Sie ist schon aktiv: Dunkle Erdhummel

Sie ist schon aktiv: Dunkle Erdhummel

Es gibt in Deutschland ungefähr 40 Hummelarten. Die Dunkle Erdhummel gehört zu den großen einheimischen Hummeln – und sie dürfte die häufigste Hummelart bei uns im Kraichtal sein. Sie gehört zu den ersten Hummeln, die bei uns beim Bestäuben beobachtet werden können. Oft sind sie schon Ende Februar/Anfang März unterwegs. Sie ist eine schwarze Hummel mit 2 gelben Querbinden und einer weißen Hinterleibsspitze. Erdhummeln legen ihr Nest in frostsicherer Tiefe an. Dabei bauen sie ihre Nester in Mäuselöchern und in den Bauten von Maulwürfen. Oft wird das Nest in einer Tiefe von mehr als 1 m angelegt. Aber auch andere Orte werden manchmal genutzt: Nistkästen, Baumhöhlen, etc.

Dabei stellt sich die Rote Taubnessel als ideale Futterpflanze dar, weil sie in dieser frühen Zeit des Jahres schon in recht großen Beständen vorhanden ist – und weil sie ein gutes Angebot an Nektar bietet. Andere Taubnesselarten folgen dann im März und April. Auch andere Hummelarten sind auf die Lippenblütengewächse als Futterpflanzen angewiesen. Bei dieser Hummel handelt es sich um die Königin, die offenbar schon ein Nest angelegt hat. Man kann dies an den lehmverschmierten Beinen erkennen. Dort im Nest baut sie eine Wabe, in deren Zellen sie befruchtete Eier ablegt. Sie wärmt und pflegt die erste Brut, die sie alleine großzieht. Dies kostet viel Energie. Die Königin braucht täglich bis zu 650 mg Zucker, damit sie dies leisten kann. Dazu muss sie ungefähr 6000 Blüten besuchen.

Hier fliegt die Königin – jetzt gibt es ja noch keine Arbeiterinnen bei den Hummeln – gerade eine Rote Taubnessel an. Nicht alle Insekten können sich an der Taubnessel bedienen, weil ihr Rüssel zu kurz ist. Das wiederum ist für die kräftige Hummel kein Problem. Ihr Rüssel ist so lang, dass er durch die Blütenkronröhre bis zum Nektar vordringen kann.

Die Blüten werden jeweils direkt angeflogen. Mit ihrem Kopf klappt sie die Oberlippe der Taubnessel nach hinten; dabei gelangt Blütenstaub auf ihren Pelz. Danach wird der Rüssel in die Kronröhre eingeschoben.

Die Königin hat nun ihren langen Rüssel tief in die Blütenkronröhre eingeführt. Man kann die Umrisse des langen Rüssels deutlich durch die Wand der Blütenkronröhre erkennen.  Mit dem ersten und dem letzten Beinpaar klammert sie sich fest. Die beiden Fühler gleiten seitlich an der Oberlippe der Blüte vorbei. Jetzt saugt sie den Nektarvorrat auf. Dabei bleiben die Pollen der Taubnessel am Kopf der Hummel hängen. Beim nächsten Blütenbesuch bringt sie den Pollen mit und bestäubt so die Blüte. Zur Fütterung der Larven werden Vorratsbehälter gebaut, in denen Nektar und Pollen gesammelt wird, um Tage mit schlechter Witterung zu überstehen. Wenn die erste Brut aufgezogen ist, übernehmen Arbeiterinnen das Sammeln von Pollen und Nektar und die Aufzucht der einzelnen Bruten. Ein Hummelstaat kann mehrere Hundert Tiere umfassen. Erdhummeln und andere Hummelarten sind wichtige Bestäuber zahlreicher Obstbaumarten und weiterer Kulturpflanzen. Seit einigen Jahren werden Erdhummeln auch in Gewächshäusern zur Bestäubung der dortigen Pflanzen (z.B. Tomaten) eingesetzt. Dabei hat sich gezeigt, dass von Hummeln bestäubte Pflanzen höhere Erträge bringen.

Beitrag vorher Verborgene Schönheiten im Kraichtal: Veilchen
Beitrag nachher Die Feldsperlinge haben einen Nistkasten bezogen

Schreiben Sie einen Kommentar