natur-erleben-online

Bei den Eisvögeln gibt es wahrscheinlich Nachwuchs

Mehr lesen

Es ist Anfang Mai. Seit einigen Tagen kann man die Altvögel beobachten, wie sie immer wieder eine Steilwand im Uferbereich eines Gewässers anfliegen. Wenn man Glück hat, kann man einen der Altvögel vor der Brutröhre beobachten, die in der Steilwand angelegt, und  fast 1 m tief  in den Lehm eingegraben wurde.  Am Ende des Ganges befindet sich die Bruthöhle. Wahrscheinlich sind bereits Jungvögel in der Höhle, denn ab und zu sieht man die Altvögel mit Nahrung in die Höhle einfliegen. Eisvögel ernähren sich von kleinen Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, von Kaulquappen, aber auch von kleinen Froschlurchen. Auch an kleineren Gewässern, Teichen oder Tümpeln sind Bruten möglich, wenn die Gewässer den Anforderungen der Eisvögel genügen.Die Gegebenheiten im Kraichtal kommen den Eisvögeln zugute. Sie lieben fließende Gewässer mit ausreichendem Baumbestand, die ihnen mit den freiliegenden Wurzeln und Ästen die nötigen Ansitze zur Jagd bieten. Auch die vorhandenen Lehm-Steilwände sind wie geschaffen für das Graben einer passenden Bruthöhle. Zudem sollte das Gewässer einen ausreichenden Bestand an Kleinfischen haben.  Und das ist hier  offensichtlich der Fall: Ein Altvogel beobachtet von seiner Sitzwarte oberhalb der Bruthöhle das Gewässer und die Umgebung. Deutlich kann man den Eingang mit dem ausgeworfenen Baumaterial und dem Abfall aus der Bruthöhle sehen. Auch die Trittspuren, welche die Altvögel beim Betreten und Verlassen im Eingangsbereich der Höhle hinterlassen haben, sind deutlich zu erkennen. Hier ist nochmals die Höhle mit dem ausgeworfenen Material zu sehen. Nach dem Füttern landen auch die Abfälle der Jungvögel auf dem Hang oder im darunter befindlichen Gewässer. Die als Ansitz dienenden Teile der freiliegenden Wurzel wurden – was die Lehmspuren auf ihnen deutlich zeigen, offenbar schon recht häufig als Sitzwarte genutzt.Vor dem Einfliegen prüfen die Altvögel, ob auch keine Feinde in der Nähe sind. Bei Störungen fliegen sie nicht in die Bruthöhle ein.   Hier hat ein Altvogel gerade Material aus der Bruthöhle entfernt und in das Wasser fallen lassen. Am oberen Bildrand ist der Eingang der Bruthöhle zu sehen.Eine Drehung – und schon geht es zur Höhle zurück. Deutlich sichtbar ist das türkisfarbene Rückengefieder, welches dem Vogel einen schillernden Glanz verleiht. Eisvögel sind außerordentlich geschickte und schnelle Flieger. Man bezeichnet sie wegen ihres Gefieders oft auch als „fliegende Edelsteine“. Am Höhleneingang angekommen, prüft der Altvogel zuerst die Situation, dann geht er in die Höhle hinein. Nach dem Verlassen der Höhle kann man die Altvögel auch manchmal beim „Baden“ beobachten, wenn sie damit den Schmutz und Lehm aus ihrem Gefieder entfernen. Wie es mit den Eisvögeln weitergeht, wird sich zeigen. Jedenfalls ist ein weiterer Beitrag geplant, wenn es – so wie es aussieht – in der Höhle junge Eisvögel gibt.

Die Klapper-Grasmücke heißt bei uns auch „das Müllerchen“

Mehr lesen

Die Klappergrasmücke ist im Kraichtal Brutvogel. Sie ist von Ende April bis Oktober bei uns. Ihr Überwinterungsgebiet befindet sich in Ostafrika. Ihren Namen hat sie wegen ihres Gesangs erhalten. Früher, als es noch keine Wasserturbinen und moderne Mühlentechnik gab, konnte man an den Wassermühlen laute, klappernde Geräusche hören, welche durch das Wasserrad und das Mahlwerk verursacht wurden.  Ähnlich wie dieses „Mühlen-Klappern“ klingt auch der Gesang der Klappergrasmücke, die deswegen auch manchmal „Müllerchen“  genannt wird. Die Klappergrasmücke ist die kleinste Grasmückenart bei uns.Der Kopf ist grau und der Rücken ist graubraun gefärbt; die Unterseite ist hell, und die Kehle ist weiß.Ein sicheres Erkennungsmerkmal sind auch die grau abgegrenzten Ohrdecken. Das Auge ist dunkel, aber das untere Augenlid ist weiß. Der Schwanz ist relativ kurz.  Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Bei uns im Kraichtal kann man die Klappergrasmücke in Gärten, Parks und entlang von Hecken beobachten. Klappergrasmücken ernähren sich von Spinnen, kleinen Schnecken, Insekten und deren Larven, aber auch von Beeren. Das napfförmige Nest wird in Bodennähe angelegt. Meist in dichten Hecken und Gebüsch versteckt, besteht es aus Haaren, Gräsern und Halmen. Das Gelege besteht aus bis zu 5 Eiern. Beide Altvögel beteiligen sich am Ausbrüten der Eier. Nach 11 bis 13 Tagen schlüpfen dann die Jungvögel. Nach 11 bis 14 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Das Füttern der Jungen erfolgt durch beide Partner.  Die Klappergrasmücke lebt sehr heimlich. Meist kann man nur ihren Gesang hören. Zu Gesicht bekommt man sie ganz selten; sie huscht ständig im Gebüsch und in den Hecken hin und her.

Und so hört sich die Klappergrasmücke an …..

Ein Jagdfasan auf „Brautschau“

Mehr lesen

Es gehört zum jährlich wiederkehrenden Schauspiel im Kraichtal, wenn Fasanen-Hähne ihre Hennen um sich versammeln. Ende April -Anfang Mai kann man beobachten, wie Fasanen-Hähne versuchen, möglichst viele Hennen um sich zu scharen – und diese auch bei sich zu behalten. In diesem Falle sind gerade drei „seiner“ Fasanen-Hennen in das Getreidefeld gelaufen – und der Hahn hat den Kontakt zu ihnen verloren. Zudem scheint auch noch ein weiterer Hahn in der Nähe Interesse zu zeigen. Aufgeregt eilt er im Feld hin und her und versucht, seine Hennen ausfindig zu machen.

Ab und zu richtet er sich auf und schaut um sich, ob der die Hennen entdecken kann. Offenbar hat er etwas entdeckt. Jetzt geht es tiefer ins Feld hinein.Doch das junge Getreide ist schon zu hoch gewachsen. Er kann nichts entdecken. Jetzt ist nur noch der obere Teil des Kopfes und die „Federohren“ zu sehen. Gleich ist er im Feld verschwunden. Der erste Akt des Schauspiels ist vorbei, zumal am Himmel ein Rotmilan aufgetaucht ist. Wenn die Gefahr vorbei ist, wird die Suche sicher weitergehen.

Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

Mehr lesen

Es ist Ende April. Überall ist der Gesang der Vögel zu hören. Die Brutsaison hat begonnen. Viele  Vogelarten  -überwiegend die Männchen -tragen zur Brutzeit ein besonderes Federkleid, das sie vom Gefieder der Weibchen unterscheidet. Das Ganzjahresgefieder, das „Schlichtkleid“ wird dann durch das „Prachtkleid“, das bis zum Ende des Sommers zu sehen ist, ersetzt. Den Bluthänfling kann man derzeit besonders gut in den Weinbergen beobachten. Allerdings ist er recht scheu. Noch trägt er nicht sein „Prachtkleid“. Dann färben sich beim männlichen Bluthänfling die Stirn und große Teile des Brustgefieders leuchtend rot oder „blutrot“. Daher hat er seinen Namen erhalten. Bei diesem Männchen sieht man schon erste leichte rötliche  Färbungen an den Brustseiten.Auch der Rücken bekommt eine kräftige braunrote FärbungIn wenigen Wochen wird das Prachtkleid voll entwickelt sein. Auf einem Pfahl in einem Weinberg hat er Stellung bezogen. Das Männchen singt schon – und markiert damit sein Revier. Aber noch ist der Höhepunkt der Brutzeit  nicht gekommen. Viele Bluthänflinge sind noch in kleineren Schwärmen unterwegs. Gelegentlich aber sieht man schon Männchen, die sich gegenseitig das „Revier“ streitig machen. Nicht mehr lange, dann wird sich das Aussehen des Männchens im „Prachtkleid“ stark verändert haben.  Wer jetzt schon den Bluthänfling im „Prachtkleid“ sehen will, kann unter dem angegebenen LINK  „Bluthänfling“ nachschlagen. Dort finden sich Abbildungen vom letzten Jahr.

Weitere Beiträge zu diesem Thema in meinem Blog: Bluthänfling

Rabenkrähen mögen einfach keine Milane in ihrem Revier

Mehr lesen

Dass Krähen nicht gut auf Greifvögel zu sprechen sind, kann man das ganze Jahr über am Himmel betrachten. Wenn es aber darum geht, das Revier zu verteidigen, dann  geben die Rabenkrähen alles. Normalerweise ist das während des Winters eine einfachere Aufgabe, als dies im Frühjahr und im Sommer der Fall ist. Wenn es darum geht, im Winter einen Mäusebussard zu vertreiben, so gelingt dies relativ einfach. Meist gibt der Mäusebussard nach einigen Angriffen entnervt auf – und fliegt weg. Beim Rotmilan liegt der Fall anders. Er ist viel gewandter im Flug als ein Mäusebussard – und das scheint er zu wissen. Wenn Rotmilane im Frühling wieder zu uns kommen, besetzen sie natürlich auch ein eigenes Brutrevier. Dass es dabei bei der relativ hohen Anzahl an Rabenkrähen zu Konflikten kommt, ist eigentlich vorprogrammiert.Ein Milan zieht am Himmel seine Kreise. Gelassen nutzt er die Thermik und schwebt mit ausgebreiteten Flügeln über den Feldern.Da kommt plötzlich eine Rabenkrähe von hinten und fliegt dem Rotmilan hinterher. Eine kurze Wendung – und schon scheint der Rotmilan außer Gefahr.Doch plötzlich sind 2 Krähen da, die dem Rotmilan deutlich machen, dass er hier verschwinden soll. Mit ein paar Schwanzbewegungen und ein paar Flügelschlägen versucht der Milan, sich die beiden Krähen vom Leib zu halten. Eine der Krähen geht zum Angriff über und will dem Rotmilan an die Federn. Ein Flügelschlag und eine kurze Drehung des Schwanzes, und schon ist der Milan außer Reichweite.Die beiden geben nicht auf. Sie verfolgen den Eindringling hartnäckig. Doch der Rotmilan ist den beiden Krähen, die auch ausgezeichnete Flieger sind, überlegen. Doch die Beiden geben die Verfolgung nicht auf. So schnell wird man Krähen nicht los. Jetzt starten sie einen erneuten Angriff. Der Milan sieht, was seine Gegner vorhaben. Offenbar wollen sie jetzt von oben angreifen. Eine der Krähen scheint schon „ihre Krallen auszufahren“. Der Milan registriert das.  Tatsächlich soll jetzt ein Angriff von oben und der Seite erfolgen. Doch sie haben die Rechnung ohne die Flugkünste des Milans gemacht. Eine Wendung – und der Milan ist jetzt plötzlich hinter den Verfolgern.  Nach minutenlangen Flugmanövern geben die beiden Krähen jetzt auf und fliegen weg. Offenbar sind sie mit dem Ergebnis zufrieden. Denn durch die Störmanöver haben sie den Eindringling aus ihrem Revier vertrieben.Doch der Milan zieht jetzt weiter seine Kreise am Himmel, als ob nichts geschehen wäre. Doch es ist nicht immer so leicht wie es bei diesem Angriff war. Oft beteiligen sich nämlich mehrere Krähenpaare aus der Umgebung an der Verfolgungsjagd am Himmel. Dann muss auch ein Rotmilan zusehen, dass er rechtzeitig „die Kurve kriegt“.

 

Graugans im Kraichtal

Mehr lesen

Graugänse gehören innerhalb der Vögel zur Familie der „Entenvögel“. Sie sind  – neben der Kanadagans, die in den letzten Jahren auch schon mehrfach im Kraichtal aufgetaucht ist – die zweitgrößte Gänseart in Europa.  Von dieser wilden Gänseart stammen auch unsere heimischen „Hausgänse“ ab. Ihrem hellgrauen bis braungrauen Gefieder verdankt sie auch ihren Namen. Die Beine und Schwimmfüße sind rötlich, ebenso der kräftige Schnabel, der gelblich-orange bis rosa-fleischfarbig gefärbt ist. Im Gegensatz zu anderen grauen Gänsearten weist der Schnabel keine dunklen Flecken oder Zeichnungen auf.  Die Graugans kann eine Länge von ca. 75 cm bis 90 cm erreichen. Ihre Flügelspannweite beträgt 147 cm bis 180 cm. Sie kann ein Gewicht von 2 kg bis 3,5 kg erreichen. Die Graugans unterliegt dem Jagdgesetz. Dieses regelt für jedes Bundesland, in welchen Monaten des Jahres Graugänse jeweils bejagt werden dürfen.Die Graugans verbringt den Winter in wärmeren Gebieten; in milden Wintern kommt es aber immer öfter vor, dass sie auch bei uns überwintert. Dabei kommt ihr auch die heutige Landwirtschaft zugute, die mit den Zwischenfrucht-Feldern auch im Winter pflanzliche Nahrung für die Gänse bereithält.  Ab März-April beginnt die Brutzeit. Es gibt bei den Graugänsen nur eine Jahresbrut. Die Paare bleiben oft lebenslang beieinander. Nur beim Verlust des Partners wird manchmal ein neuer Partner gesucht.

Die Graugans schwimmt auf dem See vor dem Schilfgürtel hin und her.  Ab und zu ruft sie. Rufe der Graugänse kann man sehr oft hören. Das Ruf-Repertoire der Graugänse ist groß. Ihr häufigster Ruf, das „Ga-Ga-Ga“, ähnelt sehr dem Ruf unserer Hausgänse. Die Art der Rufe hängt vom jeweiligen Tier aber auch von der aktuellen Situation ab. Es können sehr hohe Töne, laute, trompetenartige Rufe, oder andere Lautäußerungen sein, mit denen sich die Graugänse bemerkbar machen. Graugänse legen ihr Nest am Ufer von Teichen, Seen oder langsam fließenden Gewässern mit reichlicher Ufervegetation an. Während das Weibchen in einer mit Federn ausgepolsterten flachen Mulde die Eier ausbrütet, bewacht das Männchen den Nistplatz und vertreibt mögliche Feinde. Vielleicht handelt es sich bei der abgebildeten Gans um einen Ganter, der sein brütendes Weibchen bewacht. Graugänse ernähren sich von pflanzlicher Nahrung. Oft kann man sie auch auf dem  umliegenden Grünland bei der Nahrungssuche entdecken. Wenn es in einem Gebiet sehr viele Graugänse gibt, können sie dabei auch einen beträchtlichen Schaden auf den landwirtschaftlichen Flächen anrichten. Feinde für die Graugänse sind vor allem Fuchs, Marder und Greifvögel, für die Küken auch Hechte; dabei sind weniger die Altvögel sondern das Gelege und die „Gössel“, wie man die Gänseküken nennt, gefährdet. Graugänse können nämlich sehr wehrhaft sein. Selbst ein Fuchs hätte – wenn überhaupt – mit den Altvögeln seine Probleme. Jedenfalls ist es schön, dass sich auch mal eine Graugans bei uns im Kraichtal sehen lässt – vielleicht wird ja ein längerer Aufenthalt bei uns daraus ….

Die Störche haben Untermieter

Mehr lesen

Während das Weibchen dem Männchen mit dem Schnabel vorsichtig den Kopf krault, nähern sich die ersten Untermieter dem Storchennest. Offenbar hat ein Paar Haussperlinge in der Zwischenzeit im Storchennest selber ein Nest errichtet – und sie tragen schon Nestmaterial in ihr Nest ein. Im Storchennest finden sich genügend Hohlräume, welches sich für die Sperlinge ideal zum Nestbau eignen.Das Kraulen geht weiter, was dem Männchen anscheinend gut gefällt.Auch die Haussperlinge machen gerade eine kleine Pause. Das Männchen ruht sich auf einem Zweig aus, während sich das Weibchen noch im Inneren des Storchennestes an der eigenen Unterkunft zu schaffen macht. Dann fliegt das Männchen wieder weg.Soeben ist auch das Weibchen wieder da und wartet offenbar auf neues Nistmaterial, welches das Männchen bringen soll.Das Weibchen kann man an dem hellen Augenstreif erkennen.  Es ist viel unauffälliger gefärbt als das Männchen.Das Männchen ist erschienen, hat aber kein Nistmaterial mitgebracht.  Jedenfalls ist das ein idealer Ort für ein Sperlingsnest. Wenn alles gut geht, sollten auch bald einige Jungvögel zu sehen sein ….

 

Im Storchennest wird schon wieder gebrütet

Mehr lesen

Direkt beim Bahnhof Gochsheim hat das Storchenpaar, das seit 2016 hier Junge aufzieht, wieder das alte Nest auf einem Leitungsmast bezogen. Nachdem vom Paar inzwischen einige Ausbesserungen am Nest vorgenommen wurden,  hat das Weibchen offensichtlich auch schon Eier gelegt.  Man darf gespannt sein, wie viele Jungstörche in diesem Jahr großgezogen werden. Es ist später Nachmittag. Während das Männchen gerade in den großen Wiesen entlang der Kraich auf Nahrungssuche geht, bebrütet das Weibchen bereits das Gelege.  Aber auch das Männchen beteiligt sich beim Ausbrüten des Geleges, wie das bei den Weißstörchen üblich ist. Es ist ziemlich kalt und es regnet schon seit einiger Zeit. Das Männchen ist tropfnass und macht in der inzwischen grünen Wiese Jagd auf Regenwürmer und andere Kleintiere. Gerade hat es wieder einen Regenwurm erbeutet.Geschickt wirft es den Wurm in die Luft und fängt ihn dann wieder auf. Trotz Kälte ist das Männchen sehr erfolgreich. Es hat schon einige Würmer, aber auch Schnecken im Kropf. Denn: Störche verzehren eigentlich alles, was ihnen vor den Schnabel kommt: Würmer, Schnecken, Mäuse, Reptilien, Frösche, aber auch Insekten. Aber auch das Weibchen bekommt Zeit für die Futtersuche:Das Weibchen war bereits am Morgen in der Umgebung aktiv. Offensichtlich geht es lieber auf frisch bearbeiteten Feldern auf Nahrungssuche. Im Gegensatz zum Männchen fliegt es andere Felder und Wiesenflächen an. Während der Nahrungssuche des Weibchens bebrütet das Männchen das Gelege.Und auch sie ist recht erfolgreich. Immer wieder kann man sie bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Doch, wenn man im Kraichtal bei Regenwetter auf frisch bearbeiteten Feldern unterwegs ist, holt man sich einfach „dreckige Füße“. Das scheint das Weibchen aber nicht zu stören. Auch scheint die Familienplanung bei dem Storchenpaar noch nicht abgeschlossen, wie die Lehmspuren auf dem Rücken und dem Hals des Weibchens andeuten …. Man wird sehen, wie es weitergeht …….

Stockenten auf Nistplatz-Suche

Mehr lesen

Die Stockente ist die größte Wildente in Deutschland. Von ihr stammen auch die zahlreichen Rassen der Hausenten ab. Bei uns im Kraichtal kann man sie entlang der Kraich, an wasserführenden Gräben, in Auwäldern und Waldseen aber auch im Bereich von Teichen und Tümpeln antreffen. Manchmal kann man sie aber auch in den Klärbecken der Kläranlagen entlang der Kraich schwimmen sehen. Bei der Wahl eines Nistplatzes passen sie sich sehr an die Gegebenheiten im Brutgebiet an. So brüten sie in Hochwassergebieten meist in höhergelegenen Baumhöhlen, in verlassenen Krähennestern oder in Baumstümpfen; in sonstigen Gebieten brüten sie oft in Ufernähe im Gestrüpp, in Reisighaufen oder einfach auf dem Boden. Da die Stockente ein Kulturfolger des Menschen ist, brütet sie auch mitten in den Siedlungen, sogar manchmal auf Gebäuden. Da sie sich mit anderen Entenarten und Hausenten verpaart, gibt es viele Farbvarianten. Die Paarbildung erfolgt – anders als dies bei den Singvögeln der Fall ist – nicht im Frühling sondern bereits im Herbst.Hier ist ein Stockentenpaar im Grabensystem eines Bruchwaldes offensichtlich auf der Suche nach einem Nistplatz. Vorne schwimmt das Männchen, dahinter das Weibchen. Immer wieder verlassen sie das Wasser und suchen im Uferbereich nach einem geeigneten Nistplatz. Hier im Erlenbruchwald finden sie ideale Bedingungen, da es hier zum einen viel liegendes Totholz, aber auch jede Menge Gestrüpp und auch Reisighaufen gibt. Der Erpel ist im Prachtkleid, das er während der Brutzeit zeigt. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen gibt es deutliche Unterschiede: Das Männchen hat einen gelben Schnabel, einen grün-metallisch gefärbten Kopf und einen weißen Halsring. Im Schwanzbereich sind die Spitzen der mittleren Schwanzfedern nach oben gerollt. Außerhalb der Brutzeit ähnelt der Erpel dem Weibchen.Nachdem das Paar das Wasser verlassen hat, suchen sie nach einem geeigneten Nistplatz. Dabei folgt das Weibchen immer dem Männchen.  Der Erpel erkundet gerade einen möglichen Platz in der Nähe eines Totholz-Haufens.Das Gefieder des Weibchens ist durchweg in verschiedenen Brauntönen gemustert. Der Schnabel ist orangefarben und der weiße Halsring fehlt. Insgesamt  bietet das Gefieder eine gute Tarnung während der Brutperiode.Offenbar haben die beiden Altvögel einen passenden Platz gefunden. Das Nest besteht eigentlich nur aus einer flachen Mulde, die das Weibchen in den Boden drückt – und anschließend mit Halmen auspolstert.Bevor sie sich niederlässt, schaut sie immer wieder nach oben, um frühzeitig Feinde aus der Luft zu entdecken. Tatsächlich haben die Stockenten, aber auch das Gelege viele Feinde zu fürchten: Bei uns sind dies vor allem Greifvögel, Fuchs und Marder. Da viele Stockenten ihr Nest auch weit entfernt vom Wasser im freien Feld errichten, kommen dort  auch die Krähenvögel als Fressfeinde ins Spiel.Mit Drehen ihres Körpers drückt sie eine Mulde in den Untergrund. Offenbar hat sie den künftigen Nistplatz gefunden. Ab März wird dann in das Nest täglich ein Ei abgelegt. Das Gelege umfasst durchschnittlich 9-12 Eier. Zunächst  wird die Sicherheit des Nestes geprüft. So werden die ersten gelegten Eier beim Verlassen des Nestes nicht abgedeckt und bleiben oft tagelang offen liegen; nur wenn das „ungetarnte“ Gelege unbehelligt bleibt, setzt das Weibchen die Eiablage fort und  deckt dann aber die Eier beim Verlassen des Nestes sorgfältig mit Federn und Nistmaterial ab. Das Männchen und das Weibchen suchen zwar gemeinsam den Nistplatz aus, beim Bebrüten des Geleges oder bei der Aufzucht der Jungen ist das Männchen nicht – oder nur am Rande beteiligt.Hinweis: Um die Brut nicht zu gefährden, wurden alle Aufnahmen aus sicherer Entfernung mit der entsprechenden Kameraoptik gemacht.  Auf Fotos des Geleges wurde bewusst verzichtet.  Mit Brutbeginn wurde die Beobachtung und Dokumentation beendet.

Es ist mal wieder Frühling!

Mehr lesen

In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.