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Mit der Stille im Wald ist es vorbei

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Es ist Mitte Februar. Ein paar schöne und sonnige Tage liegen hinter uns. Und schon merkt man, dass der Frühling mit großen Schritten naht.  Man hört wieder Vögel singen: Amseln, Meisen, trommelnde Spechte und dazwischen den hohen und feinen Gesang des Zaunkönigs. Obwohl er zu den kleinsten einheimischen Singvögeln gehört – überhören kann man ihn nicht. Für seine Größe hat er einen erstaunlich lauten und trillernden Gesang.  Und schon sieht man ihn im Unterholz gewässerbegleitender Gehölze umherfliegen. Und wenn er einen Rivalen wahrnimmt, eilt er sofort herbei und trägt auf allen möglichen Singwarten seinen Gesang vor. Damit grenzt er sein Revier ab, das er während der Brutzeit auch lautstark verteidigt.Ein Zaunkönig-Männchen hat auf einem umgestürzten Baumstamm seine Singwarte bezogen.So nahe bekommt man ihn allerdings nicht oft zu sehen. In diesem Fall war aber ein in der Nähe singender Rivale die Ursache für seinen Standort.Ein kleiner, flinker Vogel, der oft übersehen  – aber kaum überhört werden kann.Nur knapp 10 cm lang und  9 g schwer schmettert der Zaunkönig seinen Gesang mit einer ungeahnten Lautstärke. Sein Gesang ist auch fast immer  herauszuhören, wenn viele andere und viel größere Singvögel ihren Gesang ertönen lassen.

Weidenmeisen zimmern ihre Nisthöhle selbst

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In einem Gehölz am Rande der Kraich steht dieser alte Kirschbaum, der schon einige „Besiedelungs-Spuren“ aufweist. So finden sich in seinem Stamm und an den Ästen zahlreiche verlassene Bruthöhlen, aber auch deutliche Hinweise, dass Braunfäule verursachende Pilze dem Baum schon schwer zugesetzt haben. Einige Äste drohen abzubrechen – und auch das obere Ende des Stammes liegt bereits am Boden. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – haben sich Weidenmeisen für diesen alten Kirschbaum als Brutplatz entschieden. Ein Astloch, von Moosen und Flechten umwachsen, wird jetzt so bearbeitet, dass es als Bruthöhle für die Weidenmeisen geeignet ist. Weidenmeisen leben meist  in feuchten bis sumpfigen Wäldern oder Gehölzen in der Nähe von Gewässern mit einem hohen Anteil morscher Bäume.Denn Weidenmeisen sind – neben den meisten einheimischen Spechtarten – die einzigen Singvögel, die ihre Höhlen weitgehend selbst zimmern.  Sie bauen ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz; sie bevorzugen morsches und weiches Holz. Ab Ende Januar/Anfang Februar durchstreifen die Weidenmeisen ihr Revier und suchen nach einem geeigneten Baum, in den sie ihre Bruthöhle zimmern können. Ausnahmsweise ziehen sie ihre Jungen aber auch in Nistkästen oder verlassenen Spechthöhlen auf.Es ist jetzt Anfang April: Man sieht, dass an diesem Astloch das von Pilzen befallene  Material des morschen Stammes weggehackt wurde. Anschließend wurde der gesamte Einflugbereich sorgsam geglättet – und man kann erkennen, dass hier ein feineres Werkzeug verwendet wurde als ein Spechtschnabel. Zudem ist das Einflugloch nicht kreisrund, wie es ein Specht gezimmert hätte.Ein feines, relativ leises Klopfen lässt erkennen, dass sich da jemand in dem Astloch zu schaffen macht. Und tatsächlich erscheint eine Weidenmeise, deren schwarze Kopfplatte vom Holzstaub bepudert ist. Offenbar ist der Gr0ßteil der Bruthöhle schon gezimmert, lediglich der Einflugbereich wird noch nachgeglättet.Beide Altvögel sind am Bau der Nisthöhle beteiligt. Dies dauert etwa 11 – 13 Tage. Die Nisthöhle hat dann eine Tiefe von bis zu 16 cm erreicht.Es folgen immer wieder kleine Pausen; die Altvögel fliegen weg und setzen die Arbeit kurze Zeit später wieder fort. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Das folgende Video zeigt, wie ein Altvogel den Eingangsbereich der Höhle bearbeitet. Das Video kann auch im Vollbild-Modus betrachtet werden. Dazu das Symbol am rechten unteren Ende anklicken. Der Vollbildmodus wird mit der ESC-Taste oder dem nochmaligen Anklicken des Bildsymbols beendet.

Und schon wird Nistmaterial eingetragen. Allerdings fühlte sich der Altvogel gestört und flog mit dem Material wieder ab. Kurze Zeit später kehrte er dann zurück und brachte das  Material in die Nisthöhle. Die Brut konnte beginnen .. und sie war erfolgreich. (Bilder und Videos von 04/16; die Anzahl der ausgeschlüpften Jungvögel wurde nicht ermittelt)  Das eigentliche Nest wird vom Weibchen alleine gebaut. Ab Mitte April/Anfang Mai werden die ersten der 7-9 Eier gelegt und vom Weibchen alleine (bis 15 Tage) bebrütet. Die geschlüpften Jungvögel werden dann von beiden Eltern gefüttert.

 

 

Sie wird oft übersehen: Weidenmeise

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Die Weidenmeise gehört zur Familie der Meisen und ist im Kraichtal gewöhnlich in gewässerbegleitenden Hecken und Gehölzen anzutreffen; die Aufnahmen entstanden entlang der Kraich. Weidenmeisen sind meist flink und unstet unterwegs – und daher schwer zu beobachten. Jetzt im Februar beginnen schon die ersten Vögel mit der Paarbildung und der Suche nach einem geeigneten Baum für den Bau der Bruthöhle. Die Bruthöhle befindet sich  in dünnen Laubbäumen, die auch schon etwas von Baumpilzen geschädigt sein müssen. Weidenmeisen hacken ihre Nesthöhle selbst in die Stämme. Dabei zimmern sie ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz. Sie sind allerdings leicht mit der Sumpfmeise zu verwechseln. Beide Arten kann man vor allem an ihrem Gesang unterscheiden. Aber auch in der Wahl des Lebensraumes gibt es deutliche Unterschiede: Weidenmeisen bevorzugen feuchte, sumpfige Gehölze mit einem hohen Anteil morscher Bäume. In trockenen Wäldern sind sie im Gegensatz zur Sumpfmeise kaum zu finden.  Sumpfmeisen kann man im Winter viel eher an Futterstellen beobachten als Weidenmeisen. Zudem dominieren Sumpfmeisen die Weidenmeisen und verdrängen sie oft aus ihrem Gebiet. Aber es gibt auch einige körperliche Merkmale, durch die man die „Zwillingsarten“ unterscheiden kann: Die Weidenmeise hat einen großen Kopf und einen kräftigen Nacken. Das Gefieder ist graubraun und schmutzigbeige. Die Kopfplatte ist mattschwarz (und nicht glänzend wie bei der Sumpfmeise) – und reicht bis weit in den Nacken hinein. Die Kopfseiten sind meist reinweiß. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das helle Armschwingenfeld, das bei den zusammengelegten Flügeln sichtbar wird.Der schwarze Kinnfleck ist größer als bei der Sumpfmeise, obwohl es auch Sumpfmeisen gibt, die einen größeren Kinnfleck aufweisen als die Weidenmeise.Wie alle Meisen ernährt sich die Weidenmeise im Sommer vor allem von tierischer Kost; im Winter greift sie notgedrungen auf fettreiche pflanzliche Nahrung zurück. Dazu legt sie sich an geeigneten Stellen in ihrem Revier unter lockerer Baumrinde, Moospolstern und Flechten Nahrungsvorräte an, von denen sie sich im Verlauf des Winters ernährt. Sobald aber wieder Insekten, Spinnen und andere Kleintiere zur Verfügung stehen, greift sie darauf zurück.  Wenn Weidenmeisen oft zu einem bestimmten Baum oder Ast zurückkehren, ist zu vermuten, dass sich dort ein solches Nahrungsdepot befindet. Ab dem Spätsommer stellt sie ihre Ernährung auf Samen um; lediglich Spinnen werden ganzjährig gefressen.

Die ersten Amseln singen schon ….

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Es ist Mitte Januar. Heute (16.01.2019) war zum ersten Mal in diesem Jahr im Kraichtal eine Amsel zu hören, die zwar noch recht zaghaft – aber immerhin deutlich hörbar sang. Das ist recht früh, denn normalerweise hört man die Amseln bei uns erst ab Februar. Wie bei den meisten Vogelarten singen auch bei den Amseln nur die erwachsenen Männchen. Es gibt eine Erklärung dafür: Zur Zeit macht der Winter im Kraichtal eine kleine Pause, und die Luft fühlt sich manchmal schon recht frühlingshaft an.   Jetzt, da die Tage allmählich etwas länger werden (Der Sonnenaufgang findet schon 6 min früher statt als am 21. Dezember) – und  es bei nur teilweise bedecktem Himmel deutlich über Null Grad Celsius hatte, waren die Bedingungen für diesen frühen Gesang günstig. Dieser beginnt bei der Amsel meist ungefähr eine Dreiviertelstunde vor  Sonnenaufgang. Deswegen auch  der frühe Gesang, denn der  richtet sich vor allem nach dem Licht und den vorherrschenden Temperaturen.   Jetzt – Ende Januar/Anfang Februar –  dient er vor allem dazu, Weibchen anzulocken. Je näher aber die Brutzeit rückt, desto intensiver, länger und variantenreicher fällt der Gesang aus, der dann bei der Amsel bis in den späten Abend hinein zu hören ist.  Denn während der Brutzeit dient der Gesang vor allem zur Markierung und Verteidigung des Reviers.Amselmännchen; erkennbar am schwarzen Gefieder und dem gelben Schnabel.Amselweibchen; Weibchen haben keinen gelben Schnabel und ein schwarzbraunes Gefieder. Sie singen nicht, aber  sie können trotzdem rufen, wenn sie zum Beispiel bei Gefahr ihre Warnrufe ertönen lassen. Dann hört man ihre lauten, spitzen Schreie oft minutenlang, die erst dann enden, wenn mögliche Feinde (Katzen, Elstern, usw.) vergrämt sind. Zudem kann man auch die Lockrufe der Weibchen hören, wenn sie mit den ausgeflogenen Jungvögeln, die sich in Nestnähe versteckt haben, in Kontakt treten.Ein singendes Amselmännchen während der Brutzeit im April in einem Walnussbaum. Leider ist die Zahl der Amseln durch das „Amselsterben“ auch bei uns etwas zurückgegangen. Bleibt zu hoffen, dass die eingetretenen Verluste in diesem Jahr wieder durch die Bruten ausgeglichen werden können.

Misteldrosseln mögen Misteln …

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Bei uns im Kraichtal ist die Misteldrossel häufig zu beobachten. Sie ist bei uns in der Regel das ganze Jahr über anzutreffen, weil sie  nämlich offene Landschaften mit Hecken und lichten Wäldern liebt, wie dies bei uns im Kraichtal der Fall ist. Zudem findet sie in den zahlreichen Streuobstwiesen auch in den Wintermonaten ausreichend Nahrung.

Diese Misteldrossel hat sich auf einer hohen Pappel in der Nähe einer großen Mistel niedergelassen. Denn im Winterhalbjahr ernähren sich die Misteldrosseln neben Obst und Regenwürmern vor allem von den Mistelbeeren. Deswegen hat sie auch den Namen „Misteldrossel“ erhalten.

… und schon macht sie sich über die Früchte der Mistel her. Diese sind süß, aber klebrig. Nach dem Fressen streift  die Misteldrossel ihren Schnabel an Ästen und Zweigen ab. Dabei bleiben die in den Beeren enthaltenen Samen auf dem Zweig oder Ast kleben und können auskeimen. Aber auch die über den Kot augeschiedenen Reste der Mistelbeeren bleiben klebrig und keimfähig. Somit tragen die Misteldrosseln zur Verbreitung der Misteln bei.

Hier kann man deutlich die helle Brust und die typische Färbung der Misteldrossel erkennen. Auch ihre aufrechte Haltung ist typisch. Zudem ist im Spätherbst und im Winter (Dezember bis Ende Februar) die sichere Bestimmung einfach, denn die Singdrosseln sind  – es ist Ende November –  nicht mehr im Kraichtal zu beobachten, weil sie sich in ihre Winterquartiere in Südeuropa zurückgezogen haben.

Auf dieser Pappel konnten sich mehrere Misteln ansiedeln.

Die Misteldrossel kann man an folgenden Merkmalen erkennen: Die Misteldrossel ist die größte der drei im Kraichtal regelmäßig vorkommenden großen Drosselarten. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke im Bereich der Brust und  des Bauches sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Ihre weiß gefärbten Flügel-Unterseiten sind ebenfalls ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von der Singdrossel.  Aber auch im Gesang gibt es deutliche Unterschiede zur Singdrossel. Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in waldnahen Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. In den letzten Jahren hat sich ihr Bestand bei uns deutlich vergrößert. Im Spätherbst und Winter kommen noch Misteldrosseln aus kälteren Gebieten dazu.

Gartenbaumläufer

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Der Gartenbaumläufer ist bei uns im Kraichtal ein noch relativ häufig anzutreffender Brutvogel. Als „Ganzjahres-Vogel“ kann man ihn auch im Winter im Kraichtal antreffen. Ihn zu beobachten ist etwas schwierig, weil er wegen der Färbung seines Gefieders sehr gut getarnt – und daher nur schwer zu entdecken ist. Er ist mit dem Waldbaumläufer verwandt, von dem man ihn aber kaum unterscheiden kann. Sicher kann man die beiden Arten nur durch ihren Gesang unterscheiden. Allerdings unterscheidet sich ihr Lebensraum: So trifft man den Waldbaumläufer selten außerhalb eines Waldes an. Sieht man also einen Baumläufer weit entfernt von einem Wald im Feld, auf Streuobstwiesen oder Hecken, dann handelt es sich wahrscheinlich um den Gartenbaumläufer. Beide Arten haben gemeinsam, dass sie recht klein sind und einen nach unten gebogenen spitzen Schnabel besitzen, der darauf hinweist, dass sie sich vor allem von Insekten und anderen Kleintieren ernähren.

Meist entdeckt man den Gartenbaumläufer erst dann, wenn er sich bewegt.  Man findet ihn vor allem auf Bäumen, die eine Rinde mit vielen Rissen und Furchen aufweisen, wie dies bei dieser Esche, einer Eiche oder auch bei einer Pappel der Fall ist. Auch auf Streuobstwiesen mit alten Baumbeständen zeigt er sich oft auf den Apfel-, Birn- oder anderen Obstbäumen.

Der Gartenbaumläufer sucht die fraglichen Baumstämme systematisch ab. Dabei beginnt er am Fuß des Stammes und sucht diesen spiralförmig nach oben ab. Im Gegensatz zum Kleiber kann er nicht am Baumstamm nach unten laufen. Er bewegt sich in kleinen Sprüngen aufwärts. Die Federn am Schwanz sind recht steif. So kann sich der Gartenbaumläufer damit abstützen.

Die Nahrung des Gartenbaumläufers besteht vor allem aus Insekten und deren Larven, Spinnen und anderen Kleintieren. Im Winterhalbjahr werden von ihm auch Samen verzehrt. Baumläufer haben pro Jahr 2 Bruten. Die Brutzeit reicht von März bis in den Juli hinein. Das Gelege umfasst dabei 5-7 Eier.

Das Nest wird in Stammlücken oder unter lockerer Rinde angelegt.

Die mächtige Esche ist fast gänzlich von Flechten und verschiedenen Moosen überzogen und bietet ein reiches Futterangebot für den Gartenbaumläufer.

Hier kann man erkennen, wie sich der Gartenbaumläufer mit dem Schwanz abstützt. In Parks, aber auch in Streuobstwiesen nimmt er gerne künstliche Nisthilfen an. Diese sind an die speziellen Anforderungen der Baumläufer angepasst. So befindet sich bei diesen Nisthilfen der Zugang zum Nistkasten auf der dem Baum zugewandten Seite.

Die Rauchschwalben sammeln sich schon …

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Anfang September. Die Zeichen stehen auch im Kraichtal auf Herbst. Man sieht es überall. Die Schwalben sammeln sich. Hier sind es Rauchschwalben, die den Sommer über in den umliegenden Bauernhöfen einer landwirtschaftlichen Siedlung im Kraichtal gebrütet haben. Im Gegensatz zu den Mehlschwalben bauen die Rauchschwalben ihr Nest im Inneren von Gebäuden. So sind Stallungen aller Art geradezu ideale Orte für die meist zwei Jahresbruten der Schwalben. Auf der Schnur einer großen Pferdekoppel sitzen sie nun nebeneinander. Alt- und Jungvögel üben den Flug. Immer wieder fliegen die Vögel auf und gehen auf die Jagd nach Insekten. Dabei bilden die Vögel eines Gebietes oft  große Gemeinschaften – und jagen auch mit ihren Verwandten, den Mehlschwalben, oft gemeinsam.

Auf dem Seil sitzen gerade zwei Altvögel und ein Jungvogel, zu erkennen am noch kurzen gegabelten Schwanz. Kennzeichen der Rauchschwalbe sind ihr langer, gegabelter Schwanz und die spitzen Flügel. Die Oberseite ist blauschwarz; ein schwarzes Brustband und die weiße Unterseite sind weitere Kennzeichen.. Kinn, Kehle und Stirn sind braunrot.

Bei diesem Jungvogel sind die kurzen Schwanzfedern und die noch helle Zeichnung auf Stirn und Kehle erkennbar.

Auch der Jungvogel fliegt immer wieder auf und geht ebenfalls auf die Jagd.

Auch Pfähle sind willkommene Ruhepunkte.

Wenn ein Schwarm Rauchschwalben auf die Jagd geht, ist dies ein beeindruckendes Schauspiel. In geringer Höhe und mit enormer Geschwindigkeit jagen sie knapp über dem Boden und weichen akrobatisch allen Hindernissen auf.

Ab September bis Oktober machen sich die Schwalben auf den Weg zu ihren Winterquartieren in Afrika.

Braunkehlchen rüsten sich zum Flug

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Blaukehlchen gehören innerhalb der Sperlingsvögel zu den Drosseln. Glücklicherweise sind sie bei uns im Kraichtal noch vertreten.  Anfang bis Mitte April kehren die Braunkehlchen aus ihrem Winterquartier in Afrika zurück.Auch in diesem Jahr haben wieder einige Paare bei uns gebrütet. Braunkehlchen brauchen offene Flächen mit einer gut strukturierten Krautschicht, wie man sie immer wieder in den Streuobstwiesen finden kann. Wiesen und Gräben, Brachflächen, aber auch kleine Feuchtwiesen sind weitere typische Lebensräume des Braunkehlchens.    Da sie Bodenbrüter sind, ihr Nest also auf dem Boden anlegen, können sie nur dort erfolgreich brüten, wo kaum gemäht wird. Intensiv genutztes Grünland mit mehreren Schnitten pro Jahr fällt also für die Brut der Vögel weg.

Zudem brauchen sie für die Jagd Ansitzflächen wie Pfähle, Zäune, einzeln stehende Bäume (Streuobstwiesen) oder vertrocknete Pflanzenstängel, wie sie auf den Zwischenfrucht-Feldern oder Blühstreifen üblich sind. So bieten also auch diese Flächen einen Lebensraum für die Braunkehlchen.

Ende April bis Anfang Juli brüten die Braunkehlchen. Das Weibchen legt bis zu 6 Eier. Das Nest ist unter Grasbüscheln oder unter Büschen versteckt. Je nach Witterung und Nahrungsangebot kann es zu einer zweiten Brut kommen; auch Ersatz-Bruten sind möglich.  Beide Bilder zeigen einen Jungvogel. Man kann dies an den weißen Federspitzen erkennen. Auch der Überaugenstreif ist noch recht blass.

Das Braunkehlchen ernährt sich vor allem von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken. Im Sommer kommen dann noch Beeren dazu.

Die Aufnahmen entstanden bei einer großen Pferdekoppel, wo mehrere Jung- und Altvögel nach Nahrung suchten.  Das gespannte Seil oder die vertrockneten Stängel eines Doldenblütengewächses bieten ideale Ansitzpunkte. Offenbar sammeln sie sich für ihren Zug zu den Überwinterungsgebieten in Afrika.

Kennzeichen des Braunkehlchens sind der deutliche Überaugenstreif und die helle Unterseite. Weibchen sind heller gefärbt als die Männchen.

Ein weiteres Kennzeichen ist der kurze Schwanz, mit dem das Braunkehlchen ständig wippt.

Anfang September brechen die Braunkehlchen dann zu ihren Überwinterungsgebieten in Afrika auf.

Bleibt zu hoffen, dass sie im nächsten April wieder zu uns ins Kraichtal kommen werden. Das Braunkehlchen ist bei uns stark gefährdet und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Brennnesseln, Disteln & Co

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Es ist Ende August. Die Felder sind abgeerntet, die Wiesen alle gemäht. Doch es gibt noch „grüne Inseln“ in der Flur. Entlang eines Weges hat man nicht gemäht und alles so stehen lassen, wie es gewachsen ist. Brennnesseln, Disteln, verschiedene Gräser, Doldengewächse und einige andere Pflanzen bilden einen dichten Bestand. Und man kann erkennen, dass es in diesem Jahr sehr heiß und trocken war. Selbst die Brennnesseln sehen nicht mehr ganz so frisch aus. Das saftige Grün der Pflanzen ist verschwunden; eigentlich erinnert der Wegrand jetzt an ein verwildertes Gelände. Wer aber glaubt, dass hier dringend gemäht werden müsste, für den lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen:

Brennnesseln und Disteln stehen bei vielen Menschen auf der „Abschussliste“. Doch sie sind für viele Tiere sehr wichtig. Für viele Vogelarten, die sich von Sämereien oder Körnern ernähren,  ist der Tisch nach der Getreideernte nicht mehr so reichhaltig gedeckt. Die Nahrung wird knapp. Jetzt sieht man zum Beispiel Distelfinken, die das tun, wofür sie ihren Namen erhalten haben. Sie ernähren sich von Distelsamen.

Dazu pflücken sie die Korbblüten regelrecht auseinander und ziehen die Samen heraus.

Und am Ende sind die Blütenstände der Distel völlig aufgefasert 

Dies gilt auch für andere Vogelarten oder zahlreiche Insekten

So kann man häufig den Schwalbenschwanz, einen auch bei uns recht seltenen Schmetterling auf den Disteln beobachten, weil sie auch jetzt noch Nektar anbieten

Dieser Schwalbenschwanz hat schon einen Teil des linken Hinterflügels verloren.  Trotzdem kann er noch problemlos die Blüten anfliegen.

Die große Zahl von Vögeln und Insekten, welche sich von den verschiedenen Disteln, aber auch von den Brennnesseln ernähren,  ist gewaltig.  Deswegen sollte man sie, so lange wie dies möglich ist, auch stehen lassen. Auch wenn uns ihr Anblick manchmal stört – für viele Tiere sind diese Pflanzen zum Überleben notwendig.

Die ersten Mehlschwalben sind flügge

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Was früher an vielen Häusern üblich war, ist heute selten geworden. Weil offene Böden mit geeigneten Materialien wie zum Beispiel Lehm innerhalb der Ortschaften kaum noch verfügbar sind, nehmen die Mehlschwalben  gerne Nisthilfen an. An dieser Hauswand sind mehrere Nisthilfen mit jeweils 2 Nestern angebracht. Da Mehlschwalben in Kolonien brüten, sind die künstlichen Nisthilfen schon seit Jahren regelmäßig bewohnt; sie sind „ausgebucht“. Häufig besuchte Nisthilfen werden von den Schwalben „ausgebessert“; sie tragen Baumaterial von außen an. Zum Schutz der Fassade ist ein Kotbrett angebracht, auf dem sich im Laufe der Zeit die Kotballen häufen.

An dieser Hauswand können 14 Mehlschwalbenpaare ihre Jungen aufziehen.

Schön, dass es noch Menschen gibt, die den Mehlschwalben eine Nistmöglichkeit bieten. Mehlschwalben sind Kolonienbrüter. Sie sind inzwischen Kulturfolger geworden und suchen die Nähe menschlicher Siedlungen, wo sie außerhalb der Gebäude nisten. In den beiden Nestern ganz rechts warten schon zwei Jungvögel auf die Altvögel.

An einem anderen Haus sind zwei Altvögel gerade beim Füttern der noch  in den Nestern verbliebenen Jungvögel.

Die jungen Mehlschwalben erkunden den Boden unterhalb  ihrer Nester. Dabei suchen sie schon nach Nahrung, zum Beispiel nach Blattläusen. Das Nahrungsspektrum ist relativ breit. Hauptsächlich wird die Nahrung während der Jagdflüge in der Luft erbeutet.  Dabei steigen sie viel höher auf als die verwandten Rauchschalben.

Kennzeichen der Mehlschwalben sind zum einen die weiße Körperunterseite und zum anderen der kurze  – im Vergleich zur Rauchschwalbe – kaum gegabelte Schwanz. Vor allem aber der weiße Bürzel ist ein sicheres Erkennungsmerkmal.

Mehlschwalben sind von Anfang an sehr geschickte Flieger.