Es ist ein alter Streit unter Vogelliebhabern: Soll man Vögel füttern – oder nicht? Der weithin anerkannte Vogelkundler und Verhaltensforscher Prof. Dr. Peter Berthold, der sich schon seit vielen Jahren mit diesem Thema befasst, hat in seinem Buch „Vögel fütttern – aber richtig!“ viele Fakten zu diesem Thema zusammengetragen. Und schon der Titel gibt das Fazit wieder: „Vögel fütttern – aber richtig!“ Er spricht sich darin – schon wegen der deutlich veränderten Umwelt-Situation eindeutig für die Ganzjahres-Fütterung von Vögeln aus. Und er findet dafür immer mehr Zustimmung in der Fachwelt.  Allerdings, die Vögel müssen richtig gefüttert werden. Das bedeutet: Notwendige Hygiene, Schutz vor Nässe, artgerechte Futterwahl und – wenn die Fütterung einmal begonnen hat – eine dauerhafte Verfügbarkeit des Futterangebotes.Wie das geht, zeigt dieses tolle Beispiel, das man bei der Sternwarte in Kraichtal Oberöwisheim bewundern kann. Dieses selbstgebaute Futtersilo erfüllt meiner Meinung nach  alle Vorgaben, welche eine Futterstelle haben muss. Dieses Silo ist offenbar eine Weiterentwicklung der bisherigen Futterbehälter,  die ebenfalls ein Eigenbau waren, Futtersilo 2.0, gewissermaßen. Hier können sich verschiedene Vogelarten am bereitgestellten Futter bedienen. Das Silo ist so konstruiert, dass Verschmutzungen und Nässe vermieden werden können. Das Futter kann nur mit dem Schnabel erreicht werden. Die Vögel können den abgetrennten Futterbehälter nicht betreten,  also auch das Futter nicht mit  Schmutz oder  Kot verunreinigen. Zudem finden sie durch die beiden schlitzförmigen Wasserablauf-Rinnen einen festen Halt im Einflugbereich. Je nach der Zusammensetzung der Futtermischung kann an viele Vogelarten ein breites Angebot gegeben werden. Wenn zum Beispiel Haferflocken, Fettfutter und ähnliches in der Futtermischung enthalten sind, bleiben auch Insektenfresser nicht außen vor. Was auf den Boden unterhalb der Futteranlage fällt, wird zum Beispiel vom Eichelhäher oder von Amseln eingesammelt. Und falls sich nachts Mäuse an den unten liegenden Futterresten bedienen, haben auch Eulen etwas davon. Bei einer solchen Futterstelle, wie sie bei der Sternwarte am Waldrand steht, ist dies durchaus denkbar. Aber auch Rotkehlchen stellen sich bei der Futterstelle ein. Darüber hinaus erfordert die Futteranlage wegen der relativ großen Kapazität von mehreren Kilogramm Futter kein häufiges Nachbefüllen – und gewährt somit die Verfügbarkeit über einen längeren Zeitraum. Tägliches Befüllen kann also entfallen; eine Entlastung  –  vor allem für den fütternden Vogelfreund! Und hier ein Beispiel, wie sich ein Kleiber am Futterangebot bedient:Hier hat sich ein Kleiber gerade einen Sonnenblumenkern geholt. Allerdings will er sich den Kern noch zurechtlegenDabei gleitet ihm der Sonnenblumenkern aus dem Schnabel.Doch, schon hat er ihn wieder. Und jetzt liegt der Sonnenblumenkern richtig im Schnabel. Der Kleiber ist ein ausgesprochen guter Flieger.Und jetzt fliegt er mit seiner „Beute“ an einen Platz, wo er den Kern entweder frisst – oder in einem geeigneten Versteck deponiert, wie dies bei Kleibern häufig vorkommt. Denn, wenn er viel Futter findet, legt er sich verschiedene Nahrungsverstecke für Notzeiten an.Und schon ist er wieder da, um sich erneut am reichhaltigen Futterangebot zu bedienen. Übrigens, während der Aufnahmen kamen auch zahlreiche Kohl- und Blaumeisen und 2 Sumpfmeisen an die Futterstelle. Am Boden holte sich ein Eichelhäher die dort befindlichen Futterreste.Das Bild zeigt, dass die Futterstelle von den Vögeln gut angenommen wird. Tatsächlich stellen sich  Kohl-und Blaumeisen, Grünfinken, Kleiber, Stare, aber auch Spechte regelmäßig ein.

TIPP: Es gibt schon einen Beitrag zu diesem Thema im Blog: Vogelfütterung

Und hier ein tolles Angebot vom Erfinder und Konstrukteur des Silos: Wer das Futtersilo nachbauen möchte, der findet   hier   eine ausführliche und sehr gut bebilderte Bauanleitung mit Material-Liste! Besser geht’s nicht !!!