Es ist Ende August. Die Felder sind abgeerntet, die Wiesen alle gemäht. Doch es gibt noch „grüne Inseln“ in der Flur. Entlang eines Weges hat man nicht gemäht und alles so stehen lassen, wie es gewachsen ist. Brennnesseln, Disteln, verschiedene Gräser, Doldengewächse und einige andere Pflanzen bilden einen dichten Bestand. Und man kann erkennen, dass es in diesem Jahr sehr heiß und trocken war. Selbst die Brennnesseln sehen nicht mehr ganz so frisch aus. Das saftige Grün der Pflanzen ist verschwunden; eigentlich erinnert der Wegrand jetzt an ein verwildertes Gelände. Wer aber glaubt, dass hier dringend gemäht werden müsste, für den lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen:

Brennnesseln und Disteln stehen bei vielen Menschen auf der „Abschussliste“. Doch sie sind für viele Tiere sehr wichtig. Für viele Vogelarten, die sich von Sämereien oder Körnern ernähren,  ist der Tisch nach der Getreideernte nicht mehr so reichhaltig gedeckt. Die Nahrung wird knapp. Jetzt sieht man zum Beispiel Distelfinken, die das tun, wofür sie ihren Namen erhalten haben. Sie ernähren sich von Distelsamen.

Dazu pflücken sie die Korbblüten regelrecht auseinander und ziehen die Samen heraus.

Und am Ende sind die Blütenstände der Distel völlig aufgefasert 

Dies gilt auch für andere Vogelarten oder zahlreiche Insekten

So kann man häufig den Schwalbenschwanz, einen auch bei uns recht seltenen Schmetterling auf den Disteln beobachten, weil sie auch jetzt noch Nektar anbieten

Dieser Schwalbenschwanz hat schon einen Teil des linken Hinterflügels verloren.  Trotzdem kann er noch problemlos die Blüten anfliegen.

Die große Zahl von Vögeln und Insekten, welche sich von den verschiedenen Disteln, aber auch von den Brennnesseln ernähren,  ist gewaltig.  Deswegen sollte man sie, so lange wie dies möglich ist, auch stehen lassen. Auch wenn uns ihr Anblick manchmal stört – für viele Tiere sind diese Pflanzen zum Überleben notwendig.