Die Ackerhummel gehört wie alle Hummelarten zu den Wildbienen. Hummeln sind  „staatenbildende Insekten“.Im Gegensatz zu den einzeln lebenden Wildbienen den „Solitärbienen“. Hummeln bilden einen „Sommerstaat“. Dieser wird jeweils im Frühjahr von der Königin begründet und besteht bis in den Herbst. Dann sterben alle Mitglieder des Staates. Nur die „neuen“ jungen Königinnen überleben – und bilden im nächsten Frühjahr wieder einen neuen „Sommerstaat“. Die Honigbienen dageben bilden einen „Dauerstaat“, der über mehrere Jahre hinweg bestehen bleibt.

Man erkennt die Ackerhummel am rotbraunen Rücken und dem schwarz-gelblich geringelten Hinterleib. Es gibt aber zahlreiche Farbvarianten. Insgesamt wirkt die Ackerhummel sehr „flauschig“. Bei der abgebildeten Ackerhummel handelt es sich um eine „Königin“. Denn Arbeiterinnen und Drohnen gibt es jetzt noch nicht. Die Königin hatte sich im vergangenen Herbst mit Drohnen gepaart – und dann einen geeigneten Unterschlupf zur Überwinterung gesucht. Bei geeigneter Witterung erscheint sie dann Anfang April und sucht zunächst einmal nach Futter.  Dieses findet sie gerade bei den rotblühenden Taubnesseln, der „Roten Taubnessel“, der „Stängelumfassenden Taubnessel“(sie ist im Kraichtal seltener) und der „Gefleckten Taubnessel“, von denen es Ende März Anfang April bei uns schon große Vorkommen gibt. Auch andere Pflanzen werden zur Nahrungsaufnahme aufgesucht, wobei die verschiedenen Taubnesselarten im Laufe des weiteren Jahres eine große Rolle für die Ernährung der Hummeln spielen. Mit ihrem großen Rüssel kommen die Hummeln auch bei den Taubnessel-Blüten sowohl an den Pollen als auch an den Nektar heran.Hier fliegt die Königin gerade eine Gefleckte Taubnessel an. Diese kommt auf Feldern, Äckern und Wegrändern vor – und ist – gemeinsam mit anderen Taubnesseln -ein wichtiger Pollen- und Nektar-Lieferant für die Insekten, welche schon im März/April unterwegs sind. Beim Einfliegen in die Lippenblüte streift sie an den Staubblättern der Taubnessel vorbei.Dabei füllt sie den Zwischenraum zwischen Ober- und Unterlippe der Taubnessel fast völlig aus. Beim Besuch der nächsten Blüte streift sie einen Teil des Pollens auf der Narbe der nächsten Blüte ab und bestäubt sie dadurch. Tatsächlich spielen Hummeln und andere Wildbienen-Arten eine wichtige und bedeutende Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Vor allem deswegen, weil sie bei viel widrigeren Wetterbedingungen die Pflanzen bestäuben können, als dies bei den Honigbienen der Fall ist. Wenn die die Königin ihre erste Nahrung aufgenommen hat, sucht sie einen geeigneten Platz für das Nest. Dabei werden Hohlräume im Boden oder auch in Bäumen ausgewählt. Bevorzugte Stellen sind ehemalige Mäusebauten, Vogelnester, Nistkästen, ja sogar in auf dem Boden liegenden Getränkeflaschen aus grünem oder braunem Glas wurden schon Hummelnester entdeckt. In diese Hohlräume trägt sie dann das Nistmaterial ein, das aus Moos, Gras und anderen feinen Materialien besteht. Daraus formt sie dann eine Kugel, deren Wände mit Wachs abgedichtet werden. In diese Kugel baut sie dann napfartige Vorratsbehälter mit Pollen. Darauf legt sie mehrere Eier und verschließt dann den Napf. Ein weiterer Napf wird mit Nektar gefüllt. Dieser dient dann der Königin als Nahrungsvorrat für schlechte Witterung. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von den Pollen. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die ersten voll entwickelten Junghummeln. Die Königin hat aber in der Zwischenzeit weitere napfartige Zellen gebaut und mit Eiern versehen. Die daraus später schlüpfenden Hummeln übernehmen dann den weiteren Nestbau und die Brutpflege. Jetzt kann sich die Königin auf das Eierlegen konzentrieren. Sie verlässt auch den Bau nicht mehr. Die Arbeiterinnen sind bis dahin unfruchtbar. Bis August hat das Hummelvolk mit bis zu 150 Hummeln die Maximalgröße erreicht. Erst ab August gibt es Drohnen und voll entwickelte Weibchen. Bis Ende September sterben dann alle Arbeiterinnen, die Drohnen  und die alte Königin. Die zuletzt geschlüpften  – voll entwickelten – Weibchen paaren sich mit den Drohnen und suchen einen Platz zum Überwintern. Dann gründen sie im nächsten Frühjahr ein neues Volk. Der Kreis hat sich geschlossen.