Sie sind wieder da: Dorngrasmücke und Neuntöter

Sie sind wieder da: Dorngrasmücke und Neuntöter

Sie sind wieder in ihr altes Brutrevier zurückgekehrt: Dorngrasmücken und auch die Neuntöter. Beide Vogelarten sind in vergleichbaren Lebensräumen anzutreffen: Dichte Hecken, Möglichkeiten für Singplätze und ein gutes Nahrungsangebot. Dieses Brutrevier der beiden Dorngrasmücken ist geprägt von Heckenrosen, Brombeeren und einigen wilden Kirschbäumen. Hier finden sich genügend Nistmöglichkeiten – und auch die Aussicht auf ein ausreichendes Nahrungsangebot ist gegeben. Auf dem Bild sind die beiden Dorngrasmücken zu sehen. Rechts sitzt das Weibchen, links das Männchen. Ihr Nest haben sie wahrscheinlich in einem der dichten Brombeersträucher gebaut. Im letzten Jahr haben sie genau an dieser Stelle erfolgreich gebrütet. Jedenfalls scheint die Stelle als Nistplatz gut geeignet.

Auch genügend Singplätze sind vorhanden. Solche Singplätze braucht das Männchen der Dorngrasmücke. Oft startet es von der „Singwarte“ zu einem kurzen Balzflug. Auch der Gesang wird entweder aus einem Busch heraus oder von einer Ast- oder Baumspitze vorgetragen. Männchen und Weibchen lassen sich leicht unterscheiden. Beim Weibchen ist die Kopfkappe braun, während sie beim Männchen grau ist. Zudem hat das Männchen einen deutlichen, weißen Augenring, der beim Weibchen fehlt.

Auch die Neuntöter sind wieder an ihrem alten Nistplatz angekommen. Auch hier befinden sich zahlreiche Brombeersträucher und Heckenrosen. Dazwischen stehen einige Büsche und Sprößlinge von verschiedenen Sträuchern und Bäumen, welche wahrscheinlich durch Vögel an den Platz gebracht wurden. Ursprünglich war es ein aufgelassener Teil eines Weinbergs, der glücklicherweise „verwildern“ durfte.  Direkt daneben wird aber weiter Weinbau betrieben. Dies stört die Neuntöter offenbar nicht. Im Gegenteil: Die zahlreichen Metallpfähle im Weinberg sind für die Neuntöter ideale Ansitzmöglichkeiten.  Auch sie brüten hier schon seit mehreren Jahren. Das Paar wird sein Nest wahrscheinlich wieder in dem großen Heckenrosen-Strauch errichten.

Beim Neuntöter ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlich zu sehen. Das Männchen ist kräftiger gefärbt, hat einen hellen Kopf und eine auffallende schwarze Augenbinde. Während der Brutperiode trägt das Männchen sein „Prachtkleid“ die Bauchseite färbt sich rosa. Das Gefieder des Weibchens ist vorwiegend in Brauntönen gehalten; die Augenbinde ist braun und die Brust fein braun gemustert. Dass die Beiden schon mit dem Nestbau anfangen, wird dadurch deutlich, dass das Weibchen schon einen kleinen Zweig im Schnabel hat.

Beide Vogelarten, Dorngrasmücke und Neuntöter, sind eindrucksvolle Beispiele dafür, dass es Sinn macht, ein Grundstück auch einmal etwas „verwildern“ zu lassen und Wildhecken und -kräutern einen Platz zur Verfügung zu stellen, der nicht alle paar Wochen gründlich gerodet, gesäubert und gemäht wird …. Es ist eine alte Wahrheit, dass Artenschutz eigentlich nur über den Schutz des Lebensraumes funktionieren kann, den eine Art braucht . …. Vielleicht sollte man öfter darüber nachdenken, bevor man handelt!

Wenn Sie mehr erfahren wollen: Es gibt weitere Beiträge zur Dorngrasmücke und zum Neuntöter

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