natur-erleben-online

Es ist wieder Winter im Kraichtal

Mehr lesen

Auch in diesem Jahr ist der Winter wieder einmal mit etwas Schnee bei uns zu Gast.  Schon hat es  einige „Schneetage“ gegeben. Doch wie lange diese „weiße Pracht“ zu sehen sein wird, ist ungewiß.  Deswegen lohnt es sich, an solchen Tagen die „winterlichen Momente“ in der Landschaft des Kraichtals einzufangen …

Die zahlreichen Hecken bieten immer noch viele Früchte für die Vögel und andere Kleintiere an.Auch in diesem Jahr sind viele Äpfel auf den Böden der Streuobstwiesen zu finden. Das ist ein tolles Futterangebot für viele Tierarten.Zahlreiche Wacholderdrosseln holen  sich ihren Anteil am Fallobst ….Saatkrähen bedienen sich am immer noch reichhaltigen Angebot an Walnüssen …Vereinzelt sind auch noch Pferde auf ihrer Weide zu sehen.und auch die Rehe finden sich auf den Zwischenfrucht-Feldern ein, wo sie Nahrung geeignete Ruheplätze finden können. Im Winter bilden die Rehe eines Gebietes größere Gesellschaften. Mit Beginn der Fortpflanzungszeit zerfallen diese Gesellschaften dann aber.So haben sich hier mehrere Rehe auf ihrem Lagerplatz zur Ruhe gelegt. Diese Lagerplätze liegen erhöht an Hängen und werden oft aufgesucht. Von dort aus können die Rehe schon von weitem mögliche Gefahren  hören, sehen und riechen –  und sich dann in den Feldhecken oder nahen Gehölzen in Sicherheit bringen.Und kaum hat der Schneefall nachgelassen, zeigen sich schon bald wieder die ersten grünen Flecken in der Landschaft.Im Winter wird die Einzigartigkeit jedes Baums in einer Streuobstwiese deutlich: Alle unterscheiden sich – vom Menschen so gemacht.Selbst die schon vertrocknet aussehenden Blütenstände der Sonnenblumen in einem Zwischenfrucht-Feld  enthalten noch genügend Samen – und bieten gemeinsam mit den anderen Pflanzen des Feldes darüber hinaus für viele Kleintiere vielfältige Nahrung und Schutz. Ein Beispiel für früchtetragende Heckensträucher der Kraichgauhecken im Winter: Auch die Früchte des Weißdorns stehen noch als Nahrung bereit.

Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel unterscheiden:

Mehr lesen

Unter den Singvögeln bilden die Drosseln eine artenreiche Gruppe.  Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel gehören zu den großen Drosselarten. Im Kraichgau kann man in der Regel diese drei Arten beobachten. Die Amsel gehört von ihrer Größe her auch dazu, aber ihr Aussehen unterscheidet sich sehr deutlich von den genannten Drossselarten. Während des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst kommt noch eine vierte Art, die  Rotdrossel  dazu, die man bei uns gelegentlich sehen kann. Zu den kleineren Drosseln zählen zum Beispiel, Rotkehlchen, Nachtigall , aber auch  der Garten- und der Hausrotschwanz. Dazu kommen noch Arten wie das Braun- und Schwarzkehlchen und während des Vogelzugs auch der Steinschmätzer. Auch das Blaukehlchen gehört zu dieser Gruppe, aber es ist schon seit Jahren aus dem Kraichtal verschwunden. Kennzeichen dieser Vogelfamilie ist, dass Drosseln ihre Nahrung überwiegend auf dem Boden suchen – und dass sie zu den besten Sängern der heimischen Vogelwelt gehören.

Die drei großen Drosselarten, die hier vorgestellt werden, kann man an diesen Merkmalen sicher unterscheiden:

Misteldrossel:

Die Misteldrossel ist die größte der drei Drosselarten. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in an den Wald angrenzenden Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke an Brust und Bauch sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Neben dem Gesang sind ihre weiß gefärbten Unterflügel ein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Im  Gesang unterscheidet sie sich deutlich von der Singdrossel.  Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert.

Singdrossel:

Der Lebensraum der Singdrossel ist der Wald mit hohen Bäumen. Aber auch in Feldhecken, Parks und sogar Gärten mit Bäumen ist sie zu finden. Die Singdrossel ist viel kleiner als die Misteldrossel. Der Körper wirkt viel gedrungener. Die Gefiederfarbe ist nicht graubraun sondern überwiegend braun. Die schwarzen Flecken an der Bauchseite sind nicht so rund wie bei der Misteldrossel. In Richtung Brust und Hals sind sie sogar pfeil- oder herzförmig. Charakteristisch ist ihr Gesang, der im Frühjahr sehr oft zu hören ist. Die einzelnen Gesangselemente werden 2-3 mal wiederholt. Dem Gesang der Singdrossel wurden zahlreiche Sprachverse unterlegt. So zum Beispiel der Ruf:  „Kredít-Kredít-Kredít“  und im Schwäbischen rufen die Singdrosseln: „Karle-Karle-Karle“, weswegen die Singdrossel in manchen Gegenden Schwabens  auch  „Karle“  genannt wird.

Wacholderdrossel:

Die Wacholderdrossel ist ganzjährig im Kraichtal zu beobachten. Auffällig wird sie, wenn sie im Herbst und zeitigen Frühjahr in großen Schwärmen durch die Streuobstwiesen zieht, wo sie sich über das Fallobst hermacht. Dabei kann man bei uns Schwärme von mehreren Hundert Vögeln beobachten. Ihren Lebensraum teilt sie sich mit den anderen beiden Arten. Allerdings kann man oft Bruten in den Feldgehölzen beobachten. Sie ist größer als die Singdrossel, unterscheidet sich aber in ihrem Gefieder deutlich von den anderen Arten. Deutliche Merkmale sind der graue Scheitel und der Nacken, der rotbraune Mantel und die gefleckte Unterseite, wo sich überwiegend „V“- oder pfeilförmige Flecken befinden. Die Brust ist rötlich gelb getönt, der Bauch weißlich. Der Bürzel ist hellgrau.