Auch der Teichrohrsänger ist bei uns im Kraichtal Brutvogel. Von Ende April bis Ende September/Anfang Oktober kann man ihn hier beobachten. Er brütet im dichten Schilf von Teichen, Seen und entlang von schilfbestandenen Gräben. Auch er gehört zu den Langstreckenziehern, die südlich der Sahara überwintern. Für den ungefähr 6000 km langen Flug muss er sich im Laufe des Jahres genügend Fettreserven anfressen. Dies gilt natürlich auch für alle Jungvögel.

Er ist ein geschickter Kletterer zwischen den Schilfhalmen. Er ernährt sich von Insekten und deren Larven, Spinnen und Weichtieren.

Sein Gesang ist zum einen wegen seiner Lautstärke und seinen „schnarrenden“ kurzen Rufen, die häufig wiederholt werden,  auffällig.

Sein Gefieder ist gut an die Umgebung im Schilf angepasst. Die Rückenseite ist braun, die Kehle und die Unterseite ist gelblich weiß. Er ähnelt sehr dem Sumpfrohrsänger, von dem man ihn eigentlich auch durch den Gesang  nicht sicher unterscheiden kann. Allenfalls durch die Vielzahl der verwendeten Gesangs-Motive kann man den Sumpfrohrsänger vom Gesang her bestimmen. Unterschiedlich ist aber sein Verhalten im Schilf. Im Gegensatz zum Sumpfrohrsänger, der häufig auffliegt, hüpft der Schilfrohrsänger meist geschickt von Halm zu Halm.

Er bleibt bis Ende September/Anfang Oktober bei uns, weil er bei günstiger Witterung und ausreichendem Nahrungsangebot 2-3 Bruten pro Jahr durchführt. Die Hauptbrutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Dabei legt das Weibchen jeweils 3 bis 5 Eier. Der Teichrohrsänger wird häufig zum Opfer des Kuckucks, der besonders oft seine Eier in den Nestern des Teichrohrsängers unterbringt. Meist zieht dann der Teichrohrsänger den jungen Kuckuck zugunsten der eigenen Brut auf.  Andere Rohrsängerarten entfernen manchmal die Kuckuck-Eier aus ihrem Nest. Beim Teichrohrsänger ist dies aber kaum der Fall. Die Zukunft des Teichrohrsängers bei uns im Kraichtal hängt in erster Linie aber nicht vom Kuckuck – sondern davon ab, ob bestehende Feuchtgebiete mit vorhandenem Schilfgürtel sauber bleiben und so auch in Zukunft weiter bestehen können.