Die Waldohreule ist etwas kleiner als der Waldkauz und ungefähr so groß wie die Schleiereule. Ein Kennzeichen sind die langen Federohren, die während der Balz, bei Alarm oder in der Tarnhaltung gut zu sehen sind. Waldohreulen kann man bei uns im Kraichtal  in Gehölzen und Bäumen in Waldnähe beobachten. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv ist, kann man sie tagsüber oft in Nadelbäumen beobachten, wo sie recht gut versteckt den Tag verbringt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Mäusen. Waldohreulen brüten meist in verlassenen Nestern anderer Vögel, z.B. Krähennestern.

Die Jungvögel verbringen im Laufe ihrer Entwicklung einige Tage als sog. „‚Ästlinge“ außerhalb des Nestes, wo sie von ihren Eltern gefüttert werden. Dabei fallen vor allem ihre lauten und durchdringenden „Bettelrufe“, die „herzzerreißend“ klingen und sehr weit zu hören sind, auf. Oft sind in den Bäumen, wo sich die Ästlinge aufhalten, größere Ansammlungen von Jungvögeln zu entdecken. Dies birgt aber auch Gefahren für die Jungeulen. Wenn sie zum Beispiel von Rabenkrähen entdeckt werden, kann dies das Ende bedeuten. Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Vorfall:

Eine junge Waldohreule wurde von Krähen in einem Baum entdeckt und sofort attackiert. Glücklicherweise geschah dies in einem parkähnlichen Hausgarten. Die Besitzerin bemerkte den Vorfall und brachte die Waldohreule in ihrem Haus in Sicherheit. Anschließend wurde sie in eine Station für verunglückte Greifvögel gebracht, wo sie sich gut erholte und wieder ausgewildert werden konnte.

Beeindruckend ist die orange Iris der jungen Waldohreule.