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Sperber

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Der Sperber ist ein Greifvogel, der vor allem kleine bis mittelgroße Vögel jagt. Die Sperberweibchen sind viel größer als die Männchen. Während das Männchen meist kleinere Vögel jagt, kann das Weibchen  Vögel bis zur Taubengröße erbeuten. Die Unterseite ist leicht gelb-orange  gebändert („gesperbert“), der Rücken ist blaugrau. Bei uns im Kraichtal ist er recht häufig zu beobachten. Seit einigen  Jahren kann man den Sperber auch am Ortsrand oder auch mitten in den Ortschaften beobachten, wie er auf die Jagd geht. Vor allem in den Wintermonaten fliegt er häufig die Futterstellen von Singvögeln an.

Hier hat ein Sperber gerade einen Vogel erlegt und rupft ihn in dichten Geäst einer Fichte.

 

Uhu

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Der Uhu ist die größte einheimische Eule.  Er teilte das Schicksal aller Greifvögel. Jahrhunderte lange rigorose Jagd auf alle „Krummschnäbel“ brachte viele Greifvögel und Eulen an den Rand der Ausrottung. Um 1950 war der Uhu aus Baden-Württemberg als regelmäßiger Brutvogel so gut wie verschwunden. Lange Zeit gab es ihn nur noch  ganz sporadisch in den Felsregionen der Schwäbischen Alb und an der oberen Donau. Mit neuen und wirksamen Naturschutzgesetzen in den 1930er Jahren begann das Umdenken. Erste Wiedereibürgerungsversuche mißlangen aber. Mit der Umweltbewegung in den 60er und 70er Jahren  kam neuer Schwung in die Bemühungen. Und es scheint Erfolg zu bringen: Nach intensiven Schutzmaßnahmen hat der Uhu in den letzten Jahren  auch wieder im Flachland Fuß gefasst. Nun kann man ihn auch bei uns wieder hören.

Der abgebildete Uhu ist kein Volierenvogel. Er war in der Nacht in einen Hühnerstall am Ortsrand eingeflogen und wollte dort offensichtlich Ratten jagen, denn die Hühner befanden sich  im Stall – unerreichbar für den Uhu.  Am Morgen konnte er wegen der installierten Greifvogel-Schutznetze über dem Gehege den Ausgang nicht mehr finden. Zum Glück gelang es, den Uhu sanft aus dem Gehege hinauszubegleiten. Kaum in Freiheit flog er sofort in Richtung seines Ruheplatzes davon.  Seither hat er das Gehege nicht mehr aufgesucht, ist aber – so wie es derzeit aussieht – im Gebiet geblieben. Beeindruckend bei dem mächtigen Vogel sind seine Augen und die kräftigen Fänge mit den langen Krallen. Er jagt kleine bis mittelgroße Säugetiere und Vögel. Igel, Ratten, Kaninchen, Feldhasen, Rabenvögel, Tauben und Enten.

Kornweihe

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Die Kornweihe gehört zur Gruppe der Greifvögel. Im Kraichtal kann man sie allerdings meist nur während der Wintermonate beobachten. Das Weibchen ist unauffällig gefärbt. Lediglich der ausgeprägte weiße Fleck auf dem Rücken vor dem Schwanz ist zunächst ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Vor allem das Männchen fällt durch sein Gefieder und seine Flugweise auf. Auf den ersten Blick glaubt man, dass da eine große schwarz-weiße Möwe fliegt. Der schaukelnde Flug knapp über den Boden mit überraschenden Wendungen lässt dann allerdings in Richtung eines Greifvogels denken. Tatsächlich fliegt die Kornweihe knapp über dem Boden – und mit einer plötzlichen Beschleunigung macht sie aus kurzer Distanz Beute. Vor allem Kleinsäuger oder Vögel werden von ihr gejagt. Die Kornweihe steht auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel in Deutschland. Die Bilder zeigen ein Männchen auf der Jagd im Januar 2017 in einem Feld mit Blühmischung. Das dokumentiert nochmals die Bedeutung solcher Feldflächen. Ein hohes Lob an die Landwirte, welche diese Flächen während der Wintermonate sich selbst überlassen.

 

Eisvogel

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Der Eisvogel ist im Kraichtal recht häufig zu beobachten. Entlang der Kraich, an Bächen,  Gräben und Fischzuchtanlagen ist er regelmäßig zu sehen. Er braucht klare, langsam oder schnell fließende Gewässer mit geeigneten Sitzwarten. Er jagt kleine Fische, Insekten, Kaulquappen und kleine Froschlurche. Seine Jungen zieht er in Bruthöhlen auf, die er  im Uferbereich der Gewässer gebaut hat. In strengen Wintern ist er auf freie Stellen im Wasser angewiesen; er weicht dann oft auf benachbarte Biotope, wo er geeignete Gelegenheiten findet,  aus.

Von Bäumen oder Büschen aus geht er auf Jagd. Beeindruckend sind die leuchtenden Farben und der hellblau-türkisfarbene Rückenstreif. Hier allerdings im Regenwetter bei schlechtem Licht aufgenommen.

Weißstorch

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Dank intensiver Schutzmaßnahmen gehört der Weißstorch inzwischen wieder zur Vogelwelt im  Kraichtal. Zwar verschmähte er die angebotene Nisthilfe in den Talwiesen, aber das Storchenpaar baute in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes in Gochsheim sein Nest, das inzwischen wiederholt als Brutstätte diente. Die Altvögel suchen in einem großen Gebiet rund ums Nest Futter für die Jungstörche. Dies lässt sich anhand der Ringnummern belegen. Jungvögel kann man vor allem daran erkennen, dass der Schnabel und die Beine noch schwarz sind. In den letzten Jahren lässt sich verstärkt beobachten, dass Weißstörche nicht mehr auf jeden Fall die traditionellen Flugrouten nutzen. Vielmehr sind einige zu Teilziehern geworden, die in den nächst erreichbaren milden Klimabereichen überwintern (Iberische Halbinsel, Nordafrika).

Schleiereule

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Die Schleiereule ist im Kraichtal noch anzutreffen. Meist kann man sie in abgelegenen Feldscheunen, in Gehöften und Scheunen beobachten. Dass man sie aber in einem alten, hohlen Birnbaum entdeckt, den sie sich offenbar als Ruheplatz ausgesucht hat, ist schon ein Glücksfall. Diese Bilder verdanke ich dem Tipp eines Freundes, der mir seine Entdeckung mitteilte.

Die Schleiereule braucht genau diese kleinzellige Landschaft mit alten Bäumen, Hecken und abgelegenen Gehöften, wo sie nachts auf Jagd gehen kann. Sie jagt Mäuse, Frösche, Insekten. Zur Brut nimmt sie auch angebotene Nisthilfen an. In vielen Gegenden Deutschlands wurde beim Bau einer Scheune oder eines Gehöftes im Dachboden ein sogenanntes „Uhlenloch“ gelassen. Hier konnte sie ein- und ausfliegen und war geschützt. Dies brachte allen einen großen Nutzen, weil sie die Getreideschädlinge wie Mäuse dezimieren konnte. Zum Glück gibt es immer mehr Menschen, die den Nutzen dieser Eule erkannt haben und Hilfen zum Überleben anbieten. In strengen Wintern überleben viele Eulen leider nicht.

Stockente

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Die Stockente ist die größte europäische Schwimmente. Auch bei uns im Kraichtal kommt sie vereinzelt vor. Bei uns kann man sie an Bachläufen, Gräben oder Teichen beobachten. Teilweise sind die Stockenten auf abgelegeneren, siedlungsfernen Gewässern bei uns aber recht scheu.  Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Männchen haben im Balzkleid einen grün-schillernden Kopf, einen weißen Halsring und einen leuchtend gelben Schnabel. Dazu kommt noch eine lockenförmge Feder im Schwanzbereich.Weibchen sind unauffällig braun gemustert. So fallen die Weibchen beim Bebrüten des Geleges nicht auf. In den Städten hat sich die Stockente oft an den Menschen gewöhnt  und ist in Gärten und Parkanlagen anzutreffen. Da sich Stockenten sowohl mit Hausenten als auch mit anderen Schwimmenten paaren, finden sich in Städten, wo sich viele Arten treffen, oft Mischformen der Stockente mit „Fehlfärbungen“. Dass Enten sich in der Umgebung des Menschen gut zurechtfinden, ist auch dem Umstand zu verdanken, dass Enten sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich nehmen. Sie sind „Allesfresser“.

Die folgenden Bilder entstanden im Mai 2013 am Rhein bei Leopoldshafen, wo sich regelmäßig zahlreiche Schwimmenten einfinden, weil sie dort von Besuchern gefüttert werden. Die abgebildete Ente ist offenbar eine Mischform unter Beteiligung der Stockente (weißer Halsring, Spiegel).

 

Dorngrasmücke

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Das Kraichtal ist für die Dorngrasmücke wie zugeschnitten. Hier findet sie die Geländestrukturen, die sie liebt. Offene Landschaften mit Hecken und Feldflächen, Weinberge oder aufgelassene Grundstücke mit Brombeerhecken. Sogar im niedrigen Brombeergestrüpp am Fuße eines Hochspannungs-Strommastens brütete sie und nutzte den Mast als Bühne für ihren Gesang . Oft singt sie von der Spitze der Sträucher. Typisch ist auch ihr Singflug. Dorngrasmücken waren in den letzten Jahren recht häufig bei uns zu beobachten. Meist sind sie von Ende April bis manchmal in den Oktober hinein hier. Die Überwinterung erfolgt in Afrika.

Neuntöter

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Der Neuntöter gehört zur Gruppe der Sperlingsvögel und zur Familie der Würger. Das sind Vögel, die vor allem am kräftigen Schnabel mit abwärts gebogener Spitze und der dunklen „Augenmaske“ zu erkennen sind. Das Weibchen des Neuntöters zeigt ein anderes Gefieder. Der dunkle Augenstreif fehlt (s. Bild oben). Der Rücken ist braun, die Bauchseite ist hell und mit Mustern versehen. Meist kann man sie auf Sträuchern in Hecken beobachten, wo sie auf Beute lauern. Sie jagen Insekten, Eidechsen, Mäuse, Vögel. Bei uns im Kraichtal sind sie nur vom April bis zum September zu beobachten. Wenn sie aufgeregt sind, wippen sie mit dem Schwanz auf und ab. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Das Männchen  trägt während der Brutperiode das „Prachtkleid“.

 

Schwarzspecht

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Der Schwarzspecht ist der größte europäische Specht. Wie schon der Name sagt, ist sein Gefieder überwiegend schwarz. Männchen und Weibchen unterscheiden sich durch die rote Färbung am Kopf. Beim Männchen beginnt die rote Kopfplatte am Scheitel und reicht bis weit in den Nacken. Beim Weibchen findet sich lediglich ein kleine rote Markierung im Bereich des Schädels. Schwarzspechte bauen ihre Bruthöhle vor allem in hochstämmigen Buchen. Diese Bruthöhlen finden dann irgend wann Nachmieter aus der Vogelwelt,vor allem die Hohltaube,  aber auch Kleinsäuger findet man manchmal in solchen Bruthöhlen. Der Schwarzspecht ernährt sich vor allem von Insekten und deren Larven. Auch er ist ein ausgesprochener Ameisen-Spezialist.

Weibchen

Bilder unten: Männchen

Am Bau der Bruthöhle sind beide Altvögel beteiligt. Im Bild unten ist deutlich zu sehen, wie sich Schwarzspechte mit Hilfe ihrer Schwanzfedern am Baumstamm abstützen.

Das Einflugloch ist so gestaltet, dass von oben herabfließender Regen nicht in die Bruthöhle hineinlaufen kann. Der innere Rand des Einflugloches bildet nach außen ein Gefälle. So kann das Wasser außen abfließen.

So kann es aussehen, wenn der Schwarzspecht einen Baum nach Insektenlarven durchsucht. Diese Weide ist von Weißfäule befallen; in ihr waren  sicher Larven des Weidenbohrers versteckt.