Blutrote Heidelibelle

Seit zwei Jahren fällt im Kraichtal immer wieder ein Teich trocken, der in den Jahren zuvor immer randvoll gefüllt war. Dies hängt wohl damit zusammen, dass es in den letzten beiden Jahren viel zu wenig geregnet hat.  War der Teich vor einigen Jahren noch ein üppiger Lebensraum für Seerosen, Schilf, Blässhühner, Eisvogel und vor allem Wasser- und Teichfrösche, so hat sich das Bild inzwischen dramatisch gewandelt. Trotz einiger Regenfälle bot der Teich Mitte Juni dieses traurige Bild: Nur eine wenige Quadratmeter große Pfütze war noch da, wo sich im Mai noch die Teichfrösche gegenseitig jagten. Auch die Libellenarten, die in den Jahren zuvor hier noch beobachtet werden konnten, sind jetzt verschwunden. Und wenn man sich auf dem trockenliegenden Grund des ehemaligen Teiches genauer umsieht, kann man noch die Schalen großer Teichmuscheln entdecken, die  beim ersten Trockenfallen des Teiches vor 2 Jahren von Wildschweinen ausgebuddelt und verzehrt wurden ….Seit Ende Juni ist der Teich trocken. Auch die telweise heftigen Regenfälle konnten nicht einmal eine Pfütze im Teich erzeugen. Nur ein dunkler Fleck deutet auf eine (noch) feuchte Stelle hin. … Und wenn es so kommt wie in den letzten beiden Jahren bleibt er bis zum Frühjahr des kommenden Jahres trocken, sich dann einigermaßen mit Wasser füllt,  bis er dann im Junin erneut trockenfällt ….

Das folgende Video zeigt, wie es am Teich am 24. Mai aussah. Wasserfrösche quakten noch um die Wette – und fast der gesamte Bereich des Teichs war noch – wenn auch nur wenige Zentimeter – mit Wasser bedeckt, aber schon war ein deutlicher Wasserverlust gegenüber Anfang Mai erkennbar. Auch der zunehmende Algenwuchs deutete auf eine deutliche Erhöhung der Wassertemperatur hin. Und tatsächlich: Innerhalb weniger Tage schrumpfte der Wasserspiegel auf eine immer kleiner werdende Pfütze. Einen Monat später lag der Teich dann wieder trocken. Lediglich im Graben außerhalb des Teichs befindet sich noch Wasser.

Tatsächlich waren zum Zeitpunkt der Video-Aufnahme noch Dutzende von Teichfröschen und Wasserfröschen im Teich. Allerdings konnten die Teichfrösche in den benachbarten größeren See ausweichen, der derzeit noch unverändert besteht.Diese Situation öffnet aber der Blutroten Heidelibelle die Tür. Sie liebt trockenfallende Tümpel und Gewässer. In den vergangenen Jahren wurde sie hier nur ganz selten gesichtet. Von anderen roten Libellen unterscheidet sie sich vor allem durch ihre schwarzen Beinpaare. Bei derBlutroten Heidelibelle sind nur die Männchen – oder manchmal ganz alte Weibchen rot gefärbt. Die Weibchen sind normalerweise braun-gelblich gefärbt und zeigen auch bläuliche und rötliche Farben. Die Blutrote Heidelibelle hat einer Körperlänge von ungefähr 4,5 cm und eine Flügel-Spannweite bis 6 cm.

Hier hat ein Männchen ein Weibchen hinter dem Kopf gepackt und hält es fest. Männchen und Weibchen bilden ein sogenanntes „Paarungsrad“ bei dem das Männchen sein Sperma abgibt. Dies geschieht meist auf Blättern. Das Weibchen hält sich dabei mit seinen Beinen am Hinterleib des Männchens fest.Anschließend trennt sich das Weibchen mit dem Hinterleib vom Männchen. Am Kopf wird es aber weiter vom Männchen festgehalten. Dann fliegen beide los; das Männchen zieht das Weibchen hinterher. Beide bilden im Flug ein „Tandem“. Mit Schüttelbewegungen legt das Weibchen die Eier im trockenen Uferbereich des Teichs ab. Dort überwintern die Eier. Wenn im Frühjahr das Gewässer wieder überflutet wird, können sich die Eier entwickeln. Die Blutrote Heidelibelle gehört zu den häufigsten Libellenarten in Deutschland.

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