Zur Zeit finden im Kraichtal in den Wäldern wieder wilde Jagden von Eichhörnchen  statt. Dabei geht es in schnellen Spiralen um die Baumstämme und Verfolgungen stammauf – stammab. Manchmal ist es nicht zu erkennen, wer eigentlich wen jagt. Doch hier ist es offensichtlich ein Männchen, das einem Weibchen hinterher jagt. Dann folgen oft kurze Momente der Ruhe, bis es wieder losgeht. Oft geht diese Szenerie tagelang – und tatsächlich entscheidet letztlich das Weibchen, welches der verfolgenden Männchen zum Zug kommt. Männchen können die paarungsbereiten Weibchen aus großer Entfernung riechen. Und so ist es auch kein Wunder, wenn anfangs mehrere Männchen dem gleichen Weibchen hinterher jagen. Dann gibt es aufregende Szenen in den Baumwipfeln, wenn sich konkurrierende  Männchen gegenseitig mit dem  Weibchen Verfolgungsjagden liefern.Hier ist ein Männchen, das offenbar das Weibchen entdeckt hat, dem er schon mehrere Tage hinterherläuft.

Das Weibchen sitzt ein Stück tiefer am Stamm und beobachtet das Männchen.Das Männchen prüft die Luft. Offenbar sind die Gerüche, die er aufnimmt, sehr verlockend. Ein Sprung – und schon hat er das Weibchen im Griff. Damit sie nicht entkommen kann stützt er sich mit dem Vorderbein ab, bis er die richtige Position eingenommen hat. Er versucht mit beiden Vorderbeinen, das Weibchen festzuhalten und in die richtige Lage zu rücken. Wenn das geklappt hat, kann er sich mit dem Weibchen paaren.Jetzt hat er das Weibchen fest im Griff.Die Paarung dauert aber nur einige Sekunden. Dann versucht das Weibchen, sich vom Männchen zu lösen.Er versucht zwar, sie festzuhalten, aber sie kann sich „aus dem Schwitzkasten“ befreien. Jetzt reißt sie sich los und springt auf einen benachbarten Baum.Das Männchen bleibt noch kurz auf der Astgabel sitzen, aber dann folgt es schon wieder dem Weibchen. Das Spiel wiederholt sich. Die wilde Jagd beginnt erneut.Ein neuer Versuch. Das Männchen hat das Weibchen wieder entdeckt. Ein Sprung – und er drückt  das Weibchen am Hinterleib und am Schwanz gegen den Stamm, doch das Weibchen kann ihm vorerst entkommen. Dann verschwinden beide in wilder Jagd in dem Wäldchen.

Wenn die Paarung – wie es aussieht – erfolgreich war, dann wird das Weibchen in etwa 40 Tagen 2 bis 5 Junge im „Wurfkobel“ so heißt das Nest, in welchem sich die Mutter mit den Jungen aufhält – zur Welt bringen. Um die Aufzucht der Jungtiere kümmert sich das Weibchen alleine. Aus Sicherheitsgründen werden mehrere Kobel angelegt, in welche das Weibchen die Jungen bei Gefahr bringen kann.  Das Männchen wird nach erfolgreicher Paarung vom Weibchen vertrieben und nicht mehr in Nestnähe geduldet. Nach der Geburt werden die Jungen noch ca. 8 Wochen von der Mutter gesäugt. Im Spätsommer paaren sich die Eichhörnchen nochmals.