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Sie ist groß aber harmlos: Kohlschnake

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Diese große Schnake kommt im Kraichtal recht häufig vor. Sie gehört zwar innerhalb der Zweiflügler zur Familie der Schnaken, aber vor ihr braucht man sich nicht zu fürchten. Da sie – wie alle anderen Schnaken keinen Stachel besitzt – kann sie nicht stechen; und weil sie auch über keine stechenden Mundwerkzeuge verfügt, ist sie völlig harmlos. In den Sommermonaten fliegen die Kohlschnaken vor allem in den Abendstunden umher und bilden über Wiesen oft kleine Schwärme. Dies geschieht oft bis in den Oktober hinein. Manchmal geraten sie auch in unsere Wohnungen und sorgen dabei  – wegen ihrer Größe und langen Beine – oft für panische Reaktionen. Erwachsene Kohlschnaken können nur flüssige Nahrung und Nektar zu sich nehmen. Ihre Larven können aber bei Massenbefall Schäden an Kulturpflanzen (z.B. an Kohl) anrichten, deren Wurzeln sie benagen.Bei dieser Kohlschnake handelt es sich um ein Männchen. Der Hinterleib endet rund  und ist im Gegensatz zu dem des Weibchens nicht spitz ausgezogen. Interessant sind hier die beiden „Schwingkölbchen“, die sich hinter dem vorderen Flügelpaar befinden. Die hinteren Flügel sind umgewandelt und sehen wie ein Trommelschlegel aus (auf diesem Bild ist das linke Schwingkölbchen deutlich zu sehen). Die Schwingkölbchen dienen der Steuerung und Stabilisierung beim Flug.

Man sieht ihn wieder in unseren Gärten: Der Große Wollschweber

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Wenn in den Hausgärten die ersten Blütenpflanzen blühen oder vor den Fenstern die Blumenkästen ein vielfarbiges Angebot an Blüten bieten, dann kann man ihn auch bei uns sogar mitten in den Siedlungen und Dörfern entdecken, wenn er die Blüten besucht. Er wird oft übersehen, weil er so klein ist und eigentlich nicht auffällt. Erst wenn er ruckartig von Blüte zu Blüte eilt – oder scheinbar sekundenlang in der Luft schwebt – dann kann es sein, dass man den bis zu 12 mm langen Flieger entdeckt.  Sonst findet man ihn an sonnigen Waldrändern, aber auch Wiesen. Erwachsene Wollschweber ernähren sich von Nektar.

Hier besucht ein Wollschweber gerade ein „Vergissmeinnicht“Mit dem langen Saugrüssel taucht er punktgenau in die Blütenkronröhre hinein. Dabei schwebt er über der Blüte – und stützt sich allenfalls mit den Vorderbeinen ab. Man erkennt den Wollschweber an seinen Flügeln. Die Vorderkante der Flügel ist dunkel gefärbt und zeigt ein gezacktes Muster.   Der lange Saugrüssel wird auch im Flug gerade nach vorn oder nach unten   – und das letzte Beinpaar wird nach hinten oben gerichtet.Auch hier wird nochmals sichtbar, wie der Wollschweber mit seinem Saugrüssel punktgenau in die Blütenkronröhre der Vergissmeinnicht-Blüte eintaucht.  Übrigens: Vor dem Wollschweber braucht man keine Angst haben. Er ist für den Menschen völlig ungefährlich.

Weitere Infos zum Großen Wollschweber finden sich in einem Beitrag in diesem Blog: https://natur-erleben-online.de/wollschweber

Wollschweber

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Die Wollschweber gehören innerhalb der Insekten zu den Zweiflüglern. Weltweit gibt es ca. 6000, in Deutschland sind es ungefähr 30 Arten. Die ersten von ihnen kann man schon im Frühjahr beobachten, die meisten anderen zeigen sich erst im Sommer. Oft fallen sie kaum auf. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man in der Nähe von Blütenpflanzen kleine „Flieger“, die auf der Stelle schweben, also den „Standflug“ beherrschen. Dann ändern sie plötzlich ruckartig die Position und verbleiben auch dort wieder auf einer Stelle. Ähnlich, wie man es bei den Schwebfliegen beobachten kann. Und dann wird es schwer, sie im Auge zu behalten. Auffällig ist aber der lange Rüssel, mit dem sie aus den Blüten Nektar saugen. Bei manchen Arten ist der Rüssel so lang wie der gesamte Körper. Weil sie so ähnlich wie Hummeln aussehen, bezeichnet man sie auch als „Hummelfliegen“. Die Wollschweber ernähren sich als erwachsene Insekten von Blütenpflanzen, wo sie  Nektar holen.

Während des Fluges sind die vorderen Beinpaare angelegt; das hintere Beinpaar ist nach hinten oben gestreckt.

Der „Große Wollschweber“. Deutlich ist der lange Rüssel zu sehen, mit dem sie Nektar saugen. Oft findet man sie beim Gundermann oder der Knoblauchrauke.

Der „Große Wollschweber“ an einer Knoblauchrauke.

Eine verwandte Art: Der „Gefleckte Wollschweber“ am Boden. Man kann ihn an den gefleckten Flügeln erkennen.

Die Fortpflanzung dieser Insekten bietet einiges an Überraschungen. Die Larven der Wollschweber leben parasitisch von anderen Insekten und deren Larven. Schon bei der Eiablage kommt es bei manchen Arten zu einem besonderen Verhalten. Sie schießen die Eier aus dem Flug direkt in die Bauten der Wirtstiere, sie legen die Eier neben den zukünftigen Wirt  ab – oder sie dringen in die Bauten ein (z.B. bei Wildbienen), fressen die Nahrungsvorräte und später auch die eigentlichen Larven. Manche Arten sammeln mit dem Hinterleib vor der Eiablage Sand, mit dem sie dann die Eier verkleben. So sind die Eier besser vor Fraßfeinden geschützt – oder vor der Sonne auf Sandflächen. Während ihrer Entwicklung machen die Wollschweber mehrere Larvenstadien durch, die oft sehr unterschiedlich aussehen können. Die Überwinterung geschieht meist im Bau der Endwirte – oder an anderen geschützten Stellen.