Kategorie:Wulstlingsverwandte

Er ist der Pilz des Jahres 2019: Grüner Knollenblätterpilz

Er ist zwar Pilz des Jahres 2019, doch er ist hochgiftig. Sein Verzehr kann schon in geringen Mengen zum Tod führen. Trotzdem gehört er zur Pilzflora im Kraichtal. Jeder, der hier bei uns Pilze sammeln geht, sollte deswegen diesen Pilz unbedingt kennen, zumal es immer wieder zu Verwechslungen mit anderen Pilzen kommen kann. Bei uns erscheinen die Fruchtkörper von Ende Juli bis Ende Oktober/Anfang November.Der Hut ist bis zu 15 cm breit. Die Haut ist glatt und glänzt leicht. Die Färbung reicht von gelbgrün bis braunoliv. Dabei ist der Hutrand heller gefärbt als die Hutmitte.Die Lamellen sind weiß. Der Stiel wird ca. 15 cm hoch und zeigt ein olivgrünes Muster. Man sagt, der Stiel ist „genattert“. Damit meint man das zickzackförmige rund um den Stil verlaufende Muster. Die Stielbasis bildet eine Knolle, welche in einer häutigen Scheide steckt.Hier sieht man die dunklere Hutfärbung in der Mitte des Hutes.  Auf keinen Fall ist Entwarnung gegeben, wenn ein Pilz – wie es hier der Fall ist – Fraßspuren von Schnecken aufweist. Dies ist kein Indiz für die Gefährlichkeit eines PilzesDie weißen Lamellen des Knollenblätterpilzes sind ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gegenüber einigen Champignon-Arten. Trotzdem sollte man keine jungen Champignons, bei denen der Hut noch geschlossen ist, sammeln, weil auch diese noch keine gefärbten – oder nur schwach gefärbte Lamellen aufweisen.Die Stielknolle steckt in einer häutigen Scheide. Hier wird auch deutlich, weswegen man beim Sammeln immer den ganzen Pilz entnehmen sollte, damit man erkennen kann, ob eine Stielknolle in einer häutigen Scheide steckt.

Wie schon gesagt genügen kleinste Mengen für eine tödliche Wirkung. Problematisch ist, dass die Vergiftungssymptome erst nach Stunden auftreten, wenn die Wirkstoffe schon ins Blut gelangt sind. Wenn nicht sofort intensiv-medizinische Maßnahmen erfolgen, kommt es zum Leber- und dadurch bedingtem Multi-Organ-Versagen.  Deswegen gilt als oberste Vorsichtsmaßnahme: NUR PILZE SAMMELN, DIE MAN  GANZ GENAU KENNT!!!

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Was man beim Sammeln von Pilzen beachten sollte

Grüner Knollenblätterpilz

Gelber Knollenblätterpilz, weiße Form

Der Gelbe Knollenblätterpilz gehört zur Pilzfamilie der Wulstlingsverwandten. In der Farbe variiert er von zitronengelb bis blass-weißlich. Kennzeichen sind die weißen Reste der Pilzhülle auf dem Hut. Die Lamellen sind weiß. Bei uns im Kraichtal ist er in diesem Jahr sehr häufig zu finden. Je nach Witterung erscheinen die Fruchtkörper von Juni bis in den Winter hinein in den Wäldern. Kennzeichen sind die weißen Reste der Pilzhülle auf dem Hut. Die Lamellen sind weiß. Der Hautring am Stiel ist gleichmäßig geformt. Bei der weißen Form des Gelben Knollenblätterpilzes fehlt der gelbe Farbstoff. Deswegen hat diese Farbvariante einen blass-weißen Hut und auch einen blassweißen Stiel.Die Stielbasis ist knollig. Der Stiel steckt fest in der Scheide, die deutlich vom Stiel abgesetzt ist. Im Gegensatz zum Grünen Knollenblätterpilz ist der Gelbe Knollenblätterpilz nur in rohem Zustand giftig, weil dessen Gift durch das Erhitzen unschädlich wird. Wegen der hohen Verwechslungsgefahr mit den anderen Knollenblätterpilz Arten – und weil er  ohnehin nicht gut schmeckt – sollte man ihn weder sammeln noch essen.

Tipps: Was man beim Sammeln von Pilzen beachten sollte

Fliegenpilz

Der Fliegenpilz gehört zur Famile der Wulstlingsverwandten. Er ist hoch giftig. Man findet ihn im Kraichtal vereinzelt von Juni bis Ende Oktober/Anfang November. Charakteristisch ist sein roter Hut, der von weißen Flocken bedeckt ist. Allerdings sind diese bei älteren Exemplaren nach Regenwetter häufig abgewaschen. Diese Flocken sind die Reste der Pilzhaut, in welche der junge Pilz gehüllt war. Obwohl ihn viele Menschen noch nie in der Natur gesehen haben, ist er sehr bekannt. So wird er in vielen bebilderten Märchendarstellungen, oft in Verbindung mit Zwergen, Rehen und anderen Waldtieren dargestellt. Gemeinsam mit dem Hufeisen und dem vierblättrigen Kleeblatt dient er an Sylvester und Neujahr als Glückssymbol. Seinen Namen erhielt er, weil man mit in Milch eingelegten Fliegenpilzen Fliegen anlockte und bekämpfte.Normalerweise wächst der Fliegenpilz unter Birken und Fichten. Deswegen kommt er im Kraichtal nur stellenweise vor. Charakteristisch sind seine weißen Lamellen, sein weißer Stiel und das weiße Fleisch. Der Fliegenpilz ist ein hochgiftiger Pilz, der unter Umständen auch den Tod zur Folge haben kann. Allerdings müssen dazu mehrere ganze Pilze verzehrt werden. Typische Giftwirkungen sind Unruhe, Angstgefühle, Depressionen, psychische Störungen, Illusionen, Krämpfe, Bauchschmerzen, Durchfälle und Muskelzuckungen. In seiner Gesamtwirkung ähnelt die Giftwirkung einer schweren Alkohovergiftung mit entsprechenden Bewußtseinsveränderungen.In vielen Ländern der Erde hat der Fliegenpilz eine lange Tradition als Rauschmittel. Schamanen versetzten sich damit wegen seiner extase-auslösenden Wirkung in einen Rausch. Auch heute noch werden in vielen Gegenden Fliegenpilze in dieser Tradition verwendet. Es scheint auch so, dass der Giftgehalt und die Giftzusammensetzung regional unterschiedlich sein kann.  So haben Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, welche in Ostpreußen den Fliegenpilz als Speisepilz verwendet hatten,  nach ihrer Ankuft in Bayern Vergiftungen durch den Pilz erlitten.Junge Fliegenpilze vor einem Baumstumpf. Ein schöner Pilz, der es in sich hat. Trotz seiner Giftigkeit sollte man den schönen Pilz stehen lassen.

Tipps: Was man beim Sammeln von Pilzen beachten sollte

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