald der erste Schnee gefallen ist, kann man es von hier aus sehen …

Und nun bleibt noch der Blick nach Westen hinüber in die Rheinebene. Meist ist es dort sehr dunstig. Doch bei einigermaßen gutem Wetter reicht die Sicht schon einige Kilometer weit.

Ein Blick von einer Anhöhe oberhalb von Kraichtal in der Nähe des Flugplatzes der Gleitschirmflieger nach Westen hinüber in die Rheinebene. Vorn erkennt man die Kirche von Unteröwisheim – und am Horizont wird im Dunst ein Gebäude mit vier Türmen sichtbar …..

Rechts befindet sich die evangelische Kirche von Unteröwisheim, links der Speyerer Dom.  Datum der Aufnahme: 08.11.2018; 10:38 Uhr

Tatsächlich ist dies der Dom von Speyer – von Kraichtal aus gesehen. Im Hintergrund kann man die Silhouette der Berge des Pfälzer Waldes erahnen. Odenwald, Gäu, Nordschwarzwald und die Rheinebene mit den Bergen des Pfälzer Waldes bilden eine ferne Kulisse für das Kraichtal und für den Kraichgau. Aber es lassen sich bei uns im Kraichtal auch noch viele andere sehenswerte Dinge  entdecken……

(Entfernung Luftlinie: Vom Gleitschirm-Fllugplatz Oberacker bis zum Speyerer Dom sind es ca. 31 km)

Herbst im Kraichtal

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Ein schöner Herbstmorgen. Leichter Dunst liegt über dem Kraichtal mit seinen sanften Hügeln und zahlreichen Wäldern und Hecken. Gelb- und Rottöne beherrschen das herbstliche Bild.

Das Gelb der Pappeln mischt sich mit dem Grün der anderen Bäume – und dazwischen das rot werdende Laub des Waldes und der Streuobstwiesen im Hintergrund.

Die Roteiche, die in Nordamerika für die Rottöne im „Indian Summer“ sorgt, zeigt ein Farbspiel unterschiedlicher Rot- und Gelbtöne der Blätter.Die Roteiche ist nur vereinzelt im Kraichtal zu sehen. Wo sie aber angepflanzt wurde, bietet sie im Herbst ebenfalls ein farbenprächtiges Bild.

Auch das Pfaffenhütchen erweitert das rote Farbspektrum mit seinen Früchten.Die Mehlbeere taucht im Kraichtal vereinzelt auf. Sie gehört zu den Rosengewächsen und zeigt ähnliche Früchte wie die Hagebutten der Heckenrose. Allerdings tragen die Zweige der Mehlbeere keine Stacheln oder Dornen.

Zwar trägt die Traubeneiche noch Früchte, doch liegt schon ein Großteil der Eicheln auf dem Waldboden. In diesem Jahr gibt es viele Eicheln; es ist ein „Mast-Jahr“. Die Wildtiere werden in diesem Winter ein großes Futterangebot vorfinden.

Herbst im Rotbuchen-Wald

Auch hier gibt es in diesem Jahr ein reichhaltiges Futterangebot für den Winter.Die Bucheckern sind bei vielen Kleinsäugern, aber auch vielen Vogelarten sehr begehrt.Normalerweise sind die Schlehen – die Früchte des Schwarzdorns – um diese Zeit noch prall gefüllt, die lange Trockenheit hat aber auch hier ihre Spur hinterlassen.

Auch die zahlreichen Heckenrosen und der bei uns recht häufig anzutreffende Schneeball bringen Farbe in die Hecken.

Aber auch das ist der Herbst im Kraichtal: blühende Zwischenfrucht-Felder.

Ob die Sonnenblumen noch Früchte hervorbringen können, hängt jetzt davon ab, wann es die ersten Fröste gibt …

Hier finden letzte Insekten Nahrung und Kleintiere Schutz. Und auch dem Boden tun die Pflanzen gut; er wird gelockert und durchlüftet und erhält viele Nährstoffe.

Wer sich nach einer längeren Wanderung ausruhen möchte, der findet hier zahlreiche Möglichkeiten. Zudem bieten die meisten Bänke herrliche Ausblicke auf die Kraichtal-Landschaft.Hier ein Blick nach Osten in die sanft geschwungenen Hügel des Kraichgaus.

Der Tisch ist reich gedeckt in diesem Jahr: Obstgarten Kraichtal

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Man findet sie hier noch; ja sie sind typisch für das Kraichtal: die Streuobstwiesen rund um die Dörfer. Zwar sind große Teile in den Fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zugunsten von Obstplantagen verschwunden, doch gibt es sie zum Glück noch im Kraichtal. Denn sie erfüllen wichtige ökologische Funktionen als Lebensraum für zahllose Tiere, darunter auch vom Aussterben bedrohte Tierarten. Solche Obstanlagen umgaben die meisten Orte im Kraichtal. Die geernteten Früchte waren einen wichtiger Beitrag zur winterlichen Versorgung mit Obst und dem „Haustrunk“, dem Most.

Hier ein Teil einer Streuobstwiese im Frühsommer, wie man sie bei uns im Kraichtal noch häufig finden kann. Alte und junge Bäume in den verschiedensten Wuchsformen finden sich hier. Apfel- und Birnbäume, Kirschen und Zwetschgen, aber auch zahlreiche Walnussbäume, Quitten und Mirabellenbäume sind in einer solchen Streuobstwiese zu entdecken. Und man muss schon überdurchschnittliche Kenntnisse haben, wenn man die zahlreichen Sorten bestimmen und unterscheiden will. Denn im Gegensatz zum Supermarkt finden sich hier vor allem robuste Obstsorten, bei denen es keine Chemie braucht.  Manchmal findet sich auch ein Wurm in den Äpfeln, Birnen oder Kirschen. Dann schneidet man eben die befallenen Teile heraus und verarbeitet sie zu Kompott, Saft, Brei oder Marmelade und Gelee. Dafür wird aber eine breite Palette an Geschmack und Verwendungsmöglichkeit der verschiedenen Obstsorten geboten, wie man sie im Supermarkt sicher nicht in dieser Vielfalt geboten bekommt. Die folgenden Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem Kraichtaler „Freiluft-Obst-Angebot“, das Ende Mai mit den ersten Kirschen beginnt – und im Oktober mit den Quitten und Walnüssen endet.

Mit den Kirschen fängt es im Frühsommer an:… und auch hier gibt es zahlreiche SortenDann kommen ab Mitte Juli die ersten frühen Apfelsorten:Ab August fächert sich die „Apfel-Palette“ immer weiter auf.

der legendäre „Lederapfel“ der sich gut lagern lässt und bis weit ins nächste Jahr hinein tolle Obstkuchen liefert ….Ab Ende August bis Ende September erscheinen dann die Zwetschgen auf der BühneKuchen, Marmelade, Hochprozentiges …. oder einfach so essen!

Jetzt sind auch die Mirabellen mit ihren zahlreichen Sorten und die Pfirsiche reif. Allerdings findet man sie seltener in Streuobstwiesen sondern in Weinbergen und anderen warmen Standorten in kleinen Gruppen oder als Einzelbäume.

Auch bei den Mirabellen gibt es zahlreiche Sorten, die sich durch ihre Form, ihre Färbung und ihren Geschmack unterscheiden. Im Kraichtal werden sie oft zu „Hochprozentigem“ verarbeitet. Die gelben Sorten finden aber auch Verwendung als Kompott.

Auch Pfirsiche sind im Kraichtal als Einzelbäume oder in kleinen Gruppen an warmen Standorten zu finden.September/Oktober: Jetzt sind die Quitten und Walnüsse an der Reihe – und auch die zahlreichen Birnensorten bereichern das Obstangebot.„Birnen-Quitte“Und die „Apfel-Quitte“Schmackhafte Birnen mit verschiedensten Aromen hängen an den Bäumen. Wie bei den anderen Obstsorten gibt es auch bei den Birnen zahllose Arten.Tafelbirnen und Mostbirnen unterscheiden sich deutlich. Die Tafelbirnen sind Züchtungen aus den wilden Birnensorten. Sie sind groß und deutlich „birnenförmig“. Es gibt – wie bei den Äpfeln –  mehrere Hunder Arten davon. Sie unterscheiden sich durch den Zeitpunkt der Reife, die Farbe, den Geschmack und die Lagerfähigkeit. Tafel- oder Speisebirnen gehören zu den Edelbirnen. In Streuobstwiesen spielen die Edelbirnen nur eine sehr untergeordete Rolle. Meist findet man sie als Einzelbäume oder in kleinen Gruppen an warmen Standorten.Die zahlreichen Mostbirnen sind meist viel kleiner und sehen oft wie kleine Kugeln in Walnussgröße aus. Sie wurden früher dem regionalen Haustrunk, dem „Most“ beigemischt und verliehen ihm die typisch gelbe Farbe. Außerdem enthalten die Früchte viel Gerbstoffe, welche sie für den direkten Verzehr nicht geeignet machen. Mostbirnen sind im Gegensatz zu den Edelbirnen typische Vertreter der Streuobstwiesen.

Walnussbäume sind typisch für den Kraichgau. Oft sind es imposante Bäume mit oft mehr als 20 m Wuchshöhe und weit ausladenden Kronen.Allerdings wird die Ernte durch die Nussbaum-Fruchtfliege beeinträchtigt. Die Larven der Fliege zerstören die äußere Fruchthülle. Diese wird dann schwarz; bei Regenwetter ist sie schmierig-schleimig. Glücklicherweise schadet dies aber der eigentlichen Nuss im Inneren der Schale nicht. Das Ablösen der schwarzen Fruchthülle ist manchmal sehr mühsam.

Die schwarze Fruchthülle lässt sich – wenn auch manchmal sehr mühsam – entfernen; die Qualität der Nüsse leidet nicht darunter – und man kann sie ohne Bedenken essen. Allerdings sollte man sie vor dem endgültigen Einlagern gut trocknen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie sind typisch für den Kraichgau: Beeindruckende Hohlwege

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Die beeindruckenden Hohlwege im Kraichtal muss man gesehen haben. Es gibt nur wenige Gegenden in Deutschland, wo es noch solche Hohlwege gibt. In Baden-Württemberg ist dies zum Beispiel das Gebiet um den Kaiserstuhl in Südbaden. Als Folge der Eiszeiten wurde der gesamte Kraichgau vom Wind mit Löß bedeckt. Der tiefgefrorene und „durch Dauerfrost gefriergetrocknete“  Eiszeitschlamm (siehe das Infoplakat am Ende des Beitrags), der vom Rhein und anderen Flüssen abgelagert worden war, wurde vom Wind in den Kraichgau verblasen. Dabei entstanden Lößschichten von bis zu 35 m Mächtigkeit. Da früher von jedem Ort aus Wege in die Nachbardörfer führten, wurden diese von den eisenbeschlagenen Fuhrwerken der Bauern und Händler und von den beschlagenen Hufen der Zugtiere immer tiefer in den Löß gemahlen, bis sie auf das heutige Niveau in die Lößschicht absanken. Und dieser Prozess geht auch heute noch weiter. Wer heute im Kraichgau während der heißen und trockenen Monate unterwegs ist, der kann vom feinen Lößstaub ein Lied singen, der durch Fahrzeuge und Landmaschinen entsteht.  Und sogar, wenn man mit den Wanderschuhen auf den Boden stampft, entsteht ein Abdruck im Boden – und der Schuh wird staubig.  Bei starkem Regen können an den offenen Steilwänden und der Hohlweg-Sohle Ausspülungen entstehen, welche die  schlammhaltigen Fluten weiterspülen. Als Folge entstehen dann Rutschungen am den seitlichen Hängen, welche den Hohlweg immer mehr in eine „V“-Form bringen. Junge Hohlwege sind anfangs „U“-förmig.

Ein Hohlweg-System im Kraichtal. Der Boden wurde hier mit Schotter befestigt. Dies ist aber keine Dauerlösung. Die Steine graben sich immer tiefer in den Untergrund, wenn der Hohlweg befahren wird. Der „pulverisierte“ Löß bleibt aber oben. In ein paar Jahren muss dann nachgebessert werden.

An dieser Stelle ist die Lößschicht über 10 m hoch. Auf der linken Böschung sind im oberen Teil die freigelegten Wurzeln der Büsche und Bäume sichtbar, welche den Löß „gesprengt haben. Die Abbruchkante wird noch von der Vegetation gehalten.

Hier sieht man die tief in die Lößschicht ragenden Wurzeln, die durch ihr Dickenwachstum  einzelne Lößplatten „weggesprengt“ haben. Vor allem sind es die Wurzeln der Robinien  , welche in den Kraichtaler Hohlwegen diese „Sprengwirkung“  in den  Lößschichten haben.

Die durch den Wurzeldruck oder Ausspülungen entstandenen Hohlräume können dann von Tieren genutzt werden, die dort ihre Höhlen oder Brutplätze finden. Kleinsäuger wie der Siebenschläfer graben hier ihre Höhlen, verschiedene Singvögel nutzen die entstandenen Hohlräume als Brutstätte und zahlreiche Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Wespen, Käfer und Schmetterlinge kommen hier vor.

Hier unter den Wurzeln bieten sich viele Unterschlupf-Möglichkeiten auch für größere Säugetiere wie zum Beispiel Dachs …

Aus einer durch Rutschungen freigelegten Wurzel entwickelt sich ein neuer Stamm der Robinie. Mit der Robinie, die mit Hilfe ihrer Wurzelbakterien Stickstoff bilden kann, entsteht dadurch aber auch eine neue Pflanzengesellschaft in den Hohlwegen, welche diesen Stickstoff nutzen kann.

Hier ist offenbar ein Traktor gefahren. Trotz der Stein-Einlagen bleiben seine Spuren sichtbar. Hier handelt es sich um staubfein gemahlenen Löß. Der Wind kann ihn verblasen – und Regen verwandelt ihn in Lehmschlamm.

Viele dieser Hohlwege im Kraichtal sind mehrere hundert Meter lang. Und wenn man dort an einem heißen Tag unterwegs ist, kann man dort auch ausgiebig Schatten genießen. Und es kann eine romantische und unvergessliche Wanderung werden, wenn man die Hohlwege erkundet – und dort den speziellen Reiz dieses Lebensraumes erfährt.

Bei Regenwetter oder nach Tagen mit Starkregen sollte man aber daran denken, dass man in den Hohlwegen auf Löß – und nicht auf Sand – unterwegs ist.

Ein Gang in den Hohlwegen im Kraichtal ist auch ein Weg durch die Naturgeschichte des Kraichtals. Wenn man sich Zeit nimmt, Augen und Ohren offen hält, dann kann man gerade hier viele spannende Begegnungen mit der Natur bekommen. Ein Gang also, der sich lohnt ….

Die folgenden Bilder zeigen Ausspülungen nach Starkregen-Ereignissen.

Wegen der Rutschgefahr der Böschungen ist auch das Buddeln oder Begehen dieser Steilwände verboten.

Und wer es genauer wissen möchte: Am Ortsrand von Kraichtal-Unteröwisheim in Richtung Kraichtal-Münzesheim am Rand eines großen Parkplatzes steht diese Info-Tafel zum Löß im Kraichgau.  Hier wäre auch ein möglicher Startpunkt zum Erkunden der Hohlwege.

TIPP:Sehenswert sind auch die Hohlwege in Oberöwisheim – vor allem die „Galgenhohle“ – und die Hohlwege in und um Zeutern.

Blühstreifen und Zwischenfrucht-Kulturen: „Naturschutzgebiete auf Zeit“

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Das Getreide ist gemäht. Soweit das Auge reicht, abgeerntete Ackerflächen. Ab und zu unterbrochen durch das Grün der Maisfelder, das bis in den Herbst hinein erhalten bleiben wird.

Sonst nur Stoppelfelder, die bald bearbeitet werden.

Und es gibt Gewinner dieser Situation: Greifvögel, die jetzt wieder freie Sicht auf den Boden haben, der jetzt kaum noch Verstecke bietet. Singvögel wie Lerchen, Feldsperlinge, Bluthänflinge, Grünfinken, Distelfinken und andere Arten haben jetzt aber ein gewaltiges Problem: die Deckung fehlt – und auch bei vielen Arten wird die Nahrung knapp!

Ein Bluthänfling auf einem abgeernteten Rapsfeld. Doch in der Nähe kann er wieder etwas finden ….

Und dann so etwas: ein botanisches Allerlei, das recht wild aussieht. So eine Wildnis, wird mancher denken. Wie kann man so etwas dulden? Hektarweise ein Pflanzengewirr! – Doch es lohnt sich, einmal genauer hinzusehen. Was wächst da eigentlich – und warum lässt man es wachsen? Wieso nennt man das Gebilde „Blühstreifen“, wo doch nur ab und zu eine blühende Pflanze zu sehen und vieles schon verblüht ist?

Sonnenblumen, Disteln, Hühnerhirse, Flughafer, Kornblumen, Büschelschön (Phacelia), Acker-Rettiche, Buchweizen und viele andere Pflanzenarten mehr sind in dem „Blühstreifen“ enthalten. Spätestens jetzt muss klar werden, dass diese wild aussehende „grüne Wildnis“ eine wichtige Funktion hat. Für viele der genannten Vogelarten bietet sie zum einen Nahrung, aber auch Schutz vor Fressfeinden. Zudem profitieren von diesen Flächen sehr viele Insektenarten, die im Verlauf eines Jahres wichtige Aufgaben als Bestäuber unserer Feldfrüchte und Obstbäume haben. Davon haben auch die Vogelarten etwas, die sich überwiegend von den Insekten ernähren. Werden die Blühstreifen rechtzeitig im Jahr angelegt, kann dies dazu beitragen, dass viele bodenbrütende Arten ihren Nachwuchs ohne Gefahr aufziehen können, da keine maschinelle Bearbeitung bis ins Spätjahr hinein erfolgt. So können auch die bei uns im Kraichtal selten gewordenen Rebhühner wieder einen Rückzugsort finden, wo sie über einen großen Zeitraum Schutz und Deckung haben.

Feldhasen vor dem Blühstreifen. Bei Gefahr bietet er auch  ihnen Schutz, Deckung und vielleicht auch Nahrung.

Aber auch der Landwirt kann vom Anlegen solcher Blühstreifen profitieren. Wie die letzten Monate gezeigt haben, müssen wir uns vermehrt auf Starkregen-Ereignisse nach langen Trockenperioden einstellen. Das bedeutet, dass in diesem Fall ein Feld oft nicht in der Lage ist, das Wasser aufzunehmen und den Boden festzuhalten, wenn es zu viel Niederschlag gibt. Gerade bei uns im Kraichgau mit den vielen Hügeln kann dies zum Problem werden. Auf den Wirtschaftswegen kann man dann nach solchen Ereignissen das Ergebnis sehen, wenn diese dick mit einer Schlammschicht aus wertvollem Ackerboden bedeckt sind. Bei Feldern mit ausreichend breiten Blühstreifen besteht diese Gefahr nicht in dem Maße.

 

Landwirte oder Jäger, die solche Flächen ermöglichen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Acker- und Feldflur, einem Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die auch für uns Menschen eine große Bedeutung haben. Sie bieten dem Leben ein „Naturschutzgebiet auf Zeit“.  Als Beleg können die folgenden Bilder dienen, die im Herbst 2017 (Oktober bis Dezember) in den Blühstreifen und Zwischenfrucht-Feldern entstanden sind:

Buchfink

Herbstblüte

Kleiber

Distelfinken holen sich die Samen der verschiedenen Knöterich-Arten

Und hier Bilder aus einem Zwischenfrucht-Feld, die im März 2018 entstanden sind.  Hier gibt es auch für den Fasan Deckung – und auch noch Nahrung, wie die verbliebenen Früchte auf den Pflanzen zeigen.

 

Mondfinsternis im Kraichtal

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Gestern konnte man im Kraichtal eine besondere totale Mondfinsternis erleben. Diese Mondfinsternis war die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Zudem war in der unmittelbaren Nähe der Mars zu sehen. Die nächste – ähnlich lange (sogar etwas längere totale Mondfinsternis) – wird im Jahre 2123 sein. Dass sich gleichzeitig der Mars in der Nähe zeigt, wird noch 150 000 Jahre dauern. Die Aufnahmen entstanden auf der „Großen Ebene“ oberhalb von Gochsheim. Etliche Menschen waren gekommen, um sich dieses Naturphänomen anzuschauen, das sich in dieser Form in diesem Jahrhundert nicht mehr betrachten lässt.

Anfangs brauchte es etwas Geduld, bis sich der Mond blicken ließ. Kurz nach 21:30 Uhr hatte er sich dann aus der breiten Dunstschicht am Horizont erhoben, wie die Uhr an der St.-Martins-Kirche in Gochsheim belegt.

Und dann war er da: der tiefrote „Blutmond“. Es blieb nun genügend Zeit zum Betrachten.

Um 23:15 Uhr begann der Mond  am linken Rand heller zu werden. Die totale Phase ging nun zu Ende. An vielen Orten im Kraichtal schauten die Leute in den Himmel. So auch in der Sternwarte in Oberöwisheim, wo sich mehrere Hundert Menschen zum Betrachten einfanden. Daher lohnt sich in den nächsten Tagen sicher auch ein Besuch dieser tollen Webseite, wo man noch viel mehr über die vergangene totale Mondfinsternis erfahren – und mit großer Sicherheit auch weitere tolle Bilder betrachten kann.  http://www.sternwarte-kraichtal.de

Sommer im Kraichtal

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Es ist Sommer im Kraichtal. Überall blüht es.  Wie jedes Jahr bringen die Felder mit Sonnenblumen Farbtupfer in die Landschaft. Blühende Wiesen, Schmetterlinge, Schwalben in der Luft und der Gesang der Lerchen hoch am Himmel sagen uns: Jetzt ist der Sommer da!

‚Die Sonnenblumen haben ihr „Gesicht“ immer in Richtung Sonne gedreht. Sie erwarten die zahlreichen Insekten, die sie bestäuben sollen.

Im „Korb“ der Sonnenblume stehen die Blüten dicht an dicht gedrängt. Die Blüten am Rand sind schon geöffnet. Die auffallenden gelben Blütenblätter am Rand des Blütenkorbs haben nichts mit der eigentlichen Bestäubung zu tun. Sie täuschen eine große Blüte vor, deren Besuch sich für die Insekten lohnt. Ihre  Aufgabe ist es,  möglichst viele Bestäuber anzulocken und zu zeigen, dass hier etwas zu holen ist: Pollen und Nektar.

Auf den tellerförmigen Doldenblüten des Bärenklaus findet gerade eine „Massenhochzeit“ der Weichkäfer statt

Ein Dickkopffalter besucht gerade den Blutweiderich. Er kommt mit seinem langen Rüssel problemlos an den Nektar heran.

Und schon muss er seinen Platz räumen. Eine Blaupfeil-Libelle beansprucht den Weiderich als Aussichtsplattform für ihre Jagd nach Insekten.

Die Böden im Kraichtal sind fruchtbar. Wie ein weicher Teppich überziehen die Getreidefelder die Landschaft.  Und dazwischen Hecken und Sträucher, die für das Kraichtal so typisch sind.

Der Weizen auf diesem Feld ist zwar noch nicht ganz reif – doch bald wird die Ernte beginnen. Eifrig bedient sich die Goldammer am reichhaltigen Angebot, solange es  das noch gibt.

Weizen und Gerstenfelder tauchen die Landschaft in ein sanftes Gelb. Und schon sind die ersten Gerstenfelder gemäht:  Die Ernte hat im Kraichtal begonnen.

Noch aber kann man im Himmel den Gesang der Lerchen hören. Dieser Gesang  ist für mich das „Lied des Sommers“.

Die Lerche ist wachsam. Das Erbsenfeld, in dem sie ihre Jungen aufgezogen hat, ist gerade gemäht worden. Jetzt heißt es,  wieder vermehrt aufzupassen, da die Deckung nach oben  fehlt.

 

Der Feldhase kann sich noch im Gras hinter dem Maisfeld relativ sicher fühlen. Wenn in einigen Wochen alles Getreide gemäht ist, muss er wieder besser aufpassen – aber noch bleiben ihm die Maisfelder und die Hecken eine Weile als Deckung erhalten.

Es ist heiß geworden. Auch im Fischteich wird das Wasser immer wärmer. Ein Wasserfrosch wartet geduldig auf leichtsinnige Insekten.  Aber auch er muss gut aufpassen.

Nach vielen Tagen mit großer Hitze gibt es bei uns im Kraichtal manchmal  heftige Gewitter. Sie können wie in diesem Jahr heftige Schäden in den Ortschaften, aber auch in Feld und Flur anrichten.

 

Dunkle Wolken aus Südwesten und ein kräftig auffrischender Wind. Gibt es wieder ein schweres Gewitter, wie es in diesem Jahr schon der Fall war? Jedenfalls gehören auch die Gewitter zum Sommer im Kraichtal. (Das kurze Video kann im Vollbild-Modus angeschaut werden. Der Vollbild-Modus kann mit der >ESC-Taste< beendet werden.)

 

Einfach schön: Das Kraichtal im Mai

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Im Kraichtal ist der Mai ein besonderer Monat. Wenn überall die Hecken in Blüte stehen, die Bäume zaghaft ihr erstes Grün zeigen und die Pflanzen auf den Feldern mit ihrem Wachstum so richtig loslegen, dann zeigt sich diese Hügellandschaft von ihrer besten Seite. Wer sich auf die Höhen begibt, der kann sich vorstellen, warum diese Landschaft auch als  „Toskana Badens“  bezeichnet wird.

Weinberge und blühende Wiesen,

erste Klatschmohnblüten in den Feldern und an den Wegrändern,

zahlreiche sanft geschwungene Hügel,

Blühende Holunderbüsche,

Streuobstwiesen und Hecken,

und natürlich Weinberge, in denen ein toller Wein heranwächst

bieten wunderschöne Ausblicke.

Und am Horizont warten schon neue Aussichten auf ihre Erkundung.

 Wer sich auf diese Landschaft einlässt, bekommt dafür viele wunderschöne Bilder und Eindrücke geboten. Man muss sich nur auf den Weg machen.

 

Wiesen-Sommer

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Wo es noch blühende Wiesen gibt, da braucht man sich über fehlende Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten oder Tiere wie zum Beispiel Kleinsäuger kaum Gedanken machen. Denn das ist ihr Lebensraum, wo sie Nahrung, Deckung und damit Schutz finden und sich fortpflanzen können. Viele dieser Wiesen, vor allem die Streuobstwiesen werden leider viel zu oft gemäht. Dass auch Wiesen gemäht werden müssen, ist klar. Ob dies aber so häufig geschehen muss wie es beim heimischen Rasen üblich geworden ist, bleibt fraglich.

Einfach nur schön ….

Lein und Rotklee setzen Farbpunkte in die Wiese

Filigrane Gräser und die Blütenstände des Wiesensalbeis

blau-gelb-grüne Farb-Punkte

 

Insekten besuchen Blüten

Bleibt zu hoffen, dass viele Wiesen im Kraichtal auch in Zukunft noch Blumenwiesen sein dürfen …