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Schornsteinwespe

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Die Schornsteinwespe gehört innerhalb der Insektengruppe der Faltenwespen zur Unterfamilie der Solitären Faltenwespen. Solitär lebende Wespen bilden keinen Staat sondern leben einzeln. Im Kraichtal kann man sie sicher häufiger finden, wenn man gezielt danach sucht. Sie bevorzugt Lehm- und Lößwände, in die sie ihre Bruthöhle gräbt. Und wo es geeignete Baumaterialien gibt, ist sie mitunter häufig. Die Schornsteinwespe ist etwas mehr als 1 cm lang, hat eine schwarze Brust und einen mit schmalen gelben Streifen versehenen Hinterleib. Ihren Namen hat sie wegen des schornsteinartigen Aussehens des Eingangs ihrer Bruthöhle.

Die Schornsteinwespe ernährt ihre Brut von den Larven einer Rüsselkäferart. Dazu gräbt sie in Lehmwände – oder wie hier in die Lehmwand eines „Insekten-Hotels“ einen Gang. Den dabei entstehenden Aushub formt sie zu Kügelchen und klebt diese an die Außenseite der Lehmwand. Dazu trägt sie Wasser in den Gang ein und formt dort stabile Kügelchen. Je tiefer der Gang, desto mehr Lehmkügelchen entstehen dabei. Allmählich entsteht eine Röhre, die sich nach wenigen cm „wasserhahn-ähnlich“ nach unten biegt.

Das gesamte Aushubmaterial wird an den „Kamin“ angeklebt. Dadurch wird der „Schornstein“ immer länger. Wenn alle Brutkammern gefüllt sind, verschließt die Schornsteinwespe die Kammern und den Gang mit den Lehmkügelchen des Schornsteins. Dabei wird der Kamin wieder kleiner, bis alle Kügelchen verarbeitet sind. Der Hauptgang wird dann mit einem abschließenden Lehmpropf verschlossen. Perfektes „Recycling“ also.  Dass dass nicht immer klappt, sieht man an den Lehmkügelchen, die beim Auf- oder Abbau des Schornsteins auf dem Kantholz des „Insekten-Hotels“ gelandet sind.

Hier trägt eine Schornsteinwespe gerade eine Rüsselkäferlarve zur Bruthöhle. Mit den beiden vorderen Beinpaaren hält sie die Beute fest an ihre Brust gedrückt. Das letzte Beinpaar ist nach hinten gerichtet. Bei dieser Schornsteinwespe handelt es sich um ein Weibchen; das Weibchen hat gerade auslaufende Fühler; beim Männchen sind die Fühlerenden eingerollt.

Die folgenden Bilder zeigen eine weibliche Schornsteinwespe, die gerade in einen ihrer „Schornsteine“ fliegt

Durch die Jagd auf Rüsselkäfer, die vor allem in der Landwirtschaft große Schäden anrichten können, erbringen die Schornsteinbienen einen großen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung. Für den Menschen sind sie völlig ungefährlich. Die Wespen kann man von Mai bis Juli beobachten.

Die Larvenentwicklung der Schornsteinwespen ist nach ca. 14 Tagen abgeschlossen.

Hornissen

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Innerhalb der Insekten gehören die Hornissen zur Gruppe der Hautflügler und zur Familie der Faltenwespen. Sie sind mit einer Körperlänge von bis zu knapp 4 cm die größte Wespenart bei uns. Obwohl sie laut brummen und wegen ihrer Größe recht gefährlich aussehen, sind Hornissen absolut friedlich. Im Gegenteil: Hornissen sind scheu und beachten uns Menschen eigentlich gar nicht. Leider existieren, was Hornissen betrifft, viele Mythen. Tatsächlich sind Stiche von Hornissen nicht gefährlicher als die von Bienen oder Wespen. Nur wer gegen das Gift allergisch ist, kann – wie bei Bienen- oder Wespenstichen auch – Probleme bekommen.

Dabei ist aber zu beachten: Das Risiko, von einer Hornisse gestochen zu werden ist viel geringer als von einer anderen Wespenart oder von einer Honigbiene. Denn normalerweise bleiben Kontakte mit uns Menschen aus. Hornissen interessieren sich weder für uns Menschen,  noch für süße Getränke noch für den Obstkuchen, der im Garten gegessen werden soll. Im Gegenteil: wenn Hornissen ab und zu an den Kaffeetisch kommen, dann nur, um die dort fressenden Wespen zu erbeuten. Wer Hornissen auf seinem Grundstück hat, wird dadurch auch oft von der „Wespenplage“ befreit. Hornissen sind sehr nützlich: Denn ein Hornissenvolk vertilgt pro Tag ca. 1/2 kg Insekten. Welche Menge das pro Jahr und Volk ergibt, lässt sich leicht errechnen. Je nach Witterung und Entwicklung des Volkes sind die Hornissen von Anfang Juni bis Mitte Oktober auf massiver Insektenjagd. Und der Mythos, dass die Hornissen, wenn sie im Haus Nester bauen, die Dachbalken oder die Deckenvertäfelung fressen, ist falsch. Hornissen stellen ihr Nest ausschließlich aus morschem Holz her – und vergreifen sich weder an Dachlatten oder Paneelen.

Folgende Tipps zeigen auf, wie man Konflikte mit Hornissen vermeiden kann: In Nestnähe (ca. 2 m – 6 m) sollte man jede mögliche Störung wie heftige Erschütterungen, schnelle Bewegungen oder das Versperren der Flugbahn am Nest grundsätzlich unterlassen. Außerdem: Bei Begegnungen mit Hornissen keine panischen Abwehr-Reaktionen zeigen!  Dies betrachten die Hornissen nämlich als Angriffssignal! Statt dessen ruhig bleiben! Menschen gehören nicht ins Beuteschema der Hornissen!  Wer aber selbst Hand anlegt und direkt gegen das Nest vorgeht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Hornissen dann zum Angriff übergehen.

Hinweis: Hornissen sind streng geschützt! Die einheimische Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht getötet, und ihr Nest darf nicht zerstört werden. Die Beseitigung eines Nestes ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörden möglich. Wer eigenständig dagegen vorgeht, macht sich dadurch strafbar.

Trotzdem kann es Konflikte mit Hornissen geben. Da in vielen Orten und Fluren alte Bäume mit Nistgelegenheiten selten geworden sind, weichen Hornissen dann auf geeignete Nistmöglichkeiten in und an unseren Gebäuden (z.B. Rolladenästen) aus. In diesen Fällen kann eine dafür ausgebildete und beauftragte Fachkraft Abhilfe schaffen. Auskünfte darüber erteilt das Umwelt- oder Ordnungsamt jeder Gemeinde.

Hier haben Hornissen in einem Kirschbaum auf einer Streuobstwiese ihr Nest gebaut.

Der Platz im Baum reicht nicht mehr aus; deswegen legen die Arbeiterinnen einen „Erweiterungsbau“ außerhalb der Baumhöhle an. Ihr Nest bauen sie aus zerkautem, morschen Holz auf.  Wächter-Hornissen überprüfen die einfliegenden Hornissen, die mit Beute zum Nest zurückkehren.

Bei hohen Außentemperaturen fungieren die abgebildeten Hornissen als „Ventilatoren“. Mit heftigen Flügelbewegungen regulieren sie die Nesttemperatur. Auch das von Arbeiterinnen eingetragene Wasser dient zur Temperaturregulation.

Mit dem ersten Frost Ende Oktober/Anfang November sterben die Arbeiterinnen ab; die Königin überwintert an einer frostsicheren Stelle und gründet im Folgejahr einen neuen Staat.