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Jetzt trägt er endlich sein Prachtkleid: Bluthänfling

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Der Bluthänfling gehört innerhalb der Vögel zur Familie der Finken. Meist sind die Bluthänflinge in Gruppen oder kleineren Schwärmen unterwegs. Bluthänflinge ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Dabei kann er auf eine Vielzahl von Nahrungspflanzen zurückgreifen. Man findet sie in Weinbergen, blütenreichen Wiesen, Ackern, Rapsfeldern und Ödflächen. Während der Brutzeit, die von April bis in den Juli hineinreicht, finden normalerweise 2, in guten Jahren aber auch 3 Bruten statt. Dann zeigt der männliche Bluthänfling sein Prachtkleid, während das Weibchen kein Rot im Gefieder aufweist.Das Bild zeigt einen Bluthänfling zu Beginn der Brutzeit. Das Prachtkleid hat sich noch nicht voll entwickelt. Die schwarzen Schwingen und die weißen Federsäume im Schwanz und am Rand der Schwingen sind schon sichtbar. Beim Prachtkleid sind Stirn und die Brust leuchtend rot gefärbt. Der Rücken ist tief rotbraun. Das Schlichtkleid erscheint mit der Vollmauser im Herbst. Bluthänflinge picken die Samen der Wildkräuter entweder vom Boden auf, oder sie holen sich die Samen direkt an der Pflanze. Dabei spielt der Reifegrad der Samen keine Rolle. Während der Brutzeit werden auch kleinere Insekten wie Blattläuse verzehrt. Bei uns im Kraichtal profitiert der Bluthänfling  vom teilweise großflächigen Rapsanbau. In den folgenden Bildern sieht man, wie er beim Raps an die Samen herankommt. Zuerst beißt er die Spitze der Rapsschote ab. So legt der die Samen frei und kann problemlos die Schote der Reihe nach öffnen.Er öffnet mit seinem Schnabel die Schote und pickt die Samen einzeln heraus.Dies geht so weiter, bis er die ganze Schote geöffnet und alle darin enthaltenen Samen verzehrt hat. So kommt er an alle Samen heran; es geht nichts verloren. Diese Technik ist angeboren, kann aber noch verfeinert werden. Nach der Erntezeit kann man die Bluthänflinge bei uns vor allem im Ödland, vielen Blühstreifen oder Zwischenfruchtfeldern antreffen. In Deutschland gilt die Art als gefährdet. Bei uns im Kraichtal sind sie ganzjährig wieder häufiger anzutreffen.

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Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

Bluthänfling

 

Waldkauz in Not …

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Was tun, wenn? …

Nach dem telefonischen Hinweis auf einen verletzten Vogel in der Umgebung fand Thomas Bratzel  gestern Abend im Kraichtal tatsächlich einen jungen Waldkauz. Dieser konnte nicht mehr fliegen, weil er sich offenbar an einem Flügel verletzt hatte. Obwohl er wahrscheinlich schon einige Zeit nicht oder nur wenig gefressen hatte (er war ziemlich leicht), zeigte er sich doch recht wehrhaft und brachte Thomas einige Kratzer bei. Trotzdem wurde er in eine Schachtel gepackt und nach Hause transportiert. Daraufhin nahmen wir sofort Kontakt mit der Auffangstation für Eulen und Greifvögel in Karlsdorf-Neuthardt auf. Nach telefonischer Absprache mit Herrn Rudolf Manz, der die Auffangstation betreut,  brachten wir den jungen Kauz heute Morgen zur Auffangstation für Greifvögel und Eulen in Karlsdorf-Neuthard, die vom Deutschen Falkenorden (DFO) betreut wird. Dort kümmert man sich ausschließlich um verletzte Greifvögel und Eulen mit dem Ziel der baldmöglichsten Auswilderung. Dabei können sie auf die qualifizierte Untersuchung und Behandlung der Vögel durch eine Tierärztin, welche auf das Fachgebiet „Vögel“ spezialisiert ist, und mit welcher die Auffangstation schon lange sehr erfolgreich zusammenarbeitet, zurückgreifen. Dazu kommt noch der Austauch mit der Vogelwarte Radolfzell, die im Bedarfsfall mit Rat und Informationen zur Seite steht. In der Auffangstation in Karlsdorf-Neuthardt selbst befassen sich erfahrene Falkner mit den eingelieferten „Patienten“.Bei seiner „Einlieferung“ heute in der Auffangstation machte der junge Waldkauz trotz allem einen lebhaften Eindruck. Herr Rudolf Manz ist ein pensionierter Biologielehrer, der sich schon lange für den Umweltschutz und  mit besonders großem Engagement für  den Schutz verletzter Vögel einsetzt. Hier hält er gerade den Karton, in welchem der „Waldkauz-Patient“ eingeliefert wurde – und nun auf seine ärztliche Untersuchung wartet.

Er wird nun bald der Tierärztin vorgestellt, gründlich untersucht und natürlich auch geröngt werden. Wir hoffen, dass es eine günstige Diagnose gibt und er es packt!  Übrigens: Wir haben in Karlsdorf schon eine verletzte Schleiereule, eine Waldohreule und einen Turmfalken in die Obhut der Auffangstation gegeben. Und dies ist in allen Fällen  auch gut gegangen.  Alle konnten wieder in die Freiheit entlassen werden ….Hoffen wir, dass es auch „unser Waldkauz“ packt – und dass er noch viele viele Flügelschläge in der freien Natur machen kann!

Ein willkommener Rückkehrer ins Kraichtal: Der Wiedehopf

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Fragt man ältere Menschen im Kraichtal, so können viele von ihnen noch vom Wiedehopf erzählen, den sie in ihrer Kindheit im Kraichtal beobachten konnten. Er gehörte gewissermaßen zur „sommerlichen Vogelgesellschaft“. Dass er im Bewußtsein der Menschen eine Rolle gespielt hat, beweisen zahlreiche literarische und musikalische Vorlagen (Bei der „Vogelhochzeit“ reicht der Wiedehopf der Braut einen Blumentopf). Die Ursachen des Verschwindens des Wiedehopfes sind vielfältig; umso erfreulicher ist es, dass gerade in den letzten Jahren in verschiedenen Orten des Kraichtals der Wiedehopf mehrfach gesichtet wurde. Und nun scheint er endgültig ins Kraichtal zurückgekehrt zu sein.  Bei der Rückkehr des Wiedehopfes spielt es auch sicher eine große Rolle, dass es bei uns wieder wärmer geworden ist und es längere Schönwetterperioden gibt, so wie dies in den fünziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Fall war. In den vergangenen Jahrzehnten waren die Sommer oft verregnet und teilweise auch zu kalt. Das Lied  „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“  von Rudi Carell aus dem Jahre 1975 gibt die damalige Wetter-Situation recht treffend wieder.Nachdem er auch schon in den letzten Jahren gesichtet und auch an den verschiedensten Orten im Kraichtal gehört wurde, hat er auch in diesem Jahr wieder Junge aufgezogen. Offenbar findet er hier bei uns genügend geeignete Lebensräume, dass es Hoffnung gibt, dass er in den kommenden Jahren auch an anderen Stellen brüten wird. Passende Biotope gibt es bei uns genügend: Streuobstwiesen, Weiden, klein parzellierte, extensiv bewirtschaftete Flächen – und vor allem genügend Insekten auf Wiesen und Weiden, die nicht jede Woche gemäht werden. Auf der Suche nach Nahrung taucht er auch gelegentlich in Gärten und siedlungsnahen Gebieten auf. So wird es auch im nächsten Jahr sicher wieder einige Begegnungen mit diesem tollen Vogel geben. Besitzer von Gärten am Ortsrand und von Streuobstwiesen können viel dafür tun, dass uns der Wiedehopf im Kraichtal erhalten bleibt. So ist es toll, wenn alte Bäume mit Spechthöhlen erhalten bleiben. Es ist auch hilfreich, wenn auf Streuobstwiesen nicht alle 14 Tage gemäht wird. Das kommt sowohl der Pflanzen- als auch der Tierwelt zugute.So ist es ideal: ein Teil der Streuobstwiese ist gemäht – der Rest bleibt noch einige Zeit stehen. Dazu viele alte Bäume mit zahlreichen Nistmöglichkeiten.Das ist „Wiedehopf-Land“:  Wiesen mit alten Bäumen und Hecken, Mähwiesen; daneben blütenreiche Wiesen, auf denen sich viele Insekten aufhalten können. Klein strukturierte Landschaften mit Hecken im Wechsel mit Feldern, das mögen Wiedhopfe – und mit ihnen viele andere Tiere, von denen wir hoffen, dass sie im Kraichtal bleiben. Und wenn er solche Verhältnisse vorfindet – und es auch noch warm genug ist – und genügend Insekten vorhanden sind, ja dann lässt sich auch ein Wiedehopf nicht mehr lange bitten. Und schon hört man ihn im Frühjahr an den verschiedensten Stellen im Kraichtal rufen. Das bedeutet, dass diese Lebensräume für den Vogel geeignete Brutgebiete sind. Jetzt muss er nur noch eine Partnerin finden. Und das ist derzeit mancherorts (noch) schwierig. Doch wenn auch das klappt, ….dann kann man auch in Zukunft im Kraichtal an einigen Orten solche Beobachtungen machen.

Wenn Sie das kurze Video in Voll-Ansicht betrachten, können sie am Anfang in der oberen Bildmitte leichter erkennen, wie ein Jungvogel am Eingang der Nisthöhle die Altvögel erwartet. Der Nesteingang ist allerdings durch Efeublätter versteckt.

Und nun noch ein paar Bilder von diesem Jahr:Ein Altvogel hat gerade die Jungen gefüttert und fliegt gleich ab. Der Eingang der Bruthöhle ist mit Efeublättern bewachsen; so besteht keine gute Sicht auf den Höhleneingang. Beim fütternden Altvogel kann man aber die aufgestellte Federhaube auf dem Kopf entdecken. Auch die schwarz-weiß gestreiften Flügel werden deutlich sichtbar.

Inzwischen sind die Jungvögel ausgeflogen und haben ihre Umgebung erkundet. Mit jedem bei uns geschlüpften Jungvogel steigt die Chance, dass sich die Art im Kraichtal ausbreiten wird. Bald ist das „Wiedehopf-Jahr“ bei uns im Kraichtal vorbei. Dann werden alle in ihre Überwinterungsgebiete in Afrika fliegen – und das Kraichtal hoffentlich in guter Erinnerung behalten.

Auch beim Wendehals gibt es Junge

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In einem Garten am Ortsrand von Kraichtal entdeckten die Besitzer, dass in ihrem Nistkasten, in welchem kurz vorher noch Meisen gebrütet hatten, offenbar ein Wendehals  als „Nachmieter“ eingezogen war. Lautes Geschrei der jungen Wendehälse im Kasten war dafür verantwortlich, dass dies entdeckt wurde. Glücklicherweise wurde ich von den Besitzern informiert, und konnte gerade noch die letzte Brutphase vor dem Ausfliegen der Jungvögel dokumentieren. In dem schönen naturnahen Garten befindet sich neben anderen Bäumen auch eine mächtige Vogelkirsche. Dort ist ein Nistkasten aufgehängt, in welchem die Wendehälse ihre Brut aufgezogen haben. Auf dem Bild sieht man, dass ein fast flügger Jungvogel schon am Eingang des Nistkastens auf die nächste Fütterung  wartet .Ein Altvogel beobachtet von der Spitze eines benachbarten Baumes aus das Geschehen um die Vogelkirsche. Obwohl der hier deutlich zu sehen ist, gehört er zu den Vögeln, die man eher hört als dass man sie sieht. Wendehälse ernähren sich überwiegend von Ameisen und deren Larven. Deswegen findet man sie kaum auf Bäumen sondern eher am Boden. Und dort sind sie mit ihrem gemusterten, „erdbraunen“ Gefieder kaum zu entdecken.Immer wieder sieht er sich auch nach Feinden aus der Luft um. Da er seinen Kopf stark in viele Richtungen drehen kann, hat er auch den Namen „Wendehals“ erhalten. Er gehört zwar zur Familie der Spechte, doch kann er keine eigenen Nisthöhlen zimmern. Deswegen ist er entweder auf die Höhlen anderer Spechtarten ( z. B. Buntspecht) oder auf künstliche Nisthilfen wie Nistkästen angewiesen.Hier schaut ein Jungvogel aus dem Nistkasten. Offenbar hat er etwas Fressbares entdeckt.Hier wird die lange Specht-Zunge sichtbar, die er später auch zum Erbeuten von Ameisen aus Ritzen, Spalten und Erdlöchern brauchen wird. Gerade hat der Jungvogel einen Altvogel entdeckt. Schon öffnet sich der Schnabel in Erwartung einer kräftigen Ameisen-Portion. Ob es sich bei dem Altvogel um das Weibchen oder das Männchen handelt, bleibt unklar. Die Geschlechter lassen sich nur sehr schwer unterscheiden.  Jedenfalls bringt der Altvogel eine Menge an Ameisen-Puppen mit, die er an die Jungen im Kasten verfüttern wird. Immer wieder verfüttert er Ameisenpuppen an die Jungvögel, welche sich noch im Kasten befinden. Ein Teil der Jungvögel ist zu diesem Zeitpunkt schon ausgeflogen und wird auf dem Gelände von den Eltern gefüttert. Hier sind die Ameisen-Puppen deutlich zu sehen. Jetzt hat er alles verfüttert. Danach fliegt er ab. Die Jungvögel haben sich in den Nistkasten zurückgezogen. Wie viele sich noch im Nistkasten befinden, bleibt unklar. Jedenfalls scheinen noch mindestens 2 Jungvögel im Kasten zu sein.

Das folgende kleine Videobeispiel zeigt den – wahrscheinlich – létzten Jungvogel im Nistkasten. Er ist hungrig und bettelt um Nahrung. Ab und zu versucht er, mit seiner langen Zunge kleine Insekten in der Umgebung des Flugloches zu erbeuten. Auch wird deutlich, wie wendig er ist und wie er den Kopf drehen kann.

Übrigens: Am nächsten Morgen war dann der letzte Jungvogel ausgeflogen .

 

Zum Wendehals gibt es weitere Beiträge im BLOG:

Wendehals

Wendehals – Gefahr liegt in der Luft

Die Jungstörche sind ausgeflogen ….!

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Schon seit dem frühen Morgen wurde gestern im Horst das Fliegen geübt.  Die beiden anderen Jungstörche warten ungeduldig auf das Erscheinen der Altvögel. Es ist für die Eltern eine gewaltige Aufgabe, genügend Futter für die drei Nestlinge herbeizuschaffen. Beide Altstörche waren im Dauereinsatz. Gemeinsam waren sie auf der Wiese,  um ihren drei Jungen  genügend Futter zu beschaffen.Dann ging es zum Nest zurück, wo die Jungstörche schon ungedulig warteten. Auch Wasser aus den Gräben und umliegenden Gewässern wurde für die Jungvögel ins Nest gebracht.Was auffällt, sind die weißen Beine der Störche. Wenn es sehr heiß wird – wie es in den letzten  Tagen der Fall war, koten sich die Störche ihre Beine ein – und vermeiden so, dass sie überhitzen. Jetzt kann man auch die Markierungen auf den Ringen nicht mehr erkennen. Das Ausfliegen der Jungen steht unmittelbar davor.Heute war es dann soweit: Das Storchennest war leer – und von den Altvögeln und den Jungstörchen war nichts zu sehen. Offenbar waren die Jungvögel ausgeflogen!Doch auf der großen Wiese entlang der Kraich konnte man sie beobachten: Offenbar zeigten die beiden Altvögel (links) den Jungstörchen, wo man Futter finden kann. Hier hatte vor allem das Männchen nach Nahrung gesucht, während das Weibchen überwiegend in anderen Gegenden unterwegs war. Hier sieht man die Jungen bei ihrer ersten selbständigen Futtersuche. Deutlich ist der schwarze Schnabel des Jungvogels in der Mitte zu sehen.Das Weibchen geht voraus, die Jungvögel laufen hinterher. Das Weibchen ( 2. von links)  zeigt den Jungvögeln, wie man Beute macht. Den beiden Graureihern auf der Wiese erscheint die Sache nicht ganz geheuer.Sie warten jedenfalls ab, was geschieht und halten sich fluchtbereit. Das Männchen hat sich von der Truppe getrennt und geht seine eigenen Wege.Am Abend sind die drei Jungvögel wieder im Nest; die beiden Altvögel halten sich noch in der Umgebung auf.Von der Größe her gibt es kaum noch Unterschiede zu den Altvögeln. Lediglich an der Schnabelfärbung kann man noch erkennen, dass es sich hier um Jungstörche handelt. Etwa 2 bis 3 Wochen werden sie noch von den Eltern versorgt, dann werden sie selbständig. Die Störche bilden dann untereinander Gruppen und ziehen gemeinsam umher.  Ab August beginnt der Zug in die Überwinterungsgebiete. Die Jungvögel bleiben dort, bis sie geschlechtsreif sind. Dann kommen sie  – wenn alles gut geht – in spätestens 5 Jahren wieder zu uns zurück. Viel Glück bis dahin!

 

Bei den „Bahnhof-Störchen“ tut sich wieder mal etwas.

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Es sind nun schon wieder 3 Wochen vorbei – und die drei Jungvögel haben sich bisher prächtig entwickelt. Sie sind nun schon fast so groß wie ihre Eltern; auch ihr  Schnabel beginnt sich allmählich rot zu färben. Und die Jungen machen schon die ersten Flugversuche und probieren ihre Flügel aus. Solange das Nest belegt ist, wird es ausgebessert. Hier bringt gerade ein Altvogel neues Nistmaterial mit. Weil das Storchennest jedes Jahr ausgebessert und erweitert wird, kann es im Laufe der Jahre ein erhebliches Gewicht bekommen. Hier befindet sich das Weibchen im Nest bei den Jungen. Inzwischen verlassen aber auch beide  Altvögel  manchmal  das Nest und lassen die Jungen allein zurück. Dann werden sie allerdings meist aus der Distanz von einem Altvogel, der sich hier auf einer Lampe auf dem Betriebsgelände des benachbarten Betriebes niedergelassen hat, beobachtet. Von hier aus kann er aus sicherer Entfernung sehen, was sich im Nest tut.Die Jungstörche sind inzwischen fast so groß wie ihre Eltern.  Es kann sie nichts aus der Ruhe bringen: weder die Pendler, welche in  die oder aus der Stadtbahn steigen, noch der Verkehr und der Lärm auf dem Betriebsgelände und dem benachbarten Parkplatz, oder Leute, die mit ihrem Hund „Gassi gehen“.  Sie schauen von ihrem Nest aus interessiert auf den ganzen Trubel um sie herum hinab. Nur  wenn ein Altvogel mit Futter für sie kommt, ist es mit der „Gelassenheit“ vorbei.

So wie es aussieht, wird es nicht mehr lange dauern, bis die Jungvögel das Nest verlassen …..

Die „Bahnhof-Störche“ haben in diesem Jahr drei Junge

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Seit einigen Tagen kann es jeder sehen: Im Storchennest befinden sich drei Jungvögel.  Mitte April saß keiner der Altvögel mehr brütend auf dem Nest. Offenbar waren gerade die Jungvögel geschlüpft – das konnte man am Verhalten der Altvögel sehen, die abwechselnd das Nest verließen um Nahrung zu suchen.  Anfangs war von den Jungvögeln noch nichts zu sehen. Ab und zu konnte man die Köpfchen der Jungstörche aus dem Nest auftauchen sehen. Hier füttert gerade einer der Altvögel ein (?) Junges.  Es dauerte ein paar Tage, bis klar war, dass es mindestens zwei Jungvögel waren, die sich im Nest befanden. Auch einige Tage später war noch nicht zu erkennen, wie viele Jungstörche geschlüpft waren.Und dann kamen ein paar heftige Regentage mit teilweise schauerartigem Starkregen. Zudem war es in den Nächten relativ kalt. Zwar sah man immer einen der Altvögel schützend im Nest stehen, doch eine solche Wetterlage  kann für die jungen Störche extrem gefährlich werden.Doch glücklicherweise änderte sich die Wetterlage und es blieb zumindest trocken, obwohl es nachts noch recht kalt war. Aber offenbar hatten die Jungen die Regentage gut überlebt.  Hier kümmert sich gerade das Weibchen um einen der Jungvögel im Nest. Wie man sieht, ist es noch Anfang Mai – und die Bäume waren zu dieser Zeit noch nicht belaubt.Es ist der 31. Mai 2019.  Bis jetzt haben es die Jungen geschafft. Man sieht ihnen an, dass sie sich prächtig entwickelt haben – und den Eltern bei der Futtersuche sicher alles abverlangen. Auf dem Bild ist übrigens ein typisches Merkmal der jungen Störche zu erkennen: der Schnabel ist schwarz. Auf dem Bild warten alle – das Männchen und die drei Nestlinge – auf das Weibchen, das hoffentlich bald mit Futter am Nest erscheinen wird ….

 

Natürlich wird es weitere Beiträge zur Situation im Storchennest in diesem Jahr geben ….. Bis dahin viel Glück für die Drei!

Die Klapper-Grasmücke heißt bei uns auch „das Müllerchen“

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Die Klappergrasmücke ist im Kraichtal Brutvogel. Sie ist von Ende April bis Oktober bei uns. Ihr Überwinterungsgebiet befindet sich in Ostafrika. Ihren Namen hat sie wegen ihres Gesangs erhalten. Früher, als es noch keine Wasserturbinen und moderne Mühlentechnik gab, konnte man an den Wassermühlen laute, klappernde Geräusche hören, welche durch das Wasserrad und das Mahlwerk verursacht wurden.  Ähnlich wie dieses „Mühlen-Klappern“ klingt auch der Gesang der Klappergrasmücke, die deswegen auch manchmal „Müllerchen“  genannt wird. Die Klappergrasmücke ist die kleinste Grasmückenart bei uns.Der Kopf ist grau und der Rücken ist graubraun gefärbt; die Unterseite ist hell, und die Kehle ist weiß.Ein sicheres Erkennungsmerkmal sind auch die grau abgegrenzten Ohrdecken. Das Auge ist dunkel, aber das untere Augenlid ist weiß. Der Schwanz ist relativ kurz.  Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Bei uns im Kraichtal kann man die Klappergrasmücke in Gärten, Parks und entlang von Hecken beobachten. Klappergrasmücken ernähren sich von Spinnen, kleinen Schnecken, Insekten und deren Larven, aber auch von Beeren. Das napfförmige Nest wird in Bodennähe angelegt. Meist in dichten Hecken und Gebüsch versteckt, besteht es aus Haaren, Gräsern und Halmen. Das Gelege besteht aus bis zu 5 Eiern. Beide Altvögel beteiligen sich am Ausbrüten der Eier. Nach 11 bis 13 Tagen schlüpfen dann die Jungvögel. Nach 11 bis 14 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Das Füttern der Jungen erfolgt durch beide Partner.  Die Klappergrasmücke lebt sehr heimlich. Meist kann man nur ihren Gesang hören. Zu Gesicht bekommt man sie ganz selten; sie huscht ständig im Gebüsch und in den Hecken hin und her.

Und so hört sich die Klappergrasmücke an …..

Ein Jagdfasan auf „Brautschau“

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Es gehört zum jährlich wiederkehrenden Schauspiel im Kraichtal, wenn Fasanen-Hähne ihre Hennen um sich versammeln. Ende April -Anfang Mai kann man beobachten, wie Fasanen-Hähne versuchen, möglichst viele Hennen um sich zu scharen – und diese auch bei sich zu behalten. In diesem Falle sind gerade drei „seiner“ Fasanen-Hennen in das Getreidefeld gelaufen – und der Hahn hat den Kontakt zu ihnen verloren. Zudem scheint auch noch ein weiterer Hahn in der Nähe Interesse zu zeigen. Aufgeregt eilt er im Feld hin und her und versucht, seine Hennen ausfindig zu machen.

Ab und zu richtet er sich auf und schaut um sich, ob der die Hennen entdecken kann. Offenbar hat er etwas entdeckt. Jetzt geht es tiefer ins Feld hinein.Doch das junge Getreide ist schon zu hoch gewachsen. Er kann nichts entdecken. Jetzt ist nur noch der obere Teil des Kopfes und die „Federohren“ zu sehen. Gleich ist er im Feld verschwunden. Der erste Akt des Schauspiels ist vorbei, zumal am Himmel ein Rotmilan aufgetaucht ist. Wenn die Gefahr vorbei ist, wird die Suche sicher weitergehen.

Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

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Es ist Ende April. Überall ist der Gesang der Vögel zu hören. Die Brutsaison hat begonnen. Viele  Vogelarten  -überwiegend die Männchen -tragen zur Brutzeit ein besonderes Federkleid, das sie vom Gefieder der Weibchen unterscheidet. Das Ganzjahresgefieder, das „Schlichtkleid“ wird dann durch das „Prachtkleid“, das bis zum Ende des Sommers zu sehen ist, ersetzt. Den Bluthänfling kann man derzeit besonders gut in den Weinbergen beobachten. Allerdings ist er recht scheu. Noch trägt er nicht sein „Prachtkleid“. Dann färben sich beim männlichen Bluthänfling die Stirn und große Teile des Brustgefieders leuchtend rot oder „blutrot“. Daher hat er seinen Namen erhalten. Bei diesem Männchen sieht man schon erste leichte rötliche  Färbungen an den Brustseiten.Auch der Rücken bekommt eine kräftige braunrote FärbungIn wenigen Wochen wird das Prachtkleid voll entwickelt sein. Auf einem Pfahl in einem Weinberg hat er Stellung bezogen. Das Männchen singt schon – und markiert damit sein Revier. Aber noch ist der Höhepunkt der Brutzeit  nicht gekommen. Viele Bluthänflinge sind noch in kleineren Schwärmen unterwegs. Gelegentlich aber sieht man schon Männchen, die sich gegenseitig das „Revier“ streitig machen. Nicht mehr lange, dann wird sich das Aussehen des Männchens im „Prachtkleid“ stark verändert haben.  Wer jetzt schon den Bluthänfling im „Prachtkleid“ sehen will, kann unter dem angegebenen LINK  „Bluthänfling“ nachschlagen. Dort finden sich Abbildungen vom letzten Jahr.

Weitere Beiträge zu diesem Thema in meinem Blog: Bluthänfling