natur-erleben-online

Junge Jagdfasane sind ab jetzt selbstständig unterwegs

Mehr lesen

Es ist September im Kraichtal. Nachdem die jungen Jagdfasane im Mai/Juni geschlüpft waren, wurden sie noch viele Wochen von der alten Fasanenhenne geführt, die den Jungvögeln zeigte, was man fressen und wie und wo man Deckung finden kann – und sie hat die Jungen in dieser Zeit vor Feinden beschützt.Jetzt sind die Jungen ohne die Henne unterwegs. So wie es aussieht, sind die Jungfasane noch mit ihren Geschwistern zusammen. Wäre die Henne noch dabei, würden die Jungvögel nicht so offen auf einem Wirtschaftsweg stehen. Man merkt aber, dass sie unschlüssig sind und versuchen abzuschätzen, ob ihnen gerade Gefahr droht oder nicht.Wie man sieht, befinden sich die Jungvögel in der ersten Jahresmauser. Deutlich sind sowohl das braun-beige jugendliche Dunenkleid als auch die typischen Federn des Erwachsenen-Kleides zu sehen.Das Bild zeigt einen jungen Hahn, der sich mitten in der Mauser befindet. In wenigen Tagen wird er wie ein Altvogel aussehen. Im Unterschied zu einem Altvogel wird er aber noch einen  kleinen Wangenlappen haben.Ein erwachsener Hahn mit ausgebildeten Wangenlappen.Im Vordergrund ist eine Junghenne zu sehen, die bereits weiter durchgemausert ist. Aber auch bei ihr zeigen sich am Hals und im Kopfbereich noch Reste des Dunenkleids.Hier ist eine erwachsene Henne zu sehen, die im Juni noch ihre Jungen führt.Im Juni kann man kaum sehen, welches Geschlecht die Jungvögel haben. Nach vollendeter Mauser werden  die Jungfasane mit anderen in den verschiedensten Gesellschaften den Winter verbringen, bis im Frühjahr die nächste Brutzeit beginnt.

Auch Rotmilane sind jetzt auf Regenwurm-Jagd

Mehr lesen

Es ist September. Viele Felder sind abgeerntet und liegen jetzt offen da. Auf den frisch bearbeiteten Feldern gibt es jetzt für viele Tiere etwas zu holen. Vor allem Rabenkrähen, Mäusebussarde, aber auch Rotmilane kann man jetzt sehen, die auf den Feldflächen nach Nahrung suchen. Tatsächlich ernähren sich Rotmilane neben Vögeln und Kleinsäugern, die sie im Flug erbeuten, auch von Bodentieren wie Insekten und Regenwürmern. Diese können  – je nach Jahreszeit – einen beträchtlichen Anteil an der täglich aufgenommenen Nahrung darstellen.Ein Rotmilan auf einem frisch bearbeiteten Getreidefeld. Die Oberfläche des Feldes ist aufgebrochen; jetzt kommt er leichter an die Bodentiere  wie Käfer oder Regenwürmer heran.

Das folgende kurze Videobeispiel zeigt, wie ein junger Rotmilan auf dem Boden nach Regenwürmern und anderen Kleintieren sucht.

 

Auch das Jagen muss geübt werden

Mehr lesen

Auch hier ist es ein junger Bussard, der auf einem abgeernteten Rapsfeld gelandet ist und im Boden nach Nahrung sucht. Offenbar hat er etwas entdeckt. Vielleicht eine Maus oder ein anderer Kleinsäuger? Jedenfalls stochert er intensiv im nachwachsenden Grün.Immer wieder taucht er seinen Schnabel in den Bewuchs. Doch offenbar ist seine „Beute“ nicht mehr da. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach. Tatsächlich ist nicht jeder Jagdflug mit Erfolg gekrönt. Er verharrt nun auf dem Feld und beginnt sich umzuschauen.Dann versucht er es immer wieder an der gleichen Stelle.  Doch er findet nichts. Jetzt erst fixiert er die Umgebung genauer. Er bemerkt nicht, dass er beobachtet wird.Er scheint sich zu beruhigen. Es werden keine Versuche mehr unternommen, der eben noch verfolgten Spur nachzugehen. Nachdem er einige Minuten in dieser Position sitzen blieb, flog er auf und suchte sich eine Sitzwarte in einem nahegelegenen großen Birnbaum.  Aber auch er wird noch lernen, wie das Jagen in Bodennähe funktioniert.

 

 

Sie rüsten sich schon zum Flug nach Süden: Turteltauben

Mehr lesen

Die Turteltaube ist die kleinste Taubenart in Deutschland. In Gebieten mit viel Wald, in den Mittel- oder Hochgebirgen ist sie nur sehr selten zu beobachten. Im Kraichtal kann man ihr schönes Gefieder nur von Mitte Mai bis Anfang September bewundern. Dann macht sie sich wieder auf die lange Reise in ihr Winterquartier, das sich im Mittelmeerraum oder südlich der Sahara befindet.Man findet sie bei uns, weil es bei uns warm ist. Sie besiedelt lichte Wälder, Feldhecken und -gehölze, Auwälder, aber auch Weinberge.   Typische Kennzeichen sind die braun schwarz gemusterten Flügel und die schwarzweißen Querbinden an den Halsseiten. Wegen ihres Rufes „tur tur“ hat sie ihren Namen erhalten. Männchen und Weibchen sind nur schwer zu unterscheiden.Die Turteltaube ist ein wunderschöner Vogel, der allerdings sehr scheu ist. Turteltauben haben bei uns eine Brut pro Jahr. In den letzten Jahren ist ihr Bestand vielerorts stark zurückgegangen. Sie steht bei uns unter Naturschutz; in anderen Ländern wird sie aber bejagt. So werden auf ihrem Zug nach Süden mehrere Millionen dieser Vogelart legal geschossen oder gefangen – aber auch illegal erlegt.Turteltauben suchen ihre Nahrung ausschließlich auf dem Boden. Diese besteht aus Samen aller Art. Dazu kommen Beeren, Pilze, Knospen, Klee und Raps. Natürlich werden auch Insekten oder kleine Schnecken gefressen.  Jetzt im August, wo die Felder abgeerntet  – und viele Wegraine gemäht sind, sieht man die Turteltauben sehr oft auf den Feldern oder an Straßenrändern nach Nahrung suchen.Entlang der befestigten Wirtschaftswege ist die Chance auf Nahrung besonders hoch, weil es hier oft Abfälle gibt, die aus den Erntemaschinen oder den Erntefahrzeugen der Landwirte gefallen sind. Bleibt zu hoffen, dass diese Taube im nächsten Jahr wieder bei uns im Kraichtal brüten kann.

Junger Mäusebussard auf der Jagd

Mehr lesen

Der Mäusebussard dürfte – gemeinsam mit dem Turmfalken – die häufigste Greifvogelart im Kraichtal sein. Es gibt ihn in vielen Farbvarianten, von dunkelbraun bis fast weiß. Jetzt im August kann man den Mäusebussard häufig auf den Wiesen und Feldern antreffen, weil sie jetzt gemäht und größtenteils abgeerntet sind – und so dem Bussard und anderen Greifvögeln freie Sicht auf mögliche Beutetiere bieten. Lediglich Mais-, Soja- und Zwischenfruchtfelder – sowie einige Blühstreifen und Zuckerrübenfelder bieten den Kleinsäugern, Vögeln und anderen Beutetieren noch etwas Schutz. Auch Hecken und andere Feldgehölze, aber auch Weinberge bieten Versteckmöglichkeiten und Deckung.Der Mäusebussard hat gerade gejagt und war offenbar erfolgreich. Nachdem er aus einer großen Wiese, wo er etwas gefressen hatte, aufgestiegen war, flog er zu einem Dunghaufen auf dem benachbarten Feld. Bis der Dunghaufen untergearbeitet wird,  bietet er einen guten Ansitzplatz, von dem aus der Mäusebussard seinen nächsten Jagdflug starten kann. Dass er gerade in der noch taufrischen Wiese war, kann man an seinem nassen Bürzelgefieder erkennen.Er bleibt eine Weile auf dem Dunghaufen sitzen und schaut in alle Richtungen nach Beute.Doch dann beginnt er, die Überreste der letzten Jagd als „Gewölle“ auszuwürgen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Knochen, Haare oder Federn der Beutetiere, die er nicht verdauen konnte. Offenbar hat er beim Auswürgen noch Probleme …. Das Würgen geht weiter … bis er schließlich mit dem Auswürgen aufhört.Er wird sicher bald einen neuen Versuch staren, das „Gewölle“ auszuwürgen. Doch jetzt will er weg. Denn es nähert sich ein Mann, der seinen Hund ausführt.Er muss sich jetzt einen neuen Ansitzplatz suchen …. In der Umgebung hat er zahlreiche Möglichkeiten. Und schon ist er unterwegs. Tatsächlich verschwindet er in einem kleinen Wäldchen, wo er einen guten Ausblick auf die umliegenden Wiesen und Felder haben wird.

Auch die jungen Rotmilane jagen schon

Mehr lesen

Es ist Ende Juli. Viele Felder sind schon abgeerntet. Wo vor einigen Tagen noch Raps, Erbsen, Gerste oder Weizen dichte Kulturen bildeten, sind die Felder jetzt leer und abgeerntet. Der Ackerboden ist zwischen den Ernteresten und Stoppeln wieder sichtbar. Tatsächlich liegen derzeit im Kraichtal große Flächen offen da. Lediglich einige Sonnenblumen-und Maisfelder oder ein paar Blühstreifen und Zwischenfruchtkulturen bieten möglichen Beutetieren jetzt noch Deckung gegen Fressfeinde aus der Luft. Und schon sieht man viele Vogelarten, welche die abgeernteten Felder sytematisch nach Beute oder Ernteresten absuchen. Dazu gehören Rabenvögel, Tauben, Haus- und Feldsperlinge, Goldammern, Bluthänflinge. Dies erhöht natürlich auch die Chancen für Greifvögel wie Turmfalken, Mäusebussarde und vor allem Rotmilane.Schon kurze Zeit, nachdem ein Feld abgeerntet wurde, stellen sich die ersten Rotmilane ein. Sie fressen so ziemlich alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Sie sind gute Jäger und erbeuten neben Kleinsäugern auch Vögel, aber auch Insekten und Regenwürmer. Auf der Futtersuche fliegen sie das Jagdgebiet systematisch ab. Da sie auch gelegentlich Rabenvögel erbeuten, werden sie oft von Rabenkrähen, aber auch von anderen Vogelarten belästigt, die sie oft zu mehreren in der Luft angreifen. Und wenn ein Feld abgeerntet oder eine Wiese gemäht wurde, sind oft Milane zur Stelle, um die durch das Mähen und Ernten verletzten oder getöteten Tiere zu fressen. Denn Rotmilane verschmähen auch Aas nicht. In manchen Gegenden ernähren sich die Rotmilane auch von Fischen.Dieser Rotmilan hat gerade einen Kleinsäuger erbeutet. Zwar hat er den Beutefang noch nicht perfektioniert und nicht jeder Jagdflug endet mit Beute, aber er ist schon manchmal erfolgreich. Der junge Rotmilan ist am bräunlichen Kopfgefieder,das bei einem erwachsenen Rotmilan weiß ist, erkennbar  Zudem ist die Iris bei einem erwachsenen Vogel blassgelb, beim jungen Rotmilan ist sie noch dunkel – und man kann das Gelb nur erahnen.Im Vergleich dazu das Bild eines erwachsenen Rotmilans mit dem weißen, gesprenkelten Kopfgefieder und der deutlich gelben Iris. Zudem ist das Gesamtgefieder kräftiger gefärbt. Im Gegensatz zu erwachsenen Rotmilane haben Jungvögel anfangs manchmal eine geringere Fluchtdistanz vor dem Menschen, die sich allerdings im Laufe der ersten Wochen deutlich ausdehnt. Offenbar fühlt sich dieser Jungvogel aber jetzt gestört. Gleich wird er auffliegen. Er hebt die Flügel.  Und fliegen kann er schon sehr gut. Welch beachtliche Spannweite die Flügel aufweisen, wird hier deutlich. Die Spannweite der Flügel beträgt beim Rotmilan 150 – 180 Zentimeter.Beim Auffliegen schaut er noch in Richtung der Störung, die ihn aufgeschreckt hat. Tatsächlich sind es ein paar „Walker“, die sich seinem „Sitzplatz“  mit ihrer bunten Kleidung und den klappernden Stöcken nähern.Gerade hat er abgehoben. Kopf und Beine sind noch von den Flügeln, die sich gerade im Abschwung befinden, verdeckt.Jetzt ist er auf dem Flug. Der Blick ist geradeaus nach vorn gerichtet; gleich werden noch die Beine nach hinten gestreckt; ein paar kräftige Flügelschläge – und schon fliegt er hoch am Himmel.  Wünschen wir ihm noch viele erfolgreiche Flugstunden!

Jetzt trägt er endlich sein Prachtkleid: Bluthänfling

Mehr lesen

Der Bluthänfling gehört innerhalb der Vögel zur Familie der Finken. Meist sind die Bluthänflinge in Gruppen oder kleineren Schwärmen unterwegs. Bluthänflinge ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Dabei kann er auf eine Vielzahl von Nahrungspflanzen zurückgreifen. Man findet sie in Weinbergen, blütenreichen Wiesen, Ackern, Rapsfeldern und Ödflächen. Während der Brutzeit, die von April bis in den Juli hineinreicht, finden normalerweise 2, in guten Jahren aber auch 3 Bruten statt. Dann zeigt der männliche Bluthänfling sein Prachtkleid, während das Weibchen kein Rot im Gefieder aufweist.Das Bild zeigt einen Bluthänfling zu Beginn der Brutzeit. Das Prachtkleid hat sich noch nicht voll entwickelt. Die schwarzen Schwingen und die weißen Federsäume im Schwanz und am Rand der Schwingen sind schon sichtbar. Beim Prachtkleid sind Stirn und die Brust leuchtend rot gefärbt. Der Rücken ist tief rotbraun. Das Schlichtkleid erscheint mit der Vollmauser im Herbst. Bluthänflinge picken die Samen der Wildkräuter entweder vom Boden auf, oder sie holen sich die Samen direkt an der Pflanze. Dabei spielt der Reifegrad der Samen keine Rolle. Während der Brutzeit werden auch kleinere Insekten wie Blattläuse verzehrt. Bei uns im Kraichtal profitiert der Bluthänfling  vom teilweise großflächigen Rapsanbau. In den folgenden Bildern sieht man, wie er beim Raps an die Samen herankommt. Zuerst beißt er die Spitze der Rapsschote ab. So legt der die Samen frei und kann problemlos die Schote der Reihe nach öffnen.Er öffnet mit seinem Schnabel die Schote und pickt die Samen einzeln heraus.Dies geht so weiter, bis er die ganze Schote geöffnet und alle darin enthaltenen Samen verzehrt hat. So kommt er an alle Samen heran; es geht nichts verloren. Diese Technik ist angeboren, kann aber noch verfeinert werden. Nach der Erntezeit kann man die Bluthänflinge bei uns vor allem im Ödland, vielen Blühstreifen oder Zwischenfruchtfeldern antreffen. In Deutschland gilt die Art als gefährdet. Bei uns im Kraichtal sind sie ganzjährig wieder häufiger anzutreffen.

Der Blog enthält weitere Beiträge zum Thema:

Er trägt noch kein „Prachtkleid“, der Bluthänfling

Bluthänfling

 

Waldkauz in Not …

Mehr lesen

Was tun, wenn? …

Nach dem telefonischen Hinweis auf einen verletzten Vogel in der Umgebung fand Thomas Bratzel  gestern Abend im Kraichtal tatsächlich einen jungen Waldkauz. Dieser konnte nicht mehr fliegen, weil er sich offenbar an einem Flügel verletzt hatte. Obwohl er wahrscheinlich schon einige Zeit nicht oder nur wenig gefressen hatte (er war ziemlich leicht), zeigte er sich doch recht wehrhaft und brachte Thomas einige Kratzer bei. Trotzdem wurde er in eine Schachtel gepackt und nach Hause transportiert. Daraufhin nahmen wir sofort Kontakt mit der Auffangstation für Eulen und Greifvögel in Karlsdorf-Neuthardt auf. Nach telefonischer Absprache mit Herrn Rudolf Manz, der die Auffangstation betreut,  brachten wir den jungen Kauz heute Morgen zur Auffangstation für Greifvögel und Eulen in Karlsdorf-Neuthard, die vom Deutschen Falkenorden (DFO) betreut wird. Dort kümmert man sich ausschließlich um verletzte Greifvögel und Eulen mit dem Ziel der baldmöglichsten Auswilderung. Dabei können sie auf die qualifizierte Untersuchung und Behandlung der Vögel durch eine Tierärztin, welche auf das Fachgebiet „Vögel“ spezialisiert ist, und mit welcher die Auffangstation schon lange sehr erfolgreich zusammenarbeitet, zurückgreifen. Dazu kommt noch der Austauch mit der Vogelwarte Radolfzell, die im Bedarfsfall mit Rat und Informationen zur Seite steht. In der Auffangstation in Karlsdorf-Neuthardt selbst befassen sich erfahrene Falkner mit den eingelieferten „Patienten“.Bei seiner „Einlieferung“ heute in der Auffangstation machte der junge Waldkauz trotz allem einen lebhaften Eindruck. Herr Rudolf Manz ist ein pensionierter Biologielehrer, der sich schon lange für den Umweltschutz und  mit besonders großem Engagement für  den Schutz verletzter Vögel einsetzt. Hier hält er gerade den Karton, in welchem der „Waldkauz-Patient“ eingeliefert wurde – und nun auf seine ärztliche Untersuchung wartet.

Er wird nun bald der Tierärztin vorgestellt, gründlich untersucht und natürlich auch geröngt werden. Wir hoffen, dass es eine günstige Diagnose gibt und er es packt!  Übrigens: Wir haben in Karlsdorf schon eine verletzte Schleiereule, eine Waldohreule und einen Turmfalken in die Obhut der Auffangstation gegeben. Und dies ist in allen Fällen  auch gut gegangen.  Alle konnten wieder in die Freiheit entlassen werden ….Hoffen wir, dass es auch „unser Waldkauz“ packt – und dass er noch viele viele Flügelschläge in der freien Natur machen kann!

Ein willkommener Rückkehrer ins Kraichtal: Der Wiedehopf

Mehr lesen

Fragt man ältere Menschen im Kraichtal, so können viele von ihnen noch vom Wiedehopf erzählen, den sie in ihrer Kindheit im Kraichtal beobachten konnten. Er gehörte gewissermaßen zur „sommerlichen Vogelgesellschaft“. Dass er im Bewußtsein der Menschen eine Rolle gespielt hat, beweisen zahlreiche literarische und musikalische Vorlagen (Bei der „Vogelhochzeit“ reicht der Wiedehopf der Braut einen Blumentopf). Die Ursachen des Verschwindens des Wiedehopfes sind vielfältig; umso erfreulicher ist es, dass gerade in den letzten Jahren in verschiedenen Orten des Kraichtals der Wiedehopf mehrfach gesichtet wurde. Und nun scheint er endgültig ins Kraichtal zurückgekehrt zu sein.  Bei der Rückkehr des Wiedehopfes spielt es auch sicher eine große Rolle, dass es bei uns wieder wärmer geworden ist und es längere Schönwetterperioden gibt, so wie dies in den fünziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Fall war. In den vergangenen Jahrzehnten waren die Sommer oft verregnet und teilweise auch zu kalt. Das Lied  „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“  von Rudi Carell aus dem Jahre 1975 gibt die damalige Wetter-Situation recht treffend wieder.Nachdem er auch schon in den letzten Jahren gesichtet und auch an den verschiedensten Orten im Kraichtal gehört wurde, hat er auch in diesem Jahr wieder Junge aufgezogen. Offenbar findet er hier bei uns genügend geeignete Lebensräume, dass es Hoffnung gibt, dass er in den kommenden Jahren auch an anderen Stellen brüten wird. Passende Biotope gibt es bei uns genügend: Streuobstwiesen, Weiden, klein parzellierte, extensiv bewirtschaftete Flächen – und vor allem genügend Insekten auf Wiesen und Weiden, die nicht jede Woche gemäht werden. Auf der Suche nach Nahrung taucht er auch gelegentlich in Gärten und siedlungsnahen Gebieten auf. So wird es auch im nächsten Jahr sicher wieder einige Begegnungen mit diesem tollen Vogel geben. Besitzer von Gärten am Ortsrand und von Streuobstwiesen können viel dafür tun, dass uns der Wiedehopf im Kraichtal erhalten bleibt. So ist es toll, wenn alte Bäume mit Spechthöhlen erhalten bleiben. Es ist auch hilfreich, wenn auf Streuobstwiesen nicht alle 14 Tage gemäht wird. Das kommt sowohl der Pflanzen- als auch der Tierwelt zugute.So ist es ideal: ein Teil der Streuobstwiese ist gemäht – der Rest bleibt noch einige Zeit stehen. Dazu viele alte Bäume mit zahlreichen Nistmöglichkeiten.Das ist „Wiedehopf-Land“:  Wiesen mit alten Bäumen und Hecken, Mähwiesen; daneben blütenreiche Wiesen, auf denen sich viele Insekten aufhalten können. Klein strukturierte Landschaften mit Hecken im Wechsel mit Feldern, das mögen Wiedhopfe – und mit ihnen viele andere Tiere, von denen wir hoffen, dass sie im Kraichtal bleiben. Und wenn er solche Verhältnisse vorfindet – und es auch noch warm genug ist – und genügend Insekten vorhanden sind, ja dann lässt sich auch ein Wiedehopf nicht mehr lange bitten. Und schon hört man ihn im Frühjahr an den verschiedensten Stellen im Kraichtal rufen. Das bedeutet, dass diese Lebensräume für den Vogel geeignete Brutgebiete sind. Jetzt muss er nur noch eine Partnerin finden. Und das ist derzeit mancherorts (noch) schwierig. Doch wenn auch das klappt, ….dann kann man auch in Zukunft im Kraichtal an einigen Orten solche Beobachtungen machen.

Wenn Sie das kurze Video in Voll-Ansicht betrachten, können sie am Anfang in der oberen Bildmitte leichter erkennen, wie ein Jungvogel am Eingang der Nisthöhle die Altvögel erwartet. Der Nesteingang ist allerdings durch Efeublätter versteckt.

Und nun noch ein paar Bilder von diesem Jahr:Ein Altvogel hat gerade die Jungen gefüttert und fliegt gleich ab. Der Eingang der Bruthöhle ist mit Efeublättern bewachsen; so besteht keine gute Sicht auf den Höhleneingang. Beim fütternden Altvogel kann man aber die aufgestellte Federhaube auf dem Kopf entdecken. Auch die schwarz-weiß gestreiften Flügel werden deutlich sichtbar.

Inzwischen sind die Jungvögel ausgeflogen und haben ihre Umgebung erkundet. Mit jedem bei uns geschlüpften Jungvogel steigt die Chance, dass sich die Art im Kraichtal ausbreiten wird. Bald ist das „Wiedehopf-Jahr“ bei uns im Kraichtal vorbei. Dann werden alle in ihre Überwinterungsgebiete in Afrika fliegen – und das Kraichtal hoffentlich in guter Erinnerung behalten.

Auch beim Wendehals gibt es Junge

Mehr lesen

In einem Garten am Ortsrand von Kraichtal entdeckten die Besitzer, dass in ihrem Nistkasten, in welchem kurz vorher noch Meisen gebrütet hatten, offenbar ein Wendehals  als „Nachmieter“ eingezogen war. Lautes Geschrei der jungen Wendehälse im Kasten war dafür verantwortlich, dass dies entdeckt wurde. Glücklicherweise wurde ich von den Besitzern informiert, und konnte gerade noch die letzte Brutphase vor dem Ausfliegen der Jungvögel dokumentieren. In dem schönen naturnahen Garten befindet sich neben anderen Bäumen auch eine mächtige Vogelkirsche. Dort ist ein Nistkasten aufgehängt, in welchem die Wendehälse ihre Brut aufgezogen haben. Auf dem Bild sieht man, dass ein fast flügger Jungvogel schon am Eingang des Nistkastens auf die nächste Fütterung  wartet .Ein Altvogel beobachtet von der Spitze eines benachbarten Baumes aus das Geschehen um die Vogelkirsche. Obwohl der hier deutlich zu sehen ist, gehört er zu den Vögeln, die man eher hört als dass man sie sieht. Wendehälse ernähren sich überwiegend von Ameisen und deren Larven. Deswegen findet man sie kaum auf Bäumen sondern eher am Boden. Und dort sind sie mit ihrem gemusterten, „erdbraunen“ Gefieder kaum zu entdecken.Immer wieder sieht er sich auch nach Feinden aus der Luft um. Da er seinen Kopf stark in viele Richtungen drehen kann, hat er auch den Namen „Wendehals“ erhalten. Er gehört zwar zur Familie der Spechte, doch kann er keine eigenen Nisthöhlen zimmern. Deswegen ist er entweder auf die Höhlen anderer Spechtarten ( z. B. Buntspecht) oder auf künstliche Nisthilfen wie Nistkästen angewiesen.Hier schaut ein Jungvogel aus dem Nistkasten. Offenbar hat er etwas Fressbares entdeckt.Hier wird die lange Specht-Zunge sichtbar, die er später auch zum Erbeuten von Ameisen aus Ritzen, Spalten und Erdlöchern brauchen wird. Gerade hat der Jungvogel einen Altvogel entdeckt. Schon öffnet sich der Schnabel in Erwartung einer kräftigen Ameisen-Portion. Ob es sich bei dem Altvogel um das Weibchen oder das Männchen handelt, bleibt unklar. Die Geschlechter lassen sich nur sehr schwer unterscheiden.  Jedenfalls bringt der Altvogel eine Menge an Ameisen-Puppen mit, die er an die Jungen im Kasten verfüttern wird. Immer wieder verfüttert er Ameisenpuppen an die Jungvögel, welche sich noch im Kasten befinden. Ein Teil der Jungvögel ist zu diesem Zeitpunkt schon ausgeflogen und wird auf dem Gelände von den Eltern gefüttert. Hier sind die Ameisen-Puppen deutlich zu sehen. Jetzt hat er alles verfüttert. Danach fliegt er ab. Die Jungvögel haben sich in den Nistkasten zurückgezogen. Wie viele sich noch im Nistkasten befinden, bleibt unklar. Jedenfalls scheinen noch mindestens 2 Jungvögel im Kasten zu sein.

Das folgende kleine Videobeispiel zeigt den – wahrscheinlich – létzten Jungvogel im Nistkasten. Er ist hungrig und bettelt um Nahrung. Ab und zu versucht er, mit seiner langen Zunge kleine Insekten in der Umgebung des Flugloches zu erbeuten. Auch wird deutlich, wie wendig er ist und wie er den Kopf drehen kann.

Übrigens: Am nächsten Morgen war dann der letzte Jungvogel ausgeflogen .

 

Zum Wendehals gibt es weitere Beiträge im BLOG:

Wendehals

Wendehals – Gefahr liegt in der Luft