Es ist Mitte August. In dem großen Birnbaum tut sich was. Offenbar ist einem Imker ein Bienenschwarm  „ausgebüxt“  und hat in dem dicken Stamm eine neue Bleibe gefunden. Tatsächlich schwärmen die Bienen heftig ein und aus. Und zu holen gibt es ja was in der Nähe. Keine 100 m entfernt befindet sich ein mehrere Hektar großes Feld mit Sonnenblumen; aber auch Felder mit Luzerne und Zwischenfrucht-Felder mit vielen Blütenpflanzen wie Sonnenblumen, Büschelschön (Phacelia), Buchweizen und verschiedenen Kleearten sind in Flugweite.Das Einflugloch befindet sich Richtung Südost – und der Baum scheint mit seinem dicken Stamm eine Menge Platz zu bieten. Jedenfalls verteilen sich einige Einfluglöcher ehemaliger Nisthöhlen über mehrere Etagen im Baum, die wahrscheinlich miteinander verbunden sind. Denn auch bei den oberen Öffnungen kann man Bienen ein- und ausfliegen sehen. Hier ist das Haupt-Flugloch, an welchem die meisten Flugbewegungen stattfinden. Interessant ist aber auch, dass auch Wildbienen in die  kleineren Öffnungen im Bereich des Einflugloches Pollen eintragen.Hier im Einflugbereich sieht man die „Wächterbienen“ welche die zurückkehrenden Sammelbienen auf ihre Zugehörigkeit zum Volk überprüfen. Links in den kleinen Löchern ist gerade eine kleine Wildbiene mit Pollen eingeflogen. Ebenso sieht man eine Sammelbiene, die gerade Pollen einträgt. Dies ist in der Mitte des Bildes als gelblicher Pollenklumpen zu sehen.Jedenfalls geht es im alten Birnbaum lebhaft zu. Einen kleinen Eindruck davon soll das kleine Video-Beispiel bieten. Wie alle Videos im Blog können sie das Video im Vollbild-Modus ansehen. Klicken Sie dazu auf das viereckige Symbol ganz rechts unten. So können Sie  auch am Ende wieder in den Normal-Modus zurückkehren.

 

Leider sind die Aussichten dieses Volkes, den Winter zu überleben nur sehr gering. Selbst wenn der Birnbaum für die Vorräte und Bienenbrut genügend Platz bietet, sind die Überlebens-Chancen für das neue Volk düster. Es ist in der heutigen Zeit kaum noch möglich, dass Bienenvölker ohne die Hilfe eines erfahrenen Imkers oder Fachmanns in der freien Natur längere Zeit überleben können. Dies liegt vor allem an den weit verbreiteten Brutparasiten der Honigbienen wie zum Beispiel die Varroa-Milbe, welche das Bienenvolk befallen und die gesamte Brut vernichten können. Zudem werden mit diesen Milben auch Krankheitserreger eingeschleppt. Unterbleibt also eine wirksame Bekämpfung der Milben wird das Bienenvolk im Birnbaum leider keine Chance haben.