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David gegen Goliath: Wer bekommt den süßen Saft …?

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  1. NEs ist Anfang September. Viele Felder sind abgeerntet, große Feldflächen liegen offen da. Lediglich Kulturen wie Sonnenblumen, Mais, Soja, Zuckerrüben, Zwischenfrucht-Kulturen oder Blühstreifen bieten noch einige Zeit Deckung und Nahrung. Und hier tut sich auch  noch einiges, obwohl alles verblüht zu sein scheint. Das Bild zeigt kein Sonnenblumenfeld sondern einen „Blühstreifen“, der viele unterschiedliche Pflanzenarten beinhaltet – und der wahrscheinlich noch bis ins nächste Frühjahr so stehen bleibt.Sonnenblumen, Phacelia, Ölrettiche, Borretsch, Buchweizen, Kornblumen und viele andere Arten sind hier aufgegangen und haben in den vergangenen Monaten ein buntes Bild an blühenden Pflanzen geboten. Als Folge davon konnte man zahlreiche Insekten, Vögel aber auch Säugetiere beobachten, die hier Nahrung oder Deckung gefunden haben.Eigentlich könnte man meinen, dass auf diesem Feld – wo fast alles verblüht ist, für Insekten und andere Kleintiere nicht mehr zu holen ist. Allenfalls für Vögel, die sich in ein paar Wochen an den Sonnenblumenkernen sattfressen werden. Weit gefehlt:  Man muss nur genau hinsehen – und dann kann man ganz tolle Beobachtungen machen. Bei dieser Sonnenblume ist zwar der große Korb mit den zahlreichen Blütenständen abgebrochen oder abgeschnitten. Wahrscheinlich wurde er dann mit nach Hause genommen, als er noch blühte. Trotzdem lebt die Pflanze noch und produziert Traubenzucker und Sauerstoff, so lange die Blätter grün sind.  Während der Sauerstoff an die Luft abgegeben wird, fließen die zuckerhaltigen Säfte in den Stiel, wo sie weitertransportiert werden. Und wegen dieses zuckerhaltigen Pflanzensaftes bleibt auch die Pflanze für viele Tiere interessant. Es ist auch hier so: Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass sich eine Hornisse am Blattstiel aufhält. Und dann sieht man noch jede Menge Ameisen, die dort geschäftig hin und her eilen – oder an einem Stängel sitzen und etwas auflecken.Der Grund ist einfach: Ameisen haben an den Verletzungen des Blattstiels den süßen Pflanzensaft entdeckt, den sie jetzt aufnehmen. Deutlich ist zu erkennen, dass die Ameise auf dem Bild so viel Saft aufgenommen hat, dass der Hinterleib vom Saft mächtig aufgequollen ist. Oben an der offenen Stelle hat aber auch eine Hornisse Gefallen am Pflanzensaft gefunden. Und dieser Saft schmeckt ihr offensichtlich. Doch die Ameisen sind nicht gewillt, die süße Quelle einfach aufzugeben und greifen die Hornisse an. Obwohl die Hornissen Jagd auf alle Arten von Insekten machen, mit denen sie dann die Larven füttern, nehmen sie zur eigenen Ernährung gerne süße Pflanzensäfte – vor allem aus Bäumen – auf.  Aber wenn es wie hier bei der Sonnenblume ebenfalls einen süßen Pflanzensaft gibt, dann sind natürlich auch bald einige Hornissen zur Stelle.Jetzt beginnt ein gemeinsamer Angriff auf die Hornisse. Diese wird von allen Seiten  bedrängt. Wie hier auf den Bildern zu sehen ist, beißt gerade eine Ameise in die Fühler der Hornisse. Diese weicht aus, wird aber von anderen Hornissen an den Beinen gepackt und reißt sich los. Der Kampf um die Saftquelle dauert mehrere Minuten. Das folgende kleine Video dokumentiert, wie verbissen die Ameisen kämpfen und wie hartnäckig aber auch die Hornisse am Saft lecken will. Der Film gibt nur einen kurzen Ausschnitt wieder, der in Wirklichkeit mehrere Minuten andauert.

Was im Video zu sehen ist: Weder die Hornisse noch die Ameisen geben freiwillig die Futterquelle auf. Gemeinsam gehen nun mehrere Ameisen auf die Hornisse los  um sie zu vertreiben. Sie beißen in Fühler und in die Beine der Hornissse. Diese schüttelt die Ameisen immer wieder ab, aber die Ameisen gehen unentwegt gegen die Hornisse vor. Endlich gibt die Hornisse nach, findet aber am Grund des Stängels eine erneute Saftquelle, während die Ameisen an der Spitze der Sonnenblume bleiben. Jetzt kann sie dort in Ruhe den Pflanzensaft aufnehmen, zumindest bis die nächsten Ameisen kommen ….

 

 

Ein geheimnisvolles Wesen im Brombeergestrüpp: Büffel-Zikade

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Die Büffelzikade wurde im letzten Jahrhundert aus den USA zunächst nach Südeuropa eingeschleppt. Inzwischen ist sie auch bei uns heimisch geworden. Da sie nur Größen zwischen 6 und 9 mm erreicht, wird sie bei uns oft übersehen, zumal sie am gesamten Körper grün ist – und sich meist auf Büschen oder Sträuchern aufhält. Man findet sie in gewässerbegleitenden Gehölzen, Sträuchern und Büschen in Gewässernähe, aber auch auf Kulturland und in Gärten.Büffelzikade von oben gesehen. Man sieht hier deutlich den nach oben gewölbten Halsschild, der an den beiden Enden bräunlich getönte Dornen und einen spitz nach hinten verlaufenden Fortsatz aufweist. Auch die Flügel sind sichtbar. Erwachsene Tiere sind bei uns im Kraichtal von Mitte Juli bis in den Oktober hinein zu beobachten.Büffelzikade von der Seite. Hier sieht man auch deutlich den mächtigen, nach hinten gezogenen Halsschild. Dieser verleiht der Zikade ein „büffelartiges“ Aussehen. Auch ein Auge ist zu sehen. Dass die Tiere hier oft auf Brombeersträuchern zu sehen sind, hat seinen Grund: Die Weibchen legen die zahlreichen Eier – vor allem bei niedrig wachsenden Rosengewächsen wie bei der Brombeere – in selbstgefertigte Rindenschlitze. Dort überwintern dann die Eier. Leider kann die Büffelzikade große Schäden anrichten, weil sie die Rinde von Reben und Obstbäumen anschneiden, um dort Pflanzensäfte aufzunehmen. Dabei sind oft Infektionen an den betroffenen Stellen die Folge, welche die befallenen Pflanzen ernsthaft schädigen und den Ertrag bei Obstbäumen oder Reben deutlich beeinträchtigen können.Tatsächlich kann man die Büffelzikade sehr leicht übersehen, obwohl sie – wie es hier der Fall ist – deutlich sichtbar auf einem Brombeerblatt sitzt. Aber auch sonst kann man sie leicht übersehen, wie man am folgenden Bild feststellen kann:Haben Sie die Zikade gefunden? Nur wenn man weiß, wie sie aussieht – und wenn man dann gezielt nach ihr sucht, kann man sie auch entdecken. In der „freien Natur“ ist dies oft Glücksache – oder einer Bewegung der Zikade geschuldet – dass man sie entdeckt.

 

Schwarzrandspanner

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Der Schwarzrandspanner ist ein tagaktiver Nachtschmetterling aus der Familie der Spanner. Er hat eine Flügelspannweite von knapp 40 mm und ist auch am Tag aktiv. Wegen seiner besonderen Flügelzeichnung kann er mit keiner anderen Schmetterlingsart verwechselt werden. Die Grundfarbe der Flügel ist weiß, das Fleckenmuster ist dunkelbraun bis schwarz und variiert innerhalb der Art sehr häufig.Bei uns im Kraichtal fliegen zwei Generationen pro Jahr. Die Raupen verpuppen sich und überwintern in der Erde. Die Futterpflanzen der Raupen sind Weide, Pappel, Birke, Hasel. Man kann sie in Bruchwäldern, Waldrändern, gewässerbegleitenden Gehölzen und Lichtungen beobachten.Die erwachsenen Schmetterlinge ernähren sich von Blütenpflanzen aller Art. Dieser Schmetterling saugt gerade am Blütenstand einer Kanadischen Goldrute.Der Schwarzrandspanner gilt bei uns als nicht gefährdet. Trotzdem ist er ein schöner Schmetterling, den man nicht sehr oft beobachten kann. Bei Blütenbesuchen fällt er natürlich auf.

Er glänzt in vielen Farben: Moschusbock

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Der Moschusbock gehört zur artenreichen Familie der Bockkäfer. Weil er aus seinen Drüsen eine nach Moschus riechende Flüssigkeit aussondern kann, hat er seinen Namen erhalten. Er wird knapp 4 cm lang und fällt durch seine langen Fühler und vor allem durch seine Färbung auf.Wenn sich der Käfer nicht bewegt, wird er trotz seiner Färbung oft übersehen.Die Käfer glänzen metallisch. Dabei kann die Färbung von kupfer- bis bronzefarbig, grünlich oder blauviolett variieren.  Männchen und Weibchen unterscheiden sich durch die Länge der Fühler. Die Larven des Moschusbocks brauchen zwei bis drei Jahre für ihre Entwicklung. Sie ernähren sich von Totholz, vor allem in Kopfweiden, Pappeln oder auch Erlen. Deswegen sind neben den Weidenbeständen auch Auwälder mit Erlen und Pappeln gute Entwicklungsorte für die Moschusbock-Larven.Beim Männchen sind die Fühler länger als der Körper, beim Weibchen höchstens körperlang oder kürzer. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Baumsäften. Man findet sie in totholzreichen Wäldern, aber auch in Gärten und Parkanlagen. Bei ihren Blütenbesuchen bevorzugen sie große Blütenstände, wie sie zum Beispiel beim Schwarzen Holunder oder beim Bärenklau vorkommen.Je nach Lichteinfall glänzen die Moschuskäfer von bronzefarben und hellgrün bis blaugrün.

 

Hier sitzt ein Moschusbock auf der Rinde eines alten Birnbaums in der Nähe einer stark befahrenen Straße. Es ist gegen Mittag; Sonne und Wolken wechseln sich ab; ein leichter Wind geht, der manchmal etwas stärker wird. Die wechselnden Lichtverhältnisse sind am Farbenspiel des Käfers zu erkennen. Während Kopf und Flügeldecken gold-bronzefarben und grün glänzen, sind  die Fühler violett.

Übrigens: Weil Lebensräume wie totholzreiche Wälder und Auwälder zunehmend verschwinden, ist auch der Moschusbock in seinem Bestand gefährdet. Deswegen ist er bei uns  „besonders geschützt“. Die erwachsenen Käfer leben nur wenige Wochen. Man findet sie bei uns von Juni bis Ende August.

Ein Bienenvolk auf Abwegen

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Es ist Mitte August. In dem großen Birnbaum tut sich was. Offenbar ist einem Imker ein Bienenschwarm  „ausgebüxt“  und hat in dem dicken Stamm eine neue Bleibe gefunden. Tatsächlich schwärmen die Bienen heftig ein und aus. Und zu holen gibt es ja was in der Nähe. Keine 100 m entfernt befindet sich ein mehrere Hektar großes Feld mit Sonnenblumen; aber auch Felder mit Luzerne und Zwischenfrucht-Felder mit vielen Blütenpflanzen wie Sonnenblumen, Büschelschön (Phacelia), Buchweizen und verschiedenen Kleearten sind in Flugweite.Das Einflugloch befindet sich Richtung Südost – und der Baum scheint mit seinem dicken Stamm eine Menge Platz zu bieten. Jedenfalls verteilen sich einige Einfluglöcher ehemaliger Nisthöhlen über mehrere Etagen im Baum, die wahrscheinlich miteinander verbunden sind. Denn auch bei den oberen Öffnungen kann man Bienen ein- und ausfliegen sehen. Hier ist das Haupt-Flugloch, an welchem die meisten Flugbewegungen stattfinden. Interessant ist aber auch, dass auch Wildbienen in die  kleineren Öffnungen im Bereich des Einflugloches Pollen eintragen.Hier im Einflugbereich sieht man die „Wächterbienen“ welche die zurückkehrenden Sammelbienen auf ihre Zugehörigkeit zum Volk überprüfen. Links in den kleinen Löchern ist gerade eine kleine Wildbiene mit Pollen eingeflogen. Ebenso sieht man eine Sammelbiene, die gerade Pollen einträgt. Dies ist in der Mitte des Bildes als gelblicher Pollenklumpen zu sehen.Jedenfalls geht es im alten Birnbaum lebhaft zu. Einen kleinen Eindruck davon soll das kleine Video-Beispiel bieten. Wie alle Videos im Blog können sie das Video im Vollbild-Modus ansehen. Klicken Sie dazu auf das viereckige Symbol ganz rechts unten. So können Sie  auch am Ende wieder in den Normal-Modus zurückkehren.

 

Leider sind die Aussichten dieses Volkes, den Winter zu überleben nur sehr gering. Selbst wenn der Birnbaum für die Vorräte und Bienenbrut genügend Platz bietet, sind die Überlebens-Chancen für das neue Volk düster. Es ist in der heutigen Zeit kaum noch möglich, dass Bienenvölker ohne die Hilfe eines erfahrenen Imkers oder Fachmanns in der freien Natur längere Zeit überleben können. Dies liegt vor allem an den weit verbreiteten Brutparasiten der Honigbienen wie zum Beispiel die Varroa-Milbe, welche das Bienenvolk befallen und die gesamte Brut vernichten können. Zudem werden mit diesen Milben auch Krankheitserreger eingeschleppt. Unterbleibt also eine wirksame Bekämpfung der Milben wird das Bienenvolk im Birnbaum leider keine Chance haben.

 

Gefleckter Schmalbock

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Der Gefleckte Schmalbock gehört innerhalb der Käfer zur Familie der Bockkäfer. Er wird ungefähr 20 mm lang. Obwohl er im Kraichtal eigentlich häufig ist, wird er wegen seiner geringen Körpergröße oft übersehen. Man kann ihn in lichten Wäldern, Hecken, Feldgehölzen und blütenreichen Wiesen beobachten.Der Körper ist schwarz. Die Flügeldecken sind gelb und haben vorne  schwarze Flecken und keine durchgehenden Querbinden. Die dahinter liegenden schwarzen Querbinden sind miteinander verbunden, wobei die Verbindungslinie zwischen den Deckflügeln schmaler wird. Als weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Bockkäfern hat er Beine und Fühler, die abwechselnd gelb und schwarz gefärbt sind. Meist kann man ihn auf Doldenblüten beobachten. Hier sitzt er gerade auf den Doldenblüten des „Wiesen-Bärenklaus“. Bei uns im Kraichtal kann man den Käfer ab Ende Mai bis in den August hinein beobachten.Durch die gelb-schwarze Färbung der Flügel, die innerhalb der Art sehr unterschiedlich sein kann, ahmt der Käfer das Aussehen einerWespe nach. Während sich die erwachsenen Käfer von Pollen der verschiedensten Pflanzen ernähren, entwickeln sich die Larven in verrottenden Stümpfen und morschen Laubhölzern, von deren Holz sie sich ernähren.

Libellenhochzeit Ende Juli: Kleines Granatauge

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Das Kleine Granatauge ist eine Kleinlibelle aus der Familie der „Schlanklibellen“.  Das Männchen hat leuchtend rote Augen und ist in Teilen hellblau bis türkisblau gefärbt. Wegen der Augenfarbe der Männchen hat die Art auch ihren Namen erhalten. Im Kraichtal findet man sie an stehenden oder langsam fließenden Gewäss.ern, die einen dichten Pflanzenbewuchs aufweisen. Bei uns kann man sie von Juni bis September beobachten.  Ihre Körperlänge beträgt etwa 30 mm. Die Weibchen haben grüne Augen; ihr Körper ist neben Blautönen grünlich gefärbt. Wie andere Kleinlibellen werden sie oft übersehen. Wie die Paarung beim „Kleinen Granatauge“ abläuft, zeigen die nächsten Bilder:Das Männchen (vorn) hat das Weibchen hinter dem Kopf gepackt. In dieser Formation fliegen sie „im Tandem“ zu einer Pflanze am Gewässerrand oder auf dem Gewässer,  auf der sie sich dann niederlassen ….Dann biegt das Weibchen, das hinter dem Kopf vom Männchen festgehalten wird,  seinen Hinterleib nach vorne und presst ihn gegen die Geschlechtsöffnung des Männchens.Daraufhin gibt das Männchen seine Geschlechtszellen (Spermien) an das Weibchen ab. Dies dauert einige Minuten.Danach  löst das Weibchen seinen Hinterteil  vom Männchen ab… und  biegt ihn wieder nach hinten weg. bis der Hinterleib des Weibchens wieder gestreckt ist.  Jetzt sind sie wieder in „Tandemstellung“.  Nachdem sie sich etwas ausgeruht haben, beginnt nun die Eiablage.  Diese findet ebenbfalls im „Tandemflug“ statt. Das Männchen zieht das Weibchen im Flug hinterher. Dabei fliegen sie knapp über der Wasseroberfläche. Das Weibchen legt während des Fluges die  Eier ab. Der Hintergrund dieses Verhaltens besteht darin, dass das Männchen dadurch sichergeht, dass das Weibchen nur  die von ihm befruchteten Eier ablegt. Durch das „Tandem“ ist das Weibchen während der Eiablage unter der Kontrolle des Männchens. Die Eier werden vom Weibchen in die Blätter oder Wurzeln der oben schwimmenden Wasserpflanzen eingestochen. Die Libellenlarven schlüpfen im Juni des nächsten Jahres. Ab Juli werden sie dann fliegen.

Große Pechlibelle

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Die Große Pechlibelle gehört innerhalb der Libellen zur Gruppe der Kleinlibellen und zur Familie der Schlanklibellen. Obwohl sie nur ungefähr 30 mm lang ist und  eine Flügelspannweite von ca. 40 Millimeter hat, bekam sie den Namen „Große Pechlibelle“, weil die verwandte Art, die Kleine Pechlibelle, noch kleiner ist. Den Namen „Pechlibelle“ erhielt sie, weil  Rücken und Hinterleib – mit Ausnahme des türkisfarbenen „Schlusslichts“ und der gleichfarbigen Markierungen auf dem Rücken – pechschwarz gefärbt sind.Ein Männchen der Großen Pechlibelle sitzt an einem Stängel des Mädesüß, einer typischen Pflanze für diesen Lebensraum. Auf dem Bild  kann man ein weiteres Merkmal erkennen, nämlich die zweifarbigen Flügelmale am hinteren oberen Rand der Flügel. Weil sie keine großen Anforderungen an die Beschaffenheit und die Wasserqualität eines Gewässers hat, gehört sie zu den häufigsten Libellenarten bei uns. Deswegen findet man sie an Teichen, Seen, langsam fließenden Bächen, Gräben und anderen Kleingewässern. Meist wird sie aber übersehen – und manchmal auch dann nicht wahrgenommen, wenn sie auffliegt: Kein Wunder bei dieser Größe.  Tatsächlich erinnert sie von ihrer Größe her an eine fliegende „Nadel“. Jetzt im Juli und August sitzen sie oft auf Pflanzen, von wo aus sie nach Beute – und die Männchen auch nach Weibchen Ausschau halten. Denn jetzt ist Paarungszeit. Wie die Paarung bei dieser Art abläuft, zeigen die folgenden Bilder:Das Männchen (oben) hat ein Weibchen (unten) erspäht.  Mit seinen Hinterleibszangen packt er das Weibchen hinter dem Kopf. Die Weibchen können bei der Großen Pechlibelle unterschiedlich gefärbt sein.Das Weibchen biegt darauf seinen Hinterleib nach vorne und presst ihre Geschlechtsöffnung an die Samentasche des Männchens. Dieses gibt dann die Geschlechtszellen (Spermien) an das Weibchen ab. Dabei werden die Eier befruchtet.So bilden sie ein sogenanntes „Paarungs-Rad“. Der Vorgang dauert oft mehrere Minuten. Werden die Libellen bei der Paarung gestört, fliegen sie in dieser Formation an einen anderen Platz, wo sie die Paarung dann ungestört fortsetzen können. Nach der Paarung trennt sich das Weibchen vom Männchen und legt in den Abendstunden alleine die Eier an geeigneten Plätzen ab.Unter günstigen Bedingungen können in einem Jahr 2 Generationen fliegen.  Hier unterscheidet sich diese Libellenart von anderen Libellenarten. Bei vielen anderen Libellenarten hält das Männchen das Weibchen fest und zieht sie dann im Flug hinterher.  Beide bilden ein sogenanntes „Tandem“. Nach der Eiablage trennen sich beide Partner wieder.  Innerhalb der zahlreichen Libellenarten gibt es viele Variationen des Paarungsverhaltens.

Ampferspanner

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Der Ampferspanner ist ein Nachtfalter, der innerhalb der Schmetterlinge zur Familie der Spanner gehört. Er erreicht eine Flügelspannweite von ca. 30 mm. Ein Erkennungsmerkmal ist die rötlich-braune Linie auf den Vorder- und Hinterflügeln. In der Ruhestellung fügen sich diese zu einer Linie zusammen. Zudem zeigt er auf den Vorderflügeln einen Punkt in der gleichen Farbe. Der Ampferspanner fliegt bei uns in 2 Generationen,von Mitte Mai bis Ende Juni und von Juli bis Oktober.Ampferspanner verstecken sich tagsüber und sind deswegen nur schwer zu entdecken. Dieser Schmetterling wurde in seinem Versteck gestört und landete kurzzeitig auf dem Blatt einer Zaunwinde. Dort saß er aber nur kurze Zeit und versteckte sich dann in der dichten Vegetation. Die besten Aussichten, den Ampferspanner zu beobachten, hat man bei bedecktem Himmel oder gegen Abend. Als Lebensraum bevorzugt er Böschungen, Raine, Unkrautfluren, Brachen aber auch wie in diesem Fall den Rand eines Erlen-Bruchwaldes. Weil seine Raupen vor allem an Ampfer- und Knötericharten fressen, hat er seinen Namen „Ampfer-Spanner“ erhalten. Den Namen „Spanner“ hat die Schmetterlingsfamilie wegen der Fortbewegung ihrer Raupen erhalten. Es ist beabsichtigt, darüber einen eigenen Beitrag in diesem Blog zu erstellen.

Feuerlibelle

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Die Feuerlibelle ist eine Libellenart, die ursprünglich nur in Afrika und im Mittelmeerraum beheimatet war. Innerhalb der Gruppe der Libellen gehört sie zur Familie der Segellibellen. 2011 wurde sie in Deutschland zur „Libelle des Jahres“ gewählt. Noch vor wenigen Jahren galt die Feuerlibelle als ausgesprochene „Wanderlibelle“, die in warmen Sommern bis nach Süddeutschland kam. Heute gehört sie zur „Libellen-Gesellschaft“ des Kraichtals. Feuerlibellen bevorzugen vor allem stehende Gewässer, in denen es eine reiche und dichte Unterwasserpflanzenwelt gibt. Dies ist hier bei diesem naturnahen Teich einer Fischzuchtanlage im Kraichtal der Fall. Hier findet auch die Larvenentwicklung statt. Wenn das Gewässer – wie hier der naturnahe Teich – eine solch reiche Unterwasser-Pflanzenwelt bietet, ist das ein idealer Raum, in welchem sich nicht nur Frösche wohlfühlen, sondern auch die Larven der Feuerlibelle entwickeln können. Und dass es hier zahlreiche Wasser- und Teichfrösche gibt, weist auch auf die hohe Zahl an Insekten hin. Es ist einfach toll, dass es solche naturnah bewirtschaftete Teiche noch gibt!Die geschlechtsreifen Männchen der Feuerlibelle sitzen gerne am Boden oder auf bodennahen Pflanzen, von wo aus sie auf Jagd gehen – oder nach Weibchen Ausschau halten. Oft kehren sie nach ihren Jagd- und Erkundungsflügen immer wieder auf die gleiche Ansitzwarte oder den Platz auf dem Boden zurück.Hier ist gerade ein Männchen der Feuerlibelle auf dem Boden zu sehen. Es beobachtet genau die Umgebung und ist sofort startbereit …Die Männchen der Feuerlibelle sind leuchtend rot. Im Unterschied zur Blutroten Heidelibelle sind auch die Beine komplett rot gefärbt – und der Hinterleib ist flach. Feuerlibellen werden bis zu 45 mm lang und haben eine Spannweite bis 70 Millimeter. An den Hinterflügeln haben die Feuerlibellen einen gelb-orangen Fleck. Hier sind die roten Beine deutlich sichtbar. Die Weibchen sind dagegen gelblich bis hellbraun gefärbt. Ein Weibchen der Feuerlibelle konnte ich leider noch nicht fotografieren. Aber ich arbeite daran …