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Auch beim Wendehals gibt es Junge

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In einem Garten am Ortsrand von Kraichtal entdeckten die Besitzer, dass in ihrem Nistkasten, in welchem kurz vorher noch Meisen gebrütet hatten, offenbar ein Wendehals  als „Nachmieter“ eingezogen war. Lautes Geschrei der jungen Wendehälse im Kasten war dafür verantwortlich, dass dies entdeckt wurde. Glücklicherweise wurde ich von den Besitzern informiert, und konnte gerade noch die letzte Brutphase vor dem Ausfliegen der Jungvögel dokumentieren. In dem schönen naturnahen Garten befindet sich neben anderen Bäumen auch eine mächtige Vogelkirsche. Dort ist ein Nistkasten aufgehängt, in welchem die Wendehälse ihre Brut aufgezogen haben. Auf dem Bild sieht man, dass ein fast flügger Jungvogel schon am Eingang des Nistkastens auf die nächste Fütterung  wartet .Ein Altvogel beobachtet von der Spitze eines benachbarten Baumes aus das Geschehen um die Vogelkirsche. Obwohl der hier deutlich zu sehen ist, gehört er zu den Vögeln, die man eher hört als dass man sie sieht. Wendehälse ernähren sich überwiegend von Ameisen und deren Larven. Deswegen findet man sie kaum auf Bäumen sondern eher am Boden. Und dort sind sie mit ihrem gemusterten, „erdbraunen“ Gefieder kaum zu entdecken.Immer wieder sieht er sich auch nach Feinden aus der Luft um. Da er seinen Kopf stark in viele Richtungen drehen kann, hat er auch den Namen „Wendehals“ erhalten. Er gehört zwar zur Familie der Spechte, doch kann er keine eigenen Nisthöhlen zimmern. Deswegen ist er entweder auf die Höhlen anderer Spechtarten ( z. B. Buntspecht) oder auf künstliche Nisthilfen wie Nistkästen angewiesen.Hier schaut ein Jungvogel aus dem Nistkasten. Offenbar hat er etwas Fressbares entdeckt.Hier wird die lange Specht-Zunge sichtbar, die er später auch zum Erbeuten von Ameisen aus Ritzen, Spalten und Erdlöchern brauchen wird. Gerade hat der Jungvogel einen Altvogel entdeckt. Schon öffnet sich der Schnabel in Erwartung einer kräftigen Ameisen-Portion. Ob es sich bei dem Altvogel um das Weibchen oder das Männchen handelt, bleibt unklar. Die Geschlechter lassen sich nur sehr schwer unterscheiden.  Jedenfalls bringt der Altvogel eine Menge an Ameisen-Puppen mit, die er an die Jungen im Kasten verfüttern wird. Immer wieder verfüttert er Ameisenpuppen an die Jungvögel, welche sich noch im Kasten befinden. Ein Teil der Jungvögel ist zu diesem Zeitpunkt schon ausgeflogen und wird auf dem Gelände von den Eltern gefüttert. Hier sind die Ameisen-Puppen deutlich zu sehen. Jetzt hat er alles verfüttert. Danach fliegt er ab. Die Jungvögel haben sich in den Nistkasten zurückgezogen. Wie viele sich noch im Nistkasten befinden, bleibt unklar. Jedenfalls scheinen noch mindestens 2 Jungvögel im Kasten zu sein.

Das folgende kleine Videobeispiel zeigt den – wahrscheinlich – létzten Jungvogel im Nistkasten. Er ist hungrig und bettelt um Nahrung. Ab und zu versucht er, mit seiner langen Zunge kleine Insekten in der Umgebung des Flugloches zu erbeuten. Auch wird deutlich, wie wendig er ist und wie er den Kopf drehen kann.

Übrigens: Am nächsten Morgen war dann der letzte Jungvogel ausgeflogen .

 

Zum Wendehals gibt es weitere Beiträge im BLOG:

Wendehals

Wendehals – Gefahr liegt in der Luft

Wendehals

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Der Wendehals ist bei uns im Kraichgau eigentlich nur während der Brutzeit gut zu beobachten. Während dieser Zeit ist sein Verhalten auffälliger als sonst im Jahr. Zudem kann man seinen Gesang hören. Der Wendehals gehört zu den Spechten, obwohl er selbst keine Höhlen bauen kann und deswegen auf verlassene Bruthöhlen oder angebotene Nisthilfen angewiesen ist. Er wiegt ca. 50 Gramm und hat ungefähr die Größe der Feldlerche. Im Frühherbst zieht er nach Afrika, wo er südlich der Sahara überwintert. Sein absolutes Spezialgebiet ist die Ameisenjagd. Deswegen kann man ihn auf Streuobstwiesen oder auch an Wegrändern meist am Boden entdecken.  Das Kraichtal ist mit seiner reich gegliederten Landschaft mit vielen Hecken, Streuobstwiesen und Weinbergen geradezu maßgeschneidert für ihn. Hier findet er genug Nahrung als auch Deckung und Nistgelegenheiten.  Auch in alten Trockenmauern wurde er schon bei der Brut beobachtet. In den letzten Jahren hat der Bestand bei uns wieder etwas zugenommen.

 

Wendehals – Gefahr liegt in der Luft

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Die folgende Bildreihe zeigt, wie Wendehälse reagieren, wenn sich ein Greifvogel am Himmel zeigt: Ein Wendehals frisst gerade Ameisen, die er in der Betonfuge eines Wirtschaftsweges in den Weinbergen entdeckt hat. Immer wieder schaut er nach oben. Dann ändert sich sein Verhalten plötzlich.

Ein kurzer Blick nach oben – und er hat einen Bussard entdeckt. Der Wendehals legt sich flach auf den Boden und drückt den Kopf leicht nach unten. Trotzdem ist er fluchtbereit. Die Beine sind angelegt und sprungbereit, die Flügel leicht abgespreizt.

Solange ein Greifvogel wie der Mäusebussard dieser in der Nähe ist, bleibt der Wendehals bewegungslos, aber fluchtbereit liegen. Wenn man die Rückseite des Wendehalses betrachtet, wird schnell klar, dass er von oben nur sehr schwer zu entdecken ist. Er „verschmilzt“ gewissermaßen mit dem Untergrund.

Wenn die Gefahr vorüber ist, widmet sich der Wendehals wieder der Ameisenjagd. Bei einem Sperber oder Habicht hat der Wendehals mit dieser Taktik schlechtere Karten. Diese Greifvögel beobachten von der Deckung aus, was sich in der Gegend tut – und schlagen, wenn sie etwas entdeckt haben, blitzschnell und unerwartet zu.