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Libellenhochzeit Ende Juli: Kleines Granatauge

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Das Kleine Granatauge ist eine Kleinlibelle aus der Familie der „Schlanklibellen“.  Das Männchen hat leuchtend rote Augen und ist in Teilen hellblau bis türkisblau gefärbt. Wegen der Augenfarbe der Männchen hat die Art auch ihren Namen erhalten. Im Kraichtal findet man sie an stehenden oder langsam fließenden Gewäss.ern, die einen dichten Pflanzenbewuchs aufweisen. Bei uns kann man sie von Juni bis September beobachten.  Ihre Körperlänge beträgt etwa 30 mm. Die Weibchen haben grüne Augen; ihr Körper ist neben Blautönen grünlich gefärbt. Wie andere Kleinlibellen werden sie oft übersehen. Wie die Paarung beim „Kleinen Granatauge“ abläuft, zeigen die nächsten Bilder:Das Männchen (vorn) hat das Weibchen hinter dem Kopf gepackt. In dieser Formation fliegen sie „im Tandem“ zu einer Pflanze am Gewässerrand oder auf dem Gewässer,  auf der sie sich dann niederlassen ….Dann biegt das Weibchen, das hinter dem Kopf vom Männchen festgehalten wird,  seinen Hinterleib nach vorne und presst ihn gegen die Geschlechtsöffnung des Männchens.Daraufhin gibt das Männchen seine Geschlechtszellen (Spermien) an das Weibchen ab. Dies dauert einige Minuten.Danach  löst das Weibchen seinen Hinterteil  vom Männchen ab… und  biegt ihn wieder nach hinten weg. bis der Hinterleib des Weibchens wieder gestreckt ist.  Jetzt sind sie wieder in „Tandemstellung“.  Nachdem sie sich etwas ausgeruht haben, beginnt nun die Eiablage.  Diese findet ebenbfalls im „Tandemflug“ statt. Das Männchen zieht das Weibchen im Flug hinterher. Dabei fliegen sie knapp über der Wasseroberfläche. Das Weibchen legt während des Fluges die  Eier ab. Der Hintergrund dieses Verhaltens besteht darin, dass das Männchen dadurch sichergeht, dass das Weibchen nur  die von ihm befruchteten Eier ablegt. Durch das „Tandem“ ist das Weibchen während der Eiablage unter der Kontrolle des Männchens. Die Eier werden vom Weibchen in die Blätter oder Wurzeln der oben schwimmenden Wasserpflanzen eingestochen. Die Libellenlarven schlüpfen im Juni des nächsten Jahres. Ab Juli werden sie dann fliegen.

Große Pechlibelle

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Die Große Pechlibelle gehört innerhalb der Libellen zur Gruppe der Kleinlibellen und zur Familie der Schlanklibellen. Obwohl sie nur ungefähr 30 mm lang ist und  eine Flügelspannweite von ca. 40 Millimeter hat, bekam sie den Namen „Große Pechlibelle“, weil die verwandte Art, die Kleine Pechlibelle, noch kleiner ist. Den Namen „Pechlibelle“ erhielt sie, weil  Rücken und Hinterleib – mit Ausnahme des türkisfarbenen „Schlusslichts“ und der gleichfarbigen Markierungen auf dem Rücken – pechschwarz gefärbt sind.Ein Männchen der Großen Pechlibelle sitzt an einem Stängel des Mädesüß, einer typischen Pflanze für diesen Lebensraum. Auf dem Bild  kann man ein weiteres Merkmal erkennen, nämlich die zweifarbigen Flügelmale am hinteren oberen Rand der Flügel. Weil sie keine großen Anforderungen an die Beschaffenheit und die Wasserqualität eines Gewässers hat, gehört sie zu den häufigsten Libellenarten bei uns. Deswegen findet man sie an Teichen, Seen, langsam fließenden Bächen, Gräben und anderen Kleingewässern. Meist wird sie aber übersehen – und manchmal auch dann nicht wahrgenommen, wenn sie auffliegt: Kein Wunder bei dieser Größe.  Tatsächlich erinnert sie von ihrer Größe her an eine fliegende „Nadel“. Jetzt im Juli und August sitzen sie oft auf Pflanzen, von wo aus sie nach Beute – und die Männchen auch nach Weibchen Ausschau halten. Denn jetzt ist Paarungszeit. Wie die Paarung bei dieser Art abläuft, zeigen die folgenden Bilder:Das Männchen (oben) hat ein Weibchen (unten) erspäht.  Mit seinen Hinterleibszangen packt er das Weibchen hinter dem Kopf. Die Weibchen können bei der Großen Pechlibelle unterschiedlich gefärbt sein.Das Weibchen biegt darauf seinen Hinterleib nach vorne und presst ihre Geschlechtsöffnung an die Samentasche des Männchens. Dieses gibt dann die Geschlechtszellen (Spermien) an das Weibchen ab. Dabei werden die Eier befruchtet.So bilden sie ein sogenanntes „Paarungs-Rad“. Der Vorgang dauert oft mehrere Minuten. Werden die Libellen bei der Paarung gestört, fliegen sie in dieser Formation an einen anderen Platz, wo sie die Paarung dann ungestört fortsetzen können. Nach der Paarung trennt sich das Weibchen vom Männchen und legt in den Abendstunden alleine die Eier an geeigneten Plätzen ab.Unter günstigen Bedingungen können in einem Jahr 2 Generationen fliegen.  Hier unterscheidet sich diese Libellenart von anderen Libellenarten. Bei vielen anderen Libellenarten hält das Männchen das Weibchen fest und zieht sie dann im Flug hinterher.  Beide bilden ein sogenanntes „Tandem“. Nach der Eiablage trennen sich beide Partner wieder.  Innerhalb der zahlreichen Libellenarten gibt es viele Variationen des Paarungsverhaltens.

Feuerlibelle

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Die Feuerlibelle ist eine Libellenart, die ursprünglich nur in Afrika und im Mittelmeerraum beheimatet war. Innerhalb der Gruppe der Libellen gehört sie zur Familie der Segellibellen. 2011 wurde sie in Deutschland zur „Libelle des Jahres“ gewählt. Noch vor wenigen Jahren galt die Feuerlibelle als ausgesprochene „Wanderlibelle“, die in warmen Sommern bis nach Süddeutschland kam. Heute gehört sie zur „Libellen-Gesellschaft“ des Kraichtals. Feuerlibellen bevorzugen vor allem stehende Gewässer, in denen es eine reiche und dichte Unterwasserpflanzenwelt gibt. Dies ist hier bei diesem naturnahen Teich einer Fischzuchtanlage im Kraichtal der Fall. Hier findet auch die Larvenentwicklung statt. Wenn das Gewässer – wie hier der naturnahe Teich – eine solch reiche Unterwasser-Pflanzenwelt bietet, ist das ein idealer Raum, in welchem sich nicht nur Frösche wohlfühlen, sondern auch die Larven der Feuerlibelle entwickeln können. Und dass es hier zahlreiche Wasser- und Teichfrösche gibt, weist auch auf die hohe Zahl an Insekten hin. Es ist einfach toll, dass es solche naturnah bewirtschaftete Teiche noch gibt!Die geschlechtsreifen Männchen der Feuerlibelle sitzen gerne am Boden oder auf bodennahen Pflanzen, von wo aus sie auf Jagd gehen – oder nach Weibchen Ausschau halten. Oft kehren sie nach ihren Jagd- und Erkundungsflügen immer wieder auf die gleiche Ansitzwarte oder den Platz auf dem Boden zurück.Hier ist gerade ein Männchen der Feuerlibelle auf dem Boden zu sehen. Es beobachtet genau die Umgebung und ist sofort startbereit …Die Männchen der Feuerlibelle sind leuchtend rot. Im Unterschied zur Blutroten Heidelibelle sind auch die Beine komplett rot gefärbt – und der Hinterleib ist flach. Feuerlibellen werden bis zu 45 mm lang und haben eine Spannweite bis 70 Millimeter. An den Hinterflügeln haben die Feuerlibellen einen gelb-orangen Fleck. Hier sind die roten Beine deutlich sichtbar. Die Weibchen sind dagegen gelblich bis hellbraun gefärbt. Ein Weibchen der Feuerlibelle konnte ich leider noch nicht fotografieren. Aber ich arbeite daran …

Blutrote Heidelibelle

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Seit zwei Jahren fällt im Kraichtal immer wieder ein Teich trocken, der in den Jahren zuvor immer randvoll gefüllt war. Dies hängt wohl damit zusammen, dass es in den letzten beiden Jahren viel zu wenig geregnet hat.  War der Teich vor einigen Jahren noch ein üppiger Lebensraum für Seerosen, Schilf, Blässhühner, Eisvogel und vor allem Wasser- und Teichfrösche, so hat sich das Bild inzwischen dramatisch gewandelt. Trotz einiger Regenfälle bot der Teich Mitte Juni dieses traurige Bild: Nur eine wenige Quadratmeter große Pfütze war noch da, wo sich im Mai noch die Teichfrösche gegenseitig jagten. Auch die Libellenarten, die in den Jahren zuvor hier noch beobachtet werden konnten, sind jetzt verschwunden. Und wenn man sich auf dem trockenliegenden Grund des ehemaligen Teiches genauer umsieht, kann man noch die Schalen großer Teichmuscheln entdecken, die  beim ersten Trockenfallen des Teiches vor 2 Jahren von Wildschweinen ausgebuddelt und verzehrt wurden ….Seit Ende Juni ist der Teich trocken. Auch die telweise heftigen Regenfälle konnten nicht einmal eine Pfütze im Teich erzeugen. Nur ein dunkler Fleck deutet auf eine (noch) feuchte Stelle hin. … Und wenn es so kommt wie in den letzten beiden Jahren bleibt er bis zum Frühjahr des kommenden Jahres trocken, sich dann einigermaßen mit Wasser füllt,  bis er dann im Junin erneut trockenfällt ….

Das folgende Video zeigt, wie es am Teich am 24. Mai aussah. Wasserfrösche quakten noch um die Wette – und fast der gesamte Bereich des Teichs war noch – wenn auch nur wenige Zentimeter – mit Wasser bedeckt, aber schon war ein deutlicher Wasserverlust gegenüber Anfang Mai erkennbar. Auch der zunehmende Algenwuchs deutete auf eine deutliche Erhöhung der Wassertemperatur hin. Und tatsächlich: Innerhalb weniger Tage schrumpfte der Wasserspiegel auf eine immer kleiner werdende Pfütze. Einen Monat später lag der Teich dann wieder trocken. Lediglich im Graben außerhalb des Teichs befindet sich noch Wasser.

Tatsächlich waren zum Zeitpunkt der Video-Aufnahme noch Dutzende von Teichfröschen und Wasserfröschen im Teich. Allerdings konnten die Teichfrösche in den benachbarten größeren See ausweichen, der derzeit noch unverändert besteht.Diese Situation öffnet aber der Blutroten Heidelibelle die Tür. Sie liebt trockenfallende Tümpel und Gewässer. In den vergangenen Jahren wurde sie hier nur ganz selten gesichtet. Von anderen roten Libellen unterscheidet sie sich vor allem durch ihre schwarzen Beinpaare. Bei derBlutroten Heidelibelle sind nur die Männchen – oder manchmal ganz alte Weibchen rot gefärbt. Die Weibchen sind normalerweise braun-gelblich gefärbt und zeigen auch bläuliche und rötliche Farben. Die Blutrote Heidelibelle hat einer Körperlänge von ungefähr 4,5 cm und eine Flügel-Spannweite bis 6 cm.

Hier hat ein Männchen ein Weibchen hinter dem Kopf gepackt und hält es fest. Männchen und Weibchen bilden ein sogenanntes „Paarungsrad“ bei dem das Männchen sein Sperma abgibt. Dies geschieht meist auf Blättern. Das Weibchen hält sich dabei mit seinen Beinen am Hinterleib des Männchens fest.Anschließend trennt sich das Weibchen mit dem Hinterleib vom Männchen. Am Kopf wird es aber weiter vom Männchen festgehalten. Dann fliegen beide los; das Männchen zieht das Weibchen hinterher. Beide bilden im Flug ein „Tandem“. Mit Schüttelbewegungen legt das Weibchen die Eier im trockenen Uferbereich des Teichs ab. Dort überwintern die Eier. Wenn im Frühjahr das Gewässer wieder überflutet wird, können sich die Eier entwickeln. Die Blutrote Heidelibelle gehört zu den häufigsten Libellenarten in Deutschland.

Blauflügel-Prachtlibelle

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Die Blauflügel-Prachtlibelle gehört innerhalb der Gruppe der Libellen zur Familie der Prachtlibellen. Prachtlibellen erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 7 cm. Die breiten Flügel sind auffällig gefärbt und besitzen ein dichtes Adernetz. Man findet sie bei uns im Kraichtal an schnell fließenden Gewässern, aber auch in beschatteten Bereichen, wo sie manchmal auf sonnenbeschienenen Blättern auf der Lauer nach vorbeifliegenden kleinen Insekten liegen. Oft kann man sie auch in der weiteren Umgebung eines Gewässers antreffen.Beim Männchen sind die Flügel durchweg blaugrün und wirken am Flügelende bei entsprechendem Lichteinfall fast schwarz. Der ganze Körper ist grün. Die Männchen haben ein festes Revier und verteidigen dieses gegen andere Artgenossen; manchmal werden sogar Schmetterlinge vertrieben, welche auf „seinem“ Blatt landen wollen. Oft kann man aber Prachtlibellen recht weit von den Gewässern entfernt – wie hier am Rande eines Waldweges – beobachten.Hier verzehrt eine männliche Libelle ein Insekt, das sie gerade gefangen hat.Beim Weibchen sind die Flügel durchscheinend bräunlich oder kupferfarben. Bei entsprechendem Licht wirken sie sogar schwarz. Beim Weibchen ist der hintere Teil des Hinterleibs bräunlich gefärbt.Hier ist gerade eine weibliche Blauflügel-Prachtlibelle bei der Landung auf einem Blatt. An manchen Orten ist die Libelle selten geworden.Eine weibliche Blauflügel-Prachtlibelle auf der Jagd: Die Umgebung wird genau beobachtet ….… und wenn sie etwas entdeckt, geht es blitzschnell ….… und dann ist sie meist erfolgreich: Man sieht, dass sie ein kleines Fluginsekt erbeutet hat. Dieses wird sofort verzehrt.

Zum Fressen kehrt sie meist zum Ausgangspunkt zurück. Jetzt kann die Jagd weitergehen ….

Blaue Federlibelle

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Die Blaue Federlibelle gehört innerhalb der Libellen zur Familie der Federlibellen. Den Namen haben sie von ihren Borsten, die wie Federn an den Schienen der Beine stehen. Die Gemeine Federlibelle ist die einzhige in Deutschland vertretene Art dieser Libellenfamilie. Man findet sie an stehenden und langsam fließenden Gewässern.Die Schienen des mittleren und hinteren Beinpaares sind abgeflacht und deutlich verbreitert.  Die Blaue Federlibelle ist 3,5 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 4,5 cm. Das Bild zeigt eine männliche Federlibelle auf der Spitze eines Brennnesselblattes.Bei dieser Libellenart sind die Männchen blau gefärbt,die Weibchen dagegen gelblich. Die Art wird zwar wegen ihrer geringen Größe oft übersehen, ist aber dennoch recht häufig im Kraichtal anzutreffen.

Große Königslibelle bei der Eiablage

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Die große Königslibelle gehört innerhalb der Libellen zur Familie der Edellibellen und erreicht eine Flügelspannweite von 9 bis 11 cm. Damit gehört sie zu den größten einheimischen Libellenarten. Man kann sie an stehenden Gewässern beobachten. Das Männchen bildet regelrechte Reviere, aus denen er andere Libellen – auch andere Arten vertreibt. Bei den hier abgebildeten Libellen handelt es sich um das Weibchen der Großen Königslibelle. Der Brustbereich ist grün, der Hinterleib blau. Beim Weibchen verläuft ein braunroter Strich auf dem Hinterleib. Die Große Königslibelle fliegt von Juni bis August.

Bei der Eiablage  stellt sie sich auf untergetauchte Pflanzen oder heftet sich an Pflanzenstängel. Dann taucht sie mit dem Hinterleib ins Wasser.  Dabei bewegt sie suchend den Hinterleib. Hat sie eine geeignete Pflanze ertastet, sticht sie diese an und legt ein Ei in die Pflanze hinein.

Hier legt ein anderes Weibchen gerade die Eier in ein schwimmendes Algenpolster, während sie auf dem „Algenteppich“ steht.

Das kurze Video-Beispiel zeigt ein Weibchen der Großen Königslibelle bei der Eiablage, die von einem im Wasser liegenden Ast aus erfolgt.

Großer Blaupfeil

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Der Große Blaupfeil ist eine der größten und auffälligsten Libellenarten in Deutschland. Man findet ihn vor allem an kleineren Seen oder auch Fischteichen. Er ist bei uns von Juni bis zum September zu beobachten. Der Blaupfeil hat eine Flügelspannweite bis zu 10 cm und eine Körperlänge von 5 cm. Der Hinterleib des Männchens ist blau gefärbt, die letzten drei Segmente zeigen eine schwarze Färbung. Das Männchen sitzt meist gut getarnt auf einer Warte, von der aus er jagt oder Rivalen vertreibt. Sogar größere Libellenarten werden aggressiv aus dem Revier vertrieben.