Die gefleckte Taubnessel gehört zur formenreichen Familie der Lippenblütengewächse. Man bezeichnet sie deswegen so, weil die Blüten von der Seite aussehen wie ein geöffneter Mund mit Oberlippe und Unterlippe. Ein weiteres Merkmal dieser Pflanzenfamilie ist die Blattstellung.  Auf einer Ebene stehen die Blätter am Stängel genau gegenüber, sie sind gegenständig. Die Ebenen oberhalb und unterhalb sind jeweils um 90° verdreht gegenständig. Schaut man von oben auf die Pflanze, so sieht man, dass die Blätter wie bei einem Kreuz gegenüberstehen. Diese Blattstellung nennt man „kreuzweise gegenständig“. Diese Blattstellung trägt zur optimalen Lichtausbeute bei. Darüber hinaus ist der Blütenstiel oder Stängel bei den Lippenblütengewächsen vierkantig (quadratisch).

Es gibt noch eine weitere rotblühende Taubnessel: die Rote Taubnessel. Doch sie unterscheiden sich in 2 ganz wesentlichen Punkten. Die Rote Taubnessel blüht normalerweise viel früher – und die Blütenkronröhre kommt gestreckt (gerade) aus dem Blütenkelch. Bei der Gefleckten Taubnessel biegt sich die Blütenkronröhre schon beim Verlassen des Kelches nach oben, wie man auf dem Bild erkennen kann.

Der Begriff  „Taubnessel“ geht auf die nesselartig aussehenden Blätter zurück. Doch hier fehlen die Brennzellen, die Blätter sind „taub“. Die Gefleckte Taubnessel kann man ab April bis weit in den Spätherbst finden. Sie bildet ober- und unterirdische Ausläufer. Bestäubt wird die Taubnessel vor allem von Hummeln und Wildbienen. Da kurzrüsselige Bienen die Nektarquelle nicht erreichen können, werden oft die Kelche von der Seite angebissen und der Nektar ohne Bestäubung entnommen („Honigräuber“). Über die verschiedenen Bestäubungsmechanismen bei den Lippenblütengewächsen ist ein besonderer Beitrag geplant.