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Misteldrosseln mögen Misteln …

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Bei uns im Kraichtal ist die Misteldrossel häufig zu beobachten. Sie ist bei uns in der Regel das ganze Jahr über anzutreffen, weil sie  nämlich offene Landschaften mit Hecken und lichten Wäldern liebt, wie dies bei uns im Kraichtal der Fall ist. Zudem findet sie in den zahlreichen Streuobstwiesen auch in den Wintermonaten ausreichend Nahrung.

Diese Misteldrossel hat sich auf einer hohen Pappel in der Nähe einer großen Mistel niedergelassen. Denn im Winterhalbjahr ernähren sich die Misteldrosseln neben Obst und Regenwürmern vor allem von den Mistelbeeren. Deswegen hat sie auch den Namen „Misteldrossel“ erhalten.

… und schon macht sie sich über die Früchte der Mistel her. Diese sind süß, aber klebrig. Nach dem Fressen streift  die Misteldrossel ihren Schnabel an Ästen und Zweigen ab. Dabei bleiben die in den Beeren enthaltenen Samen auf dem Zweig oder Ast kleben und können auskeimen. Aber auch die über den Kot augeschiedenen Reste der Mistelbeeren bleiben klebrig und keimfähig. Somit tragen die Misteldrosseln zur Verbreitung der Misteln bei.

Hier kann man deutlich die helle Brust und die typische Färbung der Misteldrossel erkennen. Auch ihre aufrechte Haltung ist typisch. Zudem ist im Spätherbst und im Winter (Dezember bis Ende Februar) die sichere Bestimmung einfach, denn die Singdrosseln sind  – es ist Ende November –  nicht mehr im Kraichtal zu beobachten, weil sie sich in ihre Winterquartiere in Südeuropa zurückgezogen haben.

Auf dieser Pappel konnten sich mehrere Misteln ansiedeln.

Die Misteldrossel kann man an folgenden Merkmalen erkennen: Die Misteldrossel ist die größte der drei im Kraichtal regelmäßig vorkommenden großen Drosselarten. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke im Bereich der Brust und  des Bauches sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Ihre weiß gefärbten Flügel-Unterseiten sind ebenfalls ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von der Singdrossel.  Aber auch im Gesang gibt es deutliche Unterschiede zur Singdrossel. Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in waldnahen Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. In den letzten Jahren hat sich ihr Bestand bei uns deutlich vergrößert. Im Spätherbst und Winter kommen noch Misteldrosseln aus kälteren Gebieten dazu.

Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel unterscheiden:

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Unter den Singvögeln bilden die Drosseln eine artenreiche Gruppe.  Misteldrossel, Singdrossel und Wacholderdrossel gehören zu den großen Drosselarten. Im Kraichgau kann man in der Regel diese drei Arten beobachten. Die Amsel gehört von ihrer Größe her auch dazu, aber ihr Aussehen unterscheidet sich sehr deutlich von den genannten Drossselarten. Während des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst kommt noch eine vierte Art, die  Rotdrossel  dazu, die man bei uns gelegentlich sehen kann. Zu den kleineren Drosseln zählen zum Beispiel, Rotkehlchen, Nachtigall , aber auch  der Garten- und der Hausrotschwanz. Dazu kommen noch Arten wie das Braun- und Schwarzkehlchen und während des Vogelzugs auch der Steinschmätzer. Auch das Blaukehlchen gehört zu dieser Gruppe, aber es ist schon seit Jahren aus dem Kraichtal verschwunden. Kennzeichen dieser Vogelfamilie ist, dass Drosseln ihre Nahrung überwiegend auf dem Boden suchen – und dass sie zu den besten Sängern der heimischen Vogelwelt gehören.

Die drei großen Drosselarten, die hier vorgestellt werden, kann man an diesen Merkmalen sicher unterscheiden:

Misteldrossel:

Die Misteldrossel ist die größte der drei Drosselarten. Ihr Lebensraum ist der Wald mit angrenzenden Feldern oder Wiesenflächen, wo sie nach Nahrung sucht. Auch in an den Wald angrenzenden Weinbergen sucht sie oft nach Nahrung. Ihr Gefieder ähnelt dem der Singdrossel, die Flecke an Brust und Bauch sind rund. Das Gefieder ist eher graubraun. Auch die blassgrauen Hals- und Kopfseiten sind ein sicheres Merkmal. Die Flügelfedern haben helle Säume. Neben dem Gesang sind ihre weiß gefärbten Unterflügel ein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Im  Gesang unterscheidet sie sich deutlich von der Singdrossel.  Ihre Körperhaltung ist meist aufrecht und gestreckt. Misteldrosseln kann man auch im Winter im Kraichtal beobachten, während die Singdrossel in Südeuropa überwintert.

Singdrossel:

Der Lebensraum der Singdrossel ist der Wald mit hohen Bäumen. Aber auch in Feldhecken, Parks und sogar Gärten mit Bäumen ist sie zu finden. Die Singdrossel ist viel kleiner als die Misteldrossel. Der Körper wirkt viel gedrungener. Die Gefiederfarbe ist nicht graubraun sondern überwiegend braun. Die schwarzen Flecken an der Bauchseite sind nicht so rund wie bei der Misteldrossel. In Richtung Brust und Hals sind sie sogar pfeil- oder herzförmig. Charakteristisch ist ihr Gesang, der im Frühjahr sehr oft zu hören ist. Die einzelnen Gesangselemente werden 2-3 mal wiederholt. Dem Gesang der Singdrossel wurden zahlreiche Sprachverse unterlegt. So zum Beispiel der Ruf:  „Kredít-Kredít-Kredít“  und im Schwäbischen rufen die Singdrosseln: „Karle-Karle-Karle“, weswegen die Singdrossel in manchen Gegenden Schwabens  auch  „Karle“  genannt wird.

Wacholderdrossel:

Die Wacholderdrossel ist ganzjährig im Kraichtal zu beobachten. Auffällig wird sie, wenn sie im Herbst und zeitigen Frühjahr in großen Schwärmen durch die Streuobstwiesen zieht, wo sie sich über das Fallobst hermacht. Dabei kann man bei uns Schwärme von mehreren Hundert Vögeln beobachten. Ihren Lebensraum teilt sie sich mit den anderen beiden Arten. Allerdings kann man oft Bruten in den Feldgehölzen beobachten. Sie ist größer als die Singdrossel, unterscheidet sich aber in ihrem Gefieder deutlich von den anderen Arten. Deutliche Merkmale sind der graue Scheitel und der Nacken, der rotbraune Mantel und die gefleckte Unterseite, wo sich überwiegend „V“- oder pfeilförmige Flecken befinden. Die Brust ist rötlich gelb getönt, der Bauch weißlich. Der Bürzel ist hellgrau.