Jetzt sind sie besonders wichtig in unserer Landschaft: Blühstreifen im Herbst und im Winter

Jetzt sind sie besonders wichtig in unserer Landschaft: Blühstreifen im Herbst und im Winter

Es ist eine erfreuliche Entwicklung, die es schon seit einigen Jahren  bei uns im Kraichtal gibt: Blühstreifen und Zwischenkulturen. Man könnte eigentlich meinen, dass Blühstreifen vor allem für das Frühjahr und die Zeit bis zum Herbst von Bedeutung seien; doch weit gefehlt. Gerade jetzt bis zum kommenden Frühjahr sind solche Lebensräume enorm wichtig. Blühstreifen sind meist eine künstlich zusammengestellte Pflanzengesellschaft, welche vor allem die Aufgabe hat, möglichst vielen Insektenarten Nahrung, Schutz und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Die jeweils von den Landwirten eingesetzte Samenmischung orientiert sich an der jeweiligen Zielsetzung der gewünschten Pflanzengemeinschaft des Blühstreifens. Wird sie als einjährige Maßnahme angelegt, so kann sie nicht die nachhaltigen Wirkungen entfalten, wie dies bei mehrjährigen Samenmischungen der Fall ist. Trotzdem sind auch die einjährigen Blühstreifen als kurzfristige Insektenschutz-Maßnahme sehr sinnvoll. Selbst wenn sie – wie dies jetzt in vielen Blühstreifen der Fall ist – abgeblüht sind, bieten sie doch noch Nahrung für viele Tierarten, aber auch Schutz und Deckung.

Das obige „Bilderkarussell“ zeigt einige Beispiele, wie Blühstreifen bei uns im Kraichtal aussehen. Je nach ihrer Zusammensetzung sehen sie natürlich sehr unterschiedlich aus. Sie können die einzelnen Bilder mit den beiden Pfeiltasten anwählen und beliebig oft betrachten.

Je nach Zusammensetzung und Größe der Blühstreifen stellen sie sich unterschiedlich dar: Viele sind von den unterschiedlichsten Blütenpflanzen geprägt wie dem Büschelschön (Phacelia), Ringelblumen, Sonnenblumen, aber auch von Kräutern wie Borretsch oder Buchweizen. In anderen Blühstreifen dominiert das Büschelschön gemeinsam mit Kreuzblütengewächsen  wie Rettichen, Gräsern und Schmetterlingsblütengewächsen. Dann finden sich wieder von Korbblütengewächsen dominierte Flächen, auf denen vor allem Sonnenblumen oder typische Wiesenblumen wachsen. Auf einigen Flächen finden sich sogar Pflanzen aus den Tropen und Subtroben wie zum Beispiel die Nigersaat (bei der die Pflanzen beim ersten Frost erfrieren). Oder wenn an den Rändern siedlungsnaher Verkehrswege blütenreiche und farbenfrohe Blühstreifen angelegt werden, welche zwar die Einwohner begeistern, deren ökologischer Wert aber leider oft umstritten bleibt. Trotzdem machen aber auch solche Flächen einen Sinn, weil sie bei vielen Menschen das Verständnis für das Anlegen von Blühstreifen wecken. Wenn man sich die obigen Bilder genau ansieht, kann man auch verstehen, dass gerade auf solchen Flächen ein sehr guter Schutz vor Greifvögeln und Beutegreifern besteht, weil diese Flächen kleineren Tieren gute Deckungsmöglichkeiten bieten.

Wenn man dieses Bild betrachtet, erkennt man sofort, welche Bedeutung die Blühstreifen jetzt im Herbst und im Winter haben. Für viele Tierarten – vor allem für Tiere, welche sich von Samen und Sämereien ernähren, spielen sie eine wichtige Rolle. Die Beobachtungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass bis zum März auf vielen Flächen noch genügend Sämereien vorhanden waren, um zum Beispiel den zahlreichen körnerfressenden Vogelarten noch ein ausreichendes Futterangebot bieten zu können. Im Kraichtal gibt es glücklicherweise auch in diesem Jahr wieder ein reiches Angebot an solchen Flächen. Den Landwirten, aber auch dem Umweltamt und dem Bauhof der Gemeinde sei Dank dafür!

Auch diese Bilder sind als „Bilderkarussell“ organisiert. Es zeigt die häufigsten Vogelarten, welche auf Blühflächen anzutreffen sind. Natürlich bleibt das rege Treiben auf den Blühflächen  nicht unbemerkt. So stellen sich natürlich hier auch Greifvögel wie Turmfalke, Sperber, Mäusebussard und Kornweihe, aber auch der Raubwürger ein, die seit einigen Jahren regelmäßig hier bei uns im Kraichtal überwintern.

Über die Rolle der Zwischenkulturen, die bei uns im Kraichtal auch eine immer größere Bedeutung haben, wird in einem weiteren Beitrag in diesem BLOG berichtet werden. Jedenfalls machen solche Flächen Hoffnung, dass sich die Situation für  unsere Tier- und Pflanzenwelt auch in den kommenden Jahren bei uns im Kraichtal weiter verbessert.

Beitrag vorher Überraschende Beobachtungen an einem Novembermorgen im Kraichtal

Schreiben Sie einen Kommentar