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Der Ölkäfer oder „Maiwurm“ ist jetzt wieder unterwegs

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Die Ölkäfer tauchen bei uns im Frühjahr auf. Man findet sie dort, wo es sonnig ist – und wo es viele blühende Pflanzen hat. Die voll entwickelten Käfer ernähren sich von Pollen. Dabei haben die Ölkäfer, die wegen der ölartigen Substanz, die sie bei Gefahr aus den Gelenken ausscheiden und ihres „wurmähnlichen Hinterleibs“ auch ihren Namen und im Volksmund auch „Maiwurm“ genannt werden – eine sehr interessante Lebensweise. Es gibt bei uns mehrere Arten von ihnen.

Das Weibchen gräbt sich in den Erdboden und legt dort ein Nest an, in welches sie mehrere Tausend Eier ablegt. Die sich daraus entwickelnden Larven machen mehrere Entwicklungstadien durch. Zunächst sind sie mit einer Klaue und zwei klauenartigen Borsten ausgerüstet. Man bezeichnet die Larven in diesem Stadium als „Dreiklauer“. Sie klettern auf Blüten und warten dort auf blütenbesuchende Insekten. Dann klammern sie sich an diese und lassen sich von ihnen in deren Bau tragen. Wenn sie bei verschiedenen Arten der einezln lebenden Wildbienen gelandet sind, verzehren sie zunächst den Futtervorrat der Wildbienen-Larven und dann auch die sich entwickelnden Wildbienen-Larven selbst. Dann häuten sie sich erneut und überwintern im Nest der Wildbienen. Sie verpuppen sich und schlüpfen im nächsten Frühjahr als voll entwickelte Käfer aus. ..  Ölkäfer sind also Parasiten der Wildbienen.  Wenn sie als Larve in den Nestern der Hummeln oder der Honigbiene landen, haben sie Pech. Dort können sie sich nicht enwickeln,weil sie von den Arbeiterinnen entdeckt und getötet werden.

Ölkäfer können bis zu 35 mm lang werden.  Ihre kurzen Deckflügel, die den Hinterleib nicht bedecken, glänzen metallisch.

Beim Männchen sind die Fühler geknickt DerÖlkäfer hat fein punktierte, stark verkürzte Flügel   Ölkäfer scheiden bei Gefahr eine sehr giftige, wie Öl aussehende Flüssigkeit aus, die schwere Verletzungen auf der Haut bewirken können.  Werden Käfer verschluckt, dann kann es zu gefährlichen Vergiftungen kommen, die auch zum Tod führen können. Daher werden die Käfer oft auch als „Blasenkäfer“ bezeichnet. Deswegen sollte man Ölkäfer wenn möglich nicht berühren – aber auf jeden Fall nach einem Kontakt mit ihnen gründlich die Hände waschen. Verschiedene Insekten, aber auch andere Tiergruppen fressen die Käfer, um  deren Gift in ihrem Körper anzreichern – und schützen sich so davor, selbst gefressen zu werden.

Man sieht ihn wieder in unseren Gärten: Der Große Wollschweber

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Wenn in den Hausgärten die ersten Blütenpflanzen blühen oder vor den Fenstern die Blumenkästen ein vielfarbiges Angebot an Blüten bieten, dann kann man ihn auch bei uns sogar mitten in den Siedlungen und Dörfern entdecken, wenn er die Blüten besucht. Er wird oft übersehen, weil er so klein ist und eigentlich nicht auffällt. Erst wenn er ruckartig von Blüte zu Blüte eilt – oder scheinbar sekundenlang in der Luft schwebt – dann kann es sein, dass man den bis zu 12 mm langen Flieger entdeckt.  Sonst findet man ihn an sonnigen Waldrändern, aber auch Wiesen. Erwachsene Wollschweber ernähren sich von Nektar.

Hier besucht ein Wollschweber gerade ein „Vergissmeinnicht“Mit dem langen Saugrüssel taucht er punktgenau in die Blütenkronröhre hinein. Dabei schwebt er über der Blüte – und stützt sich allenfalls mit den Vorderbeinen ab. Man erkennt den Wollschweber an seinen Flügeln. Die Vorderkante der Flügel ist dunkel gefärbt und zeigt ein gezacktes Muster.   Der lange Saugrüssel wird auch im Flug gerade nach vorn oder nach unten   – und das letzte Beinpaar wird nach hinten oben gerichtet.Auch hier wird nochmals sichtbar, wie der Wollschweber mit seinem Saugrüssel punktgenau in die Blütenkronröhre der Vergissmeinnicht-Blüte eintaucht.  Übrigens: Vor dem Wollschweber braucht man keine Angst haben. Er ist für den Menschen völlig ungefährlich.

Weitere Infos zum Großen Wollschweber finden sich in einem Beitrag in diesem Blog: https://natur-erleben-online.de/wollschweber

13. April 2019: +3°C. im Kraichtal – und die Ackerhummel bestäubt Blüten!

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Es ist wieder mal April. Der Winter lässt nochmal kurz seine Muskeln spielen. Ein kalter Wind weht und es schneit: Schneegriesel. -Draußen ist es unangenehm und kalt. Eigentlich würde man jetzt keine Insekten vermuten, die von Blüte zu Blüte fliegen und auf der Suche nach Nektar und Pollen sind. Und doch sind Ackerhummeln und andere Wildbienen unterwegs, die genau das machen. Zunächst sind es nur Königinnen, die einen neuen Staat gründen und dazu Futter für die kommende Brut sammeln. Die Königin hat ein Nest gebaut und Eier gelegt, in denen sich bereits Larven entwickeln. Und die müssen demnächst gefüttert werden. Dazu hat sie – neben den Brutzellen – auch napfförmige Voratsbehälter für Pollen und Nektar gebaut, die jetzt von ihr gefüllt werden.  Denn schon in wenigen Tagen werden die ersten Junghummeln schlüpfen, die dann die Blütenbesuche unternehmen. Taubnesseln, Scharbockskraut, Gundermann, Obstbaumblüten, Schwarzdorn, Weiden und andere Blütenpflanzen stellen schon ein breites Angebot an Blüten zur Verfügung. Honigbienen sucht man allerdings an solchen Tagen vergeblich. Die können bei diesen Temperaturen nicht ausfliegen. So sind Wildbienen, zu denen ja die Hummeln gehören, wichtige Bestäuber vieler Kulturpflanzen, die auch dann fliegen können, wenn es für die Honigbienen noch zu kalt ist. Gerade, wenn es während der Obstbaumblüte zu Kälteeinbrüchen kommt, spielen die Wildbienen, also auch die Hummeln eine wichtige Rolle bei der Bestäubung während solcher Wetterlagen. Hummeln haben also – wie viele andere Wildbienen-Arten auch – für uns Menschen eine sehr große Bedeutung.Die Ackerhummel kriecht in die geöffnete Lippenblüte der Gefleckten Taubnessel ein. Mit ihrem langen Rüssel kommt sie gut an die Nektarvorräte, die sich im Grunde der Blütenkronröhre befinden, heran. Aber auch die Königin selbst braucht für ihre Sammelflüge Energie. Diese bekommt sie  vor allem vom Nektar.Die Staubblätter der Taubnessel befinden sich in der löffelartig gewölbten Oberlippe. Beim Eindringen der Hummel in die Blütenkronröhre streift sie an den Staubblättern entlang. Dadurch werden die Pollenkörner aus den Staubblättern auf ihren „flauschigen Pelz“ gestreut.  Auf dem Bild sieht man die vier Staubblätter mit den dunkel gefärbten Staubbeuteln am Ende.  In diesen befinden sich die Pollen. Bei den Lippenblütengewächsen gibt es bei den Taubnesseln in den Blüten normalerweise  4 Staubblätter, davon  2 lange und 2 kürzere. Die Blüten sind rings um den Stängel in den Blattachseln verteilt.Nachdem der Nektar aus der ersten Blüte geholt wurde, wird jetzt die benachbarte Blüte besucht. Mit den Pollen der ersten Blüte wird jetzt die zweite Blüte bestäubt, wenn die Pollen auf der Narbe der zweiten Blüte abgestreift werden. Damit ist die Blüte bestäubt.Auf dem Bild sieht man bei der  linken Blüte die Narbe als dünnen roten Faden zwischen den Staubblättern. Die Narbe ist Teil des Fruchtblatts der Blüte. Wenn Pollen auf die Narbe kommt, bezeichnet man diesen Vorgang als „Bestäubung“. Als Folge der Bestäubung bildet die Pflanze Früchte mit den darin enthaltenen Samen.Anschließend fliegt sie zur nächsten Blüte oder einer anderen Taubnessel. Während des Fluges dahin kämmt sie sich mit „kammartig“ geformten Strukturen an ihren Beinen den Pollen aus dem „Pelz“ und streift den Pollen an den „Sammelbeinen“ ab.Hier sieht man das orangerote Pollenpaket aus Taubnesselpollen an den Seiten der Sammelbeine kleben. Eine ganz spezielle Anordnung von nach innen gerichteten Haaren des hintersten Beinpaares bildet dann die „Pollen-Sammelvorrichtung“,  das „Körbchen“,  in welchem  der Pollen gesammelt wird.Wenn die Hummel genug Pollen gesammelt hat, sind die orangeroten Pollenpakete am letzten Hinterbeinpaar deutlich sichtbar. Man sagt, dann sie „höselt“; das heißt, es sieht aus, als ob sie farbige Hosen anhätte. Im Nest angekommen, werden die  Pollen-Pakete  dann in den dafür vorgesehenen Sammelbehältern gelagert. Tatsächlich ist der Pollen bei den Blütenpflanzen unterschiedlich gefärbt. Während der Pollen der „Gefleckten Taubnessel“  orangerot ist, hat der Gänseblümchen-Pollen eine gelbe Farbe; der Pollen der Weißen Taubnessel ist weiß. Es gibt aber auch braune, tiefrote, grüne, blaue und sogar schwarze Pollen. Wenn genügend Hummeln im neuen Staat vorhanden sind, verlässt die Königin das Nest nicht mehr und beschränkt sich auf das Eierlegen. Die weiteren Arbeiten wie die Pflege der Brut oder das Sammeln von Pollen und Nektar übernehmen dann die Arbeiterinnen, die aus den ständig neu gelegten Eiern  der Königin schlüpfen.

Wenn „ER“ wieder fliegt, ist es Frühling: Der Zitronenfalter

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Die Winter können in Deutschland sehr kalt werden. Deswegen gibt es nur ganz wenige Schmetterlingsarten, welche als voll entwickelte Falter bei uns überwintern. Der Zitronenfalter gehört dazu. Was ihn aber von den anderen Arten unterscheidet, ist die Art der Überwinterung. Während der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge oder der C-Falter zur Überwinterung frostgeschützte Orte wie Dachböden, Scheunen, Keller oder Industrie- und Wohngebäude aufsuchen, bleibt der Zitronenfalter in der „freien Natur“. Er versteckt sich im Spätherbst lediglich im Brombegestrüpp oder unter Efeuzweigen. Manchmal sitzt er auf Zweigen oder im trockenen Laub auf dem Boden. Dann verbringt er in seinem „Versteck“ die Wintermonate

Dabei fällt er in die sogenannte „Winterstarre“. Damit er auch Frostnächte und -tage überleben kann, scheidet er alle Körperflüssigkeit, die er nicht benötigt aus – und produziert ein spezielles „Frostschutzmittel“, das vor allem aus Glycerin und anderen Stoffen besteht. Der Stoffwechsel wird stark zurückgefahren. Dadurch wird verhindert, dass seine Körperzellen durch den Frost geschädigt oder zerstört werden. So kann er – zumindest kurzfristig – problemlos Temperaturen bis -20° C. aushalten. Es macht ihm auch nichts aus, wenn er in seinem Versteck völlig mit Schnee bedeckt wird. Ab Ende März-Anfang April wird er dann wieder aktiv und beginnt sofort mit der Nahrungssuche. Dabei findet man ihn häufig auf den Taubnesseln, die schon im zeitigen Frühjahr in recht großen Beständen blühen. Und der Zitronenfalter kommt mit seinem langen Rüssel problemlos an die Nektar-Vorräte in den Lippenblüten heran. Im April und Mai geht er dann auf die Suche nach Weibchen, die ebenfalls überwintert haben. Der männliche Zitronenfalter besucht hier gerade eine Rote Taubnessel. Das Männchen ist auffallend gelb gefärbt. Ein weiteres Merkmal sind die braunroten Punkte auf den Vorder- und Hinterflügeln. Typisch sind auch die ausgezogenen Flügelspitzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schmetterlingsarten sieht man ihn kaum mit ausgebreiteten Flügeln sitzen; er „sonnt“ sich nur mit zusammengeklappten Flügeln. Die überwinterten Weibchen sehen ähnlich aus wie Kohlweißlinge. Sie sind nicht gelb gefärbt sondern weißlich-grün, zeigen aber auch die typischen braunroten Punkte auf den Flügeln und die gleiche Form der Flügel. Mit Kohlweißlingen kann man sie im März/April aber nicht verwechseln, denn diese gibt es im März/Anfang April noch nicht. Zudem finden sich keine schwarzen Flecke auf den Flügeln oder an den Flügelrändern. Die Kohlweißlinge haben auch keine spitzen Flügelecken. (Das Bild zeigt ein Weibchen des Zitronenfalters im Juli an der Blüte der Wald-Platterbse)

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier ausschließlich auf die Blätter einiger Faulbaum- oder Kreuzdorn-Arten. Damit endet der Lebenszyklus der Zitronenfalter. Immerhin werden die Zitronenfalter fast ein Jahr alt, von dem sie aber einen Großteil verschlafen. Damit haben  die Zitronenfalter die höchste Lebenserwartung aller mitteleuropäischen Schmetterlinge.  2 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Raupen und ernähren sich ausschließlich von den Futterpflanzen.  Ende Juni bis Anfang August schlüpfen die Schmetterlinge. Die neue Generation fliegt von Juni bis Juli; im August erfolgt eine „Sommer-Ruhe“. Ab September fliegen sie wieder, bis sie mit den ersten kalten Temperaturen in „Kältestarre“ den Winter über in ihrem Versteck verbringen. Im nächsten Jahr werden sie wieder für Nachwuchs sorgen.

Ackerhummel

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Die Ackerhummel gehört wie alle Hummelarten zu den Wildbienen. Hummeln sind  „staatenbildende Insekten“.Im Gegensatz zu den einzeln lebenden Wildbienen den „Solitärbienen“. Hummeln bilden einen „Sommerstaat“. Dieser wird jeweils im Frühjahr von der Königin begründet und besteht bis in den Herbst. Dann sterben alle Mitglieder des Staates. Nur die „neuen“ jungen Königinnen überleben – und bilden im nächsten Frühjahr wieder einen neuen „Sommerstaat“. Die Honigbienen dageben bilden einen „Dauerstaat“, der über mehrere Jahre hinweg bestehen bleibt.

Man erkennt die Ackerhummel am rotbraunen Rücken und dem schwarz-gelblich geringelten Hinterleib. Es gibt aber zahlreiche Farbvarianten. Insgesamt wirkt die Ackerhummel sehr „flauschig“. Bei der abgebildeten Ackerhummel handelt es sich um eine „Königin“. Denn Arbeiterinnen und Drohnen gibt es jetzt noch nicht. Die Königin hatte sich im vergangenen Herbst mit Drohnen gepaart – und dann einen geeigneten Unterschlupf zur Überwinterung gesucht. Bei geeigneter Witterung erscheint sie dann Anfang April und sucht zunächst einmal nach Futter.  Dieses findet sie gerade bei den rotblühenden Taubnesseln, der „Roten Taubnessel“, der „Stängelumfassenden Taubnessel“(sie ist im Kraichtal seltener) und der „Gefleckten Taubnessel“, von denen es Ende März Anfang April bei uns schon große Vorkommen gibt. Auch andere Pflanzen werden zur Nahrungsaufnahme aufgesucht, wobei die verschiedenen Taubnesselarten im Laufe des weiteren Jahres eine große Rolle für die Ernährung der Hummeln spielen. Mit ihrem großen Rüssel kommen die Hummeln auch bei den Taubnessel-Blüten sowohl an den Pollen als auch an den Nektar heran.Hier fliegt die Königin gerade eine Gefleckte Taubnessel an. Diese kommt auf Feldern, Äckern und Wegrändern vor – und ist – gemeinsam mit anderen Taubnesseln -ein wichtiger Pollen- und Nektar-Lieferant für die Insekten, welche schon im März/April unterwegs sind. Beim Einfliegen in die Lippenblüte streift sie an den Staubblättern der Taubnessel vorbei.Dabei füllt sie den Zwischenraum zwischen Ober- und Unterlippe der Taubnessel fast völlig aus. Beim Besuch der nächsten Blüte streift sie einen Teil des Pollens auf der Narbe der nächsten Blüte ab und bestäubt sie dadurch. Tatsächlich spielen Hummeln und andere Wildbienen-Arten eine wichtige und bedeutende Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Vor allem deswegen, weil sie bei viel widrigeren Wetterbedingungen die Pflanzen bestäuben können, als dies bei den Honigbienen der Fall ist. Wenn die die Königin ihre erste Nahrung aufgenommen hat, sucht sie einen geeigneten Platz für das Nest. Dabei werden Hohlräume im Boden oder auch in Bäumen ausgewählt. Bevorzugte Stellen sind ehemalige Mäusebauten, Vogelnester, Nistkästen, ja sogar in auf dem Boden liegenden Getränkeflaschen aus grünem oder braunem Glas wurden schon Hummelnester entdeckt. In diese Hohlräume trägt sie dann das Nistmaterial ein, das aus Moos, Gras und anderen feinen Materialien besteht. Daraus formt sie dann eine Kugel, deren Wände mit Wachs abgedichtet werden. In diese Kugel baut sie dann napfartige Vorratsbehälter mit Pollen. Darauf legt sie mehrere Eier und verschließt dann den Napf. Ein weiterer Napf wird mit Nektar gefüllt. Dieser dient dann der Königin als Nahrungsvorrat für schlechte Witterung. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von den Pollen. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die ersten voll entwickelten Junghummeln. Die Königin hat aber in der Zwischenzeit weitere napfartige Zellen gebaut und mit Eiern versehen. Die daraus später schlüpfenden Hummeln übernehmen dann den weiteren Nestbau und die Brutpflege. Jetzt kann sich die Königin auf das Eierlegen konzentrieren. Sie verlässt auch den Bau nicht mehr. Die Arbeiterinnen sind bis dahin unfruchtbar. Bis August hat das Hummelvolk mit bis zu 150 Hummeln die Maximalgröße erreicht. Erst ab August gibt es Drohnen und voll entwickelte Weibchen. Bis Ende September sterben dann alle Arbeiterinnen, die Drohnen  und die alte Königin. Die zuletzt geschlüpften  – voll entwickelten – Weibchen paaren sich mit den Drohnen und suchen einen Platz zum Überwintern. Dann gründen sie im nächsten Frühjahr ein neues Volk. Der Kreis hat sich geschlossen.

Es ist mal wieder Frühling!

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In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.

Admiral

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Der Admiral ist eine für das Kraichtal sehr typische Schmetterlingsart. Er gehört zu den Edelfaltern und fällt durch seine auffallende Flügelzeichnungen auf. Wegen der weißen Zeichen, die in ähnlicher Form auch auf historischen Admiralsuniformen zu sehen waren, hat man ihm diesen Namen gegeben.

Der Admiral gehört zu den „Brennnessel-Faltern“ , weil sich seine Raupen ausschließlich von der Großen Brennnessel ernähren.

Der Admiral fliegt bei uns in einer Generation von Juni bis Oktober. In warmen Regionen Mitteleuropas gibt es bis zu 4 Generationen, die von Februar bis November fliegen. Hier saugt ein Weibchen gerade an Tierkot. Man kann das Weibchen an winzig kleinen weißen Flecken im roten Flügelstreifen erkennen.

Der Admiral ernährt sich von verschiedenen Blütenpflanzen (Schmetterlingsflieder, Brombeeren, Wasserdost, etc.), aber auch von den in Exkrementen oder in Aas enthaltenen Nährstoffen (z. Beispiel Tierkot, kleinen Kadavern). Im Herbst stellt er sich oft in den Streuobstwiesen ein, wo er an geplatzten oder zerquetschten Früchten saugt. Wie zu sehen ist, unterscheidet sich die Unterseite der Flügel deutlich von der Oberseite.

Die Männchen des Admirals warten  von höheren Standorten aus (hier der Stamm eines Obstbaums in einer Streuobstwiese) auf vorbeifliegende Weibchen. Die Männchen kann man daran erkennen, dass sie in den roten Streifen keine weißen Flecken besitzen. Wegen des günstigen Klimas überwintern viele Schmetterlinge aus unserer Region bei uns – oder in anderen warmen Teilen Südwestdeutschlands oder Frankreichs. Schmetterlinge aus Mitteleuropa ziehen im Sommer nach Norden bis Südskandinavien – und kehren im Winter in ihre Überwinterungsgebiete in Südwestdeutschland und Ostfrankreich zurück.

Es ist Oktober. Hier besucht gerade ein Admiral die jetzt in Vollblüte stehenden Efeuranken. Er hat schon ziemlich viel mitgemacht – und er scheint manchem Vogelangriff entkommen zu sein.

C-Falter

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Der C-Falter ist im Kraichtal recht häufig anzutreffen. Er gehört zur Familie der Edelfalter und hat eine Flügelspannweite von 50 mm. In seiner Färbung ist er recht variabel; es gibt helle und dunkel gefärbte Exemplare.  Seinen Namen hat er erhalten, weil er auf den Unterseiten der Hinterflügel eine weiße „C-förmige“ Zeichnung trägt.

    Der C-Falter ist bei uns den ganzen Sommer über zu sehen. Sie sind bei uns in 2 Generationen anzutreffen. Die Sommergeneration kann bei uns meist überwintern.

Neben Blütenpflanzen wie hier der Wasserdost oder der Sommerflieder kann man den C-Falter auch an zerquetschtem Obst antreffen.

Vorsicht, aber keine Panik: Hornissen im Herbst

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Es ist Anfang Oktober. In den letzten Wochen kursierten Berichte über Hornissen-Angriffe in den Medien. In den Schlagzeilen war von „Überfall“ und „Jagd auf Rentner“ die Rede. Auch in der Nähe des Kraichtals gab es in Weingarten bei Karlsruhe einen Vorfall mit mehreren Betroffenen. Einige wurden sogar ernstlich verletzt. Auch dieser Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Dabei werden Hornissen doch als sehr friedliche Insekten beschrieben, die am Menschen keinerlei Interessen haben. Stimmt das alles etwa doch nicht?

Zunächst muss man wissen, dass Hornissenvölker im September den Höhepunkt ihrer Entwicklung  erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt umfassen die Hornissenvölker im Nest – je nach Größe des Nestes – mehrere Hundert Tiere. Diese haben vor allem 2 Aufgaben. Sie müssen Nahrung für die Brut herbeischaffen – und sie müssen das Nest mit der Königin verteidigen. Im Verteidigungsfall geben die Hornissen Alarmstoffe ab, der die Arbeiterinnen im Nest alarmiert und der sich als Duftwolke im Nestbereich und darüber hinaus verbreitet. Dies geschieht jedes Mal, wenn sich die Hornissen bedroht fühlen, z. B. , wenn sich jemand dem Nest zu weit nähert oder sich gar daran zu schaffen macht. Sobald dieser Alarmstoff in der Luft ist, beginnt ein massiver Angriff auf alles, was sich in der Umgebung bewegt. Heftige und schnelle Abwehrbewegungen verstärken diesen Effekt noch. In einem größeren Abstand vom Nest lassen die Hornissen nach und kehren zum Nest zurück. Es muss ja Nahrung für die Königin und die Brut beschafft werden. Nun zurück zu dem Hornissenangriff in Weingarten: Die Experten sind sich einig, dass im vorliegenden Fall eine Störung vorgelegen haben muss, denn von sich aus greifen Hornissen uns Menschen nicht an.

Arbeiterinnen bewachen den Eingang ihres Nestes im Apfelbaum auf dem Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal bei Oberacker.

Jungköniginnen sind ausgeflogen und verpaaren sich außerhalb des Nestes mit den Drohnen, die in der Umgebung des Nestes schon auf sie gewartet haben.

Es entstehen regelrechte „Hornissen-Knäuel“, wenn mehrere Drohnen versuchen, sich mit einer Jungkönigin zu paaren. Nach der Paarung verlassen die Jungköniginnen für immer das Nest und suchen sich einen sicheren Unterschlupf für den Winter. Die alte Königin wird jetzt von den Arbeiterinnen nicht mehr gefüttert und verlässt das Nest ebenso. Kurze Zeit später wird sie sterben.

Wenn je nach Witterung im September und Anfang bis Mitte Oktober die alte Königin und die jungen Königinnen das Nest verlassen, dann verliert die ausgeklügelte Arbeitsteilung unter den Arbeiterinnen ihre Ordnung. Als Folge davon erweitert sich auch der Gefahrenbereich um das Nest. Auch laute Geräusche und heftige, hastige Bewegungen können nun von den Hornissen als Angriff auf das Nest gedeutet werden.

Aber auch im Kraichtal gab es ein „Hornissen-Problem“: Auf dem Gelände des Gleitschirmclubs in Kraichtal-Oberacker hatte ein Hornissenvolk in einem Apfelbaum ein Nest gebaut. Obwohl  das Nest in unmittelbarer Nähe des Startplatzes liegt, gab es im Verlauf des Sommers keinerlei Probleme mit den Insekten. Nun war das jährliche „Fliegerfest“ geplant. Aufgrund der Meldungen aus Weingarten verschob man das Fest, sperrte den Bereich um den Baum mit Bändern ab – und stellte Warnschilder auf, die auf die mögliche Gefahr hinwiesen. Diese Reaktion der Verantwortlichen war vorbildlich: Anstatt Panik zu verbreiten, die Verlegung des Nestes oder gar die Vernichtung des Hornissenvolkes zu fordern, reagierte man total unaufgeregt und nahm die Sache so hin, wie sie war. Gefeiert wurde in kleinem Rahmen trotzdem – in sicherer Entfernung vom Nest. Was mir aber vor allem sehr gefallen hat, war die Erklärung, mit der  die Absage des Festes der Öffentlichkeit gegenüber begründet wurde:

„Gerade unser Sport ist sehr abhängig von der Natur: es ist beispielsweise lebenswichtig das Wetter richtig einzuschätzen. Und da wir so sehr von der Natur und der Umwelt abhängig sind, müssen wir diese auch entsprechend behandeln- auch wenn es „nur“ um ein Hornissennest geht und um Wächter die ihre neue Königin beschützen wollen…“

(Auszug aus der “ Mitteilung des Vereins über die Gründe der Absage des „Fliegerfestes“ in den verschiedenen Medien).

Flug-Gelände des Gleitschirmclubs Kraichtal. Die Absperrbänder sind inzwischen entfernt. Im Apfelbaum (in der Mitte) hat  zur Straßenseite hin ein Hornissenvolk ein Nest gebaut.

Auch der Hinweis: „Vorsicht Hornissen“   verstärkt die Haltung  des Vereins.  Das Schild sagt aus, dass es hier Hornissen gibt – und dass man in diesem Bereich vorsichtig sein- und sich an Spielregeln halten muss. Stünde auf dem Schild „ACHTUNG HORNISSEN!“, hieße das nämlich, dass es hier  – was überhaupt nicht zutrifft – grundsätzlich gefährlich ist. Ich finde die Art und Weise, wie der  Verein mit dieser schwierigen Situation (vor dem Hintergrund der Vorfälle in Weingarten) umgegangen ist, ganz toll! Hier hat man verstanden, dass es im Umgang mit der Natur vor allem darum geht, das, was in der Natur geschieht zu respektieren – und dass auch die Hornissen ein Recht auf den vom Menschen beanspruchten Lebensraum haben, den man teilen kann! Gerade, weil der Verein sicherlich wegen der Absage finanzielle Einbußen hatte, ist eine solch unaufgeregte Reaktion vorbildlich! Dass es aber auch Fälle geben kann, wo die Umsiedlung eines Hornissennestes notwendig wird, bleibt unbestritten.

Gerade über Hornissen und ihre Gefahr für den Menschen existieren immer noch viele Mythen. Deswegen kommt bei vielen Menschen Panik auf, wenn sie diesen – eigentlich so friedlichen – Insekten begegnen. Panik ist sicher nicht angebracht, aber Vorsicht und Respekt Tieren gegenüber, die  im Nahrungskreislauf  ihres Lebensraumes eine – auch für uns Menschen so wichtige – und deshalb auch schutzwürdige – Rolle spielen.

(*Hinweis: Für die Veröffentlichung von Teilen der Erklärung des Vereins in diesem BLOG  erhielt ich die persönliche Genehmigung.)

Grünes Heupferd

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Das Grüne Heupferd gehört zur Familie der Laubheuschrecken und ist eine der größten Laubheuschrecken in Mitteleuropa. Fast alle sind grün; es gibt aber einige wenige Exemplare mit einer Farbaweichung, zum Beispiel gelbe Beine. Bei uns im Kraichtal findet man das Grüne Heupferd auf Trockenrasen, in der Nähe von Hecken oder sonnigen Waldrändern. Man kann sie also überall dort finden, wo es warm und relativ windgeschützt ist.

Die Weibchen sind ungefähr 40 mm groß – und damit etwas größer als die Männchen. Auf dem Rücken sind sie braun gefärbt. Die Weibchen besitzen eine Legeröhre, mit der sie die 500-600 Eier im Boden ablegen können. Die Entwicklungszeit der Larven ist sehr unterschiedlich und es kann 1,5 Jahre bis 5 Jahre dauern, bis die Tiere voll entwickelt sind.

Bis die Heuschrecken voll entwickelt – und damit geschlechtsreif sind, machen sie  7 Häutungen durch. Erst dann erscheinen die flugfähigen Flügelpaare. Dabei überdecken die Vorderflügel die Hinterflügel.

Das Grüne Heupferd ernährt sich vor allem räuberisch von anderen Insekten und deren Larven, aber auch von einer Vielzahl von krautigen Pflanzen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Heuschrecken-Arten kann das Grüne Heupferd sehr gut fliegen.

In Deutschland ist der Bestand des Grünen Heupferdes nicht gefährdet. Obwohl man es oft übersieht, kommt es bei uns im Kraichtal vereinzelt, aber dann noch relativ häufig vor.