Sie mögen viele Wildsamen, aber auch sehr gerne Raps: Bluthänflinge

Sie mögen viele Wildsamen, aber auch sehr gerne Raps: Bluthänflinge

Die Bluthänflinge kommen bei uns im Kraichtal wieder recht häufig vor. Sie gehören innerhalb der Sperlingsvögel zur Familie der Finken. Trotzdem gehören sie in Deutschland, vor allem aber im Süden zu den gefährdeten Arten. Man findet ihn in allen Formen des Kulturlandes; außerhalb der Brutzeit auch auf Unkrautfluren, in Weinbergen, Parks und großen Gärten. Auffallend ist der Unterschied zwischen dem Gefieder der Männchen und dem der Weibchen. Während der Brutzeit trägt das Männchen sein Prachtkleid, das durch die leuchtend roten Farben auf Brust und Stirn sofort auffällt. Das Weibchen ist unauffälliger gefärbt.

Seit ein paar Jahren bei uns im Kraichtal der Raps großflächig angebaut wird, hat die Zahl der Bluthänflinge bei uns deutlich zugenommen. Beim Öffnen der Schoten haben die Vögel eine Technik entwickelt, diese ohne Verlust von Samenkörnern zu ernten, weil sie die Schoten von der Spitze her öffen und die Samen von oben nach unten abernten. Dabei werden Samen aller Reifegrade, auch von Getreide und Wildkräutern verwertet. Bei den Bluthänflingen gibt es normalerweise zwei Bruten pro Jahr. Dabei werden die Jungen im Gegensatz zu vielen anderen Jungvögeln hauptsächlich mit Sämereien gefüttert.  Anfangs verfüttert das Männchen die Samen an das Weibchen, das dann in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen die Nestlinge mit dem vorverdauten Nahrungsbrei füttert. Während der Brutzeit fressen die Altvögel auch vermehrt Blattläuse.

Das Video zeigt ein Bluthänfling-Männchen Anfang Juni bei der „Raps-Ernte“

In den letzten beiden Jahren mit den relativ milden Wintern konnten bei uns im Kraichtal einige Schwärme von Bluthänflingen auch über die Wintermonate beobachtet werden. Dabei wurden sie vor allem in Zwischenfrucht-Feldern, Unkrautfluren und in verbliebenen Blühstreifen beim Ernten von Sämereien gesichtet. Ob dies nun Schwärme aus anderen Gebieten waren -oder heimische Schwärme waren, lässt sich natürlich nicht feststellen ….

Beitrag vorher Eine auffällige, blaue Libelle: Spitzenfleck
Beitrag nachher Der "Asiatische Marienkäfer" oder der "Harlekin-Marienkäfer"

Schreiben Sie einen Kommentar