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Herbst im Kraichtal

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Ein schöner Herbstmorgen. Leichter Dunst liegt über dem Kraichtal mit seinen sanften Hügeln und zahlreichen Wäldern und Hecken. Gelb- und Rottöne beherrschen das herbstliche Bild.

Das Gelb der Pappeln mischt sich mit dem Grün der anderen Bäume – und dazwischen das rot werdende Laub des Waldes und der Streuobstwiesen im Hintergrund.

Die Roteiche, die in Nordamerika für die Rottöne im „Indian Summer“ sorgt, zeigt ein Farbspiel unterschiedlicher Rot- und Gelbtöne der Blätter.Die Roteiche ist nur vereinzelt im Kraichtal zu sehen. Wo sie aber angepflanzt wurde, bietet sie im Herbst ebenfalls ein farbenprächtiges Bild.

Auch das Pfaffenhütchen erweitert das rote Farbspektrum mit seinen Früchten.Die Mehlbeere taucht im Kraichtal vereinzelt auf. Sie gehört zu den Rosengewächsen und zeigt ähnliche Früchte wie die Hagebutten der Heckenrose. Allerdings tragen die Zweige der Mehlbeere keine Stacheln oder Dornen.

Zwar trägt die Traubeneiche noch Früchte, doch liegt schon ein Großteil der Eicheln auf dem Waldboden. In diesem Jahr gibt es viele Eicheln; es ist ein „Mast-Jahr“. Die Wildtiere werden in diesem Winter ein großes Futterangebot vorfinden.

Herbst im Rotbuchen-Wald

Auch hier gibt es in diesem Jahr ein reichhaltiges Futterangebot für den Winter.Die Bucheckern sind bei vielen Kleinsäugern, aber auch vielen Vogelarten sehr begehrt.Normalerweise sind die Schlehen – die Früchte des Schwarzdorns – um diese Zeit noch prall gefüllt, die lange Trockenheit hat aber auch hier ihre Spur hinterlassen.

Auch die zahlreichen Heckenrosen und der bei uns recht häufig anzutreffende Schneeball bringen Farbe in die Hecken.

Aber auch das ist der Herbst im Kraichtal: blühende Zwischenfrucht-Felder.

Ob die Sonnenblumen noch Früchte hervorbringen können, hängt jetzt davon ab, wann es die ersten Fröste gibt …

Hier finden letzte Insekten Nahrung und Kleintiere Schutz. Und auch dem Boden tun die Pflanzen gut; er wird gelockert und durchlüftet und erhält viele Nährstoffe.

Wer sich nach einer längeren Wanderung ausruhen möchte, der findet hier zahlreiche Möglichkeiten. Zudem bieten die meisten Bänke herrliche Ausblicke auf die Kraichtal-Landschaft.Hier ein Blick nach Osten in die sanft geschwungenen Hügel des Kraichgaus.

Sie sind typisch für den Kraichgau: Beeindruckende Hohlwege

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Die beeindruckenden Hohlwege im Kraichtal muss man gesehen haben. Es gibt nur wenige Gegenden in Deutschland, wo es noch solche Hohlwege gibt. In Baden-Württemberg ist dies zum Beispiel das Gebiet um den Kaiserstuhl in Südbaden. Als Folge der Eiszeiten wurde der gesamte Kraichgau vom Wind mit Löß bedeckt. Der tiefgefrorene und „durch Dauerfrost gefriergetrocknete“  Eiszeitschlamm (siehe das Infoplakat am Ende des Beitrags), der vom Rhein und anderen Flüssen abgelagert worden war, wurde vom Wind in den Kraichgau verblasen. Dabei entstanden Lößschichten von bis zu 35 m Mächtigkeit. Da früher von jedem Ort aus Wege in die Nachbardörfer führten, wurden diese von den eisenbeschlagenen Fuhrwerken der Bauern und Händler und von den beschlagenen Hufen der Zugtiere immer tiefer in den Löß gemahlen, bis sie auf das heutige Niveau in die Lößschicht absanken. Und dieser Prozess geht auch heute noch weiter. Wer heute im Kraichgau während der heißen und trockenen Monate unterwegs ist, der kann vom feinen Lößstaub ein Lied singen, der durch Fahrzeuge und Landmaschinen entsteht.  Und sogar, wenn man mit den Wanderschuhen auf den Boden stampft, entsteht ein Abdruck im Boden – und der Schuh wird staubig.  Bei starkem Regen können an den offenen Steilwänden und der Hohlweg-Sohle Ausspülungen entstehen, welche die  schlammhaltigen Fluten weiterspülen. Als Folge entstehen dann Rutschungen am den seitlichen Hängen, welche den Hohlweg immer mehr in eine „V“-Form bringen. Junge Hohlwege sind anfangs „U“-förmig.

Ein Hohlweg-System im Kraichtal. Der Boden wurde hier mit Schotter befestigt. Dies ist aber keine Dauerlösung. Die Steine graben sich immer tiefer in den Untergrund, wenn der Hohlweg befahren wird. Der „pulverisierte“ Löß bleibt aber oben. In ein paar Jahren muss dann nachgebessert werden.

An dieser Stelle ist die Lößschicht über 10 m hoch. Auf der linken Böschung sind im oberen Teil die freigelegten Wurzeln der Büsche und Bäume sichtbar, welche den Löß „gesprengt haben. Die Abbruchkante wird noch von der Vegetation gehalten.

Hier sieht man die tief in die Lößschicht ragenden Wurzeln, die durch ihr Dickenwachstum  einzelne Lößplatten „weggesprengt“ haben. Vor allem sind es die Wurzeln der Robinien  , welche in den Kraichtaler Hohlwegen diese „Sprengwirkung“  in den  Lößschichten haben.

Die durch den Wurzeldruck oder Ausspülungen entstandenen Hohlräume können dann von Tieren genutzt werden, die dort ihre Höhlen oder Brutplätze finden. Kleinsäuger wie der Siebenschläfer graben hier ihre Höhlen, verschiedene Singvögel nutzen die entstandenen Hohlräume als Brutstätte und zahlreiche Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Wespen, Käfer und Schmetterlinge kommen hier vor.

Hier unter den Wurzeln bieten sich viele Unterschlupf-Möglichkeiten auch für größere Säugetiere wie zum Beispiel Dachs …

Aus einer durch Rutschungen freigelegten Wurzel entwickelt sich ein neuer Stamm der Robinie. Mit der Robinie, die mit Hilfe ihrer Wurzelbakterien Stickstoff bilden kann, entsteht dadurch aber auch eine neue Pflanzengesellschaft in den Hohlwegen, welche diesen Stickstoff nutzen kann.

Hier ist offenbar ein Traktor gefahren. Trotz der Stein-Einlagen bleiben seine Spuren sichtbar. Hier handelt es sich um staubfein gemahlenen Löß. Der Wind kann ihn verblasen – und Regen verwandelt ihn in Lehmschlamm.

Viele dieser Hohlwege im Kraichtal sind mehrere hundert Meter lang. Und wenn man dort an einem heißen Tag unterwegs ist, kann man dort auch ausgiebig Schatten genießen. Und es kann eine romantische und unvergessliche Wanderung werden, wenn man die Hohlwege erkundet – und dort den speziellen Reiz dieses Lebensraumes erfährt.

Bei Regenwetter oder nach Tagen mit Starkregen sollte man aber daran denken, dass man in den Hohlwegen auf Löß – und nicht auf Sand – unterwegs ist.

Ein Gang in den Hohlwegen im Kraichtal ist auch ein Weg durch die Naturgeschichte des Kraichtals. Wenn man sich Zeit nimmt, Augen und Ohren offen hält, dann kann man gerade hier viele spannende Begegnungen mit der Natur bekommen. Ein Gang also, der sich lohnt ….

Die folgenden Bilder zeigen Ausspülungen nach Starkregen-Ereignissen.

Wegen der Rutschgefahr der Böschungen ist auch das Buddeln oder Begehen dieser Steilwände verboten.

Und wer es genauer wissen möchte: Am Ortsrand von Kraichtal-Unteröwisheim in Richtung Kraichtal-Münzesheim am Rand eines großen Parkplatzes steht diese Info-Tafel zum Löß im Kraichgau.  Hier wäre auch ein möglicher Startpunkt zum Erkunden der Hohlwege.

TIPP:Sehenswert sind auch die Hohlwege in Oberöwisheim – vor allem die „Galgenhohle“ – und die Hohlwege in und um Zeutern.

Die Rauchschwalben sammeln sich schon …

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Anfang September. Die Zeichen stehen auch im Kraichtal auf Herbst. Man sieht es überall. Die Schwalben sammeln sich. Hier sind es Rauchschwalben, die den Sommer über in den umliegenden Bauernhöfen einer landwirtschaftlichen Siedlung im Kraichtal gebrütet haben. Im Gegensatz zu den Mehlschwalben bauen die Rauchschwalben ihr Nest im Inneren von Gebäuden. So sind Stallungen aller Art geradezu ideale Orte für die meist zwei Jahresbruten der Schwalben. Auf der Schnur einer großen Pferdekoppel sitzen sie nun nebeneinander. Alt- und Jungvögel üben den Flug. Immer wieder fliegen die Vögel auf und gehen auf die Jagd nach Insekten. Dabei bilden die Vögel eines Gebietes oft  große Gemeinschaften – und jagen auch mit ihren Verwandten, den Mehlschwalben, oft gemeinsam.

Auf dem Seil sitzen gerade zwei Altvögel und ein Jungvogel, zu erkennen am noch kurzen gegabelten Schwanz. Kennzeichen der Rauchschwalbe sind ihr langer, gegabelter Schwanz und die spitzen Flügel. Die Oberseite ist blauschwarz; ein schwarzes Brustband und die weiße Unterseite sind weitere Kennzeichen.. Kinn, Kehle und Stirn sind braunrot.

Bei diesem Jungvogel sind die kurzen Schwanzfedern und die noch helle Zeichnung auf Stirn und Kehle erkennbar.

Auch der Jungvogel fliegt immer wieder auf und geht ebenfalls auf die Jagd.

Auch Pfähle sind willkommene Ruhepunkte.

Wenn ein Schwarm Rauchschwalben auf die Jagd geht, ist dies ein beeindruckendes Schauspiel. In geringer Höhe und mit enormer Geschwindigkeit jagen sie knapp über dem Boden und weichen akrobatisch allen Hindernissen auf.

Ab September bis Oktober machen sich die Schwalben auf den Weg zu ihren Winterquartieren in Afrika.

Teichrohrsänger

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Auch der Teichrohrsänger ist bei uns im Kraichtal Brutvogel. Von Ende April bis Ende September/Anfang Oktober kann man ihn hier beobachten. Er brütet im dichten Schilf von Teichen, Seen und entlang von schilfbestandenen Gräben. Auch er gehört zu den Langstreckenziehern, die südlich der Sahara überwintern. Für den ungefähr 6000 km langen Flug muss er sich im Laufe des Jahres genügend Fettreserven anfressen. Dies gilt natürlich auch für alle Jungvögel.

Er ist ein geschickter Kletterer zwischen den Schilfhalmen. Er ernährt sich von Insekten und deren Larven, Spinnen und Weichtieren.

Sein Gesang ist zum einen wegen seiner Lautstärke und seinen „schnarrenden“ kurzen Rufen, die häufig wiederholt werden,  auffällig.

Sein Gefieder ist gut an die Umgebung im Schilf angepasst. Die Rückenseite ist braun, die Kehle und die Unterseite ist gelblich weiß. Er ähnelt sehr dem Sumpfrohrsänger, von dem man ihn eigentlich auch durch den Gesang  nicht sicher unterscheiden kann. Allenfalls durch die Vielzahl der verwendeten Gesangs-Motive kann man den Sumpfrohrsänger vom Gesang her bestimmen. Unterschiedlich ist aber sein Verhalten im Schilf. Im Gegensatz zum Sumpfrohrsänger, der häufig auffliegt, hüpft der Schilfrohrsänger meist geschickt von Halm zu Halm.

Er bleibt bis Ende September/Anfang Oktober bei uns, weil er bei günstiger Witterung und ausreichendem Nahrungsangebot 2-3 Bruten pro Jahr durchführt. Die Hauptbrutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Dabei legt das Weibchen jeweils 3 bis 5 Eier. Der Teichrohrsänger wird häufig zum Opfer des Kuckucks, der besonders oft seine Eier in den Nestern des Teichrohrsängers unterbringt. Meist zieht dann der Teichrohrsänger den jungen Kuckuck zugunsten der eigenen Brut auf.  Andere Rohrsängerarten entfernen manchmal die Kuckuck-Eier aus ihrem Nest. Beim Teichrohrsänger ist dies aber kaum der Fall. Die Zukunft des Teichrohrsängers bei uns im Kraichtal hängt in erster Linie aber nicht vom Kuckuck – sondern davon ab, ob bestehende Feuchtgebiete mit vorhandenem Schilfgürtel sauber bleiben und so auch in Zukunft weiter bestehen können.

Vielstängeliges Schaumkraut

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Das Vielstängelige Schaumkraut gehört zur artenreichen Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse. Von oben betrachtet kann man die vier kreuzförmig angeordneten Blütenblätter erkennen. Die Pflanze ist im Kraichtal vor allem in Weinbergen anzutreffen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art in Deutschland kräftig verbreitet. Vor einigen Jahrzehnten war die Pflanze noch recht selten. Sie blüht – je nach Witterung – schon im Februar und kann in einem Jahr mehrere Generationen hervorbringen; das heißt, dass man sie bei günstiger Witterung fast das ganze Jahr blühend finden kann.

Eine inzwischen häufige, aber oft übersehene Blütenpflanze der Ackerränder und Weinberge.

Waldkauz

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Lebensraum des Waldkauzes ist der Wald. Hier brütet er in alten Laubbäumen mit großen Höhlen.  Auch er jagt vorwiegend Mäuse, aber auch Insekten. Wenn sich Jungvögel in der Nisthöhle befinden, kann er auch Menschen gegenüber aggressiv reagieren. Der abgebildete Waldkauz hatte seine Bruthöhle in einer alten Buche, die in etwa 12 m Höhe abgebrochen war – und offenbar eine größere Höhle hatte. Diese war von Efeu überwuchert. Wenn dann am Nachmittag die Sonne auf die Höhle schien, ließ er sich regelmäßig beim Sonnenbad beobachten. Bei Störungen zog er sich in die Höhle zurück. Er bewohnt diese Baumhöhle seit mindestens Frühjahr 2015

Dies sind Aufnahmen vom März 2018: Dank an die Forstverwaltung: Trotz intensiver Durchforstung des Bestandes im Bereich des Waldkauz-Baumes durfte dieser stehenbleiben. Ergebnis: Der Baum ist immer noch ein „Waldkauz-Baum“….

Eine schöne Aussicht ….

 

Waldohreule

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Die Waldohreule ist etwas kleiner als der Waldkauz und ungefähr so groß wie die Schleiereule. Ein Kennzeichen sind die langen Federohren, die während der Balz, bei Alarm oder in der Tarnhaltung gut zu sehen sind. Waldohreulen kann man bei uns im Kraichtal  in Gehölzen und Bäumen in Waldnähe beobachten. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv ist, kann man sie tagsüber oft in Nadelbäumen beobachten, wo sie recht gut versteckt den Tag verbringt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Mäusen. Waldohreulen brüten meist in verlassenen Nestern anderer Vögel, z.B. Krähennestern.

Die Jungvögel verbringen im Laufe ihrer Entwicklung einige Tage als sog. „‚Ästlinge“ außerhalb des Nestes, wo sie von ihren Eltern gefüttert werden. Dabei fallen vor allem ihre lauten und durchdringenden „Bettelrufe“, die „herzzerreißend“ klingen und sehr weit zu hören sind, auf. Oft sind in den Bäumen, wo sich die Ästlinge aufhalten, größere Ansammlungen von Jungvögeln zu entdecken. Dies birgt aber auch Gefahren für die Jungeulen. Wenn sie zum Beispiel von Rabenkrähen entdeckt werden, kann dies das Ende bedeuten. Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Vorfall:

Eine junge Waldohreule wurde von Krähen in einem Baum entdeckt und sofort attackiert. Glücklicherweise geschah dies in einem parkähnlichen Hausgarten. Die Besitzerin bemerkte den Vorfall und brachte die Waldohreule in ihrem Haus in Sicherheit. Anschließend wurde sie in eine Station für verunglückte Greifvögel gebracht, wo sie sich gut erholte und wieder ausgewildert werden konnte.

Beeindruckend ist die orange Iris der jungen Waldohreule.

Die Sache mit den Gewöllen

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Ein Turmfalke benötigt pro Tag ungefähr 3 Mäuse. Wenn er Junge zu versorgen hat, sind es entsprechend mehr. Die Mäuse werden nicht in einem Stück verzehrt; der Turmfalke reißt Teile vom Beutetier ab und verschluckt erst ganz zum Schluss den gesamten Rest. Haare, Federn oder Knochen kann er nicht verdauen. Diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile werden im Magen zu einer zylinderförmigen Masse zusammengefügt – und dann vom Vogel ausgewürgt. Meist umhüllen Haare die Knochenreste; so wird Verletzungen beim Auswürgen vorgebeugt. Das ausgewürgte Teil sieht wie ein Wollknäuel aus („Gewölle“).

Gewölle finden sich bei den meisten Greifvögeln und Eulen. Je größer das Beutetier, desto größer auch die Gewölle oder „Speiballen“.

Bei den Bildern handelt es sich um ein Weibchen. Deutlich sichtbar: der braune Kopf und Mantel und vor allem der gebänderte Schwanz sind sichere Erkennungsmerkmale.

Das Weibchen würgt mehrfach -und dann kommt das „Gewölle“ zum Vorschein.

Feldhase

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Der Feldhase ist im Kraichgau zwar seltener geworden, aber man kann ihn trotzdem noch beobachten. Weil es hier immer noch kleinere Felder, Streuobstwiesen und zahlreiche Feldgehölze gibt, kann er hier Deckung, aber auch Nahrung finden. Zudem profitiert er von den zahlreichen Zwischenfrucht-Flächen und Feldern mit Blühmischungen. Darüber hinaus nehmen viele Landwirte, aber auch die Jäger auf den schwindenden Bestand Rücksicht. So werden in einigen Gebieten spezielle Wildkräuter-Mischungen ausgebracht – und der Einsatz von Pestiziden beschränkt. Auch das Stehenlassen von Ackerrandstreifen hilft dem Feldhasen. Leider fallen in Deutschland auch viele Feldhasen dem Straßenverkehr zum Opfer. Der Feldhase gilt in Deutschland als bedrohte Tierart.

Der Feldhase wird ungefähr 50 – ca. 60 cm groß und kann ein Gewicht bis zu 8 kg erreichen. Er gehört innerhalb der Säugetiere zur Gruppe der Hasen – und nicht wie die Kaninchen, die Nagetiere sind. Und hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale: Feldhasen bauen kein Nest. Sie bringen ihre Jungen auf dem Feld in der sogenannten Sasse zur Welt. Kaninchen dagegen bauen Höhlen, in denen die Jungtiere so lange gesäugt werden, bis sie voll entwickelt sind. Hasen bringen bereits voll entwickelte Junge zur Welt; junge Kaninchen dagegen sind nackt und blind. Feldhasen sind viel größer als Kaninchen und haben viel längere Ohren. Feldhasen sind absolute Einzelgänger, Kaninchen leben oft gesellig in den entsprechenden Umgebungen zusammen.

Es ist Ende Januar: Feldhase im Winterfell. Der Feldhase ist ein sehr beliebtes und bekanntes Tier. Viele Erzählungen, Geschichten, Fabeln und Mythen haben den Feldhasen zum Inhalt. Aber auch einige Redensarten gehen auf das Verhalten des Hasen zurück, zum Beispiel  „Die Löffel spitzen“

Ein „echter Osterhase“. Das Bild entstand tatsächlich an einem Ostersonntag.

Grünspecht

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Den Grünspecht gehört zu den großen Spechtarten. Bei einer Körperlänge von ca. 35 cm erreicht er eine Spannweite von ca. 52 cm. Man kann ihn bei uns an vielen Orten beobachten: Wiesen, Weinberge, Äcker, Waldränder, Wegränder und andere offenen Stellen in der Flur. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spechten ist er häufig auf dem Boden zu beobachten, wo er vor allem nach Ameisen sucht. Wenn er eine ergiebige Futterquelle gefunden hat, besucht er diese regelmäßig, oft sogar mehrmals am Tag. Aber auch andere Insekten oder Spinnen verschmäht er nicht. Im Winter sucht er an Baumstämmen oder offenen Bodenstellen nach Ameisen, Spinnen oder anderen überwinternden Kleintieren.

Sein Gefieder ist am Rücken olivgrün und am Ende gelbgrün. Auf dem Kopf hat er eine rote Kappe; seitlich der Augen besitzt er eine schwarze Binde, die vom Schnabel bis hinter die Augen reicht. Beim Weibchen ist der Wangenstreif schwarz, beim Männchen (siehe Bild oben) ist er rot gefüllt. Der Grünspecht hat gerade im Wiesenboden nach Ameisen gesucht. Die Jungvögel unterscheiden sich im Gefieder deutlich von den Altvögeln. Mit der Herbstmauser aber bekommen sie das Erwachsenengefieder.

Weibchen

männlicher Grünspecht

junger Grünspecht