Der Gundermann oder die Gundelrebe gehört zur artenreichen Familie der Lippenblütengewächse. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen dieser Familie ist beim Gundermann die Oberlippe nicht sehr stark ausgeprägt. Deutlich zu sehen sind aber die „Saftmale“, welche den bestäubenden Insekten den Weg zum Nektar weisen. Gundermann wächst überall dort, wo es nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden gibt – und die Konkurrenzpflanzen in ihrem Wachstum gestört werden, z.B. im Rasen, aber auch an schattigen Standorten  wie an Hecken oder Zäunen. Im Kraichtal ist er sehr häufig anzutreffen.

Der Gundermann hat eine lange Geschichte als Arzneipflanze, die schon bei Hildegard von Bingen erwähnt wurde. In der heutigen Zeit hat sie allerdings ihre Bedeutung als Arzneipflanze verloren. Zudem ist sie für viele Tiere giftig (Pferde, Nagetiere, usw.)

Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten wie Käfer, Ameisen, Schwebfliegen, aber auch Schmetterlinge. Wegen der Bitterstoffe und ätherischen Öle, welche die Pflanze enthält, fand der Gundermann auch lange Verwendung als Gewürzpflanze. Der volkstümliche Name „Soldatenpetersilie“ gibt einen Hinweis darauf.

Manchmal bilden die Pflanzen einen regelrechten Rasen an einer Böschung oder an einem schattigen Wegrand im Wald oder in der Feldflur in Heckennähe.Die dunklen Zeichnungen auf de Unterlippe zeigen den Insekten den Weg, wo sie den Nektar finden können. Nur Insekten mit langem Rüssel können an den Nektar gelangen. Der Eingang der Blütenkronröhre ist behaart.