Die Turteltaube ist die kleinste Taubenart in Deutschland. In Gebieten mit viel Wald, in den Mittel- oder Hochgebirgen ist sie nur sehr selten zu beobachten. Im Kraichtal kann man ihr schönes Gefieder nur von Mitte Mai bis Anfang September bewundern. Dann macht sie sich wieder auf die lange Reise in ihr Winterquartier, das sich im Mittelmeerraum oder südlich der Sahara befindet.Man findet sie bei uns, weil es bei uns warm ist. Sie besiedelt lichte Wälder, Feldhecken und -gehölze, Auwälder, aber auch Weinberge.   Typische Kennzeichen sind die braun schwarz gemusterten Flügel und die schwarzweißen Querbinden an den Halsseiten. Wegen ihres Rufes „tur tur“ hat sie ihren Namen erhalten. Männchen und Weibchen sind nur schwer zu unterscheiden.Die Turteltaube ist ein wunderschöner Vogel, der allerdings sehr scheu ist. Turteltauben haben bei uns eine Brut pro Jahr. In den letzten Jahren ist ihr Bestand vielerorts stark zurückgegangen. Sie steht bei uns unter Naturschutz; in anderen Ländern wird sie aber bejagt. So werden auf ihrem Zug nach Süden mehrere Millionen dieser Vogelart legal geschossen oder gefangen – aber auch illegal erlegt.Turteltauben suchen ihre Nahrung ausschließlich auf dem Boden. Diese besteht aus Samen aller Art. Dazu kommen Beeren, Pilze, Knospen, Klee und Raps. Natürlich werden auch Insekten oder kleine Schnecken gefressen.  Jetzt im August, wo die Felder abgeerntet  – und viele Wegraine gemäht sind, sieht man die Turteltauben sehr oft auf den Feldern oder an Straßenrändern nach Nahrung suchen.Entlang der befestigten Wirtschaftswege ist die Chance auf Nahrung besonders hoch, weil es hier oft Abfälle gibt, die aus den Erntemaschinen oder den Erntefahrzeugen der Landwirte gefallen sind. Bleibt zu hoffen, dass diese Taube im nächsten Jahr wieder bei uns im Kraichtal brüten kann.