Der Ameisenlöwe ist hervorragend auf trockene Sandböden spezialisiert. Deswegen findet man ihn bei uns im Kraichtal an trockenen, sandigen Stellen. Beim Ameisenlöwen handelt es sich um die Larve der Ameisenjungfer. Der Ameisenlöwe gräbt trichterartige Gruben, deren Wände aus lockeren, feinkörnigen Bodenbestandteilen bestehen – und wartet am Grunde des Trichters auf Insekten oder Insektenlarven, die bei ihren Wanderungen in die Trichter hineingeraten. An geeigneten Stellen – wie hier unter einer Brücke – zeugen zahlreiche Fangtrichter von der Anwesenheit der Ameisenlöwen.

Ein Fangtrichter: Ganz am Grund lauert der Ameisenlöwe. Sichtbar sind nur die beiden Zangen, mit denen das Opfer festgehalten wird – oder mit denen der Sand nach dem Insekt geschleudert wird. Fallen Fremdkörper hinein, werden diese ebenfalls herausgeschleudert.

Der Ameisenlöwe ist stark behaart. Wenn er sich im Trichter vergräbt, dann bleiben zum Beispiel beim Löß feinste Teilchen zwischen den Haaren hängen und verstärken somit die Tarnung. Wie alle Insekten, besitzt auch die Larve des Ameisenlöwen drei Beinpaare. Besonders fällt dabei das zweite Beinpaar auf, weil es länger ist als die anderen Beinpaare. Ein besonderes Merkmal sind die großen Zangen die nach vorne gerichtet sind – und mit denen der Ameisenlöwe die Beute ergreift. Dann gibt er ein starkes Gift ab, das schon nach wenigen Sekunden zur Lähmung der Beute führt. Die gelähmte Beute wird dann teilweise in den Untergrund eingezogen. Anschließend werden Verdauungsenzyme in die Beute eingeleitet, welche das Innere vollständig auflösen. Danach wird die Beute ausgesaugt und dann die leere Hülle aus dem Trichter geworfen. Dabei kann der Ameisenlöwe seinen Kopf mit den Zangen um 180° nach hinten und jeweils 90° nach den Seiten drehen. Durch eine ruckartige Bewegung wird die Beute bis zu 30 cm weit aus dem Trichter hinausgeschleudert.

Der Trichter ist genial gebaut. Der Ameisenlöwe richtet die Steilheit der Böschung je nach Bodenmaterial genau aus. Bei Sand sind das ca. 30 Grad. So entsteht für jedes verfügbare Material die maximale Steilheit. Gerät ein Beutetier in diesen Trichter, rutscht das Material automatisch ab und nimmt das Tier mit. Falls das Tier zu fliehen versucht, wirft der Ameisenlöwe mit Sand  und sorgt so für ein weiteres Abrutschen. Beutetiere sind Insekten, Spinnen, kleine Schnecken und Asseln. Die Entwicklung zur fertigen Ameisenjungfer dauert mehrere Jahre.