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Blutrote Heidelibelle

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Seit zwei Jahren fällt im Kraichtal immer wieder ein Teich trocken, der in den Jahren zuvor immer randvoll gefüllt war. Dies hängt wohl damit zusammen, dass es in den letzten beiden Jahren viel zu wenig geregnet hat.  War der Teich vor einigen Jahren noch ein üppiger Lebensraum für Seerosen, Schilf, Blässhühner, Eisvogel und vor allem Wasser- und Teichfrösche, so hat sich das Bild inzwischen dramatisch gewandelt. Trotz einiger Regenfälle bot der Teich Mitte Juni dieses traurige Bild: Nur eine wenige Quadratmeter große Pfütze war noch da, wo sich im Mai noch die Teichfrösche gegenseitig jagten. Auch die Libellenarten, die in den Jahren zuvor hier noch beobachtet werden konnten, sind jetzt verschwunden. Und wenn man sich auf dem trockenliegenden Grund des ehemaligen Teiches genauer umsieht, kann man noch die Schalen großer Teichmuscheln entdecken, die  beim ersten Trockenfallen des Teiches vor 2 Jahren von Wildschweinen ausgebuddelt und verzehrt wurden ….Seit Ende Juni ist der Teich trocken. Auch die telweise heftigen Regenfälle konnten nicht einmal eine Pfütze im Teich erzeugen. Nur ein dunkler Fleck deutet auf eine (noch) feuchte Stelle hin. … Und wenn es so kommt wie in den letzten beiden Jahren bleibt er bis zum Frühjahr des kommenden Jahres trocken, sich dann einigermaßen mit Wasser füllt,  bis er dann im Junin erneut trockenfällt ….

Das folgende Video zeigt, wie es am Teich am 24. Mai aussah. Wasserfrösche quakten noch um die Wette – und fast der gesamte Bereich des Teichs war noch – wenn auch nur wenige Zentimeter – mit Wasser bedeckt, aber schon war ein deutlicher Wasserverlust gegenüber Anfang Mai erkennbar. Auch der zunehmende Algenwuchs deutete auf eine deutliche Erhöhung der Wassertemperatur hin. Und tatsächlich: Innerhalb weniger Tage schrumpfte der Wasserspiegel auf eine immer kleiner werdende Pfütze. Einen Monat später lag der Teich dann wieder trocken. Lediglich im Graben außerhalb des Teichs befindet sich noch Wasser.

Tatsächlich waren zum Zeitpunkt der Video-Aufnahme noch Dutzende von Teichfröschen und Wasserfröschen im Teich. Allerdings konnten die Teichfrösche in den benachbarten größeren See ausweichen, der derzeit noch unverändert besteht.Diese Situation öffnet aber der Blutroten Heidelibelle die Tür. Sie liebt trockenfallende Tümpel und Gewässer. In den vergangenen Jahren wurde sie hier nur ganz selten gesichtet. Von anderen roten Libellen unterscheidet sie sich vor allem durch ihre schwarzen Beinpaare. Bei derBlutroten Heidelibelle sind nur die Männchen – oder manchmal ganz alte Weibchen rot gefärbt. Die Weibchen sind normalerweise braun-gelblich gefärbt und zeigen auch bläuliche und rötliche Farben. Die Blutrote Heidelibelle hat einer Körperlänge von ungefähr 4,5 cm und eine Flügel-Spannweite bis 6 cm.

Hier hat ein Männchen ein Weibchen hinter dem Kopf gepackt und hält es fest. Männchen und Weibchen bilden ein sogenanntes „Paarungsrad“ bei dem das Männchen sein Sperma abgibt. Dies geschieht meist auf Blättern. Das Weibchen hält sich dabei mit seinen Beinen am Hinterleib des Männchens fest.Anschließend trennt sich das Weibchen mit dem Hinterleib vom Männchen. Am Kopf wird es aber weiter vom Männchen festgehalten. Dann fliegen beide los; das Männchen zieht das Weibchen hinterher. Beide bilden im Flug ein „Tandem“. Mit Schüttelbewegungen legt das Weibchen die Eier im trockenen Uferbereich des Teichs ab. Dort überwintern die Eier. Wenn im Frühjahr das Gewässer wieder überflutet wird, können sich die Eier entwickeln. Die Blutrote Heidelibelle gehört zu den häufigsten Libellenarten in Deutschland.

Kleiner Feuerfalter

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Der Kleine Feuerfalter gehört innerhalb der Gruppe der Schmetterlinge zur Familie der Bläulinge. Er ist im Kraichtal nicht selten, obwohl er eigentlich nicht in „Kalk-Gebieten“ anzutreffen ist. Trotzdem begegnet man ihm an sonnigen, blütenreichen Stellen. Der Kleine Feuerfalter ist recht klein; seine Flügel erreichen eine Spannweite von 22-27 mm. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt und lassen sich nur sehr schwer unterscheiden. Die orangefarbenen Flügel sind mit schwarzen Flecken versehen. Die Flügelunterseiten sind braun und weisen schwarze Flecken auf. Man kann ihn – je nach Witterung vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein in mehreren Generationen fliegen sehen. Die Falter besuchen mehrere Pflanzenarten, zum Beispiel den Wasserdost, den Echten Dost, Baldian und einige andere Wiesenblumen wie zum Beispiel die Tauben-Skabiose.Hier saugt ein Kleiner Feuerfalter gerade am Blütenstand des Baldrians Und so sieht die Unterseite der Flügel aus: Braunrot mit kleinen schwarzen Punkten Kleiner Feuerfalter auf DostKleiner Feuerfalter am Rande eines Weinbergs; hier auf Echtem Dost, Oregano oder Wildem Majoran, wie er oft genannt wird. Der Wilde Majoran ist eine Superpflanze für Insekten. Zahlreiche Schmetterlingsarten, Bienen, Wildbienen, aber auch Schwebfliegen besuchen ihn. Obwohl man ihn bei uns nicht so häufig entdeckt, ist der Kleine Feuerfalter  derzeit (noch) nicht gefährdet.

Blauflügel-Prachtlibelle

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Die Blauflügel-Prachtlibelle gehört innerhalb der Gruppe der Libellen zur Familie der Prachtlibellen. Prachtlibellen erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 7 cm. Die breiten Flügel sind auffällig gefärbt und besitzen ein dichtes Adernetz. Man findet sie bei uns im Kraichtal an schnell fließenden Gewässern, aber auch in beschatteten Bereichen, wo sie manchmal auf sonnenbeschienenen Blättern auf der Lauer nach vorbeifliegenden kleinen Insekten liegen. Oft kann man sie auch in der weiteren Umgebung eines Gewässers antreffen.Beim Männchen sind die Flügel durchweg blaugrün und wirken am Flügelende bei entsprechendem Lichteinfall fast schwarz. Der ganze Körper ist grün. Die Männchen haben ein festes Revier und verteidigen dieses gegen andere Artgenossen; manchmal werden sogar Schmetterlinge vertrieben, welche auf „seinem“ Blatt landen wollen. Oft kann man aber Prachtlibellen recht weit von den Gewässern entfernt – wie hier am Rande eines Waldweges – beobachten.Hier verzehrt eine männliche Libelle ein Insekt, das sie gerade gefangen hat.Beim Weibchen sind die Flügel durchscheinend bräunlich oder kupferfarben. Bei entsprechendem Licht wirken sie sogar schwarz. Beim Weibchen ist der hintere Teil des Hinterleibs bräunlich gefärbt.Hier ist gerade eine weibliche Blauflügel-Prachtlibelle bei der Landung auf einem Blatt. An manchen Orten ist die Libelle selten geworden.Eine weibliche Blauflügel-Prachtlibelle auf der Jagd: Die Umgebung wird genau beobachtet ….… und wenn sie etwas entdeckt, geht es blitzschnell ….… und dann ist sie meist erfolgreich: Man sieht, dass sie ein kleines Fluginsekt erbeutet hat. Dieses wird sofort verzehrt.

Zum Fressen kehrt sie meist zum Ausgangspunkt zurück. Jetzt kann die Jagd weitergehen ….

Blaue Federlibelle

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Die Blaue Federlibelle gehört innerhalb der Libellen zur Familie der Federlibellen. Den Namen haben sie von ihren Borsten, die wie Federn an den Schienen der Beine stehen. Die Gemeine Federlibelle ist die einzhige in Deutschland vertretene Art dieser Libellenfamilie. Man findet sie an stehenden und langsam fließenden Gewässern.Die Schienen des mittleren und hinteren Beinpaares sind abgeflacht und deutlich verbreitert.  Die Blaue Federlibelle ist 3,5 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 4,5 cm. Das Bild zeigt eine männliche Federlibelle auf der Spitze eines Brennnesselblattes.Bei dieser Libellenart sind die Männchen blau gefärbt,die Weibchen dagegen gelblich. Die Art wird zwar wegen ihrer geringen Größe oft übersehen, ist aber dennoch recht häufig im Kraichtal anzutreffen.

Er gehört zum Kraichtaler Sommer: Der Kleine Fuchs

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Der Kleine Fuchs gehört innerhalb der Schmetterlinge  zur Familie der Edelfalter. Im Kraichtal ist er in diesem Jahr häufig anzutreffen. Zur Zeit fliegt er gerade. Wie viele andere Schmetterlingsarten sind seine Raupen auf Brennnesseln angewiesen. Deswegen wird er auch oft als „Nessel-Falter“ bezeichnet. Die Grundfärbung dieses wunderschönen Schmetterlings ist leuchtend orange. In der Mitte der Vorderflügel befinden sich drei schwarze Flecke, nämlich ein großer Fleck und zwei kleine. Dies ist ein sicheres Erkennungsmerkmal. Die Flügel weisen schwarz eingefasste blaue Randfelder auf.Dies ist ein Schmetterling, der Anfang April fotografiert wurde. Er hat wahrscheinlich gerade sein Winterquartier an einer geschützten Stelle (Keller, Dachböden, Garagen, Nistkästen,  Schuppen, Feldscheune, etc.) verlassen. Deutlich sind die drei schwarzen Flecke auf den Vorderflügeln zu sehen. Die Färbung des Falters ist blasser, als dies bei den Schmetterlingen der Sommer-Generationen der Fall sein wird. Ab April bis Ende Mai fliegen diese Falter und legen auf Brennnesseln ihre Eier ab. Dabei werden die Eier in Gruppen von 50 Eiern bis 200 Eiern abgelegt. Die sich daraus entwickelnden Raupen beginnen sofort zu fressen und häuten sich dabei mehrfach. Wenn die Raupen ausgewachsen sind, verlassen sie die Gruppe und verpuppen sich einzeln an sicheren Stellen.Das ist eine voll entwickelte Raupe des Kleinen Fuchses. Sie ist stachelbewehrt und zeigt auffällige schwarz-gelbe Färbung. Deswegen wird sie auch kaum von Vögeln gefressen. Allerdings fallen viele Raupen den zahlreichen Arten der Raubfliegen zum Opfer, die ihre Eier auf die Raupen ablegen. Die Unterseite der Flügel ist braun gefärbt mit einem gelb-orangenen Flügelfeld. Hier saugt gerade ein Kleiner Fuchs an einer Witwenblume. Der Kleine Fuchs ist ein „Wanderfalter“ der innerhalb eines Gebietes teils größere Wanderungen unternimmt. Da die erwachsenen Falter nicht auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert sind, kann man sie bei uns auf ganz vielen Blütenpflanzen beobachten. Zur Zeit findet man sie im Kraichtal vor allem auf den Witwenblumen und den ersten Disteln. Im Sommer kann man sie ab August auch auf der einheimischen „Super-Schmetterlingspflanze“, dem „Wasserdost“,  antreffen. Bei uns gibt es  – je nach Witterung – regelmäßig zwei bis drei Generationen des Kleinen Fuchses. Bei uns im Kraichtal kann man also den „Kleinen Fuchs“ von April bis in den Oktober hinein fliegen sehen. Manchmal kann man den Kleinen Fuchs auch auf dem Boden entdecken.Und was den Kleinen Fuchs auch noch von einigen anderen Schmetterlingsarten unterscheidet: Er besucht unsere Gärten, weil er mit vielen – nicht einheimischen – Blütenpflanzen etwas anzufangen weiß, wie hier auf einem Lavendel. Und solche Arten gibt es in unseren Gärten inzwischen sehr viele. Von diesen werden einige Arten nur vom Kleinen Fuchs besucht.

Er fliegt wieder: der „kleine Bruder“ des Maikäfers: der Junikäfer

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Eigentlich ist „Junikäfer“ gar nicht sein richtiger Name: Wissenschaftlich heißt er: „Gerippter Brachkäfer“ und gehört wie sein naher Verwandter, der Maikäfer, zur Käferfamilie der „Blatthornkäfer“. Weil er aber im Juni/Juli oft in Massen unterwegs ist, hat er den Namen „Junikäfer“ erhalten. So kann man gerade zur Zeit in der Abend-Dämmerung Junikäfer beobachten. Maikäfer sind jetzt nur noch ganz selten unterwegs. Deren Haupt-Flugzeit ist tatsächlich der Zeitraum von Mitte April bis Anfang Juni. Zwar sind der Maikäfer und der Junikäfer miteinander verwandt, aber es gibt deutliche Unterschiede:Junikäfer: Junikäfer sind nur halb so groß wie die Maikäfer. Der gesamte Körper ist  mehr oder weniger braun. Das Halsschild ist braun mit einem hellen Streifen in der Mitte. Halsschild und Flügeldecken sind behaart.Auch die Unterseite ist braun. Lediglich die Enden der Beine sind schwarzbraun. An den Körperseiten fehlt das typische weiße Maikäfermuster. Flugzeit: Mitte/Ende Juni bis höchstens Ende Juli nur in den Abenddämmerung und nachts. Tagsüber verstecken sie sich in der Vegetation. Auch in der Entwicklung gibt es Unterschiede: Die Larven (Engerlinge) sind deutlich kleiner. Bereits nach 3 Jahren ist die Entwicklung der Junikäfer abgeschlossen.Maikäfer: Beim Maikäfer sind Halsschild und Unterseite schwarz. An den Körperseiten erscheint das typische Maikäfer-Muster. Flugzeit: Ende Apri bis Anfang Juni in der Abenddämmerung, aber auch tagsüber. Bei den Maikäfern dauert die Entwicklung vom Ei über den Engerling bis zum voll entwickelten Käfer insgesamt 4 Jahre.Das Bild zeigt einen Junikäfer am Morgen nach einer heftigen Regennacht.  In einer Hecke hat er sich auf einem Blatt versteckt. Tagsüber sind sie kaum zu sehen. Erst mit der Abenddämmerung werden sie wieder aktiv.Die Unterseite des Junikäferst zeigt die starke Behaarung und die dunkelbraune Färbung. Auch die dunklen Enden der Beine sind deutlich zu erkennen. Auf den Flügeldecken sind die Rippen zu erkennen. Daher auch sein Name „Gerippter Brachkäfer“. Seine Nahrung besteht aus Blättern und Blüten. Weil er oft in Massen auftritt, kann er Schäden verursachen. Junikäfer sind keine geschickten Flieger. Das brauchen sie auch nicht zu sein; ist er doch in der Nacht unterwegs, wo er kaum auf Fressfeinde trifft. Und auch der Mensch ist erst in der Nacht unterwegs, seit es Elektrizität gibt. So kann es vorkommen, dass sich Menschen gestört fühlen, wenn ihnen ein ungeschickter Junikäfer auf den Kopf fliegt oder beim abendlichen Grillen auf dem Tisch oder im Glas landet.

Der Ölkäfer oder „Maiwurm“ ist jetzt wieder unterwegs

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Die Ölkäfer tauchen bei uns im Frühjahr auf. Man findet sie dort, wo es sonnig ist – und wo es viele blühende Pflanzen hat. Die voll entwickelten Käfer ernähren sich von Pollen. Dabei haben die Ölkäfer, die wegen der ölartigen Substanz, die sie bei Gefahr aus den Gelenken ausscheiden und ihres „wurmähnlichen Hinterleibs“ auch ihren Namen und im Volksmund auch „Maiwurm“ genannt werden – eine sehr interessante Lebensweise. Es gibt bei uns mehrere Arten von ihnen.

Das Weibchen gräbt sich in den Erdboden und legt dort ein Nest an, in welches sie mehrere Tausend Eier ablegt. Die sich daraus entwickelnden Larven machen mehrere Entwicklungstadien durch. Zunächst sind sie mit einer Klaue und zwei klauenartigen Borsten ausgerüstet. Man bezeichnet die Larven in diesem Stadium als „Dreiklauer“. Sie klettern auf Blüten und warten dort auf blütenbesuchende Insekten. Dann klammern sie sich an diese und lassen sich von ihnen in deren Bau tragen. Wenn sie bei verschiedenen Arten der einezln lebenden Wildbienen gelandet sind, verzehren sie zunächst den Futtervorrat der Wildbienen-Larven und dann auch die sich entwickelnden Wildbienen-Larven selbst. Dann häuten sie sich erneut und überwintern im Nest der Wildbienen. Sie verpuppen sich und schlüpfen im nächsten Frühjahr als voll entwickelte Käfer aus. ..  Ölkäfer sind also Parasiten der Wildbienen.  Wenn sie als Larve in den Nestern der Hummeln oder der Honigbiene landen, haben sie Pech. Dort können sie sich nicht enwickeln,weil sie von den Arbeiterinnen entdeckt und getötet werden.

Ölkäfer können bis zu 35 mm lang werden.  Ihre kurzen Deckflügel, die den Hinterleib nicht bedecken, glänzen metallisch.

Beim Männchen sind die Fühler geknickt DerÖlkäfer hat fein punktierte, stark verkürzte Flügel   Ölkäfer scheiden bei Gefahr eine sehr giftige, wie Öl aussehende Flüssigkeit aus, die schwere Verletzungen auf der Haut bewirken können.  Werden Käfer verschluckt, dann kann es zu gefährlichen Vergiftungen kommen, die auch zum Tod führen können. Daher werden die Käfer oft auch als „Blasenkäfer“ bezeichnet. Deswegen sollte man Ölkäfer wenn möglich nicht berühren – aber auf jeden Fall nach einem Kontakt mit ihnen gründlich die Hände waschen. Verschiedene Insekten, aber auch andere Tiergruppen fressen die Käfer, um  deren Gift in ihrem Körper anzreichern – und schützen sich so davor, selbst gefressen zu werden.

Man sieht ihn wieder in unseren Gärten: Der Große Wollschweber

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Wenn in den Hausgärten die ersten Blütenpflanzen blühen oder vor den Fenstern die Blumenkästen ein vielfarbiges Angebot an Blüten bieten, dann kann man ihn auch bei uns sogar mitten in den Siedlungen und Dörfern entdecken, wenn er die Blüten besucht. Er wird oft übersehen, weil er so klein ist und eigentlich nicht auffällt. Erst wenn er ruckartig von Blüte zu Blüte eilt – oder scheinbar sekundenlang in der Luft schwebt – dann kann es sein, dass man den bis zu 12 mm langen Flieger entdeckt.  Sonst findet man ihn an sonnigen Waldrändern, aber auch Wiesen. Erwachsene Wollschweber ernähren sich von Nektar.

Hier besucht ein Wollschweber gerade ein „Vergissmeinnicht“Mit dem langen Saugrüssel taucht er punktgenau in die Blütenkronröhre hinein. Dabei schwebt er über der Blüte – und stützt sich allenfalls mit den Vorderbeinen ab. Man erkennt den Wollschweber an seinen Flügeln. Die Vorderkante der Flügel ist dunkel gefärbt und zeigt ein gezacktes Muster.   Der lange Saugrüssel wird auch im Flug gerade nach vorn oder nach unten   – und das letzte Beinpaar wird nach hinten oben gerichtet.Auch hier wird nochmals sichtbar, wie der Wollschweber mit seinem Saugrüssel punktgenau in die Blütenkronröhre der Vergissmeinnicht-Blüte eintaucht.  Übrigens: Vor dem Wollschweber braucht man keine Angst haben. Er ist für den Menschen völlig ungefährlich.

Weitere Infos zum Großen Wollschweber finden sich in einem Beitrag in diesem Blog: https://natur-erleben-online.de/wollschweber

13. April 2019: +3°C. im Kraichtal – und die Ackerhummel bestäubt Blüten!

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Es ist wieder mal April. Der Winter lässt nochmal kurz seine Muskeln spielen. Ein kalter Wind weht und es schneit: Schneegriesel. -Draußen ist es unangenehm und kalt. Eigentlich würde man jetzt keine Insekten vermuten, die von Blüte zu Blüte fliegen und auf der Suche nach Nektar und Pollen sind. Und doch sind Ackerhummeln und andere Wildbienen unterwegs, die genau das machen. Zunächst sind es nur Königinnen, die einen neuen Staat gründen und dazu Futter für die kommende Brut sammeln. Die Königin hat ein Nest gebaut und Eier gelegt, in denen sich bereits Larven entwickeln. Und die müssen demnächst gefüttert werden. Dazu hat sie – neben den Brutzellen – auch napfförmige Voratsbehälter für Pollen und Nektar gebaut, die jetzt von ihr gefüllt werden.  Denn schon in wenigen Tagen werden die ersten Junghummeln schlüpfen, die dann die Blütenbesuche unternehmen. Taubnesseln, Scharbockskraut, Gundermann, Obstbaumblüten, Schwarzdorn, Weiden und andere Blütenpflanzen stellen schon ein breites Angebot an Blüten zur Verfügung. Honigbienen sucht man allerdings an solchen Tagen vergeblich. Die können bei diesen Temperaturen nicht ausfliegen. So sind Wildbienen, zu denen ja die Hummeln gehören, wichtige Bestäuber vieler Kulturpflanzen, die auch dann fliegen können, wenn es für die Honigbienen noch zu kalt ist. Gerade, wenn es während der Obstbaumblüte zu Kälteeinbrüchen kommt, spielen die Wildbienen, also auch die Hummeln eine wichtige Rolle bei der Bestäubung während solcher Wetterlagen. Hummeln haben also – wie viele andere Wildbienen-Arten auch – für uns Menschen eine sehr große Bedeutung.Die Ackerhummel kriecht in die geöffnete Lippenblüte der Gefleckten Taubnessel ein. Mit ihrem langen Rüssel kommt sie gut an die Nektarvorräte, die sich im Grunde der Blütenkronröhre befinden, heran. Aber auch die Königin selbst braucht für ihre Sammelflüge Energie. Diese bekommt sie  vor allem vom Nektar.Die Staubblätter der Taubnessel befinden sich in der löffelartig gewölbten Oberlippe. Beim Eindringen der Hummel in die Blütenkronröhre streift sie an den Staubblättern entlang. Dadurch werden die Pollenkörner aus den Staubblättern auf ihren „flauschigen Pelz“ gestreut.  Auf dem Bild sieht man die vier Staubblätter mit den dunkel gefärbten Staubbeuteln am Ende.  In diesen befinden sich die Pollen. Bei den Lippenblütengewächsen gibt es bei den Taubnesseln in den Blüten normalerweise  4 Staubblätter, davon  2 lange und 2 kürzere. Die Blüten sind rings um den Stängel in den Blattachseln verteilt.Nachdem der Nektar aus der ersten Blüte geholt wurde, wird jetzt die benachbarte Blüte besucht. Mit den Pollen der ersten Blüte wird jetzt die zweite Blüte bestäubt, wenn die Pollen auf der Narbe der zweiten Blüte abgestreift werden. Damit ist die Blüte bestäubt.Auf dem Bild sieht man bei der  linken Blüte die Narbe als dünnen roten Faden zwischen den Staubblättern. Die Narbe ist Teil des Fruchtblatts der Blüte. Wenn Pollen auf die Narbe kommt, bezeichnet man diesen Vorgang als „Bestäubung“. Als Folge der Bestäubung bildet die Pflanze Früchte mit den darin enthaltenen Samen.Anschließend fliegt sie zur nächsten Blüte oder einer anderen Taubnessel. Während des Fluges dahin kämmt sie sich mit „kammartig“ geformten Strukturen an ihren Beinen den Pollen aus dem „Pelz“ und streift den Pollen an den „Sammelbeinen“ ab.Hier sieht man das orangerote Pollenpaket aus Taubnesselpollen an den Seiten der Sammelbeine kleben. Eine ganz spezielle Anordnung von nach innen gerichteten Haaren des hintersten Beinpaares bildet dann die „Pollen-Sammelvorrichtung“,  das „Körbchen“,  in welchem  der Pollen gesammelt wird.Wenn die Hummel genug Pollen gesammelt hat, sind die orangeroten Pollenpakete am letzten Hinterbeinpaar deutlich sichtbar. Man sagt, dann sie „höselt“; das heißt, es sieht aus, als ob sie farbige Hosen anhätte. Im Nest angekommen, werden die  Pollen-Pakete  dann in den dafür vorgesehenen Sammelbehältern gelagert. Tatsächlich ist der Pollen bei den Blütenpflanzen unterschiedlich gefärbt. Während der Pollen der „Gefleckten Taubnessel“  orangerot ist, hat der Gänseblümchen-Pollen eine gelbe Farbe; der Pollen der Weißen Taubnessel ist weiß. Es gibt aber auch braune, tiefrote, grüne, blaue und sogar schwarze Pollen. Wenn genügend Hummeln im neuen Staat vorhanden sind, verlässt die Königin das Nest nicht mehr und beschränkt sich auf das Eierlegen. Die weiteren Arbeiten wie die Pflege der Brut oder das Sammeln von Pollen und Nektar übernehmen dann die Arbeiterinnen, die aus den ständig neu gelegten Eiern  der Königin schlüpfen.

Wenn „ER“ wieder fliegt, ist es Frühling: Der Zitronenfalter

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Die Winter können in Deutschland sehr kalt werden. Deswegen gibt es nur ganz wenige Schmetterlingsarten, welche als voll entwickelte Falter bei uns überwintern. Der Zitronenfalter gehört dazu. Was ihn aber von den anderen Arten unterscheidet, ist die Art der Überwinterung. Während der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge oder der C-Falter zur Überwinterung frostgeschützte Orte wie Dachböden, Scheunen, Keller oder Industrie- und Wohngebäude aufsuchen, bleibt der Zitronenfalter in der „freien Natur“. Er versteckt sich im Spätherbst lediglich im Brombegestrüpp oder unter Efeuzweigen. Manchmal sitzt er auf Zweigen oder im trockenen Laub auf dem Boden. Dann verbringt er in seinem „Versteck“ die Wintermonate

Dabei fällt er in die sogenannte „Winterstarre“. Damit er auch Frostnächte und -tage überleben kann, scheidet er alle Körperflüssigkeit, die er nicht benötigt aus – und produziert ein spezielles „Frostschutzmittel“, das vor allem aus Glycerin und anderen Stoffen besteht. Der Stoffwechsel wird stark zurückgefahren. Dadurch wird verhindert, dass seine Körperzellen durch den Frost geschädigt oder zerstört werden. So kann er – zumindest kurzfristig – problemlos Temperaturen bis -20° C. aushalten. Es macht ihm auch nichts aus, wenn er in seinem Versteck völlig mit Schnee bedeckt wird. Ab Ende März-Anfang April wird er dann wieder aktiv und beginnt sofort mit der Nahrungssuche. Dabei findet man ihn häufig auf den Taubnesseln, die schon im zeitigen Frühjahr in recht großen Beständen blühen. Und der Zitronenfalter kommt mit seinem langen Rüssel problemlos an die Nektar-Vorräte in den Lippenblüten heran. Im April und Mai geht er dann auf die Suche nach Weibchen, die ebenfalls überwintert haben. Der männliche Zitronenfalter besucht hier gerade eine Rote Taubnessel. Das Männchen ist auffallend gelb gefärbt. Ein weiteres Merkmal sind die braunroten Punkte auf den Vorder- und Hinterflügeln. Typisch sind auch die ausgezogenen Flügelspitzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schmetterlingsarten sieht man ihn kaum mit ausgebreiteten Flügeln sitzen; er „sonnt“ sich nur mit zusammengeklappten Flügeln. Die überwinterten Weibchen sehen ähnlich aus wie Kohlweißlinge. Sie sind nicht gelb gefärbt sondern weißlich-grün, zeigen aber auch die typischen braunroten Punkte auf den Flügeln und die gleiche Form der Flügel. Mit Kohlweißlingen kann man sie im März/April aber nicht verwechseln, denn diese gibt es im März/Anfang April noch nicht. Zudem finden sich keine schwarzen Flecke auf den Flügeln oder an den Flügelrändern. Die Kohlweißlinge haben auch keine spitzen Flügelecken. (Das Bild zeigt ein Weibchen des Zitronenfalters im Juli an der Blüte der Wald-Platterbse)

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier ausschließlich auf die Blätter einiger Faulbaum- oder Kreuzdorn-Arten. Damit endet der Lebenszyklus der Zitronenfalter. Immerhin werden die Zitronenfalter fast ein Jahr alt, von dem sie aber einen Großteil verschlafen. Damit haben  die Zitronenfalter die höchste Lebenserwartung aller mitteleuropäischen Schmetterlinge.  2 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Raupen und ernähren sich ausschließlich von den Futterpflanzen.  Ende Juni bis Anfang August schlüpfen die Schmetterlinge. Die neue Generation fliegt von Juni bis Juli; im August erfolgt eine „Sommer-Ruhe“. Ab September fliegen sie wieder, bis sie mit den ersten kalten Temperaturen in „Kältestarre“ den Winter über in ihrem Versteck verbringen. Im nächsten Jahr werden sie wieder für Nachwuchs sorgen.