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Soll man die Vögel jetzt schon füttern? Ein Kleiber an der Futterstelle

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Es ist ein alter Streit unter Vogelliebhabern: Soll man Vögel füttern – oder nicht? Der weithin anerkannte Vogelkundler und Verhaltensforscher Prof. Dr. Peter Berthold, der sich schon seit vielen Jahren mit diesem Thema befasst, hat in seinem Buch „Vögel fütttern – aber richtig!“ viele Fakten zu diesem Thema zusammengetragen. Und schon der Titel gibt das Fazit wieder: „Vögel fütttern – aber richtig!“ Er spricht sich darin – schon wegen der deutlich veränderten Umwelt-Situation eindeutig für die Ganzjahres-Fütterung von Vögeln aus. Und er findet dafür immer mehr Zustimmung in der Fachwelt.  Allerdings, die Vögel müssen richtig gefüttert werden. Das bedeutet: Notwendige Hygiene, Schutz vor Nässe, artgerechte Futterwahl und – wenn die Fütterung einmal begonnen hat – eine dauerhafte Verfügbarkeit des Futterangebotes.Wie das geht, zeigt dieses tolle Beispiel, das man bei der Sternwarte in Kraichtal Oberöwisheim bewundern kann. Dieses selbstgebaute Futtersilo erfüllt meiner Meinung nach  alle Vorgaben, welche eine Futterstelle haben muss. Dieses Silo ist offenbar eine Weiterentwicklung der bisherigen Futterbehälter,  die ebenfalls ein Eigenbau waren, Futtersilo 2.0, gewissermaßen. Hier können sich verschiedene Vogelarten am bereitgestellten Futter bedienen. Das Silo ist so konstruiert, dass Verschmutzungen und Nässe vermieden werden können. Das Futter kann nur mit dem Schnabel erreicht werden. Die Vögel können den abgetrennten Futterbehälter nicht betreten,  also auch das Futter nicht mit  Schmutz oder  Kot verunreinigen. Zudem finden sie durch die beiden schlitzförmigen Wasserablauf-Rinnen einen festen Halt im Einflugbereich. Je nach der Zusammensetzung der Futtermischung kann an viele Vogelarten ein breites Angebot gegeben werden. Wenn zum Beispiel Haferflocken, Fettfutter und ähnliches in der Futtermischung enthalten sind, bleiben auch Insektenfresser nicht außen vor. Was auf den Boden unterhalb der Futteranlage fällt, wird zum Beispiel vom Eichelhäher oder von Amseln eingesammelt. Und falls sich nachts Mäuse an den unten liegenden Futterresten bedienen, haben auch Eulen etwas davon. Bei einer solchen Futterstelle, wie sie bei der Sternwarte am Waldrand steht, ist dies durchaus denkbar. Aber auch Rotkehlchen stellen sich bei der Futterstelle ein. Darüber hinaus erfordert die Futteranlage wegen der relativ großen Kapazität von mehreren Kilogramm Futter kein häufiges Nachbefüllen – und gewährt somit die Verfügbarkeit über einen längeren Zeitraum. Tägliches Befüllen kann also entfallen; eine Entlastung  –  vor allem für den fütternden Vogelfreund! Und hier ein Beispiel, wie sich ein Kleiber am Futterangebot bedient:Hier hat sich ein Kleiber gerade einen Sonnenblumenkern geholt. Allerdings will er sich den Kern noch zurechtlegenDabei gleitet ihm der Sonnenblumenkern aus dem Schnabel.Doch, schon hat er ihn wieder. Und jetzt liegt der Sonnenblumenkern richtig im Schnabel. Der Kleiber ist ein ausgesprochen guter Flieger.Und jetzt fliegt er mit seiner „Beute“ an einen Platz, wo er den Kern entweder frisst – oder in einem geeigneten Versteck deponiert, wie dies bei Kleibern häufig vorkommt. Denn, wenn er viel Futter findet, legt er sich verschiedene Nahrungsverstecke für Notzeiten an.Und schon ist er wieder da, um sich erneut am reichhaltigen Futterangebot zu bedienen. Übrigens, während der Aufnahmen kamen auch zahlreiche Kohl- und Blaumeisen und 2 Sumpfmeisen an die Futterstelle. Am Boden holte sich ein Eichelhäher die dort befindlichen Futterreste.Das Bild zeigt, dass die Futterstelle von den Vögeln gut angenommen wird. Tatsächlich stellen sich  Kohl-und Blaumeisen, Grünfinken, Kleiber, Stare, aber auch Spechte regelmäßig ein.

TIPP: Es gibt schon einen Beitrag zu diesem Thema im Blog: Vogelfütterung

Und hier ein tolles Angebot vom Erfinder und Konstrukteur des Silos: Wer das Futtersilo nachbauen möchte, der findet   hier   eine ausführliche und sehr gut bebilderte Bauanleitung mit Material-Liste! Besser geht’s nicht !!!

 

Jetzt trägt er endlich sein Prachtkleid: Bluthänfling

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Der Bluthänfling gehört innerhalb der Vögel zur Familie der Finken. Meist sind die Bluthänflinge in Gruppen oder kleineren Schwärmen unterwegs. Bluthänflinge ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Dabei kann er auf eine Vielzahl von Nahrungspflanzen zurückgreifen. Man findet sie in Weinbergen, blütenreichen Wiesen, Ackern, Rapsfeldern und Ödflächen. Während der Brutzeit, die von April bis in den Juli hineinreicht, finden normalerweise 2, in guten Jahren aber auch 3 Bruten statt. Dann zeigt der männliche Bluthänfling sein Prachtkleid, während das Weibchen kein Rot im Gefieder aufweist.Das Bild zeigt einen Bluthänfling zu Beginn der Brutzeit. Das Prachtkleid hat sich noch nicht voll entwickelt. Die schwarzen Schwingen und die weißen Federsäume im Schwanz und am Rand der Schwingen sind schon sichtbar. Beim Prachtkleid sind Stirn und die Brust leuchtend rot gefärbt. Der Rücken ist tief rotbraun. Das Schlichtkleid erscheint mit der Vollmauser im Herbst. Bluthänflinge picken die Samen der Wildkräuter entweder vom Boden auf, oder sie holen sich die Samen direkt an der Pflanze. Dabei spielt der Reifegrad der Samen keine Rolle. Während der Brutzeit werden auch kleinere Insekten wie Blattläuse verzehrt. Bei uns im Kraichtal profitiert der Bluthänfling  vom teilweise großflächigen Rapsanbau. In den folgenden Bildern sieht man, wie er beim Raps an die Samen herankommt. Zuerst beißt er die Spitze der Rapsschote ab. So legt der die Samen frei und kann problemlos die Schote der Reihe nach öffnen.Er öffnet mit seinem Schnabel die Schote und pickt die Samen einzeln heraus.Dies geht so weiter, bis er die ganze Schote geöffnet und alle darin enthaltenen Samen verzehrt hat. So kommt er an alle Samen heran; es geht nichts verloren. Diese Technik ist angeboren, kann aber noch verfeinert werden. Nach der Erntezeit kann man die Bluthänflinge bei uns vor allem im Ödland, vielen Blühstreifen oder Zwischenfruchtfeldern antreffen. In Deutschland gilt die Art als gefährdet. Bei uns im Kraichtal sind sie ganzjährig wieder häufiger anzutreffen.

Der Blog enthält weitere Beiträge zum Thema:

Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

Bluthänfling

 

Die Klapper-Grasmücke heißt bei uns auch „das Müllerchen“

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Die Klappergrasmücke ist im Kraichtal Brutvogel. Sie ist von Ende April bis Oktober bei uns. Ihr Überwinterungsgebiet befindet sich in Ostafrika. Ihren Namen hat sie wegen ihres Gesangs erhalten. Früher, als es noch keine Wasserturbinen und moderne Mühlentechnik gab, konnte man an den Wassermühlen laute, klappernde Geräusche hören, welche durch das Wasserrad und das Mahlwerk verursacht wurden.  Ähnlich wie dieses „Mühlen-Klappern“ klingt auch der Gesang der Klappergrasmücke, die deswegen auch manchmal „Müllerchen“  genannt wird. Die Klappergrasmücke ist die kleinste Grasmückenart bei uns.Der Kopf ist grau und der Rücken ist graubraun gefärbt; die Unterseite ist hell, und die Kehle ist weiß.Ein sicheres Erkennungsmerkmal sind auch die grau abgegrenzten Ohrdecken. Das Auge ist dunkel, aber das untere Augenlid ist weiß. Der Schwanz ist relativ kurz.  Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Bei uns im Kraichtal kann man die Klappergrasmücke in Gärten, Parks und entlang von Hecken beobachten. Klappergrasmücken ernähren sich von Spinnen, kleinen Schnecken, Insekten und deren Larven, aber auch von Beeren. Das napfförmige Nest wird in Bodennähe angelegt. Meist in dichten Hecken und Gebüsch versteckt, besteht es aus Haaren, Gräsern und Halmen. Das Gelege besteht aus bis zu 5 Eiern. Beide Altvögel beteiligen sich am Ausbrüten der Eier. Nach 11 bis 13 Tagen schlüpfen dann die Jungvögel. Nach 11 bis 14 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Das Füttern der Jungen erfolgt durch beide Partner.  Die Klappergrasmücke lebt sehr heimlich. Meist kann man nur ihren Gesang hören. Zu Gesicht bekommt man sie ganz selten; sie huscht ständig im Gebüsch und in den Hecken hin und her.

Und so hört sich die Klappergrasmücke an …..

Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

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Es ist Ende April. Überall ist der Gesang der Vögel zu hören. Die Brutsaison hat begonnen. Viele  Vogelarten  -überwiegend die Männchen -tragen zur Brutzeit ein besonderes Federkleid, das sie vom Gefieder der Weibchen unterscheidet. Das Ganzjahresgefieder, das „Schlichtkleid“ wird dann durch das „Prachtkleid“, das bis zum Ende des Sommers zu sehen ist, ersetzt. Den Bluthänfling kann man derzeit besonders gut in den Weinbergen beobachten. Allerdings ist er recht scheu. Noch trägt er nicht sein „Prachtkleid“. Dann färben sich beim männlichen Bluthänfling die Stirn und große Teile des Brustgefieders leuchtend rot oder „blutrot“. Daher hat er seinen Namen erhalten. Bei diesem Männchen sieht man schon erste leichte rötliche  Färbungen an den Brustseiten.Auch der Rücken bekommt eine kräftige braunrote FärbungIn wenigen Wochen wird das Prachtkleid voll entwickelt sein. Auf einem Pfahl in einem Weinberg hat er Stellung bezogen. Das Männchen singt schon – und markiert damit sein Revier. Aber noch ist der Höhepunkt der Brutzeit  nicht gekommen. Viele Bluthänflinge sind noch in kleineren Schwärmen unterwegs. Gelegentlich aber sieht man schon Männchen, die sich gegenseitig das „Revier“ streitig machen. Nicht mehr lange, dann wird sich das Aussehen des Männchens im „Prachtkleid“ stark verändert haben.  Wer jetzt schon den Bluthänfling im „Prachtkleid“ sehen will, kann unter dem angegebenen LINK  „Bluthänfling“ nachschlagen. Dort finden sich Abbildungen vom letzten Jahr.

Weitere Beiträge zu diesem Thema in meinem Blog: Bluthänfling

Rabenkrähen mögen einfach keine Milane in ihrem Revier

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Dass Krähen nicht gut auf Greifvögel zu sprechen sind, kann man das ganze Jahr über am Himmel betrachten. Wenn es aber darum geht, das Revier zu verteidigen, dann  geben die Rabenkrähen alles. Normalerweise ist das während des Winters eine einfachere Aufgabe, als dies im Frühjahr und im Sommer der Fall ist. Wenn es darum geht, im Winter einen Mäusebussard zu vertreiben, so gelingt dies relativ einfach. Meist gibt der Mäusebussard nach einigen Angriffen entnervt auf – und fliegt weg. Beim Rotmilan liegt der Fall anders. Er ist viel gewandter im Flug als ein Mäusebussard – und das scheint er zu wissen. Wenn Rotmilane im Frühling wieder zu uns kommen, besetzen sie natürlich auch ein eigenes Brutrevier. Dass es dabei bei der relativ hohen Anzahl an Rabenkrähen zu Konflikten kommt, ist eigentlich vorprogrammiert.Ein Milan zieht am Himmel seine Kreise. Gelassen nutzt er die Thermik und schwebt mit ausgebreiteten Flügeln über den Feldern.Da kommt plötzlich eine Rabenkrähe von hinten und fliegt dem Rotmilan hinterher. Eine kurze Wendung – und schon scheint der Rotmilan außer Gefahr.Doch plötzlich sind 2 Krähen da, die dem Rotmilan deutlich machen, dass er hier verschwinden soll. Mit ein paar Schwanzbewegungen und ein paar Flügelschlägen versucht der Milan, sich die beiden Krähen vom Leib zu halten. Eine der Krähen geht zum Angriff über und will dem Rotmilan an die Federn. Ein Flügelschlag und eine kurze Drehung des Schwanzes, und schon ist der Milan außer Reichweite.Die beiden geben nicht auf. Sie verfolgen den Eindringling hartnäckig. Doch der Rotmilan ist den beiden Krähen, die auch ausgezeichnete Flieger sind, überlegen. Doch die Beiden geben die Verfolgung nicht auf. So schnell wird man Krähen nicht los. Jetzt starten sie einen erneuten Angriff. Der Milan sieht, was seine Gegner vorhaben. Offenbar wollen sie jetzt von oben angreifen. Eine der Krähen scheint schon „ihre Krallen auszufahren“. Der Milan registriert das.  Tatsächlich soll jetzt ein Angriff von oben und der Seite erfolgen. Doch sie haben die Rechnung ohne die Flugkünste des Milans gemacht. Eine Wendung – und der Milan ist jetzt plötzlich hinter den Verfolgern.  Nach minutenlangen Flugmanövern geben die beiden Krähen jetzt auf und fliegen weg. Offenbar sind sie mit dem Ergebnis zufrieden. Denn durch die Störmanöver haben sie den Eindringling aus ihrem Revier vertrieben.Doch der Milan zieht jetzt weiter seine Kreise am Himmel, als ob nichts geschehen wäre. Doch es ist nicht immer so leicht wie es bei diesem Angriff war. Oft beteiligen sich nämlich mehrere Krähenpaare aus der Umgebung an der Verfolgungsjagd am Himmel. Dann muss auch ein Rotmilan zusehen, dass er rechtzeitig „die Kurve kriegt“.

 

Die Störche haben Untermieter

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Während das Weibchen dem Männchen mit dem Schnabel vorsichtig den Kopf krault, nähern sich die ersten Untermieter dem Storchennest. Offenbar hat ein Paar Haussperlinge in der Zwischenzeit im Storchennest selber ein Nest errichtet – und sie tragen schon Nestmaterial in ihr Nest ein. Im Storchennest finden sich genügend Hohlräume, welches sich für die Sperlinge ideal zum Nestbau eignen.Das Kraulen geht weiter, was dem Männchen anscheinend gut gefällt.Auch die Haussperlinge machen gerade eine kleine Pause. Das Männchen ruht sich auf einem Zweig aus, während sich das Weibchen noch im Inneren des Storchennestes an der eigenen Unterkunft zu schaffen macht. Dann fliegt das Männchen wieder weg.Soeben ist auch das Weibchen wieder da und wartet offenbar auf neues Nistmaterial, welches das Männchen bringen soll.Das Weibchen kann man an dem hellen Augenstreif erkennen.  Es ist viel unauffälliger gefärbt als das Männchen.Das Männchen ist erschienen, hat aber kein Nistmaterial mitgebracht.  Jedenfalls ist das ein idealer Ort für ein Sperlingsnest. Wenn alles gut geht, sollten auch bald einige Jungvögel zu sehen sein ….

 

Mit der Stille im Wald ist es vorbei

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Es ist Mitte Februar. Ein paar schöne und sonnige Tage liegen hinter uns. Und schon merkt man, dass der Frühling mit großen Schritten naht.  Man hört wieder Vögel singen: Amseln, Meisen, trommelnde Spechte und dazwischen den hohen und feinen Gesang des Zaunkönigs. Obwohl er zu den kleinsten einheimischen Singvögeln gehört – überhören kann man ihn nicht. Für seine Größe hat er einen erstaunlich lauten und trillernden Gesang.  Und schon sieht man ihn im Unterholz gewässerbegleitender Gehölze umherfliegen. Und wenn er einen Rivalen wahrnimmt, eilt er sofort herbei und trägt auf allen möglichen Singwarten seinen Gesang vor. Damit grenzt er sein Revier ab, das er während der Brutzeit auch lautstark verteidigt.Ein Zaunkönig-Männchen hat auf einem umgestürzten Baumstamm seine Singwarte bezogen.So nahe bekommt man ihn allerdings nicht oft zu sehen. In diesem Fall war aber ein in der Nähe singender Rivale die Ursache für seinen Standort.Ein kleiner, flinker Vogel, der oft übersehen  – aber kaum überhört werden kann.Nur knapp 10 cm lang und  9 g schwer schmettert der Zaunkönig seinen Gesang mit einer ungeahnten Lautstärke. Sein Gesang ist auch fast immer  herauszuhören, wenn viele andere und viel größere Singvögel ihren Gesang ertönen lassen.

Weidenmeisen zimmern ihre Nisthöhle selbst

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In einem Gehölz am Rande der Kraich steht dieser alte Kirschbaum, der schon einige „Besiedelungs-Spuren“ aufweist. So finden sich in seinem Stamm und an den Ästen zahlreiche verlassene Bruthöhlen, aber auch deutliche Hinweise, dass Braunfäule verursachende Pilze dem Baum schon schwer zugesetzt haben. Einige Äste drohen abzubrechen – und auch das obere Ende des Stammes liegt bereits am Boden. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – haben sich Weidenmeisen für diesen alten Kirschbaum als Brutplatz entschieden. Ein Astloch, von Moosen und Flechten umwachsen, wird jetzt so bearbeitet, dass es als Bruthöhle für die Weidenmeisen geeignet ist. Weidenmeisen leben meist  in feuchten bis sumpfigen Wäldern oder Gehölzen in der Nähe von Gewässern mit einem hohen Anteil morscher Bäume.Denn Weidenmeisen sind – neben den meisten einheimischen Spechtarten – die einzigen Singvögel, die ihre Höhlen weitgehend selbst zimmern.  Sie bauen ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz; sie bevorzugen morsches und weiches Holz. Ab Ende Januar/Anfang Februar durchstreifen die Weidenmeisen ihr Revier und suchen nach einem geeigneten Baum, in den sie ihre Bruthöhle zimmern können. Ausnahmsweise ziehen sie ihre Jungen aber auch in Nistkästen oder verlassenen Spechthöhlen auf.Es ist jetzt Anfang April: Man sieht, dass an diesem Astloch das von Pilzen befallene  Material des morschen Stammes weggehackt wurde. Anschließend wurde der gesamte Einflugbereich sorgsam geglättet – und man kann erkennen, dass hier ein feineres Werkzeug verwendet wurde als ein Spechtschnabel. Zudem ist das Einflugloch nicht kreisrund, wie es ein Specht gezimmert hätte.Ein feines, relativ leises Klopfen lässt erkennen, dass sich da jemand in dem Astloch zu schaffen macht. Und tatsächlich erscheint eine Weidenmeise, deren schwarze Kopfplatte vom Holzstaub bepudert ist. Offenbar ist der Gr0ßteil der Bruthöhle schon gezimmert, lediglich der Einflugbereich wird noch nachgeglättet.Beide Altvögel sind am Bau der Nisthöhle beteiligt. Dies dauert etwa 11 – 13 Tage. Die Nisthöhle hat dann eine Tiefe von bis zu 16 cm erreicht.Es folgen immer wieder kleine Pausen; die Altvögel fliegen weg und setzen die Arbeit kurze Zeit später wieder fort. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Das folgende Video zeigt, wie ein Altvogel den Eingangsbereich der Höhle bearbeitet. Das Video kann auch im Vollbild-Modus betrachtet werden. Dazu das Symbol am rechten unteren Ende anklicken. Der Vollbildmodus wird mit der ESC-Taste oder dem nochmaligen Anklicken des Bildsymbols beendet.

Und schon wird Nistmaterial eingetragen. Allerdings fühlte sich der Altvogel gestört und flog mit dem Material wieder ab. Kurze Zeit später kehrte er dann zurück und brachte das  Material in die Nisthöhle. Die Brut konnte beginnen .. und sie war erfolgreich. (Bilder und Videos von 04/16; die Anzahl der ausgeschlüpften Jungvögel wurde nicht ermittelt)  Das eigentliche Nest wird vom Weibchen alleine gebaut. Ab Mitte April/Anfang Mai werden die ersten der 7-9 Eier gelegt und vom Weibchen alleine (bis 15 Tage) bebrütet. Die geschlüpften Jungvögel werden dann von beiden Eltern gefüttert.

 

 

Sie wird oft übersehen: Weidenmeise

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Die Weidenmeise gehört zur Familie der Meisen und ist im Kraichtal gewöhnlich in gewässerbegleitenden Hecken und Gehölzen anzutreffen; die Aufnahmen entstanden entlang der Kraich. Weidenmeisen sind meist flink und unstet unterwegs – und daher schwer zu beobachten. Jetzt im Februar beginnen schon die ersten Vögel mit der Paarbildung und der Suche nach einem geeigneten Baum für den Bau der Bruthöhle. Die Bruthöhle befindet sich  in dünnen Laubbäumen, die auch schon etwas von Baumpilzen geschädigt sein müssen. Weidenmeisen hacken ihre Nesthöhle selbst in die Stämme. Dabei zimmern sie ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz. Sie sind allerdings leicht mit der Sumpfmeise zu verwechseln. Beide Arten kann man vor allem an ihrem Gesang unterscheiden. Aber auch in der Wahl des Lebensraumes gibt es deutliche Unterschiede: Weidenmeisen bevorzugen feuchte, sumpfige Gehölze mit einem hohen Anteil morscher Bäume. In trockenen Wäldern sind sie im Gegensatz zur Sumpfmeise kaum zu finden.  Sumpfmeisen kann man im Winter viel eher an Futterstellen beobachten als Weidenmeisen. Zudem dominieren Sumpfmeisen die Weidenmeisen und verdrängen sie oft aus ihrem Gebiet. Aber es gibt auch einige körperliche Merkmale, durch die man die „Zwillingsarten“ unterscheiden kann: Die Weidenmeise hat einen großen Kopf und einen kräftigen Nacken. Das Gefieder ist graubraun und schmutzigbeige. Die Kopfplatte ist mattschwarz (und nicht glänzend wie bei der Sumpfmeise) – und reicht bis weit in den Nacken hinein. Die Kopfseiten sind meist reinweiß. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das helle Armschwingenfeld, das bei den zusammengelegten Flügeln sichtbar wird.Der schwarze Kinnfleck ist größer als bei der Sumpfmeise, obwohl es auch Sumpfmeisen gibt, die einen größeren Kinnfleck aufweisen als die Weidenmeise.Wie alle Meisen ernährt sich die Weidenmeise im Sommer vor allem von tierischer Kost; im Winter greift sie notgedrungen auf fettreiche pflanzliche Nahrung zurück. Dazu legt sie sich an geeigneten Stellen in ihrem Revier unter lockerer Baumrinde, Moospolstern und Flechten Nahrungsvorräte an, von denen sie sich im Verlauf des Winters ernährt. Sobald aber wieder Insekten, Spinnen und andere Kleintiere zur Verfügung stehen, greift sie darauf zurück.  Wenn Weidenmeisen oft zu einem bestimmten Baum oder Ast zurückkehren, ist zu vermuten, dass sich dort ein solches Nahrungsdepot befindet. Ab dem Spätsommer stellt sie ihre Ernährung auf Samen um; lediglich Spinnen werden ganzjährig gefressen.

Die ersten Amseln singen schon ….

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Es ist Mitte Januar. Heute (16.01.2019) war zum ersten Mal in diesem Jahr im Kraichtal eine Amsel zu hören, die zwar noch recht zaghaft – aber immerhin deutlich hörbar sang. Das ist recht früh, denn normalerweise hört man die Amseln bei uns erst ab Februar. Wie bei den meisten Vogelarten singen auch bei den Amseln nur die erwachsenen Männchen. Es gibt eine Erklärung dafür: Zur Zeit macht der Winter im Kraichtal eine kleine Pause, und die Luft fühlt sich manchmal schon recht frühlingshaft an.   Jetzt, da die Tage allmählich etwas länger werden (Der Sonnenaufgang findet schon 6 min früher statt als am 21. Dezember) – und  es bei nur teilweise bedecktem Himmel deutlich über Null Grad Celsius hatte, waren die Bedingungen für diesen frühen Gesang günstig. Dieser beginnt bei der Amsel meist ungefähr eine Dreiviertelstunde vor  Sonnenaufgang. Deswegen auch  der frühe Gesang, denn der  richtet sich vor allem nach dem Licht und den vorherrschenden Temperaturen.   Jetzt – Ende Januar/Anfang Februar –  dient er vor allem dazu, Weibchen anzulocken. Je näher aber die Brutzeit rückt, desto intensiver, länger und variantenreicher fällt der Gesang aus, der dann bei der Amsel bis in den späten Abend hinein zu hören ist.  Denn während der Brutzeit dient der Gesang vor allem zur Markierung und Verteidigung des Reviers.Amselmännchen; erkennbar am schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel.Amselweibchen; Weibchen haben keinen gelben Schnabel und ein schwarzbraunes Gefieder. Sie singen nicht, aber  sie können trotzdem rufen, wenn sie zum Beispiel bei Gefahr ihre Warnrufe ertönen lassen. Dann hört man ihre lauten, spitzen Schreie oft minutenlang, die erst dann enden, wenn mögliche Feinde (Katzen, Elstern, usw.) vergrämt sind. Zudem kann man auch die Lockrufe der Weibchen hören, wenn sie mit den ausgeflogenen Jungvögeln, die sich in Nestnähe versteckt haben, in Kontakt treten.Ein singendes Amselmännchen während der Brutzeit im April in einem Walnussbaum. Leider ist die Zahl der Amseln durch das „Amselsterben“ auch bei uns etwas zurückgegangen. Bleibt zu hoffen, dass die eingetretenen Verluste in diesem Jahr wieder durch die Bruten ausgeglichen werden können.