Ein Käfer mit einem „furchteinflößenden“ Namen: Balkenschröter

Ein Käfer mit einem "furchteinflößenden" Namen: Balkenschröter

Der Balkenschröter sieht einem Hirschkäfer-Weibchen sehr ähnlich. Und das hat seinen Grund: Hirschkäfer und Balkenschröter gehören der gleichen Käferfamilie an. Allerdings ist der Balkenschröter mit knapp 30 mm Körperlänge sehr viel kleiner als sein naher Verwandter. Trotzdem gehört der Balkenschröter bei uns zu den größeren Käfern.Wie der Hirschkäfer steht auch der Balkenschröter bei uns unter Naturschutz. Erwachsene Tiere ernähren sich vorwiegend von Baumsäften, die sie ablecken. Die Balkenschröter sind tag- und nachtaktiv, also oft rund um die Uhr unterwegs.

Man findet ihn bei uns im Kraichtal in Laubwäldern, aber auch in Streuobstwiesen und Gärten mit altem Baumbestand. Dabei ist es für den Käfer von großem Vorteil, dass seine Larven nicht auf eine spezielle Holzart spezialisiert sind. So können sie auch morsches Obstbaum-Holz verwerten.Vor allem morsche, von Pilzen befallene, aber auch umgestürzte Baumstämme liebt er, in die legt er seine Eier legt. Die Larven, die wie kleine Engerlinge aussehen, ernähren sich nämlich von Holz, das von den Pilzen in den morschen Bäumen und Ästen schon teilweise in seine Einzelbestandteile zersetzt wurde. Jetzt können die Käferlarven, die sehr gefräßig sind, das von den Pilzen „aufbereitete“ Holz fressen. Auf diese Weise können sie in kurzer Zeit ganze Holzstücke „verschwinden lassen“. Deswegen haben sie auch den Namen „Balkenschröter“ erhalten.

Es dauert 2-3 Jahre, bis aus der Larve ein fertiger Käfer geworden ist. Bei diesem Exemplar, das auf einer Gartenmauer gelandet ist, handelt es sich um ein Weibchen; Männchen haben einen viel breiteren Kopf. Beim Balkenschröter sind Kopf, Halsschild und die gerunzelten Flügeldecken fein gepunktet. Die Kieferzangen sind scharf. Der Balkenschröter kann kräftig zubeißen und auch durch die menschliche Haut dringen. Daran sollte man denken, wenn man sie in die Hand nehmen will … Da sich ihre Larven auf morsches, von Pilzen befallenes Holz beschränken, geht von ihnen kaum eine große Schadwirkung aus. Im Gegenteil: Im Nahrungskreislauf der Natur nehmen sie einen wichtigen Platz als Verwerter organischer Abfälle ein. Damit stellen sie für das letzte Glied im Nahrungskreislauf – die „Zersetzer“ (Einzeller, Bakterien, Pilze) wiederum Nährstoffe zur Verfügung. Diese liefern dann die von ihnen freigesetzten Nährstoffe den Pflanzen zur Verfügung, die daraus wieder Biomasse herstellen können. Balkenschröter sind – wie schon erwähnt – besonders geschützt. Bei uns im Kraichtal kann man sie von Mai bis in den August hinein beobachten.

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