Fast so wie im Kinderlied: „Fuchs, du hast den Schwanz verloren…..“

Der Rotfuchs – oder einfach „Fuchs“, wie er bei uns genannt wird, ist im Kraichtal noch recht häufig.  Allerdings lebt er versteckt und verborgen.  Es gibt nur relativ wenige Menschen, die den Fuchs draußen in der Natur gesehen haben. Denn normalerweise braucht man viel Glück, um einen Fuchs tagsüber in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen. Füchse gehören innerhalb der Säugetiere zur Familie der Hunde. Der Rotfuchs ist demnach der größte in Europa vorkommende Wildhund. Doch manchmal kommt es zu überraschenden Begegnungen, wie dies hier der Fall war. Schon einige Wochen zuvor war mir in dem Gebiet mehrmals ein junger Fuchs aufgefallen, dem der Großteil des Schwanzes fehlte. Allerdings verschwand er jeweils so schnell, dass ich ihn nicht fotografieren konnte. Heute hatte ich wieder mal Glück: Ein junger Fuchs ging an einem Wegrain in der Feldflur auf Mäusejagd. Er hatte sich die sonnenbeschienene Feldseite ausgesucht, weil dort  nach einer recht kalten Frostnacht offenbar viele Mäuse unterwegs waren. Doch bei einem seiner Jagdsprünge konnte ich erkennen, dass es der Fuchs war, den ich schon Wochen zuvor gesehen hatte. Er hatte also schon mehrere Wochen überlebt. Über den Grund des Verlustes des langen, buschigen Schwanzes lässt sich nur spekulieren . Nun muss der junge Fuchs die Mäusejagd auch mit dem verbliebenen Schwanz lernen, da die Nager bei Füchsen ganz weit oben auf der „Speisekarte“ stehen. Verhungern dürfte der Fuchs aber nicht, da er bei der Auswahl seiner Nahrung nicht zimperlich ist – und eigentlich alles frisst, was verwertbar ist.Offenbar hat er eine Maus gehört. Er setzt zum Sprung an. Der Blick ist gespannt nach vorn gerichtet.Ein Satz, ein kurzer Ruck  – und der Kopf des jungen Fuchses verschwindet im Gras. Er hat offenbar etwas gepackt.Er dreht sich. Immer wieder verschwindet der Kopf des Fuchses im Gras. An der Art der Kopfbewegungen konnte man erahnen, dass er Beute gemacht hat.Dann – nach einer Weile tauchte er wieder auf und schleckte  sich das Maul ab. Anscheinend war er bei seiner Jagd mal wieder erfolgreich.Und schon nimmt er die nächste Maus wahr. Die Art, wie sich der Fuchs bewegte, sein offenbar guter Ernährungszustand und sein gepflegtes Fell lassen darauf schließen, dass es ihm derzeit ganz gut geht.Bleibt zu hoffen, dass er den kommenden Winter und die nächsten Jahre gut übersteht …… Tatsächlich wird entscheidend sein, ob er den Verlust seines Schwanzes irgendwie ausgleichen kann. Denn der lange, buschige Schwanz hat beim Fuchs eine sehr große Bedeutung: Er hilft dem Fuchs, in schwierigem Gelände das Gleichgewicht zu bewahren, beim Jagdsprung die Richtung einzuhalten, mit seinen Artgenossen zu kommunizieren, seine Duftstoffe zu verteilen, aber auch als Kälteschutz im Winter, wenn Füchse sich normalerweise beim Schlafen einrollen und dabei ihre Schnauze und Gesicht mit dem Schwanz bedecken – und dadurch sowohl eine Vorwärmung der Atemluft erreichen als auch eine allzu starke Auskühlung vermeiden können.

Es gibt einen weiteren Beitrag zum  Fuchs  in diesem Blog.

 

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