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„Heiße Tage“ im Kraichtal: Es ist Brunftzeit bei den Rehen

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Anfang August. Schon im Mai haben sich die Rehböcke ein Revier erkämpft, aus dem alle Rivalen vertrieben werden. Dann ab Mitte Juli beginnt die Brunftzeit.  Diese dauert bis in den August hinein. Wenn dann der Bock den Geruch einer Ricke oder Geiß -so nennt man ein weibliches Reh – wahrnimmt, verfolgt er sie. Hier scheint der Bock eine Geiß gewittert zu haben, die sich im Maisfeld befindet. Wenn diese den Bock bemerkt, flieht sie normalerweise vor ihm. Und dann beginnt eine Verfolgungsjagd, das „Treiben“, das sich über mehrere Stunden oder auch Tage erstrecken kann. Ist die Geiß zur Paarung bereit, bleibt sie stehen. Die folgenden Bilder zeigen ein solches Treiben. Übrigens: Dass ich diese Bilder machen konnte, verdanke ich dem Tipp eines Jägers vor Ort. Der Bock folgt der Geiß. Dies geschieht hier nicht in wilder Flucht, aber in einem stetigen Tempo. Langsam nähert sich der Bock der Geiß. Die Geiß läuft plötzlich langsamer; der Bock beginnt, die Geiß zu beriechen. Jetzt bleibt sie plötzlich stehen. Der Bock streckt den Kopf nach vorne, um die Geiß beriechen zu können. Die Geiß macht ein paar Schritte und duckt sich: Gleich wird der Bock aufspringen. Doch die Geiß macht noch ein paar Trippelschritte. Der Bock beleckt die Geiß …. Und dann ist die ganze Sache plötzlich beendet: Ein vorbeifahrendes Auto schreckt die Beiden auf.Jetzt legen sich beide im Abstand von wenigen Metern auf dem abgeerteten Weizenfeld nieder. Sie scheinen sich jetzt auszuruhen. Auf jeden Fall ist die Sache für den Moment erledigt. Damit ist das Treiben aber noch nicht vorbeit. Der Bock bleibt so lange bei der Geiß, bis deren Brunft beendet ist. Und die dauert 4 Tage. Und wenn die Paarung erfolgreich war – und alles gut geht, bringt die Geiß im nächsten Jahr im Mai oder Juni ihre Kitze zur Welt.

Übrigens: Während der Brunftzeit sind  die Rehe in hohem Grade unvorsichtig, weil sie hormongesteuert ihre sonst gewohnten Verhaltensweisen verlieren. Das hat die Folge, dass in dieser Zeit sehr viele Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, weil sie ohne vorherige Absicherung aus Gebüschen und Gehölzen heraus auf Straßen rennen. Hat es die vom Bock „getriebene“ Geiß gerade noch knapp über die Straße geschafft, kommt oft noch der Bock hinterher – und manchmal auch noch das zur Geiß gehörende Kitz; die Katastrophe ist dann oft nicht mehr vermeidbar. Deswegen sollten Autofahrer in dieser Zeit verstärkt aufpassen, wenn sie in den betreffenden Gebieten unterwegs sind.

Ein nächtlicher Besucher …

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Seit Jahren haben wir Igel in unserem Garten. In manchen Jahren konnten wir auch schon ganze Igelfamilien beobachten, die von unserem Garten aus in die benachbarten Gärten gewandert sind. So haben uns auch Nachbarn berichtet, dass sie „unseren  Igel“  in ihrem Garten gesehen haben. Tatsächlich sind die meisten Gärten in unserer Straße für Igel leicht zugänglich. Und das ist toll.  Denn dadurch kommen die Igel  an genügend Nahrung, die sie in den verschiedenen Hausgärten finden können. Aber es kommt auch vor, dass sie sich auf ihren nächtlichen Streifzügen auch mal am Futter  für unsere Haustiere bedienen.So auch hier: Lautes Schmatzen und Knacken im Hof verriet, dass hier ein Igel am Werk war. An trockenen und heißen Tagen, an denen weniger Schnecken unterwegs sind, kann es hilfreich sein, wenn er sich mal an solchen Nahrungsquellen „bedienen kann“. Ob eine ständige Fütterung Sinn macht, darüber streiten sich die Experten. Wenn Fütterung, dann sollte es aber ein Futter sein, welches den Igel nicht fett macht. Ausgesprochenes Igelfutter wird aber oft vom Igel nicht angenommen.  Auf keinen Fall sollte ihm Milch angeboten werden! Denn dies führt beim Igel zu Durchfällen, die für ihn gefährlich werden können.Dieser Igel macht einen gesunden Eindruck. Schnell und zielsicher sucht er die Schälchen mit dem Katzenfutter auf. Und wenn er genügend gefressen und auch getrunken hat, geht es wieder ab in den Garten…Was aber immer angeboten werden sollte, wenn man Igel im Garten hat  – oder dort welche vermutet, ist frisches Wasser.  Gerade nach heißen Tagen benötigen sie viel Wasser. Und wenn es in einem Garten  Laub- oder Reisighaufen gibt, dann sind das ideale Versteckmöglichkeiten, in denen Igel nicht nur den Tag verbringen sondern auch überwintern können. Allerdings halten es Igel nicht unbedingt mit umfassender Hygiene: Morgens kann man dann die „Hinterlassenschaften“ der stacheligen Gesellen überall im Bereich der Futterstelle entdecken. Das muss natürlich gesäubert werden. Trotzdem ist es schön, wenn Igel unsere Gärten aufsuchen. Weil Igel als Insektenfresser und durch das Vertilgen von Nacktschnecken einen wichtigen Beitrag zur „biologischen Schädlingsbekämpfung“ leisten, stellen sie für Gartenbesitzer eine nicht zu unterschätzende Hilfe dar. Zwar brauchen Igel normalerweise keine Dauerfütterung, doch bietet eine Fütterung gerade für Kinder die Möglichkeit, erste Begegnungen mit Wildtieren zu machen. Und das kann für alle Beteiligten ein tolles Naturerlebnis werden.

Das kleine Video-Beispiel zeigt, wie „unser Igel“ aus der Scheune kommt, in welcher er den Tag verbracht hat  – und eilig zum Futternapf rennt. Um den Igel nicht unnötig zu stören und ihm keinen Stress zu machen, habe ich auf  zusätzliche Lichtquellen (z.B. Blitzgerät, Scheinwerfer…) verzichtet.

Übrigens: Ein weiterer Beitrag über Igel ist für den Herbst geplant, wenn sich die Igel ein Versteck zum Überwintern suchen.

Eichhörnchen-Männchen haben jetzt „viel zu tun“ …

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Nach der Paarung, wird das Männchen vom Weibchen vertrieben. Doch für das Männchen ist die Paarungszeit aber noch lange nicht vorbei. Es warten noch einige anstrengende Tage und Wochen auf ihn. Das Männchen wird auf die Suche nach einem anderen Weibchen gehen, mit dem es sich paaren kann. Denn Eichhörnchen-Männchen verpaaren sich während der Paarungszeit von März bis Ende Mai üblicherweise mit mehreren Weibchen. Das ganze Spiel wird also von vorn beginnen. Doch zuerst muss er ein Weibchen finden. Und dann muss er das Weibchen auch noch überzeugen, dass er der Richtige ist. Deswegen geht er in der Umgebung sofort auf die Suche nach einem neuen Weibchen. Sein ausgezeichneter Geruchssinn hilft ihm dabei. Er kann ein Weibchen über große Entfernungen wahrnehmen.Zunächst sucht das Männchen alle Bäume in der Umgebung nach den Duftspuren eines paarungsbereiten Weibchens ab. Dabei geht es unzählige Male stammauf-stammab.Und immer wird nach dem verlockenden Geruch eines Weibchens gesucht. Ab und zu macht er eine Pause und schaut sich sorgfältig um. Er muss auch aufpassen, dass ihm keine Gefahr droht.Doch plötzlich scheint er eine Geruchsspur gefunden zu haben. Eilig geht es den Stamm hinauf bis ganz an die Spitze eines Gipfelastes.Und schon beginnt das Männchen, die verlockende Duftspur zu verfolgen.    Das Ende des Astes ist erreicht. Und mit dem Ast endet auch die Duftspur. Ob er nochmal ein Weibchen finden wird? Man wird sehen ….

Bei den Eichhörnchen wird es bald Nachwuchs geben …

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Zur Zeit finden im Kraichtal in den Wäldern wieder wilde Jagden von Eichhörnchen  statt. Dabei geht es in schnellen Spiralen um die Baumstämme und Verfolgungen stammauf – stammab. Manchmal ist es nicht zu erkennen, wer eigentlich wen jagt. Doch hier ist es offensichtlich ein Männchen, das einem Weibchen hinterher jagt. Dann folgen oft kurze Momente der Ruhe, bis es wieder losgeht. Oft geht diese Szenerie tagelang – und tatsächlich entscheidet letztlich das Weibchen, welches der verfolgenden Männchen zum Zug kommt. Männchen können die paarungsbereiten Weibchen aus großer Entfernung riechen. Und so ist es auch kein Wunder, wenn anfangs mehrere Männchen dem gleichen Weibchen hinterher jagen. Dann gibt es aufregende Szenen in den Baumwipfeln, wenn sich konkurrierende  Männchen gegenseitig mit dem  Weibchen Verfolgungsjagden liefern.Hier ist ein Männchen, das offenbar das Weibchen entdeckt hat, dem er schon mehrere Tage hinterherläuft.

Das Weibchen sitzt ein Stück tiefer am Stamm und beobachtet das Männchen.Das Männchen prüft die Luft. Offenbar sind die Gerüche, die er aufnimmt, sehr verlockend. Ein Sprung – und schon hat er das Weibchen im Griff. Damit sie nicht entkommen kann stützt er sich mit dem Vorderbein ab, bis er die richtige Position eingenommen hat. Er versucht mit beiden Vorderbeinen, das Weibchen festzuhalten und in die richtige Lage zu rücken. Wenn das geklappt hat, kann er sich mit dem Weibchen paaren.Jetzt hat er das Weibchen fest im Griff.Die Paarung dauert aber nur einige Sekunden. Dann versucht das Weibchen, sich vom Männchen zu lösen.Er versucht zwar, sie festzuhalten, aber sie kann sich „aus dem Schwitzkasten“ befreien. Jetzt reißt sie sich los und springt auf einen benachbarten Baum.Das Männchen bleibt noch kurz auf der Astgabel sitzen, aber dann folgt es schon wieder dem Weibchen. Das Spiel wiederholt sich. Die wilde Jagd beginnt erneut.Ein neuer Versuch. Das Männchen hat das Weibchen wieder entdeckt. Ein Sprung – und er drückt  das Weibchen am Hinterleib und am Schwanz gegen den Stamm, doch das Weibchen kann ihm vorerst entkommen. Dann verschwinden beide in wilder Jagd in dem Wäldchen.

Wenn die Paarung – wie es aussieht – erfolgreich war, dann wird das Weibchen in etwa 40 Tagen 2 bis 5 Junge im „Wurfkobel“ so heißt das Nest, in welchem sich die Mutter mit den Jungen aufhält – zur Welt bringen. Um die Aufzucht der Jungtiere kümmert sich das Weibchen alleine. Aus Sicherheitsgründen werden mehrere Kobel angelegt, in welche das Weibchen die Jungen bei Gefahr bringen kann.  Das Männchen wird nach erfolgreicher Paarung vom Weibchen vertrieben und nicht mehr in Nestnähe geduldet. Nach der Geburt werden die Jungen noch ca. 8 Wochen von der Mutter gesäugt. Im Spätsommer paaren sich die Eichhörnchen nochmals.

Es ist mal wieder Frühling!

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In diesem Jahr war der Februar recht nass, kalt und stürmisch. Auch die vergangenen Tage waren nicht frühlingshaft. Trotzdem stand schon seit einigen Tagen der Frühling im Kraichtal in den Startlöchern. Und immer wieder sorgte der dringend benötigte Regen dafür, dass die Sonne sich nur recht selten zeigen konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Hoffnung auf frühlingshaftes Wetter auf manch harte Probe gestellt.Auch den Sträuchern und Bäumen konnte man ansehen, dass sie schon für den Frühling bereit waren. Die Knospen waren schon prall gefüllt – und bei einigen Sträuchern zeigten sich die ersten Blätter. Und in den Regen- und Windpausen war schon ab und zu der Gesang der ersten Vögel zu hören.  Und seit einigen Tagen stellte sich auch die Singdrossel wieder im Kraichtal ein – und lässt seither ihr melodisches Lied ertönen.Auch das Goldammer-Männchen trägt schon sein Frühlings-„Prachtkleid“. Obwohl es leicht regnet, markiert es mit seinem Gesang schon heftig sein künftiges Brutrevier. Und auch sein Weibchen ist immer in der Nähe. Bald werden sie mit dem Nestbau und der Brut beginnen.  Aber auch die Pflanzenwelt zeigt sich startbereit:Die Kornelkirsche war in diesem Jahr wieder die erste, die gelbe Tupfer in die Feldhecken im Kraichtal zauberte. Schon bald werden auch Kirschpflaume und Schlehe mit ihren Blüten die Landschaft im Kraichtal bereichern.Die Kirschpflaume eröffnet die weiße Blütenfülle schon einige Tage vor den Schlehen. Dazu kommen in den Dörfern und Gärten zahlreiche Kulturformen der Kirschpflaume, die fast das gesamte Farbenspektrum von Weiß nach Rot abdecken.Und da geschieht es endlich: Pünktlich zu Frühjahres-Beginn lässt sich die Sonne blicken. Und schon haben einige Schwarzdornsträucher die ersten Blüten geöffnet. Noch ein paar Tage, dann verwandeln sich die Schlehenbüsche im ganzen Kraichtal  in „weiße Wolken“ in der Landschaft. Eine unglaubliche Anzahl an Blüten überzieht die Zweige der Kirschpflaumen und Schlehen mit ihrer weißen Pracht. Und schon sind die ersten Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zu sehen, die sich am reichen Blütenangebot mit Pollen und Nektar bedienen.Jetzt blühen sie nur vereinzelt: Doch das Scharbockskraut wird in den nächsten Tagen ganze Raine entlang der Feldhecken in gelbe Teppiche verwandeln.Der Persische Ehrenpreis ist eine der ersten Blütenpflanzen, die sich im Frühjahr oft schon in großen Mengen auf den Feldern zeigt. Die Pflanze stammt eigentlich aus Asien – und kommt bei uns vor, weil sie – wie man sagt – vor einigen Jahrzehnten aus dem Botanischen Garten in Karlsruhe ausgebüxt sein soll. Inzwischen hat sie sich bei uns massenhaft verbreitet und ist inzwischen ein typischer Vertreter der heimischen Pflanzenwelt im Frühjahr.Und wie immer erscheint auch das Märzveilchen pünktlich zum Beginn des Frühjahres im Kraichtal. Ohne das Veilchen mag man sich bei uns das Frühjahr kaum vorstellen. Im Kraichtal gibt es zahlreiche Veilchen-Arten. Das Märzveilchen erscheint aber besonders früh – je nach Witterung – Ende Februar/Mitte März im Kraichtal. Man kann es auch am typischen Veilchen-Geruch erkennen, wie seinem zweiten Namen „Wohlriechendes Veilchen“ zu entnehmen ist.

Auch die Rötelmaus ist schon aktiv

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Die Rötelmaus gehört zu den kleineren einheimischen Mäusearten aus der Familie der Wühlmäuse. Ihren Namen hat sie wegen ihres rotbraunen Fells. Das Fell auf der Bauchseite ist aber nicht rötlich sondern weiß oder grau. Innerhalb der Art gibt es große Unterschiede in der Körpergröße (7 cm bis 13 cm) und dem jeweiligen Gewicht (12 g bis 35 g). Da sie hauptsächlich in Wäldern, Hecken und Gehölzen lebt, wird sie auch als Wald-Wühlmaus bezeichnet. Sie ist das ganze Jahr über aktiv; allerdings braucht man schon etwas Glück, wenn man sie in ihrem Revier beobachten will. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Samen und Früchten. Das jahreszeitliche Nahrungsangebot bestimmt ihren Speiseplan. Insekten, Spinnen und andere Kleintiere gehören ebenfalls dazu, aber auch Vogeleier. Sie hat zahlreiche Feinde wie den Fuchs, Marder, Wiesel, Eulen, Falken, Habichte, Sperber, aber auch Katzen.  Durch ihr Fell sind Rötelmäuse sehr gut an den Untergrund angepasst. Zudem bewegen sie sich äußerst geschickt und sehr flink. Meist entdeckt man sie nur, wenn sie sich auf dem Waldboden oder auf Ästen und Zweigen bewegen. Wie gut sie sich an den Untergrund anpassen, kann man auf den beiden Bildern erkennen. Auf beiden Bildern ist jeweils eine Rötelmaus zu sehen. Man muss schon genau hinschauen, damit man sie entdeckt.Haben sie die Rötelmaus auf beiden Bildern entdeckt?Momente der Ruhe sind äußerst selten – und dauern dann auch nur einige Sekunden. Aber nur, wenn sich die Rötelmaus absolut sicher fühlt.Leider gilt die Rötelmaus aber auch als Überträger von gefährlichen Krankheiten, die zum Beispiel durch den Fuchsbandwurm  oder das Hanta-Virus verursacht werden. Bei Massenvorkommen in einem Gebiet können sie auch große wirtschaftliche Schäden im Wald anrichten, da sie sich im Winter auch von Baumrinde ernähren. Normalerweise kommt es wegen der zahlreichen Feinde der Rötelmäuse – die übrigens alle im Kraichtal vorkommen – kaum zur Massenverbreitung bei uns.  Risikogebiete für Infektionen mit dem Hanta-Virus sind in Süddeutschland vor allem die Schwäbische Alb, Unterfranken und Niederbayern.

Eichhörnchen auf Nahrungssuche

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Seit einigen Tagen lässt sich die Sonne wieder im Kraichtal blicken. Und schon werden die Zeiträume größer, in denen sich die Eichhörnchen tagsüber auf Nahrungssuche begeben. In einem Erlen-Bruchwald entlang der Kraich ist auch der Tisch für sie reich gedeckt. Denn dort gibt es genügend samentragende Bäume und Sträucher. Auf dem Bild ist ein Eichhörnchen zu sehen, das gerade auf eine Schwarzerle geklettert ist und sich dort über die jungen Triebe und Knospen hermacht.Es gibt kaum ruhige Momente; rastlos eilt das Hörnchen auf den Ästen umher.Jetzt hat es ein paar Knospen in Reichweite und lässt sich am Stamm zum Fressen nieder.Und schon geht es wieder abwärts, dem Boden entgegen. Deutlich ist der buschige Schwanz und die weiße Körperunterseite des Eichhörnchens zu sehen. Dabei ermöglicht der Schwanz  dem Eichhörnchen beim Klettern und Springen – ähnlich wie eine Balancierstange – das Gleichgewicht zu halten. Beim Springen übernimmt er die Rolle einer Steuerhilfe. Während der Winterruhe im Kobel dient er als „Bettdecke“ mit der sich das Hörnchen komplett zudecken kann. Die Färbung der Eichhörnchen ist sehr variabel und reicht bei uns im Kraichtal von hell bis dunkelrot.In einem Gebüsch in Bodennähe hat es wieder etwas Fressbares entdeckt. Trotzdem huscht es gleich wieder an eine andere Stelle. Am Boden und in Bodennähe sind die Eichhörnchen immer in Gefahr. Deswegen ist der Aufenthalt dort so kurz wie möglich.Jetzt klettert es den nächsten Baum hinauf. Es ist erstaunlich, wie geschickt und wie flink sich das Eichhörnchen beim Klettern bewegt.Gleich springt es auf den benachbarten Baum hinüber. Dort hat es wieder etwas Fressbares entdeckt: Die Früchte eines Bergahorns sind es, die jetzt vom Hörnchen verzehrt werden.Eichhörnchen sind Allesfresser. Dabei richten sie sich in erster Linie nach dem jahreszeitlichen Angebot in ihrem Revier. Sie ernähren sich von Nüssen und Samen (Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern, Samen der verschiedenen Ahornarten), aber auch von Knospen und frischen Trieben  von Bäumen und Sträuchern. In Parks und Siedlungen besuchen sie auch winterliche Futterstellen, wo sie vor allem Sonnenblumenkerne fressen. Und im Herbst stehen Beeren, Pilze aber auch Obst auf ihrem Speiseplan. Leider gilt dies  im Frühjahr auch für Jungvögel und die Gelege von Singvögeln. Hier im Kraichtal finden Eichhörnchen noch die Vegetation, die sie brauchen. Die zahlreichen Hecken und kleinen Wäldchen mit vielen beerentragenden Sträuchern,  Haselnusshecken und Walnussbäumen stellen für die Eichhörnchen einen idealen Lebensraum dar. Eichhörnchen machen keinen Winterschlaf, sie halten Winterruhe. Damit sie diese Zeit überleben, legen sie an verschiedenen geeigneten Stellen Futtervorräte an. Mehr Infos zu den Eichhörnchen finden sie unter dem Schlagwort „Eichhörnchen“ in weiteren Beiträgen in diesem Blog.

Sie sind auch im Winter unterwegs: Eichhörnchen

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Entgegen landläufiger Meinungen halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf. Denn Eichhörnchen fressen sich im Herbst kein Fettpolster an – sondern richten überall in ihrem Revier an geeigneten Orten zahlreiche Nahrungsverstecke ein. Diese enthalten vor allem Samen von Bäumen und Sträuchern. Dieses Verhalten ist angeboren. Weil sie aber längst nicht alle ihre „Nahrungsdepots“ wiederfinden, tragen sie dadurch zur Vermehrung von Bäumen und Sträuchern bei – und werden deswegen auch oft als „Förster des Waldes“ bezeichnet. Während der Wintermonate sind sie – ja nach Wetterlage –  meist nur wenige Stunden am Tag zur Futtersuche unterwegs. Den größten Teil des Tages verbringen sie  in ihren kugelförmigen Reisignestern, den „Kobeln“. Sie halten „Winterruhe“.  Dabei dient ihnen der buschige Schwanz auch als wärmende „Bettdecke“.Am Boden sind die Eichhörnchen stark durch Fressfeinde wie Habicht, Marder, aber auch durch wildernde Katzen gefährdet. Deswegen verbringen sie dort nur kurze Zeit, wenn sie auf der Suche nach ihren Nahrungsvorräten sind – oder aber einen Weg überqueren wollen, wenn das von einem Baum aus nicht möglich ist.Auch dieses Eichhörnchen blieb nur wenige Sekunden sitzen und zog sich anschlließend blitzschnell auf  einen nahen Baum zurück. Denn dort sind sie viel sicherer als am Boden. Hier haben sie sehr erfolgreich unterschiedliche Strategien entwickelt, wie sie sich vor fliegenden (Habicht) oder kletternden (Marder) Feinden in Sicherheit bringen können.

 

Die folgenden Aufnahmen stammen von Mitte März 2018:Mit Beginn der Paarungszeit ab Ende Januar (je nach Witterung) kann man auch die Eichhörnchen auf ihrer wilden Jagd durch die Baumwipfel beobachten. In dieser Zeit sind sie besonders gefährdet, weil sie jetzt auch sehr unvorsichtig (hormonbedingt!) sind.

Rehe im Winter

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Rehe gehören auch bei uns im Kraichtal zu unserer Kulturlandschaft. Gerade hier im Kraichtal finden Rehe wegen der immer noch reich strukturierten Landschaft ideale Bedingungen vor. So gibt es entlang der zahlreichen Gräben und Bäche große Wiesenflächen, die teilweise nur extensiv bewirtschaftet werden, immer im Wechsel mit Hecken, Büschen und kleinen Wäldchen.

In keiner Jahreszeit bekommt man bei uns Rehe so häufig zu sehen wie im Winterhalbjahr, beginnend mit dem Spätherbst. Dann schließen sich die Rehe zu kleinen Gemeinschaften zusammen, die zum Teil beträchtliche Größen erreichen können. Diese bleiben auch während des Winters bis in den April/Mai hinein bestehen. Rehe sind normalerweise gut auf den Winter vorbereitet. Sie bekommen ein dickes Winterfell, dessen Haare viel Luft enthalten – und so hervorragend den Körper gegen die Kälte isolieren können. Das Fell ist nicht rotbraun sondern besteht aus graubraunen Farbtönen, welche der winterlichen Landschaft angepasst sind.Hier befindet sich ein Reh gerade vor einem Schilfstreifen entlang eines Grabens. Jetzt wird deutlich sichtbar, wie wenig auffällig die Fellfärbung des Winterfells vor dem hellbraunen Schilf ist. Der Winter bereitet den Rehen bei uns im Kraichtal nur selten große Probleme. Nur bei dichter, gefrorener Schneedecke können sie Schwierigkeiten bei der Futtersuche bekommen. In diesem Fall richten sie oft an Büschen und Bäumen im Wald erhebliche Schäden durch Knospenfraß an Jungpflanzen an. Bei uns im Kraichtal sind sie aber während des Winters oft auf den Feldern unterwegs, wo sie sich von den Pflanzen der Zwischenkulturen ernähren können. Rehe müssen während des Winters Energie sparen. Deswegen haben Rehe im Winter oft eine geringere Fluchtdistanz.  Wenn sie dagegen aufgeschreckt werden, fliehen sie und verbrauchen dadurch viel Energie.Ein Rehbock, dessen neue Gehörnzapfen sichtbar sind, springt über die Sumpfwiese.  Es ist keine wilde Flucht – sondern eher ein schnelles Überqueren der deckungslosen Wiesenfläche.Beeindruckend, mit welcher Eleganz sich der Rehbock fortbewegt.  Vorder- und Hinterhufe kreuzen sich.Es wirkt sehr elegant, ja fast „lässig“ wie sich der Bock über die Wiese bewegt … Gleich hat er sein Ziel erreicht und ist im gegenüberliegenden Wäldchen und Heckenstreifen angekommen. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man solche Bilder zu sehen bekommt…

 

Neu im Kraichtal angekommen: Zebus

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Seit einiger Zeit sind auf der Gemarkung von Kraichtal auch Zebus zu sehen. Bei den Zebus handelt es sich um eine alte Rinderrasse aus Mittelasien, die schon im 3. Jahrtausend vor Christus vorkam. Der Begriff „Zebu“ bedeutet Buckel. Zebus sind also Buckelrinder. Es gibt zahlreiche Zebu-Rassen. Bei den bei uns im Kraichtal gehaltenen Zebus handelt es sich meist um Zwergzebus. In Baden-Württemberg wurde schon in den 1990er Jahren ein Zuchtbuch eingerichtet.  So stammen die meisten in Deutschland gehaltenen Zwergzebus aus Baden-Württemberg.

Zebus sind äußerst genügsam und werden  häufig in der Landschaftspflege eingesetzt, weil sie sehr geschickt und hangsicher sind. Bei uns in Baden-Württemberg werden Zebus meist in Mutterkuhhaltung in Verbindung mit der Landschaftspflege gehalten. Dabei werden Verbuschungen entfernt, ohne dass zu große Trittschäden entstehen.

Zudem sind sie gut an heiße Sommer angepasst und weniger gegen Sonneneinstrahlung und Krankheiten anfällig. Deswegen kann bei Zebus auf die übliche Impfung gegen viele Rinderkrankheiten verzichtet werden.

Da sie Schwarzdorn und Weißdornbüsche und Disteln verzehren, können sie auf Flächen gehalten werden, die seit Jahren nicht bewirtschaftet wurden und daher stark verbuscht sind. Dadurch kann das Gelände wieder von den typischen Wiesenpflanzen und den auf Wiesen lebenden Tieren besiedelt werden.

Weil Zebus so genügsam sind, kann auf die Zufütterung von Kraftfutter verzichtet werden.  Im Gegensatz zu anderen Rinderrassen ist ihre Pansenflora nämlich auf rohfaserreiche Nahrung abgestimmt.

Hier verzehrt gerade ein Zebu-Kalb die stacheligen Brombeertriebe.

Zebus können bei uns ganzjährig im Freien gehalten werden; im Winter benötigen sie jedoch einen zugluftfreien Unterstand. Nur bei extremer Kälte müssen sie von der Weide geholt werden.

Die Zufütterung erfolgt im Winterhalbjahr mit Heu und Stroh.