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Graugans im Kraichtal

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Graugänse gehören innerhalb der Vögel zur Familie der „Entenvögel“. Sie sind  – neben der Kanadagans, die in den letzten Jahren auch schon mehrfach im Kraichtal aufgetaucht ist – die zweitgrößte Gänseart in Europa.  Von dieser wilden Gänseart stammen auch unsere heimischen „Hausgänse“ ab. Ihrem hellgrauen bis braungrauen Gefieder verdankt sie auch ihren Namen. Die Beine und Schwimmfüße sind rötlich, ebenso der kräftige Schnabel, der gelblich-orange bis rosa-fleischfarbig gefärbt ist. Im Gegensatz zu anderen grauen Gänsearten weist der Schnabel keine dunklen Flecken oder Zeichnungen auf.  Die Graugans kann eine Länge von ca. 75 cm bis 90 cm erreichen. Ihre Flügelspannweite beträgt 147 cm bis 180 cm. Sie kann ein Gewicht von 2 kg bis 3,5 kg erreichen. Die Graugans unterliegt dem Jagdgesetz. Dieses regelt für jedes Bundesland, in welchen Monaten des Jahres Graugänse jeweils bejagt werden dürfen.Die Graugans verbringt den Winter in wärmeren Gebieten; in milden Wintern kommt es aber immer öfter vor, dass sie auch bei uns überwintert. Dabei kommt ihr auch die heutige Landwirtschaft zugute, die mit den Zwischenfrucht-Feldern auch im Winter pflanzliche Nahrung für die Gänse bereithält.  Ab März-April beginnt die Brutzeit. Es gibt bei den Graugänsen nur eine Jahresbrut. Die Paare bleiben oft lebenslang beieinander. Nur beim Verlust des Partners wird manchmal ein neuer Partner gesucht.

Die Graugans schwimmt auf dem See vor dem Schilfgürtel hin und her.  Ab und zu ruft sie. Rufe der Graugänse kann man sehr oft hören. Das Ruf-Repertoire der Graugänse ist groß. Ihr häufigster Ruf, das „Ga-Ga-Ga“, ähnelt sehr dem Ruf unserer Hausgänse. Die Art der Rufe hängt vom jeweiligen Tier aber auch von der aktuellen Situation ab. Es können sehr hohe Töne, laute, trompetenartige Rufe, oder andere Lautäußerungen sein, mit denen sich die Graugänse bemerkbar machen. Graugänse legen ihr Nest am Ufer von Teichen, Seen oder langsam fließenden Gewässern mit reichlicher Ufervegetation an. Während das Weibchen in einer mit Federn ausgepolsterten flachen Mulde die Eier ausbrütet, bewacht das Männchen den Nistplatz und vertreibt mögliche Feinde. Vielleicht handelt es sich bei der abgebildeten Gans um einen Ganter, der sein brütendes Weibchen bewacht. Graugänse ernähren sich von pflanzlicher Nahrung. Oft kann man sie auch auf dem  umliegenden Grünland bei der Nahrungssuche entdecken. Wenn es in einem Gebiet sehr viele Graugänse gibt, können sie dabei auch einen beträchtlichen Schaden auf den landwirtschaftlichen Flächen anrichten. Feinde für die Graugänse sind vor allem Fuchs, Marder und Greifvögel, für die Küken auch Hechte; dabei sind weniger die Altvögel sondern das Gelege und die „Gössel“, wie man die Gänseküken nennt, gefährdet. Graugänse können nämlich sehr wehrhaft sein. Selbst ein Fuchs hätte – wenn überhaupt – mit den Altvögeln seine Probleme. Jedenfalls ist es schön, dass sich auch mal eine Graugans bei uns im Kraichtal sehen lässt – vielleicht wird ja ein längerer Aufenthalt bei uns daraus ….

Die Störche haben Untermieter

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Während das Weibchen dem Männchen mit dem Schnabel vorsichtig den Kopf krault, nähern sich die ersten Untermieter dem Storchennest. Offenbar hat ein Paar Haussperlinge in der Zwischenzeit im Storchennest selber ein Nest errichtet – und sie tragen schon Nestmaterial in ihr Nest ein. Im Storchennest finden sich genügend Hohlräume, welches sich für die Sperlinge ideal zum Nestbau eignen.Das Kraulen geht weiter, was dem Männchen anscheinend gut gefällt.Auch die Haussperlinge machen gerade eine kleine Pause. Das Männchen ruht sich auf einem Zweig aus, während sich das Weibchen noch im Inneren des Storchennestes an der eigenen Unterkunft zu schaffen macht. Dann fliegt das Männchen wieder weg.Soeben ist auch das Weibchen wieder da und wartet offenbar auf neues Nistmaterial, welches das Männchen bringen soll.Das Weibchen kann man an dem hellen Augenstreif erkennen.  Es ist viel unauffälliger gefärbt als das Männchen.Das Männchen ist erschienen, hat aber kein Nistmaterial mitgebracht.  Jedenfalls ist das ein idealer Ort für ein Sperlingsnest. Wenn alles gut geht, sollten auch bald einige Jungvögel zu sehen sein ….

 

Im Storchennest wird schon wieder gebrütet

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Direkt beim Bahnhof Gochsheim hat das Storchenpaar, das seit 2016 hier Junge aufzieht, wieder das alte Nest auf einem Leitungsmast bezogen. Nachdem vom Paar inzwischen einige Ausbesserungen am Nest vorgenommen wurden,  hat das Weibchen offensichtlich auch schon Eier gelegt.  Man darf gespannt sein, wie viele Jungstörche in diesem Jahr großgezogen werden. Es ist später Nachmittag. Während das Männchen gerade in den großen Wiesen entlang der Kraich auf Nahrungssuche geht, bebrütet das Weibchen bereits das Gelege.  Aber auch das Männchen beteiligt sich beim Ausbrüten des Geleges, wie das bei den Weißstörchen üblich ist. Es ist ziemlich kalt und es regnet schon seit einiger Zeit. Das Männchen ist tropfnass und macht in der inzwischen grünen Wiese Jagd auf Regenwürmer und andere Kleintiere. Gerade hat es wieder einen Regenwurm erbeutet.Geschickt wirft es den Wurm in die Luft und fängt ihn dann wieder auf. Trotz Kälte ist das Männchen sehr erfolgreich. Es hat schon einige Würmer, aber auch Schnecken im Kropf. Denn: Störche verzehren eigentlich alles, was ihnen vor den Schnabel kommt: Würmer, Schnecken, Mäuse, Reptilien, Frösche, aber auch Insekten. Aber auch das Weibchen bekommt Zeit für die Futtersuche:Das Weibchen war bereits am Morgen in der Umgebung aktiv. Offensichtlich geht es lieber auf frisch bearbeiteten Feldern auf Nahrungssuche. Im Gegensatz zum Männchen fliegt es andere Felder und Wiesenflächen an. Während der Nahrungssuche des Weibchens bebrütet das Männchen das Gelege.Und auch sie ist recht erfolgreich. Immer wieder kann man sie bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Doch, wenn man im Kraichtal bei Regenwetter auf frisch bearbeiteten Feldern unterwegs ist, holt man sich einfach „dreckige Füße“. Das scheint das Weibchen aber nicht zu stören. Auch scheint die Familienplanung bei dem Storchenpaar noch nicht abgeschlossen, wie die Lehmspuren auf dem Rücken und dem Hals des Weibchens andeuten …. Man wird sehen, wie es weitergeht …….

Stockenten auf Nistplatz-Suche

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Die Stockente ist die größte Wildente in Deutschland. Von ihr stammen auch die zahlreichen Rassen der Hausenten ab. Bei uns im Kraichtal kann man sie entlang der Kraich, an wasserführenden Gräben, in Auwäldern und Waldseen aber auch im Bereich von Teichen und Tümpeln antreffen. Manchmal kann man sie aber auch in den Klärbecken der Kläranlagen entlang der Kraich schwimmen sehen. Bei der Wahl eines Nistplatzes passen sie sich sehr an die Gegebenheiten im Brutgebiet an. So brüten sie in Hochwassergebieten meist in höhergelegenen Baumhöhlen, in verlassenen Krähennestern oder in Baumstümpfen; in sonstigen Gebieten brüten sie oft in Ufernähe im Gestrüpp, in Reisighaufen oder einfach auf dem Boden. Da die Stockente ein Kulturfolger des Menschen ist, brütet sie auch mitten in den Siedlungen, sogar manchmal auf Gebäuden. Da sie sich mit anderen Entenarten und Hausenten verpaart, gibt es viele Farbvarianten. Die Paarbildung erfolgt – anders als dies bei den Singvögeln der Fall ist – nicht im Frühling sondern bereits im Herbst.Hier ist ein Stockentenpaar im Grabensystem eines Bruchwaldes offensichtlich auf der Suche nach einem Nistplatz. Vorne schwimmt das Männchen, dahinter das Weibchen. Immer wieder verlassen sie das Wasser und suchen im Uferbereich nach einem geeigneten Nistplatz. Hier im Erlenbruchwald finden sie ideale Bedingungen, da es hier zum einen viel liegendes Totholz, aber auch jede Menge Gestrüpp und auch Reisighaufen gibt. Der Erpel ist im Prachtkleid, das er während der Brutzeit zeigt. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen gibt es deutliche Unterschiede: Das Männchen hat einen gelben Schnabel, einen grün-metallisch gefärbten Kopf und einen weißen Halsring. Im Schwanzbereich sind die Spitzen der mittleren Schwanzfedern nach oben gerollt. Außerhalb der Brutzeit ähnelt der Erpel dem Weibchen.Nachdem das Paar das Wasser verlassen hat, suchen sie nach einem geeigneten Nistplatz. Dabei folgt das Weibchen immer dem Männchen.  Der Erpel erkundet gerade einen möglichen Platz in der Nähe eines Totholz-Haufens.Das Gefieder des Weibchens ist durchweg in verschiedenen Brauntönen gemustert. Der Schnabel ist orangefarben und der weiße Halsring fehlt. Insgesamt  bietet das Gefieder eine gute Tarnung während der Brutperiode.Offenbar haben die beiden Altvögel einen passenden Platz gefunden. Das Nest besteht eigentlich nur aus einer flachen Mulde, die das Weibchen in den Boden drückt – und anschließend mit Halmen auspolstert.Bevor sie sich niederlässt, schaut sie immer wieder nach oben, um frühzeitig Feinde aus der Luft zu entdecken. Tatsächlich haben die Stockenten, aber auch das Gelege viele Feinde zu fürchten: Bei uns sind dies vor allem Greifvögel, Fuchs und Marder. Da viele Stockenten ihr Nest auch weit entfernt vom Wasser im freien Feld errichten, kommen dort  auch die Krähenvögel als Fressfeinde ins Spiel.Mit Drehen ihres Körpers drückt sie eine Mulde in den Untergrund. Offenbar hat sie den künftigen Nistplatz gefunden. Ab März wird dann in das Nest täglich ein Ei abgelegt. Das Gelege umfasst durchschnittlich 9-12 Eier. Zunächst  wird die Sicherheit des Nestes geprüft. So werden die ersten gelegten Eier beim Verlassen des Nestes nicht abgedeckt und bleiben oft tagelang offen liegen; nur wenn das „ungetarnte“ Gelege unbehelligt bleibt, setzt das Weibchen die Eiablage fort und  deckt dann aber die Eier beim Verlassen des Nestes sorgfältig mit Federn und Nistmaterial ab. Das Männchen und das Weibchen suchen zwar gemeinsam den Nistplatz aus, beim Bebrüten des Geleges oder bei der Aufzucht der Jungen ist das Männchen nicht – oder nur am Rande beteiligt.Hinweis: Um die Brut nicht zu gefährden, wurden alle Aufnahmen aus sicherer Entfernung mit der entsprechenden Kameraoptik gemacht.  Auf Fotos des Geleges wurde bewusst verzichtet.  Mit Brutbeginn wurde die Beobachtung und Dokumentation beendet.

Es ist mal wieder Frühling!

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In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.

Auch Buntspechte müssen immer auf der Hut sein

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Im Erlenbruchwald hat sich ein Buntspecht-Pärchen hinter zahlreichen Büschen auf die ausladenden Äste einer alten, teilweise morschen Weide zurückgezogen. In der Nähe befindet sich ihre Nisthöhle, an der sie gerade gearbeitet haben. Jetzt, Mitte März, bereiten sie sich schon intensiv auf die Brutzeit vor. Der Frühling naht, obwohl der Winter ab und zu noch seine Muskeln spielen lässt. Der Schwarze Holunder im Vordergrund treibt schon zaghaft die ersten Blättchen aus. Und die beiden Altvögel scheinen sich gerade auszuruhen. Auf dem oberen Ast sitzt das Männchen, erkennbar an dem roten Streifen im Genick. Ein Stockwerk tiefer befindet sich das Weibchen. Man kann es daran erkennen, dass der rote Streifen am Kopf fehlt.So geht das eine ganze Weile. Die Beiden scheinen völlig entspannt auf der alten Weide die Ruhe in ihrem Versteck zu genießen.Das Weibchen schmiegt sich an den mit Moos bedeckten Ast. Auch das Männchen scheint völlig ruhig zu sein.Dann läuft das Weibchen auf dem Ast nach oben. Wie bei den Buntspechten üblich erfolgt die Fortbewegung „ruckweise“, immer unterbrochen von prüfenden Blicken in die Umgebung.Oben angekommen, schaut sich das Weibchen um. Hier hat sie ein größeres Blickfeld in die Umgebung.Und dann geschieht es: Plötzlich duckt sich das Weibchen und drückt sich an den Ast.In dieser Stellung verharrt sie einige Sekunden völlig regungslos.Aber sie bleibt fluchtbereit. Die Beinstellung verrät, dass sie jederzeit aufspringen und flüchten könnte. Noch verharrt sie in dieser Stellung. Dann springt sie nach links dem Ast entlang, hüpft auf einen anderen Ast und versteckt sich dort. Und bevor sie sich endgültig hinter dem Ast versteckt, schaut sie sich nocheinmal um.Jetzt scheint sie in Sicherheit und außer Sicht.  Sie behält aber die Umgebung im Auge. Und das Männchen? Es hat natürlich die Reaktion des Weibchens registriert. Noch fühlt es sich auf seinem Ast sicher. Doch ein prüfender Blick nach oben zeigt ihm, dass auch er aufpassen muss. Über dem Wäldchen kreist ein Rotmilan. Also geht auch er in Deckung. Wie das Weibchen zuvor duckt er sich an den Ast und bewegt sich nicht.Nach einer Weile schaut er sich wieder um. Die Gefahr scheint vorbei. Der Rotmilan ist mittlerweile abgezogen.

Glück gehabt! Der Rotmilan zog jetzt an anderer Stelle seine Kreise in der Luft. Tatsächlich müsssen die Buntspechte vor allem auf Feinde in der Luft achten (Habicht, Sperber), aber auch Marder können während der Brutzeit für das Gelege oder die Nestlinge zur Gefahr werden.

Auch im Storchennest wird es Frühling

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Schon seit einigen Wochen kann man das Kraichtaler Storchenpaar wieder im  Nest beim Bahnhof in Gochsheim beobachten. Dort hat das damalige Storchenpaar auf einem Stahlmast im Jahr 2015 ihr Nest gebaut. Da es damals nicht gelang, die beiden Altvögel sicher zu identifizieren, kann man erst ab 2016 nachweisen, dass das „aktuelle“  Paar seit dieser Zeit in Gochsheim brütet. Dies lässt sich anhand der  Nummern auf den Ringen, mit denen die Jungstörche als Nestlinge versehen wurden, belegen. Seit 2016 hat das Paar jedes Jahr zwischen 2 und 3 Jungvögel aufgezogen. Und wie schon in den letzten Jahren traf das Männchen auch in diesem Jahr einige Tage früher am Nest ein und begann sofort mit der Ausbesserung des Nestes. Das Weibchen kam in diesem Jahr zwei Tage später an und wurde mit ausgiebigem Schnabelklappern begrüßt.Sie sind auch in diesem Jahr wieder da: Links das Weibchen, rechts das Männchen.Und hier – auf der großen Talwiese entlang der Kraich – befindet sich eines der zahlreichen Gebiete, wo die beiden Störche auch in diesem Jahr nach Nahrung suchen werden.Und schon wenige Tage nach ihrer Ankunft zeigen die Altvögel, dass sie auch in diesem Jahr wieder Junge aufziehen wollen …In dieser Phase der Brutperiode finden zahlreiche Paarugen statt.Und nach der Paarung geht es gleich wieder auf die Wiese zur Nahrungssuche. Das Männchen links, das Weibchen rechts. Auf dem Rücken des Weibchens kann man noch die „Fußabdrücke“ erkennen, welche das Männchen bei der Paarung hinterlassen hat.Derweil sammelt das Männchen Regenwürmer. Hier hat es einen besonders großen Regenwurm erwischt.Nach einer Weile ist sein Kehlsack deutlich mit Regenwürmern gefüllt. Störche ernähren sich von Würmern, Heuschrecken und anderen Insekten, Kleinsäugern, Amphibien und anderen Kleintieren. Dabei nutzen sie jede Gelegenheit. Wenn zum Beispiel Traktoren auf der Wiese erscheinen um diese zu mähen, sind meist auch die Störche zur Stelle. Dann laufen sie ohne Scheu hinter den Traktoren her und erbeuten dabei alles, was durch die Mäharbeiten aufgeschreckt wurde. Dieses Verhalten kann man auch auf den umliegenden Feldern beobachten, wenn dort gearbeitet wird.Wieder im Nest angekommen, kommt es in dieser Phase der Brutperiode zu weiteren Paarungen. Meist beginnt diese mit vorsichtigen, fast „zärtlich anmutendem“ Verhalten. In wieweit sie erfolgreich waren,  wird sich demnächst zeigen.

Mit der Stille im Wald ist es vorbei

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Es ist Mitte Februar. Ein paar schöne und sonnige Tage liegen hinter uns. Und schon merkt man, dass der Frühling mit großen Schritten naht.  Man hört wieder Vögel singen: Amseln, Meisen, trommelnde Spechte und dazwischen den hohen und feinen Gesang des Zaunkönigs. Obwohl er zu den kleinsten einheimischen Singvögeln gehört – überhören kann man ihn nicht. Für seine Größe hat er einen erstaunlich lauten und trillernden Gesang.  Und schon sieht man ihn im Unterholz gewässerbegleitender Gehölze umherfliegen. Und wenn er einen Rivalen wahrnimmt, eilt er sofort herbei und trägt auf allen möglichen Singwarten seinen Gesang vor. Damit grenzt er sein Revier ab, das er während der Brutzeit auch lautstark verteidigt.Ein Zaunkönig-Männchen hat auf einem umgestürzten Baumstamm seine Singwarte bezogen.So nahe bekommt man ihn allerdings nicht oft zu sehen. In diesem Fall war aber ein in der Nähe singender Rivale die Ursache für seinen Standort.Ein kleiner, flinker Vogel, der oft übersehen  – aber kaum überhört werden kann.Nur knapp 10 cm lang und  9 g schwer schmettert der Zaunkönig seinen Gesang mit einer ungeahnten Lautstärke. Sein Gesang ist auch fast immer  herauszuhören, wenn viele andere und viel größere Singvögel ihren Gesang ertönen lassen.

Weidenmeisen zimmern ihre Nisthöhle selbst

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In einem Gehölz am Rande der Kraich steht dieser alte Kirschbaum, der schon einige „Besiedelungs-Spuren“ aufweist. So finden sich in seinem Stamm und an den Ästen zahlreiche verlassene Bruthöhlen, aber auch deutliche Hinweise, dass Braunfäule verursachende Pilze dem Baum schon schwer zugesetzt haben. Einige Äste drohen abzubrechen – und auch das obere Ende des Stammes liegt bereits am Boden. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – haben sich Weidenmeisen für diesen alten Kirschbaum als Brutplatz entschieden. Ein Astloch, von Moosen und Flechten umwachsen, wird jetzt so bearbeitet, dass es als Bruthöhle für die Weidenmeisen geeignet ist. Weidenmeisen leben meist  in feuchten bis sumpfigen Wäldern oder Gehölzen in der Nähe von Gewässern mit einem hohen Anteil morscher Bäume.Denn Weidenmeisen sind – neben den meisten einheimischen Spechtarten – die einzigen Singvögel, die ihre Höhlen weitgehend selbst zimmern.  Sie bauen ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz; sie bevorzugen morsches und weiches Holz. Ab Ende Januar/Anfang Februar durchstreifen die Weidenmeisen ihr Revier und suchen nach einem geeigneten Baum, in den sie ihre Bruthöhle zimmern können. Ausnahmsweise ziehen sie ihre Jungen aber auch in Nistkästen oder verlassenen Spechthöhlen auf.Es ist jetzt Anfang April: Man sieht, dass an diesem Astloch das von Pilzen befallene  Material des morschen Stammes weggehackt wurde. Anschließend wurde der gesamte Einflugbereich sorgsam geglättet – und man kann erkennen, dass hier ein feineres Werkzeug verwendet wurde als ein Spechtschnabel. Zudem ist das Einflugloch nicht kreisrund, wie es ein Specht gezimmert hätte.Ein feines, relativ leises Klopfen lässt erkennen, dass sich da jemand in dem Astloch zu schaffen macht. Und tatsächlich erscheint eine Weidenmeise, deren schwarze Kopfplatte vom Holzstaub bepudert ist. Offenbar ist der Gr0ßteil der Bruthöhle schon gezimmert, lediglich der Einflugbereich wird noch nachgeglättet.Beide Altvögel sind am Bau der Nisthöhle beteiligt. Dies dauert etwa 11 – 13 Tage. Die Nisthöhle hat dann eine Tiefe von bis zu 16 cm erreicht.Es folgen immer wieder kleine Pausen; die Altvögel fliegen weg und setzen die Arbeit kurze Zeit später wieder fort. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Das folgende Video zeigt, wie ein Altvogel den Eingangsbereich der Höhle bearbeitet. Das Video kann auch im Vollbild-Modus betrachtet werden. Dazu das Symbol am rechten unteren Ende anklicken. Der Vollbildmodus wird mit der ESC-Taste oder dem nochmaligen Anklicken des Bildsymbols beendet.

Und schon wird Nistmaterial eingetragen. Allerdings fühlte sich der Altvogel gestört und flog mit dem Material wieder ab. Kurze Zeit später kehrte er dann zurück und brachte das  Material in die Nisthöhle. Die Brut konnte beginnen .. und sie war erfolgreich. (Bilder und Videos von 04/16; die Anzahl der ausgeschlüpften Jungvögel wurde nicht ermittelt)  Das eigentliche Nest wird vom Weibchen alleine gebaut. Ab Mitte April/Anfang Mai werden die ersten der 7-9 Eier gelegt und vom Weibchen alleine (bis 15 Tage) bebrütet. Die geschlüpften Jungvögel werden dann von beiden Eltern gefüttert.

 

 

Sie wird oft übersehen: Weidenmeise

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Die Weidenmeise gehört zur Familie der Meisen und ist im Kraichtal gewöhnlich in gewässerbegleitenden Hecken und Gehölzen anzutreffen; die Aufnahmen entstanden entlang der Kraich. Weidenmeisen sind meist flink und unstet unterwegs – und daher schwer zu beobachten. Jetzt im Februar beginnen schon die ersten Vögel mit der Paarbildung und der Suche nach einem geeigneten Baum für den Bau der Bruthöhle. Die Bruthöhle befindet sich  in dünnen Laubbäumen, die auch schon etwas von Baumpilzen geschädigt sein müssen. Weidenmeisen hacken ihre Nesthöhle selbst in die Stämme. Dabei zimmern sie ihre Bruthöhle nie in gesundes Holz. Sie sind allerdings leicht mit der Sumpfmeise zu verwechseln. Beide Arten kann man vor allem an ihrem Gesang unterscheiden. Aber auch in der Wahl des Lebensraumes gibt es deutliche Unterschiede: Weidenmeisen bevorzugen feuchte, sumpfige Gehölze mit einem hohen Anteil morscher Bäume. In trockenen Wäldern sind sie im Gegensatz zur Sumpfmeise kaum zu finden.  Sumpfmeisen kann man im Winter viel eher an Futterstellen beobachten als Weidenmeisen. Zudem dominieren Sumpfmeisen die Weidenmeisen und verdrängen sie oft aus ihrem Gebiet. Aber es gibt auch einige körperliche Merkmale, durch die man die „Zwillingsarten“ unterscheiden kann: Die Weidenmeise hat einen großen Kopf und einen kräftigen Nacken. Das Gefieder ist graubraun und schmutzigbeige. Die Kopfplatte ist mattschwarz (und nicht glänzend wie bei der Sumpfmeise) – und reicht bis weit in den Nacken hinein. Die Kopfseiten sind meist reinweiß. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das helle Armschwingenfeld, das bei den zusammengelegten Flügeln sichtbar wird.Der schwarze Kinnfleck ist größer als bei der Sumpfmeise, obwohl es auch Sumpfmeisen gibt, die einen größeren Kinnfleck aufweisen als die Weidenmeise.Wie alle Meisen ernährt sich die Weidenmeise im Sommer vor allem von tierischer Kost; im Winter greift sie notgedrungen auf fettreiche pflanzliche Nahrung zurück. Dazu legt sie sich an geeigneten Stellen in ihrem Revier unter lockerer Baumrinde, Moospolstern und Flechten Nahrungsvorräte an, von denen sie sich im Verlauf des Winters ernährt. Sobald aber wieder Insekten, Spinnen und andere Kleintiere zur Verfügung stehen, greift sie darauf zurück.  Wenn Weidenmeisen oft zu einem bestimmten Baum oder Ast zurückkehren, ist zu vermuten, dass sich dort ein solches Nahrungsdepot befindet. Ab dem Spätsommer stellt sie ihre Ernährung auf Samen um; lediglich Spinnen werden ganzjährig gefressen.