Eine typische Orchidee im Kraichtal: Breitblättrige Stendelwurz

 

Die Breitblättrige Stendelwurz gibt es bei uns im Kraichtal noch an vielen Standorten, weil sie hier das findet, was sie braucht: Kalkhaltige Böden und lichte Wälder.  Denn sie liebt halbschattige Standorte, wie sie in Wäldern und Gehölzen häufig  sind. Sie dürfte die am häufigsten vorkommende Orchidee im Kraichtal sein. So wächst sie an Waldrändern, entlang von Waldwegen, auf  Lichtungen, an Heckenrändern oder auch in Hohlwegen.  Allerdings ist auch sie in den letzten Jahren im Kraichtal in ihrem Bestand seltener geworden. Obwohl sie bei uns aber noch nicht gefährdet scheint, steht sie wie alle Orchideenarten unter Naturschutz. Sie kann recht hoch und dabei manchmal sogar bis 1 m groß werden. Ihre Blätter können bis 10 cm breit werden (Name!). Je nach Witterung kann man die Triebe der Breitblättrigen Stendelwurz zwar schon im Mai sehen,aber sie blüht bei uns normalerweise erst ab Ende Juni bis Anfang August.Die wunderschönen Blüten sehen so aus, wie man sich Orchiddenblüten vorstellt.  Bei der Breitblättrigen Stendelwurz sind sie grünlich bis leicht weiß-rosa. Die Blütenfarbe kann allerdings variieren. Der Blütenstand der Orchidee öffnet sich – wie dies bei vielen Orchideenarten der Fall ist – von unten nach oben.  Wenn auch die oberste Blüte des Blütenstandes geöffnet ist, befindet sich die Orchidee in „Vollblüte“.Hier sieht man den Blütenstand der Orchidee, an welchem fast alle Blüten – nur die oberste Blüte ist noch geschlossen – geöffnet sind. Bestäubt wird die Breitblättrige Stendelwurz von verschiedenen Bienenarten und auch von Fliegen. Die meisten der bestäubenden Insekten bekommen beim Verlassen der Blüte ein Pollenpaket an den Kopf geklebt, das sie beim nächsten Besuch einer anderen Blüte wieder loswerden können. Blütenbesuchende Wespen sind nicht an der Bestäubung beteiligt.Von der Breitblättrigen Stendelwurz gibt es zahlreiche Unterarten. Hier sind nochmals deutlich ihre breiten Laubblätter zu sehen. Die Blütenfarben unterscheiden sich oft in der Farbigkeit und der Intensität der Färbung.Wenn die Blüten bestäubt sind, reifen die Kapselfrüchte heran. Sind sie getrocknet, öffnen sie sich und geben eine große Menge winziger Samenkörnchen frei (pro Fruchtkapsel bis zu 10.000 Samen). Diese werden vom Wind über große Entfernungen verblasen, wobei sogar mehrere Kilometer erreicht werden können. Hier ein typischer Standort am Rande eines befestigten Wirtschaftsweges in einem Wald.

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