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Lurch des Jahres 2018: Grasfrosch

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8Der Grasfrosch wurde zum Lurch des Jahres 2018 gewählt. Er gehört ebenfalls zu den Braunfröschen. Seine Färbung ist sehr variabel. Sie reicht von gelb, rot bis braun. Im Unterschied zum Springfrosch ist seine Schnauzenspitze gerundet und das Trommelfell etwas weiter vom Auge entfernt und etwas kleiner. Grasfrösche bleiben in der Regel ihrem Brutgewässer treu, das jedes Jahr zur Fortpflanzung aufgesucht wird. Sie verbringen außer der Fortpflanzungsperiode im März fast das ganze Jahr außerhalb der Gewässer.

Der Laich wird im besonnten Uferbereich in großen Laichballen, die oft mehr als 1000 Eier enthalten, abgelegt. In sehr stark besuchten Laichgewässern können dann auch große Ansammlungen von Laichballen beobachtet werden.

Schon kurz nach der Eiablage und der Befruchtung der Eiballen durch die beim Weibchen aufsitzenden Männchen verlassen sie das Laichgewässer und leben den Rest des Jahres an Land oder anderen Gewässern in ihrem Sommer-Lebensraum (Hecken, Wälder, Gärten, Felder  oder Parks). Dort gehen sie vor allem nachts auf Jagd nach Insekten, aber auch Nacktschnecken und Spinnen. Tagsüber verstecken sie sich in feuchten Stellen in der Vegetation. Die Überwinterung erfolgt an frostgeschützten Stellen (Erdlöcher, Höhlen in Totholz, usw.), manchmal aber auch auf dem Grunde von Gewässern. Grasfrösche werden in freier Natur nicht sehr alt; das liegt vor allem an der großen Zahl der Fressfeinde, an den Überwinterungsverlusten, an den Verlusten durch den Straßenverkehr, leider aber auch durch Umweltgifte.

In vielen Gebieten Deutschlands ist ein starker Rückgang der Grasfrösche zu beobachten. Im vergangenen Jahr wurden bei der Wanderung von Fröschen und Kröten auch im Kraichtal nur wenige Exemplare gesichtet. In diesem Jahr sind aber wieder etliche Exemplare aufgetaucht. Bundesweit ist der Grasfrosch in Deutschland durch die Bundesartenschutz-Verordnung besonders geschützt. Er wurde in die Vorwarnliste der bedrohten Arten aufgenommen.

Sie wandern wieder …

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Jedes Jahr wird im Frühjahr am Rand einer sehr stark befahrenen Straße (Kraichtal-Bretten) ein „Krötenzaun“ aufgebaut. Manchmal kann man morgens auch Menschen beobachten, die sich mit Eimern an diesem Kunststoffzaun zu schaffen machen. Warum das Ganze? Die meisten einheimischen Amphibien verbringen den Sommer, den Herbst und den Winter im Wald oder auf den Feldern. Dort suchen sie so lange wie möglich nach Nahrung und nach einem frostsicheren Platz, wo sie die Winterstarre verbringen können. Im Frühjahr drängt es sie aber unwiderstehlich während der Paarungszeit zu dem Laichgewässer, in dem sie sich selbst einmal entwickelt haben, zurück. Denn alle Amphibien brauchen zu ihrer Entwicklung Wasser. Da viele unserer Straßen die Wanderwege der Amphibien durchschnitten haben, sind diese gezwungen, selbst sehr stark befahrene Straßen zu überqueren. Da Straßen auch nachts noch eine Menge Wärme abstrahlen können, machen viele Amphibien eine Pause auf der Fahrbahn, anstatt sie zügig zu überqueren. Die Folge ist, dass dadurch in manchen Gebieten ein Großteil der paarungsbereiten Lurche ums Leben kommt. Überfahrende Frösche und Kröten gehören deswegen in dieser Zeit leider immer noch zum morgendlichen Straßenbild.

Um dies zu verhindern wurden schon vor Jahrzehnten von Umweltverbänden oder Privatpersonen Gruppen gebildet, die es sich zur Aufgabe machen, durch den Aufbau von „Krötenzäunen“, deren tägliche Betreuung – und das Aussetzen der eingesammelten Tiere in geschützten Gewässern zuverlässig über Wochen oder sogar Monate zu übernehmen. Tatsächlich ist es meiner Meinung nach nur diesen Gruppen zu verdanken, dass es bei uns noch verschiedene Amphibienarten und Kleintiere gibt.

Im Kraichtaler Ortsteil Gochsheim organisiert Thomas Bratzel schon seit vielen Jahren diese bewundernswerte Aktion. Hier sieht man ihn mit seinem Sammeleimer, in dem sich im Laufe der Aktion einige Tiere befinden werden. Natürlich gehört er selbst zu den Menschen, die sich auch vor Ort um das Überleben der Lurche kümmern. Glücklicherweise ist es ihm gelungen viele Menschen in dieses jährliche Projekt einzubinden. So helfen Verwandte, Freunde, aber auch Menschen aus anderen Ortschaften, z.B. Gondelsheim, ein verlässliches Netz zu knüpfen. Denn der Zaun muss auf der gesamten Länge unbedingt täglich (und zwar recht früh morgens – und bei jedem Wetter) kontrolliert werden, damit die in den Eimerfallen gefangenen Tiere befreit, umgesiedelt oder freigelassen werden. Was viele nicht wissen: In den Eimerfallen befinden sich oft nicht nur Lurche. An manchen Tagen finden sich Spitzmäuse, Feldmäuse oder Insekten wie verschiedene Laufkäfer-Arten. Werden die Eimer zu spät geleert, kann es vorkommen, dass zum Beispiel die Spitzmäuse in einer einzigen Nacht verhungern, weil diese zum Überleben ständig Nahrung brauchen.

In diese Eimerfalle ist eine Feldmaus hineingeraten! Gleich wird sie befreit werden (mit Handschuhen natürlich!)

Beim Aufbau des Zauns helfen jedes Jahr Mitglieder der Jugendfeuerwehr Gochsheim: Ein tolles Signal von jungen Menschen für den Umweltschutz! Und der Aufbau macht Mühe: die Plastikwand spannen, die Träger einbauen und im Boden verankern, in regelmäßigen Abständen Eimerfallen im Boden vergraben – und das Ganze nach ein paar Wochen wieder abbauen. Die Eimer haben natürlich durchlöcherte Böden, damit die gefangenen Tiere während der Nacht nicht im möglichen Regen ertrinken können. Ein Blick in den Sammeleimer zeigt, welche Tiere sich schon nach kurzer Zeit dort befinden: Erdkröten und Springfrösche.

Was aber noch gefunden wurde:

Laufkäfer

… und eine Spitzmaus!

eine Feldmaus wird freigelassen…

Wer diese Aktionen belächelt, sollte sich klarmachen, dass – mit Ausnahme der Feldmaus – alle abgebildeten Tiere eine „feste Planstelle“ zur Bekämpfung von Schädlingen im Kreislauf der Natur haben. Das sind die heimlichen Helfer der Landwirtschaft, die das ganze Jahr über sehr effektiv an dieser Aufgabe arbeiten. Diese „original“  biologische Schädlingsbekämpfung kann in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen –  wir müssen sie durch unser Handeln aber auch möglich machen.

Helfer aus Gondelsheim am Krötenzaun haben neben Erdrköten auch Grasfrösche im Eimer.

Aber auch die Familie und Kinder von Bekannten und Freunden helfen mit, die in den Eimern gefangenen Tiere umzusiedeln. Und jeden Tag gibt es unterschiedliche Funde in den Eimern:

 

 

 

Springfrosch

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Springfrösche gehören in Deutschland zu den selteneren Froscharten. Auch bei uns im Kraichtal ist er nicht häufig zu beobachten. Bei den Froschwanderungen im letzten Jahr wurden zum Beispiel nur vereinzelte Exemplare gesichtet. Der Springfrosch gehört zu den Braunfröschen, weil diese nicht grün sondern braun gefärbt sind. Verwandte Arten sind vor allem der Grasfrosch und der Moorfrosch (dieser kommt bei uns in Kraichtal nicht vor). Der Springfrosch hat seinen Namen, weil er von den einheimischen Amphibien am weitesten (bis zu 2 m) und am höchsten (bis 75 cm) springen kann. Dies verdankt er seinen kräftigen und langen Hinterbeinen. Er besiedelt lichte Wälder in den wärmeren Gebieten in Deutschland. Zur Eiablage sucht er Teiche, Tümpel, kleine Seen aber auch manchmal Wassergräben auf.

Kennzeichen des Springfrosches sind seine spitze Schnauze  und sein großes Trommelfell, das fast so groß ist wie das Auge. Die Färbung kann von hellbraun, graubraun bis rotbraun variieren.

Der Springfrosch legt Laichballen mit bis zu 1800 Eiern in den Gewässern ab, die er an Pflanzen oder Ästen befestigt.

Die Laichgewässer, welche der Springfrosch bevorzugt, sollen flache Uferbereiche und sonnenbeschienene Uferabschnitte aufweisen. Der Springfosch ist streng geschützt.

Wasserfrösche

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Wasserfrösche ist eigentlich ein Sammelbegriff von vielen unterschiedlichen Formen der Art. Eigentlich gibt es bei uns ursprünglich nur den Kleinen Wasserfrosch und den größeren  Seefrosch.  Da es aber innerhalb der Gruppe zu zahlreichen Hybridisierungen gekommen ist, kann man die einzelnen Froscharten durch äußere Merkmale allein oft nicht mehr sicher voneinander unterscheiden. Man bezeichnet also Wasserfrösche als Frösche, die überwiegend am und im Wasser leben. Jedenfalls gibt es bei uns Wasserfrösche, welcher Art auch immer. Sie machen sich vor allem im Frühjahr und Frühsommer durch ihr „Froschkonzert“, das tags, aber auch nachts stattfindet, bemerkbar. Sie ernähren sich von Insekten und anderen Kleinlebewesen. Während der Fortpflanzungszeit versammeln sich oft viele Frösche in den Tümpeln und Teichen – und gehen mit Rivalen sehr robust um,wie die folgenden Bilder zeigen. Die Fortpflanzung ist aufgrund genetischer Besonderheiten recht kompliziert. Wasserfrösche gehören zu den sogenannten „Grünfröschen“.

Zustand des Teiches im Juni 2016:

 

Erdkröte

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Die Erdkröte gehört zu den Froschlurchen und ist die häufigste Amphibienart im Kraichtal. Trotzdem bekommt man sie meist nur während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr zu sehen, wo sie zu ihrem Laichgewässer wandert. Dies geschieht vor allem in den ersten frostfreien Nächten – je nach Region und Witterung schon Ende Februar/Anfang März. Dabei überqueren sie bei dieser Wanderung öffentliche Straßen und fallen so oft dem Straßenverkehr zum Opfer. Bei der Paarung klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich fest. Manchmal kommen die Erdkröten schon im „Huckepack“ am Laichgewässer an. Am Laichgewässer angekommen warten schon paarungsbereite Männchen. Oft kommt es vor, dass ein Männchen ein anders Männchen besteigen will. Dann gibt das Männchen einen Warnton ab. Wenn das Weibchen die Eischnüre ablegt, gibt das Männchen seine Samenzellen dazu.

Wie schon beschrieben bedeutet der Straßenverkeht eine große Gefahr für die wandernden Erdkröten. Deswegen ist die Errichtung von Krötenzäunen und das regelmäßige Absammeln eine große Hilfe für den Fortbestand der Lurche. Auch Erdkröten sind streng geschützt.