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Grünspecht

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Den Grünspecht gehört zu den großen Spechtarten. Bei einer Körperlänge von ca. 35 cm erreicht er eine Spannweite von ca. 52 cm. Man kann ihn bei uns an vielen Orten beobachten: Wiesen, Weinberge, Äcker, Waldränder, Wegränder und andere offenen Stellen in der Flur. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spechten ist er häufig auf dem Boden zu beobachten, wo er vor allem nach Ameisen sucht. Wenn er eine ergiebige Futterquelle gefunden hat, besucht er diese regelmäßig, oft sogar mehrmals am Tag. Aber auch andere Insekten oder Spinnen verschmäht er nicht. Im Winter sucht er an Baumstämmen oder offenen Bodenstellen nach Ameisen, Spinnen oder anderen überwinternden Kleintieren.

Sein Gefieder ist am Rücken olivgrün und am Ende gelbgrün. Auf dem Kopf hat er eine rote Kappe; seitlich der Augen besitzt er eine schwarze Binde, die vom Schnabel bis hinter die Augen reicht. Beim Weibchen ist der Wangenstreif schwarz, beim Männchen (siehe Bild oben) ist er rot gefüllt. Der Grünspecht hat gerade im Wiesenboden nach Ameisen gesucht. Die Jungvögel unterscheiden sich im Gefieder deutlich von den Altvögeln. Mit der Herbstmauser aber bekommen sie das Erwachsenengefieder.

Weibchen

männlicher Grünspecht

junger Grünspecht

 

Grünfink oder Grünling

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Der Grünfink gehört innerhalb der Gruppe der Sperlingsvögel zu den Finken. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten ist der Grünfink, ähnlich wie der Haussperling, zu einem „Kulturfolger“ des Menschen geworden. Sein ursprünglichen Lebensräume waren der Waldrand, vor allem aber offene Feldfluren mit Hecken. Heute kann man ihn sogar in kleineren Gärten finden, wenn es dort eine dichte Hecke oder Bäume gibt. Sogar mitten in den Großstädten ist er ein typischer Vogel der Parks, Friedhöfe oder sonstigen Grünanlagen.

Seinen Namen verdankt er seiner Gefiederfarbe. Ein Merkmal sind aber die gelben Federn an den Flügelrändern und am Schwanz. Das Weibchen ist weniger auffällig gefärbt. Der kräftige Schnabel gibt einen Hinweis auf die Ernährung. Grünfinken ernähren sich von Samen oder Beeren und im Winter von ölhaltigen Sämereien. Selbst die Jungvögel werden überwiegend mit pflanzlicher Nahrung großgezogen. Im Winter ist er ein häufiger Gast an den Futterstellen. Dabei kann er sehr zutraulich sein.

    

Distelfink oder Stieglitz

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Es ist Ende Oktober, Anfang November. Der junge Distelfink ist gerade in der Mauser und wird sein Erwachsenenkleid mit dieser Mauser erhalten. Dann wird sein Gefieder vor allem am Kopf ein kräftiges rotes „Gesicht“ und schwarze Streifen erhalten. Er wird dann zu den farbenprächtigsten Vögeln bei uns im Kraichtal gehören. Der Distelfink war der „Vogel des Jahres 2016“

Der Distelfink ist auf die offene Feldflur spezialisiert. Brachliegende Felder mit einem hohen Distelbestand, Unkrautflächen, aber auch Getreide- und Rapsfelder oder Sonnenblumen werden regelmäßig besucht. Er gehört bei uns zu den farbenprächtigsten Vögeln. Er ist ein Standvogel, das heißt, auch im Winter bleibt er bei uns und besucht die zahlreich angebotenen Futterstellen im Feld und in den Dörfern. Auch er tritt immer in kleinen Trupps auf, die sich gegenseitig vor Feinden warnen. Die Fluchtdistanz ist meist sehr groß.

Feldsperling

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Der Feldsperling ist bei uns seltener geworden. Zudem ist er recht scheu und lässt sich manchmal nur schwer beobachten. Er lebt überwiegend in den Hecken der Feldflur, wo er auch brütet. Außerhalb von Ortschaften kann man ihn auch in der Nähe von Gehöften finden, wo er in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen oder Mauerlücken sein Nest baut. Wenn man sie beobachtet, dann sind es meist kleinere Trupps – wie die drei beim Schlammpfützen-Bad – oder beim Auflesen der Erntereste, welche vom Traktor gefallen sind. Im Unterschied zum Haussperling hat er einen braunen Kopf und einen schwarzen Wangenfleck. Im Gegensatz zum Haussperling, den man auch in der Feldflur beobachten kann, sucht der Feldsperling nicht so sehr die Nähe des Menschen.

Feldsperlinge sind cleverere Vögel …

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Seit einigen Jahren findet man im Spätjahr bei uns im Kraichgau sogenannte Zwischenfrucht-Saaten auf den Feldern. Das ist eine ganz große Hilfe für viele Tiere in der vegetationsarmen Zeit. Hier finden sie zum einen Deckung, zum anderen steht aufgrund zahlreicher Pflanzenarten und ihrer unterschiedlicher Samen eine große Menge an Nahrung  für sie zur Verfügung. Im Kraichtal gibt es solche Flächen, auf denen mehr als 10 Vogelarten Nahrung finden. Und die Landwirte haben den Vorteil, dass die grünen Pflanzen bis zum Abfrieren einen Stickstoff-Vorrat bilden, der dann im Frühjahr dem Boden sofort zur Verfügung steht. Darüber hinaus bringen die gefrorenen Pflanzenteile im Frühjahr den Humusanteil in den Boden ein, den die stickstoffbildenen Bakterien unbedingt für diesen Stoffwechselprozess benötigen. Zudem bieten die gefrorenen, dann auf dem Feld liegenden Pflanzenteile einen wirksamen Erosions-Schutz gegen die Erosion durch Wind und Wasser und tragen auch erheblich zur Bodenlockerung und Verbesserung bei.

Nun aber  zum Feldsperling. Normalerweise kommen die Feldsperlinge nicht – oder nur ganz schwer – an die Samen der Sonnenblumen heran. Sie können sich nur ganz schwer kopfunter an die Fruchstände hängen, wie dies zum Beispiel die Meisen oder verschiedene Finkenarten können. Die Bilder zeigen nun, wie einige Vögel dieses Problem lösen: Dieser Feldsperling hat offenbar eine Lösung gefunden. Er reißt den Blütenboden der Sonnenblume auf und kommt dann gewissermaßen über die Hintertür an die Samen heran wie die Bilder belegen.

Wendehals

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Der Wendehals ist bei uns im Kraichgau eigentlich nur während der Brutzeit gut zu beobachten. Während dieser Zeit ist sein Verhalten auffälliger als sonst im Jahr. Zudem kann man seinen Gesang hören. Der Wendehals gehört zu den Spechten, obwohl er selbst keine Höhlen bauen kann und deswegen auf verlassene Bruthöhlen oder angebotene Nisthilfen angewiesen ist. Er wiegt ca. 50 Gramm und hat ungefähr die Größe der Feldlerche. Im Frühherbst zieht er nach Afrika, wo er südlich der Sahara überwintert. Sein absolutes Spezialgebiet ist die Ameisenjagd. Deswegen kann man ihn auf Streuobstwiesen oder auch an Wegrändern meist am Boden entdecken.  Das Kraichtal ist mit seiner reich gegliederten Landschaft mit vielen Hecken, Streuobstwiesen und Weinbergen geradezu maßgeschneidert für ihn. Hier findet er genug Nahrung als auch Deckung und Nistgelegenheiten.  Auch in alten Trockenmauern wurde er schon bei der Brut beobachtet. In den letzten Jahren hat der Bestand bei uns wieder etwas zugenommen.

 

Wendehals – Gefahr liegt in der Luft

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Die folgende Bildreihe zeigt, wie Wendehälse reagieren, wenn sich ein Greifvogel am Himmel zeigt: Ein Wendehals frisst gerade Ameisen, die er in der Betonfuge eines Wirtschaftsweges in den Weinbergen entdeckt hat. Immer wieder schaut er nach oben. Dann ändert sich sein Verhalten plötzlich.

Ein kurzer Blick nach oben – und er hat einen Bussard entdeckt. Der Wendehals legt sich flach auf den Boden und drückt den Kopf leicht nach unten. Trotzdem ist er fluchtbereit. Die Beine sind angelegt und sprungbereit, die Flügel leicht abgespreizt.

Solange ein Greifvogel wie der Mäusebussard dieser in der Nähe ist, bleibt der Wendehals bewegungslos, aber fluchtbereit liegen. Wenn man die Rückseite des Wendehalses betrachtet, wird schnell klar, dass er von oben nur sehr schwer zu entdecken ist. Er „verschmilzt“ gewissermaßen mit dem Untergrund.

Wenn die Gefahr vorüber ist, widmet sich der Wendehals wieder der Ameisenjagd. Bei einem Sperber oder Habicht hat der Wendehals mit dieser Taktik schlechtere Karten. Diese Greifvögel beobachten von der Deckung aus, was sich in der Gegend tut – und schlagen, wenn sie etwas entdeckt haben, blitzschnell und unerwartet zu.

Sperber

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Der Sperber ist ein Greifvogel, der vor allem kleine bis mittelgroße Vögel jagt. Die Sperberweibchen sind viel größer als die Männchen. Während das Männchen meist kleinere Vögel jagt, kann das Weibchen  Vögel bis zur Taubengröße erbeuten. Die Unterseite ist leicht gelb-orange  gebändert („gesperbert“), der Rücken ist blaugrau. Bei uns im Kraichtal ist er recht häufig zu beobachten. Seit einigen  Jahren kann man den Sperber auch am Ortsrand oder auch mitten in den Ortschaften beobachten, wie er auf die Jagd geht. Vor allem in den Wintermonaten fliegt er häufig die Futterstellen von Singvögeln an.

Hier hat ein Sperber gerade einen Vogel erlegt und rupft ihn in dichten Geäst einer Fichte.

 

Uhu

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Der Uhu ist die größte einheimische Eule.  Er teilte das Schicksal aller Greifvögel. Jahrhunderte lange rigorose Jagd auf alle „Krummschnäbel“ brachte viele Greifvögel und Eulen an den Rand der Ausrottung. Um 1950 war der Uhu aus Baden-Württemberg als regelmäßiger Brutvogel so gut wie verschwunden. Lange Zeit gab es ihn nur noch  ganz sporadisch in den Felsregionen der Schwäbischen Alb und an der oberen Donau. Mit neuen und wirksamen Naturschutzgesetzen in den 1930er Jahren begann das Umdenken. Erste Wiedereibürgerungsversuche mißlangen aber. Mit der Umweltbewegung in den 60er und 70er Jahren  kam neuer Schwung in die Bemühungen. Und es scheint Erfolg zu bringen: Nach intensiven Schutzmaßnahmen hat der Uhu in den letzten Jahren  auch wieder im Flachland Fuß gefasst. Nun kann man ihn auch bei uns wieder hören.

Der abgebildete Uhu ist kein Volierenvogel. Er war in der Nacht in einen Hühnerstall am Ortsrand eingeflogen und wollte dort offensichtlich Ratten jagen, denn die Hühner befanden sich  im Stall – unerreichbar für den Uhu.  Am Morgen konnte er wegen der installierten Greifvogel-Schutznetze über dem Gehege den Ausgang nicht mehr finden. Zum Glück gelang es, den Uhu sanft aus dem Gehege hinauszubegleiten. Kaum in Freiheit flog er sofort in Richtung seines Ruheplatzes davon.  Seither hat er das Gehege nicht mehr aufgesucht, ist aber – so wie es derzeit aussieht – im Gebiet geblieben. Beeindruckend bei dem mächtigen Vogel sind seine Augen und die kräftigen Fänge mit den langen Krallen. Er jagt kleine bis mittelgroße Säugetiere und Vögel. Igel, Ratten, Kaninchen, Feldhasen, Rabenvögel, Tauben und Enten.

Kornweihe

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Die Kornweihe gehört zur Gruppe der Greifvögel. Im Kraichtal kann man sie allerdings meist nur während der Wintermonate beobachten. Das Weibchen ist unauffällig gefärbt. Lediglich der ausgeprägte weiße Fleck auf dem Rücken vor dem Schwanz ist zunächst ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Vor allem das Männchen fällt durch sein Gefieder und seine Flugweise auf. Auf den ersten Blick glaubt man, dass da eine große schwarz-weiße Möwe fliegt. Der schaukelnde Flug knapp über den Boden mit überraschenden Wendungen lässt dann allerdings in Richtung eines Greifvogels denken. Tatsächlich fliegt die Kornweihe knapp über dem Boden – und mit einer plötzlichen Beschleunigung macht sie aus kurzer Distanz Beute. Vor allem Kleinsäuger oder Vögel werden von ihr gejagt. Die Kornweihe steht auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel in Deutschland. Die Bilder zeigen ein Männchen auf der Jagd im Januar 2017 in einem Feld mit Blühmischung. Das dokumentiert nochmals die Bedeutung solcher Feldflächen. Ein hohes Lob an die Landwirte, welche diese Flächen während der Wintermonate sich selbst überlassen.